The Great Nowitzki, 2 MP3-CDs - Pletzinger, Thomas
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Das außergewöhnliche Leben des großen deutschen Sportlers. Wenn man über Dirk Nowitzki spricht, kommt man an Superlativen nicht vorbei. Er gehört zu den Legenden seiner Sportart, er hat sie grundlegend revolutioniert. Nowitzki ist ein globaler Superstar - und gleichzeitig sympathisch und bescheiden. Sieben Jahre hat Thomas Pletzinger den Ausnahmesportler immer wieder getroffen und begleitet, er wurde Teil von Nowitzkis Kosmos. In "The Great Nowitzki" zeigt er uns seine ungesehene Welt jenseits des Scheinwerferlichts - zwischen Flughäfen, staubigen Turnhallen und Nowitzkis Haus in Dallas.…mehr

Produktbeschreibung
Das außergewöhnliche Leben des großen deutschen Sportlers.
Wenn man über Dirk Nowitzki spricht, kommt man an Superlativen nicht vorbei. Er gehört zu den Legenden seiner Sportart, er hat sie grundlegend revolutioniert. Nowitzki ist ein globaler Superstar - und gleichzeitig sympathisch und bescheiden. Sieben Jahre hat Thomas Pletzinger den Ausnahmesportler immer wieder getroffen und begleitet, er wurde Teil von Nowitzkis Kosmos. In "The Great Nowitzki" zeigt er uns seine ungesehene Welt jenseits des Scheinwerferlichts - zwischen Flughäfen, staubigen Turnhallen und Nowitzkis Haus in Dallas. Pletzinger stellt ganz persönliche Fragen: Wie fühlt es sich an, ausgepfiffen zu werden? Wie war der Tag nach der Meisterschaft? Was bedeutet ihm Geld? Wem kann er vertrauen? Wie einsam ist ein Superstar? Was beginnt, wenn die Karriere endet? Aber er nimmt das Phänomen Nowitzki auch aus weiteren Perspektiven in den Blick: in Gesprächen mit dem direkten Umfeld, Gegnern und Mitspielern, Fans und Coaches, aber auch mit Soziologen, Ökonomen und Künstlern.
Thomas Pletzinger gelingt eine brillante Nahaufnahme des außergewöhnlichen Menschen Nowitzki und zugleich eine meisterhafte literarische Reportage aus der Welt des Profisports - mitreißend und mit genauem Blick erzählt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Argon
  • Anzahl: 2 MP3 Audio CDs
  • Gesamtlaufzeit: 700 Min.
  • Erscheinungstermin: 30. August 2019
  • ISBN-13: 9783839817179
  • Artikelnr.: 54097277
Autorenporträt
Pletzinger, Thomas
Thomas Pletzinger, geboren 1975, wuchs in der Basketballstadt Hagen auf - seine Karriere als Basketballprofi endete, ehe sie überhaupt beginnen konnte. Er lebt mit seiner Familie als Autor, Journalist und Übersetzer in Berlin und unterrichtet an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Sein Romandebüt "Bestattung eines Hundes" erschien 2008 im Verlag Kiepenheuer & Witsch, danach begleitete er für sein Sachbuch "Gentlemen, wir leben am Abgrund" (2012) ein Jahr lang die Basketballprofis von Alba Berlin.

Mehne, Julian
Julian Mehne ist neben zahlreichen Auftritten auf Schauspiel- und Opernbühnen in ganz Deutschland auch als Sprecher für Rundfunk und Fernsehen tätig. Mit seiner tiefen, vertrauenerweckenden Stimme ist er außerdem eine beliebte Besetzung für viele Hörbücher.
Trackliste
CD
1The finish line (Prolog)
2The finish line (Prolog)
3The finish line (Prolog)
4The finish line (Prolog)
5The finish line (Prolog)
6The finish line (Prolog)
7The finish line (Prolog)
8The finish line (Prolog)
9The finish line (Prolog)
10Dirk Nowitzki
11Dirk Nowitzki
12Dirk Nowitzki
13Dirk Nowitzki
14Dirk Nowitzki
15Dirk Nowitzki
16Dirk Nowitzki
17Dirk Nowitzki
18Dirk Nowitzki
19Dirk Nowitzki
20Dirk Nowitzki
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Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 17.10.2019

Die große Nähe - mit seltsamen Unschärfen

Auch wenn er häufig nicht dabei war: Näher als Thomas Pletzinger dürfte kein Berichterstatter dem Basketball-Star Dirk Nowitzki kommen. Doch manche Themen interessieren ihn auffällig wenig.

Von Michael Reinsch

Dieses Buch ist eigentlich nicht möglich. Dirk Nowitzki sei wie ein Extrembergsteiger, sagt der Mann, der hinter dessen Erfolg steckt. Er scheint dem Schriftsteller die Idee vom großen Buch über den großen Basketballspieler ausreden zu wollen. Konventionelle Sätze reichten nicht aus, die extremen körperlichen und mentalen Anforderungen zu erfassen, sagt also Holger Geschwindner. Erst wenn man mal auf einem Sechstausender war, wisse man, was das Hirn da für einen Zirkus veranstalte. Wer extreme Erfahrungen mache, dem fehlten die Worte dafür. Nowitzki befinde sich seit Jahren auf Achttausendern.

Gut möglich, dass Thomas Pletzinger den Satz mit den fehlenden Worten als Herausforderung verstand. Noch wahrscheinlicher aber, dass er sich auch ohne ihn nicht davon hätte abhalten lassen, das große Buch über den großen Athleten zu schreiben. Fünfhundert Seiten sind es geworden. Sie vermitteln den Eindruck, dass Autor und Leser dem Mann auf seinen Gipfeln nahekommen, der mehr als sein halbes Leben von inzwischen 41 Jahren in Amerika verbrachte, in 21 Spielzeiten 1522 Partien für den Basketball-Klub Dallas Mavericks bestritt, 31 560 Punkte erzielte und mehr als 250 Millionen Dollar dafür bekam. "The Great Nowitzki" halt, der Titel des Buches.

Niemand dürfte mehr bedauern als Pletzinger, dass er Nowitzki nicht in die allerhöchsten Höhen begleiten und dessen Erfahrungen teilen konnte. Gern beschreibt er seine Erfahrung als jugendlicher Spieler und seine enttäuschte Hoffnung, professionell spielen zu dürfen. Immerhin ist er ein wortgewaltiger Autor geworden. Das gibt ihm die Chance, den Basketballer auf dem Gipfel zu beschreiben, in der von Erfolg, Ruhm und Reichtum verdünnten Luft. Nowitzki brach als schlaksiges Talent in Würzburg auf und veränderte, mit Geschwindners Hilfe, die Welt des Basketballs. Pletzinger macht sich nicht zur Stimme des lakonischen, manchmal unergründlichen Nowitzki. Seine Stärke ist die Nähe. Er sieht ihn, er spricht ihn, er erklärt ihn wie niemand zuvor. Er müsse an Petrarca denken, behauptet er, den italienischen Dichter, der Anfang des 14. Jahrhunderts den Mont Ventoux in Südfrankreich bestieg und Worte finden musste für etwas, für das es zuvor keine Worte gegeben hatte. Pletzinger packt diese Betrachtung in die Nacherzählung der Finalserie der NBA-Play-offs von 2011, in der Nowitzki mit den Dallas Mavericks Meister wurde. "Dirk war allein dort oben", schreibt er. "Dirk Nowitzkis Blick in den Sekunden nach dem Spiel ist der Blick eines Alpinisten."

Pletzinger durchdringt und beschreibt das Umfeld, indem er mit ihm verschmilzt. Obwohl er den Spieler zum ersten Mal ein Jahr nach dessen größtem Erfolg trifft, der Meisterschaft und dem damit verbundenen Blick des Alpinisten, erlangt er tiefe Einblicke auch in dessen Vergangenheit. Ob er Nowitzki im Training den Ball passt, ob er mit Geschwindner Kaffee trinkt, ob er Mannschaftskameraden, Wegbegleiter und die Familie trifft, immer scheint klar, dass er dazugehört. "Um das System Nowitzki zu verstehen, musste ich ein Teil davon werden", schreibt er unter "Full Disclosure", und dies ist die einzige Enthüllung des Buches. Verschiedene Zeitschriften haben Pletzingers Reportagereisen zu Nowitzki ermöglicht, Sponsor ING, der mit den lustigen Nowitzki-Werbespots, hat einiges möglich gemacht, und nicht zuletzt hat Geschwindner Einblicke erlaubt.

So erlebt Pletzinger, obwohl er nicht dabei war, wie 1997 Geschwindners Talentschuppen mit dem Teenager Nowitzki auf dem Starnberger See im Achter Teamwork erarbeitete. Er sitzt mit Ulrich Ott im Rennruderboot, dem Kommunikationschef der ING, den er seinen Freund nennt. "So - oder so ähnlich - wird es gewesen sein", endet die Beschreibung, und man glaubt ihm aufs Wort. So nähert sich der Autor auch in der erfahrungsgetränkten Vorstellung Leben und Werk Nowitzkis. Näher als Pletzinger dürfte kein Berichterstatter dem Star kommen.

Selbstverständlich gilt auch für diese Welt kein freier Eintritt. Pletzinger verfasst über Geschwindner zu dessen siebzigstem Geburtstag ein Buch. Die ING legt "Angewandter Unfug", so der Titel, in lediglich 200 Exemplaren auf. Die Recherche dafür verschafft dem Autor Einblicke ins Denken und Handeln des Mannes, der als Ingenieur und Seele von Nowitzkis Karriere nur unzureichend beschrieben ist. Pletzinger wird Autor und Redakteur von Fortyonemagazine.de, der Website von Nowitzkis Stiftungen. Er ist nicht die Fliege an der Wand, wie er seine Rolle in "Gentlemen, wir stehen am Abgrund" beschrieb, einem Buch über eine Saison der Basketballmannschaft Alba Berlin.

Vor sieben Jahren habe er mit der Arbeit an diesem Buch begonnen, schreibt Pletzinger. Wenn man seine in dieser Zeit geborenen Töchter frage, welchem Beruf er nachgehe, antworteten sie: Dirk Nowitzki.

Das Ergebnis ist den Einsatz wert. "Unter Druck entstehen Diamanten und zerbrechen Träume", resümiert Pletzinger die Olympia-Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft vom Juni 2008. Ausgehend von einem Foto, das den entkräfteten, von jeglicher Spannung befreiten Athleten auf einem Tisch in der Kabine liegend zeigt, erzählt er, was Nowitzki das Ziel Olympia bedeutete. In langen Stunden gemeinsam mit dem Vater vorm Fernseher begann er, davon zu träumen, und schien die Spiele Turnus um Turnus zu verpassen. Pletzinger erklärt den fluchtartigen Aufbruch von Geschwindner und Nowitzki 1998, als zwar in Würzburg ein Spiel um den Aufstieg in die Bundesliga anstand, sich in Amerika aber die Chance bot, bei den Scouts der NBA Eindruck zu machen.

Der Schriftsteller erweckt den Eindruck, rückhaltlos zu erzählen. So unerschrocken er mit ins Scheinwerferlicht tritt, so trocken beschreibt er, wie Nowitzkis Mutter Helga ihn abblitzen lässt. So akribisch Pletzinger die entscheidenden Spiele nacherzählt, wie er sich mit Trainern und Spielern in Details vertieft, interessieren ihn manche Themen auffällig nicht.

Die Verhaftung Geschwindners im Sommer 2005 und seine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung fasst Pletzinger in dem Nebensatz zusammen "diese Geschichte ist bekannt". Sein Thema ist, dass Nowitzki der Trainer fehlt, während Geschwindner fünf Wochen in Untersuchungshaft verbringt. Das Gericht versuchte damals, das Vertragsverhältnis der beiden zu klären: Ist Geschwindner Manager oder Angestellter? Pletzinger interessiert nicht, wie Nowitzki den Mann an seinem wirtschaftlichen Erfolg teilhaben lässt, dem er sein Leben als Athlet zu verdanken hat.

Auch bei der Affäre um die Hochstaplerin Crystal Taylor, die 2009 angeblich kurz vor der Hochzeit mit Nowitzki aufflog, stellt Pletzinger auf unscharf. "All das, was in Fernsehberichten und Magazinen und Gazetten gedruckt wird, was über die Ticker und Agenturen läuft", nennt er die Episode. Auch hier fasst er mit spitzen Fingern zusammen. Man bekommt immerhin eine Ahnung davon, dass Stars wie Nowitzki selbst im Privaten professionellen Schutzes bedürfen. Basketball sei in jener Zeit eine Form von Freiheit gewesen, beschreibt Nowitzki, wie er aus dem Mittelpunkt eines auch medialen Sturms aufs Parkett und ins Spiel floh. Die Play-off-Serie gegen die Denver Nuggets damals ist, obwohl Dallas verlor, statistisch die beste, die Nowitzki je spielte.

Im Interview mit einem Fernsehkommentator haut Nowitzki, so beschreibt es Augen- und Ohrenzeuge Pletzinger, einen Satz raus, leicht dahergesagt, missverständlich, einen unbeholfenen Witz, der auf dem Boulevard Schlagzeilen machen würde. Der PR-Begleiter schüttelt den Kopf, und das Interview beginnt von neuem. "Wir sind hier unter uns", schreibt Pletzinger und zitiert den Satz selbstverständlich nicht. "Das System Nowitzki hat ein Sicherheitsnetz." Diese Sicherung macht gefährliche Aufstiege und auch eigentlich unmögliche Bücher möglich.

Thomas Pletzinger:

"The Great Nowitzki".

Mit Fotos von Tobias Zielony.

Kiepenheuer & Witsch,

Köln 2019. 512 Seiten, 26[Euro]

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Der Schriftsteller Thomas Pletzinger hat ein fast amerikanisches, romanhaftes Buch geschrieben [...] It's great." Dirk Peitz zeit online 20190907