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Ein kleines Dorf in Mittelengland. Die dreizehnjährige Rebecca Shaw, die hier mit ihren Eltern die Weihnachtsferien verbringt, kehrt von einer Moorwanderung nicht zurück. Die Polizei leitet umgehend eine großangelegte Suchaktion ein. Ein Hubschrauber wird eingesetzt, Beamte durchkämmen die Gegend, Taucher kontrollieren die umliegenden Speicherseen. Auch die Dorfbewohner beteiligen sich an der Suche. Die Presse erfährt vom Verschwinden des Mädchens und schickt Reporter vor Ort. Bald schon fürchten alle Beteiligten das Schlimmste, und die Leute im Dorf müssen einen Weg finden, im Schatten der…mehr

Produktbeschreibung
Ein kleines Dorf in Mittelengland. Die dreizehnjährige Rebecca Shaw, die hier mit ihren Eltern die Weihnachtsferien verbringt, kehrt von einer Moorwanderung nicht zurück. Die Polizei leitet umgehend eine großangelegte Suchaktion ein. Ein Hubschrauber wird eingesetzt, Beamte durchkämmen die Gegend, Taucher kontrollieren die umliegenden Speicherseen. Auch die Dorfbewohner beteiligen sich an der Suche. Die Presse erfährt vom Verschwinden des Mädchens und schickt Reporter vor Ort. Bald schon fürchten alle Beteiligten das Schlimmste, und die Leute im Dorf müssen einen Weg finden, im Schatten der Ereignisse ihren Alltag zu bewältigen ... Mit großer Virtuosität und untergründiger Spannung erzählt Jon McGregor, wie Menschen mit einer Tragödie umgehen, die sie aus nächster Nähe miterleben, und was von dieser Tragödie den Wandel der Zeit überdauert. Denn die Ungewissheit bleibt. Auch wenn die Jahre vergehen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Liebeskind
  • Seitenzahl: 352
  • Erscheinungstermin: 22. Januar 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 195mm x 130mm x 32mm
  • Gewicht: 431g
  • ISBN-13: 9783954380848
  • ISBN-10: 3954380846
  • Artikelnr.: 53902733
Autorenporträt
Burger, Anke Caroline
Jon McGregor wurde 1976 auf den Bermudainseln geboren und wuchs in der Grafschaft Norfolk auf. Er hat bislang einen Erzählungsband und vier Romane veröffentlicht, für die er mehrfach ausgezeichnet worden ist, u.a. mit dem Somerset Maugham Award, dem Betty Trask Award und dem International Dublin Literary Award. Sein Roman »Speicher 13« war 2017 für den Booker Prize nominiert. Jon McGregor lebt in Nottingham.
Rezensionen
Rezensent Elmar Krekeler wundert es schon nicht mehr, dass ein Krimiautor wie Jon McGregor bei uns nicht die Ehre erhält, die ihm gebührt. Wenn sich der Autor mit diesem Roman einmal mehr gängigen Verlaufsformen, Dramaturgien und Erzählstrategien des Genres widersetzt und dem Leser statt Aufklärung sehr britische Alltagsgeschichte und den Einfall des Bösen bietet, ist Krekeler umso mehr fasziniert. So trocken und doch genau bis in die kleinsten Porträts und Begebenheiten ist sonst keiner, versichert der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 27.02.2018
Die schlaflosen Nächte des Dorfzeitungsredakteurs
Ein Mädchen verschwindet und sucht die Hinterbliebenen in ihren Albträumen heim: Jon McGregors ländlicher Roman "Speicher 13"

Es ist der Stoff, aus dem Albträume von Eltern und Fernsehkrimis gemacht sind: Ein dreizehnjähriges Mädchen verschwindet während eines Spaziergangs und scheint vom Erdboden verschluckt - trotz aufwendiger Suchmaßnahmen rund um ein Dorf im Peak District in der mittelenglischen Grafschaft Derbyshire. Zu Beginn von Jon McGregors Roman "Speicher 13" werden alle Signale für das bekannte Genreschema gesetzt: Der Fall schürt Misstrauen; verdächtige Personen regen zur Ermittlung an; Gerüchte und falsche Spuren suggerieren Aufklärungszusammenhänge. Schon bald bremst der Roman aber diese Leseroutine aus. Statt Spannung und Ereignis-Dramaturgie folgen Wiederholung und Beschreibung: In dreizehn Kapiteln entfaltet sich gerade kein Whodunit, sondern die an alltäglichen Geschehnissen und Ritualen orientierte Chronik eines Gemeinwesens.

Jon McGregor provoziert mit dieser Erzählweise gezielt den Verdacht, hier opfere ein technisch sehr versierter Autor unser Lesevergnügen einem ausgeklügelten Konzept. Mit der Zurückweisung genretypischer Erwartungen und einem konsequent gedrosselten Rhythmus geht der Roman tatsächlich ein Risiko ein: Zum Vorschein kommt nicht etwa die verlässlich dunkle Seite des Landlebens, sondern eine soziale Textur, die sich aus unspektakulären Festen und Sorgen, aus alltäglichen Gewohnheiten und Praktiken zusammensetzt. Man feiert jedes Jahr das Brunnen- und das Neujahrsfest und verliert beim Cricket gegen das Nachbardorf; man diskutiert den Zustand des Gemeinschaftsgartens und der Nationalparkverwaltung. Sprachlich vermittelt sich dieses Gewebe einer nicht mehr fraglos geteilten Lebenswelt durch eine strenge Form: Jedes der dreizehn Kapitel beginnt mit einem minimal variierten Satz zur Neujahrsfeier, und in kurzen parataktischen Sätzen erzeugt McGregor einen erzählerischen Gleichklang, in dessen zurückgenommener Beschreibung die Menschen und die Tiere, die Pflanzen, der Fluss und die Berge wie in einem ethnographischen Feld zusammenzurücken scheinen.

Die auf regelmäßige Wiederholung von ausgewählten Details setzende Erzählstimme erzeugt tatsächlich eine zunächst irritierende Monotonie - das verschwundene Mädchen hat die Gemeinschaft verstört, aber man vermag sich an das Bekannte zu halten, weil ihr Fall nicht aufgeklärt wird und sich im Verlauf der Jahre in pflichtschuldigen Erinnerungen und anonymen Traumfetzen verliert. Je weiter man aber die mögliche Kriminalhandlung hinter sich lässt, desto plastischer wird das Geflecht des Dorflebens, weil McGregor zwischen die im Jahreszeitentakt besuchten Goldhähnchen in der Hecke und die Dachse und Füchse im Wäldchen behutsam Veränderungen plaziert: Der Metzger geht pleite; ein Paar bekommt Zwillinge und hält die neue Belastung fast nicht aus; das Oberhaupt einer Schafzüchterfamilie muss nach einem Schlaganfall gepflegt werden; ein an die Globalisierung verlorener Sohn will zu seiner Jugendliebe zurückkehren. Mit diesen leisen Erschütterungen im Gemeinwesen wie im Erzählfluss erzeugt McGregor interessante Komplikationen: Er verleiht einzelnen Leben unaufdringlich Tiefe, hält Elemente einer Spannungsdramaturgie im Spiel und vermeidet die Idyllisierung des ländlichen Schauplatzes.

Weil die Mittel der Wiederholung und parataktischen Angleichung so konsequent eingesetzt werden, schürt der Roman unsere Empfänglichkeit für minimale Abweichungen und fein kalibrierte Variationen - "Speicher 13" kann auch als eine Anleitung zum langsamen und genauen Lesen betrachtet werden. Hatten McGregors frühere Romane diesen Effekt noch durch prononcierte modernistische Mittel erzeugt, so bleibt sich der in Deutschland noch viel zu unbekannte englische Autor in einer Hinsicht treu: Bereits in seinem Debüt "Nach dem Regen" haben ihn nicht nur Individuen und ihre psychologisierbaren Schicksale, sondern Kollektive und ihr sozialer Zusammenhang interessiert. In "Als Letztes die Hunde", seinem gewagtesten Roman, bestand die erzählte Gruppe aus einem Chor und Trauerzug von Drogenabhängigen, die einen verstorbenen Gefährten durch die Institutionen einer Stadt geleiten.

Wie schon mit der Kollektiverzählung in "This Isn't the Sort of Thing That Happens to Someone Like You" begibt sich McGregor mit "Speicher 13" aufs Land. Er folgt damit einer in der englischen Literatur beliebten Tradition: Immer wieder haben Autorinnen und Autoren wie Oliver Goldsmith und Jane Austen, George Eliot und George Crabbe einen ländlichen Ausschnitt ausgewählt, um mit Hilfe dieser Fokussierung auch von Modernisierungsprozessen zu erzählen. Zudem stehen für "Speicher 13" Agatha Christies "Miss Marple"-Romane im Hintergrund: Gerade diese verlassen sich ja auf jene kriminalistische Entlarvung und Wiederherstellung idyllischer Schauplätze, von der sich McGregors Roman absetzt. Als besonders wichtige Inspiration kann Adam Thorpes Roman "Ulverton" (1992) gelten, eine sprachmächtige tour de force, mit der die Geschichte eines Dorfes in verschiedenen Stilfarben und Gattungsvarianten erzählt wird. Es ist vermutlich kein Zufall, dass eine der Nebenfiguren in McGregors Roman den Namen Graham Thorpe trägt.

Im Gegensatz zur Konjunktur nostalgischer Dorferzählungen bietet "Speicher 13" keine Beschwörung achtsamen Einweckens in Zeiten boomender Landlust. McGregors Dorf ist auf wenig pittoreske Weise mit der Stadt und der Welt verbunden, und nicht allein die an der Bushaltestelle trinkenden Jugendlichen träumen vom Weggehen und kommen doch zurück. Wie schon Sherwood Anderson in "Winesburg, Ohio" (1919) stellt McGregor die Frage nach gesellschaftlichem Zusammenhalt auch mit der Figur eines Journalisten, der über das fiktive Gemeinwesen berichtet: In "Speicher 13" ist es der Zwillingsvater, der in schlaflosen Nächten die Dorfzeitung redigiert. In deren Kleinanzeigen und Festberichten ist das Ganze des Ortes aber schon längst nicht mehr aufgehoben. Nach einer alternativen Form fragt bereits der Titel des Buches: Das "reservoir" des englischen Originals bezieht sich nicht nur auf die dreizehn Wasserspeicher in der Umgebung, sondern im Verlauf der dreizehn Kapitel auch auf die Möglichkeit, einen sozialen Mikrokosmos als Erinnerungs- und Traditionszusammenhang zu erfassen.

Als abgeschlossener ,Erzählspeicher' lässt sich McGregors Roman auch deswegen nicht betrachten, weil der Autor seine publizierten Werke regelmäßig performativ weiterschreibt: In einer BBC-Radioproduktion hat er den kollektiven Resonanzboden der Dorferzählung um weitere Vorgeschichten verstärkt, und eine Lesung von "Speicher 13" hat er mit eigens zusammengestellter Musik kombiniert. Musik wie zum Beispiel Weihnachtslieder spielen bereits im Romantext eine leitmotivische Rolle. Als Zitat aus "Stille Nacht" werfen sie ganz am Ende dieses sehr lesenswerten und kunstvollen Romans noch einmal die Frage auf, mit welchen Mitteln sich eigentlich von sozialem Zusammenhang in säkularisierten Zeiten erzählen lässt: "Alles schläft, einsam wacht".

JULIKA GRIEM

Jon McGregor:

"Speicher 13". Roman.

Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger.

Liebeskind Verlag, München 2018. 352 S., geb., 22,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 31.07.2018
Alles fließt,
alles verrinnt
John McGregor erzählt von einem
Dorf in Mittelengland
In seiner 1766 verfassten Schrift „Laokoon oder über die Grenzen der Mahlerey und Poesie“ spricht Gotthold Ephraim Lessing der bildenden Kunst den Raum, der Literatur hingegen die Zeit zu, da sie mit aufeinanderfolgenden Wörtern aufeinanderfolgende Handlungen darstelle. Seitdem die Bilder laufen lernten, erscheint dies obsolet, aber schon im 16. Jahrhundert traf diese Scheidung nur bedingt zu. Was ein Pieter Bruegel der Ältere auf seine Jahreszeitenbilder gebannt hat, lässt sich mit einem Blick nicht fassen. In zahlreichen Details steckt eine stillgestellte Handlung, die auf ein Vorher und ein Nachher verweist.
In seinem Roman „Speicher 13“ hat der 1976 geborene Jon McGregor dazu ein literarisches Gegenstück geschaffen: Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter – alles kreist hier um einen Tag in der Weihnachtszeit, als ein dreizehnjähriges Mädchen verschwand: „Das vermisste Mädchen hieß Rebecca, oder Becky, oder Bex“, heißt es immer wieder refrainartig. Und so viel auch der fast allwissende Erzähler aus einem kleinen Dorf in Mittelengland zu berichten weiß, dreht sich doch alles um jene Leerstelle, die ihr Verschwinden hinterlassen hat. Dreizehn Kapitel hat das Buch, zwölf beginnen mit der Begrüßung des neuen Jahrs; nur das erste setzt einige Tage davor mit der vergeblichen Suchaktion ein.
Berge, ein Fluss mit den titelgebenden Speicherseen, ein Steinbruch, Heide und Moor, Höfe und Schafweiden geben diesem Dorf einen malerischen Hintergrund. Schafzüchter, ein Töpfer und die Arbeiten im Gemeinschaftsgarten liefern Genreszenen, doch der Schlachter steht bald hinter der Fleischtheke eines Supermarkts. Jahreszeitliche Ereignisse, die Geburt neuer Füchse, Amseln, Springschwänze und Lämmer wie auch das Pflanzen und Ernten geben der Erzählung etwas Zyklisches, das durch Wiederholung ähnlicher Formulierungen noch akzentuiert wird.
„Um Mitternacht wurde das neue Jahr in der Stadt hinter den Bergen mit einem Feuerwerk begrüßt“, heißt es im ersten Kapitel, aber hören können habe man nichts und hingeschaut habe niemand. Zu Beginn des zweiten Kapitels gibt es schon Schaulustige, im dritten hat man im Dorf eigene Feuerwerkskörper. Im zehnten aber heißt es ironisch: „Um Mitternacht wurde das neue Jahr mit einem brennenden Wohnwagen auf Fletchers Streuobstwiese begrüßt.“ Nach weiteren Brandstiftungen wird der Vater des vermissten Mädchens festgenommen. Vielleicht wollte er ein Fanal gegen das Vergessen setzten.
McGregors Erzähler verfolgt das Treiben von Menschen und Tieren unpathetisch, lakonisch, bisweilen mit einer leise ironischen Amüsiertheit: „Die Konstruktion aus dünnen Zweigen schien kaum stabil genug, um das Gewicht eines dicken Vogels zu tragen“, heißt es über die Nester der Ringeltauben: „Aber man konnte ja davon ausgehen, dass die Viecher wussten, was sie taten.“ Weniger tragfähig erscheinen die Nester der Menschen. Häuser verfallen und Körper, Ehen zerbrechen, Familien, doch das Leben geht weiter, und was der Erzähler darüber sagt, beschränkt sich oft auf anekdotische Andeutungen.
Obwohl der Erzähler in jedes Haus, in jedes Nest, in jeden Fuchs- und Dachsbau zu schauen vermag, tritt das vermisste Mädchen nur in Rückblicken auf, in Erzählungen, Träumen, Mutmaßungen. Die Polizei bleibt eine anonyme Instanz, die Pressekonferenzen abhält und verlautbart, der Fall werde weiterverfolgt.
Hier und dort gibt es kleine Hinweise. Etwa auf jenen Woods, der nicht die Sorte Mann sei, „über die man mit der Polizei rede“, und auch auf eine Reihe anderer Leute, die nicht sagen, was sie sagen könnten. Im Kriminalroman böte das Ansätze zu Aufklärung. McGregors Erzähler erwähnt es – wie alles – nur am Rande und verfolgt die Spuren, die das Verschwinden des Mädchen durch sein Dorfbild zieht, wie Wellen, die ein längst versunkener Stein auf einem Teich ausgelöst hat.
Wasser spielt hier überhaupt eine wichtige Rolle – der Fluss und die Speicherseen, Wehre, Rohre und Tiefen, aus denen Taucher mit leeren Händen auftauchen. Alles fließt, alles verrinnt. Auch das Moor, das beim Verschwinden des Mädchens gefroren war, gerät immer wieder in den Blick, fördert Fantasien doch keine Rebecca zutage. Man liest dies mit Neugier, leisem Schauder, manchmal amüsiert, merkt sich Namen und vergisst sie wieder, stellt dann mit Erstaunen fest, wie viele Jahre inzwischen vergangen sind. Kinder sind erwachsen geworden und ausgezogen, Handys wurden erfunden.
Jon McGregors „Speicher 13“ fasst das Leben einer Dorfgemeinschaft, exemplarisch für unser aller Leben, ins Bild eines mählichen Wandels im Rahmen ewiger Wiederkehr, in ein Bild, das die Grenzen zwischen „Mahlerey und Poesie“ aufhebt. Die Zeit heilt keine Wunden und dreht sich um etwas, das so tragisch wie absurd ist. „Das vermisste Mädchen hieß Rebecca, oder Becky, oder Bex“, heißt es: „Überall hätte sie stürzen können, und dort würde sie heute noch liegen.“ Man ahnt, dass es keine Hoffnung gibt, und hofft doch irgendwie weiter.
ULRICH BARON
Jon McGregor: Speicher 13. Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. Liebeskind, München 2018. 352 Seiten, 22 Euro.
„Aber man konnte ja
davon ausgehen, dass die
Viecher wussten, was sie taten.“
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Perlentaucher-Notiz zur WELT-Rezension

Rezensent Elmar Krekeler wundert es schon nicht mehr, dass ein Krimiautor wie Jon McGregor bei uns nicht die Ehre erhält, die ihm gebührt. Wenn sich der Autor mit diesem Roman einmal mehr gängigen Verlaufsformen, Dramaturgien und Erzählstrategien des Genres widersetzt und dem Leser statt Aufklärung sehr britische Alltagsgeschichte und den Einfall des Bösen bietet, ist Krekeler umso mehr fasziniert. So trocken und doch genau bis in die kleinsten Porträts und Begebenheiten ist sonst keiner, versichert der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH