Abdulrazak Gurnah

Abdulrazak Gurnah wurde 1948 im Sultanat Sansibar geboren und flüchtete als junger Mann nach Großbritannien, wo er auch studierte und promovierte. Bis zu seiner Pensionierung lehrte er als Professor für Englisch und postkoloniale Literaturen an der University of Kent. Mit dem Schreiben begann Gurnah im Alter von ungefähr zwanzig Jahren. Basierend auf seinen eigenen Erfahrungen sind es häufig die Themen Migration und Kolonialismus, die der Autor für seine Bücher auswählt.
Der Durchbruch gelang ihm 1994, als sein Roman "Paradise" unter anderem für den Booker Prize und den Whitbread Award, zwei der wichtigsten britischen Buchpreise, nominiert war. Auf Deutsch erschien der Roman 1996 unter dem Titel "Das verlorene Paradies".

Seit 1986, als Wole Soyinka die Auszeichnung erhielt, hat kein Schriftsteller vom afrikanischen Kontinent mehr den Nobelpreis für Literatur gewonnen. Gurnah war 2021 der erste Tansanier, dem diese Ehre zuteil wurde. Zum Zeitpunkt der Preisvergabe hatte der deutsche Buchmarkt noch Nachholbedarf in Bezug auf Gurnahs Werke: Nur fünf seiner zehn bis dahin erschienenen Bücher gab es in deutscher Übersetzung, keines davon war verfügbar. Dabei sind seine Arbeiten sprachlich leicht zugänglich: Gurnahs Muttersprache ist Swahili, er schreibt jedoch auf Englisch.

Kundenbewertungen
29.01.2022
Bewertung von nil_liest aus Frankfurt
am 29.01.2022
Wenn die Eltern einen verkaufen… Als im vergangene Jahr 2021 der Nobelpreisträger Abdulrazak Gurnah verkündet wurde, war hierzulande erst einmal keine große Resonanz, da ja, oh Schreck!, der Roman „out of print“ war. Es gab zwar 1998 eine deutsche Übersetzung von Inge Leipold, aber das Buch war vergriffen ...
1 von 2 finden diese Rezension hilfreich
25.08.2024
Bewertung von Kristall86 aus an der Nordsee
am 25.08.2024
Klappentext: „Salim ist sieben, als sein Vater Masud die Familie von einem Tag auf den anderen verlässt. Etwas musste gründlich schief gelaufen sein, nur was? Für den scheuen Jungen beginnen Jahre der Suche nach seinem Platz im Leben, angetrieben von einem diffusen Gefühl der Schuld und der Frage, »wer ich ei...