-20%
19,99 €
Bisher 24,95 €**
19,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Gebundenes Buch)
Sofort per Download lieferbar
Bisher 24,95 €**
19,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Gebundenes Buch)
Sofort per Download lieferbar

Alle Infos zum eBook verschenken
Als Download kaufen
Bisher 24,95 €**
-20%
19,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Gebundenes Buch)
Sofort per Download lieferbar
Abo Download
9,90 € / Monat*
*Abopreis beinhaltet vier eBooks, die aus der tolino select Titelauswahl im Abo geladen werden können.

inkl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Einmalig pro Kunde einen Monat kostenlos testen (danach 9,90 € pro Monat), jeden Monat 4 aus 40 Titeln wählen, monatlich kündbar.

Mehr zum tolino select eBook-Abo
Jetzt verschenken
Bisher 24,95 €**
-20%
19,99 €
inkl. MwSt.
**Preis der gedruckten Ausgabe (Gebundenes Buch)
Sofort per Download lieferbar

Alle Infos zum eBook verschenken
0 °P sammeln

  • Format: ePub

3 Kundenbewertungen


Als Winston Churchill 25 Jahre alt war, hatte er Kriege auf drei Kontinenten erlebt, fünf Bücher geschrieben und einen Sitz im britischen Unterhaus gewonnen. Als er 60 war, galt er politisch als gescheiterter Mann. Doch dann kam mit dem Zweiten Weltkrieg Churchills größte Stunde. Als Premierminister leistete er den entscheidenden Widerstand gegen Hitler-Deutschland und führte sein Land bis zum siegreichen Kriegsende. "Wir sind doch alle Würmer. Aber ich glaube, ich bin ein Glühwurm", hat Winston Churchill (1874-1965) in jungen Jahren einmal verkündet. Kaum einer besaß so reiche Talente, um…mehr

  • Geräte: eReader
  • ohne Kopierschutz
  • eBook Hilfe
  • Größe: 8.31MB
Produktbeschreibung
Als Winston Churchill 25 Jahre alt war, hatte er Kriege auf drei Kontinenten erlebt, fünf Bücher geschrieben und einen Sitz im britischen Unterhaus gewonnen. Als er 60 war, galt er politisch als gescheiterter Mann. Doch dann kam mit dem Zweiten Weltkrieg Churchills größte Stunde. Als Premierminister leistete er den entscheidenden Widerstand gegen Hitler-Deutschland und führte sein Land bis zum siegreichen Kriegsende. "Wir sind doch alle Würmer. Aber ich glaube, ich bin ein Glühwurm", hat Winston Churchill (1874-1965) in jungen Jahren einmal verkündet. Kaum einer besaß so reiche Talente, um solchen Ehrgeiz zu befriedigen. Churchill kämpfte als Soldat in Englands Kolonialkriegen, wurde als Kriegskorrespondent und Kriegsabenteurer berühmt, bekleidete im Laufe seines Lebens fast jeden Ministerposten seines Landes und wurde zwei Mal Premierminister. Daneben war er ein anerkannter Maler, ein begeisternder Redner und ein begnadeter Schriftsteller - der einzige Staatsmann, der je den Nobelpreis für Literatur erhielt. Dabei konnte er gleichermaßen inspirieren wie irritieren: als radikaler Sozialreformer und als Imperialist alter Schule, als entschlossener Krieger und als Vordenker einer friedlichen Welt nach den Weltkriegen. Thomas Kielinger erzählt das fesselnde Leben dieser Jahrhundertgestalt mit kritischer Bewunderung und narrativem Glanz.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Beck C. H.
  • Seitenzahl: 400
  • Erscheinungstermin: 15.09.2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406668906
  • Artikelnr.: 41469622
Autorenporträt
Thomas Kielinger berichtet seit 1998 für "Die Welt" aus London. Seine journalistischen Beiträge wurden vielfach ausgezeichnet. Für seine Arbeit für die deutsch-britischen Beziehungen erhielt er 1995 den Orden eines Honorary Officer ofthe Order ofthe British Empire (OBE).
Inhaltsangabe
Apropos Churchill 
KAPITEL I
Auf Messers Schneide: Mai 1940 
KAPITEL II
Wie man ein Glühwurm wird 
1. Die Kunst des Eigenlobs 
2. «Savrola» oder der Byron'sche Held 
3. Die Ahnen - ein Traum von Größe 
4. Gegensätze, die sich anziehen: Die Eltern Randolph und Jennie 
5. Schulzeit - ein Martyrium mit Pausen 
6. Die Krankheit des Vaters und Lady Churchills finanzielle Verlegenheiten 
7. Lord Randolph erscheint seinem Sohn 
KAPITEL III
Das Abenteuer beginnt: Soldat, Autor, Politiker 
1. Fest im Sattel: Sandhurst 
2. Vorspiel auf Kuba 
3. Indien: Ein Autodidakt holt Bildung nach 
4. In den Schluchten der Pathaner 
5. Zu Pferd am Nil 
6. «Tory Democracy» 
7. Südafrika oder Ein Held wird geboren 
8. 1. Oktober 1900: Am Ziel 
KAPITEL IV
Churchill wechselt die Partei und heiratet 
1. Wachsende Entfremdung von den Tories 
2. Willkommen bei den Liberalen 
3. «Die radikalen Zwillinge»: Lloyd George und Churchill 
4. «The People's Budget»: Ein Aristokrat gegen die Aristokratie 
5. Oh my darling, Clementine 
KAPITEL V
Der Krieg rückt näher 
1. Der deutsche «Panthersprung» 
2. Marineminister auf der Kommandobrücke 
3. 24.Juli 1914: «Ein fahles Licht fiel auf die Landkarte Europas» 
KAPITEL VI
Churchill ohne Fortüne 
1. Die Flotte ist nicht entscheidend 
2. In Antwerpen geht der Marineminister an Land 
3. Scheitern auf Gallipoli 
KAPITEL VII
Die Wiederkehr des Winston Spencer Churchill 
1. Wie die Malerei Churchill aus der Depression rettete 
2. In den Schützengräben Flanderns 
3. Zurück in die Politik 
4. Versailles 
5. Der Kriegsminister vor der bolschewistischen Bedrohung 
6. Churchills Handschrift im Nahen Osten 
KAPITEL VIII
Churchill wird Finanzminister und schwächt das Militär 
1. Der gut verdienende Autor 
2. Chartwell I: «200 Ziegel und 2000 Wörter pro Tag» 
3. Das Schiff verlässt die sinkenden Ratten: Churchill wechselt erneut die Partei 
4. Finanzminister und Abrüster 
KAPITEL IX
Die Jahre in der Wildnis 
1. Der Großschriftsteller 
2. Churchill sucht eine klare Linie 
KAPITEL X
Frieden oder Krieg? 
1. München, Hauptstadt der Nicht-Begegnung 
2. Churchill und Hitler nehmen Maß 
3. Chartwell II: Hauptquartier der Regierungskritik 
4. Appeasement als tragisches Konzept 
5. Appeasement als Kapitulation: München 1938 
KAPITEL XI
Der Zweite Weltkrieg (1): «Walking with destiny» 
1. Wieder Marineminister 
2. Krönung der Laufbahn: Churchill wird Premierminister 
3. «Action this day» 
KAPITEL XII
Der Zweite Weltkrieg (2): «England alone» 
1. Mers-el-Kébir oder der Preis der Freiheit 
2. England im Schatten des deutschen Diktators 
3. «The Battle of Britain» 
4. «The Blitz» 
KAPITEL XIII
Der Zweite Weltkrieg (3): Churchill findet Entlastung 
1. Lend-Lease und die Schlacht im Atlantik 
2. Ein fragwürdiger Verbündeter 
3. «Atlantic Charter» und Pearl Harbor 
KAPITEL XIV
Der Zweite Weltkrieg (4): Per aspera ad astra 
1. Niederlagen und mehr 
2. Diplomatie auf Reisen 
3. Die zweite Front: Churchill und Stalin im Streit 
4. Casablanca und «Casablanca» 
5. Teheran 
KAPITEL XV
Der Zweite Weltkrieg (5): Endspiele 
1. Bomben über Deutschland 
2. Churchills Südstrategie scheitert 
3. Einflusssphären: Würfeln in Moskau 
4. Morgenthau 
5. Churchill und der deutsche Widerstand gegen Hitler 
KAPITEL XVI
Friedlose Welt 
1. Jalta: Ein Kampf um Polen 
2. «Operation Unthinkable» 
3. Potsdam: Die Vertreibung der Deutschen 
4. Die Vertreibung Churchills aus dem Amt 
5. Höhenflug: Geschichte machen durch Memoiren 
KAPITEL XVII
Ratlos und rastlos für den Frieden 
1. Der Eiserne Vorhang 
2. Winston Churchill - Vater der europäischen Einigung? 
3. 10 Downing Street: Die zweite Amtszeit 
4. Adenauer misstraut Churchill 
5. End of Empire 
6. Abschied mit Hindernissen 
KAPITEL XVIII
Verlöschen 
Epilog 
Anhang 
Dank 
Literatur 
Bildnachweis 
Personenregister 
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Churchill-Jubiläumszeit, meint Rainer Blasius und ehrt den "Riesenstaatsmann" seinerseits mit einer ellenlangen Würdigung seines Lebenswerks, ohne allerdings allzu aufschlussreich für den Leser auf Thomas Kielingers Lebenswerk einzugehen. Kielinger hat eine Churchill-Biografie für deutsche Leser verfasst. Die 28 Kapitel, die Blasius gelesen hat, gefallen dem Rezensenten als "einfühlsam". Darüber hinaus erfahren wir vom Rezensenten, dass Churchills Leben in der Tat wechselvoll gewesen sein muss, dass der Autor aus Churchills Büchern und Reden und anderen Biografien schöpft und sein Buch mit jeder Menge einprägsamer Zitate schmückt, allerdings ohne Churchill wirklich auf den Punkt bringen zu können, was wohl heißt: Dieser Mann ist viele.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 14.10.2014
Esel zwischen Büffel und Bär
Hinter Churchills große Bühne blickt Thomas Kielinger und findet die "Animal Farm"

Britische Fans wissen, dass 2015 Churchill-Jubiläen bevorstehen: Zum 50. Mal jährt sich der Todestag (24. Januar), zum 60. Mal der Rücktritt als Premierminister (5. April), zum 70. Mal die Abwahl während der Potsdamer Konferenz (26. Juli), zum 75. Mal die erste Ernennung zum Premierminister (10. Mai), zum 100. Mal der Rückzug als Erster Lord der Admiralität wegen des Dardanellen-Desasters (18. Mai). Seit 1911 leitete der Riesenstaatsmann wichtigste Ressorts - nur nicht das Foreign Office. Jedoch konnte er in der Downing Street von 1940 bis 1945 und von 1951 bis 1955 außenpolitische Linien vorgeben. Jetzt will Thomas Kielinger deutschen Lesern "die singuläre Gestalt Winston Churchills vertrauter" machen.

In 28 Kapiteln erzählt er einfühlsam die wechselvolle Lebensgeschichte und schöpft aus Churchills Bücher- und Redenflut, zahlreichen Quellenpublikationen und Dutzenden von Biographien. Prägnante Zitate vergegenwärtigen den "unverbesserlichen Egozentriker", der als Heranwachsender die große Aufgabe suchte, um in die Fußstapfen seines berühmten Vorfahren, des Herzogs von Marlborough, treten zu können. "Soldat, Autor, Politiker" heißt ein Kapitel, das den jungen Winston als frühen Meister der Selbstinszenierung zeigt, der es verstand, eigene Erlebnisse zu überhöhen und exzellent zu vermarkten. Dies steigerte sich im Laufe der Jahrzehnte: "Es war mehr als nur ein Quäntchen von einem Schauspieler an ihm, bestimmte Utensilien gehörten zur Marke Churchill, seit langem sorgfältig von ihm gepflegt - die Zigarre, der Gehstock, die Kollektion seiner Hüte und Zylinder, der rote Morgenmantel" und das V-Siegesfingerzeichen.

Aufschlussreich sind die Erkenntnisse über Churchill als Maler, auch über den Lehrmeister Sir John Lavery und dessen Frau Hazel. Sie riet dem Anfänger zum "breiten Pinsel". Später beschrieb er in einem Essay seinen Kampf gegen Depressionen durch das Malen und seine Scheu vor der leeren Leinwand: "Das Malen eines Bildes ist, wie wenn man in eine Schlacht geht." Viel Zeit für Bilder, Bücher und Zeitungsartikel bekam er in den Jahren 1929 bis 1939, die er ohne Amt und ohne nennenswerte Anhänger verbringen musste. Eine "eindeutige Linie" konnte der Biograph den Veröffentlichungen nicht entnehmen: "Tiefe Überzeugungen stehen neben Vorurteilen, Ambitionen neben Großmut, spielerischer Übermut neben situationsgerechtem Ernst." Nicht immer lag er richtig. Beispielsweise pries er 1933 den italienischen Diktator Mussolini als "den größten Gesetzgeber unter den Menschen" und als "römisches Genie". Hellsichtig war er bei Hitler. Sieben Wochen nach dessen Machtübernahme zeigte sich Churchill im Unterhaus beunruhigt über den "tumultuarischen Ausbruch von Wildheit und kriegerischem Geist" und die "Verfolgung einer großen Zahl von Menschen allein aufgrund ihrer Rasse".

Der Politik des Appeasement gewann Churchill zunächst positive Seiten ab; aus einer Position der Stärke heraus erschien sie ihm als "großherzig und nobel", ja als der "sicherste und vielleicht einzige Pfad zum Weltfrieden". Neville Chamberlain agierte jedoch im Spätsommer 1938 bei der Krise um die Tschechoslowakei und beim Münchner Abkommen aus einer Position der Schwäche heraus, was Churchill sogleich als "fatal" anprangerte, weil ein "starker Gegner" auf diese Weise nur süchtig werde nach neuen Forderungen.

Churchills Rückkehr in die große Politik ermöglichte letztlich Hitler. Nach dem deutschen Angriff auf Polen im September 1939 holte Chamberlain den fast 65jährigen ins Kabinett - als Ersten Lord der Admiralität, eine Position, die er 1914 bekleidet hatte. Churchill rief sofort einen Kampf aus, "um die ganze Welt vor der Pestilenz der Nazi-Tyrannei zu bewahren" und die Rechte des Individuums zu retten. Im Mai 1940 stand der Krieger für die Freiheit an der Spitze der Regierung, konnte "maßgebende Weisungen" erteilen und organisierte die gesamte Verteidigung. Dass der "Unruhegeist" zehn Ideen pro Tag, aber nur eine gute hatte, belegen die Tagebücher des Generalstabschefs Alan Brooke: "Das Wunderbare ist, dass drei Viertel der Menschheit Churchill für einen großen Strategen hält, einen zweiten Marlborough, während das andere Viertel keine Ahnung hat, was für eine öffentliche Bedrohung er ist und während des ganzen Kriegsverlaufs war. Gut, dass die Welt davon nie erfährt und nie die tönernen Füße bei diesem übermenschlichen Wesen vermutet. Ohne Churchill wäre England mit Sicherheit verloren gewesen, mit ihm stand England ein um das andere Mal am Rand des Desasters."

Alsbald gewann der neue Premier die Vereinigten Staaten als "inoffiziellen Verbündeten auf hoher See". Schwer tat er sich mit der Sowjetunion, wenn auch nach Beginn des "Unternehmens Barbarossa" die "pro-russischen Gefühle" dominierten: "Das britische Informationsministerium nährte die freundliche Einstellung zu Moskau kräftig, zum Beispiel durch eine Propagandabroschüre, wie die ideologische Furcht vor den Sowjets zu überwinden sei - etwa mit dem Argument, Behauptungen über den Roten Terror, die Stalin'schen Säuberungen der dreißiger Jahre, seien nichts weiter als Nazi-Erfindungen . . . Solche gezielte Desinformation empörte niemanden mehr als einen Schriftsteller wie George Orwell." 1943/44, als sich Stalin der größten Beliebtheit auf der Insel erfreute, schrieb Orwell die anti-kommunistische Parabel "Animal Farm", für die sich kein Verleger fand; erst nach dem Weltkriegsende durfte der "prophetische Text" erscheinen.

Die Zusammenarbeit in der Anti-Hitler-Koalition, die sich bis Ende 1941 zusammenfand, gestaltete sich schwierig. Der amerikanische Präsident Roosevelt und der britische Premier Churchill wetteiferten beispielsweise während der Konferenz von Teheran Ende 1943 darum, "wer den roten Zaren am besten zu nehmen verstand". Beide westliche Staatslenker ließen sich vom Kreml-Chef einlullen. Damals wurde Churchill - wie er gegenüber Violet Bonham Carter bekannte - bewusst, was für ein kleines Land er vertrat: "Auf der einen Seite der große russische Bär mit seinen ausgestreckten Tatzen", "auf der anderen der großartige amerikanische Büffel", dazwischen "der arme kleine englische Esel", der allein "den richtigen Weg nach Hause kennt". Bei der Vorherrschaft Washingtons und Moskaus flüchtete sich London in die schmeichelhafte Vorstellung, als Einzige "den Weg nach vorn zu wissen. Auf dem Zenit seiner Laufbahn, im Glanze seiner Anerkennung als global agierende Figur, begann der Abstieg des Winston Spencer Churchill", urteilt der Biograph treffend.

Bei der Konferenz von Jalta Anfang 1945 verlor Churchill den Kampf um Polen. "Jalta" war sein "München", schreibt Kielinger: "Die Argumente, mit denen er seine Position verteidigt, klingen beklemmend nach Chamberlains Worten zur Rechtfertigung des Münchner Abkommens. Harold Nicolson notiert sich am 27. Februar in seinem Tagebuch: ,Winston ist so amüsiert wie ich, dass die Kriegstreiber von einst jetzt die Appeaser geworden sind und die Appeaser von damals heute die Kriegstreiber'." Untröstlich war er über den "Verlust Polens und anderer Länder des östlichen Europas, zu deren Befreiung England in den Krieg gezogen war und die auf Jahrzehnte hinaus einer neuen Unterdrückung anheimfielen. Dieser Verlust erschien ihm wie der Verrat an einem einmal gegebenen Versprechen. Um dieses Resultat rückgängig zu machen, erwog er im Mai 1945 sogar einen Krieg gegen die Sowjetunion, den verflossenen Bündnispartner, in einem Plan mit dem bezeichnenden Namen ,Operation Unthinkable'." Ähnlich realitätsfern war in der zweiten Regierungszeit dann 1953 sein Versuch, mit Stalins Nachfolgern ins Gespräch zu kommen, um den "Eisernen Vorhang" zu beseitigen. Dem großen Krieger blieb es versagt, ein großer Friedensstifter zu werden. Immerhin wurde er 1953 mit einem Nobelpreis geehrt, wenn auch zu seinem Leidwesen "nur" mit dem für Literatur.

RAINER BLASIUS

Thomas Kielinger: Winston Churchill. Der späte Held. Eine Biographie. Verlag C. H. Beck, München 2014. 400 S., 24,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr