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Benutzername: Greenie_Apple


Bewertungen

Insgesamt 57 Bewertungen
Bewertung vom 10.07.2020
Nordseegeflüster (eBook, ePUB)
Kribbeler, Natascha

Nordseegeflüster (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ein neues Leben in der alten Heimat

Emma zieht es vom Dorf an der Nordseeküste hinaus in die Großstadt. In Berlin will sie mit Tobias, ihrem Verlobten, ein neues, aufregenderes Leben beginnen. Sie gibt ihren Beruf als Verkäuferin auf, um die liebende und umsorgende Hausfrau zu sein. Doch nach einer erneuten Fehlgeburt steht Emma plötzlich vor einem Scherbenhaufen. Da kommt ihr der Unfall der Tante wie gerufen. Ohne lange nachzudenken, flieht Emma zurück in ihre Heimat. Wird sie dort genug Abstand finden, um mit Tobias einen Neuanfang wagen zu können? Als sie unerwartet einen alten Freund aus ihrer ehemaligen Clique, der mittlerweile verwitwet ist, wiedersieht, ist Emmas Gefühlschaos komplett.
Die Geschichte lässt sich wunderbar in einem Rutsch durchlesen, die Figuren habe ich direkt vor mir gesehen und auch die Beschreibung der Umgebung war mir immer sehr präsent. Ich konnte mit Emma und Sven mitfühlen, Thies hat mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert und Tobias hätte man am liebsten die Faust ins Gesicht gerammt. Die Nordsee war hör- und spürbar, der Salzgeruch in der Nase und die wunderbare Landschaft förmlich vor meinen Augen. Allein mit der Beschreibung der Bilder hatte ich ein paar kleine Schwierigkeiten – die kamen mir manchmal ein bisschen zu kitschig rüber. Dabei hätte eins dieser Motive ja auch als Cover fungieren können. So war ich aber sehr zufriedenen mit dem vorhandenen.
Insgesamt mal wieder eine schöne, leichte Lektüre für den Sommer, die mich aber auch zu Tränen rühren konnte.

Bewertung vom 09.07.2020
Ein Gutshof zum Verlieben (eBook, ePUB)
Mey, Dolores

Ein Gutshof zum Verlieben (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Schöne Liebesgeschichte für zwischendurch

Der alleinerziehende Vater Alexander findet eine befristete Stelle als Betriebshelfer auf dem Hof der Wackernagels, nachdem sich der Hofbesitzer bei der Arbeit verletzt hat und für eine Weile ausfällt. Doch dort trifft er auf die Juniorchefin Jessica, ihrerseits alleinerziehende Mutter und Männern gegenüber sehr feindselig gesonnen, nachdem sie von Gretas Vater damals sitzengelassen wurde. Jetzt befürchtet sie, jeder Mann habe es nicht auf sie, sondern nur auf den Hof abgesehen. Unglücklicherweise entwickelt sie für den gutaussehenden Alexander Gefühle, die sie zu verdrängen versucht und auch Alexander ist eigentlich momentan gar nicht auf eine neue Beziehung aus. Während die beiden Kinder bald unzertrennlich sind, geraten deren Eltern immer wieder aneinander.
Die Geschichte spielt wie die anderen Bücher von Dolores Mey wieder einmal im schönen Nordhessen. Wer sich dort auskennt, wird besonders viele lebendige Bilder im Kopf haben, die der Geschichte ein besonderes Flair verpassen. Man kommt schnell in die Story und kann sich leicht in die Charaktere hineinversetzen. Es gibt immer wieder Szenen, in denen man Jessica am liebsten durchschütteln, sich an Alexander anlehnen oder über die Kinder lachen möchte. Jede einzelne Figur wird liebevoll skizziert, vor allem die Kinder muss man einfach ins Herz schließen. Das Buch lässt sich in einem Rutsch durchlesen und stellt eine schöne leichte Sommerlektüre dar.

Bewertung vom 29.06.2020
Der Turm aus Licht
Fritz, Astrid

Der Turm aus Licht


ausgezeichnet

Schicksalswege mehrerer Generationen in mittelalterlicher Kulisse

Im Buch „Der Turm aus Licht“ von Astrid Fritz geht es um den Bau des Freiburger Münster und die Menschen, die daran beteiligt waren, dass er zu dem wurde, was er ist – ein Meisterwerk. In drei Teilen wird die Geschichte mehrerer Familien erzählt, einige von ihnen auch historisch belegt. So bewegt sich die Erzählung mit seiner gelungenen Mischung aus Realität und Fiktion über Generationen hinweg. Man lernt den Straßburger Baumeister Gerhard und dessen Frau Odilia kennen, den späteren Baumeister Heinrich und dessen Familie, die Händlerfamilien der Wohllebs und Loderers und viele andere, die wir auf ihrem Schicksalsweg begleiten dürfen.
Dabei erfahren wir nahezu nebenbei noch viel über Architektur, wenn der Bau des Münsters beschrieben wird und über die Gesellschaft im Mittelalter. Welchen Einfluss hatte die Grafenfamilie, welche Rolle spielten die Räte und die Frauen, wie sind die Zünfte aufgebaut und vieles andere mehr, was die Autorin gekonnt zu einem bunten Mosaik zusammenfügt. Im Anhang befindet sich ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen zum besseren Verständnis.
Trotz der rund 800 Seiten fliegt die Geschichte nur so dahin, da man mit den einzelnen Personen mitfiebern kann. Die vielen verschiedenen Figuren haben mich dabei erstaunlicherweise gar nicht durcheinandergebracht – notfalls gibt es aber auch ein Namensregister, in dem man sich orientieren kann. Für mich ist das ein eindeutiges Zeichen, dass ich mich gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen konnte. Und auch, wenn einige Szenen vorhersehbar waren, passten sie gut ins Gesamtbild und haben mich großartig unterhalten. Dieses Buch steht anderen bekannten Werken dieser Art in nichts nach!

Bewertung vom 11.06.2020
Enna Andersen und das verschwundene Mädchen / Enna Andersen Bd.1
Johannsen, Anna

Enna Andersen und das verschwundene Mädchen / Enna Andersen Bd.1


ausgezeichnet

Gelungener Auftakt der Cold Case-Ermittlerin

Hauptkommissarin Enna Andersen kommt nach dem Tod ihres Mannes in den Polizeidienst zurück. Jedoch nicht in ihre alten Abteilung, sondern als Leiterin des Ressorts „Altfälle“. Für ihr neues Team werden Enna der degradierte Oberkommissar Jan Paulsen und die frisch gebackene Kommissarin Pia Sims an die Seite gestellt. Gemeinsam wählen sie aus der Aktenflut den Fall der vermissten Marie Hansen aus, die zehn Jahre zuvor als Neunjährige nachts auf einer Klassenfahrt auf der Insel Wangerooge einfach spurlos verschwand. Und als wäre der Fall an und für sich nicht schon kompliziert genug, muss sich auch das Team um Enna zunächst zusammenraufen, um erfolgreich ermitteln zu können.
Alte Protokolle werden noch einmal genauestens untersucht, Zeugen erneut aufgesucht, aber ein logisches Motiv lässt dennoch auf sich warten. Doch nach und nach stoßen Enna und ihre Kollegen auf Ungereimtheiten, die sie aufhorchen lassen und das Netz um die vermeintlichen Täter enger zuziehen.
Da ich die Nordseeinsel Wangerooge liebe, war ich sehr auf das Buch gespannt. Und auch, wenn es die meiste Zeit gar nicht dort, sondern im wunderschönen Oldenburg spielt, hat mich die Geschichte gleich in Beschlag genommen. Auch das Cover mit seiner düsteren Stimmung passt hier perfekt dazu. Interessant fand ich vor allem, das neue Team von Beginn an begleiten zu dürfen, denn es handelt sich hier um den Auftakt einer neuen Reihe um die sympathische alleinerziehende Kommissarin Enna.
Den Anteil an Privatem und Ermittlertätigkeit finde ich sehr gelungen und ausgewogen. Für mich ist es wichtig, auch etwas Persönliches über die Protagonisten zu erfahren, da es meiner Meinung nach manchmal erklärt, warum sie in dieser oder jener Situation so und nicht anders handeln. Und im wahren Leben lassen sich diese beiden Stränge ja auch oft nur sehr schwer trennen.
Die ständigen Anzickereien der neuen Kollegen haben beim Lesen Spaß gemacht. Gleichzeitig haben sich Enna, Pia und Jan aber auch gut ergänzt, jeder hat seinen Schwerpunkt, den er im aktuellen Fall nutzen konnte. Die Frage nach dem Täter habe ich mit Spannung bis zum Schluss verfolgt und mir selbst immer wieder die Frage gestellt, wer es denn wohl sein könnte. So nahm das Ende dann auch eine für mich ziemlich unerwartete Wendung.
Insgesamt war die Geschichte toll und flüssig zu lesen und bis auf ein paar Kleinigkeiten gegen Ende, die ich hier aus Spoilergründen nicht näher erläutern möchte, ein äußerst kurzweiliges Lesevergnügen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung…

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.05.2020
Einmal Menü mit Kuss, bitte! (eBook, ePUB)
Mey, Dolores

Einmal Menü mit Kuss, bitte! (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ein Mittagessen mit Folgen…

Lena steht kurz vor der Wiedereröffnung ihres Gasthofs, den sie komplett umgestaltet hat nach ihren und den Ideen ihrer tödlich verunglückten Mutter. Als sei das nicht genug, verlässt sie ihr Freund, der mit Lenas Trauer nicht umgehen kann und zu guter Letzt fällt auch noch ihre Köchin, Patentante und gleichzeitig gute Freundin Ellen mehr oder weniger aus. Jetzt ist guter Rat teuer. Doch glücklicherweise gabelt Lena auf ihrer Heimreise von Südtirol nach Nordhessen Max auf, der verspricht, einzuspringen. Allerdings hat Lena keine Ahnung, mit wem sie es da zu tun hat. Dumm nur, dass ausgerechnet er ihr den Kopf verdreht. Wird sie sich auf Max einlassen können? Und wann wird Philipp endlich verstehen, dass Lena so gar nichts von ihm will?
Dieses Buch ist eine gelungene Mischung aus Gefühl und etwas Spannung. Und für mich als waschechte Kasselanerin natürlich ein kleines Highlight, dass die Geschichte in dieser Gegend angesiedelt ist. Der Schreibstil ist sehr lebendig und flüssig, man wundert sich, wie schnell die Kapitel vorbeiziehen. Schön finde ich auch die Perspektivwechsel zu den verschiedenen Figuren hin.
Die Charaktere sehe ich sehr lebendig vor mir, in jedem einzelnen steckt das Herzblut der Autorin. Man lacht, leidet, liebt und hasst mit ihnen. Leider hat dies aber auch zur Folge, dass das Cover für mich so nicht mehr ganz stimmig zur Geschichte ist, da ich mir die Protagonisten völlig anders vorstelle und sie auch anders beschrieben sind.
Für Lena ist es nicht einfach. Sie verliert ihre Mutter, kurz darauf wird sie von ihrem Freund verlassen und kurz vor der Neueröffnung des Gasthofs fällt ihr mehr oder weniger die Köchin aus. Dass sie da gelegentlich mutlos ist und Max zunächst nicht an sich heranlassen möchte, ist klar. Und auch für ihn stellt es keine einfache Situation dar, denn er weiß, wozu die Leute, mit denen er es zu tun hat, fähig sind.
Auch Ellens Geschichte, die parallel dazu läuft, wird liebevoll geschildert. Und selbst die Nebenfiguren haben einen Platz im Buch eingenommen, um die Geschehnisse besser einordnen zu können. So entsteht eine bunte Erzählung, die viel zu schnell ausgelesen ist.

Bewertung vom 18.05.2020
Verbotene Sehnsucht / Dirty Rich Bd.3
Jones, Lisa Renee

Verbotene Sehnsucht / Dirty Rich Bd.3


sehr gut

Ein A*** zum Verlieben?

Carrie verliert durch eine feindliche Übernahme die Firma ihres Vaters, der im gleichen Zuge als Geschäftsführer abgesetzt wird. Um sich dafür zu rächen, ersteigert sie auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung den Feind in Form des erfolgreichen Geschäftsmanns Reid Maxwell, um ihn dann eiskalt abzuservieren. Diese Aktion bleibt jedoch nicht ohne Folgen, denn Reid, der normalerweise niemanden an sich heranlässt, schon gar keine Frau, geht Carrie nicht mehr aus dem Kopf. Doch wird er es schaffen, dass Carrie ihm letztlich doch noch vertraut? Denn es gibt da noch einige Geheimnisse um die beiden verfeindeten Familien, die alles zerstören könnten…
Dies ist der dritte Band der „Dirty Rich-Reihe“, auch er ist wie seine Vorgänger sehr gut unabhängig vom ersten Teil zu lesen. Aber es ist schön, dass man einige alte Bekannte wiedertrifft. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und angenehm zu lesen, die Kapitellängen laden zum schnellen Weiterlesen ein. Auch das Cover passte wieder perfekt zur Serie, elegant und ein bisschen unnahbar, wie Reid zu Beginn.
Die Charaktere finde ich erneut toll ausgearbeitet, allerdings wirkt Carrie auf mich deutlich sympathischer als ihre Vorgängerin Lori, der man anmerkte, dass sie jünger war und die mir mit ihrer Art manchmal den letzten Nerv raubte. Carrie wirkt deutlich erwachsener, auch wenn ihre Gedanken sich häufig im Kreis drehen. Reid beweist ihr gegenüber viel Fingerspitzengefühl, was er mit seinem Vorgänger Cole gemeinsam hat. Beide, Carrie und Reid, wollen unabhängig sein, merken jedoch, dass da mehr ist als Hassliebe und dass ihnen die Beziehung diesmal unter die Haut geht.
Die Geheimniskrämerei finde ich zeitweise etwas übertrieben, denn einige Dinge sind so offensichtlich, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, was die Situation für Carrie noch schlimmer machen könnte, denn dass die Väter von den beiden sich nicht mögen, kommt sehr schnell heraus. Gegen Ende jedoch wird deutlicher, warum es für Reid von Bedeutung war, dass Carrie nichts davon weiß.
Der Schluss kam dann jedoch wie beim letzten Band der Reihe sehr plötzlich, wenn auch nicht unerwartet. Insgesamt eine schöne leichte Lektüre für zwischendurch.

Bewertung vom 25.04.2020
Tod zur Tea Time (eBook, ePUB)
Graham, Caroline

Tod zur Tea Time (eBook, ePUB)


sehr gut

Der Inspector, der auf sich warten ließ…

Bei dem Buch „Tod zur Tea Time“ handelt es sich um einen Krimi aus der Reihe um Inspector Barnaby.
Ein Notar wird in seinem Haus tot aufgefunden - hingerichtet von einer Kriegsmaschine seiner Sammlung. Kurze Zeit später stirbt ein Medium in ihrem Bett. Waren es Unfälle oder stecken Morde dahinter? Und welcher Zusammenhang könnte zwischen ihnen bestehen? Hat vielleicht Pollys plötzliches Verschwinden etwas damit zu tun?
Im Gegensatz zur Serie, die im Fernsehen läuft, wird hier den Geschehnissen vor und nach den Morden und insgesamt der ganzen Geschichte viel mehr Raum gegeben. Für mich wäre es spannend gewesen, diese Folge auch mal verfilmt zu sehen. Auch von unseren Hauptakteuren erfährt man Einzelheiten, die man so noch nicht unbedingt wusste, andererseits wurden Verhaltensweisen beschrieben, die ein wenig befremdeten, weil man Barnaby und Co so zum Teil noch nicht betrachtet hat. Wobei ihnen im Gegensatz zu den weiteren Personen des Buches meines Erachtens deutlich weniger Raum bemessen wurde als es im Fernsehen der Fall ist. Barnaby tritt erst recht spät ins Geschehen ein, weigert sich anfangs sogar, überhaupt etwas zu unternehmen.
Die meisten Figuren sind wie in der Serie typisch schrullig dargestellt oder haben zumindest alle etwas Spezielles an sich, man kann sie gut vor sich sehen, auch wenn die Geschichte noch nicht durchs Fernsehen bekannt ist. Anfangs hatte ich so meine Schwierigkeiten mit den vielen Namen, zumal zwei der Hauptprotagonisten ähnlich klingen - Karen und Kate. Aber im Verlauf des Buches habe ich mich gut reinfinden können. Allerdings wurde die Differenzierung etwas dadurch erschwert, dass die Szenenwechsel direkt ineinander übergingen. Vielleicht war es auch ein Problem der Ebook-Version, aber es gab keine Absätze, so dass ich manchmal irritiert war, was die Personen plötzlich taten, bis ich merkte, dass es einen Szenenwechsel gab.
Insgesamt war es ein schöner Cosy-Krimi mit ungeahnten Wendungen.

Bewertung vom 16.04.2020
Das kleine Coronavirus Handbuch - Von A wie Klopapier bis Z wie Fledermaus (eBook, ePUB)
Litsek, Bastian

Das kleine Coronavirus Handbuch - Von A wie Klopapier bis Z wie Fledermaus (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Lachen ist gesund!

„Die Welt geht unter, aber wir haben Senf, Wurzelbürsten und medizinischen Badezusatz!“ - An dieses Zitat aus „Pappa ante Portas“ musste ich sofort denken, als es mit den Hamsterkäufen losging.
Wir ersetzen es einfach durch Klopapier, Nudeln und Mehl - und ich frage mich die ganze Zeit nur WARUM? Niemand sperrt uns wirklich ein, wir dürfen einkaufen gehen und ich wünsche allen Hamsterkäufern von Mehl die Motten an den Hals! Daher kam dieses Buch hier gerade goldrichtig.
Litsek gibt den coronageplagten Lesern in seinem Buch Antworten auf ‚überlebenswichtige‘ Fragen zu diesem Thema. Aber immer mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Und genau dafür liebe ich diese Broschüre, wie er es nennt, da ich mittlerweile genug Leute getroffen habe, die ihren Humor komplett verloren haben und in dieser für viele sicher auch harten Zeit lieber in Depressionen verfallen, statt sich ein kleines Stück Optimismus zu bewahren. Wobei ich Kapitel 23 leider tatsächlich selbst schon erlebt habe.
Ich konnte herzhaft lachen, es spricht mir aus der Seele und für alle, die sich noch ein klitzekleines bisschen Humor bewahrt haben oder wiederfinden wollen, ist es wirklich wärmstens zu empfehlen!

Bewertung vom 12.04.2020
Wo Wellen niemals enden
Fröhling, Heike

Wo Wellen niemals enden


ausgezeichnet

Auf der Suche nach dem Leben

Katharina verlässt ihre Familie, weil sie ihnen nicht das gleiche Schicksal antun möchte, das sie mit ihrer Mutter ereilte. Diese verstarb schon früh an Demenz und Katharina kümmerte sich bis zu deren Tod rührend um sie, während sie nebenbei noch die Familie und die Arbeit zu bewältigen hatte. Ein eigenes Leben kannte und wollte sie nicht. Doch nachdem sich auch bei ihr die ersten Anzeichen der Krankheit zeigen, lässt sie ihr altes Leben hinter sich, gibt alles auf und landet über Umwege in Irland. Hier lernt sie das Leben von einer ganz anderen Seite kennen und lieben. Einen nicht unwesentlichen Teil trägt auch der Tierarzt Odhran dazu bei. Doch haben die beiden eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft? Als Katharina bereits nicht mehr daran glaubt, kommt es zu einer ungeahnten Wendung. Für welches Leben wird sie sich entscheiden?
Die Autorin entwirft eine Kulisse, in die man direkt hineinfallen kann. Man sieht die Bilder vor sich, träumt sich nach Irland, fühlt, liebt, lacht und leidet mit Katharina. Ihre innere Zerrissenheit hat mich mitgenommen auf eine Reise mit unbekanntem Ziel. Die unterschiedlichen Mentalitäten, die Herzlichkeit, mit der die Figuren Irlands beschrieben werden (und die Menschen dort sind wirklich so!) und im völligen Kontrast dazu das deutsche Spießbürgertum (natürlich sind wir nicht alle so! ;-)) kommen sehr gut rüber. Und nicht zuletzt natürlich auch die Tiere, die in der Geschichte vorkommen. Meiner Meinung nach hätte ihnen ruhig noch mehr Platz eingeräumt werden dürfen.
Das Cover dazu ist das Irland, wie ich es kennen und lieben gelernt habe in seiner Urwüchsigkeit. Einfach perfekt, da es auch meines Erachtens den Seelenzustand Katharinas gut beschreibt. Auf der einen Seite wirkt es irgendwie idyllisch, andererseits zeigt es aber auch eine gewisse irische Melancholie auf - das Haus liegt einsam an einer Klippe - eine ständige Gratwanderung.
Ich habe mir mehrfach die Frage gestellt, ob ich wie Katharina gehandelt hätte, ob ich wirklich alles einfach stehen und liegen lassen könnte. Ich denke nicht, ob wohl ich sie ein bisschen um das Leben in Irland beneidet habe, denn ich liebe dieses Land! Aber es gehört auch viel Mut dazu und natürlich hatte sie ihre besonderen Gründe, auch wenn ich nicht so überstürzt gehandelt hätte. Dennoch finde ich es faszinierend, mit wie wenig Sachen man doch eigentlich auskommen kann, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert, wie unwichtig materielle Dinge eigentlich sind.
Ein wunderbares Buch zum Nachdenken über das Leben, die Liebe und wie schnell sich alles ändern kann.