Stefan Hertmans
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Als Dius an seiner Haustür klingelt, ist Anton überrascht und irritiert. Keiner seiner Studenten an der Kunsthochschule ist bisher so ungeniert in sein Privatleben vorgedrungen. Oder hat ihm gar seine Freundschaft und einen Schreibplatz in einem alten Dorfhaus inmitten nordisch rauer Landschaft angetragen. Im Wechsel aus konzentriertem Arbeiten und langen Spaziergängen entwickelt sich dort ein fast altmodisch anmutendes Band der Freundschaft zwischen den beiden Männern, während sich ihre jeweiligen Leben zu Hause nicht ohne Komplikationen weiterdrehen.
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Stefan Hertmans, geboren 1951 in Gent, Belgien, ist Dichter, Dramatiker, Romancier und gilt als einer der wichtigsten niederländischsprachigen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Der Roman >Krieg und Terpentin< war 2016 unter anderem für den International Man Booker Prize und den Premio Strega International nominiert. Hertmans lebt in Brüssel und im südfranzösischen Monieux.
Produktdetails
- Verlag: Diogenes eBooks
- Seitenzahl: 352
- Erscheinungstermin: 22. Oktober 2025
- Deutsch
- ISBN-13: 9783257615791
- Artikelnr.: 74027210
Behutsam erzählt
„Ich möchte Ihr Freund sein, platzte es aus ihm heraus. Er wurde knallrot und verstummte.“ Das Bild, das ich nach diesem ersten Satz von Dius habe, wird dem, was kommt, wie sich die Freundschaft zwischen ihm und Anton entwickelt, nicht gerecht. Egidius …
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Behutsam erzählt
„Ich möchte Ihr Freund sein, platzte es aus ihm heraus. Er wurde knallrot und verstummte.“ Das Bild, das ich nach diesem ersten Satz von Dius habe, wird dem, was kommt, wie sich die Freundschaft zwischen ihm und Anton entwickelt, nicht gerecht. Egidius De Blaeser, wie er mit vollem Namen heißt, ist ein begabter Kunststudent, der alle Konventionen über Bord wirft, als er bei Anton klingelt.
Die Freundschaft, die bald entsteht, ändert sich in Abhängigkeit. Der ältere der beiden fährt zunächst ungern in das Dorfhaus seines jungen Freundes, bald aber weiß er die Ruhe zu schätzen, die ihm dieses Gemäuer bietet. Noch ist Anton verheiratet mit Nouka, sie leben in ihrer Stadtwohnung, an den Wochenenden packt er immer öfter seine Bücher, seine Hefte und Notizen ein, es zieht ihn hinaus aufs Land, er schätzt die stillen Nachmittage und die langen Spaziergänge. Ihr bisheriges Leben, das von Dius und Anton, ändert sich komplett, sie verlieren sich irgendwann aus den Augen, bis sie sich sehr viel später wieder begegnen.
Es ist ein leiser Roman, untermalt von klassischer Musik. Der Autor verrät zu guter Letzt, in welch außergewöhnlicher Umgebung DIUS entstanden ist und wie diese ihre Spuren hinterlassen hat. Er erzählt von einer ungewöhnlichen Freundschaft, von ihrer tiefen Verbundenheit und von den Jahren danach, von ihren Liebschaften, von schönen und von schmerzhaften Zeiten. Viele Gefühle sind im Spiel, dem Unverständnis folgen Wut und Entrüstung über die sich einschleichenden Lügen, gefolgt von Sehnsucht nach Ruhe und Geborgenheit, nach der verlorenen Zeit.
Mich hat diese Geschichte nicht mehr losgelassen, habe dem soeben Gelesenen noch lange nachgespürt - dieser so ungewöhnlichen Freundschaft, die zwischendrin so einiges offenbart. „Vieles von dem, was wir in anderen Menschen zu erkennen glauben, ist nur der Widerschein unserer Vorurteile.“ DIUS ist ein Roman, der noch lange nachhallt.
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Zum inhalt:
Egidius de Blaeser, genannt Dius, ist ein talentierter Kunststudent, aber mit einem nicht gerade einfachen Charakter. Nicht wenige verfallen seinem Charme, darunter auch auch sein Dozent. Viele Jahre verbringen sie viel Zeit miteinander bis eine Lüge die Freundschaft zerstört. …
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Zum inhalt:
Egidius de Blaeser, genannt Dius, ist ein talentierter Kunststudent, aber mit einem nicht gerade einfachen Charakter. Nicht wenige verfallen seinem Charme, darunter auch auch sein Dozent. Viele Jahre verbringen sie viel Zeit miteinander bis eine Lüge die Freundschaft zerstört. Dann taucht Dius plötzlich wieder auf.
Meine Meinung:
Was für mich das Buch besonders gemacht hat, ist die Vielfältigkeit in der Freundschaft, die eben nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen ist, sondern das gesamte Spektrum von Gefühlen beinhalten kann. Dazu viele Gespräche über Kunst, Musik und auch Philosophie. Man fragt sich zwar zwischendurch mal wohin das Ganze führen soll, irgendwann ist diese Frage aber gar nicht mehr so wichtig, weil das Buch einen einfach gefangen nimmt. Der Schreibstil hat mit gut gefallen
Fazit:
Vielschichtig
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In seinem Roman „Dius“ erweckt Hertmans zwei miteinander verwobene Ebenen zum Leben – eine Vergangenheit in den 1980er Jahren und eine spätere Reflexion. Es ist eine subtile und doch intensive Beziehung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Menschen.
Der Student Dius …
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In seinem Roman „Dius“ erweckt Hertmans zwei miteinander verwobene Ebenen zum Leben – eine Vergangenheit in den 1980er Jahren und eine spätere Reflexion. Es ist eine subtile und doch intensive Beziehung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Menschen.
Der Student Dius lädt den Kunsthistoriker Anton in ein abgelegenes Lagerhaus an der flämischen Küste in Ganzenvliet ein. An diesem abgeschiedenen Ort entsteht eine tiefe, aufrichtige Männerfreundschaft, die Anton dazu bringt, sein Leben zu hinterfragen. Der Roman widmet sich großen Themen wie Freundschaft, Liebe, Verlust, Alter und Verletzlichkeit.
Was dem Buch besondere Tiefe verleiht, sind ausführliche, facettenreiche Exkurse zu bildender Kunst, klassischer Musik und Philosophie, die eng mit den persönlichen Reflexionen der Figuren verwoben sind.
Mein Fazit: eine klare Leseempfehlung.
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Männerfreundschaft
Anton, Anfang dreißig, Dozent an der Kunsthochschule, ist sehr überrascht, als ihn plötzlich Egidius De Blaeser, einer seiner Studenten, zu Hause aufsucht. Dius, wie er genannt wird, bietet ihm seine Freundschaft an und lädt ihn ein, mit ihm in sein …
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Männerfreundschaft
Anton, Anfang dreißig, Dozent an der Kunsthochschule, ist sehr überrascht, als ihn plötzlich Egidius De Blaeser, einer seiner Studenten, zu Hause aufsucht. Dius, wie er genannt wird, bietet ihm seine Freundschaft an und lädt ihn ein, mit ihm in sein altes Dorfhaus in nordisch rauer unwirtlicher Gegend zu ziehen, um dort gemeinsam zu arbeiten. Zunächst zögerlich willigt Anton ein und bald entsteht eine tiefe Männerfreundschaft, die sich in gemeinsamer Arbeit und langen Spaziergängen in der Natur manifestiert. Neben der Liebe zur Kunst entwickeln die beiden Männer jedoch ihre eigenen Pläne für die Zukunft, wobei sich bald die Dominanz des zehn Jahre jüngeren Dius offenbart. Anton gerät in emotionale Abhängigkeit - künstlerische Ambitionen und private Probleme lassen die Freundschaft zerbrechen …
Stefan Hertmans (geb. 1951 in Gent) ist ein belgischer Autor mit niederländischer Sprache. Er studierte Philologie an der Universität Gent, arbeitete zeitweise als Lehrer und hielt Gastvorlesungen an verschiedenen internationalen Kulturinstituten. Er publizierte mehrere Prosawerke, Lyrikbände, Essaysammlungen und Theaterstücke, für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Hertmans lebt in der Nähe von Brüssel und in der kleinen französischen Gemeinde Monieux Nahe der Côte d’Azur.
In dem Roman „Dius“ (10/2025 – Diogenes Verlag) erzählt uns Anton in der Gegenwart aus der Ich-Perspektive seine Erinnerungen an die Zeit, die er mit Dius verbrachte. Wir erfahren von der ungewöhnlichen Freundschaft, die neben der gemeinsamen Liebe zur Kunst von gegenseitiger Achtung und Anerkennung geprägt ist. Dennoch gibt es Situationen und Missverständnisse, die zur Verärgerung des jeweils anderen führen. Wir erhalten tiefe Einblicke in beider Privatleben und lernen dabei Dius künstlerisches Schaffen und seine Arbeiten kennen. Lebendige Schilderungen der Natur und ihre ausgedehnten Spaziergänge in der Polderlandschaft machen das Lesen, neben genauer Beschreibung einiger Meisterwerke der Kunst, sehr abwechslungsreich. Die feinfühlige Sprache und die emotionale Tiefe der Gefühle lassen den Roman noch lange nachklingen.
Fazit: Ein einfühlsamer und außergewöhnlicher Roman, den ich uneingeschränkt empfehlen möchte.
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Gebundenes Buch
Zartfühlend
Stefan Hertmans hat mit „Dius“ einen Roman geschaffen, der lange nachklingt. Es ist wie ein Musikstück, dessen letzte Töne noch durch den Raum schweben, obwohl die Melodie bereits verklungen ist. Im Mittelpunkt steht Egidius Dius De Blaeser, ein begnadeter …
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Zartfühlend
Stefan Hertmans hat mit „Dius“ einen Roman geschaffen, der lange nachklingt. Es ist wie ein Musikstück, dessen letzte Töne noch durch den Raum schweben, obwohl die Melodie bereits verklungen ist. Im Mittelpunkt steht Egidius Dius De Blaeser, ein begnadeter Kunststudent, dessen Talent ebenso strahlt wie seine innere Zerrissenheit. Hertmans zeichnet ihn mit einer Feinheit, die berührt. Dius ist charismatisch, verletzlich, manchmal abgründig. Er ist eine Figur, die man nicht vergisst. Besonders intensiv sind die Szenen zwischen Dius und seinem Dozenten Anton. Die beiden verbindet weit mehr als Kunstgespräche. Es ist eine stille Wahlverwandtschaft, die jedoch an einer einzigen Lüge zerbricht. Viele Jahre später klopft Dius plötzlich wieder an Antons Tür, gezeichnet vom Leben, ein Mädchen an seiner Seite. Von diesem Moment an entfaltet Hertmans ein ruhiges, tief poetisches Nachdenken über Freundschaft, Wahrheit, die Macht der Kunst und die Fragen, die wir uns über die Zukunft unseres Planeten stellen müssen. Man liest langsam, beinahe andächtig, weil jede Szene dicht und bedeutungsvoll ist. Besonders faszinierend ist, wie Hertmans die Kunst selbst in den Mittelpunkt rückt. Was vermag ein Gemälde in uns auszulösen? Wie kann ein Bild eine erschütterte Freundschaft neu beleuchten? Und: Wie spiegelt die Natur, deren Zerstörung im Roman eine leise, aber eindringliche Rolle spielt, unseren eigenen seelischen Zustand wider?
„Dius“ ist kein lauter Roman. Er ist ein Roman der Zwischentöne, der Blicke, der unausgesprochenen Fragen, der Sehnsucht. Wer literarische, feinfühlige Romane liebt, wird in diesem Buch ein besonderes Juwel finden.
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Gebundenes Buch
Ein tiefsinniges, in sich greifendes Buch, das die Seele berührt und voller Melancholie, Klang und Kunst ist und still in den Leser hineinfließt. Es beginnt Anfang der 80iger Jahre im letzten Jahrhundert. Egidius ein Kunststudent, steht plötzlich vor der Tür seines Dozenten …
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Ein tiefsinniges, in sich greifendes Buch, das die Seele berührt und voller Melancholie, Klang und Kunst ist und still in den Leser hineinfließt. Es beginnt Anfang der 80iger Jahre im letzten Jahrhundert. Egidius ein Kunststudent, steht plötzlich vor der Tür seines Dozenten Anton und bietet ihm an, seine Studien in aller Ruhe in einem unbewohnten Landhaus in Ganzevliet, einem Polderlandstrich, fortzuführen. Was Anton zunächst nur an den Wochenenden in Anspruch nahm, weitet sich schließlich aus. Die beiden Männer, die nur ein Altersunterschied von zehn Jahren trennt, machten lange Spaziergänge in der Natur, beobachteten die Vegetation, die Tierwelt und den Wandel der Jahreszeiten. Es entstand eine tief verbundene Männerfreundschaft. Zwar hatten sie auch Frauenbekanntschaften, doch ihre Innigkeit konnte niemand zerstören. Dius brach sein Studium ab und malte nun für sich und fertigte exzentrische Möbel an. Doch dann machte durch ein absichtlich gemachtes Fehlverhalten seitens des egozentrischen Dius der Freundschaft ein Ende. Viele Jahre später erschien Dius wieder mit einem mongoloiden Mädchen vor Antons Tür. Dius war fast nicht mehr zu erkennen, sein Gesicht war durch Narben vollkommen entstellt. Langsam nähern sich die Freunde wieder aneinander, doch dem Zusammensein dieser Freundschaft war nur noch eine kurze Spanne gegönnt. Ein Buch über tiefgründige Freundschaft, Mißtrauen, Einsamkeit und viel Kunst (Malerei und Musik) machen daraus ein literarisches Werk. Der Autor schreibt in leisen und melancholischen Tönen, man vergißt die Banalität des Alltags und träumt sich in das einsame Anwesen mit dem traumhaften Garten und all den Früchten. Die einfache asketische Lebensweise dort auf dem Land, läßt den beiden Künstlern ihre künstlerische Freiheit bei dem einem im Schreiben, bei dem anderen im Malen. Ich bin total begeistert in diese andere Welt eintauchen zu dürfen. Das Cover zeigt das Portrait eines adonisgleichen Jünglings.
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Gebundenes Buch
Mit allen Sinnen
In seinem neuen lesenswerten Roman „Dius“ entfaltet Stefan Hertmans eine faszinierende Geschichte einer unkonventionellen sowie zerbrechlichen Männerfreundschaft – Anton ist Dozent für Kunstphilosophie und ist fasziniert von dem jüngeren, …
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Mit allen Sinnen
In seinem neuen lesenswerten Roman „Dius“ entfaltet Stefan Hertmans eine faszinierende Geschichte einer unkonventionellen sowie zerbrechlichen Männerfreundschaft – Anton ist Dozent für Kunstphilosophie und ist fasziniert von dem jüngeren, aufgeweckten Studenten Egidius De Blaeser (Dius), der ihm seine Gesellschaft anbietet.
Anfangs noch skeptisch, wird Anton schnell süchtig nach den langen Spaziergängen und Gesprächen mit Dius in dessen Landhaus in der flämischen Polderlandschaft – sie philosophieren über die Kunst, Musik, über das Leben, die Veränderungen und Naturzerstörung. Am Schreibtisch im Dorfhaus ist Anton weit weg von der Stadt und das Zuhause mit seiner Freundin – die Beziehung scheint langsam in die Brüche zu gehen, auch aufgrund einer Affäre. Der intellektuelle Kopfmensch Anton lässt sich inspirieren von Dius' Gefühlen, Kraft und Impulsivität, doch beide sind auch ambivalent und Dius, der eine schwierige Kindheit hatte, zudem undurchsichtig.
„Dius“ ist ein sehr feinsinniger, poetischer Roman, der sich langsam entwickelt und weniger von der Handlung, sondern von der sinnlich-bewegenden Beschreibung der fragilen Freundschaft getragen wird. Mit wunderschönen einprägsamen Landschaftsbildern verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und das Betrachten von Kunstgemälden – Stefan Hertmans lässt unzählige Verweise auf Kunst, Musik und Philosophie einfließen und vertieft so die Gefühlswelten seiner Protagonisten. Aus der reflektierenden Perspektive blickt der Ich-Erzähler Anton im etwa 340 Seiten starken Roman auf seine Vergangenheit und Zeit mit Dius zurück – auch einige unterhaltsame Anekdoten fließen mitein sowie eindringliche Gedanken, verpackt in präzise treffenden Sätzen, über verpasste Chancen und Verluste.
Kunstvoll verwebt Stefan Hertmans sinnlich beschriebene Ausflüge in die Kunstgeschichte und in die flämische Natur mit dem feinfühligen Sinnieren seines Ich-Erzählers. Ein gelungener Roman, der zwar zwischendurch Längen aufweist, aber mit vielschichtigen Sinnen und Emotionen anspricht.
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Gebundenes Buch
Kunstdozent Anton staunt nicht schlecht, als Student Egidius de Blaeser, genannt Dius, vor seiner Tür steht und nicht nur um Einlass bittet, sondern auch um die Freundschaft des zehn Jahre älteren Mannes. Dius will Anton ein konzentriertes Arbeiten an seiner Dissertation ermöglichen …
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Kunstdozent Anton staunt nicht schlecht, als Student Egidius de Blaeser, genannt Dius, vor seiner Tür steht und nicht nur um Einlass bittet, sondern auch um die Freundschaft des zehn Jahre älteren Mannes. Dius will Anton ein konzentriertes Arbeiten an seiner Dissertation ermöglichen und bietet ihm deshalb die Chance, in einem Atelier fernab der Stadt daran zu arbeiten. Der Dozent ist überwältigt von der Natur rund um das Gutshaus und überrascht von Dius und dessen seltsamer Aura. Welches Geheimnis verbirgt der Student, wenn er sich allein auf den Dachboden zurückzieht, um sich der Kunst zu widmen?
"Dius" ist der neue Roman von Stefan Hertmans, der in der Übersetzung aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm bei Diogenes erschienen ist. Genau wie im Vorgängerroman "Der Aufgang" geht es auch in "Dius" um ein bemerkenswertes Gebäude und dessen Ausstrahlung. Doch während Hertmans im "Aufgang" noch autofiktional die bewegte und bewegende Geschichte seines erworbenen Stadthauses erzählte, siedelt er die Geschichte rund um die Männerfreundschaft zwischen Anton und Dius diesmal Anfang der 1980er-Jahre auf dem flämischen Land an.
Positiv ins Auge sticht dabei zunächst die elegante Sprache. Mit elegischer Langsamkeit widmet sich Hertmans der bildhaften Beschreibung von Mensch, Haus und Natur, bei dem der Leser sich fast selbst in einem Gemälde wähnt. "Was bedeutet es eigentlich, poetisch zu leben?", fragt sich Ich-Erzähler Anton zu Beginn des Romans und sein auf den folgenden Seiten dargestellter erster Blick auf das Dorfhaus wirkt beinahe mythologisch. Auch Dius, dessen Name natürlich nicht von ungefähr dem allmächtigen Deus ähnelt, ist nicht nur für Anton ein Faszinosum. "Ich möchte Ihr Freund sein", überrumpelt er Anton und welcher Erwachsene wagt es schon, eine solch unvermittelte Aussage zu treffen. Unangepasst, wild, schön und geheimnisvoll - manchmal glaubt man, eine leicht homoerotische Note in Antons Beschreibungen zu lesen. Man schaut sich noch einmal das schöne Cover des Buches an und seufzt.
Eine große Freude ist zunächst auch der Umgang mit Kunstwerken aller Art. Denn Anton und Dius sind nicht nur selbst Freunde der schönen Künste, auch die Leserin sollte ein grundlegendes Interesse daran haben. Was ist eigentlich das Problem an den Hundedarstellungen des Malers Vittore Carpaccio? Und ist die hochgezogene Leiter zum Dachboden die einzige Gemeinsamkeit zwischen Jacopo da Pontormo und unserem Dius? Man beugt sich interessiert über sein Smartphone und schaut sich die entsprechenden Kunstwerke an. Begleitend dazu lauscht man einem klassischen Soundtrack, denn auch die Musik durchzieht "Dius" über weite Strecken.
Problematisch ist, dass es nur sehr wenige Stellen im Text gibt, die die Handlung und Figuren wirklich voranbringen. Einmal gerät Anton in einen schweren Autounfall, in dessen Folge Dius ihm das Leben rettet. Ein anderes Mal unterläuft einer der beiden Männerfiguren ein schwerwiegender Verrat, der alles auf den Kopf stellen könnte. Tut er aber nicht. Stattdessen ergötzt sich Hertmans zunehmend an intellektuellem Namedropping. Welcher Komponist wurde noch nicht erwähnt? Und welche Eigenheit hatte nochmal jener Maler? Man hat das Smartphone mittlerweile längst weggelegt, ein Klingeln könnte den sanften Schlaf stören, in den man bei der Lektüre zu verfallen droht. Das ist außerordentlich schade, denn sprachlich leuchtet "Dius" weiterhin in den schönsten Farben.
Über die Frauenfiguren müssen wir eigentlich kaum ein Wort verlieren, sie sind nur Beiwerk dieser seltsamen Männerfreundschaft. Anton lässt seine Frau Nouka widerstandslos ziehen, seine Geliebte Lys ist halt seine Geliebte und diese junge Pia scheint die Freundschaft mit ihrem Interesse an Dius auch nur zu stören. Anton wird zudem immer unausstehlicher, sein permanentes Wehklagen überträgt sich unmittelbar auf den Leser, der den Roman irgendwann nur noch beenden möchte. Und dann auch noch auf Seite 198 das Missgeschick "jedem das Seine", vielleicht ein Übersetzungsproblem? Man greift dann doch noch einmal zum Handy und checkt kurz die Anzahl der Seiten: 340. Ist man dann schlussendlich auf den letzten Seiten angekommen, stellt sich eine gewisse Erleichterung ein. Darüber, dass man das Buch zuschlagen kann und natürlich auch darüber, dass das Finale an den guten Beginn anschließt.
2,5/5
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Gebundenes Buch
Das Cover von Stefan Hertmans Roman, "Dius" zeigt das gemalte Antlitz eines schönen jungen Mannes, im typischen einfachen Diogenes-Stil. Der Roman handelt von Egidius De Blaeser und seinem ca. 10 Jahre älteren Dozenten Anton. Ungwöhnlicherweise klingelt er eines Tages an …
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Das Cover von Stefan Hertmans Roman, "Dius" zeigt das gemalte Antlitz eines schönen jungen Mannes, im typischen einfachen Diogenes-Stil. Der Roman handelt von Egidius De Blaeser und seinem ca. 10 Jahre älteren Dozenten Anton. Ungwöhnlicherweise klingelt er eines Tages an dessen Haustür, um ihm einen Rückzugsort zum Arbeiten und seine Freundschaft anzubieten. Diese entwickelt sich tatsächlich zwischen den ungleichen Männern und wir Leser tauchen in eine einmalige Erzählung ein, in der es um Kunst, Musik, Landschaften und Freundschaft geht. Hertmans schreibt im wahrsten Sinne des Wortes so bildhaft, dass man die Gemälde vor Augen sieht, den Duft der Wälder riecht und die Musik meint hören zu können. Was für eine poetische, gewaltige und klare Sprache. Auch philosophische Ansätze kommen nicht zu kurz, von der spannenden Handlung einmal ganz abgesehen. Ich habe gebannt die Höhen und Tiefen in dieser Beziehung verfolgt und bin mir sicher, dass es noch lange in mir nachwirken wird.
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Gebundenes Buch
Das neue Buch von Stefan Hertmans "Dius" ist eine sehr komplxes Buch über eine Männerfreundschaft zwischen Anton nd Dius. Dieser hat Anton nach der Freundschaft gefragt. Beide Männer könnten nicht unterschiedlicher sein. Jedoch fühlt man sich in dem Roman beiden …
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Das neue Buch von Stefan Hertmans "Dius" ist eine sehr komplxes Buch über eine Männerfreundschaft zwischen Anton nd Dius. Dieser hat Anton nach der Freundschaft gefragt. Beide Männer könnten nicht unterschiedlicher sein. Jedoch fühlt man sich in dem Roman beiden Personen irgendwie verbunden und manchmal hat man das Gefühl man ist ein Teil der Geschichte. Jedoch muß ich sagen tat ich mir am Anfang sehr schwer mich in das Buch einzufinden. Die vielen "Fachbegriffe", sei es über die erwähnten Maler und Kunstwerke oder auch die erwähnten Musikstücke, kann man als "Laie" nicht alle kennen. So zog sich meine Lesefluß ziemlich zäh dahin. Erst im letzten Drittel des Buches konnte ich das Thema des Buches begreifen und fand Spaß es bis zu Ende zu lesen. Ich muß sagen, daß Buch hat mich doch sehr berührt, aber wegen der Schwierigkeit mich einzufinden in den Roman ziehe ich einen Stern ab.
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