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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: magicadehex
Wohnort: Norrköping
Über mich: Ich bin eine Deutsche, die der Liebe wegen in Schweden lebt. Zudem bin ich eine Buchliebhaberin, Rezensentin, Testleserin und Buch-Bloggerin.
Danksagungen: 16 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 230 Bewertungen
Bewertung vom 09.09.2018
Sonnenröschenwinter
Müntefering, Mirjam

Sonnenröschenwinter


ausgezeichnet

Die 43jährige Sascha Herzog ist mit Leib und Seele Gärtnerin. Sie geht voll und ganz auf in der Welt der Pflanzen, lässt sich noch immer von deren Farbenpracht und ihren Düften verzaubern. So ist die Arbeit in der familieneigenen Stauden-Gärtnerei auch mehr Passion als Pflicht. Aber dann entdeckt sie eine Veränderung an ihrem Körper und die Diagnose soll dann ihr gesamtes, bisheriges Leben völlig auf den Kopf stellen. Brustkrebs! Sascha ist in ihrer Familie gut behütet, die Großeltern, ihre Mutter und deren Lebenspartner, ihre Schwester und deren Freund und natürlich Ben, sie alle kümmern sich um Sascha und unterstützen sie wo es geht. Ben ist Saschas Zwillingsbruder und ihr Verhältnis ist seit 20 Jahren etwas unterkühlt - den Grund erfahren wir LeserInnen nicht sofort - doch er ruft an und schreibt Mitteilungen, steht ihr also auch zur Seite. Dann trifft Sascha auf Robyn, die Leiterin der Selbsthilfegruppe, deren Besuch ihr von ihrer Ärztin empfohlen wurde. Die Liebe trifft Sascha aus heiterem Himmel, unvorbereitet und mit aller Wucht. Bloß, kann und darf sie sich darauf einlassen? Hat sie nicht gerade einen Kampf auszustehen? Ist Liebe jetzt überhaupt möglich? Wie wird sich Sascha entscheiden?

Die Autorin Mirjam Müntefering nimmt uns LeserInnen mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt, beim Lesen überkommen mich die verschiedensten Gefühle: Entzücken, Überraschung, manchmal kann ich ein Aufschluchzen gerade noch herunter schlucken, ja, es gibt sie die durchaus traurigen Momente, aber ganz oft muss ich einfach nur schmunzeln. Mirjam Müntefering erzählt eine Geschichte einer jungen Frau, über ihren Weg im Umgang mit einer schwerwiegenden Erkrankung, zuallererst aber ist es die Chronik der Liebe in den Zeiten des Brustkrebses (in Anlehnung an das wundervolle Buch von Gabriel García Márquez sei mir diese Formulierung erlaubt). Viele herrliche Zeilen im Buch behandeln die Kraft der Liebe, die Macht der Liebe, die Wege der Liebe. Die Liebe zu den Lieblings-Menschen, zu Freunden, zur Familie, zur Natur, zur Musik – Liebe ist vielfältig und begegnet uns jeden Tag, sofern wir die Begegnungen zulassen. Ich habe mir viele Lieblingsstellen im Buch markiert, die ich nicht vergessen werde.

Ein Buch, das ich dazu erkoren habe, auf meiner persönlichen Herzensbuch-Liste Platz zu finden. Meine Bewertung: klare fünf von fünf möglichen Sternen und selbstverständlich eine uneingeschränkte Leseempfehlung meinerseits. Ich wünsche jeder Leserin und jedem Leser die gleichen wohligen Gänsehautschauermomente, wie ich sie bei der Lektüre des Buches erfahren und erleben durfte. Mirjam Müntefering beweist in diesem gefühlsbetonten, intensiven Roman einmal mehr ihre brillante Fähigkeit, Geschichten zu erzählen.

Bewertung vom 14.06.2018
Grün ist die Liebe
Ferber, Marlies

Grün ist die Liebe


ausgezeichnet

Ihre Arbeit im Krankenhaus belastet Elisabeth manchmal schon sehr. Gerade wenn es um unvermeidbare Abschiede geht, lässt sie die Schicksale der Patienten vielleicht zu nah an sich heran. Die Liebesgeschichte des Ehepaares Grün trifft sie dann auch mitten ins Herz, Lenya ist dabei sich zu verabschieden und es ist nicht sicher, wieviel sie noch mitbekommt. Nach anfänglicher Ablehnung öffnet sich Justus Elisabeth und erzählt seine Geschichte. Die berührt Elisabeth sehr und sie beginnt sich zu fragen, ob sie mit ihrem Robert wirklich glücklich ist, so wie das Ehepaar Grün. Sie stellt Robert auf die Probe ...

„Grün ist die Liebe“ - der Titel erklärt sich sicherlich zum einen durch die wunderschöne Liebesgeschichte zwischen Justus Grün und seiner Ehefrau Lenya zum anderen aber auch, weil Elisabeth Müller als Grüne Dame tätig ist. Grüne Damen (und auch Herren) werden in Deutschland ehrenamtlich Tätige in der stationären Gesundheits- und Krankenpflege genannt. Der Name Grüne Damen beruht auf der Kleidung, welche die Ehrenamtlichen tragen. Es sind grüne Kittel. In ihrem unverkennbaren sowie brillanten Schreibstil und in perfektem Tempo hat Marlies Ferber ihren Roman verfasst. Ein Buch der leisen Töne aber der ganz großen Emotionen. Die Autorin Marlies Ferber erzählt uns Lesern in herrlicher, ausdrucksstarker Sprache mit wunderbaren Dialogen die Story und beweist, welch großartige Geschichtenerzählerin sie ist. Seit ich mit der Lektüre des Buches begonnen habe, schwirrt mir der Song „Somebody's Chelsea“ von Reba McEntire im Kopf herum, so sehr passt das Lied zur Hauptfigur Elisabeth und könnte glatt der Soundtrack zum Buch sein. Ganz viel Herz, ganz viele Gefühle – ein Buch für die Seele, zum Träumen und ja, zum an die wahre Liebe glauben!

Meine Bewertung: fünf von fünf möglichen Sternen und eine absolute Leseempfehlung. Die eine große Liebe im Leben, die sich jeder erhofft, aber nicht gleich jeder erkennt – phantastische Zeilen, tiefe Botschaft, kurzum ein erfüllendes Lesevergnügen bietet Marlies Ferbers neuestes Werk. Die Autorin ist bekannt für ihre Serie um den pensionierten Ex-Agenten "Null-Null-Siebzig" James Gerald und legt jetzt mit diesem Buch einen Liebesroman vor. Für mich persönlich wieder ein Buch, das mein Prädikat „Herzensbuch“ verdient.

Bewertung vom 11.06.2018
Wie ich mich auf einer Parkbank in einen bärtigen Mann mit sehr braunen Augen verliebte
Abrahamson, Emmy

Wie ich mich auf einer Parkbank in einen bärtigen Mann mit sehr braunen Augen verliebte


ausgezeichnet

Julia ist Schwedin, Journalistin, 29 Jahre alt und der Liebe wegen nach Wien gezogen. Das mit der Liebe zu Matthias hat sich inzwischen erledigt, denn er hat massiv ihr Vertrauen missbraucht. So lenkt sie sich mit ihrer Arbeit als Englisch-Lehrerin an der Berlitz-Sprach-Schule ab. Ihr anfänglicher Enthusiasmus ist ihr allerdings bereits abhanden gekommen, zu eintönig verlaufen die Unterrichtsstunden. Zu ihrer besten Freundin Leonore verbindet sie eine mehr oder weniger Hassliebe, doch die Abende mit ihr bringen Julia wenigstens etwas Ablenkung aus ihrem Trott, in dem sie gefangen ist. Sie datet auch, um endlich ihren Mr. Right zu finden, aber die Suche scheint ebenfalls hoffnungslos. Kurzum: Julia ist einsam und findet lediglich Trost bei ihrem Kater Optimus. Bis sie im Park Ben kennen lernt und ihr Leben sich vollständig ändern soll.

Auf charmante Art und Weise erzählt Emmy Abrahamson ihre Geschichte. Ja, die Story um die vereinsamte Julia ist streckenweise traurig, doch ich habe fast immer auch ein Lächeln auf den Lippen beim Lesen, denn Emmy Abrahamsons Sinn für Humor ist einzigartig und die beschwingte Stimmung bestimmt den Roman. Die Hauptfigur Julia, die verrückte Dinge tut, um nur ja keine Leerzeit zu haben ist hervorragend geglückt und wie ich aus der schwedischen Presse weiß durchaus autobiografisch angelegt. Emmy Abrahamson hat genauso ihren jetzigen Ehemann kennengelernt, wie Julia ihren Ben. Die Sprache, die die Autorin verwendet ist offen und frisch, ihr Schreibstil kann mich einfangen und mitnehmen.

Sehr gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es natürlich weiter, ein Roman, der sich hervorragend als Urlaubslektüre eignet und sich wunderbar angenehm lesen lässt. Nun verharre ich abwartend, dass das nächste Buch der Autorin ebenfalls ins Deutsche übersetzt wird, der Originaltitel lautet: „Hur man gör succé på dårhus“ was wörtlich übersetzt heißt: „Wie kann man Erfolg in der Klapse haben“. Ich bin sicher, auch darin überzeugt Emmy Abrahamson mit ihrem Humor.

Bewertung vom 10.06.2018
Der letzte Gast
Kornbichler, Sabine

Der letzte Gast


ausgezeichnet

Mia Kaminski arbeitet als Hundetrainerin und Dogwalkerin in München. Eine ihrer Kundinnen, die 69jährige Berna Kiening, Besitzerin einer Zwergpudeldame Coco, ist schwer an der Nervenkrankheit ALS erkrankt. In vier Wochen steht ihr Termin zur Sterbehilfe in der Schweiz an. Als Mia Berna tot auffindet, ist ihr erster Gedanke, dass die alte ihren Entschluss früher in die Tat umgesetzt hat, denn deren Familie war nicht mit ihrer Entscheidung einverstanden und hatten sogar mit Entmündigung gedroht. Doch die herbeigerufenen Ärzte, sprich Notarzt sowie der Hausarzt Bernas, stellen schnell fest, dass Berna ermordet wurde. Wie sinnlos und brutal, wo sie selbständig aus dem Leben treten wollte? Schnell gerät Bernas Neffe Nico, mit dem Mia vor einiger Zeit ein paar Monate lang liiert war, unter Verdacht und Mia selbst gerät in die Schusslinie.

Der Autorin Sabine Kornbichler ist es wieder einmal gelungen, eine subtile Spannung aufzubauen und mir damit die gesamte Lesedauer über eine Gänsehaut zu verpassen. Die Geschichte ist perfekt erzählt und ich hatte immer wieder einmal den einen oder anderen der mitspielenden Figuren im Verdacht, die Auflösung hat mich dann mächtig beeindruckt und überrascht. Alle Charaktere sind hervorragend angelegt, und selbst die Vierbeiner sind eigenständige kleine Persönlichkeiten, die man einfach liebhaben muss. Alle Positionen sind glaubhaft und authentisch besetzt und kurbeln die Hochspannung wie auch die Geschichte selbst an. Die Sprache der Autorin gefällt mir prächtig, ist sie doch ausgewogen und erwählt. Mit ihrem Schreibstil zieht mich Sabine Kornbichler immer wieder auf's Neue in ihren Bann.

Nur zu gerne vergebe ich hier die volle Punktzahl: fünf von fünf möglichen Punkten und spreche eine absolute Leseempfehlung aus. Leser werden mit einzigartiger Spannung und hohem Niveau belohnt. Ein Buch, das mich außerordentlich gut unterhalten hat, ein Pageturner der Extraklasse. Aber auch Hundeliebhaber kommen nicht zu kurz, Mias Arbeit mit den Vierbeinern und ihr schönes wie besonderes Verhältnis kommt klar zum Vorschein.

Bewertung vom 04.06.2018
Wenn's einfach wär, würd's jeder machen
Hülsmann, Petra

Wenn's einfach wär, würd's jeder machen


ausgezeichnet

Annika Paulsen, Ende zwanzig, Lehrerin für Musik und Geografie und bisher vom Leben verwöhnt, bekommt einen Tag vor den Sommerferien den für sie horriblen Bescheid, dass sie an eine Hamburger Problemschule ausgeliehen wird und dies auch noch für 2-3 Jahre! Annikas heile Welt bricht zusammen, am Werther-Gymnasium war alles so einfach für sie und nun diese schreckliche Herausforderung. Bei ihren Nachbarn und Freunden beschwert sie sich über die mangelnde Motivation ihrer neuen Schüler. Der aufmerksame Sebastian hält ihr dann den Spiegel vor und beschreibt ihr, wie ihre Schüler sie sehen müssen. Denn Annika ist es völlig egal, wenn jemand nicht im Unterricht aufpasst, deren Problem, nicht ihres. So sucht sie dann auch nach einen Plan, der sie schnellst möglichst an das schöne, ruhige Werther Gymnasium zurück bringen wird. Und hat eine Erleuchtung: sie gründet eine Musical-AG und wird damit berühmt, heimst einen Preis ein und darf zurück! Dafür nimmt sie sogar in Kauf, dass sich ihr Plan als ziemlich arbeitsintensiv entpuppt. Doch ihre neuen Kollegen unterstützen sie begeistert und sie fragt sogar ihre erste große Liebe: Tristan, inzwischen erfolgreicher Regisseur, um Rat, damit wird es turbulent und zwar für alle Beteiligten.

Petra Hülsmann legt mit ihrem neuesten Werk wieder einmal einen wunderbaren Wohlfühl-Roman vor. Der Ton des Buches ist herrlich entspannend und aufmunternd, die Message kommt ganz nebenbei auch noch rüber. Die Sprache der Autorin ist modern, mitreißend und die Dialoge sind einfach genial und machen das Buch aus. Die Figuren sind brillant angelegt, auch die Nebenrollen sind 1A besetzt und hervorragend durchdacht, bis ins kleinste Detail. Petra Hülsmann kann mich vom ersten Moment des Lesens faszinieren und mich die gesamte Dauer der Lektüre mitnehmen und festhalten. Ein Buch zum Fallen lassen und Genießen.

Von Herzen gerne vergebe ich dem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es unbedingt weiter. Ein wunderschöner Roman in toller Atmosphäre mit Charakteren, die man einfach lieb haben muss. Die Lektüre bringt Unterhaltung und gute Laune ist vorprogrammiert!

Bewertung vom 28.05.2018
Kleinhirn an alle
Waalkes, Otto

Kleinhirn an alle


ausgezeichnet

In seinem Buch „Kleinhirn an alle“ berichtet Otto Waalkes von den bisherigen Stationen seines Lebens und von seinen Zukunftsvorstellungen, aus seinem privaten Leben und dem Öffentlichen wie Shows und Filmen.

Ganz ehrlich gesagt, hatte ich großen Respekt davor, dieses Buch zu rezensieren, bin ich doch mit Ottos Humor groß geworden, er hat meinen Sinn für Humor geprägt, wie kein anderer und bin ein großer Fan seiner Kunst. Aber der Komiker und Autor hat es mir wirklich einfach gemacht. Otto Waalkes verkündete erst kürzlich auf Twitter, dass wo Otto drauf stünde auch Otto drinstecke – und was soll ich sagen, auf seine Autobiografie oder besser gesagt Ottobiografie trifft das zu 100 Prozent zu. Der Ton des Buches ist Originalton Otto Waalkes, so als ob ich als Leserin einem Interview lauschen würde. Seine Sprache ist mitreißend und unterhaltsam. Otto versteht sich auf die leisen Töne genauso wie darauf, mich laut lachen zu lassen. Otto Waalkes gewährt Einblicke tief in sein Leben, ungeschönt gibt er Niederlagen preis und lässt uns ebenso an wunderschöne Momente teilhaben. Ebenso erzählt er wie und wann alles angefangen hat, wann er das erste Mal Menschen unterhalten und zum Lachen gebracht hat. Packend und lebendig und vor allem offen und ehrlich ist sie die Autobiografie von Otto Waalkes.

Selbstverständlich bewerte ich das Buch mit fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Für Fans des Komikers ist die Autobiografie ohnehin ein Muss-Read, für die, die noch keine Fans sind, ist sie eine tolle Möglichkeit, Otto Waalkes näher kennen zu lernen. (PS: Lieber Otto, auch ich finde, dass Du für die Comedy-Szene das bedeutest, was Elvis Presley für den Rock'n Roll verkörpert, genau wie Michael „Bully“ Herbig es gesagt hat. Treffender kann es nicht gesagt werden und Du verdienst, dass noch ganz oft zu hören und zu lesen!)

Bewertung vom 26.05.2018
Ohne ein einziges Wort
Walsh, Rosie

Ohne ein einziges Wort


ausgezeichnet

Jedes Jahr zum selben Zeitpunkt besucht Sarah Harrington ihre Eltern in Großbritannien. Eine schwere Zeit für sie, voller Emotionen. Doch dieses Mal scheint alles anders zu sein. Sarah lernt ihn kennen, den Mann, von dem sie irgendwie sofort weiß, dass er ihr Mr. Right ist. Sie verbringt eine ganze Woche mit Eddie David, eine intensive Zeit, voller reicher Gespräche, tiefer Gefühle und Sex. Am siebten Tag verabschiedet sich Sarah, denn Eddie möchte zusammen mit einem Freund einen schon lange zuvor geplanten Urlaub nach Spanien antreten. Er verspricht ihr, sich vom Flughafen zu melden. Aber der Anruf bleibt aus. Sämtliche von Sarah unternommenen Kontaktversuche scheitern, Eddie bleibt spurlos verschwunden. Wie soll sie sich verhalten, ihr ist klar, es muss etwas Schreckliches passiert sein, es gibt keine andere Erklärung, zu perfekt hat alles gepasst und sie weiß, auch Eddie fühlte während der gemeinsamen Zeit wie sie selbst. Ihre Freunde raten ihr jedoch, Eddie zu vergessen. Sarah befindet sich in einer emotionalen Achterbahnfahrt, jede Möglichkeit ergreift sie wie einen rettenden Strohhalm. Wird sie alles aufklären können? Was ist mit Eddie geschehen?

Mit „Ohne ein einziges Wort“ ist Rosie Walsh ein unglaublich faszinierendes Debüt geglückt. Voller tiefer Gefühle beschreibt sie die Dramatik, in der sich die Hauptfigur Sarah befindet. Ihr Seelenzustand ist fassbar für mich als Leserin und nachvollziehbar, sie scheint vor Schmerz verrückt zu werden. Nach und nach lernen wir Sarah, ihr Leben und ihre Freunde samt Familien Stück für Stück kennen, peau á peau setzt sich alles zu einem Großen und Ganzen zusammen, wie ein Puzzlespiel. Die Figuren sprühen vor Authentizität, die Dialoge sind wundervoll mitreißend. Die verwendete Sprache ist wunderschön, stellenweise fast poetisch anmutend. Viele Lieblingssätze stecken in der Geschichte, sowie wunderschöne Szenen. Aber auch Wut, Humor, Fürsorge kommen nicht zu kurz. Dieser Roman bietet so viel mehr als nur die reine Story.

Von Herzen gerne vergebe ich dem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Ein Buch zum Eintauchen und verschlingen, ich konnte nicht aufhören zu lesen, wollte unbedingt schnell wissen, wie die Autorin Rosie Walsh das Geheimnis löst. Eindrucksvoll und unvergesslich, sehr gerne möchte ich mehr von dieser Autorin lesen.

8 von 17 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.05.2018
Sommerhaus zum Glück
Sanders, Anne

Sommerhaus zum Glück


ausgezeichnet

Das malerisch gelegene Küstenstädtchen St. Yves in Cornwall, im Norden der Penzance-Halbinsel gelegen, ist eines der beliebtesten Urlaubsziele Großbritanniens und wird auch gern als ein farbenfroher Garten bezeichnet. Hier hin flüchtet Elodie Hoffmann, aus dem Machtzentrum Frankfurts kommend sucht sie eine neue Herausforderung. Natürlich ist der Grund, warum sie sich hier ein neues Leben aufbauen möchte, ein Mann – Per Gunnarson. Doch das ist eine längere Geschichte. In St. Ives angekommen findet Elodie schnell Anschluss: da ist zum einen die ältere Brandy, die alles über St. Yves weiß und jeden kennt und zum anderen Helen, die mit ihrem Mann zusammen das Café im Städtchen führt. Schnell ist Elodie mitten drin, plant die Renovierung des kleinen Bed&Breakfast das sie (leider) ungesehen gekauft hat, sie erfährt Unterstützung von allen Seiten. Nur der – auf sie arrogant wirkende – Besitzer eines Pop-up-Stores, Tom de la Chaux, behandelt sie total abweisend. Elodie weiß nicht, warum er sich ihr gegenüber so uncharmant verhält; gerne würde sie den Coffeeshop meiden, doch der Kaffee dort ist einfach himmlisch gut …

Anne Sanders entführt uns Leser ins paradiesische St. Yves in Cornwall, die Landschaft beschreibt sie so phantastisch, dass ich am liebsten sofort einen Urlaub dorthin buchen möchte. Ich kann mich während des Lesens einfach treiben lassen und weg träumen. Die Geschichte wird von der Autorin wundervoll erzählt, in einer schönen und ansprechenden Sprache, in ihren Schreibstil verliebe ich mich bereits auf den ersten Seiten. Die Charaktere sind brillant dargestellt, sie sind authentisch, haben Herz und manche so ihre Macken. Gefühle werden ganz groß geschrieben und kommen gut verständlich bei mir an.

Sehr gerne vergebe ich dem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es selbstverständlich weiter. Ein herrlicher Roman, der sie unglaublich gut und leicht lesen lässt, bevorzugt entspannt an einem schattigen Plätzchen mit einem Glas Eistee – wunderbares Sommerfeeling garantiert.

Bewertung vom 15.05.2018
Sternschnuppengeflüster
Cramer, Sofie

Sternschnuppengeflüster


ausgezeichnet

Die drei Mädchen Leni, Amelie und Paula haben eine Sache gemeinsam: sie sitzen fest in der Klemme. Leni ist in Nick verknallt und weiß nicht, wie sie ihm das klar machen könnte. Gerade haben die Schulferien begonnen, doch im nächsten Schuljahr wird Nick auch noch in ihre Klasse gehen. Ein schneller Plan muss her! Amelie befürchtet, dass ihre Eltern sich scheiden lassen wollen. Zum ersten Mal wird sie mit ihrer Mutter in den Ferien allein an die Ostsee verreisen. Paula möchte nicht mehr in der Welt, als Schauspielerin werden. Die gestrenge Lehrerin, die die Theatergruppe an ihrer Schule leitet, erkennt ihr Talent und versucht sie zu unterstützen, doch Paulas Eltern bleiben hart in ihrer Entscheidung gegen eine solche Karriere ihrer Tochter. Alle drei Mädchen stoßen aufeinander, nachdem sie sich in einer Wunsch-Erfüllungs-App angemeldet haben. Die verspricht den Mädchen, dass ihre Wünsche wahr werden bis zu dem von ihnen gesetzten Zeitpunkt: dem Ende der Sommerferien. Eine aufregende Zeit für die Mädchen beginnt!

Sofie Cramer, bekannt mit ihrem Bestseller-Buch „SMS für Dich“, legt mit ihrem Jugendbuch-Debüt einen herrlichen Roman über Freundschaft, Familie, Ziele im Leben und Selbstbewusstsein vor. Eine wundervolle Coming-of-Age-Story, die sich durch den schönen Schreibstil der Autorin, ihrem flotten Tempo und nicht zuletzt ihrer jungen, mitreißenden Sprache wunderbar leicht lesen lässt. Von den ersten Zeilen an kann mich Sofie Cramer mitnehmen und ich reise wundersam und gespannt durch diese Geschichte und kann gar nicht erwarten den Ausgang zu erfahren. Die Charaktere sind unglaublich liebenswert und bis in die kleinsten Nebenfiguren gut durchdacht. So habe ich Amelies Nachbarin Nanni ganz besonders in mein Herz geschlossen – eine tolle Frau!

Meine Bewertung: fünf von fünf möglichen Sternen und eine absolute Leseempfehlung meinerseits. Den Leser erwartet hier eine unglaublich einfallsreiche und ansprechende Geschichte, die für Jugendliche ab 11 Jahren gedacht ist, aber mich ebenso begeistern konnte.

Bewertung vom 14.05.2018
Agnetas Erbe / Die Frauen vom Löwenhof Bd.1
Bomann, Corina

Agnetas Erbe / Die Frauen vom Löwenhof Bd.1


ausgezeichnet

Die Frauen vom Landgut Löwenhof im Süden Schwedens, die Mutter Stella und die Tochter Agneta von Lejongård, schenken sich wirklich nichts. Selbst die kleinsten Argumente enden in einem großen Disput. Zu stark sind die beiden Charaktere, zu fest stehen ihre Lebensansichten. Stella ist durch und durch eine Adlige, weiß, welcher Platz von ihr im Leben erwartet wird und genauso möchte sie auch ihre Tochter sehen. Doch Agneta möchte frei sein, ihr Leben selbst gestalten. Sie hat durchgesetzt, dass sie an der Kunsthochschule zu Stockholm studieren kann. Die Eltern heißen das nicht gut. Trotzdem bekommt sie eine kleine monatlich Unterstützung. Im Jahre 1913 ist das eher außergewöhnlich, hat sich Agneta sogar für mündig erklären lassen, so dass ihre Eltern ihr keinen Ehemann bestimmen konnten. Nun erhält sie ein Telegramm von ihrer Mutter, dass sie schnellstmöglich nach Hause kommen soll. Agneta weiß, dass ihre Mutter eine solche Nachricht nur im äußersten Notfall absetzt. Also kehrt sie zum Löwenhof zurück. Was wird nun in ihrem Leben geschehen? Wird sich noch einmal alles für sie ändern? Und wie werden die beiden Frauen sich begegnen?

Die Autorin Corina Bomann zeigt, dass sie erstklassig recherchiert hat, denn der historische Hintergrund ist brillant aufgezeichnet, das Leben in der Stadt und auch auf dem Land Schwedens im Jahre 1913, bei den einfachen Menschen und beim Adel hervorragend und voller Lebendigkeit herausgearbeitet. Die Geschichte selbst ist voller Spannung und Abenteuer, in gutem Tempo erzählt, ganz klar, halte ich mit den Frauen vom Löwenhof einen Pageturner in den Händen, der Autorin gelingt es, immer wieder Geheimnisse, Intrigen und Unvorhergesehenes einzubauen. Die Charaktere, natürlich insbesondere die Frauen des Löwenhofes, stecken voller Blut und Authentizität. Das schwierige Verhältnis der beiden Lejongårds, die doch nur die Liebe und Anerkennung der jeweils anderen wollen, ist besonders stark deutlich und glaubhaft – ganz große Emotionen. Der Schreibstil Corina Bomanns überzeugt mich total, wie jedes ihrer von mir bisher gelesenen Bücher. Die verwendete Sprache ist wunderschön und der Zeit angepasst.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es natürlich weiter. Leser, die die großen Familien-Sagas lieben und gerne in die Historie reisen, werden diesen ersten Band der Reihe um den Löwenhof lieben und das Buch verschlingen, so wie ich es tat. Agnetas Erbe ist ein wirklich gelungener Auftakt der Reihe um den Löwenhof und seiner Frauen. Eindeutig bekommt das Buch mein Prädikat: Herzensbuch! Mit "Mathildas Geheimnis" erscheint im September 2018 Band 2 der Serie.