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Falken / Tudor-Trilogie Bd.2
Roman. Ausgezeichnet mit dem Booker Preis 2012 und dem Costa Book Award 2012
Übersetzung: Löcher-Lawrence, Werner
Die englische Schriftstellerin Hilary Mantel zeichnet in dem historischen Roman „Falken“ – dem zweiten Teil ihrer Thomas-Cromwell-Trilogie – detailliert und kenntnisreich das Panorama einer Gesellschaft an der Schwelle vom Spätmittelalter zur Renaissance. Durch das kunstvolle Erzählen Mantels taucht der Leser tief ein in die Gedankenwelt Cromwells, erlebt Empfindungen und Wahrnehmungen unmittelbar mit – und wird Zeuge einer Politik, die in den geschlossenen Kreisen am Hof Henry VIII. stattfindet. Der Roman „Falken“ ist anspruchsvolle Literatur in der Tradition großer historischer Romane. Beide bisher erschienenen Teile der Trilogie wurden mit dem englischen Booker Prize ausgezeichnet.
Hilary Mantel als kunstvolle Erzählerin finsterster Intrigen
„Seine Kinder fallen vom Himmel“ – der Satz beschreibt die Flugbahn zweier Greifvögel, mit denen sich der englische König Henry VIII. und sein Berater Thomas Cromwell im September 1535 auf die Jagd begeben. Grace und Ann heißen die Vögel, sie tragen die Namen der Töchter Cromwells. Die Toten, die er bei seinem Aufstieg hinter sich ließ, sind in seiner Erinnerung und seinen Gedanken immer noch präsent: Seine Töchter und seine Frau sind bereits tot, ebenso sein ehemaliger Förderer Kardinal Wolsey und auch Thomas More, sein Vorgänger. Ihn überlieferte Cromwell einst dem Henker, weil er die zweite Ehe Henry VIII. nicht anerkannte. Im Roman „Falken“ taucht der Leser ein in die Gedankenwelt Cromwells, des mächtigsten Manns Englands hinter Henry VIII.
Cromwell als Stratege und Strippenzieher
Cromwell war als Lordsiegelbewahrer, königlicher Sekretär und Berater ein Stratege, Macher und ein undurchsichtiger Strippenzieher, der bei Audienzen des Königs stets im Schatten stand und alles mitschrieb. Da er aus einfachen Verhältnissen stammte, war er am Hof von Neid und Missgunst des Adels umgeben: „Wie der Sohn eines solchen Mannes seine gegenwärtige Stellung erlangen konnte, ist eine Frage, die sich ganz Europa stellte“, heißt es am Anfang des Romans. Mit dieser Frage beschäftigte sich Mantel bereits in dem Roman „Wölfe“, der vom Aufstieg Cromwells erzählte.
1535 – ein entscheidendes Jahr in Nahaufnahme
Auf ein einziges Jahr konzentriert sich Mantel nun im zweiten Teil der als Romantrilogie angelegten Geschichte Cromwells. Es ist das Jahr, in dem auch die zweite Ehe Henry VIII. zerfällt. Die Handlung setzt im Herbst 1535 ein. Der König zweifelt mehr und mehr an der Verbindung mit Anne Boleyn, da auch sie ihm keinen männlichen Thronfolger geschenkt hat. Und mit Jane Seymour hat Henry VIII. auch schon eine Nachfolgerin ausgewählt. Er ist nun auf der Suche nach Argumenten, sich von Boleyn zu trennen, muss aber nach mehreren Seiten machtpolitische Interessen abwägen. Noch lebt seine verstoßene erste Frau Katherine, dessen Neffe Kaiser Karl V. durch seinen Botschafter Eustace Chapuys die Politik am Hof zu beeinflussen sucht. Die Verhältnisse auf dem Kontinent und in Frankreich gilt es im Blick zu behalten, ebenso die Ansprüche der alten Familien Englands und die Stimmung in der Bevölkerung, die Boleyn als Nachfolgerin Katherines nie akzeptiert hat. Für den Strategen Cromwell beginnt die Zeit des Taktierens.
Der König betreibt die Hinrichtung der eigenen Ehefrau
Nachdem Katherine gestorben ist und Anne eine Fehlgeburt erleidet, entwickelt Cromwell sich im zweiten Teil des Romans zum Architekten einer zweifelhaften Anklage gegen Boleyn, mit der er die Entmachtung und Hinrichtung der Königin vorantreibt. Er bietet immer mehr Männer auf, die eine Affäre mit der Königin gehabt haben sollen, besorgt Zeugen, setzt diese unter Druck, sammelt Beweise, und stellt das Gericht zusammen – bis die Königin schließlich verurteilt und im Sommer 1536 enthauptet wird. Wie geschickt und intuitiv Cromwell Politik in den geschlossenen Kreisen am Hof Henry VIII. betrieb – insgesamt sind mehr als 60 Protagonisten aus den unterschiedlichsten Lagern am Romangeschehen beteiligt –, analysiert Mantel in diesem Roman. Sie erschließt seine besondere Kunst der Kommunikation und macht zugleich mit ihrer eigenen Erzählkunst den Leser zum Teil des Geschehens. Denn dieser weiß immer nur genau so viel, wie Cromwell selbst auch weiß. Man taucht so ein in das Leben am Hof Henry VIII. und wird dort Zeuge der Intrigen und des gnadenlosen Machthungers einer der schillerndsten Gestalten der englischen Geschichte: Thomas Cromwell.
„Seine Kinder fallen vom Himmel“ – der Satz beschreibt die Flugbahn zweier Greifvögel, mit denen sich der englische König Henry VIII. und sein Berater Thomas Cromwell im September 1535 auf die Jagd begeben. Grace und Ann heißen die Vögel, sie tragen die Namen der Töchter Cromwells. Die Toten, die er bei seinem Aufstieg hinter sich ließ, sind in seiner Erinnerung und seinen Gedanken immer noch präsent: Seine Töchter und seine Frau sind bereits tot, ebenso sein ehemaliger Förderer Kardinal Wolsey und auch Thomas More, sein Vorgänger. Ihn überlieferte Cromwell einst dem Henker, weil er die zweite Ehe Henry VIII. nicht anerkannte. Im Roman „Falken“ taucht der Leser ein in die Gedankenwelt Cromwells, des mächtigsten Manns Englands hinter Henry VIII.
Cromwell als Stratege und Strippenzieher
Cromwell war als Lordsiegelbewahrer, königlicher Sekretär und Berater ein Stratege, Macher und ein undurchsichtiger Strippenzieher, der bei Audienzen des Königs stets im Schatten stand und alles mitschrieb. Da er aus einfachen Verhältnissen stammte, war er am Hof von Neid und Missgunst des Adels umgeben: „Wie der Sohn eines solchen Mannes seine gegenwärtige Stellung erlangen konnte, ist eine Frage, die sich ganz Europa stellte“, heißt es am Anfang des Romans. Mit dieser Frage beschäftigte sich Mantel bereits in dem Roman „Wölfe“, der vom Aufstieg Cromwells erzählte.
1535 – ein entscheidendes Jahr in Nahaufnahme
Auf ein einziges Jahr konzentriert sich Mantel nun im zweiten Teil der als Romantrilogie angelegten Geschichte Cromwells. Es ist das Jahr, in dem auch die zweite Ehe Henry VIII. zerfällt. Die Handlung setzt im Herbst 1535 ein. Der König zweifelt mehr und mehr an der Verbindung mit Anne Boleyn, da auch sie ihm keinen männlichen Thronfolger geschenkt hat. Und mit Jane Seymour hat Henry VIII. auch schon eine Nachfolgerin ausgewählt. Er ist nun auf der Suche nach Argumenten, sich von Boleyn zu trennen, muss aber nach mehreren Seiten machtpolitische Interessen abwägen. Noch lebt seine verstoßene erste Frau Katherine, dessen Neffe Kaiser Karl V. durch seinen Botschafter Eustace Chapuys die Politik am Hof zu beeinflussen sucht. Die Verhältnisse auf dem Kontinent und in Frankreich gilt es im Blick zu behalten, ebenso die Ansprüche der alten Familien Englands und die Stimmung in der Bevölkerung, die Boleyn als Nachfolgerin Katherines nie akzeptiert hat. Für den Strategen Cromwell beginnt die Zeit des Taktierens.
Der König betreibt die Hinrichtung der eigenen Ehefrau
Nachdem Katherine gestorben ist und Anne eine Fehlgeburt erleidet, entwickelt Cromwell sich im zweiten Teil des Romans zum Architekten einer zweifelhaften Anklage gegen Boleyn, mit der er die Entmachtung und Hinrichtung der Königin vorantreibt. Er bietet immer mehr Männer auf, die eine Affäre mit der Königin gehabt haben sollen, besorgt Zeugen, setzt diese unter Druck, sammelt Beweise, und stellt das Gericht zusammen – bis die Königin schließlich verurteilt und im Sommer 1536 enthauptet wird. Wie geschickt und intuitiv Cromwell Politik in den geschlossenen Kreisen am Hof Henry VIII. betrieb – insgesamt sind mehr als 60 Protagonisten aus den unterschiedlichsten Lagern am Romangeschehen beteiligt –, analysiert Mantel in diesem Roman. Sie erschließt seine besondere Kunst der Kommunikation und macht zugleich mit ihrer eigenen Erzählkunst den Leser zum Teil des Geschehens. Denn dieser weiß immer nur genau so viel, wie Cromwell selbst auch weiß. Man taucht so ein in das Leben am Hof Henry VIII. und wird dort Zeuge der Intrigen und des gnadenlosen Machthungers einer der schillerndsten Gestalten der englischen Geschichte: Thomas Cromwell.