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Benutzername: horrorbiene
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Bewertungen

Insgesamt 210 Bewertungen
Bewertung vom 02.01.2014
Doctor Sleep (deutsche Ausgabe)
King, Stephen

Doctor Sleep (deutsche Ausgabe)


ausgezeichnet

Shining ist – neben anderen Büchern von King – eines DER Horrorklassiker schlechthin für mich, doch lange Zeit habe ich ihn ungelesen im Schrank stehen gehabt und erst für diese Fortsetzung gelesen. Zwar war Shining dann längst nicht so gruselig, wie ich es von einem Horror-Roman erwartet habe, gefallen hat es mir jedoch trotzdem, ebenso wie nun auch die Fortsetzung.
Der kleine Danny aus Shining ist nun erwachsen geworden. Sei es durch den herben Verlust des Vaters oder um sein Shining zu unterdrücken, Dan hat das Erbe seinen Vaters angenommen und ist ebenso wie er Alkoholiker geworden. Doch anders als sein Vater hat er in einer Stadt nicht nur einen Rettungsanker durch die AA-Treffen gefunden, sondern auch noch seine Lebensbestimmung, denn mithilfe seines Shining kann er sterbenskranken Menschen im Hospitz den Übergang erleichtern. Er würde ein beschauliches Leben führen, wäre da nicht Abra die ebenfalls über ein starkes Shining verfügt und durch Zufall damit der Sekte “der Wahre Knoten” bei einem Mord über die Schulter schaute. Ein paar Jahre später wird sie an diese Tat erinnert und auch die Sekte macht sich auf, Abra zu finden, denn die Mitglieder sind kaum mehr Menschen und ernähren sich vom Shining gefolterter und sterbender Kinder. Alles mündet zu einem Showdown und wie es sich für einen zweiten Teil gehört, findet dieser an einer sehr bekannten Stelle statt.
Doctor Sleep ist wie viele King Bücher sehr atmosphärisch und ausführlich geschrieben. So schildert King viel Vorgeschichte, bis die Jagd auf den Wahren Knoten wirklich beginnt, indem er Dans Werdegang vom Alkoholiker zum Teilnehmer des AA-Programms aufzeigt und ebenso die Entwicklung Abras von ihrer Geburt an. Hinzu kommt, dass King auch dem Wahrem Knoten eine eigene Perspektive widmet und dem Leser dadurch die Möglichkeit gibt auch die Bösen näher kennenzulernen und zu verstehen. Dies hat mir wieder einmal sehr gut gefallen. Schön war auch, wie die Verbindung zwischen Dan und Abra sich entwickelt hat und dass diese am Ende letztlich doch tiefer ging, als anfangs vermutet. Doch durch diese Ausführlichkeit wurde die Spannung im Buch ziemlich weit ans Ende verlagert und da das Buch 700 Seiten hat, mag das für manchen Leser schon zu viel des Guten sein. Mir jedoch gefällt solcherlei Ausführlichkeit sehr.
In Doctor Sleep wurde das Shining an sich auch viel näher beleuchtet als noch in Shining. Dies hat mich sehr gefreut, kam es mir im ersten Band doch zu kurz. Jetzt jedoch ist Dan älter und weiß viel mehr und kann daher auch sein Shining besser verstehen, vor allem aber sind um ihn herum andere Menschen auf die sein Shining reagieren kann. Im ersten Band war er mit seiner Familie ja komplett eingeschneit.

Fazit: Doctor Sleep ist ein wieder einmal sehr atmosphärischer Roman, der jedoch ebenso wie Shining nicht als gruselig zu bezeichnen ist. Das Buch lässt sich trotz aller Ausführlichkeit sehr leicht lesen und hat mir dabei sehr viel Spaß gemacht. Schön war vor allem die Entwicklung der Charaktere und wie sie letztlich zum letzten Showdown an altbekannte Schauplätze zurückkehrten. Auch dieses King-Buch hat mir wieder einmal sehr gut gefallen!

14 von 15 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.01.2014
Nekropole / Die Chronik der Unsterblichen Bd.15
Hohlbein, Wolfgang

Nekropole / Die Chronik der Unsterblichen Bd.15


sehr gut

Eines ist mir nach dem Lesen sofort klar gewesen: Pestmond und Nekropole sind im Grunde ein einziges Buch, das in zwei Teile geschnitten wurde. Pestmond endete sehr abrupt und lies den Leser mit vielen Fragen zurück. Am Ende von Nekropole werden diese Rätsel nun endlich aufgeklärt. Dies finde ich, ist schon einmal sehr erfreulich und eigentlich auch ungewöhnlich für einen Chronik-Roman, dass wirklich alle aktuellen Geheimnise gelüftet werden. Aber auf dem Weg dahin reiht sich eine Metzel-Szene an die nächste. Ich mag zwar Action, doch im Prinzip war es gähnende Langweile, weil es immer nach dem gleichen Schema abläuft:

Hasan: “Uns läuft die Zeit davon, wir müssen unbedingt sofort los.”
Andrej: “Wir kommen aber nur mit, wenn du uns erzählst, was hier nun los ist und was Ayla damit zu tun hat!”
Hasan: “Wir haben keine Zeit.”
Andrej: “Ok.”
Metzel, meltzel, metzel…

Das heißt also, dass Andrej – der übermächtige und unsterbliche Vampyr – wissen möchte, worum es geht und sich einfach abspeisen lässt, statt sich einfach mal durchzusetzen. Mal ganz ehrlich: GENAU SO war es auch schon in Band 14, wieso muss man es hier nicht nur aufwärmen sondern noch gefühlte 100.000 mal wiederholen? Spätestens ab dem Punkt, an dem das Druckmittel fehlte, hätte sich Andrej oder doch wenigstens Abu Dun einfach mal auf eine Antwort bestehen müssen und sonst abhauen, zur Not eben mit Ayla. Hasan und Co. hätten dann bestimmt was erzählt. Aber nein, die Unsterblichen lassen sich ja immer wieder unterbuttern, als wären sie ganz normale Menschen – auch das habe ich schon mehr als 100.000 mal gelesen…
Zudem finde ich es sehr merkwürdig, dass Menschen, die von einem Zombie gebissen werden, selbst zu einem werden, aber Andrejs in Pestmond erfolgter Biss nicht heilt und er es auf einmal kaum noch schafft seinen Vampyr in sich im Zaum zu halten, dann darf er durch die Gegend spazieren ohne ihm konsequenter Weise vielleicht mal den Fuß abzuhacken… So darf der Leser – wieder einmal – Zeuge werden, wie Andrej mehr oder weniger – Hallo Abu Dun, war da nicht mal so ein bestimmtes Versprechen? – gegen sein inneres Biest ankämpft.
Wäre nicht der Witz im Zusammenspiel um Abu Dun und Andrej und hätte ich die beiden nicht schon durch so viele Bücher begleitet, hätte ich das Buch glaube ich nicht zu Ende gelesen. Alles wiederholt sich – immer und immer wieder. Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, hätte Hohlbein Pestmond und Nekropole als eine Einheit gelassen und stattdessen die eine oder andere Action-Sequenz gekürtzt oder ganz gestrichen.
Erfreulich ist aber, dass dieser Sinnabschnitt der Chronik – endlich – abgeschlossen ist und die beiden sich wieder einer neuen Aufgabe widmen können. Ich bin gespannt, welche geschichtliche Person sie das nächste Mal treffen. Allein die Vorfreude auf das nächste Buch, hat es mir möglich gemacht mich durch dieses Buch im doppelten Sinne zu kämpfen.

Fazit: Ach ja, das klingt alles so negativ. Alles wiederholt sich immer und immer wieder, es gibt keine Weiterentwicklung und dieselben Elemente werde erneut durchgekaut – ganz so, als wären Hohlbein die Ideen ausgegangen. Ja, das stimmt auch. Aber ich mag die Chronik eben trotzdem, aufgrund der beiden Hauptfiguren und deren Zusammenspiel. Dennoch kann ich feststellen, dass es Hohlbein bei dieser umfangreichen Chronik mehr und mehr an Einfallsreichtum und schreiberischer Finesse mangelt. Spannender und für den Leser angenehmer wäre es gewesen wäre Pestmond und Nekropole als ein Buch erschienen und hätte man die ständigen Wiederholungen und zu umfangreichen Actionsezen herausgekürzt. So wirkt es irgendwie so, als hätte das Lektorat sich nicht durchsetzen können. Schade!
Schön ist aber, dass alle Rätsel aus Pestmond/Nekropole aufgelöst werden, wenn auch etwas zäh und spät.

2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.01.2014
Abby und Schneewittchen in Gefahr / Abby Bd.1
Mlynowski, Sarah

Abby und Schneewittchen in Gefahr / Abby Bd.1


sehr gut

Als ich die Pressemitteilung zu diesem Buch las, dachte ich spontan: “Das ist aber eine coole Idee, mitten hinein in ein Märchen zu rutschen und alles hautnah zu erleben!” Also musste ich dieses Buch lesen. Auch wenn diese Idee nicht völlig neu sein mag, für mich war sie es und dementsprechend habe ich mich auf das Buch gefreut.
Der Schreibstil der Autorin hat mir spontan sehr gut gefallen, kam es mir als Leser so vor, als würde Abby genau mir die Geschichte gerade in diesem Moment erzählen – Präsens als Erzählzeit – und so hatte ich stets das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Gut hat mir in diesem Zusammenhang auch gefallen, dass sie eine Auflistung gemacht hat – ähnlich wie in Vilja und die Räuber – , in der sie Eigenheiten ihres neuen und alten Wohnortes gegenübergestellt hat. Solcherlei Details hätte ich mir noch häufiger gewünscht! Auch Kursivschrift und sprechende Worte wie “Quietsch” oder “Zack” lockern die Geschichte schön auf, so dass schnell Lesefreude aufkommt. Dazu ist das Tempo für ein Kinderbuch angemessen hoch.
Allerdings gab es auch Punkte, die mich nicht so angesprochen haben in diesem Buch: Zum einen haben alle Figuren Namen bekommen. So wird die böse Stiefmutter von Abby stets “fiese Liese” genannt und Schneewittchen nennt sich “Schnee”. Sicherlich mag es komisch sein, wenn immer nur von dem Prinzen und der Stiefmutter geredet wird, aber so empfand ich es als irritierend, weil ich es anders gewohnt war. Zum anderen kommen mir die Zwerge zu kurz, da sie im Grunde eigentlich hier überflüssig waren, da Abby ihren Part übernommen hat. Unangemessen fand ich auch, dass drei der Zwerge auf einmal weiblich waren. Emanzipation und Gleichberechtigung hin oder her, meiner Meinung nach war das zuviel des Guten!
Am gravierendsten war allerdings für mich, dass die Spannung im Mittelteil gegen Null absank. Dies hat auch mit dem Punkt zu tun, den ich eingangs lobte: Der Leser ist mitten drin im Geschehen und erlebt alles hautnah mit. Tja, blöd nur, wenn Abby und Schnee sich in den Kopf setzen, einfach so zu tun, als wäre Schnee vergiftet worden. Schnee legt sich also in den Sarg und wartet auf den Prinzen. Und wartet, und wartet, und wartet… Gähnende Langeweile! Zwar kommt schließlich wieder Spannung auf, als sie ihren Fehler bemerken, aber ich kann mir schon vorstellen, dass Kinder, die nicht allzu lesebegeistert sind, das Buch an dieser Stelle zuklappen, weglegen und nicht wieder aufschlagen. Dies wäre ziemlich schade, da dass Finale spannend ist, aber langweilig ist nun mal langweilig und wer will schon ein langweiliges Buch lesen?
Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, dass das Zusammenspiel zwischen großer Schwester und kleinem Bruder nicht nur witzig ist, sondern auch ein tolles Beispiel für eine typische Geschwisterliebe darstellt. Man nervt sich zwar tierisch, macht sich aber doch Sorgen und kümmert sich um das doch geliebte Geschwisterkind.

Fazit: Abby und Schneewittchen in Gefahr ist ein Buch, dass mir zwar Spaß gemacht hat beim Lesen, weil es leicht und locker geschrieben ist und man als Leser mitten im Geschehen ist, aber die Autorin hat leider den Mittelteil etwas langweilig gestaltet, so dass leseunfreudige Kinder an dieser Stelle vielleicht das Buch weglegen könnten. Womöglich ist die Story im zweiten Teil ja spannender, ich werde es herausfinden!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.11.2013
Der Pfad des Zorns / Das Buch und das Schwert Bd.1
Rouaud, Antoine

Der Pfad des Zorns / Das Buch und das Schwert Bd.1


ausgezeichnet

Dieses Buch ist meiner Meinung nach wirklich sehr gelungen konstruiert. Früher war General Dun-Cadal einer der besten. Er hat die Schlacht um die Salinen im Alleingang gewonnen, so erzählt man es sich. Zudem war er ein Ritter, der nicht nur kämpfen konnte, sondern auch den Odem beherrschte, eine Art Magie. Doch dies alles ist vergangen. Obwohl der General die Schlacht um die Salinen gewann und dort einen Knappen fand, der später für ihn wie ein Sohn war, konnte die Rebellion nicht aufgehalten werden und das Kaiserreich und dessen Ordnung fiel. Aus Angst vor der neuen Regierung der jungen Republik und aus Kummer um seinen verlorenen Ziehsohn verkommt Dun immer mehr zu einem seelischen und körperlichen Wrack. Das Buch erzählt die Geschichte jedoch nicht chronologisch und das ist es, was mir besonders gefällt. Der Leser steigt in die Geschichte ein, als die junge Historikerin Viola sich auf die Suche macht nach einem ehemaligen Soldaten des Kaiserreichs, der Geschichten von damals erzählt. Sie findet jedoch Dun, der ihr tatsächlich viel zu berichten hat. So wechseln sich in diesem Buch die aktuelle Erzählzeit um den Säufer Dun mit seinen erzählten Geschichten aus seiner Vergangenheit ab. Dies hat mich tatsächlich etwas an das Buch Der Name des Windes von Patrick Rothfuss erinnert, wenn auch besagtes Buch eine ganze andere erzählerische Qualität hat. Doch darüber hinaus ist das Buch in zwei Teile geteilt, die sich grundlegend von einander unterscheiden. Nicht in der Art des Aufbaus – Gegenwart mit erzählter Vergangenheit – sondern die Perspektive hat sich geändert, nachdem am Ende des ersten Teils des Buches ein Spannungshöhepunkt erreicht war. Mehr kann ich darüber leider nicht berichten, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. Jedoch hat mir gefallen, dass der zweite Teil des Buches die andere Seite derselben Medaille beschreibt und der Leser so ein ziemlich vollständiges Bild der gesamten Geschichte bekommt, samt spannendem Finale in der Jetzt-Zeit.
Zu dem gelungenen Konstrukt dieser Geschichte kommt noch ein guter Schreibstil des Autoren hinzu. Da ich zudem auch noch die Übersetzung sehr gelungen finde, war das Buch eine wirkliche Lesefreude. Inhaltlich sind viele Themen vertreten: Politik und Intrige, Schlachten, Kämpfe und Magie, Liebe, Hass-Liebe und Freundschaft und zudem noch einige Neuschöpfungen mancher Wesen. Einzig die Magie ist für meinen Geschmack noch zu kurz gekommen, aber vielleicht entwickelt sich dies in der Fortsetzung noch weiter.
Zwar habe ich nicht so recht verstehen können, was es letzlich mit dem Pfad des Zorns auf sich hat, doch was Das Buch und das Schwert sind, wurde deutlich. Ich habe jedoch noch nicht aus der Lektüre absehen können, was nun aus diesem Buch einmal werden soll: eine Trilogie oder gar eine Reihe? Dieses Buch ist allein schon aufgrund seiner Konstruktion völlig in sich abgeschlossen. Lediglich ein Punkt im Finale macht es erkenntlich, dass es noch weiter gehen kann. Auch sind die Verhältnisse der Republik nicht vollkommen aufgeklärt und eine Fortsetzung ist demnach sinnvoll und ich freue mich auch darauf, aber – und das finde ich gut – man wird als Leser nich in der Luft hängen gelassen und so kann man entspannt auf die Fortsetzung warten, statt ihr hinterher zu gieren. Dennoch finde ich es schade, dass nicht abzusehen ist, worauf es am Ende hinauslaufen soll, doch das weiß ich bei manch anderen Serien, die mir sehr gut gefallen – wie z.B. Das Lied von Eis und Feuer – auch nicht.

Fazit: Der Pfad des Zorns hat mir beim Lesen sehr viel Freude bereitet, was vor allem daran lag, dass das Buch unheimlich gut konstruiert ist. Erlebnisse aus der Gegenwart wechseln sich mit Erzählungen der Vergangenheit ab und werden durch den Perspektivenwechsel ab der Häfte des Buches gekonnt getoppt. Auch wenn diese Konstruktionsweise in der Fortsetzung nich noch einmal funktionieren wird, freue ich mich dennoch darauf diese zu lesen, denn das Buch war zudem noch gut und spannend geschrieben.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.10.2013
Knecht / Die Schattenherren Bd.2
Corvus, Robert

Knecht / Die Schattenherren Bd.2


gut

Nachdem mir Feind nicht ganz so gut gefallen hat, habe ich das Lesen dieses Bandes etwas hinausgezögert und bin mit dementsprechender Skepsis an das Buch herangegangen. Aber ich wollte Autor und Trilogie noch eine Chance geben. Vielleicht würde der Funke ja doch noch überspringen…
Kurz gesagt, es hat nicht geklappt, was vor allem an der Kritik lag, die ich bereits zum ersten Band äußerte: Der Auftaktband war in sich abgeschlossen – zu sehr in sich abgeschlossen. Alle Charaktere mit denen man mitfieberte, waren am Ende dahin. Dieses Buch spielt knapp 50 Jahre später und hat einen gänzlich anderen Hauptcharakter und ebensolche Nebencharaktere. So mag zum einen gar kein Gefühl einer Trilogie aufkommen zum anderen, dachte ich anfangs wie müßig, sich nun mit anderen Charakteren auseinanderzusetzen, wenn sie doch eh bald wieder hin sind… Aber da hatte ich den Klappentext für den dritten Band noch nicht gelesen. Nun gut, so war mein Start in dieses Buch etwas arg holprig.
Da Corvus jedoch ein fähiger Autor ist, lässt sich das Buch im Prinzip gut lesen und ich kam doch noch rein. Allerdings waren trotz aller Schreibqualitäten des Autors manche Passagen überflüssig, wie z.B. die in der Bren loszieht, den zweiten König von Tamiod zu erschlagen – der Ausgang war klar und so habe ich diese Passage lediglich quergelesen, verpasst habe ich nichts! Dies ist vor allem tragisch vor dem Hintergrund, dass zwischen den einzelnen – sehr lang geratenen Kapiteln – meist ganze Episoden ausgelassen wurden und die Handlung auf diese Weise manchmal einfach weiter springt. Wieso die Passage mit dem zweiten König dann nicht auch ausgelassen wurde, ist mir schleierhaft. Diese ständigen Auslassungen habe mir gar nicht gefallen, fehlt dem Buch dadurch doch die Tiefe und Entwicklungen vollziehen sich allzu rasant und sie sind zudem starke Atmosphärenkiller. Auch bleiben die Charaktere wieder einmal zu oberflächlich. Sympathien kamen bei mir diesmal gar nicht auf.
Das Finale war ebenfalls abzusehen. Immerhin gibt das Ende dieses Buches einen Ausblick auf den letzten finalen Band. Dennoch bleibt bei mir der Eindruck zurück, dass ich mir die Lektüre des ersten Bandes im Prinzip hätte sparen können und auch dieser hier ist weit von dem entfernt, was ich gern zur Entspannung lese. Ich habe der Trilogie noch eine Chance geben wollen, diese wurde vertan und den letzten Band werde ich nun nicht mehr lesen. Dafür gibt es einfach zu viele (vermeintlich) bessere Bücher, die ich noch lesen muss.

Fazit: Aufgrund des Endes des ersten Bandes, konnte dieses Buch nur schlecht starten, war es doch im Prinzip ein kompletter Neuanfang mit neuen Charakteren. Diese blieben auch noch oberflächlich. Manche Passagen in der Handlung werden vom Autor ausgelassen, andere dagegen beschrieben. Die dadurch entstandenen Sprünge in der Erzählung sind sehr schädlich für die Atmosphäre, so dass mir das Lesen dieses Buches alles andere als Spaß bereitet hat. Dass es dennoch so gut weggekommen ist, sei der Idee und des Schreibstils des Autors zu verdanken. Für mich endet die Trilogie um die Schattenherren mit diesem Band.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.10.2013
Bitterholz (eBook, ePUB)
Maxey, James

Bitterholz (eBook, ePUB)


sehr gut

Als ich mir dieses Buch ausgesucht habe, wollte ich ein Fantasy-Buch, das ich noch nicht kannte und bin dabei auf diese Reihe gestoßen. Blauäugig wie ich war, habe ich es dann auch gekauft, weil es gut klang und zu Hause dann festgestellt, dass die Printausgabe vom Verlag nicht mehr geführt wird. So musste ich mir die anderen beiden Teile der Trilogie noch schnell kaufen, denn auch wenn es die Bücher immer noch als Ebook zu erwerben gibt, mag ich es doch nicht, wenn Trilogien unbeendet in meinem Regal stehen – zumindest die, die mir gefallen. Jetzt musste mir dieses Buch nur noch gefallen, habe ich die Fortsetzungen ja schon bezahlt…
Der Einstieg hat mir durch die Retrospektive im Prolog sehr gut gefallen, doch danach war ich etwas irritiert. Ich bin davon ausgegangen, dass Bitterholz als Figur stets dabei ist, doch wirklich mitgespielt hat er erst ab knapp der Mitte des Buches. Weiterhin hat mich irritiert, dass die Drachen hier agieren und die Protagonisten sind. Sie können denken, sprechen und im Prinzip alle Handlungen ausführen, die Menschen so können, doch machen sie längst nicht alles selbst, schließlich habe sie ja Menschen als Sklaven. Dies ist eigentlich eine interessante Sache, hat aber mein Vorstellungsvermögen schon stark beansprucht, denn eigentlich habe ich mir Drachen nicht so menschlich vorgestellt… So lernt der Leser zu Beginn eine Hand voll Drachen kennen und auch den Menschen Jandra, der als “Schätzchen” bei einem Drachen lebt und eigentlich eher Schüler, als Schätzchen ist, sie lernt nämlich beim Magier des Königs und ist so z.B. in der Lage sich unsichtbar zu machen.
Sehr gut gefallen hat mir, dass der Hintergrund dieser Drachengesellschaft nach und nach aufgedeckt wurde und so Licht ins Dunkel so mancher Dinge kam, z.B. die Magie und warum offensichtlich dort das Christentum als Religion auftaucht. Die Idee, die dahinter steckt hat mich überzeugt und macht mich neugierig auf die Fortsetzung. Ebenso verfährt Maxey mit seiner Figur Bitterholz, der zwar ein Held ist, doch niemand mehr weiß, wie er aussieht. Zudem hat auch er eine eigene Vergangenheit, die durch Rückblicke nach und nach enthüllt wird. Eine Vorgehensweise, die mir sehr gefallen hat – mehr möchte ich darüber nicht verraten um nichts vorweg zu nehmen.
Maxey schreibt bildhaft und ausreichend atmosphärisch, was dazu führte, dass ich das Buch sehr leicht weglesen konnte. Dennoch hätten manche Charaktere noch mehr Tiefgang vertragen können. Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und ich werde auch an die Fortsetzung, neugierig auf das was kommt und guten Mutes, herangehen können, dennoch ist dieses Buch nicht überragend. Es ist eher erstaunlich unspektakulär. Es gibt im Prinzip keinen Punkt an Geschichte, Schreibstil und Figuren zu dem ich etwas Negatives sagen könnte, doch auch echte Highlights fehlen meiner Meinung nach. Dennoch hatte ich Freude an diesem Buch und werde mit der Fortsetzung sicher nicht allzu lange warten.

Fazit: Bitterholz als erster Band der Trilogie Die Herrschaft der Drachen ist geprägt von sehr vermenschlicht agierenden Drachen. Dies ist nicht für jeden Leser etwas, aber alle Hintergründe werden nach und nach aufgedeckt und machen neugierig auf den weiteren Verlauf der Trilogie. Ansonsten ist dieses Buch sehr solide, aber leider auch unspektakuläre Fantasy.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.10.2013
Das Urteil der Sieben / Der Heckenritter von Westeros Bd.1
Martin, George R. R.

Das Urteil der Sieben / Der Heckenritter von Westeros Bd.1


sehr gut

Da sich dieses Buch aus drei separaten, aber doch aufeinander aufbauenden Geschichten zusammen setzt, ist es schwierig sie als Ganzes zu rezensieren, daher werde ich mir nun jede Geschichte einzeln vornehmen:

Der Heckenritter von Westeros: Zu Beginn hat mich diese Geschichte etwas an den Film Ritter aus Leidenschaft erinnert, dort stirbt auch ein Ritter auf dem Weg zu einem Turnier und seine Knappen nehmen seinen Platz ein. Hier ist dies Dunk, der aber ganz offen zugibt, dass sein Ritter einem Fieber erlegen ist und dieser ihn kurz vor seinem Tode noch zum Ritter schlug. Er versucht am Turnier teilzunehmen und im Begriff wahre Ritterlichkeit zu zeigen und ein hilfloses Mädchen vor einem brutalen Mann zu retten, hat er sich leider mit dem falschen angelegt und sieht sich prompt dem Urteil der Sieben gegenüber.
Diese Kurzgeschichte hat mir sehr gut gefallen. Schon allein, weil es in der Vergangenheit von Ein Lied von Eis und Feuer spielt und Martins Schreibstil unverkennbar ist. Eigentlich mag ich keine Kurgeschichten, doch diese ist mit 128 Seiten ausreichend lang und wird sogar richtig spannend und hat ein schönes Finale. Besonders gut gefällt mir dieses Graben in der Vergangenheit und das damit einhergehende Herausfinden einiger Beziehungen zueinander, dies war hier zwar ziemlich schwierig, spielt es zeitlich doch sehr weit vor Die Herren von Winterfell, aber dennoch gibt es einiges zu entdecken, auch wenn ich mir dir Auflistung der Targaryen-Könige aus dem Anhang von Die Herren von Winterfell zu Hilfe genommen habe.
Das Einzige, was mir hier nicht so gut gefällt, ist die anfängliche Schilderung des Turniers: Der kämpft gegen den, der besiegt den und der ist nun neuer Recke. Doch zum Glück war diese Passage nicht lang und gleich darauf wurde es so richtig spannend!

Das verschworene Schwert: In der zweiten Geschichte erlebt man dann, wie Dunk mit seinem Knappen bei einer Burg “angestellt” ist. Um diese Burg ist es nicht sonderlich gut bestellt und so kommt durch, dass Dunk zwischen die Fronten seines Herren und der “roten Witwe” gerät, eine Frau, die in dem Ruf steht, all ihre bisherigen Ehemänner vergiftet zu haben. Die Geschichte hat mir nicht ganz so gut gefallen, wie die erste. Dies liegt vor allem daran, dass die Herkunft des Knappen Ei nun geklärt ist und auch das Finale nicht so spannend aufgebaut ist wie in der Einstiegsgeschichte. Ich muss sogar sagen, dass ich die Lösung des Konflikts der Parteien etwas einfallslos fand. Richtig schlecht ist die Geschichte aber auch nicht, hat sie doch den typischen Charme, den Martin in seinem Lied von Eis und Feuer verbreitet auch zu eigen.

Der geheimnisvolle Ritter: In Geschichte Nummer drei gelangen die beiden Helden des Buches zu einem anlässlich einer Hochzeit veranstalteten Turnier. Die Chance zu Ruhm, Ehre und Gold zu gelangen, möchte sich Dunk nicht nehmen lassen, vor allem, da er lediglich zwei Siege benötigt. Dumm nur, dass dieses Turnier nicht das ist, was es zu sein scheint. So gerät er erneut zwischen die Fronten, nur sind diese etwas einflussreicher als noch in Geschichte zwei.
Im Vergleich mit den anderen Geschichten gefällt mir diese besser als die zweite, aber die erste ist immer noch die beste. Auch diese hier macht Spaß zu lesen, wenn auch etwas die Spannung fehlt.

Fazit: Auch wenn dem ersten Band von Der Heckenritter von Westeros ein wenig der Zusammenhang fehlt allein durch die Aneinanderreihung von drei Episoden, ist dieser Band sehr gelungen. Sowohl Ritter Dunk als auch Knappe Ei sind sehr sympathisch und durch Martins Schreibstil kommt schnell der Charme auf, den auch Das Lied von Eis und Feuer versprüht. So ist dieses Buch zwar kein Roman, doch ein gelungener Auftakt einer Prequel-Serie, von der ich sehr gern noch mehr – dann aber bitte in Romanform – lesen möchte! Am liebsten jedoch erst dann, nachdem Martin sein Hauptwerk vollendet hat! Dieses Buch ist für Freunde von Das Lied von Eis und Feuer absolut zu empfehlen!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.10.2013
Sturm / Chroniken von Hara Bd.4
Pehov, Alexey

Sturm / Chroniken von Hara Bd.4


sehr gut

So nun habe ich es endlich gelesen, das von mir langerwartete Finale der Chroniken von Hara. Die anderen drei Bände haben mir alle beim Lesen sehr viel Freude bereitet und im Endeffekt haben sie mir auch sehr gut gefallen, aber – und das war stets mein größter Kritikpunkt – ich wusste nicht wirklich, worauf es am Ende außer dem üblichen Wir-müssen-diesen-Krieg-gewinnen hinaus laufen soll. Nun bin ich schlauer. Aber mein Unwissen hatte eine Daseinsberechtigung, denn wie es sich herausstellte, besteht dieses Buch nur noch daraus alle übrig gebliebenen Verdammten nach und nach auszuschalten, um eben den besagten Krieg zu gewinnen. Dies beinhaltet auch eine wirklich interessant und spannend geschilderte Schlacht, doch leider befindet sich diese nicht am Ende des Buches. Das Ende kommt seicht angeplätschert irgendwann ist es dann soweit, ein paar Dinge werden noch (manche mehr schlecht als recht) aufgeklärt und das war’s dann. Krieg zu Ende und das Leben geht weiter. Von diesem Verlauf war ich wirklich enttäuscht, haben die Bücher doch eigentlich mehr versprochen. Vielleicht mag meine Enttäuschung auch daher resultieren, dass zwischen den einzelnen Abschnitten Zeit vergeht und diese Zwischenpassagen werden nicht geschildert. So kam es mir am Ende vor, als würde die Handlung lediglich von einem Kriegsschauplatz zum nächsten Hüpfen, bis alles aufgeklärt und beendet ist. Dies ist überaus schade!
Habe ich beim dritten Band noch ausdrücklich gelobt, dass die Handlungsstränge nun endlich zusammenlaufen und so mehr Spannung und Lesefluss aufkam, wurde dies in diesem Band nicht vollends fortgeführt. Zwar sind alle alten Handlungsstränge weiterhin zusammen, jedoch kommt mit Algha, der Schwester von Rona, noch eine neue Person hinzu, die der Leser auf ihrem Weg zum finalen Krieg begleitet. Schön daran ist, dass man dadurch noch ein klein wenig Einblick auf die Seite der Verdammten bekommt, da Algha in deren Gefangenschaft gerät. Doch die Sinnhaftigkeit dieser Figur stelle ich doch sehr in Frage, ist sie doch im Prinzip nur noch eine Person die im finalen Kampf etwas mehr Unterstützung liefert und sonst eigentlich keine Bedeutung hat. Eigentlich hätte sie eine interessante Komponente mit in das Buch hineinbringen können: Sie ist eine Schreitende und damit aus Prinzip voll gegen den dunklen Funken. Als sie diesen bei ihrer Schwester bemerkt, reagiert sie zwar angemessen, doch anschließend wird dieses Thema viel zu sehr herunter gespielt und somit wertvolles Potential verschenkt.
Nicht so gut gefallen hat mir “die Auflösung”, was hinter dem mysteriösen Charakter Gerrit steckt. Ich bin daraus nicht wirklich schlau geworden und finde es nun noch mysteriöser… Allerdings erhoffe ich mir durch die Lektüre der Chroniken von Siala mehr Infos zu erhalten.
Auch wenn das nun alles recht negativ klingt, hat mir das Lesen des Buches wirklich Spaß gemacht. Pehov hat einen Schreibstil, der einem ein leichtes und schnelles Lesen ermöglicht. Auch wenn manche Dinge im Plot noch nicht so rund waren, passt das Gesamtwerk doch zusammen und die Lektüre dieses Vierteilers habe ich alles andere als bereut!

Fazit: Mit der Reihe Die Chroniken von Hara und auch mit seinem vierten Teil Sturm kann man eigentlich nichts falsch machen, wenn man ein High-Fantasy Buch zur Unterhaltung sucht. Zwar hatte ich hier und da noch einige Dinge zu bemängeln und das Ende dieser Chronik war eigentlich mehr ein Abarbeiten als ein spannendes Finale, dennoch hat mit das Lesen stets Spaß gemacht und diese Bücher werden sicher nicht die letzten gewesen sein, die ich von diesem Autor lesen werde!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.