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Gudrun Ensslin eine Indianersquaw aus braunem Plastik und Andreas Baader ein Ritter in schwarzglänzender Rüstung? Die Welt des kindlichen Erzählers dieses mitreißenden Romans, der den Kosmos der alten BRD wiederauferstehen lässt, ist nicht minder real als die politischen Ereignisse, die jene Jahre in Atem halten und auf die sich der 13-Jährige seinen ganz eigenen Reim macht. Frank Witzel ist es in dieser groß angelegten fantastischen literarischen Rekonstruktion des westlichen Teils Deutschlands gelungen, ein Spiegelkabinett der Geschichte im Kopf eines Heranwachsenden zu errichten.…mehr

Produktbeschreibung
Gudrun Ensslin eine Indianersquaw aus braunem Plastik und Andreas Baader ein Ritter in schwarzglänzender Rüstung? Die Welt des kindlichen Erzählers dieses mitreißenden Romans, der den Kosmos der alten BRD wiederauferstehen lässt, ist nicht minder real als die politischen Ereignisse, die jene Jahre in Atem halten und auf die sich der 13-Jährige seinen ganz eigenen Reim macht. Frank Witzel ist es in dieser groß angelegten fantastischen literarischen Rekonstruktion des westlichen Teils Deutschlands gelungen, ein Spiegelkabinett der Geschichte im Kopf eines Heranwachsenden zu errichten. Erinnerungen an das Nachkriegsdeutschland, Ahnungen vom Deutschen Herbst und Betrachtungen der aktuellen Gegenwart entrücken ihn dabei immer weiter seiner Umwelt. Das dichte Erzählgewebe ist eine explosive Mischung aus Geschichten und Geschichte, Welterklärung, Reflexion und Fantasie: ein detailbesessenes Kaleidoskop aus Stimmungen einer Welt, die ebenso wie die DDR 1989 Geschichte wurde.
  • Produktdetails
  • btb Bd.71423
  • Verlag: Btb
  • Seitenzahl: 817
  • Erscheinungstermin: 12. September 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 136mm x 40mm
  • Gewicht: 610g
  • ISBN-13: 9783442714230
  • ISBN-10: 3442714230
  • Artikelnr.: 44947189
Autorenporträt
Witzel, Frank
Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach. Er ist Schriftsteller, Zeichner und Musiker. Zuletzt veröffentlichte er die Romane »Bluemoon Baby« (2001), »Revolution und Heimarbeit« (2003), »Vondenloh« (2008). Für seinen Roman »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969« erhielt er den Deutschen Buchpreis 2015.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 18.10.2016

Ein Teenager erfindet
die RAF
Mit seinem Monumentalroman über die alte Bundesrepublik und die besonderen Schwierigkeiten des Aufwachsens in ihr gewann Frank Witzel 2015 den Deutschen Buchpreis. Für den Bayerischen Rundfunk hat er gemeinsam mit Leonhard Koppelmann dem beglückend maßlosen Text ein kurzes Hörspiel abgewonnen, die Geschichte eines Dreizehnjährigen und seiner Versuche, der beengenden Herkunftswelt zu entkommen. Die manisch-depressive Störung wird hier zum Klangraum, die Zeitgeschichte zum Soundtrack, zusammengestellt und komponiert von Frank Witzel selbst. Sehr fern scheint uns diese Welt des Sommers 1969, und dann rückt sie doch wieder ganz nah, vor allem dank der Stimme von Jonas Nay.
JBY
Frank Witzel, Leonhard Koppelmann: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969. Mit Jonas Nay, Valery Tscheplanova u.a. Intermedium records, München 2016. 2 CDs, 158 Min., 20 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Frank Witzels Roman "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manischdepressiven Teenager im Sommer 1969" ist mit seinen gut achthundert Seiten einen wahrer "Superheimatschinken", der sich schwerlich in einem Rutsch bewältigen lässt, warnt Rezensent Jens Jessen. Mit dem Teenager ist weder Andreas Baader noch Ulrike Meinhof gemeint, sondern ein "dreizehnjähriger Zaungast des Terrors", der sich ein Aufräumen mit der verhassten spießbürgerlichen Welt um ihn herum nur mit mächtig Rabautz vorstellen kann, fasst der Rezensent zusammen. Der "formalen Wagemut", für den die Jury Witzel mit dem Deutschen Buchpreis 2015 bedacht hat, besteht nicht in neuen Formen - Collage und Fragment begleiten die Literatur nun schon eine Weile, weiß Jessen -, sondern in der Abkehr vom realistischen Erzählen, in der Rebellion gegen die "kleinbürgerliche Enge und erstickende Literaturfeigheit", lobt der Rezensent.

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"In einem Interview sagte der Autor, er habe während der 15-jährigen Arbeit an diesem Roman 'immer wieder (versucht), diesen Text auseinanderzudröseln in zwei oder vielleicht sogar drei Romane, war aber immer unzufrieden, weil mir etwas gefehlt hat' (Deutschlandfunk v. 1.6.2015). Dabei entsteht der grundlegende Leseeindruck, der Roman bilde literarisch eher eine authentische Erinnerung ab, als dass er ein Versuch wäre, einen roten Faden in den Erinnerungen zu finden oder den in sie einzuziehen. Und die so gegebene Zusammenhanglosigkeit im Äußeren ist die große Herausforderung an den Leser - ihm wird eine ganze Menge gedanklicher Arbeit abverlangt - aber das macht den Roman eben auch so reich" - Wolfgang Gabler, Risse, Frühjahr 2016 Wolfgang Gabler Risse 20160101