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New Orleans 1987: Das Leben des Syndikat-Killers Roy Cady nimmt eine abrupte Wendung, als bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert wird und sein Boss ihn wegen einer Eifersuchtsgeschichte umlegen lassen will. Nur knapp kann er dem Anschlag entgehen und dabei sogar ein junges Mädchen retten. Zusammen mit dessen kleiner Schwester fliehen sie an die texanische Küste und stranden in einem heruntergekommenen Motel in Galveston. Doch schnell sind ihnen Syndikat und Polizei auf den Fersen und Cady muss sich entscheiden, ob er sich allein in Sicherheit bringen oder zum ersten Mal in seinem Leben…mehr

Produktbeschreibung
New Orleans 1987: Das Leben des Syndikat-Killers Roy Cady nimmt eine abrupte Wendung, als bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert wird und sein Boss ihn wegen einer Eifersuchtsgeschichte umlegen lassen will. Nur knapp kann er dem Anschlag entgehen und dabei sogar ein junges Mädchen retten. Zusammen mit dessen kleiner Schwester fliehen sie an die texanische Küste und stranden in einem heruntergekommenen Motel in Galveston. Doch schnell sind ihnen Syndikat und Polizei auf den Fersen und Cady muss sich entscheiden, ob er sich allein in Sicherheit bringen oder zum ersten Mal in seinem Leben Verantwortung übernehmen will.

Ungekürzte Lesung mit Walter Kreye
6 CDs Laufzeit ca. 480 min
  • Produktdetails
  • Verlag: Der Audio Verlag, Dav
  • Anzahl: 6 Audio CDs
  • Gesamtlaufzeit: 480 Min.
  • Erscheinungstermin: 01.09.2014
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 9783862314348
  • Artikelnr.: 40806388
Autorenporträt
NIC PIZZOLATTO wurde in New Orleans geboren. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen für sein Schreiben. Seine Kurzgeschichtensammlung 'Between Here and the Yellow Sea' stand auf der Longlist des Frank O'Connor International Short Story Award. Er ist auch als Drehbuchautortätig, u.a. für 'The Killing' und die hochgelobte HBO-Serie 'True Detective'. WALTER KREYE, geboren 1942 in Oldenburg, studierte Schauspiel in Bochum und hatte Engagements an fast allen wichtigen deutschsprachigen Bühnen. Seit Ende der achtziger Jahre spielte er in Fernsehserien wie 'Ein Fall für Zwei', 'Praxis Bülowbogen' und 'Der Fahnder'. Ab 2007 verkörperte er in der legendären ZDF-Serie 'Der Alte' den Hauptkommissar Herzog.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 20.08.2014

Die Melancholie
der Feinrippunterhemden
„Galveston“, der Debütroman von Nic Pizzolatto,
Schöpfer der HBO-Serie „True Detective“, ist auf Deutsch erschienen
VON DAVID STEINITZ
In Hollywood wird derzeit kein Drehbuchautor so gefeiert wie Nic Pizzolatto. Seit im Januar die erste Staffel der von ihm erfundenen, geschriebenen und produzierten Serie „True Detective“ ausgestrahlt wurde, gilt er als neuer Superstar der an Starautoren wahrlich nicht armen amerikanischen Filmindustrie. Seine Sendung über zwei neurotische Cops auf Serienmörderjagd in den Sümpfen von Louisiana – gespielt von Woody Harrelson und Matthew McConaughey – hatte schnell so viele Fans, dass wiederholt der Streaming-Dienst des Bezahlsenders HBO zusammenbrach, sobald eine neue Folge lief.
  Momentan bereitet Pizzolatto die zweite Staffel vor, mit einem neuen Fall und einem neuen Ermittlerteam sowie die Verfilmung seines Debütromans „Galveston“ von 2011, für die er ebenfalls als Drehbuchautor und Produzent verantwortlich sein wird.
  In diesem Erstling, der seine Visitenkarte ins Filmgeschäft war und nun, nach dem Hype um „True Detective“, in deutscher Übersetzung erscheint, kann man bereits genau die Erzählelemente entdecken, für die seine TV-Serie nun so gelobt wird. „Galveston“ ist eine Verneigung vor dem Genre des Noir-Krimis, das der 38-Jährige, der vor seiner Autorenkarriere an den Universitäten von North Carolina und Chicago kreatives Schreiben und amerikanische Literatur unterrichtete, von Raymond Chandler über David Goodis bis James Ellroy genauestens studiert hat.
  Sein Protagonist und Ich-Erzähler Roy Cody ist – in klassischer Noir-Tradition – ein an den Mädchen und am bürgerlichen Leben gescheiterter „autodidaktischer Pessimist“. Das trifft als Charakterisierung auf einen Großteil von Pizzolattos Figurenpersonal zu, im Buch wie im Fernsehen. Denn viel von diesem philosophierenden Säufer Roy Cody ist später auch in Matthew McConaugheys Rolle in „True Detective“ eingeflossen.
  Roy ist Anfang vierzig, arbeitet für eine lokale Gangstergröße in New Orleans, mal als Kurier, mal als Auftragskiller, je nachdem, was eben so anfällt. Abends treibt er sich in Bars herum, in denen man eine Schlägerei allein dadurch auslösen kann, dass man etwas anderes als Bier oder Whiskey bestellt. Sein Körper ist durch Schrotkugelsplitter, Messerstiche und Hundebisse über und über vernarbt. Sein schönster Besitz besteht in einer „fast vollständigen John-Wayne-Sammlung“ auf Video – die Geschichte beginnt 1987 –, was noch mal augenzwinkernd daran erinnert, dass der klassische Noir-Held in der amerikanischen Kulturgeschichte nie eine eigene Kreation war, sondern lediglich ein großstädtisches Update des einsamen Cowboys, der trotz allen Übels im Herzen ein guter Kerl ist.
  Dem Leben begegnet Roy mit einer ordentlichen Portion Fatalismus und Lakonie, und um diese Persönlichkeitsmerkmale richtig auf die Spitze zu treiben, stattet Pizzolatto seinen Helden gleich auf der ersten Seite mit Lungenkrebs im Endstadium aus: „Als ich das Sprechzimmer verließ, waren die Leute im Wartezimmer froh, dass sie nicht ich waren. Gewisse Dinge lassen sich im Gesicht ablesen.“ Weshalb Roy es plötzlich auch nur noch mittelschlimm findet, dass sein Boss seine Freundin vögelt und ihn aufgrund einer fiesen Mischung aus schlechter Laune und Eifersucht umbringen lassen will. Nur knapp entgeht Roy der Attacke und kann aus der Stadt fliehen – gemeinsam mit der jungen Prostituierten Rocky, einer Lolita, die durch Zufall in den Mordversuch verwickelt wird, und deren kurzer Rock unverschämt oft unverschämt weit nach oben rutscht, während sie neben ihm im Auto sitzt.
  Aus der Not heraus bilden sie eine Zweckgemeinschaft, gegen die Killer im Speziellen und gegen die Einsamkeit des Lebens im Allgemeinen.
  Sie verstecken sich in Galveston, einer kleinen Insel an der texanischen Küste, die vom Öl lebt und außer Bohrtürmen und Tex-Mex-Bars nicht viel zu bieten hat. Quartier beziehen sie in einem kleinen Motel in Strandnähe, „in das ab und an einer eincheckte, um Selbstmord zu begehen“ und die Gäste Feinrippunterhemden „Marke Frauenverprügler“ tragen.
  Viele von Pizzolattos Figurencharakterisierungen und Ortsbeschreibungen könnten zunächst fast als Noir-Parodie durchgehen, denn so stoisch wie er imitiert derzeit wirklich niemand das Genre – nicht einmal der andere aktuelle Krimi-Star Don Winslow in seinen Surfer-Krimis. Aber Pizzolatto meint es ernst, und aus der Imitation entwickelt sich schnell seine eigene Variation des Genres.
  Auch wenn man es über den klassischen Bildern des Noir, von verrauchten Hinterzimmern und verregneten Großstadtnächten, in denen sich Neonreklamen in Pfützen spiegeln, manchmal vergisst: Noir ist klassischerweise ein Westküstengenre, sowohl in der Literatur als auch im Kino. Pizzolatto aber ignoriert in „Galveston“ den alten Westküstencharme und macht aus seiner Geschichte eine Ostküsten-Texas-Tristesse, deren Trailer-Park-Ambiente und White-Trash-Mentalität ganz ausgezeichnet zur Botschaft der meisten Noir-Geschichten wie auch seiner passt: dass der amerikanische Traum nur in Koexistenz mit einem amerikanischen Albtraum zu haben ist, auf Kosten einer Schar von Abgehängten und Verzweifelten. Roy und Rocky sind die Verkörperungen dieser Kehrseite des gnadenlosen amerikanischen Liberalismus, und für sie interessiert sich Pizzolatto deutlich mehr als für seinen Krimi-Plot von Flucht und Verfolgung. Inmitten der größten Depressionen und fiesesten Kater, die seine Geschichte pflastern, zaubert er für sie Momente schönster melancholischer Anmut.
  Darin liegt übrigens nicht nur seine große Kunst, sondern auch die Ironie seines derzeitigen Erfolgs: Weil Pizzolatto ausgerechnet mit diesem Ansatz, der eben die Figuren und nicht die Handlung in den Vordergrund stellt und den er auch auf „True Detective“ übertragen hat, einen Hit gelandet hat – als alleiniger Autor inmitten einer Schwemme anderer Hit-Serien, die in erster Linie handlungsgetrieben sind und von ganzen Heerscharen hochbezahlter Autoren gemeinsam ausgetüftelt werden.
  Und so gibt es in „Galveston“ zwar eine ordentliche Portion Action, mit nächtlichen Verfolgungsjagden und brutalen Schlägereien, aber der eigentliche Motor des Buchs, bleibt der Versuch des Protagonisten nicht mit der Verfolgung, sondern mit sich selbst zurechtzukommen – denn der Tod naht aufgrund der Krankheit so oder so. Desillusioniert und verkatert steht Roy Cody im Bad des schäbigen Motels und vertieft sich, während sein Ex-Boss ihm auf der Spur ist, in seine Sinnkrise: „Vierzig Jahre lief ich jetzt mit demselben Gesicht herum, und trotzdem erwartete ein Teil von mir immer noch, einen anderen Kerl im Spiegel zu sehen.“
Für den Autor war
sein Erstling die Eintrittskarte
ins Filmgeschäft
Auf dem Lost Highway der verlorenen Illusionen: Mit seiner Hinterzimmer- und versifften Südstaaten-Tristesse ist „Galveston“ eine Verneigung vor dem Genre des Noir-Krimis.
Foto: Kadir van Lohuizen/NOOR/laif
      
  
  
  
Nic Pizzolatto: Galveston. Roman. Aus dem Englischen von Gunter Blank. Metrolit Verlag, Berlin 2014. 253 Seiten, 20 Euro, E-Book
16 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 22.09.2014

Schwarze Tage in der Heimat des weißen Abschaums
Er ist der Drehbuchschreiber, der mit der Serie "True Detective" zum Star wurde: Jetzt kann man Nic Pizzolattos Romandebüt "Galveston" lesen

Aussichten - gedämpft. Roy Cady ist vierzig, Auftragskiller, Handlanger für einen Gangsterboss slawischer Abstammung in New Orleans. Richtig eingefügt in die Truppe hat e er sich nie, er trägt Cowboystiefel, Jeans, schwarze T-Shirts und einen Bart, keine Hemden mit Manschetten, kein Haargel wie die anderen in der Gang. Roy bekommt den Auftrag, einen Gewerkschaftsfunktionär auf Linie zu bringen, aber ohne Waffeneinsatz, so will es der Boss. Das kommt Cady komisch vor, also widersetzt er sich dem Befehl.

Er hat ja auch nicht mehr viel zu verlieren. Am nämlichen Morgen hat er erfahren, dass das Röntgenbild seiner Lunge "voller Schneeflocken" ist: "Als ich das Sprechzimmer verließ, waren die Leute im Wartezimmer froh, dass sie nicht ich waren. Gewisse Dinge lassen sich im Gesicht ablesen." Zur Diagnose Lungenkrebs gesellt sich der Umstand, dass sein Boss auch noch seine Freundin Carmen übernommen hat. "Ich schätze, die Männer fuhren auf sie ab, weil sie diese unbändige körperliche Sinnlichkeit ausstrahlte. Man brauchte sie nur anzusehen und wusste - die ist für alles zu haben."

Der Auftrag entpuppt sich als Falle, man will Roy Cady aus dem Weg räumen. Aber der entkommt und rettet obendrein eine Prostituierte aus dem Blutbad. Mit dieser Raquel Arceneaux, genannt Rocky, macht er sich auf die Flucht.

Der Roman erschien im Original 2010, für seinen Verfasser war er der Türöffner in eine andere Welt. Bis dahin hatte der 1975 in New Orleans geborene und in Lake Charles/Louisiana aufgewachsene Nic Pizzolatto an den Universitäten von North Carolina und Chicago kreatives Schreiben unterrichtet, zudem Kurzgeschichten veröffentlicht. Sein Romandebüt fiel in den Beginn der großen Serienzeit. "The Wire", die "Sopranos", "Deadwood", alle diese Fernsehserien verschlang der junge Dozent, der nun unbedingt Drehbuchschreiber werden wollte.

Das ist ihm wie wohl keinem anderen der Branche geglückt. Denn mit der HBO-Serie "True Detective" landete er Anfang 2014 einen so großen Erfolg bei Kritik und Publikum, dass er das Privileg genießt, allein an seinen Texten zu schreiben - und nicht wie anderswo mit mehreren Autoren die Handlungslokomotive befeuern muss. Der "Los Angeles Times" sagte er selbstbewusst, er sei nicht nach Hollywood gegangen, um sich den Visionen anderer Leute zu unterwerfen. Pizzolatto hat nur mäßiges Interesse an Handlung, das gilt auch schon im Prinzip für "Galveston". Er träume davon, eine Serie zu schreiben, verriet er in Interviews, in der zwei Leute dasitzen und reden.

Der Roman ist also weniger Pageturner denn Seelenstimmungsbild, auch wenn er noch genügend Zutaten wie Verfolgungsjagden, Mord und Folter bietet. Aber eben im Grundton des schwärzesten Schwarz, das manchmal schon in die Parodie zu lappen scheint. Pizzolattos Prosa klingt für ein Debüt ungemein erfahren, gleichzeitig rauh und einfühlsam, düster und atemlos präzise. "Die runtergekommene Bude war kaum größer als eine Jagdhütte. Ein durchgerosteter Wasserboiler lehnte an der Seitenwand, und im ungemähten Gras stand ein kunstlederner Punching-Ball mit Clownsfratze, die mit Schimmel überzogen war. Braune Reben wucherten über das Haus, und eines der Fenster war mit Zeitungspapier abgeklebt. Ein kaputter Chevrolet stand aufgebockt davor. Er war genauso zugewuchert wie das Haus, und so hatte es den Anschein, als würde das Feld langsam wieder alles verschlingen . . ."

Aus dieser Bruchbude holt Rocky während der Flucht ein kleines Mädchen, Tiffany, die sie als ihre Schwester ausgibt. Sie wird am Ende, wenn sich der zunächst im Jahr 1987 angesiedelte Roman nach einem Zeitsprung im Jahr 2008 befindet, noch wichtig. Während draußen vor der Tür der Hurrikan Ike näherrückt, welcher der bereits überschwemmten Stadt den Rest geben wird, werden die Leerstellen dieser zertrümmerten Biographien mit einem Anflug von Sinn gefüllt.

Der einsame Cowboy Cady ist tatsächlich ein Nachfahre des Westerns, nicht von ungefähr ist eines der wenigen Dinge, auf die er wirklich stolz ist, seine Sammlung von John-Wayne-Filmen. Pizzolatto verlagert dabei das Noir-Genre, das traditionell an der Westküste angesiedelt war, in den Süden und Richtung Ostküste. Ko-Übersetzer und Herausgeber Gunter Blank hat zur Entwicklung des Genres ein instruktives Nachwort beigesteuert.

Andere Gegenden haben also auch schöne Noir-Töchter: "An der Golfküste gab es wenige Orte, an denen man so schnell eins auf die Fresse kriegen konnte wie in Lake Charles", heißt es in Anspielung auf den Ort seiner Jugend, wo die "von einem permanenten Groll gegen alles" erfüllten "Sumpftrottel" zu Hause sind. "Erst quälen sie kleine Tiere, wenn sie erwachsen werden, verprügeln sie mit Ledergürteln ihre Kinder (. . .), ehe sie mit vierzig zu Jesus finden und anfangen, zu Prostituierten zu gehen." Zwischen Mangroven, billigen Motels, Highways und den stählernen Ruinen der Ölindustrie lebt hier der weiße Abschaum, Arbeitslose in Trailer-Homes, Drogensüchtige, Feinrippunterhemdenträger, die ihre Frau verprügeln.

Roy Cady, der doch eigentlich nur auf der Suche nach sich selbst ist, zahlt einen hohen Preis für seine Laufbahn im Milieu, er sitzt verkrüppelt zwölf Jahre im Gefängnis. Danach bringt er sich als Hausmeister durch, aber die Vergangenheit ist noch nicht erledigt, es sind noch Rechnungen offen. - Nächstes Jahr soll "Galveston" in die Kinos kommen, von wem das Drehbuch stammt, versteht sich von selbst.

HANNES HINTERMEIER.

Nic Pizzolatto: "Galveston". Roman.

Aus dem Amerikanische von Simone Salitter und Gunter Blank. Verlag Walde und Graf bei Metrolit, Berlin 2014. 254 S., geb., 20,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent David Steinitz ist hin und weg: Nic Pizzolattos nun auch auf Deutsch erschienener Debütroman "Galveston" steht seinen gefeierten, sensationellen Drehbüchern, etwa für die HBO-Serie "True Detective" - welcher der Roman als Vorlage dient - in nichts nach, jubelt der Kritiker. Einen klassischen Noir-Krimi liest der Rezensent hier, der durchaus immer wieder Elemente des Genres parodiert und virtuos verändert: Nicht die Westküste, sondern "Ostküsten-Texas-Tristesse" steht im Vordergrund, informiert Steinitz, der hier dem gutherzigen Auftragskiller Roy, einem "großstädtischen Update des einsamen Cowboys" und der jungen Prostituierten Rocky folgt, die nach einem gescheiterten Mordversuch auf der Flucht sind. Zwischen zahlreichen actionreichen, finsteren und depressiven Passagen erlebt der Kritiker vor allem aber Momente "schönster melancholischer Anmut" und die Reise des Protagonisten zu sich selbst.

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