Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran - Schmitt, Eric-Emmanuel

Eric-Emmanuel Schmitt 

Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Erzählung. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Bücherpreis 2004, Kategorie Publikumspreis

Aus d. Französ. v. Annette u. Paul Bäcker
Taschenbuch
 
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**** sehr gut
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Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Eine religionsübergreifende Parabel über Weisheit, Toleranz, Fatalismus und Güte und über eine ungewöhnliche Freundschaft ...



Produktinformation

  • Verlag: FISCHER (TB.), FRANKFURT
  • 2009
  • 10. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 100 S.
  • Seitenzahl: 112
  • Fischer Taschenbücher Bd.16117
  • Deutsch
  • Abmessung: 196mm x 131mm x 16mm
  • Gewicht: 185g
  • ISBN-13: 9783596161171
  • ISBN-10: 3596161177
  • Best.Nr.: 12416964
"Wie ein frischer Tropfen in einem Ozean der Gleichgültigkeit." (L'Express)

"Suchen Sie nicht weiter nach dem besten Buch: dies ist ein reines Vergnügen." (Le Journal)

"Lustig und traurig, poetisch und verschmitzt eine Geschichte, die man am liebsten in der ganzen Welt verteilen würde." (Hamburger Abendblatt)

"Das ist ein unendlich zartes, schönes, liebevolles Buch." (Elke Heidenreich)

"Die Erzählung gehört zu den wenigen Büchern, die glücklich machen." (Brigitte)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.12.2002

Weiser Sufi
Eric-Emmanuel Schmitts
kleine Lebenskunde
Das ist ein Buch für Menschen ohne Zeit. Wer am Marienplatz in die Münchner S-Bahn einsteigt, hat es in Erding zur Hälfte ausgelesen, wer Paris von der Rue Bleue bis zur Rue de Paradis durchquert, ist mit dem minderjährigen Momo am Steuer in die Türkei gefahren und per Anhalter wieder zurückgekommen. Kennen gelernt hat er den frühreifen Momo, der eigentlich Moses heißt, Monsieur Ibrahim, einen gütigen türkischen Gemüsehändler, mehrere Prostituierte, und drei Religionen.
Momo lebt mit seinem schweigsamen Vater alleine. Die Mutter ist abgehauen, weil sie den schweigsamen Vater nicht aushalten konnte. Der Vater kann sich und das Leben nicht aushalten, deshalb und weil seine Familie im KZ umgekommen ist, spricht er nur, wenn es gar nicht anders geht. Momo führt ihm in der düsteren Wohnung den Haushalt und arbeitet an seinem sprudelnden, leicht kriminellen Eigenleben. Im Alter von zwölf Jahren fühlt er sich erwachsen, geht mit dem Inhalt seines Sparschweins zu den Prostituierten, und da einmal keinmal ist, wird am Haushaltsgeld gespart und Chappi gegessen.
Religion aus der Tonne
Als …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.12.2002

Fahr einfach ohne Führerschein!
Eric-Emmanuel Schmitt vertreibt Lebensweisheiten im Kramladen

Literatur, die einfach Toleranz und Brüderlichkeit verkündet, hat oft einen süßlichen Nachgeschmack. Der kommt auch in dieser Erzählung des erfolgreichen französischen Theaterautors manchmal auf. Der Gemischtwarenladen des Monsieur Ibrahim in der Pariser Rue Bleue ist zum Glück aber so reich bestückt, daß der gutgemeinte Konsens sich unter der Last des Kuriosen durchbiegt. Der arabische Krämer in der jüdischen Straße ist nämlich gar kein Araber, wie der zwölfjährige Moses in der traurigen Anwaltswohnung darüber auch Mohammed heißt - "Momo" taugt als Kürzel für beide Namen. Überhaupt ist die Straße nicht blau, und die Dirnen in der nahe gelegenen Rue de Paradis öffnen nicht unbedingt den Weg in ein solches. "Araber sein" bedeutet in der Krämerbranche einfach: nachts und auch am Sonntag geöffnet.

Zu dem jahraus, jahrein auf seinem Hocker sitzenden Monsieur Ibrahim kommt der Junge täglich, um sich - zahlend oder stibitzend - mit dem einzudecken, was er für den Zweipersonenhaushalt mit seinem deprimierten Vater so braucht. Die …

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"Wie ein frischer Tropfen in einem Ozean der Gleichgültigkeit." (L`Express)

"Suchen Sie nicht weiter nach dem besten Buch: dies ist ein reines Vergnügen." (Le Journal)

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Diese Erzählung hatte für Rezensent Joseph Hanimann manchmal einen süßlichen Nachgeschmack. Allzu gutgemeint fand er wohl deren Botschaft, die einfach "Toleranz und Brüderlichkeit" verkünden würde. Mit ironischem Unterton erzählt der Rezensent kurz die Geschichte vom "arabischen Krämer in der jüdischen Straße", der "nämlich gar kein Araber" sei, nach und beschreibt ihr poetisch-pittoresk anmutendendes Ambiente und Personal. Am Ende nimmt den Rezensenten doch der humorvolle Grundton der Geschichte für sich ein, deren Übersetzung er außerdem als "vorzüglich" lobt.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Lustig und traurig, poetisch und verschmitzt eine Geschichte, die man am liebsten in der ganzen Welt verteilen würde« Hamburger Abendblatt
»Das ist ein unendlich zartes, schönes, liebevolles Buch.« Elke Heidenreich
»Die Erzählung gehört zu den wenigen Büchern, die glücklich machen.« Brigitte
Eric-Emmanuel Schmitt, geboren im März 1960 in St.-Foy-les-Lyon, studierte Klavier in Lyon und Philosophie in Paris. Anfang der 90er Jahre begann er, als Autor für Theater, Film und Fernsehen zu arbeiten. 1997 wurde außerdem in Paris ›Die Hochzeit des Figaro‹ in einer französischen Übersetzung von Schmitt uraufgeführt. Zur Zeit arbeitet er an der Übersetzung des Don Giovanni.

Leseprobe zu "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"

Als ich elf war, habe ich mein Schwein geschlachtet und bin zu den Dirnen gegangen.
Mein Schwein war eine Sparschwein aus Porzellan, glasiert, bemalt mit Farben wie Kotze und mit einem Schlitz, in den ein Geldstück nur reinging, aber nicht wieder raus. Mein Vater hatte diese Einbahnsparbüchse ausgesucht, weil sie seiner Lebensanschauung entsprach: Geld ist zum Horten da, nicht zum Ausgeben.
Im Schweinebauch waren zweihundert Francs. Vier Monate Schufterei.
Eines morgens, bevor ich zur Schule ging, sagte mein Vater zu mir:
»Moses, das verstehe ich nicht ... Es fehlt Geld ..., ab jetzt wirst du alles, was du beim Einkaufen ausgibst, in das Haushaltsbuch eintragen.«
Also nicht genug damit, in der Schule wie auch zu Hause angeschnauzt zu werden, zu waschen, zu büffeln, zu kochen, die Einkäufe zu schleppen, nicht genug damit, allein in einer großen Wohnung zu leben, dunkel, leer und ohne Liebe, mehr der Sklave als der Sohn eines Rechtsanwalts ohne Fälle und ohne Frau, wurde ich zudem auch noch verdächtigt, ein Dieb zu sein! Wenn man mich schon des Klauens bezichtigt, warum es dann nicht auch tun.
Zweihundert Francs waren also im Schweinebauch. Zweihundert Francs, das war der Preis für ein Mädchen in der Rue de Paradis. Das mußte zahlen, wer ein Mann werden wollte. Die ersten haben mich nach meinem Ausweis gefragt. Trotz meiner Stimme, trotz meines Gewichts ? ich war dick wie ein Sack Zucker ? zweifelten sie daran, daß ich sechzehn war, wie ich behauptet hatte, wahrscheinlich hatten sie mich in all den letzten Jahren mit meinem Einkaufsnetz vorbeigehen und heranwachsen sehen.
Am Ende der Straße, in dem Toreingang, stand eine Neue. Sie war mollig und schön wie ein Bild. Ich zeigte ihr mein Geld. Sie lächelte.
»Und du bist sechzehn?«
»Ja, seit heute morgen.«
Wir sind raufgegangen. Ich konnte es kaum glauben, sie war zweiundzwanzig, sie war alt, und sie war ganz für mich da. Sie hat mir erklärt, wie man sich wäscht, und dann, wie man Liebe macht ... Natürlich wußte ich das schon, aber ich hab sie reden lassen, damit sie sich besser fühlt, außerdem mochte ich ihre Stimme, sie klang ein bißchen trotzig, ein bißchen traurig. Die ganze Zeit über war ich halb ohnmächtig. Zum Schluß hat sie mir dann übers Haar gestreichelt und sanft gesagt:
»Du mußt wiederkommen und mir ein kleines Geschenk mitbringen.«
Das hätte mir meine Freude beinahe vermasselt: Ich hatte das kleine Geschenk vergessen. Da haben wir?s, ich war ein Mann, getauft zwischen den Schenkeln einer Frau, ich konnte mich kaum auf den Beinen halten, so zitterten mir noch die Knie, und schon begann der Ärger: Ich hatte das berühmte kleine Geschenk vergessen.
Im Laufschritt bin ich in die Wohnung zurück, ich bin in mein Zimmer gestürzt, habe mich umgeschaut, was ich als Wertvollstes zu verschenken hätte, und bin schnurstracks wieder in die Rue de Paradis gerannt. Das Mädchen stand schon wieder im Toreingang. Ich hab ihr meinen Teddy gegeben.

© Ammann Verlag & Co., Zürich. Alle Rechte vorbehalten.

Kundenbewertungen zu "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"

5 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.2 von 5 Sterne bei 5 Bewertungen **** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(2)
***** sehr gut
 
(2)
***** gut
 
(1)
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***** schlecht
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Bewertung von Tinka95 aus München am 04.06.2012 ***** sehr gut
Monsieur Ibrahim und die Blume des Koran (Eric-Emmanuel Schmitt)

Moses, genannt Momo, lebt mit seinem Vater in Paris, gegenüber eines Gemischtwarenladens, welcher von Monsieur Ibrahim geführt wird. Momo ist nicht wie jeder andere Junge in seinem Alter. Er ist erschreckend selbständig, besucht bereits die Dirnen und klaut bei M. Ibrahim das Essen für seine kleine Familie.
Mit der Zeit kommen sich diese zwei unterschiedlichen Personen immer näher und werden so etwas wie Freunde. Nachdem Selbstmord von Moses Vater, zieht dieser zum „Araber an der Ecke“ und erfährt mit jedem Tag mehr was Glück, Lachen und der Tod bedeutet und welches Geheimnis dahinter steckt.
Dieses kleine Büchlein ist voll von lustigen Dialogen, die nicht nur Momo zum lächeln bringen. Es ist ein schönes Buch für zwischendurch und besonders in traurigen Momenten des Lebens hilft. Es lässt sich leicht und flüssig lesen und übermittelt weise Botschaften fürs Leben.
Auch als kleines Geschenk gut geeignet.

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Bewertung von MinnieMay aus Dortmund am 28.07.2010 ***** ausgezeichnet
"Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" ist Literatur, feinfühlig und unterhaltsam, genau das was meine Seele an grauen Tagen braucht. Charaktere, so einzigartig und überzeugend, eine Geschichte, traurig und schön und glaubhaft erzählt... Ohne zuviel über dieses Buch zu verraten, möchte ich es doch jedem ans Herz legen, der gern liest. Es hat in mir soviele Emotionen geweckt, mich zum lachen und zum weinen gebracht. Einziger Makel, die Lektüre ist recht kurz, nun möchte ich mehr von dem Autor lesen.

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Bewertung von Jule aus Halle am 26.05.2010 ***** sehr gut
Moses ist elf Jahre alt und hat einen mürrischen Rechtsanwaltsvater. Dieser schickt ihn zum einkaufen stehts zum "Araber um die Ecke", wo Moses nach einiger Zeit anfängt ab und zu ein paar Konservendosen zu stibitzen. Doch Moses und Monsieur Ibrahim der "Araber" werden Freunde und der weise alte Mann verrät Moses so manchen Schlüssel zum Glück. Doch auf einmal wird Moses Vater von einem Zug überrollt. Suizid. Moses bleibt allein. So entschließt sich Monsieur Ibrahim mit Moses eine Reise in seine Heimat zu machen, auf der Moses auch wieder lernen muss, dass nicht alles ist wie es scheint und doch alles seltsamen Sinn ergibt.
Ein Buch über Philosophie, Religion und Freundschaft, ganz ohne eine große Liebesgeschichte oder einen spektakulären Mord kommt dieses Buch aus und doch mangelt es an nichts. Emotionen, Spannung und Witz machen diesen Roman zu einem leisen hingucker.-Wundervoll!

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Bewertung von Laury Greenville aus Halle am 25.05.2010 ***** ausgezeichnet
Der elfjährige Moses lebt mit seinem mürrischen Vater in Paris in der Rue Bleue. Zum Einkaufen geht er immer zum „Araber an der Ecke“ - in den Laden von Monsieur Ibrahim. Dort klaut er auch ab und zu Konservendosen und glaubt, dass der Alte davon noch nichts gemerkt hat. Doch dieser hat Moses schon längst durchschaut. Er kennt das Geheimnis des Glücks und weiß, wie man mit einem Lächeln die Menschen verzaubern kann. Nach und nach entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft. Sie träumen unter anderem von einer Bootstour mit Brigitte Bardot und Monsieur Ibrahim lehrt Moses, wie man aus Katzenfutter wundervolle Pasteten kreiren kann. Als Moses Vater eines Tages spurlos verschwindet, findet er in ihm einen treuen Freund und die beiden entschließen sich, sich auf eine Reise in die Heimat des Monsieur zu begeben, auf der Moses lernt, dass nicht alle Dinge so sind, wie sie scheinen. Denn genau genommen ist Monsieur Ibrahim auch kein Araber. sondern Moslem - „Araber, das bedeutet in der Branche: Nachts und auch am Sonntag geöffnet“.
Ein wundervolles Buch! Es ist eines meiner Lieblingsbücher, da mich dieses Buch zum Schmunzeln, Lachen und Weinen bringt. Ein Buch über das Leben, Glaube, Hoffnung, das Glück – und das Geheimnis des Lächelns. Eric-Emmanuel Schmitt ist ein hervorragender Schriftsteller!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch

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Bewertung von olgica am 03.08.2009 ***** gut
Anfangs kommt der Jugendliche Moses hauptsächlich in Monsieur Ibrahims kleinen Laden um Konserven zu stehlen. Doch mit der Zeit beginnen die beiden tiefsinnige Gespräch zu führen. Schließlich ist Moses lieber in Monsieur Ibrahims Geschäft, als bei seinem merkwürdigen Vater, der ihn ständig mit Vorwürfen traktiert. Besonders gern gibt er ihm zu verstehen, dass er nicht so sei, wie sein verstorbener Bruder Popol. Doch was es genau mit seinem Bruder auf sich hat, offenbart sich erst später.
Das Buch wurde angepriesen, viele schöne und kluge Aussagen zum Leben zu bieten. Mir hat es in dieser Hinsicht nicht viel gebracht. Für mich war es lediglich eine nette Lektüre zwischendurch, die nicht in langer Erinnerung bleibt.

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