Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
Obelix
Wohnort: 
Lutetia

Bewertungen

Insgesamt 267 Bewertungen
Bewertung vom 14.03.2022
tolino vision 6 eBook-Reader

tolino vision 6 eBook-Reader


ausgezeichnet

Ein sehr schöner E-Reader, liegt gut in der Hand. Scharfes Bild. Akkulaufzeit kann ich nichts schlechtes sagen, ich mache das WLAN aus, dann hält der Akku auch paar Wochen. Was tatsächlich stört ist, dass beim Wörterbuch nur immer die erste Seite angezeigt wird, obwohl es mehr gibt. Da hoffe ich auf ein Update.

3 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.03.2022
Müll
Haas, Wolf

Müll


ausgezeichnet

Wie die Zeit vergeht: es ist schon acht Jahre her, dass es den Brenner in "Brennerova" nach Russland verschlagen hat (auch daran merkt man, wie lang das schon her ist) - jetzt finden wir ihn wieder auf einem Wiener Mistplatz, wo er überwacht, dass die Besucher ihren Müll in die richtigen Wannen schmeißen. Ein Kriminalfall entwickelt sich, als in den verschiedenen Müllcontainern die Überreste eines Menschen gefunden werden. - Wobei, wie immer bei Wolf Haas, ist ein Brennerroman zuallerletzt ein Krimi - tatsächlich geht es vor allem darum, dem Erzähler zuzuhören, der eh schon alles weiß, und vor allem viel besser als der Brenner - der ja weniger die Hauptfigur als vielmehr ein armes Würstel ist. Wieder ein großer sprachspielerischer Spaß - frage nicht!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.12.2021
30
Adele

30


ausgezeichnet

Easy on me ist natürlich wieder Hitmaterial. Ansonsten ist Adele auf der neuen Platte etwas experimentierfreudiger, was offensichtlich nicht alle Fans so gut finden. Mir hats gefallen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.11.2021
Opfer 2117
Adler-Olsen, Jussi

Opfer 2117


schlecht

Vorweg: ich habe ein paar frühere Bücher von Jussi Adler-Olsen gelesen.. Obwohl die Handlung auch dort häufig etwas unwahrscheinlich und die Figuren eher holzschnittartig als realistisch gezeichnet sind, fand ich sie recht spannend - und hab sie recht gerne gelesen.

Bei diesem Buch hat sich der Autor jedoch anscheinend vorgenommen, nicht nur "einfach" einen Thriller zu schreiben, nein, es soll die Politik des Westens im Nahen Osten, Saddam, der syrische Bürgerkrieg, die Flüchtlingskrise und der IS Terrorismus darin vorkommen.

Leider, so muss man sagen, übersteigt das Vorhaben die erzählerischen Möglichkeiten des Autors beträchtlich. Selten so einen kolportagehaften Schmarrn gelesen, der leider auch noch gar nicht spannend ist. Schade!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.10.2021
Glitterschnitter
Regener, Sven

Glitterschnitter


weniger gut

Das ist ein bisschen wie bei "Element of Crime":
alle Songs klingen irgendwie ähnlich, aber es gibt welche, bei denen man mitwippt und die man x-mal anhören möchte - und dann gibt es welche, die hört man einmal und dabei bleibt es auch. Das aktuelle Buch von Sven Regener gehört leider zur zweiten Kategorie: für Hardcorefans unbedingt zu empfehlen, sonst vielleicht eher nicht.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.06.2021
Islamische Imperien
Marozzi, Justin

Islamische Imperien


ausgezeichnet

Ein Reiseführer durch 15 islamische Städte und gleichzeitig eine Geschichte des Islam - von den Anfängen (Mekka) bis in die Jetztzeit (Doha).

Das Grundgerüst des Buches: in jedem der bislang 15 Jahrhunderte islamischer Geschichte ragt eine Stadt an Wichtigkeit hervor. Diese wird in ihrer Bedeutung für die islamische Geschichte beschrieben, wie auch die Stadtgeschichte selbst. Interessant ist vor allem die Beobachtung, dass in fast allen dieser Städte zu deren jeweiliger Blütezeit der nicht-islamische Bevölkerungsteil bei weitem überwogen hat und diese Städte kosmopolitisch waren und daher so reich und in den Wissenschaften führend.

Und ein bisschen Reiseführer steckt auch noch drin - kombiniert mit persönlichen Erfahrungen des Autors, der - in Beirut geboren - die Städte, die er beschreibt, tatsächlich alle aus eigener Anschauung kennt. Kurzweilig-essayistisch.

Bewertung vom 04.06.2021
Das Kind in dir muss Heimat finden
Stahl, Stefanie

Das Kind in dir muss Heimat finden


ausgezeichnet

Auf den ersten Blick dachte ich: oh ein neues Buch von Karsten Dusse ("Das Kind in mir will achtsam morden") ... aber weit gefehlt, das hier ist ernst gemeint ... ;)

Bewertung vom 01.06.2021
Machtverfall
Alexander, Robin

Machtverfall


ausgezeichnet

Sehr lehrreiche und trotzdem kurzweilige Lektüre über die politischen Hintergründe der von uns allen ja noch gut erinnerten letzten 2 Jahre mit Corona-Pandemie und CDU-CSU Machtkämpfen.

Es gibt mehrere Erzähllinien:
Eine handelt von Angela Merkel, die eigentlich schon 2017 die Kanzlerschaft beenden wollte, um nicht so zu enden wie Helmut Kohl, der ja quasi "vom Hof gejagt" wurde. Die dann wegen der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA doch noch einmal angetreten ist - um sich zum Ende ihrer Amtszeit mit unbotmäßigen Ministerpräsidenten um die Öffnung von Baumärkten streiten zu müssen.

Eine handelt vom Kampf um den CDU-Vorsitz, nachdem Angela Merkel den unerwartet freigegeben hat. Der Kampf aller gegen alle von AKK, Laschet, Merz und auch Röttgen, aus dem ganz zum Schluss Armin Laschet als Sieger hervorgeht. Damit verknüpft das Ringen mit Markus Söder um die Kanzlerkandidatur.

Und zuletzt natürlich die Pandemie, die politischen Reaktionen der Verantwortlichen zur Bewältigung aber auch die Nutzung der Katastrophe zur Eigenprofilierung.

All das erzählerisch dicht und weitgehend chronologisch verknüpft dargestellt. Manches wir der aufmerksame Zeitungsleser schon gewusst haben, anderes ist neu und überraschend und in den Folgen manchmal unerwartet. Die Darstellung ist süffig geschrieben, selten ein bisschen zu romanhaft (der Autor kann ja nicht wirklich wissen, was die Protagonisten bei manchen Ereignissen tatsächlich gedacht haben z.B.).

Fazit: Pflichtlektüre für jeden politisch Interessierten.

7 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.05.2021
Das Prachtboot
Aly, Götz

Das Prachtboot


ausgezeichnet

Der bekannte Holocaustforscher Götz Aly hat sich aus familiären Gründen (ein Vorfahr war Missionar in den deutschen Südseekolonien, es gibt dort sogar eine Insel, die früher "Aly" hieß) mit der Geschichte der deutschen Südseekolonien und der Herkunft der vielen Kunstgegenstände, die in deutschen Völkerkundemuseen lagern, im allgemeinen und mit dem Prachtboot von Luf im speziellen in diesem Buch beschäftigt.

Es ist - man kann es nicht anders sagen - eine Geschichte von Mord, Raub und de-facto-Sklaverei. Anhand allgemein zugänglicher Quellen zeigt Aly, wie die Deutsche Marine aufgrund nichtiger Anlässe ganze Inselpopulationen in "Züchtigungsexpeditionen" ausradiert hat und das Hab und Gut der Bewohner entweder zerstört oder geraubt hat. Auf diese Weise sind dann z.B. das Kriegsschiff "Hyäne" in den Herkunftsunterlagen der Kunstschätze des Völkerkundemuseums Berlin als große "Sammler" gekennzeichnet.

Aber Aly schlägt auch einen Bogen in die Gegenwart, er zeigt wie die Völkerkundemuseen, die in der Gegenwart ja nicht mehr so heißen mögen, um den Raubsammlungen einen "Schätze der Menschheit" -Anstrich zu geben, sich bis heute mit Händen und Füßen wehren, auch nur so etwas wie Provinienzlisten herauszugeben (was anhand der sorgfältig erstellen Herkunftsunterlagen aus der Zeit der "Erwerbung" problemlos möglich wäre), um die Herkunft und die Art des Erwerbs jedes einzelnen Stücks zu belegen. Die Analogie des Verhaltens der verantwortlichen Museumsleute zum Umgang jüdischen Raubkunst im 3. Reich ist evident.

Ein wichtiges Buch, das insbesondere die namentlich genannten Verantwortlichen des im Herbst öffnenden Humboldt Forums in Berlin in Aufregung versetzen dürfte.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.05.2021
Die Rattenlinie - ein Nazi auf der Flucht
Sands, Philippe

Die Rattenlinie - ein Nazi auf der Flucht


ausgezeichnet

Ein sehr lesenswertes Buch - mit einem etwas irreführenden Titel. Denn um die "Rattenlinie" - die Fluchtroute nach Südamerika, die v.a. die katholische Kirche den NS-Verbrechern ermöglichte - geht es nur am Rande.

Das Buch ist quasi ein verschriftlicher Dokumentarfilm über SS-Brigadeführer Otto Wächter, der in den 30er Jahren an der Ermordung des österreichischen Kanzlers Dollfuß beteiligt war und im 2. Weltkrieg Gouverneur des Distrikts Galizien amtierte, in welchem während seiner Herrschaft 100.000de Juden, Ukrainer und Polen ermordet wurden.

Der Autor beginnt damit, dass Wächter 1949 in Rom unter falschem Namen an einer Vergiftung gestorben war, und rollt dessen Leben mit Hilfe von Zeitzeugen und Dokumenten auf. Er beschreibt nicht nur die Ergebnisse - wie in einem historischen Buch zu erwarten wäre - sondern beschreibt vor allem auch die Arbeit des Suchens und Findens. Besonders großen Raum nimmt der Sohn von Otto Wächter ein, der seinen Vater fast gar nicht gekannt hat, aber sich - wie wohl viele Millionen Deutsche und Österreicher, deren Väter im Krieg waren - ein idealisiertes Bild von seinem Vater macht. Obwohl er die Nazigräuel durchaus nicht leugnet, bezweifelt er, dass sein Vater etwas damit zu tun gehabt habe. Eine Haltung, die der Autor auch durch Vorlage vieler Beweise nicht erschüttern kann.

Eine interessante Herangehensweise - die Spurensuche als Ziel der Darstellung.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.