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Sie steigt zur ungekrönten Königin des Liebesromans auf und Anfang des 20. Jahrhunderts ist sie die erfolgreichste Autorin Deutschlands. Wie keine andere kann Hedwig Courths-Mahler mit ihren Romanen unterhalten - und Frauen Mut machen. Brecht nennt sie eine große Realistin. Sie stammte aus ärmlichen Verhältnissen, freundete sich später mit den Theatergrößen ihrer Zeit an. Das erhoffte Happy End mit dem Kunstmaler Fritz Courths bleibt zunächst jedoch aus. Trost findet sie daraufhin im eigenen Schreiben, obwohl Familie und ihr Ehemann dies strikt ablehnten. Trotz heftiger Widerstände h...
Sie steigt zur ungekrönten Königin des Liebesromans auf und Anfang des 20. Jahrhunderts ist sie die erfolgreichste Autorin Deutschlands. Wie keine andere kann Hedwig Courths-Mahler mit ihren Romanen unterhalten - und Frauen Mut machen. Brecht nennt sie eine große Realistin. Sie stammte aus ärmlichen Verhältnissen, freundete sich später mit den Theatergrößen ihrer Zeit an. Das erhoffte Happy End mit dem Kunstmaler Fritz Courths bleibt zunächst jedoch aus. Trost findet sie daraufhin im eigenen Schreiben, obwohl Familie und ihr Ehemann dies strikt ablehnten. Trotz heftiger Widerstände hielt sie fest an ihrem Traum vom Leben als Schriftstellerin und hatte dabei immer die einfachen Leute im Blick ...
Clara Bachmann ist das Pseudonym zweier deutscher Autorinnen. Bei einem Stadtrundgang in Leipzig erfuhren sie vom interessanten Leben der Hedwig Courths-Mahler - der 'Königin des Kitschs', wie sie von ihren Kritikern genannt wurde. Mit ihrer Hauptfigur teilen sie nicht nur die Schwäche für Süßigkeiten, sondern auch die Liebe zu Büchern und der schillernden Welt des Theaters. Sie leben beide in Leipzig.
Produktdetails
- Verlag: Bastei Lübbe
- Originaltitel: Hedwig und die Sehnsucht nach Liebe (AT)
- Artikelnr. des Verlages: 0166
- 1. Aufl. 2025
- Seitenzahl: 400
- Erscheinungstermin: Oktober 2025
- Deutsch
- Abmessung: 215mm x 134mm x 34mm
- Gewicht: 505g
- ISBN-13: 9783757701666
- ISBN-10: 3757701666
- Artikelnr.: 73833424
Herstellerkennzeichnung
Lübbe
Schanzenstraße 6-20
51063 Köln
vertrieb@luebbe.de
Das Ende steht noch aus, aber es sieht gut aus
Der Lebensweg der Hedwig Courths-Mahler ist in der Tat ein steiniger, und ein gutes Ende nicht immer in Aussicht. Sie ist die uneheliche Tochter einer Frau, die ihren Lebensunterhalt durch diverse Liebhaber finanzieren lässt. Dabei ist häufig …
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Das Ende steht noch aus, aber es sieht gut aus
Der Lebensweg der Hedwig Courths-Mahler ist in der Tat ein steiniger, und ein gutes Ende nicht immer in Aussicht. Sie ist die uneheliche Tochter einer Frau, die ihren Lebensunterhalt durch diverse Liebhaber finanzieren lässt. Dabei ist häufig kein Platz und keine Zeit für Hedwig und ihre beiden Brüder. Früh ist sie auf sich gestellt und will auf keinen Fall den gleichen Weg einschlagen wie ihre Mutter. Sie sucht um Anstellung in Haushalten oder als Verkäuferin. Doch die Zeiten sind hart, und immer wieder muss sie fürchten, dass der Ruf ihrer Mutter ihre Anstellung gefährdet. Nebenbei – oft nachts - schreibt sie an Geschichten über das Glück der kleinen Leute. In ihnen verwirklicht sie ihre eigenen Träume nach einem besseren Leben. Daneben spielen die schönen Künste und auch die Künstler eine nicht unbedeutende Rolle in ihrem Leben. Sie liebt die Bühne und heiratet einen Kunstmaler, pflegt Kontakte in die Künstlerwelt und in die höheren Gesellschaftsschichten. Im alltäglichen Leben muss sie pragmatisch sein, Geld herbeischaffen und zusammenhalten, ihre Kinder versorgen, den Haushalt führen. In ihren Geschichten darf sie träumen, doch nutzt sie auch hier jede sich bietende Chance, ihrem Traum, eine Schriftstellerin zu werden, näher zu kommen. Kein Schicksalsschlag wie Krankheit, Verlust und Geldnot kann sie davon abhalten. Immer wieder fängt sie mit ihrer Familie neu an, geht dahin, wo sich ihre Aufstiegschancen bieten.
Clara Bachmann hat ein sehr lebendiges und gut lesbares Buch über das spannende, bewegte Leben der Hedwig Courths-Mahler geschrieben, das man gerne liest und deren Lebensweg man gerne verfolgt. Es gelingt ihr gut, sich den Leser in die Gedanken- und Gefühlswelt von Hedwig einfühlen zu lassen, und schildert auch ihre Lebensumstände sehr anschaulich und lebendig. Wir begegnen einer Vielzahl interessanter Figuren, die den Lebensweg der Protagonistin kreuzen.
Wovon ich mir mehr erwünscht hätte, wäre ein tieferer Einblick in die Lebenswelt der Schriftstellerin gewesen. Diese kommt ein wenig kurz. Häufig wird nur erwähnt, wie schwierig die Umstände und wie wenig die Zeit zum Schreiben sind, nur selten ist die Rede von den Inhalten ihrer Geschichten oder der Publikationswege und der Reaktion des Publikums. Und bevor es so richtig losgeht mit der Schriftstellerkarriere endet das Buch mit dem bevorstehenden Umzug der Familie nach Berlin. Hier ist mir nicht ganz klar, ob es eine Fortsetzung geben soll. Anders lässt sich eigentlich das abrupte Ende nicht verstehen. Zwar steht hier ein gutes Ende in Aussicht, aber der Lebensweg der Courths-Mahler ist hier noch nicht zu Ende.
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Der jungen Hedwig Mahler liegt ihre Selbstständigkeit sehr am Herzen. Sie strebt eine Unabhängigkeit von ihrer Mutter an, hofft der Armut entfliehen zu können und findet dabei in ihrer ersten Anstellung den Weg zur Schriftstellerei. Nach und nach entstehen in ihrem Kopf und auf dem …
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Der jungen Hedwig Mahler liegt ihre Selbstständigkeit sehr am Herzen. Sie strebt eine Unabhängigkeit von ihrer Mutter an, hofft der Armut entfliehen zu können und findet dabei in ihrer ersten Anstellung den Weg zur Schriftstellerei. Nach und nach entstehen in ihrem Kopf und auf dem Papier immer neue Geschichten und kürzere Romane.
Als sie den jungen Künstler Fritz Courths kennenlernt, hofft sie auf ein gemeinsames Leben mit einem Gleichgesinnten. Doch Fritz hält nichts von Hedwigs Liebe zur Schriftstellerei.
Wem ist sie nicht ein Begriff - Hedwig Courths-Mahler, die Königin unter den Schnulzenautorinnen der kleinen Heftromane?! - Mit diesem Vorurteil und dem öfteren Gang an ihrem Geburtshaus vorbei bin ich groß geworden. Die bekannte Autorin war mir von jeher ein Begriff, nur wusste ich nie etwas über den Menschen hinter dem bekannten Namen. Clara Bachmanns Roman „Ein gutes Ende“ hat diese Wissenslücke jedoch geschlossen.
Die Autorin beschreibt in ihrem Roman die Jugendjahre und in Teilen rückblickend die Kindheit dieser großen deutschen Autorin. Eingebettet in ihre Geschichte im Osten Deutschlands zwischen Weißenfels, Leipzig und Halle findet das Leben der Hedwig Courths-Mahler statt. Genau dies beschreibt Clara Bachmann.
Wir lernen die junge Hedwig kennen, reifen mit ihr und dürfen in dem Roman entdecken, wie sie ihre Liebe zur Schriftstellerei entdeckt. Anschaulich beschreibt sie die schwierige, aber doch von großer Liebe geprägte Beziehung zwischen Hedwig und Fritz. So manches Mal hätte ich die junge Hedwig geschüttelt und gefragt, ob sie diese Beziehung so wirklich will. Auch wird der Einfluss ihrer Umgebung auf Hedwig deutlich hervorgehoben. So lernt man ihre Mutter kennen und zweifelt so manches Mal an deren Mutterleben, während man im Laufe diese Ansicht des Öfteren mal überdenken kann. Auch die Freundschaften und Herrschaften prägen den Lebenslauf eindrucksvoll.
Der Spannungsbogen, ob ihrer Erfolgsaussichten ist manchmal etwas zu flach und insgesamt fehlte mir doch der Verweis zu ihrer Schreiberei, bedeutet, ich hätte gedacht, dass Textzitate oder Kurztexte ihrer Romane in der Erzählung vorkommen werden. Mir fehlte also etwas der Tiefgang.
Alles in allem ein guter Roman über eine der bedeutendste, deutsche Romanautorin, der den Mensch hinter den Geschichten beschreibt und den Weg dorthin.
Wer sich für deutsche Schriftstellerei, Liebesromane und starke, weibliche Persönlichkeiten interessiert, ist hier richtig.
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Der Traum vom Schreiben
Dieser Roman erzählt die Geschichte der Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler.
Sie ist berühmt für ihre Liebesromane und war Anfang des 20. Jahrhunderts die erfolgreichste Autorin Deutschlands. Wie keine andere kann steigt zur ungekrönten Königin …
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Der Traum vom Schreiben
Dieser Roman erzählt die Geschichte der Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler.
Sie ist berühmt für ihre Liebesromane und war Anfang des 20. Jahrhunderts die erfolgreichste Autorin Deutschlands. Wie keine andere kann steigt zur ungekrönten Königin des Liebesromans auf und schrieb über zweihundert Bücher.
Die Autorin Clara Bachmann gewährt ihren Leser mit ihrer teils ´fiktiven Biografie einen Einblick in ihr Leben in den Jahre von 1881 bis 1906.
Sie zeichnet ein reales Bild von Courths-Mahler, perfekt eingewoben in die damalige Zeit, gibt sie ihre Kreativität, die Sehnsüchte und Gedanken wieder.
So lernt man eine Frau kennen, die versucht ihren Lebensweg trotz aller Widrigkeiten selbst zu bestreiten und ihren Traum vom Schreiben nie aufgibt.
Eine unterhaltsame, angenehm zu lesende Geschichte, die mitnimmt in vergangene Zeiten, in das aufregendes Leben einer berühmten Frau des zwanzigsten Jahrhunderts.
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Bei diesem Buch handelt es sich um einen Biografieroman über Hedwig Courths-Mahler, der vermutlich bekanntesten deutschen Bestsellerautorin des frühen 20. Jahrhunderts. Sie wächst unter sehr schwierigen Umständen mit ihren Brüdern bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf und …
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Bei diesem Buch handelt es sich um einen Biografieroman über Hedwig Courths-Mahler, der vermutlich bekanntesten deutschen Bestsellerautorin des frühen 20. Jahrhunderts. Sie wächst unter sehr schwierigen Umständen mit ihren Brüdern bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf und tritt bereits mit 14 Jahren eine Stellung als Dienstmädchen an, danach arbeitet sie als Verkäuferin. Dadurch hofft sie, irgendwann ein besseres Leben als ihre Mutter führen zu können.
Das Leben damals stellt besonders Frauen viele Hürden in den Weg, die es wegzuräumen gilt. Zum Glück hat sie als Kind lesen und schreiben gelernt, was zu ihrer Zeit noch nicht selbstverständlich ist. So wird sie mit den Schwierigkeiten fertig, indem sie ihre Träume von ihrem eigen Leben und dem Leben, das andere Menschen führen oder führen könnten, zu Papier bringt.
Leider wird sie besonders von ihrem Ehemann für ihre Geschichten belächelt, er glaubt nicht an sie und möchte auch nicht, dass sie das Familieneinkommen aufbessert, sie soll sich um Haushalt und Kinder kümmern. Was sollten denn die Mitmenschen denken! Deshalb veröffentlicht sie die ersten Geschichten auch unter einem Pseudonym.
Das Buch ist schön flüssig geschrieben, in einer der Zeit angepassten Sprache. Die Charaktere und Schauplätze sind sehr gut beschrieben, ich konnte alles wie einen Film vor meinem inneren Auge ablaufen sehen. Ich habe Ich habe diesen Roman genossen, von der ersten bis zur letzten Seite. Ich wollte schon lange mehr über diese Frau wissen, deren Romane ich vor vielen Jahren verschlungen habe - dieses Buch hat die Lücke nun geschlossen, wenn auch bestimmt mit vielen fiktiven Elementen. Nur leider hört das Buch für meinen Geschmack viel zu abrupt auf. Ich hatte nicht realisiert, dass es sich bei dem letzten Absatz tatsächlich um das Ende des Buches handelt - ein weiteres Kapitel, das das weitere Leben grob umreißt oder zumindest ein Nachwort wäre wünschenswert gewesen und hätte das Buch abgerundet.
Auf jeden Fall kann ich dieses Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen, für alle LeserInnen, die Hedwig Courths-Mahler und/oder starke Frauen mögen, die bereits für die Rechte von Frauen kämpften, als die Gesellschaft noch nicht mal im Traum an so etwas dachte!
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Clara Bachmanns Romanbiographie Ein gutes Ende widmet sich dem Leben von Hedwig Courths-Mahler – der wohl bekanntesten, zugleich aber oft unterschätzten deutschen Bestsellerautorin des frühen 20. Jahrhunderts. Mit sicherem Gespür für historische Atmosphäre und …
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Clara Bachmanns Romanbiographie Ein gutes Ende widmet sich dem Leben von Hedwig Courths-Mahler – der wohl bekanntesten, zugleich aber oft unterschätzten deutschen Bestsellerautorin des frühen 20. Jahrhunderts. Mit sicherem Gespür für historische Atmosphäre und gesellschaftliche Spannungen erzählt das Autorinnenduo von einem Leben, das zwischen Entbehrung, Ehrgeiz und einer unerschütterlichen Sehnsucht nach Selbstbestimmung oszilliert.
Schon die ersten Kapitel fesseln durch ihre schonungslose Darstellung der Armut, in die Hedwig hineingeboren wird. Das Elend ihrer Kindheit – geprägt durch enge Wohnverhältnisse, harte körperliche Arbeit und die allgegenwärtige Scham des sozialen Abstiegs – ist nicht bloß Kulisse, sondern formt den Charakter der späteren Schriftstellerin. Der Text leuchtet die Dramatik dieser Herkunft eindringlich aus: das Mädchen, das früh Verantwortung übernehmen muss, das seine Familie mitträgt und sich in einer Welt behauptet, die Frauen kaum Handlungsspielräume lässt. Hier ist Clara Bachmanns Sprache besonders stark: bildhaft, atmosphärisch dicht, von einem Sinn für leise Tragik getragen. Man hört das Knarren der Dielen, riecht den Kohlenstaub, spürt die Grenzen der Klassengesellschaft.
Das Schreiben erscheint Hedwig bald als Ventil – ein stilles, aber kraftvolles Mittel, dem engen Lebenskreis zu entfliehen. Bachmann zeichnet diese Entwicklung feinfühlig nach, als inneren Emanzipationsprozess, der zugleich von Verboten und Widerständen umstellt ist. Dass der Ehemann ihr Talent geringschätzt und ihre Texte als „Frauenkram“ abwertet, markiert einen tiefen Schmerzpunkt der Erzählung. Hier gelingt der Romanbiographie ein aufrichtiges feministisches Moment, ohne in didaktische Gesten zu verfallen.
Doch gerade weil der Roman die Anfänge so eindrucksvoll vor Augen führt, bleibt am Ende ein merkliches Ungleichgewicht: Die Zeit ihres literarischen Erfolges, ihr Aufstieg zur populären Autorin, wird kaum noch beleuchtet. Nach der kraftvollen Schilderung der frühen Lebensjahre bricht die Biographie fast abrupt ab – als hätte das „gute Ende“ des Buchtitels keinen Ort in Hedwigs eigenem Leben gefunden. Man sehnt sich nach einem Blick in die Jahre, in denen die einstige Dienstmagd Millionen Leserinnen erreichte und zum literarischen Phänomen wurde. Gerade diese Phase hätte Raum geboten, das Spannungsverhältnis zwischen Erfolg, Anerkennung und literarischer Reduktion auf das „Triviale“ auszuloten.
Trotz dieses Mangels überzeugt Ein gutes Ende durch seine emotionale und sprachliche Kraft. Der Roman lässt ein Stück Literatur- und Frauengeschichte lebendig werden – nicht in musealer Ehrfurcht, sondern in erzählerischer Nähe. Bachmann gelingt es, Hedwig Courths-Mahler aus der Verklärung ihrer späteren Romane herauszulösen und sie als widersprüchliche, leidende, kämpfende Frau zu zeigen.
So ist Ein gutes Ende ein zutiefst berührender Text über den Anfang eines Lebens, das von Armut und Zurückweisung geprägt war – aber auch über den unbeirrbaren Willen, aus der Enge heraus in die Freiheit des eigenen Wortes zu treten. Das „gute Ende“ bleibt aus – vielleicht, weil es in diesem Leben nie ganz zu haben war. Und vielleicht ist es gerade diese Leerstelle, die den Roman so eindrucksvoll nachhallen lässt.
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Wenn Träume wahr werden
Mit großem Interesse habe ich die Romanbiographie über die mir bekannte deutsche Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler gelesen. Sie war mir lediglich als Autorin von vielen Liebesromanen bekannt, doch mit ihr als Person hatte ich mich nie beschäftigt. …
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Wenn Träume wahr werden
Mit großem Interesse habe ich die Romanbiographie über die mir bekannte deutsche Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler gelesen. Sie war mir lediglich als Autorin von vielen Liebesromanen bekannt, doch mit ihr als Person hatte ich mich nie beschäftigt. Mit dieser Romanbiographie durfte ich sie nun auch persönlich kennenlernen.
Aufgewachsen mit zwei Brüdern in ärmlichen Verhältnissen findet sie bereits als Kind Zuflucht in erdachten Geschichten und sehr früh wächst in ihr der Wunsch, einmal ein anderes Leben zu führen als das ihrer Mutter. Immer mit diesem Ziel vor Augen gelingt ihr dies im Laufe der Jahre, auch wenn sie immer wieder mit Rückschlägen konfrontiert wird.
Dabei gelingt es dem Autorinnenduo mit großem Geschick und Einfühlungsvermögen, Hedwigs Akzeptanz des damaligen Rollenverständnisses, sich nach ihrer Heirat dem Haushalt und später der Erziehung der beiden gemeinsamen Töchter zu widmen, darzustellen. Eine berufliche Tätigkeit, insbesondere als Schriftstellerin, ist undenkbar. Hinzu kommt zudem auch noch die fehlende Wertschätzung und Anerkennung ihres Ehemannes für ihre schriftstellerische Arbeit, sodass sie diese zunächst aufgibt.
Fein nuanciert und mit viel Empathie wird Hedwigs Weg beschrieben, sich von dieser Erwartungshaltung zu lösen und wieder Zuflucht zu finden in der kreativen schriftstellerischen Verarbeitung von Alltagssituationen und -beobachtungen in fiktive Geschichten. Dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Ehe. Entwickelt sich Hedwig doch mehr und mehr zu einer selbstbewussten Frau, die mutig wird, ihren Selbstwert kennt, die lernt zu fordern und sich durchzusetzen, auf Gleichberechtigung zu bestehen. Eine gelungene und überzeugende Darstellung, insbesondere auch hinsichtlich der Bereitschaft, im Rahmen der Ehe immer wieder aufeinander zuzugehen, offen miteinander zu reden, zu streiten, zu verzeihen und zu akzeptieren.
Mit großer Begeisterung habe ich diese Romanbiographie gelesen. Ich durfte in ein entbehrungsreiches, spannendes und letztendlich überaus erfolgreiches Leben eintauchen und eine großartige Frau kennenlernen, die nie aufgab und die ihren Weg fand und lebte, sich selbst und andere durch wunderbare Geschichten glücklich machte.
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Hedwig Courths-Mahler (1867-1950) hatte kein einfaches Leben. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und schaffte es mit viel harter Arbeit und Beharrlichkeit, ihren Lebenstraum zu verwirklichen und war Anfang des 20. Jahrhunderts Deutschlands erfolgreichste Autorin.
Die Autorinnen …
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Hedwig Courths-Mahler (1867-1950) hatte kein einfaches Leben. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und schaffte es mit viel harter Arbeit und Beharrlichkeit, ihren Lebenstraum zu verwirklichen und war Anfang des 20. Jahrhunderts Deutschlands erfolgreichste Autorin.
Die Autorinnen (Pseudonym Clara Bachmann) setzen mit der Romanbiographie Ein gutes Ende der Liebesromanschreiberin ein würdiges Denkmal.
Durch den bildhaften Sprachstil wird man in die damalige Zeit hineinversetzt. Die sozialen Unterschiede und die Ungleichbehandlung von Frau und Mann und vor allem die eingeschränkten Möglichkeiten für Frauen sind immer wieder spürbar.
Der Roman räumt vor allem Hedwigs Kindheit und Jugend einen größeren Raum ein. Es wird deutlich, dass sie es nicht leicht hatte, aber einen starken Willen entwickelte, aus der Armut herauszukommen und einen anderen Lebensweg einzuschlagen und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.
Gut finde ich, dass sie sich immer wieder eingesteht, auch schöne Dinge zu erleben (Chor, Theaterbesuche). Das Schreiben wird für sie ein Ventil. Sie findet Trost im Schreiben, obwohl ihre Familie und auch später ihr Ehemann (der Kunstmaler Fritz Courths) dies strikt ablehnten. Ich fand es unerträglich, wie zum Beispiel Fritz seine Arbeit als Kunst ansah und Hedwigs Schreiben als lächerlich abtat. Dabei war sie diejenige, die Dinge voranbrachte und Situationen schnell und richtig durchschaute.
Mir hat der Roman sehr gefallen. Ich kannte Hedwig Courths-Mahler vor dem Lesen der Romanbiographie nicht. Liebesromane sind einfach nicht die Geschichten, die mich ansprechen. Dennoch habe ich großen Respekt vor ihrer Stärke, ihren eigenen Weg zu gehen. Den Autorinnen gelingt es uns an den Gedanken und Träumen Hedwigs teilhaben zu lassen. Es wird deutlich, dass das Schreiben Unbeschwertheit in den Alltag Hedwigs brachte. Ihr Schreiben war das Fenster in eine andere Welt. Eine Welt voller Romantik, Leidenschaft und Schönheit. All jener Dinge, an denen es ihr in der Wirklichkeit mangelte.
Das Buch ist absolut lesenswert, weil es ein mutmachendes Buch ist, für seine Träume einzustehen.
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Interessante Romanbiografie über die Königin des Kitschs
Die Romanbiografie „ein gutes Ende“ thematisiert vor allem das Leben der unehelich geborenen Hedwig Courths-Mahler, die bereits in jungen Jahren ganz genau weiß, was sie will (eine Arbeit finden, um sich selbst …
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Interessante Romanbiografie über die Königin des Kitschs
Die Romanbiografie „ein gutes Ende“ thematisiert vor allem das Leben der unehelich geborenen Hedwig Courths-Mahler, die bereits in jungen Jahren ganz genau weiß, was sie will (eine Arbeit finden, um sich selbst versorgen zu können) und vor allem was sie nicht will (wie ihre Mutter enden, die ihren Unterhalt mit Prostitution verdient und zu viel Alkohol trinkt). Sie ist ehrgeizig und will ihre Wissenslücken schließen, in dem sie viel liest und sich so weiterbildet. Dies findet sich in dem kunstvollen Buchcover mit der lesenden jungen Frau sehr passend wieder und gefällt mir sehr gut.
In ihrer ersten Anstellung im Haus der Rumschöttel arbeitet Hedwig Mahler als Pflegekraft und Unterhalterin für die alte Hausherrin und ansonsten als Dienstmädchen. Da man mit ihr sehr zufrieden ist, hat sie freien Zugang zur Literatur und der Zeitschrift „Gartenlaube“. Als Hedwig ihre selbst geschriebene Geschichte ihrer Dienstherrin vorliest, verlangt diese ein „gutes Ende“ und kein realistisches. Dies nimmt sich Hedwig zu Herzen und verarbeitet in ihren Geschichten so ihre negativen realen Erfahrungen und träumt sich selbst das harte ungerechte Leben mit „einem guten Ende“ schön. Immer wieder erfahren wir – manchmal leider etwas oberflächlich – mehr über die soziale Ungerechtigkeit und vor allem die Chancenungleichheit gegenüber den Frauen im 19. Jahrhundert.
Meine Meinung:
Das Buch liest sich dank des flüssigen Schreibstils von Clara Bachmann „wie von selbst“. Es ist ein Pageturner und ich hatte stellenweise beim Lesen das Gefühl, dass das von Hedwig Courths-Mahler in ihren Romanen herbei geschworene „gute Ende“ auch in dieser Romanbiografie mit „weichgespülten“ Formulierungen bei schweren Themen Eingang gefunden hat. Der „steinige Weg“ hätte man teilweise dramaturgischer und deutlicher ausarbeiten können.
Hedwigs Lebensgeschichte wird zwar chronologisch von 1881 bis 1906 erzählt, in welchem Jahr die Handlung gerade spielt, ist jedoch oft nicht direkt erkennbar, was mich bei einer Romanbiographie etwas gestört hat. Die einzelnen Kapiteln haben immer eine angenehme Leselänge.
Ich habe vor allem ein Nachwort vermisst, in dem die Autorin erläutert, was historisch belegt ist bzw. was ihrer Fantasie entsprungen ist. Über einen historischen Stadtplan von Leipzig hätte ich mich auch gefreut, um die Laufwege der Protagonistin nachvollziehen zu können. Des Weiteren hätte ein Epilog mit einer kurzen Beantwortung der bis zum Schluss offenen Fragen nicht geschadet.
Fazit:
Ich fand die Lebensgeschichte der Königin des Kitsches sehr interessant und vergebe aufgrund der aufgeführten kleineren Defizite noch 4 Sterne.
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Das Buch ist eine Romanbiografie über die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler, die Ende des 19. Jahrhunderts mit ihren Geschwistern bei der alleinerziehenden Mutter in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Schon früh hat Hedwig versucht, durch verschiedene Jobs irgendwann …
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Das Buch ist eine Romanbiografie über die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler, die Ende des 19. Jahrhunderts mit ihren Geschwistern bei der alleinerziehenden Mutter in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Schon früh hat Hedwig versucht, durch verschiedene Jobs irgendwann ein besseres Leben führen zu können mit einer Arbeit, die einem bestenfalls Freude bringt und den täglichen Broterwerb sichert. Durch kleine, selbsterdachte Geschichten hat sie dabei schon früh die Grundlage zu ihrem späteren Erfolg gelegt, wurde dabei aber oft von ihren Mitmenschen belächelt und nicht zuletzt von ihrem Ehemann daran gehindert, durch den Verkauf ihrer Geschichten zum Familieneinkommen beizutragen. Eine Ehefrau gehört schließlich ins Haus und zu den Kindern.
Mit leichtem Schreibstil wurden uns hier Hedwigs Anfangsjahre als Mädchen und Jugendliche bis zu ihren allerersten kleinen Erfolgen dargelegt. Ein sehr steiniger Weg, der aber immer von Hedwigs geschickter Vorgehensweise und ihrer Gradlinigkeit geprägt war. Wieder einmal musste man erfahren, dass die sogenannte Emanzipation der Frau seinerzeit noch weniger als nur in den Kinderschuhen steckte. Es bedurfte aber solcher zielstrebiger Frauen wie Hedwig, die als Vorkämpferin der heutigen Frauengenaration so einiges bewirkt hat.
Ich habe hier eine tolle Geschichte mit sicherlich einigen fiktionalen Elementen lesen dürfen, die mich von Beginn an in ihren Bann gezogen hat. Ein kleines Nachwort über das weitere Leben und die Erfolge Hedwigs wäre dabei noch eine schöne Zugabe gewesen.
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Ich liebe Bücher, in denen Frauen sich über die Konventionen ihrer Zeit hinwegsetzen, und genau das tut Hedwig Courths-Mahler in "Ein gutes Ende". Clara Bachmann erzählt ihre Geschichte so lebendig, dass ich sofort in diese vergangene Welt eintauchte. Hedwig wächst in …
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Ich liebe Bücher, in denen Frauen sich über die Konventionen ihrer Zeit hinwegsetzen, und genau das tut Hedwig Courths-Mahler in "Ein gutes Ende". Clara Bachmann erzählt ihre Geschichte so lebendig, dass ich sofort in diese vergangene Welt eintauchte. Hedwig wächst in Armut auf, kämpft sich mit Fleiß und Mut nach oben und findet im Schreiben ihre Freiheit. Besonders berührt hat mich, wie sie trotz aller Widerstände ihren eigenen Weg geht und sich nicht entmutigen lässt. Der Stil ist angenehm flüssig, die Beschreibungen sind so bildhaft, dass ich den Alltag um 1900 richtig vor mir sah. Das Buch liest sich leicht, bleibt aber tiefgründig und zeigt, wie viel Kraft in Selbstbestimmung steckt. Nur über ihren späteren Erfolg hätte ich gern mehr erfahren. Trotzdem hat mich diese Geschichte sehr inspiriert und lange nach dem Lesen beschäftigt. Eine wunderbare Hommage an eine starke Frau, die sich ihr gutes Ende selbst erschrieben hat. ★★★★☆
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