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"Ein Balanceakt zwischen historischer Recherche, Abenteuerroman, Liebesromanze und Hommage an eine Insel" Hajo Steinert, Deutschlandfunk.
Kreta 1943: Der deutsche Archäologe Johann Martens soll im Auftrag der Wehrmacht die Kunstschätze der besetzten Insel katalogisieren, die sich als Beutegut für Hitlers Germanisches Museum eignen. Der Einheimische Andreas wird zu seinem Fahrer und Führer, doch verbindet beide bald mehr. Die Lebensart der Kreter und noch mehr Andreas' schöne Tochter Eleni schlagen Martens immer mehr in ihren Bann. Als die Deutschen eine Razzia planen, muss er sich…mehr

Produktbeschreibung
"Ein Balanceakt zwischen historischer Recherche, Abenteuerroman, Liebesromanze und Hommage an eine Insel" Hajo Steinert, Deutschlandfunk.

Kreta 1943: Der deutsche Archäologe Johann Martens soll im Auftrag der Wehrmacht die Kunstschätze der besetzten Insel katalogisieren, die sich als Beutegut für Hitlers Germanisches Museum eignen. Der Einheimische Andreas wird zu seinem Fahrer und Führer, doch verbindet beide bald mehr. Die Lebensart der Kreter und noch mehr Andreas' schöne Tochter Eleni schlagen Martens immer mehr in ihren Bann. Als die Deutschen eine Razzia planen, muss er sich entscheiden, wo er steht.Ein hochaktueller, spannender und gut recherchierter Roman, der zwischen den Vierzigerjahren und den Jahrzehnten danach, zwischen kretischem Sommer und Hamburger Winter angesiedelt ist.
  • Produktdetails
  • KiWi Taschenbücher Nr.1574
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Artikelnr. des Verlages: 4002020
  • 4. Aufl.
  • Seitenzahl: 581
  • Erscheinungstermin: 17. August 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 123mm x 38mm
  • Gewicht: 432g
  • ISBN-13: 9783462051056
  • ISBN-10: 3462051059
  • Artikelnr.: 48166261
Autorenporträt
Klaus Modick, geboren 1951, studierte in Hamburg Germanistik, Geschichte und Pädagogik, promovierte mit einer Arbeit über Lion Feuchtwanger und arbeitete danach u.a. als Lehrbeauftragter und Werbetexter. Seit 1984 ist er freier Schriftsteller und Übersetzer und lebt nach zahlreichen Auslandsaufenthalten und Dozenturen wieder in seiner Geburtsstadt Oldenburg.Für sein umfangreiches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter Villa Massimo, Nicolas-Born-Preis und Bettina-von Arnim-Preis. 2015 wurde Klaus Modick mit dem "Rheingau-Literaturpreis" ausgezeichnet.
Rezensionen
"Wie schon in früheren Büchern gelingt es Klaus Modick auch im neuen Roman Der kretische Gast ein großes Thema leicht zu erzählen. Er fragt nicht nur, wie Schuld entsteht und welche Last sie für die nachfolgenden Generationen bedeutet, sondern macht klar, wie verhängnisvoll es sein kann, sich aus allem raushalten zu wollen. Ein kluges Buch." Der Spiegel

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 10.11.2003

Die Spur der Weine
Klaus Modick sucht das Land der Griechen mit der Kehle

Die Weltgeschichte ist "ein Bilderbuch, das die heftigste und blindeste Sehnsucht der Menschen spiegelt: die Sehnsucht nach Vergessen". Das liest in Klaus Modicks neuem Roman der angehende Historiker Lukas, und will es sich merken. An dieser Stelle weiß der Leser schon, daß einmal mehr an ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte erinnert werden soll. Es geht um die deutsche Besatzungsherrschaft auf Kreta 1941 bis 1945, den Widerstand dagegen und selbstverständlich um die Liebe in den Zeiten des Krieges. Modick hat für das Buch ausgiebig recherchiert und läßt historische Personen auftreten, die Romanhandlung sei aber im wesentlichen frei erfunden.

Diese beginnt 1943 auf Kreta. Der junge deutsche Archäologe Johann Martens soll auf der besetzten Insel erkunden, welche Kunstgegenstände sich als Beutegut für Hitlers Germanisches Museum eignen. Im Verhältnis zu seinem griechischen Führer erlebt er die seit der Antike bekannte Doppelbedeutung von "Xenos" als Fremder und Gast. Als er sich auch noch in die schöne Eleni verliebt, wird ihm seine Doppelrolle zur Identitätsfrage: "Man weiß nicht, wessen Freund man ist. Man weiß auch nicht mehr, wessen Feind man ist. Ich weiß nicht einmal mehr genau, wer ich überhaupt bin." Da hat er, in einer ehrwürdigen Tradition seit Winckelmann und Goethe, schon das Griechentum zum Ideal der Lebenskunst erhoben. Als er seinen Führungsoffizier Leutnant Friedrich Hollbach schließlich bei der Ermordung von Zivilisten beobachtet, ist sein Schicksal entschieden.

Modick verknüpft diesen Hauptstrang in Verdoppelung des Erinnerungsthemas mit einer im Jahre 1975 spielenden detektivischen Vätererkundung im Stil der siebziger Jahre. Lukas, der Sohn Hollbachs, findet auf dem Hamburger Flohmarkt zufällig ein paar alte Fotos mit unleserlicher Aufschrift, die ihn erst in ein griechisches Lokal und dann auf die kretische Spur führen. "Und ganz nebenbei auch noch seinen Vaterkomplex bewältigen?" Auch er verliebt sich in eine schöne Griechin, nämlich ausgerechnet in die Tochter von Eleni und Johann. "Eine Wahnvorstellung, eine fatal fixe Idee, daß es keine Zufälle gab im Leben?" Am schicksalhaften und geschichtsträchtigen Ort führt Modick schließlich die beiden Handlungsstränge melodramatisch zusammen.

Bei der Darstellung der Schauplätze greift Modick tief in die Kiste des Malerischen und der nordischen Griechenlandsehnsucht. "Jetzt ging im Osten die Sonne auf, und aus dem dämmrigen Blau, in das Meer und Berge getaucht waren, stiegen Farben und Umrisse. Zuerst verwandelte sich das Wasser in ein lichtdurchflutetes Blau, der Saum des Strandes zu blendendem Weiß, dann fanden die Felsen ihr tönernes Braun und die Oliven, Eichen und Zypressen ihre Grünschattierungen." Die Sinnlosigkeit des Krieges soll sich vor allem im Appell an die Sinnlichkeit erweisen. Es riecht "nach Thymian und Lavendel, Erde und Früchten, Honig und Ziegenmilch". Aus dampfenden Schüsseln wird Lammfleisch mit Fladenbrot gegessen, man trinkt "reichlich Retsina" und raucht "Unmengen griechischer Zigaretten der Marke Papastratos". Und vom Raki wird schon vormittags nachgeschenkt.

Die aufständischen Griechen sind bei Modick so pittoresk griechisch wie Schillers Räuber räuberisch. "Er trug über weißem Hemd eine bestickte Weste, eine merkwürdige Pluderhose und hochschäftige Stiefel, und quer über seinen Knien lag ein Gewehr, auf dessen Doppellauf er die Hände stützte. Um die Stirn hatte er eine Art Turban oder ein Tuch geschlungen, dessen Fransen ihm auf die Augenbrauen fielen." Schnell zuckt da die Hand zum Messergriff, aber die Dialoge der feurigen Männer fallen zwecks historischer Information des Lesers gelegentlich ziemlich hölzern aus: ",Hört auf, euch selbst zu zerfleischen, solange wir echte Feinde haben. Mir ist es egal, ob jemand Kommunist ist. Ich will ein freies Kreta, sonst gar nichts.' ,Wenn die Deutschen weg sind, kommen die Engländer wieder', knurrte Pavlos. ,Nennst du das etwa Freiheit?'" Zwecks stilistischer Abwechslung werden die wörtlichen Reden nicht nur geknurrt, sondern auch gekeucht, gegrinst, gelacht oder genickt.

In schwelgerischer Metaphorik scheint schließlich Modick Goethes Idealbild der schönen Helena zugleich mit Winckelmanns Griechenkult noch einmal beschwören zu wollen. Wie der Antiquar des achtzehnten Jahrhunderts erscheint dem Archäologen des zwanzigsten die Schönheit des Menschen im Zusammenhang mit der Landschaft. "In ihren Augen waren geschliffene Steine, wie von der Schale eines Vogeleis gefaßt, ihre Ohren wie Muscheln, die am Strand glänzten, und im Beben ihrer Nasenflügel, im Zittern ihrer Lippen spiegelten sich die Bewegungen des Meers, ein Heben und Senken und tiefes Atmen, das zum Sturm anschwoll und langsam verebbte." Über dieser opulenten Wahrnehmung des Schönen als reiner Präsenz und der Vision eines Verschmelzens mit dem Elementaren aber schwebt je schon das Verhängnis in Gestalt der unbarmherzigen Zwangsläufigkeit der Geschichte.

Klaus Modick liebt Kreta über alles, und er weiß, daß die deutsche Besatzung auf der Insel bis heute nicht vergessen ist. Vor lauter Liebe aber ist diesem versierten Produzenten intelligenter Unterhaltungsliteratur die Distanz abhanden gekommen. So versenkt er sein Thema in Kitsch und Klischee und in einem Übermaß an emphatischen Stilmitteln. Über der Beschwörung der Erinnerung, der Schönheit und der Liebe scheint er vergessen zu haben, daß zur Erzählkunst das Weglassen gehört wie zum Trinken das Aufhören. Andernfalls droht ein mächtiger Kater.

FRIEDMAR APEL.

Klaus Modick: "Der kretische Gast". Roman. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2003. 464 S., geb., 24,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Reichlich Spott hat Volker Breidecker für diesen Urlaubsroman übrig, der ihm zufolge teils von Homer, in den Landschafts- und Frauenkörperbeschreibungen jedoch eher von Karl May inspiriert zu sein scheint. Dieser erzähle von "modernen Kriegern und ihren Nachfahren, die aus dem fernen Germanien auf der ägäischen Insel einfielen", wie der Rezensent etwas salopp erläutert. Der Geschichtsstudent Lukas Hollbach macht sich darin 1975 auf den Weg, die Verstrickungen seines Vaters (zuständiger Nazikriegsverbrecher auf Kreta), über die dieser sich in Schweigen hüllt, zu recherchieren. Parallel schreibt Modick die Geschichte des promovierten Kunsthistorikers Johann Martens, der "im Auftrag Hitlers" den Kunstraub auf Kreta organisieren sollte, sich jedoch durch Wein, Weib und Gesang zum Partisanen hat bekehren lassen und selbstredend zum Opfer Hollerbach Seniors wird. "Unerträglich" verschmolzen fand der Rezensent hier "Liebe und Abenteuer, Mythos und Zeitgeschichte, Archäologie und Urlaubsfolklore", die der Autor "in so viel Ouzo, Raki und Rezina getränkt" habe, "dass er hier und da sogar die Namen seiner Hauptfiguren verwechselt habe".

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 19.11.2003

Glühende Glyzinien
Wie Klaus Modick den Schnee auf Kretas Gipfeln auftaut
Kreta, lesen wir im 19. Gesang der „Odyssee”, ist „ein Land inmitten des purpurnen Meeres”. Anders als Odysseus war der Schriftsteller Klaus Modick schon dort: „Unheimlich schön”, sei es auf diesem Eiland, jubelt im Stichjahr 1975 eine Figur seines neuen Urlauberromans „Der kretische Gast” und kann sich vor Lobpreisungen gar nicht mehr halten: „Kaum Touristen, unheimlich schön”, fächelt die hanseatische Britta ihrem berauschten Gegenüber zu, auf den sie „wie eine Statue” wirkt, bevor beide in die Horizontale gehen: „Als sie auf dem Bett lagen, schimmerte in der kühlen Präzision des Kokains noch ein Rest Sonnenbräune auf ihrer Haut . . .” Es war ein Vorgefühl: „Wollte sie ihn mitnehmen? . . . Woher sonst diese Ahnung einer Abreise, das rhythmische Anschwellen, das Eintauchen in den fremden Fluß? Woher die Unruhe, der lautlose Tumult . . .” Ja, da hatte einer nicht nur Carlos Castaneda, sondern auch seinen Homer im Reisegepäck.
Selten umgarnte eine Lügengeschichte das Herz einer Zuhörerin mehr als die Schilderung eines kretischen Gastaufenthalts, die der verkleidete Odysseus seiner ahnungslosen Penelope bei der Rückkehr nach Ithaka ins Ohr flüsterte: Ein gewaltiger Nordsturms habe ihn – den phönizischen Kaufmann – nach Kreta verschlagen, wo ihm der gestrandete Odysseus begegnet sei, den er bei sich aufgenommen und reich bewirtet habe. Da kamen der Zuhörerin die Tränen: „. . . es schmolz ihr das Antlitz. / So wie der Schnee hinschmilzt auf den hoch aufragenden Bergen, / Welchen der Ostwind schmilzt, wenn der West ihn niedergeschüttet. / Und von den schmelzenden schwellen dann die strömenden Bäche, / So zerschmolzen auch ihr die schönen Wangen in Tränen . . .” So muss sich Klaus Modick die Leserinnen seines Romans vorgestellt haben.
„Der kretische Gast” handelt freilich nicht von mythischen, sondern von modernen Kriegern und ihren Nachfahren, von Vätern und Söhnen, die aus dem fernen Germanien auf der ägäischen Insel einfielen, das eine Mal mit schweren Waffen, das andere Mal mit leichten Rucksäcken. Auch ist der Roman nicht in Hexametern verfasst, doch ist es dem Autor gelungen, homerische Rhythmen, Töne und Höhenlagen prosaisch nachzubilden: Soviel Stürme, soviel Morgendämmerungen, soviel Sonnenuntergänge und ebenso viele Schilderungen von wohligen Landschaften, die idealen weiblichen Körpermaßen nachgezeichnet sind, hat es in der deutschen Literatur seit Karl May nicht mehr gegeben.
Allein aus Modicks Kapitelanfängen ließe sich eine ganze Enzyklopädie des Schmocks destillieren, voller Morgendünste, die wie Aurora aus der östlichen Ägäis aufsteigen: „Der Nordweststurm heulte . . . Wenn die Wintersonne . . . Im grauen Zwielicht vor Sonnenaufgang . . . Der träge aus satten Träumen erwachenden Katze gleich, die sich auf der Balustrade der Terrasse räkelte und, vom Licht benommen, gähnend zu ihrer nächtlichen Geschmeidigkeit zurückfand, dehnte sich zwischen Torwegen und Mauern, über den Dächern und in den violetten Schatten der Glyzinien das Dunkelblau der Dämmerung . . . Im Morgengrauen, als sich die Dinge in ihre Konturen zurücktasteten . . .” So verrinnen die Tage beim Dichten.
Schmalzflecken gleich durchzieht ein Heer von Alliterationen und Assonanzen die 450 Seiten des Romans: Im Feiertagsrauschen der Poesie lässt Modick andauernd „Wolken” auf „Wind” folgen – und „die Wolken antworteten, indem sie die Stimme des Winds zu Bildern werden ließen”. Heiliger Eros des Schreibens: „Den Körper zu verlieren in den sanften Hebungen, Senkungen der vom Wind bewegten Wassermassen, zu wünschen, daß man ein Tropfen wäre . . .” Das ist beinahe so flockig, wie wenn einer „die Starre seiner Erektion fast wie eine Versteinerung spürte”. Und Liebesszenen von zartester Versuchung, seit es klassische Griechinnen gibt: „In der geformten Materie ihres Körpers pulsierte nicht nur Lust . . .”, sondern auch Salmiakgeist, der den Autor dazu verführte, einen Sonnenaufgang auch mal so in Szene zu setzen: „Als strahlender Balken fiel das Licht durch den Türrahmen in den dämmrigen Raum, der gefüllt war mit dem Aroma ihrer Lust, dem Geruch von Schweiß und Sperma, Salz und Sand.”
Marcel goes to Hollywood
Neben scharfen, in ihren erotischen Reizen aber ein wenig bemüht wirkenden Bildern hat Modick auch „unscharfe” Bilder im Angebot, die um die alte Fragen kreisen: „Papa, was hast du im Krieg gemacht?” Denn auch der Papa des Geschichtsstudenten Lukas Hollbach hat seine Leichen im Keller: Eine undeutliche Kindheitserinnerung an Fotos, die der Vater in seiner Gegenwart einmal verbrannte, beschleicht den Sohn beim Betrachten von Bildern, die ihm auf dem Hamburger Flohmarkt in die Hände fallen. Und schon geht’s zu wie in dem noch ungedrehten Film „Prousty goes to Hollywood”: Als heiliger Marcel vom Lindenblütentee wird Lucas in einer Alltagssituation „wie von einem Blitz oder einer Stichflamme erleuchtet”. Den Vater, dessen Kriegsschilderungen nie weiter als bis nach Athen reichten, hatte er vergeblich zur Rede gestellt:. „,Lange her‘, hörte Lukas ihn sagen, ,ich möchte nicht mehr daran erinnert werden‘.” Also besteigt Lukas endlich das Flugzeug, und die Recherchen auf Kreta nehmen ihren Gang. Wie zur Geburtsstätte des Zeus führen sie in eine bis dahin unbetretbare Höhle, und eine Helena findet der Sponti-Krieger auch.
Doch hatte er ein gutes Generationsalter früher schon einen Vorläufer, der es dem Autor erlaubt, die Ereignisse von 1943 bis 1945 und von 1975 im steten Kapitelwechsel miteinander zu verschränken: Johann Martens war als promovierter Kunsthistoriker nach Kreta abgestellt worden, um in Hitlers Auftrag am Kunstraub teilzunehmen. Doch weil er griechische Gastfreundschaft und die Wonnen einer früheren Helena genoss – tatsächlich entpuppt sie sich als die Mutter von Helena II –, lief er über und schloss sich den Partisanen an. Mit vielen seiner Gastgeber wurde er zum Opfer deutscher Kriegsverbrechen, die – erraten – von Hollbach Senior begangen wurden. Modick hat seine schier unerträgliche Verschmelzung von Liebe und Abenteuer, Mythos und Zeitgeschichte, Archäologie und Urlaubsfolklore in so viel Ouzo, Raki und Rezina getränkt, dass er hier und da sogar die Namen seiner Hauptfiguren verwechselt.
VOLKER BREIDECKER
KLAUS MODICK: Der griechische Gast. Roman. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2003. 456 Seiten, 24,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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