Dr. Siri und seine Toten / Dr. Siri Bd.1 (4 Audio-CDs) - Cotterill, Colin

Colin Cotterill 

Dr. Siri und seine Toten / Dr. Siri Bd.1 (4 Audio-CDs)

Gekürzte Lesung. 306 Min.

Sprecher: Jan J. Liefers
Audio CD
 
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Dr. Siri und seine Toten / Dr. Siri Bd.1 (4 Audio-CDs)

Spannung garantiert: Die Starken Stimmen lesen jetzt Krimis

Dr. Siri Paiboun ist 72 Jahre alt, ein einfacher Arzt - und wird wider Willen befördert: Die kommunistische Partei von Laos bestellt ihn zum einzigen Leichenbeschauer des Landes. Diese Aufgabe erledigt der kauzige Arzt mit übersinnlicher Intuition und einem französischen Pathologie- Handbuch von 1948. Hört sich komisch an? Ist es auch. Vergnüglich und skurril löst er seinen ersten Fall, den Tod der Gattin eines hohen Parteikaders.

Jan Josef Liefers ist wie geschaffen dafür, sich in besonders schräge Charaktere hineinzufühlen. Der des Dr. Siri dürfte ihm nicht schwergefallen sein - schließlich spielt er im "Tatort" seit Jahren quasi einen Kollegen von Dr. Siri, der zudem ähnlich verschroben ist. Man hört einfach, dass Liefers großen Spaß an diesem Buch hatte.

"Jan Josef Liefers liest die unterhaltsamen Geschichten kongenial." -- Schweriner Volkszeitung, Schwerin

"Jan Josef Liefers als Gerichtsmediziner aus dem Tatort bekannt ist wie geschaffen für die schräge Charaktere des Dr.Siri Paiboun." -- TOP Magazin


Produktinformation

  • ISBN-10: 3837100901
  • Best.Nr.: 26240095
  • Laufzeit: 306 Min.
"Jan Josef Liefers liest die unterhaltsamen Geschichten kongenial." -- Schweriner Volkszeitung, Schwerin

"Jan Josef Liefers als Gerichtsmediziner aus dem Tatort bekannt ist wie geschaffen für die schräge Charaktere des Dr.Siri Paiboun." -- TOP Magazin

"Jan Josef Liefers als Gerichtsmediziner aus dem Tatort bekannt ist wie geschaffen für die schräge Charaktere des Dr.Siri Paiboun."

Viel Atmosphäre, extrem sarkastisch! TV Movie
Colin Cotterill wurde 1952 in London geboren. Nach einer Ausbildung zum Englischlehrer begab er sich auf eine Weltreise, die viele Jahre andauerte. Er lebte lange in Australien, Japan, Thailand und Laos, wo er Englischkurse an verschiedenen Universitäten gab und sich als Sozialarbeiter engagierte. Seine in Laos angesiedelte Krimiserie um Dr. Siri Paiboun, den querköpfigen Leichenbeschauer und Ermittler wider Willen, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Colin Cotterill ist heute hauptberuflich Schriftsteller und lebt in Chumphon, Thailand.

Leseprobe zu "Dr. Siri und seine Toten / Dr. Siri Bd.1 (4 Audio-CDs)"

Tran, Tran und Hok brachen durch die letzten schweren Wolken der Regenzeit. Die warme Nachtluft verzerrte ihre Lippen zu einem gequälten Lächeln und ließ ihnen die Haare buchstäblich zu Berge stehen. Sie fielen in perfekter Formation, wie Hagelkörner. Für elegante Figuren oder waghalsige Kunstflüge war keine Zeit; sie folgten einfach den Bomben, die mit rosa Nylonschnur an ihren Fußgelenken befestigt waren.

Tran der Ältere lag in Führung. Er war der Schwerste der drei. Als er die Oberfläche des Nam-Ngum-Stausees durchschlug, hatte er bereits zwei Sekunden Vorsprung. Bei den Olympischen Spielen hätte er damit eine Note von etwa 9.98 erzielt. Es spritzte kaum. Tran der Jüngere und der doppelttote Hok stachen fast gleichzeitig ins Wasser.

Eine Vierteltonne entschärfter Artillerie zog die drei Männer rasch auf den schlammweichen Grund des Sees und verankerte sie dort. Zwei Wochen lang wiegten sich Tran, Tran und Hok sanft in der Strömung und nährten die Fische und Algen, die sich an ihnen gütlich taten wie an einer träge dahintreibenden Unterseegarküche.

VIENTIANE, ZWEI WOCHEN SPÄTER Es war eine deprimierende Audienz und beileibe nicht die letzte ihrer Art. Jetzt, wo Haeng, der pickelige Richter, wieder da war, musste Siri jeden Freitag bei ihm zum Rapport antreten und seinen Kotau machen vor einem Mann, der ohne Weiteres sein Enkel hätte sein können.

Die Marxisten-Leninisten nannten eine solche Aussprache "Enlastungsschulung". Aber nachdem er eine geschlagene Stunde vor Richter Haengs verzogenem Sperrholzpult gesessen hatte, drückte ihn seine Last noch schwerer als zuvor. Der frischgebackene Richter machte sich einen Spaß daraus, laienhafte Zweifel an Siris Obduktionsberichten anzumelden und deren Rechtschreibung zu korrigieren.

"Und worauf führen Sie den Blutverlust zurück?", erkundigte sich Richter Haeng.

Siri überlegte zum wiederholten Mal, ob es sich um eine Fangfrage handelte. "Nun ja." Er dachte einen Augenblick nach. "Vielleicht auf das Unvermögen des Körpers, das Blut bei sich zu behalten?" Der kleine Richter machte "Hm" und warf einen neuerlichen Blick in den Bericht. Er war selbst für Sarkasmus zu dumm. "Es könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass dem armen Mann die Beine oberhalb der Knie abgeschnitten wurden. Es steht alles im Bericht."

"Das sagen Sie, Genosse Siri. Ich hingegen kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie bei der Auswahl dessen, was Sie Ihren Lesern mitzuteilen gedenken, äußerst selektiv verfahren. Ich würde es begrüßen, wenn Sie künftig etwas mehr ins Detail gehen könnten. Außerdem habe ich, ehrlich gesagt, so meine Zweifel, ob tatsächlich der Blutverlust zum Tod geführt hat und nicht doch ..."

"Herzversagen?"

"Genau. Als ihm die Beine abgetrennt wurden, war das ohne Frage ein fürchterlicher Schock. Da wäre es doch durchaus möglich, dass er einen Herzanfall erlitten hat. Er war schließlich nicht mehr der Jüngste."

Schon in den drei zuvor besprochenen Fällen hatte der Richter für eine natürliche Todesursache plädiert und versucht, die Fakten entsprechend zu verdrehen, aber dies war sein bislang kreativster Vorschlag. Siri hatte das Gefühl, dass der Richter regelrecht entzückt gewesen wäre, wenn in sämtlichen Obduktionsberichten, die über seinen Schreibtisch wanderten, "Herzversagen" gestanden hätte.

Gewiss, das Herz des Fischers hatte aufgehört zu schlagen, aber das war eher das untrügliche Zeichen für seinen Tod als dessen eigentliche Ursache. Die mit einer neuen Panzerung versehene Armeebarkasse war gegen den Betonkai in Tha Deua gekracht. Wegen des zusätzlichen Gewichts hatte sie besonders tief im Wasser gelegen. Zum Glück der Besatzung wurde der Aufprall durch den Fischer abgefangen, der in seinem hölzernen Langboot an der Kaimauer stand und der Barkasse nicht ausweichen konnte. Wie so viele Fischer auf dem Mekong war er Nichtschwimmer.

Das vorspringende Stahldeck schnitt ihn entzwei wie eine Sichel einen Reishalm, während die Reling ihn gegen die Mauer presste. Der peinlich berührte Kapitän und seine Crew zogen ihn - oder, besser, seinen Torso - an Deck, wo er in dumpfer Verwirrung liegen blieb, lachend und plappernd, als wüsste er nicht, dass ihm zwei Gliedmaßen fehlten.

Das Boot setzte zurück, und die Leute am Ufer sahen, wie die abgetrennten Beine ins Wasser fielen und versanken. Binnen weniger Stunden würden sie vermutlich aufschwemmen und wieder an die Oberfläche treiben. Dennoch standen die Chancen schlecht, dass der Mann zusammen mit seinen Beinen beerdigt werden würde: Er hatte verschiedenfarbige Plastiksandalen getragen.

"Wenn Sie als Todesursache prinzipiell ausschließlich Herzversagen gelten lassen, weiß ich nicht, warum wir überhaupt einen Pathologen brauchen, Genosse." Siri verlor allmählich die Geduld, obwohl er sich gewöhnlich nicht so schnell aus der Ruhe bringen ließ. In seinen zweiundsiebzig Lebensjahren hatte er so viel durchgemacht, dass er inzwischen über die Gelassenheit eines Astronauten verfügte, der ziellos durchs All treibt. Obwohl er dem Buddhismus nur unwesentlich näher stand als dem Kommunismus, half ihm die Meditation, seinen Zorn im Zaum zu halten. Niemand hatte ihn je aus der Haut fahren sehen.

Dr. Siri Paiboun wurde oft als Zwerg bezeichnet. Er hatte die seltsame Statur eines buckligen Leichtgewichtsringers. Beim Gehen schien es, als hätte seine untere Körperhälfte Mühe, mit der oberen Hälfte Schritt zu halten. Sein kurzgeschnittenes Haar war schneeweiß. Während viele Laoten seines Alters eines schönen Tages aufwachten und feststellten, dass der Herr im Himmel ihrem Haar auf wundersame Weise das jugendliche Schwarz zurückgegeben hatte, wusste Siri mit seinem kärglichen Salär wahrhaftig Besseres anzufangen, als es für chinesisches Yu-Dum-Haarfärbemittel auf den Kopf zu hauen. Nichts an ihm war unecht, künstlich oder nachgemacht. Er war ganz er selbst.

Sein Bartwuchs ließ zu wünschen übrig, dafür sprossen seine Brauen umso wilder. Inzwischen wucherten sie derart üppig, dass man seine sonderbaren Augen kaum erkennen konnte. Selbst Reisende, die zehnmal um die Erde gefahren waren, hatten solche Augen noch nie gesehen. Sie waren hellgrün wie der Filz auf einem Snookertisch und amüsierten Siri immer wieder, wenn sie ihm aus dem Spiegel entgegenstarrten. Er wusste nicht viel über seine leiblichen Eltern, aber dass außerirdisches Blut in seinen Adern floss, hielt er für unwahrscheinlich. Wie er zu solchen Augen gekommen war, konnte er weder sich noch anderen erklären.

Obwohl die "Entlastungsschulung" bereits vierzig Minuten dauerte, hatte Richter Haeng ihm noch kein einziges Mal in die Augen geblickt.

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Kundenbewertungen zu "Dr. Siri und seine Toten / Dr. Siri Bd.1 (4 Audio-CDs)"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von tassieteufel am 06.01.2012 ***** sehr gut
Mit diesem Buch habe ich in mehrfacher Hinsicht Neuland betreten, zum einen war es mein
erster Krimi der in Laos spielt und zum anderen wußte ich zwar wo Laos liegt, hatte aber
bisher kaum etwas über Land und Leute, die Geschichte oder die Kultur des Landes gewußt.
Wenn ich das Buch kurz zusammenfassen sollte, würde ich sagen, anders, aber interessant!
Sicher kein Überflieger an Spannung, denn hier stehen mehr die Personen im Vordergrund,
u. mit viel Humor und Wortwitz schildert der Autor die Lage in Laos kurz nach der kommunis-
tischen Revolution. Niemand jammert oder klagt über die schlechte wirtschaftliche Lage, die
Mißstände im Land oder darüber das die Leute von "Hühnerzählern" bespitzelt werden. Viel-
mehr meistern sie ihren oft schwierigen Alltag mit Humor (in Dr. Siris Fall oft mit Galgenhumor)
Gelassenheit und Freude am Leben, das hat mich wirklich positiv überrascht!
Dr. Siri, der sich nach der Revolution im hohen Alter von 72 Jahren einen wohlverdienten
Ruhestand erhoffte, wird von der neuen Regierung zum ersten und einzigen amtlich bestellten
Leichenbeschauer von Laos ernannt. Weder will er dieses Amt, noch ist er dafür qualifiziert
noch hat er die dafür nötigen Arbeitsmittel. Zunächst plätschert sein Arbeitsalltag vor sich hin,
doch dann wird er gleich mit mehreren Mordopfern konfrontiert. Das Dr. Siri mit unerwarteter
Hartnäckigkeit zuerst den Tod der Gattin eines hohen Parteigenossen und später die Morde
an vietnamesischen Gesandten verfolgt, stößt bei der Obrigkeit nicht gerade auf Wohlgefallen.
Doch davon läßt sich der Doktor nicht abhalten und gerät bald selbst zwischen die Fronten.
Der Umgang mit Geistern war für mich zuerst gewöhnungsbedürftig, wird vom Autor aber
durch seine gelungene Schilderung der Glaubensvorstellungen und der Kultur des Landes
sehr gut in die Geschichte integriert.
Ein kleines "Aber" habe ich allerdings. Zwar liebe ich skurile Charaktere und bizarre
Geschichten, doch in diesem Buch ist kaum jemand wirklich normal und das habe ich ein
wenig als Manko empfunden, weil das Buch dadurch überzogen wirkt.

Fazit: die liebvoll geschilderten Charaktere und die leicht ironische Schilderung des kommu-
nistischen Laos machen eindeutig den Charm des Buches aus, das die eigentliche Krimi-
handlung ein wenig in den Hintergrund tritt stört dabei kaum. Der exotische Schauplatz und
die augenzwinkernde Ironie bescheren einfach ein herrliches Lesevergnügen der anderen
Art.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von Everett aus Barsinghausen am 03.05.2010 ***** ausgezeichnet
Dr. Siri hatte es bisher immer mit lebenden Patienten zu tun und hat mit seinen über siebzig Jahren an Ruhestand gedacht. Doch gegen seinen Willen wird er zum Leichenbeschauer ernannt, dem einzigen im kommunistischen Laos, mit all seinen Einschränkungen.
Recht schnell hat es mit zwei seltsamen Fällen zu tun und seine kriminalistische Neugierde wird geweckt. Mit dem ihm möglichen Mitteln arbeitet er an der Klärung und hat dabei Unterstützung von einer Krankenschwester und einem Gehilfen mit Down-Syndrom und einem geheimnisvollen Polizisten.
Dr. Siri ist aufgrund der Erlebnisse während seines Lebens ziemlich abgeklärt und furchtlos. Den Tod seiner Frau vor Jahren hat er noch nicht wirklich verwunden. Dabei ist Siri herrlich ironisch und zynisch.
Die Hauptperson und der Ort der Handlung ist eindeutig eine angenehme Abwechslung in diesem Genre und hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Dazu ist dieser Roman sehr gut zu lesen und in einem schönen Stil geschrieben, der es einem schwer machte, eine Lesepause einzulegen. Ich kann diesen Roman nur empfehlen und werde mir auch das nächste Buch um Dr. Siri nicht entgehen lassen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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