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6 Kundenbewertungen

GOLDBÄR. SUPERNASE. SHOW-TITAN.98 Prozent aller Deutschen kennen Thomas Gottschalk. Zwei Generationen sind mit ihm aufgewachsen. Er brachte frischen Wind ins Radio und prägte einen neuen Stil der Fernsehunterhaltung. Als Kinostar und Werbefigur wurde er zum Kult, als Showmaster ist er Legende.Zum ersten Mal erzählt er jetzt aus seinem Leben: von der Kindheit und Jugend im fränkischen Kulmbach, von seinem Aufstieg zum Medienstar und seinen Begegnungen mit den Großen dieser Welt, von Rückzugsorten und Glücksvorstellungen, von Familie und Freunden, tragischen und glanzvollen Momenten. – So nah…mehr

Produktbeschreibung
GOLDBÄR. SUPERNASE. SHOW-TITAN.98 Prozent aller Deutschen kennen Thomas Gottschalk. Zwei Generationen sind mit ihm aufgewachsen. Er brachte frischen Wind ins Radio und prägte einen neuen Stil der Fernsehunterhaltung. Als Kinostar und Werbefigur wurde er zum Kult, als Showmaster ist er Legende.Zum ersten Mal erzählt er jetzt aus seinem Leben: von der Kindheit und Jugend im fränkischen Kulmbach, von seinem Aufstieg zum Medienstar und seinen Begegnungen mit den Großen dieser Welt, von Rückzugsorten und Glücksvorstellungen, von Familie und Freunden, tragischen und glanzvollen Momenten. – So nah wie in diesem Hörbuch ist Thomas Gottschalk uns noch nie gekommen: nachdenklich, selbstironisch, lebensklug und ehrlich!
  • Produktdetails
  • Verlag: Random House Audio
  • ISBN-13: 9783837130775
  • Artikeltyp: Hörbuch Download
  • ISBN-10: 3837130770
  • Best.Nr.: 42710394
  • Laufzeit: 273 Min.
  • Erscheinungstermin: 27.04.2015
Autorenporträt
Thomas Gottschalk wurde am 18. Mai 1950 in Bamberg geboren. Nach einer Jugend in der fränkischen Provinz startete er seine Karriere beim Bayerischen Rundfunk. Mit der Sendung "Na so was!" gelang ihm der Durchbruch im Abendprogramm des ZDF. 1987 übernahm er das Unterhaltungs-Flaggschiff "Wetten, dass ?" und moderierte bis 2011 151 Sendungen. Er ist der einzige deutsche TV-Moderator, der für alle großen Sender gearbeitet hat. Gottschalk ist seit 1976 mit Thea verheiratet. Er hat zwei Söhne und einen Enkel und lebt in Berlin und Malibu.
Rezensionen
Besprechung von 04.05.2015
Einfach
plauderhaft
Thomas Gottschalk stellt in München seine
Autobiographie „Herbstblond“ vor. Ein Ortstermin
VON DAVID DENK
Plötzlich steht er im Raum. Keine Eurovisionsfanfare, kein Stargästegeklingel, keine Showtreppe, noch nicht mal Applaus. Einfach ein großer blonder Mann im nachtblauen Anzug, der den Raum betritt, knapp „Guten Abend“ sagt und sich auf den ihm zugedachten Platz setzt. Die Situation ist neu für Thomas Gottschalk – und sie ist neu für die Journalisten, die ihm gegenübersitzen und brav zurückgrüßen, als hätte gerade der Lehrer das Klassenzimmer betreten. Zwar ist Gottschalk schon seit knapp vier Jahren nicht mehr Moderator von Wetten, dass ..?, einer Sendung, die es überdies schon gar nicht mehr gibt, aber für sein Publikum wird er es immer bleiben. Gottschalk ohne die große Bühne – das ist wie Heino ohne Sonnenbrille, Ernie ohne Bert. Schwer vorstellbar, arg gewöhnungsbedürftig. „Fast hätte ich gesagt: Ich begrüße auch die Zuschauer in Österreich und der Schweiz“, wird Gottschalk später, zu Beginn der Premiere seines Buches Herbstblond, witzeln und zugeben: „Es war nicht unbedingt leicht, mich von dieser Geschichte zu verabschieden.“ Da geht es ihm wie seinen Fans. Etwa 600 von ihnen wollen an diesem Samstagabend in München „Gottschalk live und ungeschminkt“ sehen und haben dafür jeweils rund 40 Euro bezahlt.
  Bevor Thomas Gottschalk sich aber in der unverbrüchlichen Zuneigung ihm gegenüber sonnen kann, muss er sich den Fragen der Journalisten stellen. Und mit Journalisten, insbesondere Kritikern, von Klatschreportern ganz zu schweigen, hat Gottschalk so seine Probleme, die er in einem eigenen Kapitel seiner Autobiographie aufarbeitet – Überschrift „Dirty Laundry“. Zwar wundert er sich zu Beginn, „wo meine Rachegelüste geblieben sind“ und erklärt zum Schluss, „meinen Frieden mit den Medien gemacht“ zu haben, doch juckt es ihn dazwischen dann doch, die „Inquisition“ durch den Spiegelim „Schleichwerbungsskandal“ um Produktplatzierungen bei Wetten, dass ..? zu thematisieren und darzulegen, in welch „beklagenswertem Zustand“ sich der Journalismus seiner Meinung nach befindet. „Heute werde ich mit Meinungen, Vermutungen, Verdächtigungen und Vorwürfen gegen alles und jeden zugeballert“, schreibt er. „Es gibt weniger kluge, gut formulierte und abwägende Erläuterungen komplizierter Zusammenhänge als Ich-Geschichten zorniger Verfasser, die vom verschreckten Leser verlangen, ihnen zu folgen.“ Gottschalk möchte den Eindruck vermeiden, eigene Verletzungen hätten ihm die Feder geführt – und tut es gerade deswegen. Ehe die Süddeutsche Zeitung ihre Frage stellen darf, beschwert Gottschalk sich kurz über die Rezension seines Buches in der Onlineausgabe.
  Eine gewisse Genugtuung bereitet ihm, dass er mit seinem Bedeutungsverlust nicht alleine ist, dass auch (Print-)Journalisten damit zu kämpfen haben. „Was für mich die Quote ist, ist für sie die Auflage“, schreibt Gottschalk. „An dieser messen mich die Journalisten, an jener werden sie selbst gemessen.“ Beim Pressegespräch ruft Gottschalk den Journalisten zu: „Ich bin so froh, dass es euch so geht wie mir.“ Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid.
  Nach der Botschaft seines Buches gefragt, antwortet Gottschalk: „Man kann alt werden, ohne verdrießlich zu werden.“
  Und in der Tat ist das „Dirty Laundry“-Kapitel die Ausnahme von der Regel: Gottschalks Autobiographie ist keine Lebensbeichte, keine Abrechnung, geschweige denn Anklage, nein, Herbstblond ist eine heitere Plauderei aus der Feder eines heiteren Plauderers, der sich Papageno aus der Zauberflöte verbunden fühlt: „Sein schlichtes Lebensmotto ‚Stets lustig, heißa, hopsassa‘ ist kein schlechtes.“
  Doch weltfremd ist dieser Gottschalk nicht. Sein Buch hat nachdenkliche Passagen, in denen der fast 65-Jährige über das Älterwerden sinniert: „Auch diesen Prozess versuche ich, wie vieles in meinem Leben, das wehtat, durch eine gesunde Mischung von Humor und Verdrängung erträglich zu machen.“ Auch der Suizid seiner Freunde Gunter Sachs und Udo Reiter beschäftigt ihn. Reiter, Gottschalks Mentor beim BR und darüber hinaus, ist das Buch auch gewidmet: „Was wusste ich schon? Was wissen wir wirklich von Menschen, die wir zu kennen glauben?“
  Gute Frage. Auf Gottschalk bezogen: nach Lektüre des Buches nicht so wahnsinnig viel mehr als vorher: Der frühe Verlust des Vaters, sein (katholischer) Glaube, die Gewissensnöte nach dem Unfall von Samuel Koch, der das Ende seiner Wetten, dass ..?-Karriere besiegelte – was Gottschalk mit der Öffentlichkeit teilen möchte, hat er schon mit ihr geteilt. Privates bleibt weitestgehend tabu. Besonders tiefschürfend sind seine Ansichten nicht. Aber es fällt schwer, ihm das vorzuwerfen. Als Essayist hat Gottschalk sich nie hervorgetan. Und neben dieser beinahe unverschämten Leichtigkeit, die seinem Publikum einen Kurzurlaub von sich selbst verschafft, lieben die Deutschen ihn ja auch dafür: dass er sich trotz humanistischer Schulbildung nicht für schlauer hält als seine Fans.
    Die Buchpremiere selbst ist ein bunter Abend mit Musikbegleitung durch das Klassik-Kasper-Duo Igudesman & Joo. Gottschalk liest („Ja, ich trage mittlerweile Brille – aber passend zum Anzug“) und bekommt Besuch: von Michael „Bully“ Herbig und Jürgen Prochnow, denen er in Wetten, dass ..?-Manier Fragenattrappen stellt. Im Publikum sitzen allerlei Weggefährten wie Moderator Fritz Egner sowie Gottschalks Kostüm- und Maskenbildnerin. Sie alle kommen auch im Buch vor. Ein sympathischer Zug: Gottschalk nutzt das Buch auch als Dankeschön.
  Die Dankbarkeit seiner Fans indes wird durch das Buch evident. Die halblauten Achjas und Stimmtjas, mit denen sie seine Schilderungen quittieren, zeugen von einer tiefen Verbundenheit und müssen Balsam auf Gottschalks Seele sein, der nach Wetten, dass ..? ja nicht wieder so recht im Fernsehen Fuß fassen konnte.
  Im Buch lässt Gottschalk offen, ob es für ihn auf dem Bildschirm eine Zukunft gibt. Wer ihn in München erlebt, kann nur sagen: Es wäre schade drum. Seine ganz große Zeit mag er hinter sich haben. Aber auch herbstblond erhellt er noch.
  Schon bei Wetten, dass ..? offenbarte sich Gottschalks Meisterschaft vor der Show, wenn er das Saalpublikum im Warm-Up-Plausch binnen Minuten für sich gewann. An diesem Abend ist das noch weniger nötig als früher bei Wetten, dass ..?, aber es macht einfach Spaß zu sehen, wie es Gottschalk im Nahkampf gelingt, dass jeder sich gemeint fühlt – auch die, denen er nicht sein Mikro unter die Nase hält.
  Nach der Show signiert Gottschalk im Foyer noch sein Buch. Die 600 aus dem Saal stehen fast geschlossen und sehr geduldig Schlange, Gottschalk spricht von „Kerkeling-Ausmaßen“. Es ist Fließbandarbeit, und doch ist Gottschalk kein Fließbandarbeiter. „Georg, wo kommst du her?“, „Kannst du überhaupt schon lesen?“, „Das ist dein Sohn? Reschpekt!“ – für jeden Fan findet er ein persönliches Wort oder zumindest ein Lächeln. Er scheint es zu genießen – und die Fans genießen es sowieso: „Jawoll“, entfährt es dem grauhaarigen Ehemann, nachdem er seine Frau mit Gottschalk fotografiert hat. Nach einer guten Viertelstunde kommt der hinter seinem Tisch hervor und setzt sich vorne drauf, wie es Vertrauenslehrer tun. So muss er nicht mehr für jedes Foto aufstehen. Mehr als zwei Stunden nimmt Gottschalk sich Zeit für seine Fans. Es ist weit nach Mitternacht, als er im Trader Vic’s im Bayerischen Hof endlich auf sein Autorendebüt anstoßen kann.
  Beim Blick in lauter glückliche Gesichter dringt ein Satz wieder ins Bewusstsein, mit dem Gottschalk die Journalisten vorhin in die Show eingeladen und zugleich sich selbst erklärt hat: „Ihr werdet nichts Neues lernen, aber es wird schön.“
Die Botschaft seines Buches?
„Man kann alt werden, ohne
verdrießlich zu werden“
„Ja, ich trage mittlerweile Brille – aber passend zum Anzug“: Thomas Gottschalk in einem für seine Verhältnisse eher dezenten Outfit bei der Buchpremiere von „Herbstblond“ am Samstagabend in der Münchner BMW-Welt.
Foto: Tobias Hase/dpa
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Besprechung von 10.05.2015
München, 1976

Es gab eine Zeit, in der alles besser war. Vorher war alles noch grau und steif und verkopft und der Bürokratie untergeordnet. Hinterher war alles nur noch grell und flüchtig und durchkommerzialisiert und der Quote untergeordnet. Aber dazwischen, da existierte im Rundfunk eine Zeit der Freiheit, der Lust, der Lockerheit und der Aufmerksamkeit. Es war die Gottschalk-Zeit.

Sie begann 1976, als sich der junge Moderator erfolgreich eine eigene tägliche Radiosendung bei Bayern 3 erbettelte, "Pop nach acht" (vorher liefen hier die "Nachrichten für ausländische Arbeitnehmer"). Und sie endete irgendwann Anfang der 2000er Jahre, als der Stern von "Wetten, dass . . ." zu sinken begann "und auch mich mit sich in die Götterdämmerung zog", wie Gottschalk selbst es formuliert.

Es waren ja nicht nur Radio und Fernsehen besser damals, sondern alles: Musiker hatten Stil, Stars Langlebigkeit und so etwas wie Substanz, und es gab Künstler, die die ganze Nation bewegten, über alle Altersgrenzen hinweg.

Thomas Gottschalk beschreibt in seiner Autobiographie diese glückliche Zeit, die seine Zeit war, und das wäre in seiner ganzen zweifelhaften Früherwarallesbesserhaftigkeit eigentlich kaum erträglich - wäre das Buch nicht erfüllt von der Freude, dabei gewesen zu sein, und nicht von der Melancholie, dass sie vorbei ist.

"Ich will nicht klagen", schreibt er, "mein Verfallsdatum als Showmaster kommt exakt zum richtigen Zeitpunkt. Es gibt kein größeres Glück, als zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein, wenn exakt der Job vergeben wurde, für den man geschaffen ist."

Stefan Niggemeier

Thomas Gottschalk: "Herbstblond". Heyne, 368 Seiten, 19,99 Euro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr
Dass er reden kann, wusste man. Jetzt zeigt sich, dass Thomas Gottschalk auch schreiben kann. Was für ein Sonntagskind.
Einfach
plauderhaft

Thomas Gottschalk stellt in München seine
Autobiographie „Herbstblond“ vor. Ein Ortstermin

VON DAVID DENK

Plötzlich steht er im Raum. Keine Eurovisionsfanfare, kein Stargästegeklingel, keine Showtreppe, noch nicht mal Applaus. Einfach ein großer blonder Mann im nachtblauen Anzug, der den Raum betritt, knapp „Guten Abend“ sagt und sich auf den ihm zugedachten Platz setzt. Die Situation ist neu für Thomas Gottschalk – und sie ist neu für die Journalisten, die ihm gegenübersitzen und brav zurückgrüßen, als hätte gerade der Lehrer das Klassenzimmer betreten. Zwar ist Gottschalk schon seit knapp vier Jahren nicht mehr Moderator von Wetten, dass ..?, einer Sendung, die es überdies schon gar nicht mehr gibt, aber für sein Publikum wird er es immer bleiben. Gottschalk ohne die große Bühne – das ist wie Heino ohne Sonnenbrille, Ernie ohne Bert. Schwer vorstellbar, arg gewöhnungsbedürftig. „Fast hätte ich gesagt: Ich begrüße auch die Zuschauer in Österreich und der Schweiz“, wird Gottschalk später, zu Beginn der Premiere seines Buches Herbstblond, witzeln und zugeben: „Es war nicht unbedingt leicht, mich von dieser Geschichte zu verabschieden.“ Da geht es ihm wie seinen Fans. Etwa 600 von ihnen wollen an diesem Samstagabend in München „Gottschalk live und ungeschminkt“ sehen und haben dafür jeweils rund 40 Euro bezahlt.

  Bevor Thomas Gottschalk sich aber in der unverbrüchlichen Zuneigung ihm gegenüber sonnen kann, muss er sich den Fragen der Journalisten stellen. Und mit Journalisten, insbesondere Kritikern, von Klatschreportern ganz zu schweigen, hat Gottschalk so seine Probleme, die er in einem eigenen Kapitel seiner Autobiographie aufarbeitet – Überschrift „Dirty Laundry“. Zwar wundert er sich zu Beginn, „wo meine Rachegelüste geblieben sind“ und erklärt zum Schluss, „meinen Frieden mit den Medien gemacht“ zu haben, doch juckt es ihn dazwischen dann doch, die „Inquisition“ durch den Spiegelim „Schleichwerbungsskandal“ um Produktplatzierungen bei Wetten, dass ..? zu thematisieren und darzulegen, in welch „beklagenswertem Zustand“ sich der Journalismus seiner Meinung nach befindet. „Heute werde ich mit Meinungen, Vermutungen, Verdächtigungen und Vorwürfen gegen alles und jeden zugeballert“, schreibt er. „Es gibt weniger kluge, gut formulierte und abwägende Erläuterungen komplizierter Zusammenhänge als Ich-Geschichten zorniger Verfasser, die vom verschreckten Leser verlangen, ihnen zu folgen.“ Gottschalk möchte den Eindruck vermeiden, eigene Verletzungen hätten ihm die Feder geführt – und tut es gerade deswegen. Ehe die Süddeutsche Zeitung ihre Frage stellen darf, beschwert Gottschalk sich kurz über die Rezension seines Buches in der Onlineausgabe.

  Eine gewisse Genugtuung bereitet ihm, dass er mit seinem Bedeutungsverlust nicht alleine ist, dass auch (Print-)Journalisten damit zu kämpfen haben. „Was für mich die Quote ist, ist für sie die Auflage“, schreibt Gottschalk. „An dieser messen mich die Journalisten, an jener werden sie selbst gemessen.“ Beim Pressegespräch ruft Gottschalk den Journalisten zu: „Ich bin so froh, dass es euch so geht wie mir.“ Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid.

  Nach der Botschaft seines Buches gefragt, antwortet Gottschalk: „Man kann alt werden, ohne verdrießlich zu werden.“

  Und in der Tat ist das „Dirty Laundry“-Kapitel die Ausnahme von der Regel: Gottschalks Autobiographie ist keine Lebensbeichte, keine Abrechnung, geschweige denn Anklage, nein, Herbstblond ist eine heitere Plauderei aus der Feder eines heiteren Plauderers, der sich Papageno aus der Zauberflöte verbunden fühlt: „Sein schlichtes Lebensmotto ‚Stets lustig, heißa, hopsassa‘ ist kein schlechtes.“

  Doch weltfremd ist dieser Gottschalk nicht. Sein Buch hat nachdenkliche Passagen, in denen der fast 65-Jährige über das Älterwerden sinniert: „Auch diesen Prozess versuche ich, wie vieles in meinem Leben, das wehtat, durch eine gesunde Mischung von Humor und Verdrängung erträglich zu machen.“ Auch der Suizid seiner Freunde Gunter Sachs und Udo Reiter beschäftigt ihn. Reiter, Gottschalks Mentor beim BR und darüber hinaus, ist das Buch auch gewidmet: „Was wusste ich schon? Was wissen wir wirklich von Menschen, die wir zu kennen glauben?“

  Gute Frage. Auf Gottschalk bezogen: nach Lektüre des Buches nicht so wahnsinnig viel mehr als vorher: Der frühe Verlust des Vaters, sein (katholischer) Glaube, die Gewissensnöte nach dem Unfall von Samuel Koch, der das Ende seiner Wetten, dass ..?-Karriere besiegelte – was Gottschalk mit der Öffentlichkeit teilen möchte, hat er schon mit ihr geteilt. Privates bleibt weitestgehend tabu. Besonders tiefschürfend sind seine Ansichten nicht. Aber es fällt schwer, ihm das vorzuwerfen. Als Essayist hat Gottschalk sich nie hervorgetan. Und neben dieser beinahe unverschämten Leichtigkeit, die seinem Publikum einen Kurzurlaub von sich selbst verschafft, lieben die Deutschen ihn ja auch dafür: dass er sich trotz humanistischer Schulbildung nicht für schlauer hält als seine Fans.

    Die Buchpremiere selbst ist ein bunter Abend mit Musikbegleitung durch das Klassik-Kasper-Duo Igudesman & Joo. Gottschalk liest („Ja, ich trage mittlerweile Brille – aber passend zum Anzug“) und bekommt Besuch: von Michael „Bully“ Herbig und Jürgen Prochnow, denen er in Wetten, dass ..?-Manier Fragenattrappen stellt. Im Publikum sitzen allerlei Weggefährten wie Moderator Fritz Egner sowie Gottschalks Kostüm- und Maskenbildnerin. Sie alle kommen auch im Buch vor. Ein sympathischer Zug: Gottschalk nutzt das Buch auch als Dankeschön.

  Die Dankbarkeit seiner Fans indes wird durch das Buch evident. Die halblauten Achjas und Stimmtjas, mit denen sie seine Schilderungen quittieren, zeugen von einer tiefen Verbundenheit und müssen Balsam auf Gottschalks Seele sein, der nach Wetten, dass ..? ja nicht wieder so recht im Fernsehen Fuß fassen konnte.

  Im Buch lässt Gottschalk offen, ob es für ihn auf dem Bildschirm eine Zukunft gibt. Wer ihn in München erlebt, kann nur sagen: Es wäre schade drum. Seine ganz große Zeit mag er hinter sich haben. Aber auch herbstblond erhellt er noch.

  Schon bei Wetten, dass ..? offenbarte sich Gottschalks Meisterschaft vor der Show, wenn er das Saalpublikum im Warm-Up-Plausch binnen Minuten für sich gewann. An diesem Abend ist das noch weniger nötig als früher bei Wetten, dass ..?, aber es macht einfach Spaß zu sehen, wie es Gottschalk im Nahkampf gelingt, dass jeder sich gemeint fühlt – auch die, denen er nicht sein Mikro unter die Nase hält.

  Nach der Show signiert Gottschalk im Foyer noch sein Buch. Die 600 aus dem Saal stehen fast geschlossen und sehr geduldig Schlange, Gottschalk spricht von „Kerkeling-Ausmaßen“. Es ist Fließbandarbeit, und doch ist Gottschalk kein Fließbandarbeiter. „Georg, wo kommst du her?“, „Kannst du überhaupt schon lesen?“, „Das ist dein Sohn? Reschpekt!“ – für jeden Fan findet er ein persönliches Wort oder zumindest ein Lächeln. Er scheint es zu genießen – und die Fans genießen es sowieso: „Jawoll“, entfährt es dem grauhaarigen Ehemann, nachdem er seine Frau mit Gottschalk fotografiert hat. Nach einer guten Viertelstunde kommt der hinter seinem Tisch hervor und setzt sich vorne drauf, wie es Vertrauenslehrer tun. So muss er nicht mehr für jedes Foto aufstehen. Mehr als zwei Stunden nimmt Gottschalk sich Zeit für seine Fans. Es ist weit nach Mitternacht, als er im Trader Vic’s im Bayerischen Hof endlich auf sein Autorendebüt anstoßen kann.

  Beim Blick in lauter glückliche Gesichter dringt ein Satz wieder ins Bewusstsein, mit dem Gottschalk die Journalisten vorhin in die Show eingeladen und zugleich sich selbst erklärt hat: „Ihr werdet nichts Neues lernen, aber es wird schön.“

Die Botschaft seines Buches?
„Man kann alt werden, ohne
verdrießlich zu werden“

„Ja, ich trage mittlerweile Brille – aber passend zum Anzug“: Thomas Gottschalk in einem für seine Verhältnisse eher dezenten Outfit bei der Buchpremiere von „Herbstblond“ am Samstagabend in der Münchner BMW-Welt.

Foto: Tobias Hase/dpa

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