Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend - Altmann, Andreas

Andreas Altmann 

Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

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Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend

Eine Kindheit der Nachkriegszeit im idyllischen Wallfahrtsort Altötting. Doch die Geschichte, die Andreas Altmann erzählt, handelt weder von Gnade noch von Wundern, sondern von brutaler Gewalt und Schrecken ohne Ende. Schonungslos blickt Altmann zurück: auf einen Vater, der als psychisches Wrack aus dem Krieg kommt und den Sohn bis zur Bewusstlosigkeit prügelt, auf eine Mutter, die zu schwach ist, um den Sohn zu schützen, und auf ein Kind, das um sein Überleben kämpft. Erst als Jugendlichem gelingt Altmann die Flucht. Die schreckliche Erfahrung aber kann ihn nicht brechen. Sie wird vielmehr der Schlüssel für ein Leben jenseits des Opferstatus. Ein Leben, indem er seine Bestimmung als Reporter findet: »Hätte ich eine liebliche Kindheit verbracht, ich hätte nie zu schreiben begonnen, nie die Welt umrundet ...«


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 254 S.
  • Seitenzahl: 254
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 120mm x 32mm
  • Gewicht: 464g
  • ISBN-13: 9783492053983
  • ISBN-10: 349205398X
  • Best.Nr.: 33354627
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.09.2011

Scheißgebete
Andreas Altmanns neues Buch ist eine Hasstirade gegen seinen Vater, den Katholizismus, Altötting

Altmann ersann Pläne, seinen Vater umzubringen, erwog Rattengift, Schusswaffe, einen Stoß vom Dach.

"Das Scheißleben meines Vaters das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend", der Titel des Buchs ist zugleich seine Inhaltsangabe: Andreas Altmann, mit Reisereportagen bekannt geworden, hat ein Buch über seine Kindheit geschrieben, das zu einer flammenden Abrechnung geraten ist. Es ist ein Buch gegen Krieg, gegen Katholizismus, überhaupt Religion, gegen kleinstädtische Borniertheit, Bigotterie, Heuchelei, Feigheit, Verdruckstheit, Provinzmief, Kleinherzigkeit, Stumpfsinn, Gewalt. Konkreter: gegen seinen Vater und gegen Altötting.

Altmann wurde 1949 in dem bayerischen Wallfahrtsort geboren, in dem sein Vater ein angesehener Bürger, Geschäftsmann und Kirchgänger war. Der Familienbetrieb für Devotionalien lief gut, den Hauptumsatz machten Rosenkränze aus. Die Altmanns hatten vier Kinder - nach drei Söhnen kam endlich die von der Mutter herbeigesehnte Tochter (ein erster Sohn war früh gestorben). Doch …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.10.2011

Ein Kind von Traurigkeit
Trotzkopf entblößt sich: Warum Andreas Altmanns Kindheitserinnerungen „Das Scheißleben . . .“ nur selbstgerecht wirken
Leute vom Fach haben gleich die ersten Auflagen weggekauft. Der Mann zum Beispiel, der vor ein paar Tagen bei einer Zigarette vor einer dieser oberbayerischen Nichtraucherkneipen erzählte: „Jetzt habe ich den Altmann fertiggelesen. Schon davon gehört?“ – „Ja. Was halten Sie davon?“ – „Schon Wahnsinn, kann man nicht anders sagen.“ Seine Kollegen, die ihm das Buch empfahlen, seien zur selben Diagnose gelangt: Wahnsinn. Ja, man muss eher von einer Diagnose sprechen als von einem Urteil, wenn man auf die Visitenkarte jenes Lesers schaut. Er ist Psychotherapeut.
Stellt sich die Frage: Warum tun sich Leute, die sich schon berufsmäßig mit geschundenen Seelen auseinandersetzen, auch noch Bücher an wie „Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“? Weil eine authentische Psychogeschichte mit allem Drum und Dran so flüssig erzählt wird, dass sie als Literatur durchgeht? Man kann ihnen nur eine vergnügliche Anamnese wünschen. Aber allen …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Bei Psychologen ist dieser autobiografische Rückblick auf eine katastrophale Kindheit und Jugend gut angekommen, weiß Rudolf Neumaier, der selbst weit weniger angetan ist. Und das nicht nur, weil die Erinnerung an einen überaus gewalttätigen Vater, der, ausgerechnet als Devotionalienhändler im Wallfahrtsort Altötting, seine Frau und seine Kinder psychisch und physisch brutal quält, nicht eben spaßig zu lesen ist. Die schonungslose Aufarbeitung hat in den Augen des Rezensenten trotz ihrer Spuren von Selbstironie und Selbstkritik etwas ansatzweise "Selbstgerechtes". Zudem hätten Altmanns rücksichtslose Enthüllungen, nicht nur über das eigene sexuelle Leben, sondern auch über intimste Details aus dem Leben der Mutter oder Ausschweifungen des Klerus, eher in einer Trash-Talkshow Platz, findet Neumaier. Was der Autor schließlich an Reflexionen über die Gründe für die grenzenlose Brutalität des Vaters anbietet, erscheint dem Rezensent dann doch ziemlich dünn.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Altmann schreibt in einer Sprache, die sinnlich und reflektiert zugleich ist.« Deutschlandradio

"Ein schonungsloser Rückblick auf eine deutsche Nachkriegskindheit.", BR Lebenslinien, 06.05.2013
Andreas Altmann, Reporter und Buchautor. Ausbildung am Mozarteum in Salzburg, Schauspieler am Bayerischen Staatsschauspiel und am Wiener Schauspielhaus. Arbeitete als Chauffeur, Tellerwäscher, Nachtportier und Fabrikarbeiter, bevor er anfing, Reportagen zu schreiben. Aufenthalt in einem indischen Ashram, später in einem Zen-Kloster in Japan. Lebte in New York und Mexico City. Träger des Egon-Erwin-Kisch-Preises. Zahlreiche Veröffentlichungen u. a. "Weit weg vom Rest der Welt" und "Im Land der Freien" (beide Rowohlt). Seine Reportagen erscheinen u. a. in der "Zeit", im "Stern", im "FAZ-Magazin", im "SZ-Magazin", in "GEO", "Merian", "Focus" und im "Playboy". Er lebt in Paris.

Kundenbewertungen zu "Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben..."

6 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 6 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Lupus aus Bruchköbel am 02.11.2012 ***** ausgezeichnet
Dieses Buch habe ich vor längerer Zeit gekauft und es lag einige Monate auf dem Schreibtisch. Jetzt in den Herbstferien habe ich es mit nach Kreta genommen. In zwei Tagen hatte ich es gelesen. Es ist spannend, bedrückend und letztlich befreiend. Denn A. Altmann nimmt kein Blatt vor dem Mund.
Ich habe es dann einem Freund zum Lesen ausgeliehen, der seit Jahren auf Kreta lebt und vor kurzem 5o geworden ist. Zum Lesen....hallo.. er hat es mir nicht mehr zurückgegeben. Ich soll mir ein neues in Deutschland kaufen.
Dieses Buch sollte jeder reife Mensch lesen. Keine leichte Kost, aber - auf das Ganze gesehen - ausgezeichnet, ermutigend, seinen eigenen Weg zu gehen. Dieses Buch hat mich sehr gewegt.
Waldemar Wolf
Bruchköbel, 2.November 2012

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Wicked aus Friedberg am 12.03.2012 ***** ausgezeichnet
Das ist für mich eines dieser Bücher, die man am liebsten öfter kauft, aus lauter Angst, ein einzelnes könnte einem abhanden kommen ! Ein unglaublich fesselndes Buch, das man nur ungern aus der Hand legt, weil man doch hofft, dass diesem armen Jungen doch irgendwann das Glück winkt ?! Ich war fasziniert von Altmanns Sätzen, die diese Brutalität so auf den Punkt bringen, dabei aber nicht in Hasstiraden enden, sondern einfach Bilder schaffen und einen doch immer diese unglaubliche Sehnsucht und Hoffnung des Kindes spüren lassen. Absolut genial - und unbedingt lesenswert !!

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Bewertung von Ruth Justen aus Leipzig am 20.12.2011 ***** ausgezeichnet
Andreas Altmann erzählt von seiner bescheidenen Jugend im miefigen Nachkriegsdeutschland. Seine Wiege liegt in Altötting - einer Hochburg der katholischen Kirche. Der Ort wird hier als Synonym für Heuchelei und die überbordenden Machtansprüche der Kirche über Körper und Seelen der Gemeindemitglieder verwendet. Zudem ist der Vater der König der Rosenkranzhändler von Altöttingen und zugleich ein heimgekehrter Nazi. Er lässt all seine Gefühllosigkeit, Ohnmacht und Einsamkeit an seinen Frauen und Kindern aus. Die Mutter ist nicht in der LAge, sich oder ihre Kinder zu schützen. Immerhin kann sie den einen oder anderen Trost verteilen. Nach ihrem Auszug prügelt der Vater fast ein Jahrzehnt mit Unterstützung der Stiefmutter auf seine Kinder ein. Erst als 19-Jähriger kann sich Andreas gegen seinen Vater wehren und sich seiner körperlichen Macht entziehen. Aus jeder Seite des Buches schreit das gedemütigte, geschlagene, aber immer ungebrochene Kind heraus: Lasst euch nicht brechen!

Das Buch ist ein kraftvolles Stück deutscher Nachkriegsliteratur. Es ist eine Abrechnung mit der Nazi-Elterngeneration, die selber schwer traumatisiert, die nächsten Trauma verursachte. Der Roman sollte Pflichtlektüre an den deutschen Schulen werden.

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Bewertung von Crying-Freeman am 03.09.2011 ***** ausgezeichnet
Gut zu lesen, knallharte Abrechnung mit Altötting und Kirche. Manche Dinge die hier geschriebe stehen kann ich nachempfinden. Endlich mal ein Autor der sich zu schreiben traut wie es wirklich war. Sehr empfehlenswert.

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Bewertung von mariesuisse aus CH 3005 Bern Schweiz am 01.09.2011 ***** ausgezeichnet
Sprachbegabt wie wir Andreas Altmann als Reisereporter kennen, erzählt er in dieser Kindheit und Jugendzeit, was er erleben musste. Sein Vater, durch den Krieg psychisch zerstört, der Mächtige, der sich durch Prügeln, Ausbeutung, Demütigung und Geiz sein Reich schafft. Der aus Wut über sein eigenes, kaputtes Schicksal sich nun an seiner Familie rächt. Die Familie hat keine Chance gegen den Tyrannen, nur in Fantasien wünschen sie ihm den Tod. Nur in "vermeintlich krimineller" Taten holt sich Andreas durch Diebstahl Essen, um seinen Hunger zu sättigen und durch Entwenden vom heiligen Krimskrams aus dem Lager des Vaters Rosenkranzgeschäft (!) ein klein wenig Freiheit. Manfred, der ältere, steht Andreas zur Seite. Er ist der einzig Vertraute, der Bruder. Auch er wird verprügelt, wann immer der Vater sich dazu berechtigt fühlt. Hass, Hass, gezüchteter Hass. Die Mutter ängstlich, hilflos wehrt sich nicht, baut sich einen Verschlag, kann sich einschliessen. Und wird letztlich von ihrem Mann verjagt. Die Kinder bleiben zurück, bis sie, alt genug, abhauen. Die Tochter bleibt. Andreas Altmann kämpft um sein Überleben: "wer bin ich, was kann ich, ich, der Versager?". Viele Wege, Therapien im Suchen nach seinem Wert, der Wille, die innere Kraft, Heilung der inneren Verwüstung das Ziel. Deshalb erzählt uns Andreas Altmann seine Geschichte? Weil sie oft vielen Kinderschicksalen gleicht? Auch was die Schweinereien von Seiten der katholischen Kirche betrifft, ihre Verbrechen an Kindern, der Sadismus der Religionslehrer und Pfarrer. Uns verfolgen Kindheitsdramen, wir hadern, beklagen, müssen verarbeiten. Wenn wir die Erinnerungen von Andreas Altmann lesen merken wir, wie gut wir es eigentlich hatten, trotz allem gut. Altmann hat es geschafft, hat gekämpft, hat seine Wünsche erfüllt, der Sprachgewandte, der hochgelobte Reisereporter. Wenn wir seine Erinnerungen gelesen haben, das Buch schliessen, sind wir erlöst. Durchatmen,Taschentücher entsorgen, uns freuen ANDREIOS, der Held

32 von 34 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Silvia am 01.09.2011 ***** ausgezeichnet
Das Buch war sehr fesselnd und deshalb nach knapp zwei Tagen schon gelesen. Es ist wirklich schockierend und traurig zu wissen, wie viel ein Mensch imstande ist auszuhalten und doch ins Leben zurückkehrt! Empfehlenswert!

19 von 22 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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