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Bewertungen

Insgesamt 164 Bewertungen
Bewertung vom 11.10.2021
Reise durch ein fremdes Land
Park, David

Reise durch ein fremdes Land


sehr gut

Ruhig, atmosphärisch, tiefgründig
Ein Vater macht sich mit dem Auto auf die Reise nach Sunderland, um seinen Sohn Luke von der Universität abzuholen. Es ist ein paar Tage vor Weihnachten, und die Flughäfen sind wegen des starken Schnees der letzten Zeit geschlossen. Während Tom aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse nur langsam vorankommt, beschäftigen sich seine Gedanken mit Daniel, seinem anderen Sohn.
Die Welt ist weiß und die Geräusche sind gedämpft, was den Vater in eine Art meditativen Zustand versetzt. Er denkt an seinen anderen Sohn, und nach und nach erfährt der Leser, was mit ihm geschehen ist.
Der Roman ist eine eher leise aber intensiv erzählte Geschichte bei der mir Worte wie schmerzhaft, verletzlich aber auch wunderschön in den Sinn kommen. David Park versteht es wirklich gut die Orientierungslosigkeit seiner Hauptfigur in Worte zu fassen und daraus einen atmosphärisch dichten Roman zu entwickeln. Mir hat er jedenfalls gut gefallen, deshalb gibt es dafür 4 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 11.10.2021
Der rote Raum / Ingrid Nyström & Stina Forss Bd.9
Voosen, Roman;Danielsson, Kerstin Signe

Der rote Raum / Ingrid Nyström & Stina Forss Bd.9


sehr gut

Spannende Fälle – interessante Ermittlerinnen
„Der rote Raum“ ist schon Band 9 der Krimireihe um die beiden Ermittlerinnen Ingrid Nyström und Stina Forss. Nur arbeiten sie nicht mehr zusammen, denn Stina hat sich nach Stockholm versetzten lassen. Doch beide bekommen es mit Mordfällen zu tun, die sie unweigerlich wieder zueinander führen.
Auch dieser neue Fall bzw. Fälle ist/sind wieder spannend erzählt. Die typisch schwedische Atmosphäre ist wieder genauso Teil der Geschichte, wie die gut durchdachte Handlung, die Erwähnung gesellschaftlicher und politischer Problematiken und nicht zu vergessen die lebensechte Darstellung der Hauptcharaktere.
Voosen/Danielsson haben einen sehr anschaulichen und flüssig zu lesenden Schreib- und Erzählstil, mit dem sie bei mir das Kopfkino in Gang setzen konnten. Durch den stetigen Wechsel der Schauplätze blieb die Spannung für mein Empfinden auf einem guten Level und es wahr spannend zu verfolgen, wie Nyström und Forss sich mit ihren Ermittlungen immer weiter der jeweils anderen annäherten.
Neueinsteiger können diesen 9. Fall durchaus als eigenständigen Krimi lesen. Allerdings werden die Hintergründe, wie es zur „Trennung“ der beiden Ermittlerinnen kam, nicht weiter erklärt, was aber für die Verständlichkeit zur Lösung der Fälle keine Auswirkungen hat.
Fazit: Mit diesem neuen Band haben die Autoren wieder einen gut inszenierten Fall zu Papier gebracht, der mich erneut zu fesseln und zu unterhalten vermochte. Ich empfehle das Buch gern weiter und vergebe 4 von 5 Sterne.

Bewertung vom 11.10.2021
Der Sucher
French, Tana

Der Sucher


ausgezeichnet

Spannend und geheimnisvoll
In diesem Roman geht es um Cal Hooper, einen pensionierten Polizisten aus Chicago, der ein heruntergekommenes Haus in einem kleinen irischen Dorf kauft. Cal ist auf der Suche nach Frieden, Ruhe und Zeit, um sich von seiner traumatischen Scheidung zu erholen. In der Stadt Ardnakelty findet Cal allerdings nichts von alledem.
Cal ist ein großartiger Charakter, er respektiert, wie die Dinge in seiner neuen Umgebung funktionieren ohne seine moralischen Prinzipien seinen Mitmenschen aufzuzwingen, auch wenn das gegen seine Natur geht. Tana French baut langsam die Spannung und das Geheimnis auf, während Cal erfährt, dass auch schöne Kleinstädte dunkle Geheimnisse verbergen können.
Es hat eine Weile gebraucht, bis ich mit der Erzählweise zu recht kam und auch eine Verbindung zu den einzelnen Charakteren aufgebaut hatte. Aber als ich im Lesefluss war wollte ich das Buch auch nicht mehr weglegen. Denn Tana French versteht es hier die Geschichte in einem ruhigen Rhythmus aber klug und überzeugend zu erzählen, wobei sie den Leser tief in die Charakter ihrer Figuren blicken lässt.
Die sich allmählich steigernde unterschwellige Spannung gepaart mit den idyllischen Beschreibungen der Natur und der Stadt und ihrer Umgegend ergeben wieder einen sehr gelungenen Roman, den ich absolut weiterempfehlen möchte. Ich vergebe deshalb auch volle 5 Sterne.

Bewertung vom 11.10.2021
Someone like you / Moonflower Bay Bd.2
Holiday, Jenny

Someone like you / Moonflower Bay Bd.2


sehr gut

Gefühlvoll und berührend
Dies ist das zweite Buch der Moonflower Bay Reihe. Und hier wird nun die Geschichte von Nora und Jake erzählt.
Die Geschichte entwickelt sich eher langsam: Nora und Jake sind wirklich Freunde, bevor sie eine romantische Beziehung eingehen. Auch wenn es eine gefühlvolle Geschichte ist, die viele Gedanken zum Thema Verlust aufgreift, hat sie mir gerade wegen dieser Problematik gut gefallen.
Auch die Charakterisierung der beiden Hauptprotagonisten fand ich wirklich gelungen. So hat sie z. B. kurzes, er langes Haar – wenn sich das nicht ergänzt :-)).
Wie und was die Autorin ihre beiden Helden hier erleben lässt, von Freundschaft über gemeinsame Abenteuer bis hin zu romantischen Begegnungen hat mich wunderbar unterhalten. Ich konnte mich regelrecht in die Geschichte fallen lassen und mit den Beiden leiden und lachen.
Von mir gibt es für diese gefühlvolle Geschichte eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sterne.

Bewertung vom 11.10.2021
Das geheime Leben des Albert Entwistle
Cain, Matt

Das geheime Leben des Albert Entwistle


sehr gut

Schöne, ruhige Lektüre
Matt Cain hat eine ergreifende, inspirierende Geschichte über verlorene Liebe und die Überwindung von Hindernissen geschrieben, bei denen sich der eine oder andere Leser sicherlich wiederfindet. In dieser heiteren Geschichte über das Leben und die Liebe, erfährt Albert, dass er die Unterstützung von Freunden, Arbeitskollegen und Nachbarn hat, als er sie am meisten braucht. Er findet neue Freunde und entdeckt, dass Schwulsein nicht länger etwas ist, das man verstecken muss.
Diese leichte Lektüre lässt sich flüssig lesen und wartet mit Charakteren auf, die wunderbar lebensecht auf mich wirkten. Auch wenn mir die Veränderung und Einsichten Alberts ein bisschen zu schnell vonstatten gegangen sind, was für mich nicht ganz passte, ist es aber trotz meiner kleinen Kritik eine schöne, ruhige Lektüre, die mich gut unterhalten hat.
Ich empfehle Albert Entwistles erstaunliche Reise der Selbstfindung gern weiter und vergebe 4 von 5 Sterne.

Bewertung vom 11.10.2021
Der Kolibri - Premio Strega 2020
Veronesi, Sandro

Der Kolibri - Premio Strega 2020


sehr gut

Unkonventionell, bewegend, menschlich
Kolibri ist der Spitzname der Hauptfigur in Sandro Veronesis neuestem Buch, ein Spitzname, den er aufgrund eines Problems erhielt, welches er in seiner Kindheit hatte.
Kolibri ist der konservative Held, der mit Veränderungen jeglicher Art schlecht klarkommt, denn sie sind für ihn so etwas wie ein Versagen, er kommt dadurch nicht zur Ruhe. Und so lebt er ein anstrengendes Leben um Veränderungen möglichst nicht zuzulassen. In einer unaufgeräumten, unzusammenhängenden Chronologie überspringt Veronesi Jahre und ganze Zeiträume und bringt alle Gefühle ins Spiel, die aus heiterem Himmel auftauchen und den Drang verspüren, ausgesprochen zu werden.
Mir hat dieser kraftvolle und unkonventionelle Roman von Veronesi gut gefallen, wobei mir jedoch der erste Teil viel besser gefiel als der Letzte. Es geht um Schmerz, Schuld und Verluste. An manchen Stellen war die Geschichte etwas langatmig erzählt, an anderen dafür sehr fesselnd und bewegend. Und es gibt viele literarische, filmische und musikalische Einwürfe, und ein Nachwort des Autors. Lesenswert und deshalb bewerte ich das Buch mit 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 06.10.2021
Der Brand
Krien, Daniela

Der Brand


sehr gut

Wenn die Liebe ihre Kraft verliert
In dem neuen Roman von Daniela Krien „Der Brand“ sind Rahel und Peter die Hauptprotagonisten. Sie sind seit fast 30 Jahren miteinander verheiratet haben erwachsene Kinder und leben in Dresden. Beide sind in ihren jeweiligen Berufen – sie Psychologin, er Germanistikprofessor – erfolgreich und gefragt. Aber ihrer Ehe fehlt die Leichtigkeit aus den Anfangsjahren und das soll sich nun während eines Urlaubs ändern. Und ausgerechnet der beginnt mit einem Brand in ihrem gebuchten Feriendomizil.
Schonungslos erzählt nun Daniela Krien in kurzen, knappen Sätzen und wohl formuliert über die Ehe der beiden und lässt den Leser teilhaben an den Emotionen und Gedanken ihrer Figuren. Denn Rahel kann und will sich nicht damit zufrieden geben nur noch nebeneinander her zu leben. Sie will nicht mit einem Mann verheiratet sein, der sie nicht mehr als Frau wahrnimmt und sich stattdessen zu Büchern und Pferden flüchtet. Peter wiederum will nach dem stressigen Uni-Alltag einfach nur seine Ruhe haben, während Rahel auch jetzt noch aktiv am Leben teilhaben will. Dieser dargelegte Konflikt gibt dem Roman eine unterschwellige Spannung, die auch durch den Schreib- und Erzählstil noch verstärkt wird.
Fazit: Was bleibt also nach 30 Jahren Ehe? Kann ein Urlaub neue Impulse geben oder ist alles nur vergebene Liebesmuh'? Daniela Krien ist mit „Der Brand“ ein intensiver Roman gelungen der auch die Unterschiedlichkeit zwischen Mann und Frau in einem so langen Miteinander beleuchtet und hinterfragt. Für Fans von Happy Ends ist dies eventuell nicht die richtige Lektüre, mich aber hat der tiefgründige Roman gut unterhalten und deshalb gibt es auch 4 von 5 Sterne.

Bewertung vom 06.10.2021
Das Leben, ein großer Rausch / Die Polizeiärztin Bd.2
Sommerfeld, Helene

Das Leben, ein großer Rausch / Die Polizeiärztin Bd.2


sehr gut

Gelungene Fortsetzung
Die Geschichte um die vier Frauen aus „Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein ewiger Traum“ geht in die 2. Runde. Natürlich liegt der Fokus auch hier auf dem Leben, sowohl des privaten als auch des beruflichen, des titelgebenden Charakters Magda Fuchs. Auch diesmal sind Magda und Kuno wieder mit Gewaltverbrechen konfrontiert, die sie dazu veranlassen nicht wegzusehen und sich zum einen um die Opfer zu kümmern und zum anderen dem Verbrecher auf die Spur zu kommen. Anhand dieser Ausgangssituation werden im weiteren zum Beispiel Themen wie Gewaltverbrechen und deren Aufklärung vornehmlich an Frauen und Kindern aber auch die Stellung der Frau im Polizeiapparat näher beleuchtet. Aber auch die Probleme, die sich im Berlin der 1920er Jahre für das ganz normale Leben ergeben, werden hier nicht außen vorgelassen. So stellt sich Magda unter anderem die Fragen, ob es sicher ist in diesen stürmischen sich schnell verändernden Zeiten Kinder zu bekommen und ob sie als Frau eine Zukunft in ihrem Beruf haben wird. Diese und andere Themenbereiche wie Ehe, ungewollte Schwangerschaft, Liebe/Sex werden noch zusätzlich durch die Lebensumstände der drei anderen Hauptcharaktere Doris, Celia und Ruth mit in die Geschichte eingebunden und zeichnen auf diese Weise ein recht komplexes Bild dieser Zeit.
Durch den sehr anschaulichen und lebendigen Schreib- und Erzählstil sowie die sehr vielschichtigen Charaktere ergibt sich ein wunderbares Sittengemälde des Berlins der 1920er Jahre. Auch dieser 2. Teil mit Magda, Kuno und Co. haben mich wunderbar unterhalten. Ich empfehle diesen Roman sehr gern weiter und vergebe 4 von 5 Sterne.

Bewertung vom 06.10.2021
Stadt des Zorns
Meller, Marc

Stadt des Zorns


ausgezeichnet

Rasant, beklemmend, mitreißend
Nach „Raum der Angst“ hier nun der zweite Escape-Room-Thriller von Marc Meller. Und auch hier treffen wieder Janus, der psychopathische Killer, und Hannah aufeinander. Allerdings ist der Escape-Room diesmal kein Zimmer sondern Janus hat seinen Radius auf die Stadt Köln ausgeweitet. Das gibt dem ganzen Wahnsinn naturgemäß viel größere Dimensionen und stellt die Beteiligten, ob Mitspieler oder Polizei, vor fast unlösbare Probleme.
Hannah, die glaubt aus ihrer bereits gemachten Bekanntschaft mit Janus', einen minimalen Vorteil ziehen zu können, sieht sich bald eines besseren belehrt. Aber auch die Polizei in Person Hauptkommissar Kappler bleibt nicht untätig. Das sich nun anbahnende Katz- und Maus-Spiel um Leben oder Tod hat Marc Meller erneut rasant in Worte gefasst. Zum einen gibt es da die sehr detailliert beschriebenen Schauplätze, so dass ich mir die Räumlichkeiten gut vorstellen konnte und zum anderen sind da aber auch die überzeugenden Beklemmungen und der Horror der „Mitspielenden“. Dieses stetige Hin und Her der Emotionen – gerettet, oder eben nicht – gibt dem Thriller die nötige Spannung, die von Beginn an auf einem wirklich guten Level liegt. Ob, wie und vor allem wer Janus' neuestes Spiel überlebt, müsst ihr selbst lesen – es lohnt sich.
Fazit: Auch wer Teil 1 (noch) nicht kennt, kann dieses Buch als eigenständigen Thriller lesen. Und durch den sehr lebendigen Schreib- und Erzählstil, die verschiedenen Perspektivwechsel aber auch die gut gesetzten Cliffhanger ist der Thriller leider auch viel zu schnell wieder ausgelesen. Aber es war wieder ein sehr gelungener Escape-Room-Thriller mit authentischen Charakteren und einem unvorhersehbaren Finale. Von mir gibt es dafür eine Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

Bewertung vom 06.10.2021
Das Haus der Düfte
Lambert, Pauline

Das Haus der Düfte


ausgezeichnet

Lebendig, mitreißend, informativ
Vorab eine Bemerkung zur Hardcover-Ausgabe vom Verlag List aus der Ullstein Buchverlage GmbH. Die Covergestaltung, und somit der erste Eindruck vom Buch, ist in meinen Augen sehr gelungen. Die Aufmachung sieht edel aus und passt somit sehr gut zum Thema des Romans - Parfümherstellung und Düfte.
Auf 448 Seiten erzählt Pauline Lambert die Geschichte Anouks, die sich ihren Traum Düfte zu kreieren, trotz aller Widrigkeiten und Schicksalsschläge, erfüllen will und als sich ihr eine Chance dazu bietet, zögert sie nicht.
Die Geschichte wird in verschiedenen Erzählsträngen erzählt, so z. B. aus der Sicht der Familie Girard, bei der Anouk ihre Ausbildung beginnt. Neben der Haupthandlung, Anouks Geschichte, erfährt der Leser viel über die Mannigfaltigkeit des Kreierens von Düften, aber auch über die vielen reichhaltigen Zutaten, die es braucht ein neues Parfüm zu erschaffen. Gerade diese Abschnitte fand ich schon sehr interessant und informativ. Natürlich finden auch die weitläufigen Lavendelfelder, überhaupt die Provence, Erwähnung und geben der Geschichte die notwendige Atmosphäre.
Ob und wie sich Anouk in der Welt der Düfte und Parfümerien behauptet, dass solltet ihr selbst lesen, es lohnt sich. Der Erzählstil mit seinen Rückblicken in die Vergangenheit und den Sichtweisen in der Gegenwart fand ich mitreißend und harmonisch, dadurch ergab sich letztlich ein stimmiges Gesamtbild, dass sich dank des flüssigen und lebendigen Schreibstils auch wunderbar lesen lies.
Fazit: „Das Haus der Düfte“ ist zwar eher ein unaufgeregter, dafür aber ein informativer und mit einem interessanten Plot versehener Roman, der mich für einige Zeit in die Provence entführen konnte. Und was will man mehr als für einige Zeit dem Alltag zu entfliehen. Dieses Buch hat es bei mir definitiv geschafft und deshalb bewerte ich es mit vollen 5 Sternen.