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Als die junge Kathie sich aufmacht in die große Stadt, ist sie voller Zuversicht, ihr Glück zu machen: München ist in den ausklingenden 30er Jahren ein verheißungsvoller Traum und die große Chance, dem eintönigen und wenig aussichtsreichen Provinzleben zu entrinnen. Kathie weiß nicht, dass in jüngerer Zeit schon einige junge Frauen ihres Typs - dunkelhaarig, hübsch und kräftig - in und um München vermisst gemeldet wurden.…mehr

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Produktbeschreibung
Als die junge Kathie sich aufmacht in die große Stadt, ist sie voller Zuversicht, ihr Glück zu machen: München ist in den ausklingenden 30er Jahren ein verheißungsvoller Traum und die große Chance, dem eintönigen und wenig aussichtsreichen Provinzleben zu entrinnen. Kathie weiß nicht, dass in jüngerer Zeit schon einige junge Frauen ihres Typs - dunkelhaarig, hübsch und kräftig - in und um München vermisst gemeldet wurden.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
  • Seitenzahl: 192
  • Erscheinungstermin: 08.09.2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783455813364
  • Artikelnr.: 41461741
Autorenporträt
Dass Andrea Maria Schenkel, die als Jugendliche eine Rechtschreibschwäche hatte und eine Lehre bei der Post machte, einmal eine international gefeierte Autorin würde, hätte sie sich selbst nicht träumen lassen. Ihr Ruhm kam buchstäblich aus dem Nichts. Lange hatte die Mutter von drei Kindern, die Ehe- und Hausfrau aus der bayerischen Provinz einen Verlag für ihren ersten Roman gesucht. Dass sich dieser über eine Million Mal verkaufen würde, damit war nicht zu rechnen. Aber mit "Tannöd" gelang ihr dieses Meisterstück. Die Geschichte um einen realen Kriminalfall wurde 2007 mit dem Deutschen Krimi-Preis, dem Friedrich-Glauser-Preis und der Corine ausgezeichnet und 2008 sogar mit dem Martin Beck Award für den besten internationalen Kriminalroman. Andrea Maria Schenkel, die mit ihrer Familie in einem Dorf bei Regensburg lebt, schrieb meist abends an ihrem Debüt. Mit dem ebenfalls preisgekrönten "Kalteis" hat sie bewiesen, dass der Erfolg von "Tannöd" kein Zufallstreffer war.

Das meint die buecher.de-Redaktion:Andrea Maria Schenkel fasziniert durch ihren unkonventionellen Erzählstil und versteht es auf beeindruckende, manchmal verstörende Weise, eine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 23.08.2008

Die Mörder sind unter uns
Andrea Maria Schenkel: „Kalteis”
Kathie ist jung, naiv, unbedarft. Eine richtige Unschuld vom Lande. Sie will der provinziellen Dorfenge entfliehen, will frei sein und ihr eigenes Leben leben. Ihre Vorbilder sind dabei die feinen Damen in den Magazinen. Deshalb macht sie sich also in die große Stadt, nach München auf. Nur für einen kurzen Moment jedoch wird sich ihr Freiheitstraum erfüllen. Da geht sie auf das Oktoberfest, fährt mit der Schiffsschaukel und fühlt sich schwerelos, wie ein Vogel fliegt sie gen Himmel. Doch genauso wie eine andere Tochter der Luft – Fontanes Effi Briest – wird sie abstürzen.
Andrea Maria Schenkel treibt in „Kalteis” ein gnadenloses Spiel mit der Freiheit. So wird aus dem Entwicklungsroman eine Fallgeschichte, ein Krimi, denn erst die Sehnsucht nach Freiheit lässt das Mädchen Kathie in die Arme ihres Mörders laufen. Auf der Wiesn, beim Karussell. Auf diese Begegnung spitzt sich „Kalteis” unerbittlich zu. Die Geschichte des Serientäters erzählt die Autorin rückwärts, von dem Moment seiner Hinrichtung an bis zur Ermordung Kathies, seines ersten Opfers. Kathies Geschichte hingegen erzählt Schenkel in die Zukunft, von der Ankunft am Münchner Hauptbahnhof bis zu ihrem Tod nur eine Woche später.
„Kalteis” führt den Namen des Mörders im Titel. Auch Josef Kalteis ist ein Gefangener, nur dass sein Gefängnis der eigene Körper ist. Wie ein „wildes Tier” erliegt er regelmäßig seinem Trieb: „Wenn ich lange nicht draußen war, dann halte ich es nicht mehr aus . . . Ganz auseinander bin ich dann, ganz unruhig. Alles wird mir zu eng, raus muss ich.” Kalteis ist mehr als ein Nachname. Er evoziert die Gefühllosigkeit und Brutalität, mit welcher der Täter die Frauen reihenweise vergewaltigt, manche davon hinschlachtet, sich noch danach an ihnen vergeht. Momente der Wärme gibt es in Andrea Maria Schenkels „Kalteis” nur wenige – ein herzlicher Händedruck hier, eine Tasse Kaffee dort. Ansonsten herrscht eine frostige Atmosphäre. Kaum dass Kathie in der Stadt angekommen ist, rutscht sie in die Prostitution ab. Das Wasser, mit dem sie sich wäscht, ist kalt, die Betten, in denen sie liegt, sind klamm, die Kleidung ist viel zu dünn für die Jahreszeit. Geborgenheit findet sie nur in der Erinnerung. Eine Rolle roter Nähseide, die sie als Kind stibitzt hatte, steht für eine glückliche Zeit.
„Kalteis” ist Schenkels zweiter Roman nach ihrem mehrfach ausgezeichneten Debüt „Tannöd”. Das kaleidoskopartig aus Verhörprotokollen, Zeugenberichten und Erzählerpassagen montierte Buch basiert auf einer wahren Begebenheit. Der 1906 in Aubing geborene Johann Eichhorn lieferte die Vorlage für Josef Kalteis. Der Rangiergehilfe bei der Reichsbahn vergewaltigte in den dreißiger Jahren mehr als 90 Frauen, fünf brachte er um. 1939 wurde er hingerichtet. In aller Stille. Der „Schrecken des Münchner Westens” war NSDAP-Mitglied, die Nazis fürchteten um das Ansehen von Partei und Bewegung. FLORIAN WELLE
Andrea Maria Schenkel Foto: dpa/pa
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 05.08.2007

Neue Morde
Andrea Maria Schenkel hat ihren zweiten Krimi geschrieben: "Kalteis"

Hat sie Angst gehabt vor dem zweiten Buch? Andrea Maria Schenkel zuckt mit den Schultern. "Angst?" Einen Moment überlegt sie, nippt an der Kaffeetasse. "Das mag jetzt eingebildet klingen, aber Angst vor dem zweiten Buch hatte ich nach dem Erfolg von ,Tannöd' nicht." Mit ihrem Debüt-Kriminalroman "Tannöd" ist der 45-jährigen Hausfrau und Mutter von drei Kindern eine der großen literarischen Überraschungen der letzten Jahre gelungen. Schenkel, die zuvor nie irgendwo eine Zeile veröffentlicht hatte, schrieb einen Krimi, der bis heute Kritiker und Leser begeistert. Sie bekam den Deutschen Krimi-Preis, den "Glauser" für den besten Debüt-Krimi, der wochenlang auf Platz 1 der "Spiegel"-Bestsellerliste stand: Ende Januar 2006 erschien das Buch, bis heute hat die kleine Hamburger Edition Nautilus mehr als 250 000 Exemplare verkauft.

Schenkel wäre nicht die erste Autorin, die nach einem aufsehenerregenden Debüt schnell wieder in der Versenkung verschwände. Woher nimmt sie das Selbstbewusstsein, ihren Erfolg mit dem zweiten Buch wiederholen zu können? Kann jemand, der immer fernab des literarischen Betriebs gelebt hat, ein solches Ausnahmetalent sein? Schenkel wollte Literaturwissenschaft studieren, durfte aber nicht. Sie hat nie einen Kurs über kreatives Schreiben besucht. Und doch bescheinigten ihr die Krimi-Kritiker schon in ihrem Erstling eine "schnörkellose Prosa mit selten erzählerischer Wucht". Ein Meisterwerk, riefen sie. Ein Geniestück.

Schenkel schrieb ihren ersten Roman heimlich. Abends, wenn die Kinder schon im Bett lagen, zog sie sich in ihr Arbeitszimmer im Obergeschoss des Hauses in Nittendorf bei Regensburg zurück. Ihr Mann lernte damals gerade für die Facharztprüfung. Hat sie Vorbilder, an denen sie sich orientiert? Wieder schüttelt sie den Kopf. Sie hält sich einfach an das, was schon die amerikanische Krimi-Autorin Patricia Highsmith Nachwuchsautoren mit auf den Weg gab: "Die Geschichte muss mir Spaß machen. Die erste Leserin, der der Roman gefällt, bin ich."

Tod des Frauenmörders.

In dieser Woche wird nun "Kalteis", der neue Kriminalroman von Andrea Maria Schenkel, in die Buchhandlungen kommen. Die Startauflage liegt bei 50 000. Der Verlag rechnet wieder mit einem Erfolg. Bislang galt bei der Edition Nautilus schon eine Auflage von 3000 als gut. Wie schon in "Tannöd" nimmt sich Schenkel auch in ihrem neuen Krimi wieder einen authentischen Fall zum Vorbild. Damals war es der Mord an einer Bauernfamilie auf einem bayerischen Einödhof. Im neuen Krimi ist der Vergewaltiger und Frauenmörder Johann Eichhorn Vorlage für den Mörder Josef Kalteis. Eichhorn wurde 1939 in München hingerichtet. "Dauer der Hinrichtung vom Betreten des Gefängnishofes bis zur Exekution durch die Fallschwertmaschine: 17 Sekunden", heißt es in "Kalteis".

Dass sie sich einen authentischen Kriminalfall als Vorlage nimmt, gibt Schenkel die Sicherheit, für ihren Krimi zumindest einen interessanten Stoff gefunden zu haben. "Ich hätte sonst Angst vor meiner eigenen Courage gehabt", sagt sie. Auch in "Kalteis" hält sie sich wieder eng an die Vernehmungsprotokolle der Kriminalpolizei und die Dokumente des Gerichts. Es ist eine Montage von Aktennotizen, Verhörprotokollen, Monologen und erzählenden Passagen. Einen eigenen Plot, eine Geschichte erzählen, die der eigenen Phantasie entspringt, ist nicht Schenkels Sache.

Und doch gibt es einen Unterschied zum Debüt: Mit Kathie, dem letzten Opfer des Frauenmörders Kalteis, schafft die Krimi-Preisträgerin dieses Mal einen eigenen Charakter. Nicht der Mörder, sondern sie ist die zentrale Figur. "Bei Kathie stimmen nur kleine Teile mit den wirklichen Opfern überein." Kathie ist das genaue Gegenteil von Kalteis: ein naives Mädchen aus der Provinz mit unerfüllten Träumen, wie für die Opferrolle geboren.

Schenkel spricht von ihren Romanen selbst als "Fingerübungen". "Die Bücher sind für mich Übungen, mich immer weiter freizuschreiben", sagt sie. Das tut sie in einem rasanten Tempo. Für "Tannöd" brauchte sie ein gutes halbes Jahr. Im Januar 2006, als ihr Erstling seinen Siegeszug gerade angetreten hatte, wuchs die Idee für das zweite Buch. Bis zum Sommer sichtete sie das Material. In drei Wochen Urlaub in Irland schrieb sie dann das Manuskript. "Ich musste hundert Euro für Übergepäck bezahlen, weil ich das gesamte Material für den Roman dabeihatte", erzählt sie. Zu Hause, von September bis Januar, hat sie das Manuskript Seite für Seite überarbeitet und dabei ihren Mann immer wieder um Rat gefragt. Als sie "Tannöd" schrieb, wagte sie noch nicht, ihm davon zu erzählen. Sie hatte Zweifel, er könnte sie nicht recht ernst nehmen, wenn sie ihm nach sechzehn Jahren Ehe überraschend eröffnete, sie müsse nun mal etwas für sich tun und schreibe an einem Kriminalroman.

Triebfedern des Bösen.

Schenkel selbst ist überzeugt von ihrem zweiten Buch. "Ich denke, dass es besser ist", sagt sie. Besser noch als der Bestseller "Tannöd". Wie dieser ist auch der neue Krimi in einer einfachen, bisweilen sogar schlichten Sprache geschrieben. "Lehrbuchrezepte interessieren mich nicht", sagt Schenkel. Vielleicht wirkt da noch die Enttäuschung nach, die sie empfand, als die großen Verlage ihr "Tannöd" einfach zurückschickten. Ein freundlicher Lektor gab der Debütautorin damals gleich noch ein paar Tipps: Zur richtigen Kriminalerzählung gehöre ein Detektiv. Ein Krimi brauche einen guten Plot, spannende Charaktere und einen gehörigen Schuss Humor.

Doch mit klassischen Detektivromanen konnte Schenkel nie viel anfangen. Sie schätzt die Whodunits angelsächsischer Krimi-Autoren nicht und fällt ein hartes Urteil über sie: "Detektivromane sind mir zu absehbar, deswegen interessieren sie mich als Leserin nicht." Das Muster der klassischen Detektivgeschichte, für die Arthur Conan Doyles Sherlock-Holmes-Geschichten lange Maßstab waren, ist einfach erzählt: Ein Verbrechen, zumeist ein Mord, geschieht und zerstört die Ordnung. Der Detektiv ermittelt. Am Ende klärt er den Fall auf. Das Gute siegt über das Böse. Die Ordnung ist wiederhergestellt. Schenkel hat den Krimi-Preis und den "Glauser" für das beste Debüt in diesem Jahr wohl auch deshalb erhalten, weil sie demonstrativ mit diesen Traditionen bricht.

Sie interessiert sich in ihren Kriminalerzählungen nicht für die Aufklärung, sondern für die Frage, warum der Böse böse wird. "Triebfedern, welche sich im gewöhnlichen Leben dem Auge des Beobachters verstecken, treten bei solchen Anlässen, wo Leben, Freiheit und Eigenthum auf dem Spiele steht, sichtbarer hervor, und so ist der Kriminalrichter im Stande, tiefere Blicke in das Menschenherz zu thun", schrieb Friedrich Schiller 1792 in seiner Vorrede zum "Pitaval", einer Sammlung bekannter Kriminalfälle. Schiller selbst hat mit seinem "Verbrecher aus verlorener Ehre" aus einem authentischen Fall ein großes Stück Kriminalliteratur gemacht. Schenkel steht mit ihren Erzählungen eher in dieser deutschen Tradition der Kriminalerzählung.

Kunst des Weglassens.

Auch "Kalteis" ragt deswegen aus der Produktion deutscher Krimi-Autoren heraus. Aber gerade wenn man sieht, in welcher Tradition sich Schenkel bewegen möchte, sieht man, wie weit ihr Weg noch ist. "Mich stört, dass in manchen Büchern einfach viel zu viel beschrieben, geschrieben und erläutert wird", sagt Schenkel und verteidigt ihre schlichte Erzählweise. "Die Kunst liegt im Weglassen. Die Geschichte muss auch im Kopf des Lesers stattfinden." Da ist etwas dran. Doch die Kunst liegt eben auch im Andeuten, darin, die Phantasie des Lesers anzuregen.

Für sie sei Sprache etwas sehr Melodisches, sagt Schenkel. "Deswegen lese ich die Texte oft auch laut. Da merkt man schnell, ob es an einer Formulierung hakt." Doch wie bekommt man Melodie in eine knappe, schlichte Sprache? Schenkel gelingt das in ihrem zweiten Buch nicht immer. "Eine ganz Nette hätte sie beim Hopfenzupfen im Spätjahr kennengelernt", lässt sie die Kathie sagen. "Nicht mehr zurück möchte sie." Und dann: Die Luft ist lau. "Auf eine Parkbank setzt sie sich." Schenkel spielt gern auf solche Art mit der Satzstellung, doch auf Dauer ermüdet das den Leser. Die reduzierte Sprache, die schlicht wirken soll, ruft immer wieder einen reichlich manirierten Eindruck hervor. Suchbewegungen beim Freischreiben führen eben nicht immer direkt zum Ziel.

Andrea Maria Schenkel sitzt in diesen Tagen, an denen "Kalteis" in die Buchhandlungen kommt, wieder in Irland am Computer und schreibt an ihrem nächsten Roman. Er soll deutlich umfangreicher ausfallen als die knappen Erzählungen, die sie bisher geschrieben hat. Dafür gibt es einen einfachen Grund: "Im dritten Buch, das ich spätestens zur Buchmesse 2009 fertighaben will, sind die Figuren komplett erfunden", kündigt sie an. Der Prozess des Freischreibens geht weiter.

CARSTEN GERMIS.

Andrea Maria Schenkel: "Kalteis", Edition Nautilus, 160 Seiten, 12,90 Euro.

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Michael Rutschky druckst ziemlich herum, findet aber wohl Andrea Maria Schenkels zweiten Roman nicht so gut wie den ersten. Zunächst missfällt dem Rezensenten der wilde Wechsel der Erzählperspektiven. Rutschky hätte den objektiven Erzähler ganz herausgelassen und nur auf fiktive "O-Töne" wie Verhörprotokolle oder Zeugenaussagen gesetzt. Denn die objektive Ebene passe stilistisch nicht in die Konstruktion, ja sei sogar "Schlamperei". Ein paar Zeilen weiter attestiert er Schenkel für ihre literarische Anverwandlung des Falls des tatsächlichen Münchner Lustmörders Johann Eichhorn, der 90 Frauen vergewaltigte und fünf ermordete, dann aber wiederum "saubere Arbeit". Andererseits "hapert" es mit dem Aufbau, weil sich Schenkel bei der Schilderung der Grausamkeiten zurückhält, die der Rezensent aber eigentlich "gar nicht wissen" will. Ja was denn nun?

© Perlentaucher Medien GmbH
"Überaus fesselnd erzählt, klug kombiniert, mit Mut zur Pause, zum Schweigen und zum Widerspruch." Brigitte