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Der siebenjährige Koumaïl ist ständig auf der Flucht vor den Schrecken des Kaukasus-Krieges. Sein einziger Lichtblick ist das Versprechen seiner Ziehmutter Gloria, ihn in seine eigentliche Heimat Frankreich zurückzubringen. Der Weg dorthin ist lang und gefährlich. Dank seiner nie endenden Hoffnung schafft Koumaïl es - doch dann ist Gloria plötzlich fort. Und mit ihr das Geheimnis seines Lebens, das er lüften muss ...…mehr

Produktbeschreibung
Der siebenjährige Koumaïl ist ständig auf der Flucht vor den Schrecken des Kaukasus-Krieges. Sein einziger Lichtblick ist das Versprechen seiner Ziehmutter Gloria, ihn in seine eigentliche Heimat Frankreich zurückzubringen. Der Weg dorthin ist lang und gefährlich. Dank seiner nie endenden Hoffnung schafft Koumaïl es - doch dann ist Gloria plötzlich fort. Und mit ihr das Geheimnis seines Lebens, das er lüften muss ...
  • Produktdetails
  • Carlsen Taschenbücher Bd.1285
  • Verlag: Carlsen
  • Seitenzahl: 188
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Erscheinungstermin: Januar 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 121mm x 17mm
  • Gewicht: 187g
  • ISBN-13: 9783551312853
  • ISBN-10: 3551312850
  • Artikelnr.: 38034526
Autorenporträt
Bondoux, Anne-Laure
Anne-Laure Bondoux träumte als Kind davon, Forschungsreisende zu werden. Nach ihrem Literaturstudium arbeitete sie als Lektorin. Ihre Bücher haben viele Preise gewonnen und wurden in zwanzig Sprachen übersetzt; ihr Roman »Die Zeit der Wunder« wurde mit dem Katholischen Kinder- und Jugendliteraturpreis und dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Anne-Laure Bondoux lebt in der Nähe von Paris und hat zwei Kinder, die ihr inzwischen über den Kopf gewachsen sind.

von Vogel, Maja
Maja von Vogel, geboren 1973, studierte Deutsch und Französisch. Sie verbrachte ein Jahr in Paris und arbeitete mehrere Jahre als Lektorin in einem Kinderbuchverlag, bevor sie sich als Autorin und Übersetzerin selbstständig machte. Heute lebt Maja von Vogel mit ihrer Familie in Norddeutschland.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 07.11.2019

VON SZ-AUTOREN
Siggi Seuß über das
Meininger Theater
Anfang der 1990er Jahre wurde das Meininger Theater zu einem der erfolgreichsten der neuen Bundesländer. Renommierte Theatermacher kamen nach Thüringen, um ihre Solidarität mit den einst weltberühmten Meiningern zu bekunden: August Everding, Loriot, Peter Konwitschny, Mikis Theodorakis, Jewgenij Jewtuschenko und viele andere. Nach dem Unfalltod des hemdsärmeligen Intendanten Ulrich Burkhardt 1997 stellten die Meininger unter Führung der neuen Theaterchefin Christine Mielitz und ihres jungen Generalmusikdirektors Kirill Petrenko 2001 einen „Ring des Nibelungen“ auf die Beine, der das internationale Feuilleton staunen ließ. Was aber ist Mythos, was wahrhaftig an dem, was damals als „Wunder von Meiningen“ durch die Medien geisterte? SZ-Autor Siggi Seuß versammelt 21 Porträts von Theatermenschen, die die Zeit des Aufbruchs mitgestalteten. Stimmungsbilder aus einer Zeit, in der viele glaubten, das Theater zeige den Weg in eine menschenfreundlichere Zukunft.
SZ
Siggi Seuß: Zeit der Wunder. Die Jahre des Aufbruchs am Meininger Theater 1990 bis 2001. Verlag Resch, Meiningen 2019. 136 Seiten, 17,80 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 12.03.2011

Das Glück ist ein Café weit weg vom Krieg

Ein Junge flieht nach Frankreich. Seinen Namen kennt er nicht, auch über seine Heimat weiß er nichts. Doch in Anne-Laure Bondoux hat er eine Chronistin gefunden.

Von Tobias Rüther

Kein einfaches Buch hat die französische Autorin Anne-Laure Bondoux da geschrieben: "Die Zeit der Wunder" heißt es und wird erzählt von einem kleinen Jungen, der aus dem Kaukasus nach Frankreich flieht, weil er, so beteuert es seine Pflegemutter, in Wirklichkeit Franzose ist. Koumaïl heißt er - oder Blaise Fortune, wenn er an die Geschichte von Gloria glauben soll, die ihn aus den Trümmern eines Fernzugs und den Armen seiner sterbenden Mutter gerettet hatte, in irgendeinem Bürgerkrieg.

Jetzt ist Koumaïl sieben Jahre alt, dann zehn, elf, schließlich zwölf und immer nur auf der Flucht, Richtung Westen, zu Fuß, per Anhalter, hungernd im Regen. Er steht mit Gloria vor einem spanischen Lastwagen, der die beiden nach Frankreich bringen soll, was am Ende gelingt, wenn auch um einen hohen Preis - von dort dreht sich die Geschichte wieder um. Und damit alles, was Koumaïl über sein Leben geglaubt hat.

Merkwürdig nur, wie die preisgekrönte Jugendbuchautorin Bondoux einerseits die Welt der Flüchtlinge, die Zufallsgemeinschaften und das entsetzliche Schicksal, das sie teilen, in eine Folklore samt wunderlichen Onkels und wahrsagenden Tanten, selbstgebastelten Geigen und Angelabenteuern verwandelt, und man denkt: Klar, es ist ja auch ein Buch, das seine Leser erst mal fesseln soll, da ist es vielleicht egal, wenn ein paar der Motive häufiger den Kitsch streifen. Andererseits ist die Frage, die Anne-Laure Bondoux ihren jungen Lesern stellt, existentiell. Und sie stellt sie einfühlsam, man hört sie erst gar nicht heraus: Was, so lautet diese Frage, wenn ihr nicht in Frankreich geboren wärt (oder sonstwo im befestigten Europa), sondern in einem Land im Krieg, unter Menschen ohne Pass, Arbeit, ohne Dach über dem Kopf und eine Tür, die man hinter sich schließen kann? Oder, schlimmer noch: Wenn ihr geboren wärt als Franzosen und den Pass sogar hättet, aber durch ein Unglück in einem Land im Krieg strandet?

"Die Zeit der Wunder" erzählt also von einer zufälligen, ungerechten Welt und wie die Menschen, die in sie hineingeboren werden, all ihre Kraft aufbringen, um aus ihr zu entkommen oder sie erträglicher zu machen. Dass Anne-Laure Bondoux so ein politisches (und sehr französisches!) Buch in ein Abenteuer verwandeln kann, ist großartig, aber zu dieser Dynamik findet sie erst spät, in der zweiten Hälfte des Buchs, das immer erwachsener wird, ohne dabei seinen Ton zu ändern.

Man merkt es aber an den Zumutungen, die es immer deutlicher ausspricht. Oder dann wieder nur andeutet: Als Koumaïl elf ist, nehmen Roma Gloria und ihn in ihrer Wagenburg auf, irgendwo in Rumänien. Die kranke Gloria kann sich auskurieren, und: "Vor allem kann ich wieder spielen wie ein Kind". Ein Satz, der sich festhakt, weil er so viel anderes verschweigt.

Am Ende reist Koumaïl - inzwischen ist er Franzose, inzwischen kann er sich auch offiziell Blaise Fortune nennen und so oft in Bistros am Montmartre herumsitzen, wie er sich das als kleiner Junge erträumt hatte - in das Land, aus dem er kam. Inzwischen weiß er, dass es Georgien war. Koumaïl ist auf der Suche nach Gloria, die verlorenging auf den letzten Metern vor Frankreich. Er findet sie - und mit ihr noch eine Wahrheit mehr, die fast schwerer auszuhalten ist als das Leben, dass er achtzehn Jahre lang leben musste.

Anne-Laure Bondoux: "Die Zeit der Wunder".

Aus dem Französischen von Maja von Vogel. Carlsen Verlag, Hamburg 2011. 192 S., geb., 12,90 [Euro]. Ab 14 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Der Leser erhält [...] ein authentisches, lange in Erinnnerung haftendes Bild vom Leid, vor allem aber den Wundern einer gelungenen Befreiung." (DIE ZEIT) "ein Leben auf der Flucht, geformt aus langen Rückblenden mit Zeitsprüngen, und das doch nachhallt als ein Bild intensiven Hoffens" (NZZ am Sonntag)

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Hingerissen ist Rezensent Antje Weber von Anne-Laure Bondouxs Geschichte über die Odyssee eines Flüchtlingsjungen aus dem Kaukasus. Auch wenn der in Frankreich mehrfach ausgezeichnete Jugendroman vor allem in den 90er Jahren in Georgien spielt, scheint ihr das Thema des Buchs höchst aktuell und die Erfahrung des Erzählers universell. Sie lobt die überlegte Komposition des Werks sowie die gekonnte, wohlkalkulierte Mischung aus detailreicher Schilderung und "melancholischen Dialogen und Pointen". Vor allem gelingt es der Autorin nach Webers Ansicht, die Menschen hinter den anynomen Flüchtlingszahlen vor den Augen des Lesers lebendig werden zu lassen, mit ihren Motiven, Wünschen, Hoffnungen und ihrem Mut. Ihr Fazit: eine unwiderstehliche Geschichte voller "Abgründe und märchenhafter Fügungen".

© Perlentaucher Medien GmbH
"ein authentisches [...] Bild vom Leid, vor allem aber den Wundern einer gelungenen Befreiung.", DIE ZEIT
"'Die Zeit der Wunder' trifft mitten ins Herz." und "Artajos geflüsterte Worte lassen dem Hörer die Tränen in die Augen schießen. Dieses Hörbuch vergisst man so schnell nicht!" -- HörBÜCHER