Yuko Kuhn
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Eine deutsch-japanische Familiengeschichte, wie man sie noch nicht gelesen hat. »Zum Heulen schön.« (Doris Dörrie) Als Aki erfährt, dass ihre Großmutter gestorben ist, bucht sie zwei Flüge. Ein letztes Mal will sie ihre Mutter zu ihrer Familie in Japan bringen, auch wenn sie weiß, wie riskant es ist, einen dementen Menschen aus der gewohnten Umgebung zu reißen. Und wirklich hat sie Keiko noch nie so verloren erlebt wie in der ersten Nacht im Hotel. Doch dann sitzen sie beim Essen im alten Elternhaus, und plötzlich spricht sie, die so still geworden ist, fröhlich und klar für sich s...
Eine deutsch-japanische Familiengeschichte, wie man sie noch nicht gelesen hat. »Zum Heulen schön.« (Doris Dörrie) Als Aki erfährt, dass ihre Großmutter gestorben ist, bucht sie zwei Flüge. Ein letztes Mal will sie ihre Mutter zu ihrer Familie in Japan bringen, auch wenn sie weiß, wie riskant es ist, einen dementen Menschen aus der gewohnten Umgebung zu reißen. Und wirklich hat sie Keiko noch nie so verloren erlebt wie in der ersten Nacht im Hotel. Doch dann sitzen sie beim Essen im alten Elternhaus, und plötzlich spricht sie, die so still geworden ist, fröhlich und klar für sich selbst. Erst auf dieser Reise erkennt Aki in ihrer Mutter die mutige und lebenshungrige Frau, die sie einmal war, bevor sich in Deutschland diese große, für Aki so bedrohliche Müdigkeit über sie legte. Mit sanfter Klarheit lässt Yuko Kuhn die faszinierende Geschichte einer deutsch-japanischen Familie entstehen, die zwischen den Kulturen verloren geht und sich neu findet.
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Yuko Kuhn wurde 1983 in München geboren. Sie studierte Kulturwirtschaft in Passau und Aix-en-Provence. 2019 fand sie über ihre Tätigkeit an der HFF / Hochschule für Fernsehen und Film München zum Schreiben. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in München.
Produktdetails
- Verlag: Hanser Berlin
- Seitenzahl: 208
- Erscheinungstermin: 22. Juli 2025
- Deutsch
- ISBN-13: 9783446285071
- Artikelnr.: 73898910
»Es ist der wahrscheinlich unaufgeregteste Roman des Jahres - und gerade deshalb einer der berührendsten.« Christoph Amend, DIE ZEIT-Newsletter, 18.08.25 »Ein ganz feiner, unaufgeregter Schreibstil, immer genau beobachtend... Sehr berührend erzählt.« Elke Schlinsog, Deutschlandfunk Kultur, 28.07.25 »Ein Debüt über Verbindendes und Trennendes, feinfühlig erzählt.« Angelika Wittmann, Brigitte, 27.08.25 »Yuko Kuhns Beschreibungen sind intensiv und fesselnd. Und überraschend wie die Füllung des zum Dreieck geformten Reissnacks Onigiri.« Simone Bauer, Missy Magazin, Juli 2025 »Yuko Kuhn erzählt unglaublich berührend von all dem, was Familien zusammenhält - und entzweit. Ein Buch, das wärmt wie eine große Tasse Tee.« Okka Rohd, Freundin, Juli
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2025 »Eine liebevolle, tröstliche Reise zu den eigenen Wurzeln.« Isabella Huber, Happy, September 2025 »Yuko Kuhn ist mit ihrer unaufgeregten, präzisen und doch poetischen Sprache ein kleines Meisterwerk gelungen.« Alke Müller-Wendlandt, inMünchen, 09/2025 »'Onigiri' ist ein kleines, zärtliches Meisterwerk... Yuko Kuhn gelingt dieses Kunststück, indem sie eine Miniatur nach der anderen aus dem Alltag der deutschen und japanischen Teile der Familie aneinandersetzt. Kleine und oft kleinste Begebenheiten werden da unglaublich scharf beobachtet und mit Szenen aus dem jeweils anderen Teil der Familie kontrastiert.« Armin Jelenik, Nürnberger Nachrichten, 05.08.25 »Eine literarische Liebeserklärung, die sanfte Suche nach einem verlorenen Stück Paradies.« Gallus Frei-Tomic, literaturblatt.ch, 24.07.25
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»Ein Buch mit großer Sogwirkung... Ich konnte gar nicht mehr aufhören... Ein sehr zartes, sehr schönes Buch.« Elke Heidenreich, WDR, 7.12.25 »Onigiri ist ein Buch voller Kontraste, voller Abschiede und Neuentdeckungen, voll Löcher und Leere, aber auch voller Wärme und Optimismus, vor allem aber ist es ein Buch über eine Tochter, die sich ehrlich bemüht ihre Mutter zu verstehen und ihr gerecht zu werden.« Julie Metzdorf, Bayern 2, 29.9.25 »Sehr berührend!« Flow, Oktober 2025 »Ein zart melancholischer Roman.« Antje Weber, Süddeutsche Zeitung, 19.9.25 »Es ist der wahrscheinlich unaufgeregteste Roman des Jahres - und gerade deshalb einer der berührendsten.« Christoph Amend, DIE ZEIT-Newsletter, 18.08.25 »Ein ganz feiner, unaufgeregter
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Schreibstil, immer genau beobachtend... Sehr berührend erzählt.« Elke Schlinsog, Deutschlandfunk Kultur, 28.07.25 »Ein Debüt über Verbindendes und Trennendes, feinfühlig erzählt.« Angelika Wittmann, Brigitte, 27.08.25 »Yuko Kuhns Beschreibungen sind intensiv und fesselnd. Und überraschend wie die Füllung des zum Dreieck geformten Reissnacks Onigiri.« Simone Bauer, Missy Magazin, Juli 2025 »Yuko Kuhn erzählt unglaublich berührend von all dem, was Familien zusammenhält - und entzweit. Ein Buch, das wärmt wie eine große Tasse Tee.« Okka Rohd, Freundin, Juli 2025 »Dabei erfährt der Leser viel über die japanische Kultur und Kuhn vermittelt ein eindringliches Familienporträt, das die vielen Facetten der Personen offenbart.« Sylvia Paschert, Ruhr-Nachrichten, 13.9.25 »Eine liebevolle, tröstliche Reise zu den eigenen Wurzeln.« Isabella Huber, Happy, September 2025 »Yuko Kuhn ist mit ihrer unaufgeregten, präzisen und doch poetischen Sprache ein kleines Meisterwerk gelungen.« Alke Müller-Wendlandt, inMünchen, 09/2025 »Yuko Kuhn gelingt es mit zartem Ton und minutiöser Beobachtungsgabe, das Verhalten ihrer Mutter und das Verhältnis zu ihr, das oft knirscht und nicht rund läuft... aufs Papier zu werfen.« Linda Stift, Die Presse,14.9.25 »Eine liebevolle, tröstliche Reise zu den eigenen Wurzeln.« Isabella Huber, happy, 10.9.25 »'Onigiri' ist ein kleines, zärtliches Meisterwerk... Yuko Kuhn gelingt dieses Kunststück, indem sie eine Miniatur nach der anderen aus dem Alltag der deutschen und japanischen Teile der Familie aneinandersetzt. Kleine und oft kleinste Begebenheiten werden da unglaublich scharf beobachtet und mit Szenen aus dem jeweils anderen Teil der Familie kontrastiert.« Armin Jelenik, Nürnberger Nachrichten, 05.08.25 »Eine literarische Liebeserklärung, die sanfte Suche nach einem verlorenen Stück Paradies.« Gallus Frei-Tomic, literaturblatt.ch, 24.07.25
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Als ich Onigiri gelesen habe, war ich überrascht, wie leise und gleichzeitig eindringlich dieser Roman erzählt ist. Im Mittelpunkt steht Aki, die ihre demenzkranke Mutter Keiko noch einmal nach Japan begleitet. Auf dieser Reise wird nicht nur die gemeinsame Vergangenheit lebendig, sondern …
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Als ich Onigiri gelesen habe, war ich überrascht, wie leise und gleichzeitig eindringlich dieser Roman erzählt ist. Im Mittelpunkt steht Aki, die ihre demenzkranke Mutter Keiko noch einmal nach Japan begleitet. Auf dieser Reise wird nicht nur die gemeinsame Vergangenheit lebendig, sondern auch das Spannungsfeld zwischen zwei Kulturen, in dem Mutter und Tochter ihr Leben lang gestanden haben.
Mich hat besonders berührt, wie sehr sich Keikos Lebensweg zwischen Japan und Deutschland spiegelt: eine Frau, die ihre Heimat verlässt, in einer fremden Sprache Fuß fasst, eine Ehe eingeht, Kinder großzieht – und dennoch nie ganz ankommt. Diese Zerrissenheit wirkt sich auch auf Aki aus, die sich zwischen den Erwartungen der reichen deutschen Familie und den stillen Traditionen der japanischen Seite bewegt.
Das Buch wechselt zwischen Gegenwart und Erinnerungen. Anfangs fand ich diese verschachtelte Struktur etwas verwirrend, doch bald habe ich sie als Spiegel der Demenz empfunden. Die Brüche im Erzählen passen genau zum Thema – sie machen sichtbar, wie brüchig Erinnerung ist.
Was mich überzeugt hat, war die behutsame Sprache. Vieles passiert im Zwischenton, fast unscheinbar, und doch steckt darin eine große Kraft. Es ist kein Roman voller Action, sondern eine ruhige, langsame Erzählung, die sich auf die Figuren konzentriert. Man erfährt viel über die Eigenheiten der Familien, über Konflikte, Schweigen, und auch über das, was unausgesprochen bleibt.
Natürlich hätte ich mir an manchen Stellen mehr über Aki selbst gewünscht, denn ihre Perspektive macht das Buch stark. Trotzdem hat mich gerade diese Zurückhaltung zum Nachdenken gebracht – vielleicht ist es genau das, was die Autorin erreichen wollte.
Insgesamt habe ich Onigiri als eine sensible und authentische Geschichte erlebt, die sowohl kulturelle Unterschiede als auch die Zerbrechlichkeit familiärer Bindungen spürbar macht. Ein leises, aber sehr eindrucksvolles Debüt, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
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Eine Mutter-Tochter Geschichte zwischen Japan und Deutschland, Erinnerung und Vergessen
Darum geht es:
Eine letzte Reise nach Japan plant die Tochter Aki für ihre demente Mutter Keiko, denn ihre Großmutter, Keikos Mutter, ist gestorben. Vielleicht, so hofft sie, findet ihre Mutter …
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Eine Mutter-Tochter Geschichte zwischen Japan und Deutschland, Erinnerung und Vergessen
Darum geht es:
Eine letzte Reise nach Japan plant die Tochter Aki für ihre demente Mutter Keiko, denn ihre Großmutter, Keikos Mutter, ist gestorben. Vielleicht, so hofft sie, findet ihre Mutter Ruhe und die eine oder andere Erinnerung. In der Vorbereitung der Reise blickt sie auf das nicht einfache Leben ihrer Mutter zurück, zwischen japanischer Kultur und deutschen Schwiegereltern.
Mein Eindruck:
Die Geschichte entwickelt sich leise und langsam, wechselt von dem Jetzt, in dem Aki mit ihrer dementen Mutter Keiko die Reise nach Japan, in das Heimatland ihrer Mutter plant, zum Gestern, wo die Vergangenheit ihrer Mutter erst in Japan und dann in Deutschland beschrieben wird.
Die schwierige Tochter – Mutter Beziehung wird ebenso unaufgeregt erzählt wie die Erlebnisse und Begegnungen in Japan. Über allem schwingt die zunehmende Demenz und die tiefe Traurigkeit, die Keiko schon lange in sich trägt.
Das Leben von Keiko, das sie wohl immer mehr vergisst, entblättert sich so vor den Augen. In einer bildreichen, beeindruckenden Sprache zeigt Yuko Kuhn dieses nicht einfache Leben und insbesondere das Jetzt in der Demenz, wie es Aki beobachtet: »Ich frage mich, ob sich aus den Puzzleteilen, die sie entdeckt, zumindest für einen Moment eine Erinnerung zusammensetzt, bis sie sich etwas anderem zuwendet und ihre Geschichte wieder in alle Himmelsrichtungen auseinanderfliegt.«
Fazit:
Ein Einblick in die japanische Kultur und in eine fortschreitende Demenz, ruhig erzählt. Für mich eine interessante Lektüre, die mir das Land und die Kultur Japan näher brachte. Alles in allem für mich aber zu unaufgeregt erzählt, dennoch für Japan-Interessierte durchaus lesenswert und ein bemerkenswerter Einblick in das Thema Demenz.
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Onigiri hat mich positiv überrascht. Ein stellenweise fast poetisches Buch, stark beeinflusst von der persönlichen Geschichte der Autorin.
Aki, Protagonistin dieser Erzählung, ist die Tochter einer nach Deutschland immigrierten Japanerin und ihres deutlich jüngeren deutschen …
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Onigiri hat mich positiv überrascht. Ein stellenweise fast poetisches Buch, stark beeinflusst von der persönlichen Geschichte der Autorin.
Aki, Protagonistin dieser Erzählung, ist die Tochter einer nach Deutschland immigrierten Japanerin und ihres deutlich jüngeren deutschen Mannes.
Keiko, Akis Mutter, leidet an Demenz und lebt inzwischen im Heim. Ein letztes Mal reisen die beiden nach Japan. In Rückblenden wird die Geschichte von Keiko und ihrer japanischen Familie erzählt, wie und warum sie nach Deutschland kam, Kulturschock inklusive. Akis Vater, Sohn einer sehr wohlhabenden bayerischen Familie, bleibt lange nur eine Randfigur da er seine Frau und Kinder früh verlässt. Akis Kindheit zwischen diesen beiden so gegensätzlichen Kulturen wird immer wieder geschildert.
Die Momente in Japan als die beiden Verwandte und Freunde besuchen waren sehr berührend.
Auf den manchmal etwas verworren erscheinenden Schreibstil (beinahe puzzleartige Szenen) muss man sich einlassen können dann findet man trotz der schweren Themen eine Hoffnung und Liebe die berührt.
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*Zwischen den Welten – Eine berührende Familiengeschichte*
Yuko Kuhns beeindruckender Debütroman „Onigiri“ erzählt die bewegende Geschichte einer deutsch-japanischen Familie.
Im Mittelpunkt steht die Ich-Erzählerin Aki, die nach dem Tod der in Japan lebenden …
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*Zwischen den Welten – Eine berührende Familiengeschichte*
Yuko Kuhns beeindruckender Debütroman „Onigiri“ erzählt die bewegende Geschichte einer deutsch-japanischen Familie.
Im Mittelpunkt steht die Ich-Erzählerin Aki, die nach dem Tod der in Japan lebenden Großmutter mit ihrer an fortschreitender Demenz erkrankten Mutter Keiko eine letzte Reise in deren Heimatstadt nach Kobe unternimmt. Diese Reise bildet den erzählerischen Rahmen für eine emotionale Spurensuche, die uns behutsam in eine zerrissene Familiengeschichte eintauchen lässt und die kulturellen Unterschiede eindrucksvoll sichtbar macht. Gekonnt lässt Kuhn gegenwärtige Geschehnisse und die Vergangenheit in fragmentarischen Rückblenden und persönlichen Erinnerungen ineinanderfließen.
Kuhns Erzählstil zeichnet sich durch eine bewusst zurückhaltende und offene Gestaltung aus, bei dem wichtige Momente oft nur angedeutet werden und dem nicht Ausgesprochenen viel Raum gelassen wird. Trotz prägnanter, minimalistischer Sprache gelingt es ihr hervorragend, die feinen Facetten und leisen Gesten ihrer Figuren einzufangen. Es entfaltet sich eine atmosphärisch dichte, bisweilen melancholische Stimmung, die uns allmählich tief in die Welt ihrer Protagonisten zieht.
Frei von Klischees und mit großem Einfühlungsvermögen gelingt Kuhn eine differenzierte Darstellung der deutschen und japanischen Mentalitäten, eine komplexe Melange zwischen deutscher Strenge und japanischer Zurückhaltung. Die Handlung kreist um das Aufwachsen und Leben zwischen zwei Kulturen und legt ein besonderes Augenmerk auf die inneren Konflikte, kulturellen Spannungen in der Familie und das Gefühl des Andersseins. Feinfühlig zeigt Kuhn auf, wie Aki sich trotz kultureller und persönlicher Brüche um Verständigung bemüht und zugleich auf einer kontinuierlichen Suche nach eigener Identität ist.
Ein besonderes Highlight ist die einfühlsame und zugleich realistische Darstellung von Keikos Demenz, die mit all ihren Herausforderungen, Veränderungen und kleinen Hoffnungsschimmern den Alltag prägt. Kuhn zeichnet ein authentisches Bild der komplexen Beziehung zwischen Mutter und Tochter, die rasch zwischen Zuneigung, Fürsorge, Überforderung und Unverständnis schwankt. Besonders die kleinen Beobachtungen wie etwa beim Essen, im alltäglichen Umgang miteinander oder beim Suchen nach passenden Worten, machen den Roman lebendig und glaubwürdig. Trotz des fortschreitenden Verfalls des Gedächtnisses erleben wir Keiko stets als eine vielschichtige, eigenständige Persönlichkeit, deren schwankende Erinnerungsfähigkeit auch für neue Formen von Nähe und Verbundenheit eröffnen.
Besonders eindrucksvoll ist auch das wiederkehrende Motiv des „Onigiri“, ein kunstvoll geformtes japanisches Reisbällchens, das nicht nur die tiefe Verbindung zwischen Mutter und Tochter symbolisiert sondern auch Geborgenheit, familiäre Wärme und kulturelle Identität. Inmitten beständigen Wechsels von Verlust und Nähe erhält das einfache, alltägliche Ritual des Kochens und Essens für sie eine stille, kraftvolle Bedeutung, die auch ohne Worte wirkt.
Die raschen Perspektivwechsel, die detailreichen Schilderungen sowie der fragmentarische Erzählstil erfordern jedoch ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und aktivem Mitdenken. Diese Erzählweise bildet gekonnt das zentrale Thema von Erinnerung, Vergessen und Widersprüchlichkeiten des Erinnerns ab, wobei die Bruchstücke und das Unausgesprochene ureigener Bestandteil jeder Familiengeschichte sind. Gekonnt zeigt sie auf, dass Fragmente, Leerstellen und stille Momente mehr als jedes ausgesprochene Wort die Komplexität familiärer Beziehungen erfahrbar machen. Obwohl ein klassischer Spannungsbogen fehlt, ist der Autorin eine feinfühlige, bewegende Annäherung an eine Familie gelungen, deren Geschichte von Verlusten, Entwurzelung und generationsübergreifender Verletzlichkeit geprägt ist.
FAZIT
Ein sehr einfühlsamer, tiefgründiger Roman, der eine berührende deutsch-japanische Familiengeschichte und über das Leben zwischen zwei Kulturen erzählt. Eine durch den fragmentarischen Erzählstil recht anspruchsvolle, aber tief bewegende Lektüre, die uns über Krankheit, Verlust, Nähe und das leise Band familiärer Verbundenheit sowie die Fragilität von Erinnerung und Identität nachdenken lässt.
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Stilistisch nicht mein Fall
Das Cover habe ich tatsächlich erst verstanden, nachdem ich „Onigiri“ gegoogelt habe. Diese japanische Speise hat für die Protagonistin des Buches eine sehr wichtige Bedeutung und steht für ihre Kindheitserinnerungen, aber auch für Trost …
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Stilistisch nicht mein Fall
Das Cover habe ich tatsächlich erst verstanden, nachdem ich „Onigiri“ gegoogelt habe. Diese japanische Speise hat für die Protagonistin des Buches eine sehr wichtige Bedeutung und steht für ihre Kindheitserinnerungen, aber auch für Trost und Sicherheit. Somit finde ich das Cover wirklich sehr gelungen.
Das Buch hat mir stilistisch aber leider gar nicht gefallen. Das ist schade, denn die erzählte Familiengeschichte und die Auseinandersetzung mit Demenz hatten viel Potential und fand ich insgesamt auch sehr interessant.
Als roter Faden wird die Japanreise von Mutter und Tochter erzählt. Die letzte Reise der demenzkranken Keiko zu ihrer Familie. Diese Handlung ist umgeben von vielen kleinen Erinnerungs-Episoden. Kurze Abschnitte mit wechselnden Erinnerungen aus dem Alltag und dem Leben der Familie aus Sicht von Tochter und Protagonistin Aki. Anhand dieser wird das Leben der Familie dargestellt: Es geht um die junge Keiko und wie sie nach Deutschland kam, deren Ehe, die Kindheit, Jugend und das Erwachsenenleben von Aki. Es geht um die Großeltern, um Akteptanz, kulturelle Unterschiede, Heimatverlust… also ganz viele spannende Themen.
Leider sind diese Erinnerungsschnippsel sehr sprunghaft. Es wird zeitlich gesprungen, so dass ich manchmal nicht ganz zuordnen konnte, wo man gerade ist. Sie sind aber auch inhaltlich sprunghaft. Ein Satz kann einen Gedanken aufgreifen, der nächste schon wieder einen ganz anderen. Auch arbeitet die Autorin mit langen Sätzen, in denen Gedanken per Komma aneinander gehängt werden. Auch wörtliche Rede wird ohne Anführungszeichen in diese langen Satzkonstruktionen mit eingebaut. Man kann sich einlesen, mir fiel es mit der Zeit leichter, aber irgendwie kam keine richtige Verbindung zu den Charakteren auf und ich hatte den Eindruck, der Text leiert sich so runter.
Durch diese kurzen Einblicke in die Erinnerung - was thematisch ja eigentlich eine Idee ist, die sehr gut zur Demenz und dem Verlust der Erinnerung passt - wurden viele Aspekte beleuchtet aber nicht so richtig tiefgehend ausgearbeitet. So baut sich nach und nach zwar ein Bild der Familie auf, die Charaktere blieben mir aber zu distanziert und ich eher ferne Beobachterin. Nichtsdestotrotz haben mir die Schilderungen der Demenz und der Umgang der Tochter mit ihrer Mutter gefallen.
Gut finde ich auch, dass die Autorin mit japanischen Begriffen arbeitet und diese in einem Glossar erläutert werden. Für E-Book Leser wären Erläuterungen auf der Seite einfacher, aber es sind welche da.
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„Ich warte doch auf sie, immer noch warte ich auf sie, ich werde immer auf sie warten, auf meine Mutter“ (S. 180).
Diese Familiengeschichte einer ganz besonderen Art umarmt zwei Kontinente. Europa und Asien. Sie beginnt mit Betrachtungen über die in Japan verstorbene …
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„Ich warte doch auf sie, immer noch warte ich auf sie, ich werde immer auf sie warten, auf meine Mutter“ (S. 180).
Diese Familiengeschichte einer ganz besonderen Art umarmt zwei Kontinente. Europa und Asien. Sie beginnt mit Betrachtungen über die in Japan verstorbene Großmutter, die sich verflechten mit der Gegenwart und den Erinnerungen an das Leben der Erzählerin mit ihrer eigenen Mutter. Die Autorin erzählt von ihrer eigenen Kindheit mit der Mutter. Sie schreibt einen sachlichen Stil, darin schlummern tiefe Gefühle. Szenarien werden belebt, die nicht nur das Leben der Verstorbenen in Japan aufleben lassen sondern auch das, was die Enkelin Aki in ihrer Kindheit mit der japanischen Großmutter und ihrer deutschen Familie väterlicherseits erlebte. Aki lebt mit ihrer Mutter Keiko und ihrem Bruder Kenta zusammen.
Oft verbringt sie die Ferien bei den wohlbetuchten deutschen Großeltern, wo sie dankbar selbstverständlichen Überfluss in einer wohlhabenden Familie erlebt. Im eigenen Zuhause geht es anders zu, nachdem ihre Eltern sich getrennt hatten – der Vater war ausgezogen. Diese Beschreibung des Lebens einer deutsch-japanischen oder japanisch-deutschen Familie lässt uns fragen, wie Aki es wohl in Deutschland ausgehalten hat - den Schulbesuch…dabei bleibt es nicht aus, dass ihr „Schlitzauge“ nachgerufen wird. Tapfer hält sie es aus und findet auch Freundinnen, deren Leben zu Hause so anders ist als ihres. Ihre Kindheit ist vorüber, als der Tod der Großmutter eintrifft.
Akis Mutter scheint den Tod ihrer eigenen Mutter Yasuko nicht zu verstehen. Aki beschließt, mit ihr nach Japan zu reisen, sie hofft, dass diese Reise auch ihrer Mutter die Klarheit des Geistes – zum Teil – wiedergeben könnte. Die Reise nach Japan eröffnet Tochter und Mutter unendlich viele Erinnerungen an Vergangenes. Dies wiederum wirft Licht auf so Vieles, das vorher eher rätselhaft erschien oder sogar bislang keine wichtige Rolle spielte. Wertvolle Beobachtungen bringen Erkenntnisse, die allen in einer Familie helfen können, Dinge anzunehmen, die auch schmerzhaft sein können. Das Leben ist ein immerwährender Fluss.
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Onigiri: Was bleibt, wenn das Erinnern schwindet
Nach dem Tod ihrer Großmutter fasst Aki den Entschluss, gemeinsam mit ihrer an Demenz erkrankten Mutter Keiko nach Japan zu reisen – zurück in das Land, das Keiko einst verlassen hat. Trotz der Herausforderungen, die eine solche …
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Onigiri: Was bleibt, wenn das Erinnern schwindet
Nach dem Tod ihrer Großmutter fasst Aki den Entschluss, gemeinsam mit ihrer an Demenz erkrankten Mutter Keiko nach Japan zu reisen – zurück in das Land, das Keiko einst verlassen hat. Trotz der Herausforderungen, die eine solche Reise für ihre Mutter mit sich bringt, hofft Aki auf einen Moment der Nähe und des Verbundenseins inmitten von Erinnerungen. In Keikos Heimat erfährt Aki durch Erzählungen und Begegnungen mehr über das Leben ihrer Mutter. Die Reise wird für Aki zu einer bewegenden Spurensuche zwischen Generationen und Kulturen und zu einer Reise zu sich selbst.
„Onigiri“ ist ein leises, feinfühliges Buch, das vor allem durch seine emotionale Tiefe und die gelungene Verwebung von Gegenwart und Vergangenheit berührt. Yuko Kuhn erzählt mit großer Wärme und klarem Blick die Geschichte einer deutsch-japanischen Familie, die sich zwischen Identitätsfragen, Rassismus, Verlust, Depression und Neubeginn bewegt. Für mich waren die Perspektivwechsel besonders eindrücklich: Die Rückblicke auf Keikos Vergangenheit offenbaren ein Leben, das von Vorurteilen, inneren Kämpfen, Schmerz und gesellschaftlichen Erwartungen geprägt war – aber auch von Mut und Selbstbestimmung.
Die Darstellung von Keikos Demenz ist berührend und authentisch. Der schleichende Verlust, die Hilflosigkeit, das Verstummen – aber auch die kostbaren, hellen Momente – werden mit viel Einfühlungsvermögen beschrieben. Besonders spürbar wird, wie schwer es für Angehörige ist, einen geliebten Menschen nach und nach an die Krankheit zu verlieren und ihn trotzdem tagtäglich zu pflegen, zu begleiten, loszulassen und festzuhalten. Inmitten dieser stillen Kämpfe zeigt das Buch, wie viel Liebe in kleinen Gesten steckt.
Obwohl die Geschichte ohne große Dramatik auskommt und in ihrer Handlung recht ruhig bleibt, hat sie in mir viel ausgelöst. Sie hat mich über das eigene familiäre Miteinander und über das Älterwerden nachdenklich gemacht.
Fazit:
„Onigiri“ ist ein warmherziger, berührender Roman über Erinnerung, Herkunft, Fürsorge und die Zerbrechlichkeit des Lebens. Ohne große Spannungsbögen entfaltet sich eine stille Geschichte, die das Herz berührt und nachklingt.
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Das Cover von „Onigiri“ finde ich unglaublich schön und minimalistisch und hat mich sofort dazu verleitet, das Buch unbedingt lesen zu wollen.
Aki erfährt recht spät vom Tod ihrer Großmutter. Da sie und ihre japanischen Mutter in Deutschland leben, …
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Das Cover von „Onigiri“ finde ich unglaublich schön und minimalistisch und hat mich sofort dazu verleitet, das Buch unbedingt lesen zu wollen.
Aki erfährt recht spät vom Tod ihrer Großmutter. Da sie und ihre japanischen Mutter in Deutschland leben, beschließt sie, dass sie noch ein letztes Mal gemeinsam nach Japan reisen. Denn Akis Mutter ist dement, und die Reise wird für beide zu etwas ganz Besonderem.
Die Geschichte ist im Kern eine berührende Mutter-Tochter-Erzählung, die viel über ihre gemeinsame Vergangenheit, aber auch über unausgesprochene Gefühle erzählt.
Die Kapitel tragen jeweils ein japanisches Wort als Überschrift, was ich sehr passend und schön fand.
Das Buch ist insgesamt recht kurz, und der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Dennoch wirkt die Erzählung manchmal etwas sprunghaft, wodurch ich nicht ganz so zügig vorangekommen bin, wie ich es bei der Seitenzahl erwartet hätte.
Insgesamt war „Onigiri“ für mich eine ruhige Geschichte, die von Familie, Erinnerungen und Kultur erzählt. Sie hat mich nicht durchgehend gepackt, aber sie hatte viele schöne Momente, die mir im Gedächtnis bleiben werden.
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„Onigiri“ ist der Debütroman der studierten Kulturwissenschaftlerin Yuko Kuhn. Zuletzt war sie an der Hochschule für Film und Fernsehen München tätig und arbeitet seit diesem Jahr als freiberufliche Autorin.
Die Idee, das Leben einer dementen Mutter, die in einem, …
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„Onigiri“ ist der Debütroman der studierten Kulturwissenschaftlerin Yuko Kuhn. Zuletzt war sie an der Hochschule für Film und Fernsehen München tätig und arbeitet seit diesem Jahr als freiberufliche Autorin.
Die Idee, das Leben einer dementen Mutter, die in einem, auch nach Jahrzehnten ihr fremdem Kulturkreis lebt, darzustellen habe ich sehr interessant gefunden. Doch irgendwie hat mich das Buch nicht wirklich berührt. Obwohl es die Zerrissenheit von Keiko, der Japanerin, die ihren Mann Ernst auf einer Europareise kennengelernt hat und von seiner Familie nie wirklich als Schwiegertochter angenommen worden ist, ziemlich glaubhaft darstellt, ist dies Spannung für mich nicht erlebbar.
Keikos Tochter Aki, aus deren Sicht der Roman geschrieben ist, steht der Krankheit ihrer Mutter hilflos gegenüber und wirkt streckenweise ziemlich ungeduldig, ja geradezu unwirsch im Umgang mit ihr. Umso erstaunter ist Aki, als Keiko, in ihrer alten japanischen Welt, in die Aki sie nach dem Tod ihrer Großmutter mitgenommen hat, geradezu aufblüht. Keiko, die seit Jahren nahezu verstummt ist, wird wieder gesprächig.
Nun, wenn sich Aki ein wenig mit Demenz beschäftigt hätte, wäre ihr das vielleicht nicht gar so erstaunlich vorgekommen. Es ja bekannt, dass das Langzeitgedächtnis von Demenzkranken besser funktioniert, als das Kurzzeitgedächtnis. Gleichwohl ist es natürlich sehr belastend, wenn ein Familienmitglied von Woche zu Woche mehr verlöscht.
Zunächst hat es mich ein wenig überrascht, dass Aki ihre Mutter aus dem gewohnten deutschen Umfeld herausgerissen hat, um nach Japan zu ihrer mütterlichen Familie zu fliegen. Doch dann ist mir aufgegangen, dass Keiko gar nicht richtig in Deutschland verwurzelt ist.
Zum Thema an Demenz habe ich schon einige andere Bücher gelesen bzw. Vorträge gehört, da mein Schwiegervater an Demenz erkrankt ist und wir sein Verlöschen hautnah miterlebt haben.
Fazit:
Leider hat mich dieses Buch nicht wirklich gepackt, weshalb es nur 3 Sterne erhält.
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Onigiri hat 208 Seiten und ist eine Deutsch-japanische Geschichte. Das Cover passt optisch sehr gut zu dem, was man als Leser dargeboten gekriegt hat. Mir hat die Erzählung sehr gut gefallen, sie hat mich in vielen Momenten zum Nachdenken gebracht. Im Großen und Ganzen ist es dem Autor …
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Onigiri hat 208 Seiten und ist eine Deutsch-japanische Geschichte. Das Cover passt optisch sehr gut zu dem, was man als Leser dargeboten gekriegt hat. Mir hat die Erzählung sehr gut gefallen, sie hat mich in vielen Momenten zum Nachdenken gebracht. Im Großen und Ganzen ist es dem Autor gelungen, mich emotional abzuholen. Der Schreibstil ist leicht, locker, flüssig, es kommt keine Langeweile auf. Die Abschnitte haben eine angenehme Leselänge, aber man muss sich für dieses Buch bewusst Zeit nehmen.
Erzählt wird es auf zwei Zeitebenen, parallel Akis sowie Keikos Geschichte. Zuerst die Vergangenheit von Aki, dann die Gegenwart und die Reise. Eine komplizierte und nicht immer einfache Mutter-Tochter Beziehung. Es beginnt damit, dass Aki erfährt, dass ihre Oma Yasuko mit 102 Jahren verstorben ist. Sie bucht eine Reise für 2 nach Japan und möchte ihre Mama mitnehmen. Ihre Mama ist an Demenz erkrankt, es ist schon weit fortgeschritten, sie möchte es ihr aber trotzdem ermöglichen nochmal nach Japan zu reisen und diejenigen noch einmal zu treffen, die sie kennen oder die, die sie noch erkennt. Es wird eine Herausforderung für beide, das hat sich Aki nicht so ganz vorgestellt. Keiko hat ihre gewohnte und ihre vertraute Umgebung verlassen, trotz Aki an ihrer Seite ist der Flug und die Nacht im Hotel mit sehr viel Stress verbunden. Sie wirkt gestresst und verloren, ist sehr unruhig. Aki versucht ihr zur Seite zu stehen und unterstützt sie, so gut sie kann. Doch beim Essen im alten Elternhaus ist plötzlich alles anders, sie spricht klar, beteiligt sich an Gesprächen, wirkt fröhlicher als sonst. Das erfreut Aki sehr. Erst auf dieser Reise merkt Aki, wie stark, mutig und lebenshungrig ihre Mutter war, bevor sich in Deutschland diese grosse, für Keiko so bedrohliche Müdigkeit und Erschöpfung über sie legte. Sie kam als junge engagierte Frau nach einem Lehrerstudium in ein anderes Land. Sie lebte, arbeitete, verliebte sich, bekam Kinder. Ihr Mann wurde plötzlich psychisch krank. Sie ist alleine auf sich gestellt, muss das Leben meistern und alles allein bewältigen: ein neues Land, eine andere Kultur. Keiko hat reiche Schwiegereltern, was nicht immer so ein Vorteil ist. Sie hatte sich oft anderen Beistand von ihnen gewünscht, mehr Akzeptanz, mehr Gespräche, mehr Zugehörigkeit, mehr Liebe. Aki als ihre Tochter, die in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, ärgert sich oft über ihre Mutter, über ihr typisch japanisches Verhalten und Denken. Das bringt aber die Kultur mit sich. Erst jetzt nach vielen, vielen Jahren begreift sie, warum es damals so war.
In der Geschichte werden viele Themen angesprochen: Demenz, Depression, Alleinerziehung, Armut, Reichtum, moralische Grenzen, Anerkennung, menschliche Beziehungen, Familie, Liebe, unausgesprochene Wünsche und Erwartungen, fremde Kulturen, Integration. Eine sehr bewegende Geschichte zweier Kulturen mit ihren Höhen und Tiefen, mit vielen Erlebnissen und Begegnungen. Aki als neue Persönlichkeit, weil sie jetzt auf dieser Reise das Ganze zum ersten Mal aktiv mit anderen Augen sieht. Was Ihre Mutter in ihrem Leben erleben und durchmachen musste, was sie alles so geprägt hat, dass sie zu so einer Person geworden ist. Eine Reise mit Tiefgang. Die Protagonisten wirkten in ihrem Dasein sehr präsent und lebensecht. Mir hat es sehr gut gefallen. Vergebe deshalb 4 Sterne und eine Weiterempfehlung.
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