Lucy Fricke
Audio-CD
Die Diplomatin
301 Min.. CD Standard Audio Format.Lesung.Ungekürzte Ausgabe
Gesprochen: Hoppe, Bettina
Nicht lieferbar
Weitere Ausgaben:
Dann steht man da und ist nur Deutschland.Fred ist eine erfahrene und ehrgeizige deutsche Konsulin. Eine Frau, die eigentlich nichts aus der Ruhe bringt, überall und nirgends zu Hause. Dann jedoch, in Montevideo, scheitert sie erstmals in ihrer Karriere. Sie wird versetzt ins politisch aufgeheizte Istanbul, ihrer bisher größten Herausforderung. Zwischen Justizpalast und Sommerresidenz, Geheimdienst und deutsch-türkischer Zusammenarbeit, zwischen Affäre und Einsamkeit stößt sie an die Grenzen von Freundschaft, Rechtsstaatlichkeit und europäischer Idee.In ihrem fulminanten, so komischen ...
Dann steht man da und ist nur Deutschland.
Fred ist eine erfahrene und ehrgeizige deutsche Konsulin. Eine Frau, die eigentlich nichts aus der Ruhe bringt, überall und nirgends zu Hause. Dann jedoch, in Montevideo, scheitert sie erstmals in ihrer Karriere. Sie wird versetzt ins politisch aufgeheizte Istanbul, ihrer bisher größten Herausforderung. Zwischen Justizpalast und Sommerresidenz, Geheimdienst und deutsch-türkischer Zusammenarbeit, zwischen Affäre und Einsamkeit stößt sie an die Grenzen von Freundschaft, Rechtsstaatlichkeit und europäischer Idee.
In ihrem fulminanten, so komischen wie bitteren neuen Roman erzählt Lucy Fricke von einer Diplomatin, die den Glauben an die Diplomatie verliert - und das, was in ihrem Beruf das Wichtigste ist: die Geduld.
Bettina Hoppe liest herrlich trocken - ein außergewöhnliches Hörerlebnis.
Fred ist eine erfahrene und ehrgeizige deutsche Konsulin. Eine Frau, die eigentlich nichts aus der Ruhe bringt, überall und nirgends zu Hause. Dann jedoch, in Montevideo, scheitert sie erstmals in ihrer Karriere. Sie wird versetzt ins politisch aufgeheizte Istanbul, ihrer bisher größten Herausforderung. Zwischen Justizpalast und Sommerresidenz, Geheimdienst und deutsch-türkischer Zusammenarbeit, zwischen Affäre und Einsamkeit stößt sie an die Grenzen von Freundschaft, Rechtsstaatlichkeit und europäischer Idee.
In ihrem fulminanten, so komischen wie bitteren neuen Roman erzählt Lucy Fricke von einer Diplomatin, die den Glauben an die Diplomatie verliert - und das, was in ihrem Beruf das Wichtigste ist: die Geduld.
Bettina Hoppe liest herrlich trocken - ein außergewöhnliches Hörerlebnis.
Lucy Fricke, geboren 1974 in Hamburg, hat am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studiert, lange Jahre beim Film gearbeitet und mehrere Bücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet. Ihr Roman »Töchter« erhielt den Bayerischen Buchpreis 2018. Seit 2010 veranstaltet Lucy Fricke HAM.LIT, das erste Hamburger Festival für junge Literatur und Musik. Sie lebt in Berlin.
Bettina Hoppe, geboren 1974 in Kenia, aufgewachsen in der Pfalz, erhielt ihre Ausbildung an der Berliner Hochschule der Künste. Anschließend führten sie Engagements ans Deutsche Theater Berlin, ans Maxim Gorki Theater oder ans Schauspiel Frankfurt. Für ihre Leistung wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Seit 2017 ist sie am Berliner Ensemble. Als Hörbuchsprecherin las sie Werke von Judith Schalansky, Ann Petry und Juli Zeh.
Bettina Hoppe, geboren 1974 in Kenia, aufgewachsen in der Pfalz, erhielt ihre Ausbildung an der Berliner Hochschule der Künste. Anschließend führten sie Engagements ans Deutsche Theater Berlin, ans Maxim Gorki Theater oder ans Schauspiel Frankfurt. Für ihre Leistung wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Seit 2017 ist sie am Berliner Ensemble. Als Hörbuchsprecherin las sie Werke von Judith Schalansky, Ann Petry und Juli Zeh.
Produktdetails
- Verlag: Hörbuch Hamburg
- Gesamtlaufzeit: 301 Min.
- Erscheinungstermin: 24. März 2022
- Sprache: Deutsch
- ISBN-13: 9783957132666
- Artikelnr.: 62939714
Herstellerkennzeichnung
Die Herstellerinformationen sind derzeit nicht verfügbar.
»Ein rundum gelungener, unterhaltender und sogar brisanter Roman. Ein Schmöker! Im besten Sinne.« Elke Heidenreich Kölner Stadt-Anzeiger 20220618
„Die Diplomatin“ von Lucy Fricke lässt sich sehr zügig lesen - in nur zwei Stunden war ich durch. Der große Pluspunkt ist dabei nicht nur die geübte Sprache der Autorin, sondern auch die Tatsache, dass es nicht langweilig gewesen ist, sondern mich als Leser beinahe …
Mehr
„Die Diplomatin“ von Lucy Fricke lässt sich sehr zügig lesen - in nur zwei Stunden war ich durch. Der große Pluspunkt ist dabei nicht nur die geübte Sprache der Autorin, sondern auch die Tatsache, dass es nicht langweilig gewesen ist, sondern mich als Leser beinahe unbemerkt bis zum Ende getragen hat.
Die politischen und diplomatischen Hintergründe sind sehr verständlich für Außenstehende dargestellt. Jemand, der kaum Berührungspunkte mit solchen Themen hat, fühlt sich definitiv nicht überfordert. Immer noch aktuelle Themen werden angerissen, bieten eine Grundlage dafür, sich bei Interesse selbst weiter damit auseinanderzusetzen. Gleichzeitig werden die moralischen Zwickmühlen der Diplomatie gut ausgearbeitet.
Was mir leider nicht gut ausgearbeitet erschien, waren die Figuren selbst. Fred (die Hauptfigur) kam mir austauschbar vor, als Trägermaterial für die Geschichte drum herum. Ja, sie weiß sich zu wehren und trifft Entscheidungen, doch was sie wirklich antreibt und sie so entscheiden lässt, wie sie es tut, das kommt einfach nicht raus. An manchen Stellen erschien mir das Erzählte beinah willkürlich. Im letzten, kurzen Teil des Romans begleiten wir die Hauptfigur noch mit in ihre Heimat und das erschien mir beinahe unnötig, denn die Geschichte war ein paar Seiten vorher bereits auserzählt.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Als Fred ihre Stelle als Konsulin in Montevideo antritt, scheinen ihre Aufgaben überschaubar. Die Planung eines Festes zum Tag der Deutschen Einheit ist vorerst die größte Herausforderung, die sie erwartet. Doch dann verschwindet eine junge Deutsche. Und nicht nur irgendeine, sondern …
Mehr
Als Fred ihre Stelle als Konsulin in Montevideo antritt, scheinen ihre Aufgaben überschaubar. Die Planung eines Festes zum Tag der Deutschen Einheit ist vorerst die größte Herausforderung, die sie erwartet. Doch dann verschwindet eine junge Deutsche. Und nicht nur irgendeine, sondern die Tochter einer einflussreichen Medienvertreterin. Konsequenzen müssen folgen, und so wird Fred von ihrem Posten abgezogen und, nach einer kurzen Zwischenstation in Bonn, in das Konsulat in Istanbul versetzt. Hier ist die politische Lage eine ganz andere, als in Uruguay. Regierungskritikern wird die Ausreise verboten, sie landen in Gefängnissen oder verschwinden spurlos. Auch solche mit deutscher Staatsangehörigkeit. Und so gerät Fred schnell an die Grenzen ihrer legalen Befugnisse und muss eine Wahl zwischen ihrem diplomatischen Auftrag und den eigenen Werten treffen.
Zu Beginn hat mich „Die Diplomatin“ von Lucy Fricke ziemlich begeistert. Die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen diplomatischer Vertreter werfen zu können, war für mich etwas ganz Neues. Und Fred eine interessante Protagonistin mit ihrer ironisch bis sarkastischen Art, die einen fühlen lässt, wie ihr Beruf sie im Laufe ihrer Karriere ernüchtert hat.
Erstaunlicherweise hat meine Begeisterung schnell Dellen bekommen, nachdem Fred in der Türkei angekommen war. Die weitere Geschichte hat mich nicht mehr wirklich erreicht. Ich fand sie emotional flach, sehr dramaturgisch gewollt und auch der subtile Humor schien zu verblassen. Besonders die Affäre, die Fred nun eingeht, hat mich nicht überzeugt. Es kam mir eher so vor, als wäre sie alleine zu dem Zweck eingebaut worden, weil die meisten nun mal gerne über Liebesbeziehungen lesen. Den Konflikt, in dem sich Fred befunden haben muss, weil sie in gewisser Weise den sich in Gefahr befindenden Menschen nur helfen konnte, indem sie ihren eigenen Berufsethos hintergeht, konnte ich so gut wie gar nicht fühlen.
Sehr gut gefallen hat mir die Interpretation von Bettina Hoppe, die die Hörbuchversion so passend eingelesen hat, dass man meinen könnte, die Rolle der Fred wäre für sie geschrieben worden. Prinzipiell ziehe ich das gedruckte Buch immer vor, aber in diesem Fall muss ich zugeben, der Griff zur digitalen Version lohnt sich.
Insgesamt ist „Die Diplomatin“ ein Roman, dem wohl gerade sein vielversprechender Anfang zum Verhängnis geworden ist. Ohne diesen hätte ich den weiteren Verlauf der Geschichte vielleicht als weniger mangelhaft empfunden. Aber alles in allem durchaus ein lesenswertes Buch – mit Abstrichen.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Eine Diplomatin die auf einmal an ihrem Job und der Integrität der Behörden zweifelt- das klingt erstmal sehr interessant und hat sofort meine Neugier geweckt. Und der Klappentext hat nicht zu viel versprochen. Denn Szenarien wie im Bich sind schon lange Fiktion mehr und lassen zurecht an …
Mehr
Eine Diplomatin die auf einmal an ihrem Job und der Integrität der Behörden zweifelt- das klingt erstmal sehr interessant und hat sofort meine Neugier geweckt. Und der Klappentext hat nicht zu viel versprochen. Denn Szenarien wie im Bich sind schon lange Fiktion mehr und lassen zurecht an Diplomatie zweifeln
Zum Inhalt: Fred ist intelligent und ehrgeizig. Und als Diplomatin vertritt sie fernab der Heimat ihr Land. Doch als in Montevideo ein Eklat Freds Amt und Karriere befleckt, wird sie nach Istanbul ins Exil geschickt, in eine Botschaft die mehr Trostpreis als Ehre ist. Dort trifft sie auf einen Journalisten, der sie schon aus ihrem vorherigen Leben kennt in Montevideo kennt und der ihren Fall live mitverfolgt hat. Und mit dem sie plötzlich mehr verbindet, als eine rein professionelle Beziehung. Eine Bekanntschaft, die sie an der Rechtschaffenheit des Systems zweifeln lässt.
Aufgrund der kurzen, knackigen Kapitel lässt sich das Buch gut lesen und auch gut beiseitelegen um das Gelesene zu reflektieren.
Fred wird als entschlossene, bodenständige Frau dargestellt, die weiß was sie will und es normalerweise auch kriegt. Das macht sie ungemein sympathisch für eine Frau in einer derartigen Führungsposition. Trotzdem wirkt sie manchmal wie aus der Welt gefallen, wenn sie von ihrem Leben als Diplomatin mit all den Angestellten erzählt.
Man merkt schnell, dass neben ihrer Karriere in Freds Leben nicht viel Platz für anderes ist. Sie hat hauptsächlich berufliche Kontakte, quasi keine Freunde und wirkt allgemein sehr einsam. So ist es nicht verwunderlich, dass die Bekanntschaft mit dem Journalisten ihre Weltanschauung erschüttert, lässt sie ihn doch vieler ab sich heran als die meisten anderen.
Im Buch wird viel über Integrität und Gerechtigkeit sinniert. Fred scheut sich nicht für ihre Überzeugungen einzutreten und auch persönliche Opfer dafür zu bringen. Die Geschehnisse werden eindringlich geschildert.
Ein schöner Roman darüber, was passiert, wenn Ideale an der Realität zerschellen.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
„Deutsche Touristen waren ein Elend. Ließen sich schon im Taxi das Portemonnaie abnehmen, ritten auf dem Esel durch IS-Gebiete, checkten mit einem Rucksack voller Drogen für ihren Rückflug ein oder schlenderten mit einer Rolex am Handgelenk durch irgendeine Favela, um dann am …
Mehr
„Deutsche Touristen waren ein Elend. Ließen sich schon im Taxi das Portemonnaie abnehmen, ritten auf dem Esel durch IS-Gebiete, checkten mit einem Rucksack voller Drogen für ihren Rückflug ein oder schlenderten mit einer Rolex am Handgelenk durch irgendeine Favela, um dann am Ende verzweifelt unsere Notfallnummer anzutelefonieren.“
Friederike Andermann, genannt Fred, ist deutsche Diplomatin, die, nach einem unglücklichen Zwischenfall während ihrer Zeit als Botschafterin in Uruguay, als Konsulin nach Istanbul beordert wird. In Istanbul jedoch stößt Fred an die Grenzen der Diplomatie – und die Frage, ob sie bereit ist, eben jene hinter sich zu lassen.
Lucy Frickes neuer Roman traut sich in politisch schwierigen Zeiten an politisch schwierige Themen. Und liest sich dabei ausgesprochen unterhaltsam. Fred ist eine absolut sympathische Protagonistin, die nach 20-jähriger Beamtenlaufbahn zwar auf den ersten Blick zynisch wirkt, trotz allem aber nicht die Hoffnung aufgegeben hat, in ihrer Position Veränderung bewirken zu können. Ihr fehlender Enthusiasmus für repräsentative „Blumentopf-Events“ und zynischer Blick auf deutsche Touristen und „Atemlos“-singende Botschafts-Angestellte tragen zu diesen Sympathien eher weiter bei.
Tempo und Stimmung des Romans zeigen einen deutlichen Wandel in der zweiten Hälfte des Romans, die, sowohl was die Handlung als auch Freds Innenleben angeht, deutlich ernstere fast düstere Töne anschlägt. Die Situation von Presse, Kurden und anderweitig als „terroristische Vereinigung“ deklarierter Gruppen in der Türkei dürfte für die wenigsten neu sein. Lucy Fricke gelingt es jedoch, das Thema anhand von Freds Erlebnissen sehr eindrücklich aufzuarbeiten – und stellt uns damit vor die Frage, ob wir die Grenzen der Diplomatie als Grenzen des Möglichen akzeptieren wollen.
Ich habe die Lektüre der „Diplomatin“ sehr genossen, einziger Kritikpunkt meinerseits: Den Bruch zwischen Montevideo und Istanbul empfand ich als zu hart und die Infos bezüglich der zwei dazwischenliegenden Jahre als etwas zu spärlich – stellenweise hatte ich fast das Gefühl zwei unterschiedliche Bücher zu lesen. Was jedoch nichts daran ändert, dass ich beide Bücher sehr gerne gelesen habe und mich bereits auf weitere Romane von Lucy Fricke freue.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Zum Inhalt:
Fred ist ehrgeizig und als Konsulin auch sehr erfahren. Sie bringt nichts aus der Ruhe, doch zum ersten Mal in ihrer Karriere scheitert sie in Montevideo und wird nach Istanbul versetzt, was ihre größte Herausforderung werden soll. Im politisch aufgeheiztem Istanbul …
Mehr
Zum Inhalt:
Fred ist ehrgeizig und als Konsulin auch sehr erfahren. Sie bringt nichts aus der Ruhe, doch zum ersten Mal in ihrer Karriere scheitert sie in Montevideo und wird nach Istanbul versetzt, was ihre größte Herausforderung werden soll. Im politisch aufgeheiztem Istanbul stößt sie erstmals an ihre Grenzen. Die Grenzen von Freundschaft, Rechtsstaatlichkeit und auch der europäischen Idee.
Meine Meinung:
Das Buch war unbenommen gut geschrieben, aber irgendwie konnte ich mit dem eigentlich Stoff nicht so richtig was anfangen oder sagen wir mal so, es hat mich nicht berührt und dann wird für mich ein Buch eher belanglos. Fred als Figur war sicher nicht uninteressant aber eher als Beispiel für eine Frau, die nicht aufgibt und Karriere macht. Richtig nah ist sie mir nicht gekommen. Auch insgesamt bleibt die Geschichte bei mir nicht hängen und wird bald in Vergessenheit geraten.
Fazit:
Sonderbares Buch
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Wir lernen die Protagonistin Fred, eigentlich Friederike Andermann, in Uruguay kennen. Sie sitzt auf einem scheinbar langweiligen Posten als Botschafterin, der sich plötzlich in einen diplomatischen Alptraum verwandelt. Dieses kurze Vorspiel in Südamerika dient vor allem dazu, die …
Mehr
Wir lernen die Protagonistin Fred, eigentlich Friederike Andermann, in Uruguay kennen. Sie sitzt auf einem scheinbar langweiligen Posten als Botschafterin, der sich plötzlich in einen diplomatischen Alptraum verwandelt. Dieses kurze Vorspiel in Südamerika dient vor allem dazu, die Charaktere zu etablieren und ein erstes Gefühl für die Diplomatin zu bekommen. Sie ist eine starke Frau in einem von Männern dominierten Bereich. Ihre einst großen Träume haben sich mit den Jahren in Ernüchterung aufgelöst und die Autorin Lucy Fricke bringt die Gedanken und Erlebnisse der Ich-Erzählerin mit feiner Ironie und einer Portion Zynismus zu Papier. Fred ist eine vielseitige Protagonistin und es macht Spaß, ihren anstrengenden Arbeitsalltag beim Lesen zu begleiten.
Der Großteil des Buches und der Handlung spielt schließlich in der Türkei, wohin Fred nach einem Zwischenspiel in Deutschland als Konsulin versetzt wird. Hier wird die Geschichte hochaktuell, denn es geht unter anderem um deutsche Journalisten und Menschenrechtler, die zu Unrecht im türkischen Gefängnis sitzen. Fred und der deutsche Botschafter bemühen sich darum, sie auf diplomatischem Wege zu befreien. Das ist enervierend, erfordert viel Fingerspitzengefühl und Geduld. Die Autorin zeigt, wie kalt und berechnend Politik und Diplomatie sein können und schafft es doch immer wieder, feinen schwarzen Humor mit der Handlung zu verweben.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Gebundenes Buch
Ein guter Diplomat muss mit den Ohren sehen und mit den Augen schweigen können. (Lawrence Durrell)
Die 50-jährige Friederike Andermann, genannt Fred, ist alleinstehend und seit fast 20 Jahren als im diplomatischen Dienst tätig, wo sie sich Schritt für Schritt die Karriereleiter …
Mehr
Ein guter Diplomat muss mit den Ohren sehen und mit den Augen schweigen können. (Lawrence Durrell)
Die 50-jährige Friederike Andermann, genannt Fred, ist alleinstehend und seit fast 20 Jahren als im diplomatischen Dienst tätig, wo sie sich Schritt für Schritt die Karriereleiter hinausgearbeitet hat. Bisher war Bagdad ihre Wirkungsstätte, doch nun beginnt sie ihre neue Aufgabe als Botschafterin in Montevideo/Uruguay. Mitten in den Vorbereitungen zur Feier des 3. Oktobers, dem Tag der deutschen Wiedervereinigung, erhält sie über einen Anruf Kenntnis davon, dass eine junge deutsche Reisebloggerin vermisst wird, die sich in Uruguay aufhielt. Fred spendet dem Fall nicht genügend Aufmerksamkeit, so dass sie ins türkische Istanbul „strafversetzt“ wird. Dort setzt sie sich für gefährdete Kurden ein und hilft ihnen bei der Flucht nach Griechenland, bis die Krankheit ihrer Mutter sie wieder in ihre Heimatstadt Hamburg bringt…
Lucy Fricke hat mit „Die Diplomatin“ einen unterhaltsamen Roman vorgelegt, der das Leben einer Frau im Auswärtigen Dienst unter die Lupe nimmt und den Leser dabei an deren persönlicher Entwicklung teilhaben lässt. Der flüssige, lakonische und sehr pointierte Erzählstil lässt den Leser Fred kennenlernen, die sich mit viel Fleiß und großem Ehrgeiz die Karriereleiter im diplomatischen Dienst hinaufgearbeitet hat und nun in Uruguay die Landesvertretung Deutschlands leitet. Ihr Dienstpersonal lässt sie gleich zu Beginn im Stich, der Fall einer vermissten Bloggerin und Tochter prominenter Eltern bringt Freds Laufbahn gefährlich ins Wanken, so dass sie sich als Konsulin in Istanbul wiederfindet. Hat sie vorher streng nach Protokoll gearbeitet, so findet anhand der politisch brisanten Fälle, die nun auf ihrer Tagesordnung stehen, ein Umdenken bei ihr statt. Fred fängt an, eigene Entscheidungen zu fällen, die sie in eine brisante Lage bringen, doch sie merkt, dass sie sich damit wesentlich wohler fühlt, als sich hinter ihren Vorgesetzten oder dem Protokoll zu verstecken, was sie aber auch an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit bringt. Die Autorin hat gut recherchiert und ihre Geschichte mit einigen aktuellen Tatsachen garniert wie Verhaftungen aufgrund von nebulösen Anschuldigungen, Menschen, die von jetzt auf gleich verschwunden sind sowie die doch recht harten Repressalien und Verfolgungen, die so mancher in der Türkei aufgrund seiner Abstammung oder seiner Einstellung erleiden muss. Gerade die Aktualität macht diesen Roman so interessant und spannend, gewährt er doch einen Einblick in die diplomatischen Verwicklungen und den Balanceakt auf dem Drahtseil, der hier für zusätzlichen Druck auf alle Beteiligten sorgt.
Die Charaktere sind liebevoll und realitätsnah in ausgestaltet und in Szene gesetzt, ihre glaubwürdigen menschlichen Eigenschaften können den Leser von Beginn an überzeugen, der er ihnen nur zu gerne folgt. Fred ist eine selbstsichere, ehrgeizige Frau, die sich aus einfachsten Verhältnissen im diplomatischen Dienst hochgearbeitet hat. Hat sie bisher streng nach Protokoll gearbeitet, lässt ein Vorfall sowie die Versetzung nach Istanbul sie plötzlich alles in Frage stellen, woran sie vorher vorbehaltlos selbst geglaubt hat. Gerade diese Gradwanderung und die Zweifel Freds lassen sie dem Leser sehr ans Herz wachsen. Aber auch Protagonisten wie Philipp, David, Christoph, Baris oder Meral spielen eine wichtige Rolle innerhalb dieser Geschichte.
„Die Diplomatin“ ist ein gelungener Einblick in die komplizierte Welt diplomatischer Beziehungen, der vor allem jetzt nicht aktueller sein könnte. Verdiente Leseempfehlung für eine tolle Geschichte, die haarscharf die Realität im Blick hat!
Weniger
Antworten 3 von 4 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 3 von 4 finden diese Rezension hilfreich
Gebundenes Buch
Vorab muss ich sagen, dieses Buch war bisher mein Highlight in 2022 und ich habe es in wenigen Tagen verschlungen.
Mit Humor und einer sehr angenehmen Erzählweise lernen wir die Diplomatin Fred kennen, die zunächst in Uruguay stationiert ist. Die Tatsache, dass das Buch anfänglich …
Mehr
Vorab muss ich sagen, dieses Buch war bisher mein Highlight in 2022 und ich habe es in wenigen Tagen verschlungen.
Mit Humor und einer sehr angenehmen Erzählweise lernen wir die Diplomatin Fred kennen, die zunächst in Uruguay stationiert ist. Die Tatsache, dass das Buch anfänglich in Südamerika spielt, hat mich überhaupt erstmal neugierig auf das Lesen gemacht. Später wird Fred nach Istanbul versetzt, was nicht weniger spannend ist. Es ist super interessant, mehr über den Alltag einer Diplomatin und der täglichen Herausforderungen in diesem doch speziellen Berufsfeld zu erfahren. Besonders ist hier auch der Bezug zu topaktuellen politischen Themen, die hier wunderbar in die Handlung verwoben wurden. Deutlich merkt man auch, wo DiplomatInnen an ihre politischen Grenzen stoßen.
Fazit: Ein wirklich kurzweiliger und lesenswerter Roman, in dem der Lesen einiger über diplomatische Arbeit dazulernt, aber ohne einen Hauch Langeweile.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Gebundenes Buch
Die Autorin Lucy Fricke hat in ihrem neuen Roman ihre Stimme einer Diplomatin gegeben.
Fred, Friederike Andermann, ist deutsche Diplomatin und gerade in Uruguay eingezogen. Viel ist nicht zu tun, also engagiert sie sich für die Vorbereitungen zum baldigen " Tag der Deutschen Einheit …
Mehr
Die Autorin Lucy Fricke hat in ihrem neuen Roman ihre Stimme einer Diplomatin gegeben.
Fred, Friederike Andermann, ist deutsche Diplomatin und gerade in Uruguay eingezogen. Viel ist nicht zu tun, also engagiert sie sich für die Vorbereitungen zum baldigen " Tag der Deutschen Einheit ", der überall auf der Welt, wo deutsche Diplomaten arbeiten, gefeiert wird.
Alles läuft zur Zufriedenheit, da erreicht Fred ein Anruf aus Deutschland. Am anderen Ende ist die bekannte Verlegerin Elke Büscher, die ihre Tochter, die als bekannte Bloggerin einen Namen hat, seit 24 Stunden nicht mehr erreicht hat. Sie befürchtet eine Entführung.
Das Konsulat hat so etwas noch nie gehabt, oder zumindest schon sehr lange nicht, also werden die Mühlen ganz langsam hochgefahren. Zu langsam, wie sich bald herausstellen wird. Denn die Entführte kann nur noch tot geborgen werden.
Pech für Fred, denn das kostet sie ihren Posten. Gerade sie, die Diplomatin geworden ist, um Menschen zu helfen.
Nach längerer Zeit im Innendienst in Bonn bekommt sie noch eine Chance, als Konsulin in Istanbul.
Und wieder kommt sie in eine sehr beklemmende Lage, denn diesmal ist auch ihr Herz im Spiel. Und sie hört darauf....
In Ich -Form geschrieben, lernt man die Nöte und Probleme der Diplomatin sehr gut kennen, wie sie denkt und wie sie fühlt, alles zusammen ist im Endeffekt der Motor, der sie antreibt.
Ein sehr kurzweiliges, intensives Buch, das ich gerne weiterempfehle.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Gebundenes Buch
Eine Diplomatin verhandelt eigentlich in Staatsgeschäften,hat Auzienden und Konferenzen,wahrscheinlich eher eine langweilige Angelegenheit mit viel Bürokratie.
Was die deutsche Konsulin Friederike Andermann,genannt Fredi , in Montevideo und später in Istanbul erwartet,erfährt …
Mehr
Eine Diplomatin verhandelt eigentlich in Staatsgeschäften,hat Auzienden und Konferenzen,wahrscheinlich eher eine langweilige Angelegenheit mit viel Bürokratie.
Was die deutsche Konsulin Friederike Andermann,genannt Fredi , in Montevideo und später in Istanbul erwartet,erfährt der Leser in sehr lebendigen und aufregenden Schilderungen.Man erlebt alles hautnah und kann sich sehr in die Hauptfigur hineindenken.Es ist unfassbar,was einem alles für Schwierigkeiten in solch einem Job begegnen können.
In Uruguay wird eine junge Reisejournalistin ermordet,in Istanbul sind Verhandlungen nur unter besonderen Bedingungen und Vorkehrungen,.....
Fredis Wunsch und Ambition,in ihrem Beruf etwas zu bewirku´en und die Welt etwas besser zu machen,ist kaum erfüllbar und meist zum Scheitern verurteilt.
Nur unter grössten Vorsichtsmaßnahmen und vielen Irrungen und Wirrungen kommt sie bei den Verhandlungen zum Erfolg- diesmal.Dieser Sieg wird aber leider eine Ausnahme bleiben und einzelne Individuen scheitern daran.
Trotzdem,wer nicht versucht,in seinem Bereich ,die Welt zu verbessern,wird auch nicht glücklich werden.Ich fand das Buch spannend und sehr lebendig geschrieben,kann es nur empfehlen.
Weniger
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Antworten 0 von 0 finden diese Rezension hilfreich
Andere Kunden interessierten sich für
