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Benutzername: Castle Rock Block
Wohnort: Am Ende der Welt
Über mich: Cogito ergo sum
Danksagungen: 43 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 55 Bewertungen
Bewertung vom 26.09.2014
Das starke Geschlecht
Kettenbach, Hans W.

Das starke Geschlecht


sehr gut

Heißer Stoff!

Der unerfahrenen aber motivierte Rechtsanwalt Alexander Zabel übernimmt den Fall einer Mandantin, die wegen eines total konstruierten Grundes fristlos entlassen wurde.

Übeltäter ist der Patriarch und Alleinherrscher, der dieses Unternehmen Leitet. Es stellt sich heraus, dass es nicht nur seine Angestellte war, sondern auch noch seine Geliebte…
Als sich dann auch noch die Frau einschaltet kommen zur derben Sprache des Autors auch noch groteske Situationen hinzu, und während der Fall auf der Suche nach Wahrheit aufgerollt wird, kristallisiert sich auch heraus wer das starke Geschlecht ist.

Das Buch gefällt. Die Sprache ist zwar deftig aber deswegen nicht zu anspruchsvoll, und der Roman lässt doch die Möglichkeit offen selbst zu urteilen.

Der Richter sitzt hier auch vor dem Buch.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.09.2014
Pfaueninsel
Hettche, Thomas

Pfaueninsel


ausgezeichnet

Pfaueninsel

Märchen im Historienroman.

Der Roman von Thomas Hettche ist einer der heißen Kandidaten für den deutschen Buchpreis. Bereits nach den ersten Seiten weiß der Leser warum. Sofort wird man hineingezogen in die einfach Stimmige Geschichte der Berliner Pfaueninsel, und erlebt aus Sicht einer märchenhaften Figur, das preußischblaue 19. Jahrhundert.
Mittelpunkt der grotesken Handlung ist die kleine Marie, um die sich die merkwürdigen Figuren alle scharen, darunter Riesen, Zwerge und Südseeinsulaner. Aber keine Feen, denn die Riesen sind einfach nur groß gewachsene Menschen, das Gegenteil die kleinen Zwerge, oder Gärtner?

Zu welchen Wirren all diese Irren führen, bleibt abzuwarten, in einer Geschichte, die von Exotikträumen, Liebesbeziehungen und Wünschen der originellen Figuren selbst wie ein Märchen wirkt, und nicht wie ein historischer Roman, der eigentlich nur den stilistischen Deckmantel darstellt.

Empfehlenswert für junge Leser und frisch gebliebene!

8 von 13 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.09.2014
Ich und Kaminski
Kehlmann, Daniel

Ich und Kaminski


sehr gut

Ich und Kaminski – tiefgründig und lachhaft

Der junge Schreiberling Sebastian Zöllner wittert seinen großen Durchbruch. Er soll die Biographie von Manuel Kaminski schreiben. Umso schöner, da Zöllner Kaminskis letzter Fan ist. Nur schade, dass alle beteiligten dabei mit dem frühen Tod des Malers rechnen, damit das Buch auch ein Verkaufserfolg wird.

Im Weg steht die Tochter Kaminskis, die jedes Interview verhindern will, doch Zöllner schafft es sie zu umgehen, und auf einer abenteuerlichen Reise durch Deutschland lernt Zöllner nicht nur Kaminski und einen riesen Haufen anderer Leute kennen. Aber ob das schön ist?

Dieses Buch hat mich an einigen Stellen zum grinsen gebracht, und auch der Kunstkenner kommt auf seine Kosten, denn hier kann er neues Partywissen generieren. Es erstaunt immer wieder wie tiefgründig die Figuren wirken, die Kehlmann nur von einer Oberfläche schildert. Alles in allem ein Buch, das einfach, spaßig und gut ist.

Bewertung vom 18.09.2014
Der Krieg der Welten
Wells, Herbert G.

Der Krieg der Welten


sehr gut

Der Krieg der Welten

H. G. Wells bekanntestes Buch spielt im England des späten 19. Jahrhunderts, und nimmt Platz neben den großen der Horrorliteratur wie Lovecraft. Poe und King.

Es beginnt alles damit, dass der gute bekannte der Hauptfigur, ein Astronom, merkwürdige Gasausbrüche auf dem Mars beobachtet, die dieser sich nicht erklären kann.
Bald schon stellt sich heraus, dass es sich um Raumkapseln handelt. Aus denen Steigen Marsianer aus und bauen gleich ihre Kampfroboter zusammen.

Dabei passiert in diesem Buch eigentlich mit dem Hauptcharakter nicht viel, manchmal vergisst man sogar seinen Namen. Das liegt vor allem daran, dass es immer in weitschweifige Schilderungen ausartet, in denen es nur noch um den Schrecken der Bevölkerung und die Zerstörungswut der Marsbewohner sich dreht. Es beginnt die größte flucht seit Menschengedenken. Die Hauptfigur wird dabei leider verschüttet und muss mit einem wahnsinnigen in einem Haus überleben, den er am Ende umbringt, um sich wieder frei durch das zerstörte London schleicht. Nur um dann festzustellen, dass die allmächtigen Marsianer von Bakterien dahingerafft wurden, die sie auf dem Mars nicht kennen.

Der eigentliche Held oder Protagonist der Geschichte ist also meist ungewöhnlich passiv. Die Struktur selbst verwandelt sich also in eine Metapher der Machtlosigkeit der Menschen gegenüber den Marsbewohnern.

Während der Zuspitzung der Geschichte stellt der Autor einige Analogien auf, die erklären mit den Marsmenschen verhält es sich so zu den Menschen wie mit den Menschen zu den Ameisen. Er bedeutet die menschliche Ohnmacht gegenüber einer höheren macht und denkt unter dem Deckmantel der Spekulationen, die von der Hauptfigur vermutet werden was die Marsmenschen mit ihm machen könnten, stellt er eigentlich die Frage wie die Verantwortung des Menschen gegenüber untergeordneten Spezies sich gestalten muss.
Die grenzen zur phantastischen Literatur wie bei Jules Vernes verschwimmen dabei, und aus heutiger Sicht könnte man es fast der Steampunk-Strömung zuordnen, so wie er die Maschinen der Marsianer beschreibt.

Fazit: 4 Sterne, weil es in jeder Hinsicht ein Neuanfang ist. Ich habe mich erwischt, wie ich nicht mehr aufhören wollte zu lesen um bald das Ende zu erfahren. Manchmal kam wirkliche Angst auf, es könnten tatsächlich einmal Marsmenschen kommen. Das Buch ist echt Spannend und jedem Leser des Fantastischen-Horror Genres, empfehle ich es wirklich. Nicht nur weil es die Grenzen zwischen Science-Fiction und Horror aufbricht, sondern weil es auch ein Buch ist, welches spätere Künstler oft inspiriert hat. Zum Beispiel Orson Welles. Das Ende hat er allerdings offengelassen, denn wer sagt denn, dass sie nicht wiederkommen, nur weil sie einmal verschwanden...

Bewertung vom 12.09.2014
Gedichte
Eichendorff, Joseph Frhr. von

Gedichte


sehr gut

Gedichte
Joseph Von Eichendorff ist ein bedeutender Dichter der deutschen Naturlyrik und der Spätromantik. In diesem Sammelband von Gedichten sind ungefähr 110 von Joseph von Eichendorffs Gedichten aufgeführt. Zusammengestellt wurde die Auswahl vom Herausgeber Stefan Rogal.

Die Auswahl spiegelt das komplette Spektrum von Eichendorffs dichterischem Schaffen wider, aber auch seine berühmtesten Gedichte sind abgedruckt. Darunter Mondnacht, Lied und die Wünschelrute.

Von Eichendorffs Gedichte sind nicht nur unter dichterischen Gesichtspunkten Formvollendet, sondern stellen einen Kompromiss zwischen der Mystik der Spätromantik und den ästhetischen Anforderungen der heutigen Zeit.

Dieses Heft richtet sich nicht nur an Studenten, die sich eingehender mit der Geschichte deutscher Lyrik beschäftigen müssen, sondern an jeden der sich für Gedichte und Lyrik begeistern kann. Aber auch für den Unterricht in den Schulen kann dieses Heft verwendet werden, oder als ein Geschenk für besondere Anlässe.

Fazit: 4 Sterne für ein lyrisches allround-Talent. In jeder Situation ansprechend und inspirierend.

Bewertung vom 12.09.2014
Blitzeis
Stamm, Peter

Blitzeis


ausgezeichnet

Blitzeis.

Peter Stamm sammelt in diesem Buch Momentaufnahmen. Die x kleinen Kurzgeschichten handeln immer wieder von anderen Personen, spielen an anderen Orten. Immer wieder geht es um Männer und Frauen.

Als es bei Seerücken noch immer um die kleinen Momente im Leben ging, in denen man zu leben beginnt, geht es bei diesen Geschichten von Mann und Frau, deren Liebesleben wirklich zu blühen beginnt, einen Moment lang, um dann zu verwelken.

Er skizziert das alles eher wie ein Maler die kleinen Risse im Leben, denn die Schatten modellieren die Form. Dieses Buch ist wieder ein kleiner Beweis, dass Peter Stamm einer der großen Prosaiker unserer Zeit.

Fazit: 4 Sterne für die Geschichten die zusammen wirken wie ein großes Gesamtbild.

Bewertung vom 03.09.2014
Faserland
Kracht, Christian

Faserland


gut

Faserland von Christian Kracht

Ein junger Mann, sein Name bleibt unklar, beginnt mit seiner Geschichte ganz im Norden Deutschlands. Auf Sylt friert er sich am Strand einen ab, trotz einer Barbourjacke. Er reißt mit einem Abendzug nach Hamburg, wobei klar wird, dass er eigentlich ein Alkoholiker ist.
Seine Reise immer weiter nach Süddeutschland gleicht eher einer Flucht in den Alkohol, und in andere Drogen. Wovor er flieht ist unklar, da eine große Sachlichkeit in der Schilderung des Autors liegt. Das einzige was immer wieder vorkommt sind Markennamen.

Christian Kracht schildert in seiner Erzählung eine Dystopie in der Emotionen gänzlich von Markennamen geprägt wird. Spannend wirkt der Roman dennoch, denn Kracht schildert meisterhaft wie leer und langweilig die Welt der Marken ist.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.08.2014
Tote Mädchen lügen nicht
Asher, Jay

Tote Mädchen lügen nicht


sehr gut

Jay Asher

Tote Mädchen Lügen nich

Bereit? Kassette einlegen, los!
Die Geschichte der Hannah Baker erzählt ihre Geschichte auf eine ungewöhnliche Weise. Nämlich auf Kassetten gebannt. Außergewöhnlich ist auch, dass sie schon tot ist. Auf Dreizehn Kassetten können wir verfolgen was sie zum Selbstmord getrieben hat, und wer sie am Anfang noch für eine Drama-Queen gehalten hat, wird schnell eines Besseren belehrt.

Der Autor zeigt auf was passiert, wenn alles schief läuft was schieflaufen kann. Selbstmord durch Mobbing, Vernachlässigung und Ignoranz ist nichtgerade alltäglich aber immernoch zu häufig. Weil jeder einzeln sein Fett wegkriegt in dem Buch, erlaubt es des Leser differenziert zu betrachten, wie kleine Aktionen bereits große Wirkungen erzielen, in einem bereits angefallenen Gefühlszustand.

Obwohl ich das Buch nach den ersten Seiten nicht mehr lesen wollte, konnte ich es nicht mehr liegen lassen, bis ich durch war.

Ein Happy end ist etwas anderes, aber das Ende ist mehr als erstaunlich. Lesenswert.

7 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.