Die Patin - Höhler, Gertrud

Gertrud Höhler 

Die Patin

Wie Angela Merkel Deutschland umbaut

Gebundenes Buch
 
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Die Patin

Angela Merkel bedient sich der Kernbotschaften anderer Parteien, ohne sich zu deren Werten zu bekennen. Machterhalt geht vor Parteienvielfalt. Ist Deutschland auf dem Weg zu einer Einheitspartei?, fragt Gertrud Höhler in ihrer brisanten Streitschrift. Mal liberal, mal konservativ, mal christlich-sozial. Die deutsche Kanzlerin lässt sich nicht festlegen. Sie steht nicht für bestimmte Werte oder Positionen. Vielmehr bedient sie sich - je nach politischer Stimmung und Aktualität - der Kernbotschaften anderer Parteien und schleift damit die Parteienvielfalt. Sie ist die "Patin", die unsichtbar die Fäden zieht, um ihren eigenen Machterhalt zu sichern. Eine gefährliche Tendenz für Deutschland, sagt Gertrud Höhler. Versprechen werden vermieden, Moral wird zur Manövriermasse, die Geringschätzung von Tugenden zum Programm. Die Folgen: der Ausstieg aus den wichtigsten Spielregeln von Demokratie, Vertragstreue und Wettbewerb. So nivelliert die Politikerin Merkel allmählich die politischen Institutionen und etabliert eine zentralistische Regentschaft - Merkels neues Deutschland.


Produktinformation

  • Verlag: (Orell Füssli)
  • 2012
  • 3. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 295 S.
  • Seitenzahl: 296
  • Deutsch
  • Abmessung: 232mm x 167mm x 31mm
  • Gewicht: 594g
  • ISBN-13: 9783280054802
  • ISBN-10: 328005480X
  • Best.Nr.: 35554896

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Wolfgang Michal nimmt sich noch einmal Gertrud Höhlers weithin abgewehrte Attacke auf Angela Merkel vor, um doch einige Beobachtungen zu retten, die ihm bei aller Wahnhaftigkeit der Höhler'schen beachtenswert erscheinen. Völlig hanebüchen findet er natürlich Höhlers Darstellung der Kanzlerin als ein Alien-artiges Wesen, das gekommen oder geschickt worden ist, die westdeutsche Welt des erfolgreichen katholischen Konservatismus zu zerstören und in eine protestantisch-sozialdemokratische Sowjet-Hölle zu verwandeln. Was ihm aber gar nicht so falsch vorkommt, ist Höhlers Vorwurf gegen Angela Merkel, die parteipolitische Auseinandersetzung abgeschafft zu haben und durch eine Art Einparteiensystem ersetzt zu haben, das nur noch dazu da ist, die "alternativlosen" Entscheidungen des Staates zu billigen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.01.2013

Von einer, die auszog, die Politik zu verstaatlichen

Gertrud Höhler hat mit ihrer Biographie versucht, das postdemokratische "System M" aufzuschlüsseln. Aber das Buch wurde allzu rasch aus der öffentlichen Debatte gedrängt - schließlich sind zwei Drittel der Deutschen mit Angela Merkels Politik zufrieden.

Im Herbst 1995, als Angela Merkel noch Helmut Kohls "Mädchen" war, startete der Film "Species", dessen Science-Fiction-Story sich eng an den berühmten Vorläufer "Alien" anlehnt: Bei der Suche nach außerirdischer Intelligenz empfangen Wissenschaftler Funksignale aus einer fremden Galaxie, später sogar den Code einer bislang unbekannten DNA. Durch Einbringung des Codes in menschliche Eizellen gelingt es den Forschern, eine lebensfähige Spezies zu züchten - Ergebnis ist Sil, das Mädchen aus Anderland. Sil lebt unter der ständigen Beobachtung und väterlichen Fürsorge eines Wissenschaftlers in einem hermetisch von der Außenwelt abgeriegelten Labor.

Eines Tages erhält der Leiter des Labors die Weisung, Sil zu töten. Aus Sicherheitsgründen. Sil bricht aus, verpuppt sich, entwickelt in rasender Geschwindigkeit übermenschliche geistige …

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Dr. phil. Gertrud Höhler ist Literaturwissenschaftlerin, Publizistin und Beraterin für Wirtschaft und Politik. Mit Alfred Herrhausen entwickelte sie die strategische Kommunikation der Deutschen Bank. Sie war Board Member CIBA Chemie, der Schweizer Versicherung Bâloise Holding und des Ingenieurkonzerns Georg Fischer. Sie hat zahlreiche Bestseller veröffentlicht und wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Die Autorin lebt in Berlin und in der Nähe von Zürich.

Kundenbewertungen zu "Die Patin" von "Gertrud Höhler"

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Bewertung von atzekrobo aus Zeven am 03.01.2013 ***** ausgezeichnet
Wer mitdiskutieren will, muss selber lesen
Verwundert haben dürfte es niemanden, dass ein Buch wie Gertrud Höhlers „Die Patin“ einen derartigen Wirbel in den Medien verursacht. Begonnen hat es mit der Buch-Präsentation, und dann ging es zu Günter Jauch - und der Sturm im Wasserglas war nicht mehr aufzuhalten. Nachdem ich nun das Buch gehört habe – hervorragend von Andreas Herrier gelesen – bestätigt sich mein Eindruck, dass viele der Kritiker das Werk allenfalls überflogen haben dürften. Denn etliche der Vorwürfe, die sich die 71-jährige Autorin gefallen lassen musste, sind ziemlich aus der Luft gegriffen.
Ob Höhler das Buch aus persönlicher Eitelkeit, wegen mangelnder Wertschätzung seitens der Kanzlerin oder in echter Sorge verfasst hat, will und kann ich nicht beurteilen. Aber der Grundtendenz ihrer Beschreibung und Analyse des „Systems Merkel“ kann ich hervorragend folgen. Immerhin belegt sie die Thesen zur Art des politischen Handelns der Kanzlerin mit deren eigenen Äußerungen. Merkel will oft nichts mehr von ihren früheren Aussagen wissen – und das ist schon eines der Grundprobleme ihrer politischen Arbeit, ja ihres ganzen Regierens. Angela Merkel mag die mächtigste Frau der Welt sein, aber dass sie wie eine Patin die CDU beherrscht, ist auch in ihrer eigenen Partei kaum umstritten.
Sie ist derzeit eben alternativlos, die Kanzlerin - eine der Floskeln, die Höhler immer wieder genussvoll zitiert. Überhaupt fährt sie in ihrem Buch schwere Geschütze auf, greift eher zum Säbel als zum Florett. Es geht um drei wesentliche Kritikpunkte, die nicht neu sind, aber selten so pointiert formuliert werden. Zunächst geht es Merkel vor allem um den Erhalt ihrer Macht – in Partei und Regierung. Dem werden alle politischen Handlungen und Äußerungen untergeordnet. Außerdem hat sie selbst keine Werte oder politischen Grundsätze, deshalb richtet sie die CDU nach ihren persönlichen Bedürfnissen aus. Und wie sie es bei Helmut Kohl erlebt und gelernt hat, duldet Merkel keine Nebenbuhler oder potenziellen Nachfolger. Die ganze Riege der Ministerpräsidenten hat sie überlebt und entsorgt, Wulf war nur das prominenteste und dramatischste Opfer dieser Vorgehensweise.
Neu ist das alles eben nicht, viele Kritiker haben das schon so gesehen, es lässt sich auch alles durchaus sachlich belegen. Gertrud Höhler spitzt das allerdings kräftig zu, indem sie Merkel vorwirft, Deutschland in ein autoritäres System verwandeln zu wollen. Da lehnt sie sich dann doch sehr weit aus dem Fenster, denn bei allen durchaus vorhandenen Parallelen und undemokratischen Anwandlungen der Kanzlerin ist der Weg zu einer Diktatur noch weit. Im politischen Stil kann die Marginalisierung der Parteien allerdings schon Sorgen bereiten, die Kanzlerin versteht es ja wirklich, sich die Themen der anderen Lager anzueignen. Und dass sie vom Bundestag und dessen Entscheidungsbefugnissen nicht viel hält, ist kaum zu leugnen.
Und auch Höhlers Skepsis in einigen Sachfragen scheint berechtigt. Es stellt sich ja auch für Experten die Frage, wie weit der europäische Rettungsmechanismus ESM haltbar ist, wenn er Deutschland auf Dauer bindet? Musste die Energiewende in dieser wenig demokratischen Form durch Regierungsdekret und erst später Parlamentsbeschluss vollzogen werden? Ihre Fragen sind nicht neu, noch sind sie originell, aber Gertrud Höhler hat mit ihrem Buch zumindest dafür gesorgt, dass es eine breitere Debatte darüber gibt. Ob der Kanzlerin das Werk im Super-Wahljahr schaden wird, muss sich noch zeigen. Lesens- oder hörenswert ist es allemal, denn dann lässt es sich besser mitdiskutieren. Und Diskussionen zu diesen Fragen wird es noch genug geben.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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Bewertung von Rasoul Tanghatar aus Hannover am 27.11.2012 ***** ausgezeichnet
In DIE PATIN analysiert Frau Prof. Dr. Höhler schonungslos, sachlisch und pragmatisch die Karriere, die Weltanschauung, die Wertvorstellungen, die Psyche, die Handlungsabsichten und die politischen Interaktionen der Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel (natürlich kann man über die eine oder andere Wortwahl und/oder These/Formulierung streiten...). DIE PATIN ist stilistisch, literarisch und sozialpsychologisch ein ausgezeichnetes Buch und demzufolge empfehlenswert.

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