Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Greenie_Apple


Bewertungen

Insgesamt 57 Bewertungen
Bewertung vom 07.10.2020
Gefährliches Vertrauen (eBook, ePUB)
Härtl, Cornelia

Gefährliches Vertrauen (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Erschreckend glaubwürdig

Lena Borowski ist Sozialarbeiterin, die vom Jugendamt in einen sozialen Brennpunkt in Offenbach versetzt wird. Nach anfänglicher Skepsis, ob es sich dabei nicht nur um politische Machtspielchen handelt, geht sie jedoch voll in ihrer neuen Aufgabe auf. Aber sie begibt sich auch auf private Ermittlungsarbeit, denn eine alte Schulfreundin meldet sich bei Lena. Sie bittet um deren Mithilfe, da ihre Schwägerin verschwunden zu sein scheint. Die Spur führt Lena in die SM-Szene Frankfurts. Plötzlich taucht die Leiche einer jungen Frau auf. Handelt es sich dabei um die Vermisste?
Die Arbeit mit den heruntergekommenen Familien und vor allem verwahrlosten Kindern ist erschreckend glaubwürdig beschrieben. Die Geschehnisse um die kleine Samantha nehmen einen mit und stimmen traurig, da es leider viel zu häufig so passiert. Und auch die eigentliche Geschichte rund um die vermisste Sabrina ist gut und durchaus realistisch beschrieben. Was mich ein bisschen stört, ist das Erklären einiger Begriffe, von denen ich mir nicht vorstellen kann, dass Lena noch nie davon gehört hat. Hier ein Beispiel: „Was bedeutet das denn – extrem devot … sucht absolut dominanten Mann, der sie unterwirft und über ihre Grenzen führt … 24/7 angestrebt?“ Vielleicht habe ich aber mittlerweile auch selbst so viel darüber gelesen und gehört, dass ich das als normale Begriffe ansehe. Das tut dem Buch generell aber keinen Abbruch.
Die Story ist flüssig geschrieben, ein ums andere Mal musste ich einfach weiterlesen, weil es so spannend beschrieben ist. Dabei wurde ich mit den einzelnen Figuren eigentlich gar nicht so warm. Sie sind alle toll und detailliert beschrieben, aber selbst die Protagonistin Lena selbst ist mir nicht hundertprozentig sympathisch, obwohl ich ihre Arbeit wirklich bewundere. Das könnte unter anderem auch an ihrer Beziehung zu einer Japanerin liegen, die sehr introvertiert dargestellt ist, was aber im Laufe des Buches erklärt wird, weshalb. Lena selbst kommt mir auch immer etwas oberflächlich rüber, obwohl sie das eigentlich gar nicht ist. Ihre Hintergrundgeschichte macht dieses Verhalten deutlich. Und die Tatsache, dass ich nicht alle Charaktere mag ist für mich eher ein Zeichen, dass man sich mit der Story beschäftigen muss und zum Nachdenken kommt, woran das liegt und vielleicht auch eigene Vorurteile ausräumen kann.
Insgesamt trotz meiner kleinen Kritikpunkte ein spannendes Buch mit einem interessanten Hintergrund. Lena Borowskis erster Fall und bestimmt nicht mein letzter.

Bewertung vom 06.10.2020
Das Gift deiner Lügen
Blackhurst, Jenny

Das Gift deiner Lügen


gut

Die „Desperate Housewives“ von Severn Oaks

Vor einem Jahr kam Erica Spencer bei einer Gartenparty ums Leben. Ein dummer Unfall, den die Polizei damals recht schnell zu den Akten legte. Oder vielleicht doch nicht? Plötzlich taucht ein Podcast auf, der behauptet, es sei Mord gewesen. Und der Täter jemand aus der engen Nachbarschaft. Nach und nach werden Details aufgedeckt, die die Bewohner von Seven Oaks in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. Und über allen schwebt Erica, die ihre Kommentare zu den aktuellen Ereignissen abgibt…
Das neue Buch von Jenny Blackhurst gilt als Psychothriller, aber dafür erinnert es wirklich zu sehr an die Serie „Desperate Housewives“. Eine Geschichte, die unterhaltsam ist, die einige ungeahnte Wendungen aufweist, die einen aber auch eher schmunzeln lässt anstatt richtige Spannung aufzubauen. Ich habe mittlerweile viele Bücher aus diesem Genre gelesen, ein Psychothriller ist es für mich leider nicht einmal ansatzweise.
Die Protagonisten, nämlich die engsten Freunde und Nachbarn Ericas, zählen nicht gerade zu den Sympathieträgern des Jahres. Die eine will eine perfekte Hausfrau sein, die nächsten die perfekten Eltern, Geschäftsleute, arme, vom Leben gebeutelte und sich hochgearbeitete Paare usw. Eigentlich bestehen sämtliche Bewohner nur aus Fassaden, die mit dem Verlauf des Buches bröckeln und einstürzen.
Der Schreibstil ist recht flüssig, allerdings ist es zu Beginn wegen der vielen Personen schon recht anstrengend, sich zu orientieren. Insgesamt finde ich die Idee wirklich gut, aber teilweise zu langatmig und konfus.
Fazit: Unter einem anderen Genre eine durchaus amüsante Lektüre.

Bewertung vom 20.09.2020
Love will find us
Bennett, Ben

Love will find us


sehr gut

Was wäre, wenn…

Penny Lane ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. An ihrem 40. Geburtstag lässt sie, die ihre Eltern vor langer Zeit verloren und nie Zeit für Freunde hatte, ihr Leben Revue passieren, denn sie erhält nach einem Zusammenbruch eine Diagnose, die alles verändern wird. Wie wäre es verlaufen, wenn sie fünfzehn Jahre zuvor ihrer großen Liebe nach Paris gefolgt wäre? Da geschieht das Unfassbare - ein Riesenrad verspricht sie in die Vergangenheit reisen zu lassen, um diesen Fehler, wie es für Penny unwiederbringlich feststeht, zu korrigieren. Aber kann man wirklich alles einfach hinter sich lassen und nochmal neu beginnen?
Die Geschichte von Penny auf der Suche nach dem wahren Glück finde ich wirklich wunderschön umgesetzt. Die Kapitel werden rückwärts gezählt und haben für mich die perfekte Länge, die bewirkt, dass man immer weiterlesen möchte. Die Zeitsprünge kann man gut nachvollziehen, da sie zu Beginn jeden Kapitels gekennzeichnet sind. Der Schreibstil gefällt mir gut, man erfährt viel über Pennys Innenleben und vor allem die Szenen, die in ihrem Elternhaus spielen, haben mich sehr berührt. Es gibt einige Wendungen, die nicht auf den ersten Blick zu erwarten waren und einen zunächst stutzen lassen und die Geschichte etwas unrealistisch erscheinen lassen, aber im Nachhinein völlig logisch und nachvollziehbar sind.
Das Riesenrad passt perfekt auf das Cover, weil es eine große Rolle im Buch spielt. Mit Personen auf Covern habe ich allerdings meist so meine Probleme, da ich mir beim Lesen immer ein eigenes Bild der Protagonisten mache, das in den seltensten Fällen mit den Vorgaben übereinstimmt. Von der Beschreibung her wäre Jay wenigstens vom Aussehen her eigentlich eher gar nicht mein Fall, das habe ich im Laufe der Story aber ausblenden können. Hier liegt die Covervorgabe tatsächlich eher an meinen Erwartungen, Penny aber so gar nicht.
Insgesamt auf jeden Fall eine Geschichte, die nachdenklich stimmt und den auf das eigene Leben lenkt - würde ich alles nochmal genauso machen? Macht mich das, was ich erreicht habe, wirklich glücklich? Was braucht man eigentlich, um wirklich glücklich zu sein? Und was würde ich opfern, um wieder neu zu beginnen oder andere dadurch zu retten?

Bewertung vom 10.09.2020
Last Wish
Bell, Karin

Last Wish


sehr gut

Familienessen mit Folgen

Luke hat seiner Familie den Rücken gekehrt, weil er als Musiker groß rauskommen will. Sein Vater ist wütend, weil Luke einmal die Farm übernehmen soll, statt sich mit brotloser Kunst abzugeben. Und auch seine große Liebe Charlotte versteht ihn nicht und lässt ihn ziehen. Als Lukes Mutter stirbt, hat er sich schon längst eine große Karriere erarbeitet – was aber außer seiner Mutter niemand weiß. Die versucht jetzt durch ihr Testament, die Familie wieder zu vereinen – mit fünf Familienessen, die sie vor ihrem Tod geplant hat. Werden dabei auch Charlotte und Luke wieder zueinander finden? Denn eigentlich haben sie nie aufgehört, einander zu lieben…
Die Idee zu diesem Buch fand ich toll und war gespannt, ob Beckys Plan aufgeht. Die Figuren mochte ich sehr gern, selbst Lukes Vater hatte etwas an sich, das man gernhaben musste, denn ich konnte mir gut vorstellen, wie es in ihm aussah. Die Geschichte war gut und flüssig zu lesen. Besonders schön dabei waren die Einwürfe Beckys, die von oben auf die Situation herabschaute. An der ein oder anderen Stelle hätte das Buch ruhig etwas mehr Tiefgang vertragen, hier zogen mir die Ereignisse etwas zu schnell vorüber, vor allem der Schluss kam dann doch recht schnell und hätte noch mehr Potenzial gehabt. Einiges war mir zu einfach unkompliziert, nachdem die Situation anfangs so verfahren war. Zu gerne hätte ich den besonderen Song von Luke einmal wirklich gehört und da ich auch Countrymusik mag, bin ich mit der Atmosphäre des Buches verschmolzen.
Für mich insgesamt trotz kleiner Mängel eine durchaus lohnende Geschichte, die auch zum Nachdenken über das eigene Leben anregen kann mit der Frage, ob man seinem Herzen oder den Wünschen der anderen folgen sollte.

Bewertung vom 10.09.2020
Einmal Cornwall und für immer (eBook, ePUB)
Sonntag, Kerstin

Einmal Cornwall und für immer (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Wo das Herz zu Hause ist

Um ihre Beziehung zu überdenken und in der Hoffnung, dass ihr Freund Nick sich wieder mehr Mühe gibt, nimmt Jonna eine Auszeit bei ihrer Freundin Liz, die vor Jahren nach Cornwall ausgewandert ist. Im Flugzeug lernt sie den charmanten Ryan Bennett kennen – allerdings steht diese Bekanntschaft von Anfang an unter keinem guten Stern. Sehr zum Bedauern Jonnas treffen sich Ryans und ihre Wege immer wieder. Doch während Jonna an Nicks Liebe festhalten will, schleicht sich Ryan immer mehr in ihr Herz – für wen soll sie sich entscheiden?
Eine wunderbare kleine und kurzweilige Geschichte, die ans Herz geht. Zauberhafte, erfrischende und warmherzige Nebenfiguren wie die alte Mable oder Cassandra. Auch in Liz und Ryan habe ich mich sofort verliebt. Obwohl Ryan eigentlich schon wieder zu gut und schön für diese Welt war, kam er so sympathisch rüber, dass man ihn einfach mögen musste. Lediglich bei der Protagonistin selbst hatte ich etwas Startschwierigkeiten. Vielleicht lag es auch daran, dass Jonna teilweise von Ängsten und Zwängen begleitet wurde, deren Ursache nur am Rande Erwähnung fand. Da hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht.
Insgesamt aber ein sehr schöner und flüssiger Schreibstil, bei dem die Seiten nur so dahinflogen. Und dies vor der Kulisse Cornwalls – ein nahezu perfekter Sommerroman!

Bewertung vom 01.09.2020
Die Saga von Vinland
Lorentz, Iny

Die Saga von Vinland


sehr gut

Expedition ins Ungewisse

Die Tochter des norwegischen Jarls Ulfar wird bei einem Überfall auf dessen Anwesen von ihrem ehemaligen Verlobten Jarl Eyvind entführt. Mit ihr, Sigrid, und einer großen Zahl Bauern und Krieger, die er um sich geschart hat, will er neues Land jenseits der bisher gekannten Regionen, auch Vinland genannt, erobern. Andreas und Ailmar, zwei Sachsen, die bei Jarl Ulfar zu Gast waren, werden von Eyvind als Sklaven mit in die neue Welt verschleppt. Zu dessen Pech verliebt sich Sigrid auch noch in Andreas, statt sich auf ihren Gemahl einzulassen, doch sie darf sich dies auf keinen Fall zu deutlich anmerken lassen. Gemeinsam mit der jungen Grönländerin Ingridur träumen Sigrid, Andreas und Ailmar von ihrer Freiheit, während Eyvind seinen Plan weiter verfolgt, in Vinland zu siedeln und die Ureinwohner dort zu bekriegen. Doch die Mission steht unter keinem guten Stern…
Die Geschichte entführt uns in die Zeit der Wikinger und der ersten Entdeckungen des nordamerikanischen Kontinents. Leider gibt es keine genaue zeitliche Einordnung, allerdings wurden historische Figuren am Rande in die Story eingebettet, so dass man eine gewisse Orientierung bekam. Auch eine Karte wäre schön gewesen, um die Entfernungen noch besser abschätzen zu können. Iny Lorentz beschreibt in schillernden Farben sehr deutlich die damaligen Ständeunterschiede und die unterschiedlichen Lebenswelten der Nordmänner und der Indianer. Gerade die Darstellung dieser völlig im Widerspruch stehenden Kulturen war toll beschrieben. Einerseits die mittlerweile christianisierten Nordmänner mit ihren Bräuchen und Denkweisen, andererseits die der Ureinwohner, die sehr viel mehr mit der Natur verbunden waren und wie sie jeweils über den anderen gedacht und miteinander kommuniziert haben, fand ich sehr schön geschildert. Das Buch war keine Minute langweilig und man zitterte in den verschiedensten Situationen mit den Protagonisten. Dennoch hatte ich ein wenig Probleme, mich mit Sigrid und Andreas anzufreunden. Während sie immer als für eine Frau ungewöhnlich groß und zumindest bis auf den letzten Abschnitt eher kühl dargestellt wurde, war mir Andreas teilweise fast schon zu weich beschrieben. Vielleicht habe ich den Namen aber auch einfach mit eigenen Erinnerungen assoziiert. Auch das Cover fand ich eher unglücklich gewählt, da die abgebildete Frau in keinster Weise einer der Protagonistinnen ähnelte und auch nicht das eigentliche Thema des Buches repräsentierte, obwohl es sonst ansprechend gestaltet war.
Aber selbst wenn immer wieder ähnliche Dinge geschahen, flogen für mich die Seiten nur so dahin, was auch an dem flüssigen Schreibstil und den oft sehr kurzen Kapiteln lag. Gleichzeitig wurden aber auch viele Szenen wiederholt, so dass man sich beispielsweise fragte, ob die Männer früher wirklich so viel mehr mit anderen Körperteilen dachten als heutzutage. Was mich gelegentlich ein wenig störte, waren Redewendungen oder Begriffe, die in dieser Form im Mittelalter noch gar nicht bekannt gewesen sein dürften, wie „den Bock zum Gärtner machen“. Dennoch habe ich mich insgesamt gut unterhalten gefühlt in dieser Welt zwischen den Gletschern Grönlands, den Weiten Islands, den Urwäldern Amerikas und der Geschichte, die sich darum spann.

Bewertung vom 23.08.2020
Die Liebe fällt nicht weit vom Strand
Jebens, Franziska

Die Liebe fällt nicht weit vom Strand


ausgezeichnet

Mitten rein ins Chaos und zur wahren Liebe

Sophies größter Traum ist ein Foodtruck. Doch stattdessen studiert sie auf Wunsch ihres Vaters BWL, statt wie ihre verstorbene Mutter ihren Traum zu leben. Und auch ihr Freund Tim hält nicht viel von ihrer Idee, sich selbst zu verwirklichen. So landet Sophie bei einer Filmverleihfirma am Empfang, bis sie eines Tages unerwartet zur Produktmanagerin befördert wird. Von da an überschlagen sich die Ereignisse und sie findet sich bei Dreharbeiten in Dänemark wieder, die ihr Leben für immer verändern.
Zu Beginn der Geschichte dachte ich erst, dass ich es mal wieder mit einer völlig durchgeknallten jungen Frau zu tun habe, die ihr Leben nicht in den Griff bekommt. Und wegen der Kollegen, mit denen es Sophie zu tun hat, verstärkte sich dieser Eindruck auch immer mehr. Aber je länger ich gelesen habe, desto mehr wuchs sie mir ans Herz, denn irgendwie hat doch (fast) jeder irgendeinen kleinen oder großen Traum, der immer wieder die Freiheit sucht. Was mir manchmal ein bisschen zu viel war, war die Beschreibung des Bauchgrummelns. Man hatte den Eindruck, dass Sophies Magen nie Ruhe geben würde und wirklich extrem auf jede kleinste Veränderung anspricht. Ich weiß nicht, ob es das so massiv tatsächlich gibt. Dennoch passt es aber auch irgendwie zur Story, da es so sehr deutlich wurde, dass Sophie häufig auf ihr Bauchgefühl gehört hat. Ob das jetzt immer gut war, mag dahingestellt sein. Auf jeden Fall hat mir die Entwicklung gut gefallen und spätestens als dann noch Nick mit seinem tollen Haus in Dänemark, wo ich auch so gerne meine Urlaube verbringe, auftauchte, war es endgültig um mich geschehen.
Sophies Freundin Sasha und ihr Kollege Claudio waren so herzerfrischend, jeder einzelne Charakter war mit viel Liebe und detailliert beschrieben. Schade, dass man von Sandrine nicht mehr erfahren hat, was sie zu bedrücken scheint.
Für mich war alles dabei, was ein schöner Sommerroman braucht: Witz, eine tolle Kulisse, Zeit und Raum für Träume und vor allem Liebe!

Bewertung vom 22.07.2020
Der Tote auf Amrum
Johannsen, Anna

Der Tote auf Amrum


ausgezeichnet

Sherry mit Folgen

Bei dem Buch „Der Tote auf Amrum“ handelt es sich um den bereits sechsten Band der Inselkommissarin Lena Lorenzen von Anna Johannsen.
Auf der Insel wird der reiche Immobilienbesitzer Marten Hilmer tot in seinem Haus aufgefunden – alles deutet darauf hin, dass er vergiftet wurde. Doch welches Motiv steckt dahinter? Hat Hilmer bei den Hauskäufen für Unmut gesorgt? Oder steckt eine seiner Verflossenen hinter dem Mord, denn an Suizid will niemand glauben.
Die Hauptkommissarin Lena Lorenzen übernimmt den Fall und stößt dabei auf ein Geheimnis, das ihr Privatleben auf den Kopf stellt.
Ein Krimi, der ohne Blutvergießen auskommt und stattdessen durch Recherchearbeit und das Zwischenmenschliche besticht. Insgesamt für mich eine schöne Mischung und auf jeden Fall eine Reihe, die ich weiter verfolgen werde. Mir kamen an einigen Stellen die Kommentare etwas übertrieben vor, als es um den stressigen Arbeitsalltag und ein mögliches Burnout ging, aber wahrscheinlich sieht man da nicht, was noch alles dranhängt. Wie bei Lehrern, die nachmittags angeblich frei haben. Das musste ich mir einfach immer wieder vergegenwärtigen und tat meiner Begeisterung für das Buch keinen Abbruch.
Auch ohne die ersten fünf Teile zu kennen, kommt man gut in das Buch rein. Die Figuren finde ich sehr schön beschrieben, jede hat, wie bei Anna Johannsens neuer Reihe um Enna Andersen auch, ihre besonderen Eigenarten. Und auch wenn kein Blut fließt, war die Story für mich als Thrillerfan flüssig und spannend zu lesen.

Bewertung vom 16.07.2020
Siebzehn Jahre. Ohne mich. Mit dir.
Wilk, A. D.

Siebzehn Jahre. Ohne mich. Mit dir.


ausgezeichnet

Was ist Liebe?

Das neue Buch von A. D. Wilk ist wieder einmal eine außergewöhnliche Geschichte. Eine Geschichte über das Leben und eine ungewöhnliche Liebe. Darüber, was Liebe mit einem Menschen anstellen kann. Dass sie Mut braucht, süchtig machen kann, selbstlos und leicht sein, dass sie aber ebenso zerstören kann. Vor allem, wenn man sich selbst nicht genug liebt, es vielleicht nicht einmal wirklich merkt.
Dieses Buch über die besondere Beziehung zwischen der Eventmanagerin Piya, die bereits mit 17 Mutter wurde und hauptsächlich für die Arbeit lebt und Bennet, dem Vater ihrer Tochter Livia, will man nicht mehr aus der Hand legen. Die Charaktere, die die Autorin erschaffen hat, sind allesamt so wunderschön beschrieben, dass man sie direkt vor sich sieht und sich mitten in die Szenen hineinversetzt fühlt. Jede für sich ist etwas Besonderes und die Geschichte überrascht mit vielen Wendepunkten, die man so nicht unbedingt erwartet hätte und die einen, wie die Bücher von A. D. Wilk es sowieso immer tun, auch über das eigene Leben nachdenken lassen.
In die aktuellen Kapitel sind kürzere, die sich mit der Vergangenheit beschäftigen, eingestreut. Schön finde ich die Perspektivwechsel, da man so nachvollziehen kann, was die beiden Protagonisten jeweils über eine Situation denken und fühlen.
Definitiv ein Buch, das einen zum Lachen, Mitleiden und Weinen bringen kann!

Bewertung vom 12.07.2020
Kinder backen mit Christina
Bauer, Christina

Kinder backen mit Christina


ausgezeichnet

Jetzt backen auch die Kleinen

In diesem Band hat sich die Autorin Christina Bauer dem Thema „Backen mit Kindern“ gewidmet. Sie lebt und arbeitet selbst mit ihrer Familie als Landwirtin auf dem Bramlhof und bringt viele ihrer Erfahrungen in dieses Buch mit ein. Vor allem die Fotos motivieren und laden zum Nachahmen ein, den Kindern ist die Freude über das Leben auf dem Land wirklich anzusehen.
Das Buch ist auch sonst wieder einmal wunderschön und hochwertig gestaltet worden. Es teilt sich in drei Bereiche: die Zutaten, die Rezepte und das Leben auf dem Bauernhof. Dabei sind Erwachsene und Kinder gleichermaßen angesprochen. Wie die Autorin schreibt, sind die Rezepte für größere Kinder gut selbst durchführbar. Für die Kleinen wäre die Schrift auch eher zu klein, aber zum Vorlesen ist es toll und die Bilder passen wunderbar dazu und versprühen einfach gute Laune.
Der erste Teil behandelt die Zutaten und bietet viele, auch kindgerechte, Hintergrundinformationen, für die Kleinen mit diversen Experimenten unterstützt. Schön finde ich auch die Übersicht der unterschiedlichen Mehlbezeichnungen in Deutschland und Österreich, die bereits im Band „Brot backen mit Christina“ enthalten war. Außerdem gibt es noch einen Teil mit Tipps zum Backen mit Kindern. Nicht unbedingt neu, aber für einige sicher nochmal eine schöne Erinnerung, dass man es eben mit Kindern zu tun hat und manchmal etwas Geduld und Toleranz zeigen sollte, denn Essen und dessen Zubereitung sollen Spaß machen und sind essenziell und sollte einem nicht schon als Kind vermiest werden.
Der Rezeptteil ist übersichtlich gestaltet, die Bilder machen Lust aufs Nachbacken und es gibt immer noch Tipps zu den einzelnen Rezepten. Diese sind vielleicht nicht immer neu und manchmal auch recht ähnlich, vor allem, wenn man bereits das Brotbackbuch kennt, aber mit viel Liebe umgesetzt und auf jeden Fall eine schöne Zusammenfassung. Bei manchen Rezepten muss man für sich selbst ein wenig ausprobieren, die Backzeiten verändern oder etwas weniger Flüssigkeit oder Fett bzw. mehr Mehl verwenden, da der Teig manchmal doch etwas zu weich war. Dass nicht nur, wie der Titel vermuten lässt, Backrezepte enthalten sind, finde ich nicht schlimm, da es meist um Dinge geht, die unmittelbar mit den Rezepten zu tun haben, wie der Joghurt, der als Zutat verwendet wird oder die Erdbeermarmelade als Belag. Größere Kinder werden die Rezepte weitestgehend alleine umsetzen können, die Kleinen können nach Anleitung schon viel selbst übernehmen und können bereits einiges lernen vom Abwiegen über die motorischen Fertigkeiten und das Gestalten.
Der letzte Teil widmet sich dem Leben auf dem Bauernhof und somit auch dem Leben nach den Jahreszeiten. Für Kinder werden hier sehr anschaulich die vielen Arbeiten beschrieben, mit denen ein Bauer tagtäglich zu tun hat, es gibt Informationen zu einzelnen Tieren und auch hier wieder wunderschöne und lebensfrohe Fotos.
Insgesamt für mich ein rundes und stimmiges Buch, das ich selbst sicher schon als Kind geliebt hätte!