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Bewertungen

Insgesamt 67 Bewertungen
Bewertung vom 01.07.2020
Die Perlenfarm
Marklund, Liza

Die Perlenfarm


gut

Hatte mir mehr versprochen
Ja was soll ich schreiben? Die Inhaltsangabe las sich sehr vielversprechend – Perlenfarm, Südsee, Gestrandeter, Liebe – eigentlich alles drin was es für einen interessanten Roman braucht. Der Anfang war dann auch entsprechend fesselnd und lies auf ein schönes unterhaltsames Buch hoffen. Doch leider verzettelte sich die Geschichte in dem Moment, als Kiona sich auf die Suche nach Erik macht. Was eine spannende Suche und neue Erfahrungen für Kiona hätten sein können, entpuppt sich letztlich in weit schweifenden Beschreibungen von Hotels oder dem Bankwesen. Natürlich ging die Handlung voran, aber so manche Aktion Kionas konnte ich nicht nachvollziehen. Auch dieses Mitfiebern bei einer Jagd nach seiner großen Liebe kam bei mir nicht an. Also alles in allem konnte mich der Roman nicht mitreißen. Ja ich habe ihn letztlich beendet, aber dieses Ach-Ja-wie-schön-Gefühl, wenn sich alles am Ende fügt hatte ich nicht. Und der Bezug zur Perlenfarm kam für mich viel zu kurz. Vielleicht hatte ich ja auch schlecht weg eine andere Vorstellung vom Inhalt und konnte mich deshalb nicht wirklich auf den Roman einlassen. Andere Leser mögen das anders sehen/lesen. Ich kann jedenfalls nur 3 von 5 Sternen vergeben.

Bewertung vom 12.06.2020
Unter den Linden 6
Kaiser, Ann-Sophie

Unter den Linden 6


sehr gut

Lesenswerter historischer Roman
Wenn man die Anschrift der Humboldt-Universität in Berlin bis dato noch nicht kannte, kann man anhand des Covers nicht wirklich auf diesen Inhalt schließen. Aber spätestens nach dem Lesen der Inhaltsangabe wird klar, dass der Roman ein Plädoyer für alle Frauen sein soll, die entgegen aller Widrigkeiten ihren Weg gegangen sind. Verknüpft werden in diesem Roman die „Welten“ dreier sehr unterschiedlicher Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die mit viel Durchsetzungsvermögen ihren Weg gehen wollen, auch wenn dies unter der bestehenden gesellschaftlichen Situation alles andere als leicht für sie sein wird. Anhand dieser drei Frauen setzt die Autorin gleichzeitig den Kampf der Frauen für Bildung und Gleichberechtigung in den Mittelpunkt dieses historischen Romans. Aber auch die Historie der Humboldt-Universität zu dieser Zeit wird beleuchtet und bietet interessante Einblicke. Die Autorin hat einen eingängigen Schreib- und Erzählstil, so dass man eine durchaus unterhaltsame „Geschichtsstunde“ erhält. Mir hat dieser Roman gut gefallen und ich empfehle ihn hiermit auch gern weiter.

Bewertung vom 31.05.2020
Die Henkerstochter und der Fluch der Pest / Henkerstochter Bd.8
Pötzsch, Oliver

Die Henkerstochter und der Fluch der Pest / Henkerstochter Bd.8


ausgezeichnet

Gelungene Fortsetzung
Mit diesem Buch schickt Oliver Pötzsch die Henkerstochter Magdalena mit samt Familie bereits zum 8. Mal auf Verbrecherjagd. Wie schon in den Vorgängern ist auch dieses Buch sehr umfangreich. So wird das Geschehen in drei Handlungssträngen erzählt: Jakob Kuisl, Tochter Magdalena und ihr Mann Simon reisen nach Kaufbeuren, wo etwas Sonderbares vor sich geht, glaubt man dem dortigen Scharfrichter, Paul bleibt in Schongau und deckt hier Ungeheuerliches auf und Peter verschlägt es mit einer Depesche auf dem Weg nach Kaufbeuren in ein Pestdorf. Erneut gelingt es dem Autor aus historisch Belegtem und Fiktivem einen fesselnden und auch informativen historischen (Kriminal-)Roman vorzulegen. Die Weiterentwicklungen der einzelnen Familienmitglieder der Familie Kuisl sind vielfältig und spannend zu verfolgen. Wie die Kinder Magdalenas, Peter und Paul, letztlich zur Aufklärung des Pestfluchs beitragen, ist nachvollziehbar und überzeugend erzählt. Auch die historischen Begebenheiten und Persönlichkeiten passen wieder einmal super in die erdachte Handlung und runden somit diesen HistoRoman wunderbar ab. Der Schreib- und Erzählstil ist gewohnt leicht und flüssig zu lesen. Es war für mich erneut ein Vergnügen der Henkersfamilie gefolgt zu sein und vergebe deshalb auch 5 von 5 Sterne.

Bewertung vom 31.05.2020
Der Knochengarten / Tony Hill & Carol Jordan Bd.11
Mcdermid, Val;McDermid, Val

Der Knochengarten / Tony Hill & Carol Jordan Bd.11


gut

Nicht der beste Teil
Nach der Lektüre des 11. Falls für Jordan/Hill bin ich doch sehr zwiegespalten. Konnte man in den Vorgängern davon ausgehen dass die Beiden sich bei der Ermittlung wunderbar ergänzten sind sie diesmal aus bekannten Fakten außen vor. Und damit beginnt meiner Meinung nach auch das Dilemma. Das restliche Team ist zwar bestrebt das beste aus der Situation zu machen und den Täter zu finden, aber es läuft alles nicht wirklich rund. Und die privaten Probleme von Jordan und Hill wurden für meinen Geschmack zu intensiv erzählt, so dass der eigentliche Krimiplot irgendwie zur Nebensache wurde. Ich hatte beim Lesen das Gefühl alles wurde seitenlang erklärt und von rechts auf links gedreht nur der eigentlich zu bearbeitende Fall nicht. Selbst die schrecklichen Zustände im Kloster bekamen in ihrer Erklärung nicht genug Raum hinsichtlich der ganzen persönlichen Probleme von Jordan und Hill. Ich muss leider sagen, dass mir dieser Teil der Serie nicht gefallen hat, aus dem Kriminalfall hätte die Autorin mehr machen können. Dass sie es besser kann zeigen ja die Vorgängerbände. Bleibt zu hoffen, dass sie sich im nächsten Teil wieder steigern kann. Für Fans der Serie durchaus zu empfehlen, schon um zu erfahren wie es Jordan und Hill ergeht. Letztlich von mir für dieses Buch gut gemeinte 3 von 5 Sterne.

Bewertung vom 16.04.2020
Blutgott / Clara Vidalis Bd.7
Etzold, Veit

Blutgott / Clara Vidalis Bd.7


sehr gut

Nichts für Zartbesaitete
Mit „Blutgott“ schickt Veit Etzold seine Patho-Psychologin Clara Vidalis und ihr Team vom LKA Berlin in deren nunmehr 7. Fall. Auch dieser ist, wie schon seine Vorgänger nichts für schwache Nerven. Eine Gruppe Jugendlicher tötet brutal eine Zugreisende. Eine dabei am Tatort zurückgelassene Signatur erinnert an den Totenzeichner aus Band 4 dieser Reihe. Clara und Dr. Friedrich beginnen zu ermitteln. Viele Passagen kommen gewohnt schockierend und abstoßend daher. Aber für eingefleischte Etzold-Fans durchaus gewollte „Kost“. Während der Leser der Polizei immer wieder einen Handlungsschritt voraus ist, bleibt die Spannung aber nicht auf der Strecke. Da allerdings immer mal wieder Bezug auf Vorfälle aus den Vorgängerbänden genommen wird, ist es nicht verkehrt diese zu kennen. Auch das „Wiedersehen“ mit den Mitgliedern aus Claras Arbeitsgruppe war wieder sehr schön. Kurz gesagt ist „Blutgott“ ein erneut gelungener Thriller, der extrem morbid daherkommt und nichts für zartbesaitete Leser/innen ist. Mich hat er gut unterhalten und ich vergebe 4 von 5 Sterne.

Bewertung vom 16.04.2020
Die Herren der Zeit / Inspector Ayala ermittelt Bd.3
García Sáenz, Eva;Garcia Saenz, Eva

Die Herren der Zeit / Inspector Ayala ermittelt Bd.3


ausgezeichnet

Super Thriller
„Die Herren der Zeit“ ist der Abschlussband der Kraken-Trilogie. Und was zweimal wunderbar funktioniert hat, passt auch im 3. Band. Denn auch hier wurde Vergangenheit mit Gegenwart verbunden, und somit ein rasanter und abwechslungsreicher Thriller zu Papier gebracht. In einem Buch aus dem 12. Jh. mit dem Titel „Die Herren der Zeit“, welches eine Art Familienchronik darstellt, sind Tötungsvarianten beschrieben, die im Jetzt erneut zur Anwendung kommen. Und hier beginnen die Ermittlungen für Kraken und sein Team. Durch den steten Zeitebenenwechsel bekommt der Thriller sein Tempo und seine Faszination faktisch vorgegeben. Allerdings muss man als Leser hier am Ball/Buch bleiben um die familiären Zusammenhänge und die vielen Wendungen während der Ermittlungen richtig zuordnen zu können. Wie schon in den Vorgängerbänden geizt die Autorin nicht mit Historischem aus ihrer Heimat dem Baskenland, was ich durchgängig gelungen und sehr informativ fand. Alles in allem ein würdiger Abschlussband dem ich jedem Thriller-Fan absolut empfehlen kann, wobei ich durchaus sagen möchte lest auch die beiden ersten Teile – es lohnt sich wirklich.

Bewertung vom 29.03.2020
Dankbarkeiten
Vigan, Delphine de

Dankbarkeiten


ausgezeichnet

Gefühlvoll und wunderschön
„Dankbarkeiten“ handelt von einer betagten Madame, genannt Michka, die allmählich ihr Sprachvermögen verliert, Marie, die sich um Michka schon länger kümmerte und Jerome ein Logopäde, der Michka regelmäßig behandelte. Diese drei doch so unterschiedliche Menschen verbindet jedoch mehr als man denken mag. Haben doch alle drei keine richtigen familiären Bindungen. Als Marie von Michkas Traum erfährt nochmal den Menschen Dank zu sagen, die sie in schweren Zeiten liebevoll aufgenommen hatten, helfen die anderen Beiden bei der Suche. Delphine de Vigan hat einen sehr eindringlichen Schreibstil. Schnell hatte mich ihre Geschichte gefangen genommen. Sie versteht es meisterlich über nicht bewältigte, längste vergangene Geschehnisse, verpasste Chancen und nicht zuletzt das Vergessen selbst zu schreiben und dem Leser durchaus die eine oder andere Träne zu entlocken. Aber ich hatte beim Lesen immer das Gefühl, dass trotz Betroffenheit - gegenüber Michka - und deren verzweifelten Suche nach Worten, am Ende alles doch noch gut werden kann/wird. Gefühlvoll, wunderschön und lebensnah wird diese Geschichte erzählt. Mir hat sie sehr gut gefallen und ich kann sie nur wärmstens weiterempfehlen. Ich vergebe 5 von 5 Sterne.

Bewertung vom 29.03.2020
Das Haus der Frauen
Colombani, Laetitia

Das Haus der Frauen


gut

Frauen in Not
In dem Roman geht es wie der Titel ja schon sagt um einen Frauenhaus. Dabei springt die Handlung immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Wird in der Vergangenheit von Blanche Peyron erzählt, die 1926 in Paris eine Haus für bedürftige Frauen gründete, beschreibt der Jetzt-Strang von der Anwältin Solène, die nach einem Burnout dorthin findet und den Frauen hier mit Rat und Tat zur Seite steht. Angesprochen werden dabei verschiedene Themen wie häusliche Gewalt, Drogenmissbrauch, Flucht und Armut, die aber nicht tiefgründig erzählt werden. Sie sind faktisch nur die „Stichwort-Geber“ für Solenes Agieren. Der Roman liest sich flüssig, doch blieben für mich trotz der durchaus emotionalen und berührenden Geschichte die Charaktere zu blass. Der Grundtenor des Romans ist klar ersichtlich, der Kampf für die Rechte und Freiheit von Frauen ist noch lange nicht zu Ende. Allerdings hätte die Autorin den einzelnen Schicksalen mehr Platz einräumen sollen, das hätte mehr direkten Bezug sowohl zum Haus der Frauen als auch zu den Charakteren geboten. Den Roman kann ich weiterempfehlen aber vergebe nur 3 von 5 Sterne.

Bewertung vom 29.03.2020
Die Königin von Berlin
Roth, Charlotte

Die Königin von Berlin


ausgezeichnet

Die Muse Brechts
In „Die Königin von Berlin“ hat die Autorin Charlotte Roth wiedereinmal ihr feines Gespür für Historisches unter Beweis gestellt. Erzählt sie doch in ihrem neuen Werk die Lebensgeschichte der Carola Neher – die nicht nur mit einem unglaublichen Talent für Theater und Schauspiel gesegnet sondern auch die Muse Bertolt Brechts war. Leider ist sie aber auch ein Opfer der politischen Umstände ihrer Zeit. Denn es ist die Epoche der Weimarer Republik und die Menschen haben anderes zu tun als ins Theater zu gehen, müssen sie doch täglich ihren eigenen Kampf ums Überleben ausfechten. Der entscheidende Durchbruch und damit einhergehende große Bekanntheitsgrad bis in unsere Tage, ist ihr leider verwert geblieben. Um so schöner, dass sich die Autorin dieser Persönlichkeit angenommen hat. Durch den ausgezeichneten Erzählstil nimmt die Geschichte immer mehr an Tempo zu. Man möchte wissen wie es mit der Beziehung zu Brecht weitergeht oder was Klabund vor hat. Und was ist mit dem Barbaralied? Viele Fragen, die man beantwortet bekommen will. Und deshalb bleibt man dran und in Null Komma nichts ist der Roman auch schon wieder zu Ende – leider. Ich wurde toll unterhalten und kann diesen Roman nur empfehlen. Ich vergebe 5 von 5 Sterne.

Bewertung vom 29.03.2020
Marianengraben
Schreiber, Jasmin

Marianengraben


ausgezeichnet

Trauerbewältigung
„Marianengraben“ ist der Debütroman von Jasmin Schreiber. Sie widmet sich in ihm einem durchaus schwierigen Thema: Trauer und Depression. Aber der Autorin gelingt es, durch eine leicht verständliche Sprache und einer sehr genauen Wortwahl, Paulas Geschichte zu erzählen, die um ihren Bruder trauert und dabei in eine tiefe Depression verfällt. Der Leser bekommt dabei die ganze emotionale Bandbreite von Paulas Schmerz und Verzweiflung „hautnah“ ab. Es kommt alles sehr lebensecht beim Leser an, man durchlebt faktisch ein Wechselbad der Gefühle. Das Ganze ist so tiefgründig erzählt, dass ich ab und an innehalten und erst einmal tief durchatmen musste. Damit aber der Leser nicht auch wie Paula in eine Krise gerät, hat die Autorin Helmut auf den Plan gerufen, der mittels seiner schrulligen Natur für Paula „das Licht am Ende des Tunnels“ bedeutet und ihr somit zu einer großen Stütze wird. Dies ist vielleicht keine alltägliche Romankost die hier erzählt wird, aber durch die gekonnten humorigen Einlassung mittels Helmut, ist hier ein Roman entstanden, der trotz aller Trauer auch die Hoffnung zum Leben beschreibt. Für mich ein absolut lesenswertes Debüt. Ich vergebe volle 5 Sterne.

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