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Benutzername: kvel
Danksagungen: 206 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 501 Bewertungen
Bewertung vom 14.10.2019
Muster
Nassehi, Armin

Muster


schlecht

Die zugrundeliegende Frage für dieses Buches ist:
„Für welches Problem ist die Digitalisierung die Lösung?“
(S. 28)

Die Sprache des Autos ist an sehr vielen Stellen unnötig verkompliziert.
Vieles von dem Geschriebenen hätte man wesentlich komprimierter vermitteln können; und sehr vieles bleibt immer nur im Allgemeinen, während das Konkrete auf der Strecke bleibt.

Textbeispiel:
„... hätte das erhebliche Konsequenzen für eine soziologische Theorie der Digitalisierung, die nicht einfach Digitalisierungsfolgen und den Modus der Störung durch eine bestimmte Technologie und Technik untersucht, sondern an den Grundfesten der modernen Gesellschaft selbst ansetzt. Und das würde heißen: Wir sehen nicht die Digitalisierung, sondern zentrale Bereiche der Gesellschaft sehen bereits digital. Digitalität ist einer der entscheidenden Selbstbezüge der Gesellschaft.“ (S. 29)

Fazit: Für mich war dies nichts.

Bewertung vom 14.10.2019
Großer Bruder Zorn, 6 Audio-CDs (Mängelexemplar)
Ehrmann, Johannes

Großer Bruder Zorn, 6 Audio-CDs (Mängelexemplar)


sehr gut

„Ein Plot, der in die Sitze presst, Typen wie das richtige Leben, ein unverwechselbarer Sound!“ (Rückseite der CD-Hülle).

Meine Meinung:
Stilistisch fällt bei dem Roman die komprimierte Erzählweise auf.
Die oftmals rudimentären Sätze.
Aber das passt sehr gut: zu der Umgebung, zu den Protagonisten, zu allem.
Es verdichtet das Geschehen.
Und erzeugt so auch eine gewisse Spannung.

Eigentlich passiert nicht viel in dieser Erzählung.
Es wird aus dem Alltag berichtet, aus dem Leben.
Und für mich quasi aus einer anderen Welt.
Aber man fiebert und fühlt mit mit den dargestellten Charakteren.

Es dauerte ein bisschen, bis ich mich auf die handvoll Personen, deren Leben über knapp eine Woche beschrieben wird, einlassen konnte.

Ich glaube in Buchform wäre es mir noch schwerer gefallen.
Aber als Hörbuch fand ich es wirklich sehr gut.
Super gesprochen.
Man konnte richtig in das Erzählte eintauchen.

Über das Ende – falls jemand dies nicht wissen möchte, dann bitte einfach überspringen.

*** Beginn – NICHT LESEN ***

Ich fand das Ende sehr gut. Denn es hört einfach an dieser Stelle auf.
Aber das ist normal, denn das Leben geht weiter.
Und wie? Das ist eh für jeden anders.

*** Ende – NICHT LESEN ***

Bewertung vom 13.10.2019
Der Store
Hart, Rob

Der Store


sehr gut

Schöne neue Welt.

Bitte das letzte Drittel der Seite 590, der Danksagung, lesen.
Es geht um Maria Fernandes.
Und das ist wirklich wichtig!
„Schließlich noch ein paar Worte zur Widmung. Maria Fernandes hat sich in New Jersey mit Teilzeitjobs in drei verschiedenen Filialen von Dunkin' Donuts über Wasser gehalten. Als sie 2014 zwischen zwei Schichten in ihrem Auto schlief, strömte durch einen Defekt Gas aus, und sie erstickte. Sie hatte Mühe, die monatlichen 550 Dollar für ihre Kellerwohnung aufzubringen. Im selben Jahr hat Nigel Travis, der CEO von Dunkin' Brands, laut dem Boston Globe 10,2 Millionen Dollar verdient. Mehr als alles andere lebt die Geschichte von Maria im Zentrum diese Buches.“

Inhalt:
Die Analogie zu A... ist natürlich unverkennbar.

Meine Meinung:
[ Schöne, dicke, holzige Seiten.
Die Blätter haben einen angenehmen Griff beim Umblättern.
Die Schrift fand ich sehr angenehm zum Lesen. ]

Den Roman fand ich insgesamt sehr spannend geschrieben.

Das Ende fand ich gut.
Auch wenn es nicht so war, wie ich erwartet hätte.
Aber es passte und war stimmig.

Fazit: Lesenswert!

Bewertung vom 09.10.2019
Ölbeben
Buchter, Heike

Ölbeben


ausgezeichnet

Wie die USA unsere Existenz gefährden (Buchuntertitel).

Inhalt, gemäß Buchrück- und Umschlaginnenseite:
Mit Vollgas gegen den Rest der Welt.

Während wir alle über den Klimawandel diskutieren, führt Trump die größte Volkswirtschaft der Welt in ein neues Ölzeitalter und schafft schmutzige Tatsachen. Von Alaska bis zum Golf von Mexiko werden ganze Landstriche zu Industriebrachen – mit globalen Folgen.

Die in New York lebende Wirtschafts- und Finanzmarktexpertin Heike Buchter hat sich an den Schauplätzen der Ölindustrie ein Bild gemacht. Was bedeutet die US-Energiedominanz für Deutschland und Europa, für unsere Umwelt, aber auch für unsere Sicherheit? Sie zeigt, wie die Finanzjongleure an der Wall Street den Boom anheizen und wie das Öl der Fracker die Welt neu ordnet. Ihr erschütterndes Fazit: Überall fließt das Geld weiter in die fossilen Brennstoffe, die grüne Gegenbewegung bleibt in guten Absichten stecken.

Money makes the world go green?

„Abgesehen von der Politik gibt es nur noch eine Macht, die tatsächlich dafür sorgen könnte, dass Öl, Gas und Kohle bald zu Fossilien des Industriezeitalters werden: ihre Geldgeber. Wenn Banken und Investoren den Förderfirmen und Minenbetreibern kein Kapital mehr zukommen lassen würden, wäre die Branche bald vor dem Aus. Vor allem die Fracker mit ihrem stetigen Milliardenbedarf an frischem Cash sind verwundbar. Doch es sieht nicht danach aus, als ob die Finanziers der Branche den Rücken kehren würde. Im Gegenteil.“ (Aus dem Inhalt).

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
- Mit Torpedos in den Untergrund
- Wall Streets neue Geldmaschine
- Rockefeller: Der Vater der Kartelle
- Treibstoff für Hitlers Krieg
- Aufstand der Milliardäre
- Kanadas schmutziges Geheimnis
- Anfang vom Ende der OPEC

Meine Meinung:
Die Autorin vermittelt in diesem Sachbuch ihr sehr umfangreiches und breit gestreutes Wissen dem Leser. Insiderwissen. Wissen, an das man, meiner Meinung nach, als Laie sonst gar nicht so leicht ran kommt.
Es ist sehr verständlich geschrieben.
Und sie beleuchtet auch die Hintergründe, wie die Entstehungsgeschichten von Firmen, was ich sehr interessant fand.
Insgesamt empfand ich dieses Buch sogar richtiggehend spannend (obwohl es ein Sachbuch und kein Roman ist ;) ).

Textbeispiele:
„In Deutschlands Importstatistik belegt die US-Steinkohle inzwischen den zweiten Platz nach Russland. So gesehen hilft das Ende der deutschen Steinkohleförderung den US-Minenbetreibern mehr als die Versuche Trumps, die sterbende Industrie wieder zu beleben.“ (S. 119)
„Tatsächlich gehörten die Kochs mit zu den ersten wohlhabenden Spendern, die erkannten, wie wichtig die Beeinflussung der öffentlichen Meinung ist, um die Politik in die von ihnen gewünschte Richtung zu bewegen. So starteten sie eine ganze Reihe von Thinktanks und Institutionen … Statt ihrer selbst würden Akademiker und andere Vordenker ihren Vorstellungen bei Volksvertretern und Medien Gehör verschaffen.“ (S. 128)

Fazit: Lesenswert.

Bewertung vom 05.10.2019
Kaiser ruft nach
Heimgartner, Thomas

Kaiser ruft nach


ausgezeichnet

„Kaspar Kaiser ist Fachmann für Geschichten, die tödlich enden. Er schreibt Nachrufe - als Beruf. Die Geschichte seines eigenen Lebens will er keinem Laien anvertrauen, auch nicht seinem angeblich besten Freund.“

»Das schmucke, klappbroschierte Büchlein aus dem Verlag pudelundpinscher mutet auf den ersten Blick harmlos an. Erst beim zweiten, genauen Blick entdeckt man mit Thomas Heimgartner hier einen Erzähler, der nicht nur sichtlich Freude am Vorantreiben seiner Geschichte hat, sondern auch einen, der genau weiß, wie er eine Geschichte zu komponieren hat. So bleibt der Ernst an der Sache im heiter-amüsanten Erzählton nicht vergessen, so wechselt die Erzählperspektive genau im richtigen Moment und so entsteht eine komplexe Figur, deren Nekrolog eine durchweg lesenswerte Geschichte darstellt.«
Nick Lüthi auf www.bookgazette.ch

Meine Meinung:
Wirklich sehr nett geschrieben.
Ich hatte mich an der Lektüre, dem Schreibstil und dem Inhalt, erfreut.
Ansonsten kann ich mich den obigen Loben (? Plural von Lob ?) nur anschließen.

Bei der Frage danach, wie viele Sterne ich vergeben möchte, schwankte ich zwischen 4 und 5 Sternen.
Zuerst war ich bei 4 Sternen, weil ich die Geschichte „echt nett“ fand (dies ist ehrlich und nicht abwertend gemeint).
Und als ich dann noch mal in mich gegangen bin und der Frage nachspürte „Was ist dir von der Geschichte hängen geblieben?“, muss ich sagen, dass es eigentlich so einfach sein kann: Er hätte sie nur fragen müssen!
[ Ausführlicher möchte ich hier gar nicht werden, um nichts aus dem Inhalt zu verraten. ]

Fazit:
„Klein, aber fein.“
Dies trifft, meiner Meinung nach, auf dieses Büchlein ganz besonders zu.
→ Lesenswert.

Bewertung vom 03.10.2019
Eine LESE-Humoreske aus Kleinkakanien
Molzbichler, Herbert

Eine LESE-Humoreske aus Kleinkakanien


sehr gut

Themen: Lesen und Bücher.

Inhalt und meine Meinung:
Der Autor widmet sich aus einer satirisch-humoristischen Perspektive den Themen „Lesen und Bücher“ im Allgemeinen und Speziellen und bietet auf „launige Weise“ dem Leser viele Facetten dieser Themen dar.

Der Autor lässt sich über den „Bücherwahn“ in all seinen Ausprägungen aus:
- Über Buchpreise mit all ihren Varianten.
- Über die (selbsternannten) Ratgeber.
- Über die „Triebtäter“, welche meinen Autobiographien verfassen zu müssen.
- Auch über den „Tanz um das Goldene Kalb“, nämlich die Buchmessen.
- Und auch darüber, dass sich allerlei Organisationen und (öffentlich) geförderte Stiftungen bemüßigt fühlen - „legitimiert“ durch eine Vielzahl von Studien und deren Ergebnissen (z.B. PISA) - und in ihren ach so guten Absichten, bei (Klein-)Kindern und Jugendlichen schon möglichst früh ihre Liebe zu Büchern zu mehren – und damit natürlich deren Kauf.

Die Lektüre fand ich insgesamt recht unterhaltsam.

Hier einige Textstellen:
„Durchs Lesen wird die Welt wohl nicht genesen.“ (S. 6)

„Beispiele für Unwörter der jüngeren Vergangenheit … sozialverträgliches Frühableben, … Entlassungsproduktivität, … betriebsratverseucht, … Penthouse-Sozialismus, … Zu den aktuellen Stilblüten zählen für mich etwa 'Kompetenzbasierte Outputsteuerung' – Putputput! Da lachen ja die Hühner … mit der nicht nur in der Politik anzutreffenden 'Inkompetenzkompensationskompetenz' “ (S. 35).

„... dass das bloße Lesen ohne Nachdenken nicht helfe“ (S. 119).

Anmerkung:
Der Autor schreibt hier zwar als Österreicher, aber das meiste davon ist, meiner Meinung nach, ebenso auf Deutschland übertragbar. An manchen Stellen macht er auch konkrete Hinweise oder Vergleiche für Deutschland (oder die Schweiz).

Bewertung vom 03.10.2019
Die Menschen, die es nicht verdienen / Sebastian Bergman Bd.5 (6 Audio-CDs)
Hjorth, Michael; Rosenfeldt, Hans

Die Menschen, die es nicht verdienen / Sebastian Bergman Bd.5 (6 Audio-CDs)


ausgezeichnet

Ich fühlte mich bestens unterhalten.

Meine Meinung:
[ Ich kannte die Reihe um Sebastian Bergman bisher noch nicht. ]

Idee und Story – sehr gut!
Spannung und Erzählstil – sehr gut!
Sprecher – sehr gut!

Bewertung vom 02.10.2019
Die Flut, 1 MP3-CD
Strobel, Arno

Die Flut, 1 MP3-CD


gut

Sorry, nee, aber des war nix.

Inhalt und meine Meinung:
Ein Mörder gräbt am Strand eine Frau bis zum Hals ein; und ihr Mann wird an einen Pfahl gefesselt und muss zusehen, wie seine Partnerin bei Flut ertrinkt. Dies macht der Mörder mit zwei Urlauberpäärchen.
Zwei Ermittler machen sich an die Suche; einer ist der Kotzbrocken und sein Partner ist der „Gute“.

Also die gesamte Erzählung schrappt sehr grenzwertig an langweilig entlang.
Es wird über die gesamte Dauer versucht, mit wenigen Ereignissen und, gefühlt, immer gleichen Wiederholungen der stereotypen Verhaltensweise der, dennoch farblosen, Charaktere, den Zuhörer bei der Stange zu halten, weil man gerade immerzu wissen möchte, wie es nun eigentlich weitergeht und was die Auflösung sein wird.
Gerettet hat das Ganze meiner Meinung nach einzig und allein der Sprecher, dem es doch gelang genau diese Gradwanderung, dass die Spannung nicht in Langeweile abkippt, aufrecht zu erhalten.
Ich glaube, als Buch, wäre ich beim Lesen nicht zu „gnädig“ gewesen.
Und auch das Ende: Kann man so machen – glaubwürdig ist es dennoch nicht.

Bewertung vom 25.09.2019
Nicht einmal bedingt abwehrbereit
Kraus, Josef; Drexl, Richard

Nicht einmal bedingt abwehrbereit


ausgezeichnet

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
- Gesellschaftliche und politische Umstände: Armee in einer postpatriotischen Gesellschaft
- Strategische Lage
- Defizite und Konsequenzen
- Sieben Jahrzehnte Bundeswehr – ihr Auftrag im Wandel
- Armee im Auslandseinsatz: Bedarf, Grenzen, Risiken, Belastungen
- Eine europäische Armee – reales Ziel oder Fata Morgana?
- Deutsche Sonderwege

Meine Meinung:
Dieses Sachbuch ist mit sehr viel Sachverstand und Insiderwissen geschrieben.
Ich finde, es ist auch für Laien, die nichts mit Wehrpflicht oder Kaserne zu tun hatten, sehr verständlich geschrieben.

Textbeispiel:
„Das hätte den Vorteil, dass die Briten mit dabei sein könnten, weil dafür eine EU-Mitgliedschaft nicht Bedingung ist. Stattdessen halten wir lieber die Franzosen wie alle anderen mit … hin und entfalten alle möglichen diplomatischen Initiativen. Das Mantra vom Multiliberalismus wirkt als Schlaftablette der eigenen Bevölkerung wie den Partnern gegenüber. Im Verfassen diplomatischer Noten und dem Abhalten großer Konferenzen sind wir Spitze, in praktischer Politik, die auf Ergebnisse abzielt, hapert es gewaltig. Die Deutschen sind die Bremser schlechthin in allen strategischen und militärischen Belangen sowohl innerhalb wie außerhalb der EU. Mal sehen, wie lange das noch gut geht, denn die Welt ist durchaus gefährlich und wartet nicht auf die realitätsfremden deutschen Weltverbesserer.“ (S. 185)

Fazit: Lesen – das Thema geht uns alle an!

Bewertung vom 23.09.2019
Auszeit im Café am Rande der Welt
Strelecky, John

Auszeit im Café am Rande der Welt


gut

Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst (Buchuntertitel).

Inhalt, gemäß Buchrückseite:
„Manchmal, wenn man es am wenigsten erwartet, aber vielleicht am meisten braucht, findet man sich an einem unbekannten Ort wieder, mit Menschen, die man gleichfalls nicht kennt, und erfährt neue Dinge. Und wenn man Glück hat, kann man dorthin zurückkehren, wenn man es am nötigsten hat.
Dies ist die Geschichte meines dritten Buches im Café am Rande der Welt.“
John Strelecky

Für alle, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen.

Meine Meinung:
[ Ich kannte die Vorgängerbücher dazu nicht. ]

Für mich ein (Fantasy-)Roman aus der Rubrik Lebenshilfe bzw. Denkanstöße für das (eigene) Leben.
Personengruppe, die, meiner Meinung nach, dieses Buch interessieren könnte: Midlife-Crisis oder von einem Todesfall betroffen oder wenn man sich mit so Fragen beschäftigt, wie: Wie lange lebe ich noch?, Was liegt noch vor mir?, Was muss ich noch erreichen / tun? oder anderen existenziellen Fragestellungen.

Der Text ist sehr einfach geschrieben.
Auf der Gefühlsebene erreichte mich diese Erzählung gar nicht.
Und so richtigen Tiefgang konnte ich leider auch nicht entdecken.
Die Zeichnungen waren so gar nicht mein Fall.

Sehr gut fand ich die „Weisheiten“ zur der „Isolierbandphilosophie“:
Dass nämlich zwei Rohre mit einer Gewindeverbindung noch so gut zueinander passen können – die Verbindung jedoch erst durch ein Isolierband perfekt wird – weil sich das Isolierband in seiner Dehnfähigkeit perfekt an alle Unebenheiten anpasst.

Das, was ich für mich aus dem Roman mitgenommen habe, war:
Man kann nicht alles erreichen im Leben.

Fazit: Man macht nichts falsch, wenn man es liest.