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Benutzername: mariesuisse
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Insgesamt 3 Bewertungen
Bewertung vom 14.07.2013
Dies beschissen schöne Leben
Altmann, Andreas

Dies beschissen schöne Leben


ausgezeichnet

die Kritik des Hilmar Klutes ist nicht nur bitterböse, ist "unter aller Kritik"! Die Neuerscheinung:"dies beschissen schöne Leben"
basiert auf dem 2005 erschienen Buch:" Getrieben" (sicher von Vielen nie gelesen, vom Piper-Verlag in Neuauflage gedruckt.) AA hat Neues dazu geschrieben!) Ja, ich habe alle Bücher von AA gelesen, hatte nie einen "Brechreiz", im Gegenteil! "mangelhafte Sprache" ? AA? Sein Deutsch ist wunderschön! Der Inhalt dies "beschissen schöne Leben" jedoch, ist nichts für Angepasste, nichts für die, die - fast - puritanisch denken. Für mich sind die "spielerischen" Szenen ein Vergnügen, das sich dem Leben, wie dies AA tut, ganz hin zu geben, grossartig, mutig und, nach seiner elenden Kindheits-Jugendzeit, ein Aufstehen gegen die Welt. Offen und ehrlich zeigt er sich, mit Humor, Witz und dem Bedürfnis, uns seine "Abenteuer" zu erzählen, und dies nach harter, selbstkritischer Arbeit. Ich bin über Herrn Klutes empört, so geht es nicht, so "schimpft" man nicht über einen hochbegabten Schreiber, der im übrigen ein sensibler, verletzter Mensch ist! Dass die "Süddeutsche" sich dazu hingibt, diese schändlich Kritik zu veröffentlichen, verstehe ich nicht. Piper ist ein hervorragender Verlag, wird desgleichen verunglimpft. Ja, der Cuelo, der zieht, vielleicht auch bei Herrn Klutes?

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.09.2011
Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend
Altmann, Andreas

Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend


ausgezeichnet

Sprachbegabt wie wir Andreas Altmann als Reisereporter kennen, erzählt er in dieser Kindheit und Jugendzeit, was er erleben musste. Sein Vater, durch den Krieg psychisch zerstört, der Mächtige, der sich durch Prügeln, Ausbeutung, Demütigung und Geiz sein Reich schafft. Der aus Wut über sein eigenes, kaputtes Schicksal sich nun an seiner Familie rächt. Die Familie hat keine Chance gegen den Tyrannen, nur in Fantasien wünschen sie ihm den Tod. Nur in "vermeintlich krimineller" Taten holt sich Andreas durch Diebstahl Essen, um seinen Hunger zu sättigen und durch Entwenden vom heiligen Krimskrams aus dem Lager des Vaters Rosenkranzgeschäft (!) ein klein wenig Freiheit. Manfred, der ältere, steht Andreas zur Seite. Er ist der einzig Vertraute, der Bruder. Auch er wird verprügelt, wann immer der Vater sich dazu berechtigt fühlt. Hass, Hass, gezüchteter Hass. Die Mutter ängstlich, hilflos wehrt sich nicht, baut sich einen Verschlag, kann sich einschliessen. Und wird letztlich von ihrem Mann verjagt. Die Kinder bleiben zurück, bis sie, alt genug, abhauen. Die Tochter bleibt. Andreas Altmann kämpft um sein Überleben: "wer bin ich, was kann ich, ich, der Versager?". Viele Wege, Therapien im Suchen nach seinem Wert, der Wille, die innere Kraft, Heilung der inneren Verwüstung das Ziel. Deshalb erzählt uns Andreas Altmann seine Geschichte? Weil sie oft vielen Kinderschicksalen gleicht? Auch was die Schweinereien von Seiten der katholischen Kirche betrifft, ihre Verbrechen an Kindern, der Sadismus der Religionslehrer und Pfarrer. Uns verfolgen Kindheitsdramen, wir hadern, beklagen, müssen verarbeiten. Wenn wir die Erinnerungen von Andreas Altmann lesen merken wir, wie gut wir es eigentlich hatten, trotz allem gut. Altmann hat es geschafft, hat gekämpft, hat seine Wünsche erfüllt, der Sprachgewandte, der hochgelobte Reisereporter. Wenn wir seine Erinnerungen gelesen haben, das Buch schliessen, sind wir erlöst. Durchatmen,Taschentücher entsorgen, uns freuen ANDREIOS, der Held

35 von 37 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.