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Benutzername: Fernweh_nach_Zamonien
Wohnort: Buchhaim
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Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 242 Bewertungen
Bewertung vom 31.05.2020
Der Knochengarten / Tony Hill & Carol Jordan Bd.11
McDermid, Val

Der Knochengarten / Tony Hill & Carol Jordan Bd.11


gut

Durchschnittlicher Story mit Fokus auf den Charakteren, wenig Spannung und ein zu sehr in den Hintergrund gerückter Fall.

Inhalt:

Während Carol Jordan sich aus dem Regional Major Incident Team Yorkshire wegen ihrer PTBS und Alkoholsucht zurückzieht und Profiler Tony Hill im Gefängnis seine Haftstrafe absitzt, werden bei Bauarbeiten über vierzig Skelette auf einem Klostergelände gefunden.

Das Kloster "Selige Perle" und das anliegende Weisenhaus für Mädchen sind seit fünf Jahren stillgelegt.

Wer sind die Toten? Ehemalige Bewohnerinnen des Weisenhauses? Wie sind sie gestorben?

Die Ermittlungen gestalten sich für die verbliebenen Mitglieder des ReMIT schwierig, da das Duo als Kopf der Einheit fehlt und sich die verantwortlichen Nonnen und Priester in Schweigen hüllen.

Dann tauchen auf einem anderen Teil des Grundstücks weitere Leichen auf, die sich von den bisherigen stark unterscheiden ...

Der 11. Fall von Carol Jordan und Dr. Tony Hill.


Mein Eindruck:

Der Schreibstil der Autorin gefällt, liest sich leicht und flüssig.

Der Aufbau des Thrillers ist ebenfalls gut verständlich u.a. dank kurzer Kapitel. Zu Beginn jedes Kapitels findet sich ein Auszug aus der wissenschaftlichen Publikation "Verbrechen lesen" von Dr. Tony Hill, der die Handlung entsprechend erklärt oder unterstreicht.

Obwohl es der elfte Band einer Serie ist, ich noch kein Buch von Val McDermid gelesen habe und im ersten Fünftel sehr viele Charaktere auftauchen, hatte ich fast keine Problem, in die Handlung einzusteigen.

Dank Carols Therapie und Tonys Vorstellungsrunde im Gefängnis, lernt man die Charaktere schnell und gut kennen. Oft wird in einem Nebensatz auch kurz auf bisherige Ereignisse verwiesen. Um die Zusammenhänge der einzelnen Beziehungen zwischen den Personen nachzuvollziehen, ist es wahrscheinlich besser, die vorherige Geschichte zu kennen.

Das Team rund um Carol und Tony ist umfangreich, vielfältig und interessant gestaltet.

Oft steht aber mehr der jeweilige Charakter der Ermittler des ReMIT im Vordergrund, sehr zum Leidwesen des eigentlichen Falles.

Die Ermittlungsarbeit geht nur langsam voran, es kommen Nebenhandlungen aus alten Fällen hinzu, die aktuelle Story zieht sich stellenweise und plätschert vor sich hin. Auf ein fesselndes und überraschendes Finale habe ich daher gar nicht gehofft.

Die Auflösung wird schon sehr früh eingeleitet, nur der Beweis muss noch erbracht werden. Irgendwie fehlt das Überraschungsmoment und der Schluss stellt nicht ganz zufrieden, zu simpel gelöst.

Für die Charaktere bleibt in der Entwicklung das typische "Fortsetzung folgt ...", damit für Folgebände der Reihe noch Spielraum vorhanden ist.

Alles in allem ist es ein durchschnittlicher Thriller für zwischendurch, unterhaltsam aber nicht übermäßig Nervenkitzel und Hochspannung.

Ob ich weitere Bücher dieser Reihe lesen werde? Wahrscheinlich nicht.


Fazit:

Zwar der 11. Band der Reihe, aber auch für Neueinsteiger geeignet.

Vielschichtige und umfangreich angelegte Charaktere, der eigentliche Fall rückt dadurch leider zu sehr in den Hintergrund.
Ein unterhaltsamer Thriller für zwischendurch, guter Durchschnitt, aber kein Buch, das man zwingend gelesen haben muss.



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Rezensiertes Buch "Der Knochengarten" aus dem Jahr 2020

Bewertung vom 28.05.2020
Der kleine Drache Kokosnuss - Geschenktüte
Siegner, Ingo

Der kleine Drache Kokosnuss - Geschenktüte


ausgezeichnet

Ein süßes Set mit einer spannenden, humorvollen und farbenfroh illustrierten Kokosnuss-Geschichte und einem niedlichen Plüsch-Drachen.

Inhalt des Mini-Büchleins:

Ein aufregendes Schuljahr geht zu Ende und das große Schulfest auf dem Feuerfelsen steht kurz bevor.
Die Drachenkinder sind schon ganz aufgeregt, denn die jüngsten dürfen zum ersten Mal dorthin fliegen.

Nur dem kleinen Drache Kokosnuss bereitet der große Tag Bauchschmerzen. Seine Flugkünste sind noch nicht gut genug, um den weiten Weg zum Feuerfelsen zu schaffen - noch dazu mit einem schweren Korb voller Brennholz bepackt.

Seine Freunde Matilda und Oskar haben schon eine Idee und auch ein tollkühner Gänserich bietet seine Hilfe an ...


Hinweis für alle, die schon andere Kokosnuss-Bücher gelesen haben:

Das Abenteuer ist bereits unter dem Titel "Der kleine Drache Kokosnuss - Schulfest auf dem Feuerfelsen" im Jahr 2015 erschienen.


Illustrationen:

Auf jeder Doppelseite findet sich mindestens eine farbenfrohe Illustration (teils halb- sowie ganzseitig), um die Handlung aufzugreifen ohne sie jedoch vorwegzunehmen.

Kokosnuss und seine Drachenfreunde sowie der Fressdrache Oskar sind ebenso zeichnerisch gut getroffen wie der Gänserich Dieter die Düse.


Altersempfehlung:

ab 5 Jahre
Das Buch ist in acht Kapitel unterteilt, so dass sehr gut eine (Vor-)Lesepause eingelegt werden kann.
Da es eine Mini-Buchausgabe ist,ist die Schrift entsprechend klein.


Mein Eindruck:

Wir haben bereits einige Kokosnuss-Bücher gelesen und sind mit den Hauptcharakteren Kokosnuss (Flugdrache), Matilda (Stachelschwein) und Oskar (vegetarischer Fressdrache) vertraut.

Mit welchem der Bücher man beginnt oder ob man schon welche gelesen hat, ist ganz gleich, denn die Geschichten sind unabhängig voneinander.
Sollte doch einmal eine vorherige Handlung aufgegriffen werden, so wird dies in einer Fußnote kurz erläutert, z.B. Pieter Backbord und die Raketenklippe. Auch Fremdwörter wie Generalprobe werden per Fußnote erklärt.

Die Charaktere sind liebevoll gestalten und die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt der drei ungewöhnlichen Freunde Oskar, Matilda und Kokosnuss hat uns sehr gut gefallen.

Nur die alte Lehrerin Proselinde konnte keine Sympathiepunkte gewinnen: unfreundlich und kaltherzig schubst sie Kokosnuss die Klippe herunter, damit er endlich fliegt. Kommentar vom Kind: "Die ist gemein!" Die neue Fluglehrerin Emma dagegen unterstützt Kokosnuss und macht ihm Mut, so dass er es noch einmal versucht.

Es gab auch humorvolle Szenen, z. B. das Flugtraining von Dieter Düse. Er hat Kokosnuss unter anderem das Fliegen gegen den Wind und mit dem Wind sowie mit vollem Magen oder Ballast gelehrt. Außerdem das Fliegen bei Regen, Nebel und im Dunkeln. Die dazu passenden kleinen Illustrationen sind herrlich komisch: Dieter sitzt während des Fluges auf Kokosnuss' Rücken und gießt ihm Wasser aus einer Kanne über den Kopf (Fliegen bei Regen) oder hält ihm die Augen zu (Fliegen im Dunkeln) usw.

Wir können das Abenteuer ganz klar weiterempfehlen, denn es liest sich sehr gut, ist spannend und man fiebert bis zum Schluss mit dem kleinen Drache Kokosnuss mit und wünscht ihm, dass es ihm rechtzeitig zum Fest doch noch gelingt, seine Flugkünste zu verbessern.


Fazit:

Ein spannendes, humorvolles und farbenfroh illustriertes Kokosnuss-Abenteuer und eine wunderschöne Mut-mach-Geschichte!

Dank Geschenktasche und gut verarbeitetem Mini-Kokosnuss-Stofftier eine süße Geschenkidee.


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Rezensiertes Buch/Set "Der kleine Drache Kokosnuss - Ich kann fliegen" Mini-Buch in Geschenktasche mit Mini-Stofftier

Das Buch ist bereits unter dem Titel "Der kleine Drache Kokosnuss - Schulfest auf dem Feuerfelsen" im Jahr 2015 erschienen!

Bewertung vom 28.05.2020
Wir träumten von Kuba / Kuba Saga Bd.2
Cleeton, Chanel

Wir träumten von Kuba / Kuba Saga Bd.2


sehr gut

Eine Mischung aus Agenten- und Spionage-Story mit interessanten Einblicken in das Weltgeschehen Anfang der 1960er Jahre.

Inhalt:

Die Familie Perez musste nach Fidel Castros Machtübernahme aus Kuba flüchten und versucht nun seit etwa einem Jahr in Florida eine neue Existenz aufzubauen.

Während Elisa und Isabel durch Mutter Perez geschickt unter die Haube gebracht werden, treiben Beatriz ganz andere Gedanken herum.

Sie ringt mit dem Verlust ihrer Heimat, hat den Tod ihres Zwillingsbruders noch nicht überwunden und sinnt auf Rache.

Beatriz gerät in einen Strudel aus politischen Schachzügen, Spionage-Aktionen und an einen mächtigen Mann, mit dem sie sich lieber nicht einlassen sollte.


Mein Eindruck:

Es empfiehlt sich, den ersten Band vorab zu lesen, um die Familiengeschichte und Hintergründe für die Flucht aus Havanna und Beatriz Beweggründe für ihre Spionage zu verstehen.

Es gibt zusätzlich zur eigentlichen Handlung in den Jahren Anfang 1960 einen kurzen zweiten Handlungsstrang im Jahr 2016 (unmittelbar nach Fidel Castros Tod).

Auch wenn die gesamte Erzählung im Präsens stattfindet (1960 in der Ich-Form aus Beatriz´ Sicht und 2016 aus der Perspektive eines Erzählers), hatte ich zu Beginn Schwierigkeiten in die Handlung einzusteigen. Denn im Gegensatz zum ersten Teil der Saga, in dem die Handlungsstränge der beiden Protagonistinnen Elisa Ende der 1950er Jahre und der Enkelin Marisol im Jahr 2017 immer wieder wechseln und für einen guten Lesefluss sorgen, werden dieses Mal ausschließlich Beatriz' Erlebnisse geschildert und ihre Rolle im politischen Geschehen zum Hauptplot gemacht.

Von Mutter Perez' Suche nach passenden Ehemännern für ihre Töchter und dem Versuch in den USA ein gewisses Ansehen zu erlangen, hält Beatriz nichts.
Sie treibt ein gefährliches Spiel: sie beginnt eine Affäre mit einem mächtigen Politiker und gleichzeitig arbeitet sie als Spionin für die CIA.

Auch wenn ihr innerer Konflikt, die Heimat und geliebte Menschen zu retten und ihren ermordeten Bruder Alejandro zu rächen, oft berührend beschrieben wird, fehlt es an Spannung und realistischen Szenen. Auf den Showdown war ich gespannt und mit der Auflösung bin ich nicht ganz zufrieden.

Positiv ist aber die Gestaltung des Charakters, denn Beatriz ist eine selbstbewusste und starke Frau, abenteuerlustig und mutig, unbekümmert und impulsiv. Sie möchte im Leben (finanziell) unabhängig bleiben statt schmückendes Beiwerk an der Seite eines Mannes.
Erneut erhält der Leser zusätzlich interessante Einblicke in die politische Situation Kubas und der USA (Machtwechsel Batista/Castro, Wahl Kennedys zum Präsidenten und seine Ermordung, Beginn des Kalten Krieges).

Auch wenn einiges nur am Rande gestreift wird, schadet ein wenig Hintergrundwissen nicht.

Das Nachwort der Autorin gibt der ganzen Geschichte wieder eine zusätzlich persönliche Note und im Epilog schließt sich der Kreis der Handlungen aus aus Band 1 und 2.

Obwohl mir stellenweise die Handlung zu langatmig und konstruiert erscheint und ich mir aufgrund des ersten Teils der Saga mehr versprochen habe, kann ich den zweiten Band denen empfehlen, die sich für politische Intrigen, Spionage und die Geschichte Kubas in Verbindung mit der der USA interessieren.


Fazit:

Die Fortsetzung einer Familiensaga voller politischer Intrigen und Leidenschaft für Kuba, dieses Mal jedoch mit dem Schwerpunkt Spionage statt Familiengeschichte.

Der Roman ist unterhaltsam und informativ und gibt einen guten Eindruck über die politischen Verhältnisse und das Leben der Exil-Kubaner Anfang der 1960er Jahre in Florida.

Leider reicht er in Bezug auf Spannung und Handlungen nicht an den ersten Teil heran.



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rezensiertes Buch: "Wir träumten von Kuba" aus dem Jahr 2020

Bewertung vom 28.05.2020
Nächstes Jahr in Havanna / Kuba Saga Bd.1
Cleeton, Chanel

Nächstes Jahr in Havanna / Kuba Saga Bd.1


ausgezeichnet

Packende Familiengeschichte voller Geheimnisse, Zerwürfnisse, politischer Eindrücke & interessanter Einblick in das Kuba von 1959 und 2017.

Inhalt:

Die politische Lage in Kuba ändert sich und die Zukunft des Plantagenbesitzers Emilio Perez erscheint ungewiss und bedrohlich.

Gemeinsam mit Frau und Töchtern verlässt er 1959 Havanna und flüchtet in die USA. Die Jahre verstreichen, aber die Hoffnung, nach Fidel Castros Tod wieder Kuba zurückzukehren, bleibt.

Eine der Töchter, Elisa, hält diesen Wunsch bis zu ihrem Sterbebett im Herzen.

Elisas Enkelin Marisol macht sich 2017 zum ersten Mal in ihrem Leben auf den Weg nach Kuba. Sie möchte den letzten Wunsch ihrer Großmutter erfüllen und deren Asche in Havanna verstreuen.

Marisol lernt das Land und seine Bewohner kennen, deren Lebensfreude trotz politischer Unsicherheiten und Einschränkungen anhält.

Sie verliebt sich nicht nur in das Land, von dem ihr Elisa immer wieder vorgeschwärmt hat.


Mein Eindruck:

Die Handlungsstränge der beiden Protagonistinnen Elisa Ende der 1950er Jahre und der Enkelin Marisol im Jahr 2017 wechseln immer wieder, so dass der Leser mit jedem Zeitsprung tiefer in die Geheimnisse der Familie hineingeführt wird.

Um einen Überblick zu erhalten, wäre zu Beginn ein Stammbaum der Familie Perez hilfreich gewesen. Emilio Perez ist das Oberhaupt der Familie und Teil eines seit Generationen bestehenden Zucker-Imperiums. Seiner Familie fehlt es an nichts und doch werden mit dem Machtwechsel die Grenzen neu gezogen und die Zukunft für die Familie sieht alles andere als rosig aus. Die Flucht ins freiwillige Exil, die Ereignisse, die dazu führen, und der innere Konflikt, die Heimat und geliebte Menschen zu verlassen, sind realistisch, berührend und fesselnd beschrieben.

Dank des flüssigen und spannenden Erzählstils verliert man trotz der Schnelligkeit der Story nie den Faden und erhält zusätzlich interessante Einblicke sowohl in das Leben der Kubaner im Heute sowie zur Zeit der Revolution kurz vor dem Machtwechsel Batista/Castro.

Abwechslungsreich gestaltet wirkt die Handlung - trotz vieler politischer Wirrungen - nie eintönig. Ein wenig Hintergrundwissen schadet hierbei aber nicht.

Besonders die Parallelen zwischen Elisa und Marisol sind wunderbar herausgearbeitet: beide sind starke und kämpferische Frauen und beide verlieren in politisch schweren Zeiten ihr Herz an einen Revolutionär und müssen eine Entscheidung treffen.

Wer sich für Familiensagas, politische Dramen und die Geschichte Kubas interessiert, den erwartet eine spannende Familiengeschichte (inkl. Tragik, Hingabe zum eigenen Land, Dramatik und Herzschmerz).

Das Nachwort der Autorin gibt der ganzen Geschichte eine zusätzlich persönliche Note.


Fazit:

Der Beginn einer Familiensaga voller Geheimnisse, politischer Intrigen und voller Leidenschaft für Kuba

Der Roman ist nicht nur unterhaltsam und berührend sondern zudem informativ und gibt einen guten Eindruck über die politischen Verhältnisse und das Leben der Kubaner sowohl Ende der 1950er Jahre wie auch im Jahr 2017.

Eine klare Leseempfehlung!

Band 2 liegt schon zum Lesen bereit.



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rezensiertes Buch: "Nächstes Jahr in Havanna" aus dem Jahr 2019

Bewertung vom 22.05.2020
Die Hobis auf der Jagd nach dem Regenbogenblatt / Die Hobis Bd.1
Sterr, Thomas

Die Hobis auf der Jagd nach dem Regenbogenblatt / Die Hobis Bd.1


ausgezeichnet

Phantasievolles und lustiges Abenteuer über die Schönheit der Natur und den Zusammenhalt guter Freunde. Wunderschön illustriert.

Inhalt:

Die Hobis sind kleine Wesen, die einem Eichhörnchen zum Verwechseln ähneln, allerdings haben sie einen Biberschwanz und eine ganz besondere Aufgabe:

Noki, Rina und Bimpf färben jedes Jahr im Herbst die Blätter des Waldes bunt. Seit dem Frühling haben sie fleißig Beeren und Sonnenstrahlen gesammelt, um die Farben für das Laub herzustellen.

Doch warum beachten die Menschen das wunderschöne Farbenspiel kaum noch? Die Besucher im Wald werden immer weniger und alle sind mit sich selbst oder ihrem Handy beschäftigt.

Kurzerhand bemalen die Hobis eines der Blätter dreifarbig, um damit Eindruck zu schinden.

Im Gegensatz zu allen anderen Kindern entdeckt Lena das wundersame Blatt und nimmt es mit nach Hause.

Zu spät bemerken die Freunde ihren Fehler! Wenn ein so sonderbar gefärbtes Blatt auftaucht, werden die Menschen vielleicht am Ende ihre These der herbstlichen Blätterverfärbung überprüfen und das Geheimnis der Hobis entdecken.

Eine abenteuerliche Jagd nach dem Regenbogenblatt beginnt ...


Altersempfehlung:

ab 5 Jahre (zum Vorlesen)

oder für geübte Leser ab etwa 8 Jahren, denn die Schrift ist groß, Unterteilung in Kapitel, aber Blocksatz und viel Text


Illustrationen:

Auf beinahe jeder Doppelseite findet sich eine farbige Illustration (teilweise halb- sowie ganzseitig), um die Handlung aufzugreifen.

Die leichten Zeichnungen, fast schon skizzenhaft, in dezenten, beinahe durchscheinenden Farben sind wunderschön. Knallige Farben wären hier fehl am Platz.

Besonders gut gefällt die Gestaltung der Hobis, die aufgrund ihrer Fellfärbung sehr gut voneinander unterschieden werden können.


Mein Eindruck:

Wir haben das Buch zum Vorlesen genutzt. Durch die Unterteilung in Kapitel können es geübte Leser aber auch selbst lesen.

Das Abenteuer ist spannend, humorvoll und kindgerecht erzählt. Zauberhaft wird das Rätsel der bunten Blätter im Herbst gelüftet.
Die Charaktere gefallen sehr, denn die Hobis sind friedliebend, freundlich und naturverbunden.

Selbst wenn einer von ihnen Alleingang einen Fehler macht, sind die anderen sofort zur Stelle, um zu helfen.
Geimeinsam mit den Freunden fiebert der Leser mit.

Die drei Hobis sind bereits ein gutes Team. Dank des weisen, alten Dachses erhalten sie zusätzliche Unterstützung vom kleinen Piepmatz Flipsi und von Emma, einer Katze die wie ein Chamäleon ihre Fellfarbe wechseln kann. In der Welt der Menschen können die drei jede Hilfe gebrauchen. Die Jagd nach dem besonderen Regenbogenblatt gestaltet sich abenteuerlich mit einer guten Portion Humor und Spannung.

Witzige Dialoge, amüsante Szenen und Seitenhiebe auf Smombies (Smartphone Zombies) lockern die Geschichte auf und sorgen zusätzlich für gute Unterhaltung.

Wir hatten viel Freude mit den Hobis und werden das bunte Herbstlaub demnächst wahrscheinlich mit anderen Augen betrachten.

Zudem sind wir gespannt auf neue Abenteuer! Ein weiteres ist bereits erschienen ;-)


Fazit:

Ein wunderschönes und phantasievolles Abenteuer über Freundschaft und Zusammenhalt mit einer spannend gestalteten Suche.

Die liebevoll gezeichneten Illustrationen ergänzen die Geschichte perfekt.

Wir können allen, die phantastische Geschichten mit Bezug zur Natur lieben, dieses zauberhafte Kinderbuch ans Herz legen.


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Rezensiertes Buch "Die Hobis auf der Jagd nach dem Regenbogenblatt' aus dem Jahr 2019

Bewertung vom 20.05.2020
Leontin, der kleine Langhalsdino
Sterr, Thomas

Leontin, der kleine Langhalsdino


sehr gut

Abenteuerliche und lustige Rettungsaktion von vier Freunden. Wunderschön und farbenfroh illustriert.

Inhalt:

In Pangaland ist einiges los.

Die frechen Affen haben die Eltern des kleinen Flugsaurier-Mädchens Magda entführt.

Leontin, der kleine himmelblaue Langhalsdinosaurier, und sein Freund die Schlange Karl sind sofort zur Stelle, um ihrer Freundin zu helfen. Eine geheimnisvolle und miefige Landkarte soll ihnen den Weg ins Affenland weisen.

Unterwegs treffen sie nicht nur auf ungewöhnliche Wesen sondern müssen manche Gefahr meistern.

Wird es ihnen gelingen, Magdas Eltern aus den Fängen der fiesen Affen zu befreien?


Altersempfehlung:

ab 6 Jahre (zum Vorlesen)

oder für geübte Leser ab etwa 8 Jahren, denn die Schrift ist groß, aber Blocksatz, viel Text und keine Kapitel


Covergestaltung / Illustrationen:

Aufgeklappt werden Front und Rückseite des Buches zu einem großen Cover, das alle Protagonisten in Szene setzt.

Die Freunde heben sich (fast) alle durch ihre fröhlichen Farben vom Grün des Waldes ab.

Auf beinahe jeder Doppelseite findet sich eine bunte Illustration (teils halb- sowie ganzseitig), um die Handlung aufzugreifen. Besonders gut gefällt die Gestaltung der Dinosaurier: der rote T-Rex Piet, die gelbe Flugsaurierin Magda und natürlich der blaue Langhalsdino Leontin.


Mein Eindruck:

Wir haben das Buch zum Vorlesen genutzt. Dies gelingt - wenn die Zeit es zulässt - in einem Rutsch, aber ich hätte mir trotzdem eine Unterteilung in Kapitel gewünscht. Für Selbstleser wäre dies auf jeden Fall hilfreich.

Das Abenteuer ist spannend, humorvoll und kindgerecht erzählt. Während ich zu Beginn noch gestolpert bin über Karls "ssss" und Zischlaute im jedem Satz sowie über Magdas kreative Wortschöpfungen oder Wortverwechslungen, gewöhnt man sich nach ein paar Seiten daran. Für jüngere Leser könnten dies aber Stolpersteine sein. Um sie gut zu erkennen, sind diese Worte immerhin blau geschrieben.
Die Charaktere gefallen sehr: freundlich, hilfsbereit, friedliebend und tolerant gegenüber Fremden bzw. dem Anderssein.
Nur die Schlange Karl fällt etwas aus dem Rahmen, wenn sie mal wieder "versehentlich" die Regeln bricht und eine kleine Maus verschluckt. Auch dass sie bei jeder Gelegenheit demonstriert, zu was eine Würgeschlange fähig ist, bringt unnötig Gewalt in die Geschichte.

Man fiebert mit den Freunden mit, bangt und hofft, dass alles gut geht. Gemeinsam sind die vier farbenfrohen Tiere ein gutes Team und gehen mutig und klug ihren Weg.

Dass die stinkende Landkarte zusätzlich zum Wegweisen per Geruch immer wieder pupsen muss, sorgt beim kleinen Zuhörer wieder und wieder für Gelächter. Ein Humor, den aber nicht jeder teilt ;-)

Überhaupt steht neben dem Leitmotiv "gemeinsam sind wir stark" und den liebenswerten Persönlichkeiten das Lachen im Vordergrund. Witzige Dialoge und amüsante Szenen lockern die Geschichte auf und sorgen für gute Unterhaltung.

Wir hatten viel Freude mit Leontin und seinen Freunden und sind gespannt auf neue Abenteuer!

Fazit:

Ein wunderschönes Abenteuer über Freundschaft und Zusammenhalt und eine spannende und lustige Rettungsaktion.

Die farbenfrohen und liebevollen Illustrationen ergänzen die Geschichte sehr gut.

Wir sind gespannt auf weitere Abenteuer von Leontin.


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Rezensiertes Buch "Leontin der kleine Langhalsdino" aus dem Jahr 2019

Bewertung vom 20.05.2020
VERGESSEN - Nur du kennst das Geheimnis
Douglas, Claire

VERGESSEN - Nur du kennst das Geheimnis


gut

Interessantes und unterhaltsames Familiendrama aber wenig Thrill und Gänsehautfaktor und eine nicht immer sympatische Protagonistin.

Inhalt:

Kirsty zieht mit ihrem Mann Adrian und ihren beiden Töchtern Evie und Amelia von London zurück in ihre alte Heimat Wales. Mit der Eröffnung eines kleinen Gästehauses auf dem Land wagt die Familie nach Adrians Zusammenbruch und Selbstmordversuch einen Neuanfang.

Doch ein dunkler Schatten liegt über dem Traum vom Glück.

Nicht nur dass jeden Morgen ein verwelkter Blumenstrauß auf der Türschwelle liegt und das Haus eine unglückliche Vergangenheit hat, zur Überraschung aller steht Cousine Selena, mit der Kirsty nach einem Streit vor Jahren den Kontakt abgebrochen hat, unerwartet mit ihrer kleinen Tochter Ruby vor der Tür und bittet um Unterstützung.

Können die beiden nach Jahren endlich das Kriegsbeil begraben? Was steckt hinter Selenas Flucht? Ist sie in Gefahr?

Doch bevor es zur entgültigen Aussprache kommt, geschieht ein Mord und Kirsty kommt einem düsteren Familiengeheimnis auf die Spur.


Mein Eindruck:

Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht. Der Schreibstil ist einfach und die Seiten fliegen nur so dahin. Auch die Aufteilung in "Tage vor dem Mord" und "danach" gibt der ganzen Handlung Struktur. Jedoch weiß man nach einigen Kapiteln nicht mehr genau, wohin das Geschehen führen wird.

Neben dem geheimnisvollen Streit zwischen Selena und Kirsty kommen immer weitere Geheimnisse und Verwicklungen innerhalb der Familie hinzu: Mutter, Adoptivbruder mit Ehefrau und Ex aus Teenagerzeit sowie ein verschollener Onkel. Manchmal wird zu viel gewollt zulasten des Leseflusses und dann an anderer Stelle zieht sich das Geschehen unnötig.

Auch ist Kirsty als Protagonistin ist nicht immer sympathisch. Trotz Ich-Erzählung im Präsens fühle ich nicht zwingend mit ihr. Ihre Handlungen und ihr Denken sind manchmal nicht klar nachzuvollziehen: Kirsty ist nervös und überängstlich, zumeist ist sie besorgt um das Wohl ihrer Kinder, jedoch oft ohne konkreten Anlass. Außerdem trübt Panik, dass private Zimmer keine Schlösser haben, grundlose Angst vor einem fremden Gast und das plötzliche Gefühl verfolgt zu werden, ihre Wahrnehmung und sie steigert sich in ihre Furcht hinein. Aber warum überprüft sie die Geistergeschichten rund um die düstere Vergangenheit des Hauses nicht früher?
"Die Toten können einem nichts tun. Nur die Lebenden, die können das."

Dem Leser werden Informationen nur häppchenweise serviert, man kann sehr gut miträtseln und jeder der Bewohner im Gästehaus scheint etwas zu verbergen.

Bei einigen von Selenas Lügengebilden hatte ich den richtigen Riecher, bin aber bei anderen ihrer verdrehten Wahrheiten länger im Dunkeln getappt.
Sie buhlt immer wieder mit ihren Märchen um Aufmerksamkeit, aber wer einmal lügt, dem glaub man nicht. Vieles wirkt auf den ersten Blick sofort zu unwirklich, zu konstruiert.

Und so ist auch das Ende wenig überraschend, lässt aber den Leser mit vielen offene Fragen zurück.


Fazit:
Die Story ist zu Anfang interessant und spannend, wird aber irgendwann zu konstruiert und zu viele Personen, deren Geheimnisse, Lügen und Vergangenes lenken ab.

Die Handlungen der Protagonistin kann ich nicht immer klar nachvollziehen und der Schwerpunkt Familientragödie und Drama mindert den Thrill.

Den Leser etwarten weniger Nervenkitzel und Psychothriller dafür mehr Familiendrama und Geheimnisse.


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Rezensiertes Buch: "Vergessen - Nur du kennst das Geheimnis" aus dem Jahr 2020

Bewertung vom 17.05.2020
LITTLE LIES - Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht
Miranda, Megan

LITTLE LIES - Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht


sehr gut

Interessante und unterhaltsame Story mit einigen Tiefs in der Spannungskurve und einer nicht immer sympatischen Protagonistin.

Inhalt:

Leah lässt ihr gesamtes altes Leben als Journalistin hinter sich und zieht mit ihrer besten Freundin Emmy in ein altes Haus mitten im Wald und so weit von zu Hause weg wie nur möglich.

Die beiden finden schnell einen Job und während Leah tagsüber als Lehrerin arbeitet, verdient Emmy in der Nachtschicht im Hotel ihr Geld.

Wie wenig Leah über ihre beste Freundin weiß, merkt sie erst, als diese plötzlich spurlos verschwindet.

Zusätzlich wird eine schwer verletzte junge Frau im Wald entdeckt. Sie ähnelt Leah sehr. Zufall? Verwechslung? Die Ereignisse überschlagen sich als im See eine weitere Leiche gefunden wird.

Die Dorfbewohner sind Fremden gegenüber voreingenommen und es sieht nicht gut aus für Leah. Wem kann sie noch vertrauen?


Mein Eindruck:

Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen, aber nach einigen Kapiteln wusste ich nicht mehr, wohin die Handlung führen wird. Auch die Protagonistin ist mir nicht von Anfang an sympathisch. Ihre Handlungen und ihr Denken sind für mich nicht immer klar nachzuvollziehen. Dem Leser werden Informationen wie Puzzleteile nur häppchenweise serviert.

Das Thema "Lügen" tritt nicht sofort in den Vordergrund (diese Lügen sind auch alles andere als klein) und meiner Meinung nach passt der Original-Titel "The perfekt Stranger" viele besser. Er beinhaltet das zusätzliche Elemente des Fremden und Stalkers und erzeugt eine düstere Atmosphäre.

Denn jeder scheint etwas zu verbergen (Leah, Emmy und auch viele der Nebencharaktere) und niemand ist so wie vermutet. Wem kann Leah noch trauen? Wie hängt alles zusammen?

Die Reise in Leahs und Emmys Vergangenheit, die mysteriösen hinter-Gründen, die zu Leahs Untertauchen führen, und die mit unzähligen Fragen verbundene Freundschaft halten den Leser durchgehend bei der Stange. Stellenweise dümpelt ein Handlungsstrang zwar vor sich hin und ich hätte mir mehr Spannung erhofft, aber die Hoffnung auf eine Auflösung der vielen Lügen und Vertuschungen in Verbindung mit den Missverständnissen und völlig anderen Sichtweisen sorgen immer wieder dafür, dass man weiterlesen muss.

Das Ende beinhaltet eine Überraschung, denn ich hatte etwas ganz anderes erwartet, ist aber dennoch logisch zum Abschluss gebracht.


Fazit:

Die Story ist von Beginn an interessant und weitestgehend fesselnd konstruiert, so dass man über ein paar Defizite im Spannungsbogen hinwegsieht.
Die Protagonistin ist nicht immer sympatischen und man fühlt nicht zwingend mit.

Die überraschende Wendung am Ende konnte überzeugen und wer Nervenkitzel und Psychothriller liebt, wird sehr gut unterhalten werden.



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Rezensiertes Buch: "Little Lies - Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht" aus dem Jahr 2020

Bewertung vom 09.05.2020
Psychokiller
Ida Adam

Psychokiller


weniger gut

Psychothriller mit Psychokiller aber sehr konstruiert, teilweise wirr und überzogen.

Inhalt:

Sarah und Lou Armstrong sind frisch verheiratet und neben einem Traumjob erhält Lou die Chance ein Jahr lang in einem Traumhaus in New York zu wohnen.

Doch das scheinbar süße Leben bekommt erste Risse als Nachbarin Cybill Sarah einen heimtückischen Deal vorschlägt:

"Du verführst meinen Mann und ich deinen! Dann sehen wir, wie es mit deren Treue steht."

Während Sarah noch zögert, scheint Cybill den Plan sofort in die Tat umzusetzen und die Ereignisse entwickeln sich zum Albtraum: Eine Leiche und Sarah steht unter Tatverdacht.


Mein Eindruck:

Das Popart-Cover hat mich neugierig gemacht. Klappentext sowie Leseprobe versprechen einen fesselnden Psychothriller.

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht recht, wo ich anfangen soll, denn nachdem ich das Buch beendet habe bin verwirrt und etwas erledigt von der Lektüre.

Auch nach Einführung der Charaktere fehlt die Spannung und der Schreibstil wirkt holprig und stellenweise seltsam formuliert. Bei den Flüchtigkeitsfehlern drücke ich noch ein Auge zu.

Teilweise ist aber auch die Story bzw. die Struktur verwirrend. Verantwortlich hierfür sind die immer wieder den Lesefluss unterbrechenden Kapitel, die die Gegenwart z. B. Polizeiverhör schildern. Normalerweise sorgen verschiedenen Erzählebenen für Spannung und pushen den Nervenkitzel, aber hier musste ich mich oft zum Weiterlesen aufraffen.

Sarah als Hauptcharaktere ist mir unsympatisch. Sie ist naiv, paranoid und misstraut ihrem Ehemann (zu Beginn noch ohne Grund). Das Misstrauen wächst dann nach Cybills Vorschlag immer weiter und Sarah steigert sich in ihre Vorstellungen hinein.

Eigentlich sammelt keiner der Charaktere Sympathiepunkte. Irgendwie sind alle zu konfus skizziert, handeln unlogisch oder sprunghaft.

Auch der immer wiederkehrende sexuelle Aspekt und die geschilderte Praktiken sind zu viel des Guten. Natürlich ist beim Thema "fremde Männer verführen" dieser Part wichtig, aber die Art und Weise hätte auch anders gestaltet werden können. Denn Pädophilie, Feeding, uvm. sind für den Verlauf der Geschichte nicht zwingend erforderlich.

Viele Spuren werden gelegt, jeder ist verdächtig, aber auch hier sorgt dies nicht für Spannung sondern für weitere Verwirrung. Die Auflösung ist überraschend, aber sehr konstruiert und weit hergeholt.

Ich hatte mir aufgrund der Leseprobe und des Klappentextes mehr versprochen. Bis zum Ende durchgehalten habe ich nur, weil ich wissen wollte, wer der Psychokiller ist. Und selbst hier bin ich eher verwirrt und erledigt vom Lesen statt eines Aha-Erlebnisses.


Fazit:

Ein Thriller: ja

Eiskalt: ja (im Bezug auf die Charaktere)

Aber weder brandheiß noch scharf noch übermäßig spannend.

Der Plot ist interessant und ich habe mich sehr auf die Lektüre gefreut, aber es scheitert bereits am holprigen und teilweise verwirrendem Schreibstil und an den unsympathischen Charakteren.

Oft ist die Story einfach konfus und too much. Das Ende wirkt zu gewollt und konstruiert.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.05.2020
Sieben Lügen
Kay, Elizabeth

Sieben Lügen


sehr gut

Ein ruhiger, tiefgründiger Psycho-Thriller über Freundschaft, Abhängigkeit, Lügen und die Abgründe der menschlichen Seele.

Inhalt:

Marnie und Jane sind seit ihrer Schulzeit die engsten Freundinnen und nur im Doppelpack zu haben.

Selbst Familientragödien und Schicksalsschläge scheinen der Freundschaft nichts anhaben zu können.

Bis Traumprinz Charles in Marnies Leben tritt und die Freundschaft der jungen Frauen bröckelt.

Eine kleine und harmlose Notlüge "Natürlich, ihr passt gut zusammen!" zieht die nächste nach sich bis sich Jane vor lauter Eifersucht in einem Geflecht aus Lügen verstrickt und die Situation nicht mehr kontrollieren kann.

Ein gefährlicher Strudel aus Lügen und Misstrauen mit tödlichen Folgen.


Mein Eindruck:

Dem Buchtitel entsprechend ist die Geschichte in sieben Abschnitte unterteilt. In jedem von ihnen wird eine von Janes Lügen offenbart und der neugierige Leser so immer tiefer in die Abgründe hineingezogen.

Aber die Story funktioniert nicht nur durch diese Aufteilung sondern besonders durch Janes Art zu erzählen: aus ihrer Perspektive in der Ich-Erzählung immer wieder per Du an eine unbekannte Personen gerichtet. Warum und an wen erfährt der Leser erst zum Schluss.

Janes Freundschaft zu Marnie ist geprägt von Einseitigkeit und Abhängigkeit. Ihre Einsamkeit, Eifersucht, die Lügen und ihr Wahn, der mit jedem Abschnitt immer konkreter wird, vergiftet die Freundschaft immer weiter.

Die Autorin gibt der Gestaltung der Charaktere viel Raum und lässt dadurch auch Vergangenheit, Vergleiche und Entwicklung der Personen zu. Hierdurch leidet hin und wieder die Spannungskurve, aber ihr Vorgehen ist wichtig, um die Hintergründe und Janes Besessenheit zu verstehen.

Auch die Tatsache, dass keiner der Charaktere sonderlich sympathisch ist, ist ungewöhnlich, passt aber perfekt zur Handlung. Jane ist ebenso wie Marnie manipulativ und regelrecht besessen. Auch Charles ist ein wahres Eckelpaket.

Wer einen blutigen und schockierenden Thriller mit durchgehender Spannung erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein.

Aufgrund der Leseprobe hatte auch ich mir zumindest mehr Spannung erhofft.

Wer sich jedoch auf den psychologischen Aspekt und die vielschichtigen Nebenschauplätze (Alzheimer, Magersucht, Verlust und Tod) einlässt, den erwartet ein tiefgründiger und leiser Einblick in die Abgründe der menschlichen Psyche.


Fazit:

Ein faszinierender psychologischer Thriller, der stellenweise unter die Haut geht und schockiert - selbst wenn einige Wendungen vorherzusehen sind und die Spannung nicht durchgehend gehalten wird.

Vielschichtig und tiefgründig ohne großes Blutvergießen liefert "Sieben Lügen" einen Blick in die menschlichen Abgründe.


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Rezensiertes Buch: "Sieben Lügen" aus dem Jahr 2020