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Benutzername: kvel
Danksagungen: 202 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 452 Bewertungen
Bewertung vom 06.02.2019
Petunia
Duvoisin, Roger

Petunia


sehr gut

Eine liebenswürdige dumme Gans.

Inhalt (gemäß Buchrückseite):
Der Klassiker über die liebenswürdige dumme Gans Petunia ist wieder da!
„Wer Bücher besitzt und sie liebt, ist weise ...“ Das glaubt Petunia, nachdem sie eine wunderbare Entdeckung gemacht hat: ein Buch! Mit diesem Buch unter dem Flügel wird ihr Hals länger und länger und ihre Einbildung immer größer, da alle Tiere sie nun um Rat fragen. Doch am Ende muss Petunia erfahren, dass ein Buch allein noch keine kluge Gans aus ihr macht ...

Meine Meinung:
Echt schön gezeichnet fand ich wie sich Petunia dem unbekannten Etwas, dem im Gras liegenden Buch, neugierig nähert und es von allen Seiten beäugt; oder wie sie mit dem Buch eingeschlafen oder mit dem Buch im Schnabel geschwommen ist.

Ich muss gestehen, dass ich dieses Kinderbuch bisher nicht gekannt hatte, weshalb ich auch gleich beim ersten Satz der Geschichte aufstutzte, da von Petunia als der dummen Gans die Rede war.
Man merkt es diesem Vorlesebuch also an, dass es eigentlich schon einige Jahre auf dem Buckel hat (Erstveröffentlichung 1950).
Erkennbar ist dies an der Ausdrucksweise, den verwendeten Begrifflichkeiten wie Ganter und insbesondere auch an dem ganzen Aufbau der Gesichte sowie der Moral-von-der-Geschichte: dass Petunia sich am Ende voller Freude ans Lesenlernen macht, um echtes Wissen bzw. echte Klugheit zu erlangen und ihren Freunden keine eingebildeten Weisheiten mehr „anzutun“.

Bewertung vom 03.02.2019
Kleines Nashorn, wo fährst du hin?
McKinlay, Meg; Rudge, Leila

Kleines Nashorn, wo fährst du hin?


weniger gut

Ganz besonders gut hat mir gleich die erste Illustration der Geschichte gefallen:
Das kleine Nashorn steht auf einer Lichtung und riecht an einer kleinen roten Blume.

Dies ist ein großformatiges Vorlesebuch mit großen, dezent farbigen Zeichnungen und jeweils einem kurzen Text.

Und ich glaube, dass man als Eltern mit diesem Kinderbuch prinzipiell nicht falschliegt.
Aber ich hätte mir dennoch einige andere Details an der Geschichte gewunschen:
Denn das kleine Nashorn hat großes Fernweh und es zieht es in die große, weite Welt, aber immer wenn es dies bei den großen Nashörnern vorbringt, stößt es auf Unverständnis: „Und ein Nashorn, das gerade graste, sagte: „Du bist ein Nashorn. Du gehörst hierher.“ „Ja“, sagte das kleine Nashorn. „Das stimmt.“
Und jedes dieser Ja-das-stimmt erinnert mich beim Lesen immer an das umgangssprachliche Ja-Ja, das übersetzt so viel bedeutet wie L...-m...-a...-A....
Und dass sich das kleine Nashorn dann einfach alleine auf und davon macht, finde ich keine schöne Botschaft; denn was wollen wir unseren Kindern damit auf den Weg geben? Was immer du tun willst, tu es einfach, egal ob alle Erwachsenen dir davon abraten?!
Ich hätte es eine schönere Botschaft für kleine Kinder gefunden, wenn sich ein erwachsenes Nashorn gefunden hätte, das gesagt hätte „ich kann dich in deiner Neugier verstehen und wäre deshalb gerne bereit mit dir zu gehen und dir auf deinen Abenteuern beizustehen“.
Und eine weitere Szene fand ich nicht schön kindgerecht: Als nämlich das kleine Nashorn von seiner Reise zurückkehrte fragten die erwachsenen Nashörner zwar wie es ihm ergangen ist, aber bereits nach dieser kurzen Nachfrage sagten sie „Das haben wir uns gedacht“ und sie „drehten sich um und kümmerten sich wieder um den Schlamm und das Gras und die Bäume“. Keine Freude über das gesund und munter heimgekehrte Kind??
Und auch die Schlußszene, als ein noch kleineres Nashorn davon träumt in die weite Welt zu FLIEGEN; wenn man sich nun vorstellt, dass sich das eigene Kind in das fliegen-wollende-Nashornkind hineinversetzt und mit ihm träumt: Was wollen wir unserem Kind wirklich mitgeben? Tu einfach, was immer du tun möchtest! Auch wenn die Erwachsenen dir davon abraten – weil vielleicht Erwachsene doch manchmal voraussehen können, dass etwas gefährlich sein kann?!
Müssen wir unsere Kinder eigentlich immerzu ermuntern das zu tun, was sie wollen, oder sollten wir als Eltern nicht auch mal mäßigend auf unsere Kinder einwirken?!
Ja, ich weiß, dass mir nun viele widersprechen wollen und sagen, dass man doch die Fantasie und den Mut und Unternehmensgeist seiner Kinder stärken solle.
Aber wie gesagt …

Bewertung vom 02.02.2019
Eiswelt
Fforde, Jasper

Eiswelt


sehr gut

Fantasy-Science-Fiction.

Inhalt (gemäß Umschlaginnenseite):
Die Eiswelt ist unserer zum Verwechseln ähnlich – nur dass hier die Eiszeit niemals aufgehört hat. Deshalb hat die Menschheit die Fähigkeit entwickelt, Winterschlaf zu halten, um jedes Jahr die schlimmsten drei Monate zu überstehen. Temperaturen von minus vierzig, minus fünfzig Grad, schneidender Wind und Tiere, die in der Dunkelheit Jagd machen auf alles, was sich bewegt – das sind nur einige der Gefahren, die im Winter draußen lauern. Um zu überleben, ziehen sich die Menschen in große Dormitorien genannte Schlaftürme zurück. Einzig die Winterkonsuln bleiben wach und beschützen die Schlafenden. Der junge Charlie Worthing ist einer dieser Winterkonsuln. Er hat dieses harte Los zwar gewählt, aber auf das, was er gleich in seinem ersten Winter erlebt, hat ihn niemand und nichts vorbereitet. Denn seltsame Träume gehen um, Träume, die schlafende Menschen in seelenlose Untote verwandeln. Und es ist bei allen derselbe Traum. Zunächst hält Charlie das für eine der typischen Wintergeschichten – bis er selbst anfängt, diesen Traum zu träumen. Doch Charlie ist aus härterem Holz geschnitzt, als er ahnt ...

Meine Meinung:
Der Autor hat hier eine komplexe und fantasy-realistische Eiswelt erschaffen; und detailliert beschreibt er sie.

Ich fand es gut, dass die Erzählung nicht so schockend und gruselig ist, wie es vielleicht aufgrund der Inhaltsbeschreibung mit „seelenlosen Untoten“ und „Tieren, die in der Dunkelheit Jagd auf alles machen, was sich bewegt“ den Eindruck erwecken mag.

Die Ausdrucksweise des Autors hat mich beim Lesen ehrlich erfreut.
„Er saß mit einem Buch am Kamin, in dem allerdings kein Feuer brannte. Papier, Anmachholz und große Scheite waren zwar vorhanden, waren aber offenbar nicht bereit gewesen, sich von selbst zu etwas Sinnvollem zusammenzusetzen.“ (s. 488)

Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass es bis fast drei-viertel des Romans dauert, bis sich die wirklich interessanten Geschehnisse ereignen.
Dem könnte man positiv entgegensetzten, dass man so als Leser quasi mehr Spannung und Lesegenuß für sein Geld bekommt ;)

Fazit: Mir hat's gefallen.

Bewertung vom 01.02.2019
Ein zögerndes Blau
Sammer, Claudia

Ein zögerndes Blau


ausgezeichnet

„Zwei Lebenswege, einer bei Geburt vorgezeichnet, der andere tatsächlich beschritten.“ (S. 5)

Der Titel des Romans, der sich mir lange Zeit nicht erschloss, erklärt sich für mich aus folgender Textstelle:
„Doch die Nacht wird wieder ihre schwarzen Röcke heben [...] und in der Ferne erhascht das suchende Auge ein erstes zögerndes Blau.“ (S. 140)

Inhalt und meine Meinung:
In den Wirren eines Krieges wird der Junge Leon im wahrsten Sinne des Wortes seiner Familie aus den Armen gerissen.
[ „Mit ihren müden Händen umklammerte Lea Kapries zwei kleine Kinderhände. Sie hatte drei Söhne und zwei Hände, eine verhängnisvolle Ungleichung. Leon war außen. Er hielt sich an seinem älteren Bruder fest, als er in der Menge einen Stoß versetzt bekam, stolperte und ins Leere griff.“ (S. 16) ]
Das Mädchen Teres ist ebenfalls einsam gestrandet und heftet sich hilfesuchend an Leon. Gemeinsam und auf sich alleine gestellt, versuchen die beiden Kinder in einem fremden Land (mit einer fremden Sprache) Fuß zu fassen.

Die Autorin hat gemäß ihrer Vita Literarisches Schreiben studiert und bisher Gedichte veröffentlicht – ich finde dies merkt man diesem Roman an – im positiven Sinne.

Sehr beeindruckend fand ich Leons Betrachtungen über Sprache, die sich quasi entweder in Mauerritzen zurückziehe oder sich ungewollt über einen ergießen würde.
„Da war diese unbändige Lust, die Sprache zum Leben zu erwecken, die Sätze explodieren und expandieren zu lassen.“ (S. 174)

Mit dichterischer Ausdruckskraft gelingt es der Autorin dem Leser die seelischen Verwundungen, die das Leben ohne Familie, ohne Geborgenheit, in den Protagonisten hinterlassen hat, nahe zu bringen und gibt so einen tiefen Einblick in deren Emotionen, die oftmals unausgesprochen oder unbewusst vorhanden ihre Seelen vergiftet haben.

Bewertung vom 25.01.2019
Reichtum ohne Gier
Wagenknecht, Sahra

Reichtum ohne Gier


ausgezeichnet

„Der Entwurf einer neuen Wirtschaftsordnung“ (Zitat: Buchrückseite)

Inhalt (S. 2):
Es ist Zeit, sich vom Kapitalismus abzuwenden, sagt Sahra Wagenknecht. Denn der Kapitalismus ist längst nicht mehr so innovativ, wie er sich gibt. Bei der Lösung der großen Zukunftsfragen – von einer klimaverträglichen Energiewende bis zu nachhaltiger Kreislaufproduktion – kommen wir seit Jahrzehnten kaum voran. Für die Mehrheit wird das Leben nicht besser, sondern härter. Wir brauchen eine kreative Wirtschaft mit kleinteiligen Strukturen, fordert die Autorin. Wir brauchen mehr Wettbewerb und funktionierende Märkte statt eines Wirtschaftsfeudalismus, in dem Leistung immer weniger zählt, Herkunft und Erbe dagegen immer wichtiger werden.
Mit glasklarer Analyse und konkreten Vorschlägen eröffnet sie die politische Diskussion über neue Eigentumsformen und zeigt, wie eine innovative und gerechte Wirtschaft aussehen kann.

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
- Glanz und Verfall: Wie innovativ ist unsere Wirtschaft?
- Tellerwäscher-Legenden, feudale Dynastien und die verlorene Mitte
- Über die Aussichtslosigkeit des Sparens als Weg zum Kapital
- Warum echte Unternehmer den Kapitalismus nicht brauchen
- Eigentum ohne Haftung: Der Clou des Kapitalismus

Meine Meinung:
Auch für Laien ist dieses wirtschaftspolitische Sachbuch meiner Meinung nach sehr verständlich geschrieben.
Für die Ideen und Analysen bzgl. unserer Wirtschaft und Gesellschaft möchte ich der Autorin ein großes Kompliment aussprechen.
Ihr Schreibstil ist sachlich, klar und prägnant.

“Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ Albert Einstein (S. 5)

Fazit: Auf alle Fälle lesenswert!

Bewertung vom 21.01.2019
Der 1000-jährige Junge
Welford, Ross

Der 1000-jährige Junge


ausgezeichnet

„Der Wunsch nach ewigem Leben ist so alt wie die Menschheit – aber nach tausend Jahren muss es auch mal genug sein, findet Alfie Monk.“ (Zitat vom Buchrücken)

Inhalt:
Alfie lebt schon seit über tausend Jahren.
Im Jahre 1014 war er mit seinen Eltern auf der Flucht, als sein Vater ermordet wurde. Um stärker zu sein und sich und seine Mutter beschützen zu können nahm er als Kind aus Verzweiflung eine magische, und sehr seltene, Lebensperle. Seither schlägt er sich als Nimmertoter – als ewiger Elfjähriger – mit seiner Mutter durch das Leben.
Beide lebten sehr zurückgezogen, um nicht zu sagen abgeschottet von der Moderne. Als jedoch eines Tages ihre kleine Hütte abbrennt und seine Mutter dabei ums Leben kommt, wird Alfie von einem Augenblick auf den anderen hinein in die heutige Zeit katapultiert.

Zitat (S. 7):
„Möchtet ihr ewig leben? Ich kann es leider nicht empfehlen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und mir ist natürlich klar, dass es etwas Besonderes ist. Bloß will ich es nicht mehr. Ich möchte älter werden, genau wie du.“

Meine Meinung:
Ein wirklich sehr interessante Idee und hervorragend umgesetzt.
Die Selbstironie, die aus so manchen Sätzen springt, habe ich beim Lesen ehrlich genossen.
Insgesamt kam dieser Roman (für ca. 10-jährige Jungs und Mädchen) mit einer gehörigen Portion Humor und Spannung und einer sehr guten sprachlichen Ausdrucksweise daher.

Fazit: Sehr gut.

Bewertung vom 21.01.2019
Sei kein Frosch!
Lüftner, Kai

Sei kein Frosch!


ausgezeichnet

„Dieser Frosch hat eine Mission.“ (Zitat vom Buchrücken)

Inhalt:
Hope ist ein Laubfrosch; allerdings nicht grün, sondern ganz in blau.
Eines Tages sieht er einen toten Menschen in seinem Teich liegen.
Und nun möchte er als Detektiv-Frosch dieses Vorkommnis aufklären.

Meine Meinung:
Sprachlich fand ich diesen Tierkrimi sehr gut.
Spannend und amüsant.

Empfohlenes Lesealter: 9 bis 11 Jahre.

Fazit: Sehr gut.

Bewertung vom 12.01.2019
Schatz, ich muss ins Möbelhaus!
Hilbring, Oli

Schatz, ich muss ins Möbelhaus!


ausgezeichnet

„Ich brauch doch nur Teelichter.“

Inhalt (zitiert von Seite 5):
„Hej,
du hättest dein Kind fast Billy genannt, du baust Möbel mit verbundenen Augen zusammen und hast deinen Partner mindestens einmal mit dem Satz „Ich brauch doch nur Teelichter“ ins Möbelhaus gelockt? Dann bist Du hier genau richtig! Denn ganz egal, ob du noch wohnst oder schon lebst, Hauptsache, du lachst. Und das geht ganz einfach mit diesem lustigen Buch voller Cartoons rund ums Wohnen, Einrichten, Möbelkauf und Beziehungskisten. Viel Spaß im verrückten Möbelhaus von Oli Hilbring!“

Motto gemäß Buchrückseite: „Liest du noch oder lachst du schon?“

Meine Meinung:
Das mit dem Humor ist immer so eine Sache:
Entweder sie trifft einen oder nicht.
Mich haben diese Cartoons jedenfalls voll angesprochen!

Ich würde mal schätzen, dass ich bei ca. 90% der Bilder herzhaft gelacht habe.
Und dies finde ich schon eine sehr gute „Ausbeute“ ;)
Mein Mann hat bei der Lektüre ebenfalls lauthals gelacht und ebenfalls bei der Mehrheit der Zeichnungen; damit sind wir schon zu zweit.

Dazu ein Preis von knapp 9 Euro; also ein passendes Preis-Leistungsverhältnis.

Bewertung vom 12.01.2019
Black Box BER (eBook, ePUB)
Gerkan, Meinhard von

Black Box BER (eBook, ePUB)


gut

„Wie Deutschland seine Zukunft verbaut“ (Buchuntertitel).

Inhalt (gemäß Buchrück- und Umschlaginnenseite):
Der Architekt bricht sein Schweigen.
Wie konnte es zur katastrophalen Pannenserie am künftigen Hauptstadtflughafen kommen? BER-Architekt Meinhard von Gerkan erläutert seinen Standpunkt.
„Verschleierung der realen Kosten, mangelnde Transparenz, das Ausbleiben des Dialogs zwischen Politik und Steuerzahler – deswegen droht Deutschland seine Zukunft zu verbauen.“
Der Flughafen Berlin-Brandenburg „Willy Brand“ (IATA-Code BER) gilt als Deutschlands peinlichste Baustelle. Öffentlich gelästert wird über Baumängel, Planungsfehler und Entscheidungschaos. Im Mai 2012 zeigte der Bauherr dem Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner (gmp) die Rote Karte, weil er in den Architekten die Schuldigen am geplatzten Termin der Flughafen-Eröffnungsfeier ausgemacht hatte. Er feuerte sie und reichte Klage ein. Nach monatelangem eisernen Schweigen äußerte sich Meinhard von Gerkan nun erstmals ausführlich zu den Umständen der Kündigung, den Gründen des Scheiterns, zur Problematik des Flughafenbaus allgemein und zur Frage, warum Großprojekte wie BER, die Hamburger Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 es in Deutschland so schwer haben. Er diskutiert das BER-Desaster im Kontext internationaler Großbauprojekte und beschreibt Wege aus der Krise.
„Eine Abrechnung mit der Politik und einem ignoranten Flughafenmanagement.“

Hint:
Auf der Umschlaginnenseite ist der „Zeitstrahl der Änderungsexplosion“.

Meine Meinung:
Ich fand es zwar recht interessant zu erfahren, wie der Autor seine Definition der Funktion bzw. des Anspruchs eines Architekten bzw. von Architektur im Allgemeinen definiert.
Und auch die Schilderungen zu den weiteren Flughafengroßprojekten des Architekturbüros des Autors fand ich recht interessant.
Aber ehrlich gesagt bietet diese Buch inhaltlich nicht recht viel gemäß der oben beschriebenen Inhaltsbeschreibung und wurde somit meinen Erwartungen leider nicht gerecht.

Bewertung vom 12.01.2019
Anis Amri und die Bundesregierung
Schubert, Stefan

Anis Amri und die Bundesregierung


sehr gut

„Was Insider über den Terroranschlag vom Breitscheidplatz wissen.“ (Buchuntertitel)

Inhalt (Auszug von der Umschlaginnenseite):
Terrorermittler brechen ihr Schweigen.
Die dem Autor vorgelegten geheimen Ermittlungsakten enthüllen, dass
die Bundesregierung die von Angela Merkel versprochene schonungslose Aufklärung in Wirklichkeit konsequent sabotiert;
die Vertuschungen von den höchsten Politikkreisen ausgehen;
am Breitscheidplatz bis zu drei weitere IS-Kämpfer vor Ort waren und den Terroranschlag live mitverfolgten;
Amri ein „IS-Lockvogel“ für westliche Geheimdienste war;
Amri vorsätzlich nicht angeklagt und festgenommen wurde, damit die Geheimdienstoperation der CIA weiterlaufen konnte;
der damalige US-Präsident Barack Obama sogar in den Fall involviert war;
die Bundesregierung die Vollstreckung eines Haftbefehls gegen Amri verhinderte;
Terrorermittler bis heute mit Maulkörben belegt werden;
auch große Medienhäuser an der Vertuschungsaktion des Amri-Skandals beteiligt sind.

Meine Meinung:
Prinzipiell finde ich die Aufarbeitung der Ereignisse um den „Anschlag mit einem LKW auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz“ sehr interessant.
In diesem Sachbuch beschränkt sich der Autor auf die Geschehnisse, die vor dem Anschlag passiert sind.
Leider vermisse ich eine kritische Recherche zu dem Anschlag selbst:
„Was war der genaue Ablauf des Anschlags mit dem LKW auf dem Weihnachtsmarkt?“ und „Was passierte danach?“.
Und ich vermisse die große Frage: „Wem diente das Ganze?“ und „Welche Gruppierung könnte von dem Anschlag profitiert haben?“. „Bezieht bzw. dreht sich wirklich alles nur auf den IS?“.
Aber vielleicht wäre dies zu viel für ein einzelnes Buch.
Deshalb mein Fazit: Lesenswert, denn es gibt einen guten Einblick in unser Justizsystem, das von der Politik gesteuert wird.