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  • Format: ePub


Mit "Asterix und der Greif" legt das Duo Jean-Yves Ferri und Didier Conrad sein fünftes gemeinsames Asterix-Album vor! Diesmal verschlägt es die Gallier ins Barbaricum, weit im wilden Osten. Nach einem verheißungsvollen Traum macht sich Miraculix mit Asterix, Obelix und Idefix auf die Reise ins Land der Sarmaten. Dort wohnt der Schamane Terrine mitsamt seinem Stamm und hat die Hilfe seines alten Freundes bitter nötig! Denn die Römer sind auf dem Vormarsch, um für Cäsar den sagenumwobenen Greif zu fangen, der in dieser Region hausen soll. Zu allem Übel ist in der eisigen Kälte der Taiga auch…mehr

  • Geräte: eReader
  • mit Kopierschutz
  • eBook Hilfe
  • Größe: 78.27MB
Produktbeschreibung
Mit "Asterix und der Greif" legt das Duo Jean-Yves Ferri und Didier Conrad sein fünftes gemeinsames Asterix-Album vor! Diesmal verschlägt es die Gallier ins Barbaricum, weit im wilden Osten. Nach einem verheißungsvollen Traum macht sich Miraculix mit Asterix, Obelix und Idefix auf die Reise ins Land der Sarmaten. Dort wohnt der Schamane Terrine mitsamt seinem Stamm und hat die Hilfe seines alten Freundes bitter nötig! Denn die Römer sind auf dem Vormarsch, um für Cäsar den sagenumwobenen Greif zu fangen, der in dieser Region hausen soll. Zu allem Übel ist in der eisigen Kälte der Taiga auch noch Miraculix' Zaubertrank gefroren und dadurch unbrauchbar geworden... Dieser Titel wird im sog. Fixed-Layout-Format angeboten und ist daher nur auf Geräten und Leseprogrammen nutzbar, die die Darstellung von Fixed-Layout-eBooks im epub- oder mobi/KF8-Format unterstützen. Wir empfehlen in jedem Fall die Darstellung auf Tablets und anderen Geräten mit Farbbildschirm.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Egmont Comic Collection
  • Seitenzahl: 48
  • Erscheinungstermin: 21. Oktober 2021
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783841391292
  • Artikelnr.: 61370742
Autorenporträt
Jean-Yves Ferri lebt seit seinem vierten Lebensjahr in Südwestfrankreich, im Départment Ariège. Er lernte mit Comics das Lesen und zeichnete bereits im zarten Alter von 11 Jahren seinen ersten Comic-Strip. Erste Erfolge konnte er Mitte der 90er Jahre als Kinderbuchillustrator verbuchen. 1995 begann seine Zusammenarbeit mit dem in Frankreich sehr bekannten Zeichner Manu Larcenet, als dessen Co-Autor und Szenarist er bis heute wirkt. Albert Uderzos Entscheidung, Ferri als Szenaristen künftiger Asterix-Abenteuer aufzubauen, lag nicht zuletzt an dessen in Frankreich sehr populären Solo-Werk "De Gaulle à la plage", das einen humoristischen Blick auf (fiktive) Abenteuer des großen Generals wirft. Didier Conrad wurde 1959 in der Mittelmetropole Marseille geboren. Seine ersten Cartoons veröffentlichte er 1973 im Magazin "Spirou". Seitdem hat sich Conrad zahlreicher Comic-Serien angenommen und gilt als einer der erfahrensten Comic-Zeichner aus französischen Landen, der unter anderem für Disney und Dreamworks arbeitete. Unter Pseudonym zeichnete er die Abenteuer des jungen Lucky Luke ("Lucky Kid") und ab 2011 den "Marsupilami"-Ableger "Marsu Kids". Conrad lebt mit seiner Familie in Austin, Texas.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Martin Zips widmet dem neuen Asterix-Band eine lange Rezension, in der er den verstorbenen Asterix-Erfindern zunächst seinen Respekt zollt, aber auch seine große Bewunderung für die Leistung ihrer Nachfolger kundtut. Zudem versucht er, den kleinen Rest von Skeptikern zu belehren, die immer noch denken, die Asterix-Bände seien bloß Comic-Heftchen für schnelle Unterhaltung. Mehr denn je gelte für "Asterix und der Greif": Genaue Lektüre lohnt sich, denn nur wer genau hinschaut, so Zips, erkennt die zahlreichen herrlichen Anspielungen - auf frühere Asterix-Bände beispielsweise oder Filmklassiker, vor allem aber auf aktuelle Geschehnisse: Von Corona, über alternative Heilmittel und Verschwörungsmythen bis hin zur digitalen Bubble-Bildung. Derart zahlreich sind die Themen, mit denen die Autoren spielen, dass dem Rezensenten die Geschichte fast ein wenig überladen erscheint, aber nur fast. Und ohnehin verzeiht man den beiden ihre (Über-)ambitionen nur zu gerne, meint Zips - schon allein wegen der wie immer sehr gelungenen Hand-Zeichnungen, und erst recht, wenn das Duo Phänomene wie die Ausbreitung von Fake-News in Krisen-Zeiten mal wieder ganz genau auf den Punkt bringen, so der begeisterte Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 21.10.2021

Ausweitung der Zitatzone

Heute erscheint der neue "Asterix"-Band. Mit von der Partie ist eine antike Figur, die ein modernes Vorbild hat: Michel Houellebecq.

Seit gestern läuft die Buchmesse, und heute erscheint wie als Überlebensversicherung für die ganze Branche der neue "Asterix". Schon vorab steht "Asterix und der Greif", der 39. Band der Serie, als weltweit erfolgreichste Publikation des Jahres fest: Die internationale Startauflage beträgt fünf Millionen Exemplare, mehr als drei allein in Frankreich und Deutschland. Allerdings wird der Löwenanteil hierzulande über Kioske abgesetzt werden, denn da kostet das broschierte Album nur knapp sieben Euro; im Buchhandel werden für die gebundene Ausgabe schon zwölf fällig, und die überformatige limitierte Luxusausgabe (mit Werkstattbericht und Bleistiftvorzeichnungen zu allen Seiten) schlägt gar mit 59 Euro zu Buche, während in Frankreich dafür nur vierzig fällig werden. Dafür gibt es dort noch ein Artbook auf Kunstdruckpapier für 220 Euro. Das Einzige, was man als Verlag (Hachette in Frankreich, Egmont in Deutschland) da noch fürchten muss, ist, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt. Ansonsten wird der Geldzufluss kaum zu stoppen sein.

Das Geschäftsmodell "Asterix" ist also auch nach 62 Jahren noch kein Auslaufmodell. Im Gegenteil: Mit dem Verkauf der Figurenrechte an den französischen Buchkonzern Hachette ist 2008 nicht nur das befürchtete Ende der Serie durch den Tod des damals bereits einundachtzigjährigen Zeichners Albert Uderzo - er starb erst 2020 - vermieden, sondern eben auch das Engagement des Autorenduos Jean-Yves Ferri (Szenario) und Didier Conrad (Zeichnungen) ermöglicht worden, die seit 2013 einen festen zweijährigen Erscheinungsrhythmus etabliert haben. Das ist nicht so dicht wie zu den Glanzzeiten von René Goscinny, der in achtzehn Jahren 24 Alben schrieb, aber allemal besser als unter dem seit 1977 auch textverantwortlichen Uderzo, der für acht Alben 28 Jahre brauchte. Conrad zeichnet zudem, als wäre er Uderzo Redivivus. Und das ist nicht der Name eines römischen Legionärs.

Die heißen im neuen Album Brudercus, Pferdecus, Regengus, Abschiedsgrus, Sagleiseservus oder gar Ausdimaus. Es war schon einmal weniger zwanghaft originell. Aber Ferri ist leider nicht Goscinny Redivivus, obwohl seine Römernamen im französischen Original weitaus weniger bemüht sind als die der deutschen Übersetzung. Ausdimaus heißt bei ihm etwa Jolicursus. Vier Personen bemühten sich um die deutsche Übersetzung - und dann kommt Ausdimaus heraus. Aber das Quartett hat ja nicht einmal bemerkt, dass es einer Figur, einem sarmatischen Käsemacher, bei dessen erstem Auftritt den Namen Margarine verpasst hat, um ihn nur acht Seiten später dann Ötküsine zu nennen.

Besser hat sich das Übersetzerteam bei einem römischen Geographen geschlagen, der im Original Terinconus heißt (terre inconnue ist auf Französisch das unbekannte Land). Diese Figur heißt in der deutschen Ausgabe Globulus. Interessanter als der Name ist aber sowieso ihr Aussehen: In Terinconus/Globulus hat Didier Conrad den Schriftsteller Michel Houellebecq karikierend porträtiert. Cameo-Auftritte französischer Kulturprominenz haben in "Asterix" Tradition; so kamen etwa Jean Gabin, Jean Marais, Lino Ventura, Bernard Blier oder auch Goscinny und Uderzo höchstselbst zu Ehren. Aber eine derart große Rolle, wie sie nun Houellebecq zugestanden wird, konnte zuvor nur ein reales Vorbild, zudem ein Ausländer, nämlich Sean Connery, für sich in Anspruch nehmen: als gallischer Agent Nullnullsix im Band "Die Odyssee".

Was aber prädestiniert Houellebecq für die Rolle eines Geographen? Vor allem natürlich der Titel seines goncourtpreisgekrönten Romans "Karte und Gebiet" (La carte et le territoire, 2010). Aber auch der seines Debütromans "Ausweitung der Kampfzone" von 1994, denn in "Asterix und der Greif" dringen die römischen Legionen in Regionen vor, die nie zuvor ein antiker zivilisierter Mensch gesehen hat, weshalb sie gesammelt als Barbaricum bezeichnet wurden. Natürlich werden Asterix und seine Freunde als Widerstandskämpfer gegen Rom von einem der angegriffenen barbarischen Völker zu Hilfe gerufen, konkret den Sarmaten - als Handlungsort ist damit am ehesten die Ukraine bestimmt, aber aktuelle politische Anspielungen verkneift sich Ferri. Es ist ja bemerkenswert genug, dass es noch kein Album "Asterix in Russland" gab.

Der Greif aus dem Titel ist übrigens ein MacGuffin. Cäsar will das sagenhafte Fabelwesen für seine römischen Zirkusspiele haben, doch der deshalb gen Osten ausgesandte Globulus verfolgt eigene Pläne. Statt des Greifs taucht am Schluss ohnehin etwas ganz anderes auf, das aber keinerlei Konsequenzen fürs Geschehen hat; einmal mehr erzählt Ferri seine Asterix-Geschichten nicht aus. Man fragt sich, warum es überhaupt noch jeweils zwei Jahre bis zum nächsten Album dauert, wenn zum Ende hin immer wieder alles derart überhastet wirkt. Mit einem weiteren Romantitel von Houellebecq könnte man die nunmehr bereits fünf Ferri/Conrad-Alben als Elementarteilchen bezeichnen: kleinstmögliche Materiebausteine mit geringster Anregung auf dem Feld "Asterix". ANDREAS PLATTHAUS

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 22.10.2021

Mit Zaubertrank geimpft
Fake News, Corona und der finstere Osten: „Asterix und der Greif“, das 39. Album der Reihe, stellt Gallier und Römer vor ungeahnte
Herausforderungen. Wann endlich entdecken auch die deutschen Pinakotheken den Wert dieser Comic-Kunst?
VON MARTIN ZIPS
Auf der Landkarte wirkt das Gebiet im Osten wie ein fremder Planet. Eine große kartografische Leere – ohne Berge, Flüsse, Dörfer. Unerschlossen, unbekannt. Im Westen nennen sie dieses Terrain „Barbaricum“. Wer die Gegend näher kennenlernen will, muss bereit sein, seine römische Blase zu verlassen. Er muss den Limes überqueren.
Mit der Karte des öden Barbaricum beginnt das neue, das 39. Asterix-Comic-Abenteuer. Es ist der letzte Band, dessen Entwürfe der im März 2020 gestorbene Asterix-Schöpfer Albert Uderzo noch gesehen hat. Und es ist der mittlerweile fünfte des Duos Didier Conrad und Jean-Yves Ferri. Ihren künstlerischen Vätern Albert Uderzo und René Goscinny folgend, haben der Szenarist und der Zeichner bereits in ihre Alben „Der Papyrus des Cäsar“ und „Die Tochter des Vercingetorix“ viel Aktuelles mit hineingepackt (etwa das Thema „Whistleblowing“ oder Anspielungen auf die Bewegung „Fridays for Future“). Und das tun sie auch in ihrem neuen, an diesem Donnerstag erschienenen Band „Asterix und der Greif“.
Darin machen sich Asterix, Obelix und Idefix mit ihrem Druiden Miraculix auf zu den Sarmaten. Das nomadische Reitervolk herrschte zwischen dem 7. Jahrhundert vor Christus und dem 6. Jahrhundert nach Christus vom südlichen Ural bis in die Steppengebiete des heutigen Russlands und der Ukraine. Miraculix möchte seinen Freund, den Schamanen Terrine, mit Zaubertrank versorgen. Man kennt sich von einem „Seminar für alternative Magie“. Gleichzeitig machen sich auch Cäsars Legionäre auf den Weg gen Osten. Der Imperator braucht eine neue Attraktion für seinen Circus – und nachdem seine Expeditionsleiter Globulus und Ausdimaus bereits am Beschaffen von in Helvetien vermuteten Zyklopen sowie germanischen Einhörnern gescheitert sind (Cäsar: „Das hat mir auf allen Foren kritische Kommentare eingebracht“), soll jetzt eben der mythische „Greif“ her. Dieses Fabelwesen aus Löwe und Adler wurde von antiken Geschichtsschreibern tatsächlich unter anderem im Gebiet der Sarmaten verortet.
Doch anders als für die reiselustigen Gallier stellt für die römischen Legionäre der Osten eine bedrohliche Terra incognita dar. Wo ist er nur, dieser Greif? Verfügt das Totemtier der Schamanen womöglich über übersinnliche Kräfte? Und was nur wartet hinter dem Horizont auf die Römer? Angst breitet sich aus in der Truppe. Dürfen die Soldaten ihrem Führungstrio aus einem zwielichtigen Intellektuellen (Globulus trägt die Züge des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq), einem ängstlichen Gladiator („Die Erde ist eine Scheibe“, behauptet Ausdimaus) und einem überforderten Zenturio vertrauen? In dieser Situation voller Unsicherheiten hat der Verschwörungserzähler Fakenius bei den Soldaten leichtes Spiel. Er mault: „Ich fand es schon immer verdächtig, dass die Sonne jeden Morgen im Osten aufgeht.“
Es ist die alte Geschichte von Glauben und Zweifeln, von Macht und Ohnmacht, um die es in diesem zeichnerisch wie inhaltlich sehr gelungenen Asterix-Band geht. Welche Antworten sind die richtigen auf die existenziellen Fragen der Menschheit? Wem sollte man vertrauen? In Zeiten digitaler Blasen ein wunderbarer Ansatz.
Da verzeiht man es den Autoren sogar, dass sie auch noch das Frauenbild im Sozialismus, die aktuelle Genderdebatte und das moderne Rollenverständnis („die Kinder hüten wir abwechselnd“) auf ihre 48 Seiten packen. All das hätte thematisch für mindestens zehn weitere Bände gereicht, aber der Pyrenäe Ferri und der in Texas lebende Marseiller Conrad haben es offenbar eilig mit dem, was sie erzählen wollen. Weil beide schon über sechzig sind, so alt wie ihre Figuren. Die Erstellung eines Asterix-Albums braucht schließlich zwei Jahre, da kann man in Versuchung kommen, (zu) viel in einen neuen Band hineinzupressen.
Das genaue Studieren dieses Comic-Eastern lohnt sich jedenfalls. Auch wegen der ungeheuer detaillierten, mit Schatten, Schnee und Himmelsfarben spielenden, weiterhin handgefertigten Illustrationen. (Wann endlich erscheint Asterix angemessen im Format DIN A3? Und wann entdecken auch die deutschen Pinakotheken den Wert dieser Comic-Kunst?) Und eben auch wegen der diversen Anspielungen und Seitenhiebe.
Auch das große Thema Corona schwingt im neuen Band mit. Nicht nur bei den Halstüchern, die im verschneiten Altai-Gebirge bei Galliern und Römern manchmal wie Mund-Nasen-Schutzmasken wirken. Ebenso bei dem Versuch, selbst unter komplizierten klimatischen Bedingungen ein neu komponiertes Zaubertrank-Vakzin zu entwickeln („Vierblättrige Kleeblätter werden bei niedrigen Temperaturen instabil“, warnt der Druide). Und, klar, auch „die Immunität“ spielt, nicht zuletzt dank der wunderbaren Übersetzung von Klaus Jöken, immer wieder eine Rolle, wenn auch meist von „politischer Immunität“ die Rede ist.
Übertrieben politisch korrekt geht es jedenfalls auch im neuen Band nicht zu. So wollen sich die Römer anfangs von ihrer Geisel, der blonden Super-Sarmatin Kalaschnikowa, den Weg zum Greif zeigen lassen. Kalaschnikowa ist optisch eine Mischung aus der französischen Sängerin Dalida und der amerikanischen Serien-Darstellerin Eva Longoria. Es heißt, sie sei mal mit einem Bastarnen durchgebrannt, wie im Osten die Barbaren des Westens heißen.
Szenarist Ferri jedenfalls kann sich bei einem Treffen in Berlin die Bemerkung nicht verkneifen, dass er am liebsten sämtliche Ost-Amazonen im neuen Album von seinem Freund Didier Conrad in Lederkostümen gezeichnet gesehen hätte. Historisch betrachtet hätte das durchaus gepasst, denn die sarmatischen Reiterinnen waren als Kriegerinnen auch in der Realität ähnlich ausgestattet und talentiert wie ihre Männer. „Leider“, sagt Ferri, „hat Didier sie viel zu brav gemalt.“ Doch der (dieser Tage in Texas mit Grippesymptomen darniederliegende) Conrad fügt per Mail sofort hinzu: „Wir mussten schon vorsichtig sein, eine unterhaltsame Geschichte zu schaffen, die aber auch niemanden zu sehr provoziert.“ Dass ausgerechnet jener römische Legionär, der Kalaschnikowa am wenigsten widerstehen kann, die Gesichtszüge des französischen Asterix-Verlegers Céleste Surugue trägt, ärgert diesen aber nicht – Surugue bestätigt es vielmehr mit Stolz: „Ist das nicht großartig? Ich fühle mich so geehrt.“
Wer jedenfalls immer noch meint, bei Asterix handele sich um eines dieser Comic-Heftchen, die man in wenigen Minuten ausgelesen hat, der hat seinen geistigen Limes noch nicht überschritten. Immer wieder finden sich wunderbare Reminiszenzen an Asterix-Klassiker wie „Die große Überfahrt“, „Die Trabantenstadt“, „Streit um Asterix“ sowie Hergés „Tim in Tibet“, aber auch an die monumentalen Westernfilme eines John Ford oder eines Howard Hawks. Und ja, es macht schon Freude festzustellen, dass die Schamanen-Gattin Matrjoschkowa („Krieg ist nun mal Frauensache!“) optisch doch sehr an die selbstbewusste gallische Häuptlingsgattin Gutemine erinnert. So anders, wie Fakenius behauptet, kann dieses Barbaricum also gar nicht sein.
Letztlich ist das Leben eben so: Die einen mögen Wildschwein, die anderen Borschtsch oder vergorene Stutenmilch. Nichts ist besser, nichts ist schlechter. Und solange man sich nicht durch Aufstachler wie Fakenius aus Angst vor dem Unbekannten sein Hirn vernebeln lässt (ja, auch der Nebel spielt in diesem Band eine zentrale Rolle), ist ohnehin alles okay. Hauptsache, man bleibt nicht in seiner Blase stecken. Gegen den Versuch französischer Rechtsextremisten wie Éric Zemmour übrigens, Asterix als französischen Nationalhelden im Kampf gegen Überfremdung politisch zu vereinnahmen, haben sich die Töchter von Uderzo und Goscinny schon sehr laut ausgesprochen. Ihre Väter, das betonen Anne Goscinny und Sylvie Uderzo gleichermaßen, seien Abkömmlinge aschkenasischer Juden aus Polen und der Ukraine sowie christlich-italienischer Einwanderer. Mit Frankreichs Reinheit habe Asterix daher kaum etwas zu tun.
Am Ende des Bandes wird geweint. Während im gallischen Dorf die Rückkehrer wie immer mit einem Festmahl gefeiert werden, macht sich am unteren Bildrand eine weinende Eule mit ihrem violett-karierten Bündel auf den Weg. Die Eule, das war das Lieblingstier von „le Patron“ Albert Uderzo.
Schon in „Asterix bei den Belgiern“, dem Album, das Uderzo nach dem frühen Tod seines Freundes René Goscinny abzuschließen nur unter Androhung von Strafzahlungen an den Verlag bereit war, erscheint so ein weinendes kleines Tier. Damals im Jahr 1977 war es – in Anspielung auf den Kosenamen von Goscinnys Frau – ein Hase, welcher stellvertretend für alle Leserinnen und Leser trauerte. Doch im Unterschied zum heulenden Hasen, der nach links abtritt, geht die auf den Tod Uderzos anspielende weinende Eule nun: nach rechts. Also in eine Richtung, in die man als Leser jetzt gerne weiterblättern würde. Wäre die Geschichte von den so unbeugsamen wie warmherzigen Galliern an dieser Stelle nicht schon aus.
Der Verschwörungstheoretiker
Fakenius hat bei den
Legionären leichtes Spiel
Tragen jetzt auch
die Gallier einen
Mund-Nasen-Schutz?
Französische Rechtsextremisten
würden Asterix gern politisch
vereinnahmen. Ein Irrtum
Anders als für die reiselustigen Gallier stellt für die römischen Legionäre der Osten eine bedrohliche Terra incognita dar, kein Wunder, dass die Truppe Angst bekommt: Ausschnitt aus „Asterix und der Greif".
Foto und Cover: Asterix®-Obelix®-Idefix® / © 2021 Les Éditions Albert René / Goscinny – Uderz0 / Egmont ehapa media
Jean-Yves Ferri (Text), Didier Conrad (Zeichnungen): Asterix und der Greif. Aus dem Französischen von Klaus Jöken. Egmont Ehapa, Berlin 2021.
48 Seiten, 12 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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