Imperium - Kracht, Christian

Christian Kracht 

Imperium

Roman. Ausgezeichnet mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis der Stadt Braunschweig und des Deutschlandfunks 2012

Buch mit Leinen-Einband
 
2 Kundenbewertungen
**** ausgezeichnet
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Imperium

Eine deutsche Südseeballade. In "Imperium" erzählt Christian Kracht eine Aussteigergeschichte in den deutschen Kolonien der Südsee, indem er virtuos und gut gelaunt mit den Formen des historischen Abenteuerromans eines Melville, Joseph Conrad, Robert Louis Stevenson oder Jack London spielt. Die Welt wollte er retten, eine neue Religion stiften, gar ein eigenes Reich gründen - eine Utopie verwirklichen, die nicht nur ihn selbst, sondern die Menschheit erlöst, fernab der zerstörerischen europäischen Zivilisation, die gerade aufbricht in die Moderne und in die Katastrophen des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Doch in der Abgeschiedenheit der Südsee, in einer Kolonie des wilhelminischen Deutschland, gerät ein von einem vegetarischen Spleen besessener Sonnenanbeter in eine Spirale des Wahnsinns, die die Abgründe des 20. Jahrhunderts ahnungsvoll vorwegnimmt. In seinem vierten Roman zeichnet Christian Kracht die groteske, verlorene Welt von Deutsch-Neuguinea, eine Welt, die dem Untergang geweiht ist und in der sich doch unsere Gegenwart seltsam spiegelt. Zugleich aber ist Christian Krachts "Imperium" eine erstaunliche, immer wieder auch komische Studie über die Zerbrechlichkeit und Vermessenheit menschlichen Handelns.


Produktinformation

  • Abmessung: 211mm x 125mm x 28mm
  • Gewicht: 366g
  • ISBN-13: 9783462041316
  • ISBN-10: 3462041312
  • Best.Nr.: 34521787
"Einen Satz über Christian Krachts Roman Imperium zu sagen, ist, als wollte man Goethes Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten in einen Orangenkern eingravieren. Vielleicht in eine Kokosnuß? Der Kokovore auf seiner Südseeinsel würde sie irgendwann verzehren, und die Schrift wäre dann weg. Aber im Hintergrund würden sich dann immer noch schattenhafte Schicksalsgebirge auffalten: die deutsche Geschichte hinter den Aussteigern, die sie gemacht haben, indem sie ihr entkommen sind, als der böse Schicksalszug einen Augenblick angehalten hat. Ein Abenteuerroman. Kein Zweifel. Daß es das noch gibt." Elfriede Jelinek

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Sabine Vogel zeichnet die Rezensentenreaktionen auf Christian Krachts Roman "Imperium" nach und kann sich keiner der dort zum Teil sehr heftig geäußerten Meinungen anschließen. Kracht erzählt die Geschichte des Nürnbergers August Engelhardt, einem Aussteiger, der 1902 auf einer kleinen Südseeinsel einen Sonnenorden gründete, sich ausschließlich von Kokosnüssen ernährte und dort 1917 krank, einsam und verrückt starb, fasst die Rezensentin zusammen. Weder der in FAZ und Zeit geäußerten Begeisterung noch der Verdammung als "rechtes Gedankengut" im "Spiegel" mag sich Vogel anschließen. Sie zeigt sich eher genervt vom versuchten Thomas-Mann-Ton des Romans und ihr erscheint insbesondere die kühle Zeichnung der Figuren als unlebendig und staffagenhaft, wie sie kritisiert. Sollte dies ein bewusstes Stilmittel sein um die "Entfremdung" des Helden von "der Welt zu symbolisieren", ist das in den Augen der Rezensentin jedenfalls danebengegangen. Für sie ist das pathetische Schwadronieren von Krachts Hauptfigur lediglich "grauenhafter Rollenprosakitsch" und "Imperium" gedrechselter Quatsch.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.03.2012

Mit Mahlerschleife
Keine Fragen: Christian Kracht liest im Frankfurter Literaturhaus

Leibwächter hatte er nicht dabei. "Aber er hat ja mich", murmelte Hausherr Hauke Hückstädt vor dem Auftritt seines Gastes Christian Kracht im Frankfurter Literaturhaus. Der große Saal mit seinen 220 Plätzen war bei der Veranstaltung mit der Frankfurter Bürgerstiftung ausverkauft, viel junges, anderes Publikum als sonst wartete auf den Schweizer Schriftsteller, der mit seinem jüngsten Roman "Imperium" eine Debatte unter Literaturkritikern ausgelöst hatte. Im Magazin "Der Spiegel" hatte ihn Georg Diez als Wegbereiter rechten Denkens bezeichnet. Seitdem geht Kracht nur noch aufs Podium, um zu lesen. Fragen beantwortet er nicht, Gesprächen weicht er aus. Dafür hat er sich einen melodramatischen Auftritt inszeniert: mit einer Wiederholungsschleife aus dem Adagietto aus Gustav Mahlers 5. Sinfonie.

"Das Wenigste in dieser Debatte stimmt", kommentierte Hückstädt jetzt das intellektuelle Hickhack, als er Autor und Buch vorstellte. "Ein rarer Held" sei der Protagonist August Engelhardt, denn die deutsche Gegenwartsliteratur habe sich um die Kolonialgeschichte …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.02.2012

Der Ritter der Kokosnuss
Christian Krachts neuer Roman „Imperium“ ist eine furiose Satire auf deutsche Ermächtigungsphantasien
„Unter den langen weißen Wolken, unter der prächtigen Sonne, unter dem hellen Firmament, da war erst ein langgedehntes Tuten zu hören, dann rief die Schiffsglocke eindringlich zum Mittag, und ein malayischer Boy schritt sanftfüßig und leise das Oberdeck ab, um jene Passagiere mit behutsamem Schulterdruck aufzuwecken, die gleich nach dem üppigen Frühstück wieder eingeschlafen waren.“ So altmodisch gediegen, ja gedrechselt und mit Adjektiven pomphaft ausstaffiert, beginnt Christian Krachts neuer Roman „Imperium“. Und mit derselben Szene endet er auch; sie hat sich nun freilich in die erste Einstellung eines Hollywood-Films verwandelt. Denn das titelgebende Imperium ist untergegangen und taugt nur noch als Schreckgespenst im Popcorn-Kino. Dazwischen aber liegen rund 250 Buchseiten und ein halbes Jahrhundert erzählter Zeit, liegen zwei Weltkriege, eine deutsche Diktatur, das Ende der Kolonialzeit und der Aufstieg neuer Weltmächte – ein Epochenbruch also, den die deutschen Ausgewanderten in ihren Liegestühlen auf dem …

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"Christian Krachts Imperium ist der große deutschsprachige Roman dieses Frühjahrs. Ein Buch, das uns noch lange beschäftigen wird.", ARD Druckfrisch, Denis Scheck , 26.02.2012
Christian Kracht, 1966 in der Schweiz geboren, zählt zu den modernen deutschsprachigen Schriftstellern. Seine Bücher "Faserland", "1979" und "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" sind in 20 Sprachen übersetzt.

Blick ins Buch "Imperium"

Kundenbewertungen zu "Imperium" von "Christian Kracht"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von Xirxe aus Hannover am 12.09.2012 ***** sehr gut
Nachdem ich am Rande den 'Skandal' mitverfolgt hatte den dieses Werk verursachte (an rassistisch und demokratiefeindlich kann ich mich noch erinnern), frage ich mich nicht nur nach dem Lesen der letzten Seite, ob es wohl wirklich dieses Buch war, über das damals so geurteilt wurde. Ja, es handelt von der Zeit des Kolonialismus, als viele Deutsche sich als Herren dieser Welt fühlten und auch so aufführten, sie die Bewohner ihrer Kolonien meist mehr wie Tiere denn als Menschen behandelten. Und auch ja, Christian Kracht beschreibt diese Zeit ausgesprochen detailgenau und bildhaft, aber in keiner Weise als würde er sie glorifizieren oder sogar befürworten.
Es ist die Geschichte des Aussteigers August Engelhardt, der nicht nur vom Vegetarismus sondern auch von der Einzigartigkeit der Kokosnuss nicht nur als Lebensmittel überzeugt ist. Er emigriert nach Neu-Guinea wo er sich mit seiner ganzen Barschaft und entsprechenden Schuldscheinen ein völlig überteuertes Eiland kauft, um dort seinen Traum, die Erschaffung einer Kolonie der Kokovoren, zu verwirklichen.
Kracht beschreibt dieses Leben nebst all den Personen und der Gesellschaft, auf die der Aussteiger trifft, in zumeist ausufernden Satzgebilden so detailliert und anschaulich, immer mit einem leicht ironischen Unterton, wie es bereits die schön gestalteten Umschlagseiten vermitteln. Das Ganze dazu in einer herrlich altmodisch klingenden Sprache, gespickt mit diversen Fremdworten, die der Autor konsequent bis zur letzten Seite durchhält. Unterhaltend fand ich zudem das Auftauchen bekannter historischer Persönlichkeiten, die zwar nie namentlich genannt wurden, aber mit gut fundiertem Halbwissen wohl leicht zu identifizieren sind.
Wie man jedoch dazu kommt, dieses Buch als Abenteuerroman zu bezeichnen, ist mir unverständlich. Die Geschichte wirkt trotz teilweiser wirklich unappetitlicher Abschnitte immer beschaulich und voller Gelassenheit, Action und Spannung sind hier nicht zu finden.
Vier Punkte für eine amüsant zu lesende und unterhaltsame Geschichte.

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Bewertung von Empton aus Schneverdingen am 02.04.2012 ***** ausgezeichnet
Das Buch ließt sich flott und widerspigelt die skuriele Zeit. Man denkt oft, es handelt sich um heutige
Aussteiger. Es wurde damals so geschachert wie heute. Es ist ein unterhaltsames Buch.

Günter Holz

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