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Benutzername: Circlestonesbooks.blog


Bewertungen

Insgesamt 74 Bewertungen
Bewertung vom 09.01.2019
Lennart Malmkvist und der überraschend perfide Plan des Olav Tryggvason / Lennart Malmkvist Bd.3
Simon, Lars

Lennart Malmkvist und der überraschend perfide Plan des Olav Tryggvason / Lennart Malmkvist Bd.3


ausgezeichnet

„Man fühlte sich wie ein kleines Kind, wenn man mit Magie in Berührung kam.“ (Zitat Seite 220)

Inhalt:
Im Kampf gegen den mächtigen, dunklen Magier Olav Krähenbein war der Mops Bölthorn schwer verletzt worden, eine böse Magie droht sein Leben zu beenden. Eine Art magischer Countdown in Bölthorns Fell zeigt Lennart Malmkvist Krähenbeins Ultimatum: entweder Lennart wechselt die Seiten, oder der Mops stirbt in 19 Stunden, 54 Minuten. Das Orakel
spricht wie immer in Rätseln, um Bölthorn zu retten, muss Lennart einen Muschelmann und einen Kapitän finden. Sein bester Freund, der IT Spezialist Frederik will Lennart helfen und bald finden sie weitere, mächtige Helfer im Kampf gegen eine dunkle Gefahr, welche die ganze Welt bedroht. Doch die Zeit drängt …

Thema und Genre:
Dieser Roman bietet alles: Spannung, Magie und Humor. Es geht nicht nur um die Rettung eines rundlichen, magischen Mopses, sondern auch um die Rettung der Welt, um Phantasie und Mut.

Charaktere:
Bölthorn ist auch in diesem dritten und letzten Band dieser Serie eine der Hauptfiguren, steht jedoch nicht im Mittelpunkt des Geschehens, da er lebensgefährlich verletzt ist. Lennart Malmkvist hat sich Laufe dieser magischen, gefährliche Abenteuer, die im ersten Band mit dem Tod von Buri Bolmen begonnen hatten, vom zögernden Einzelgänger zu einem mutigen Kämpfer entwickelt, der keine Gefahr scheut, um seinen Mops Bölli zu retten. Auch der Kapitän erkennt „… dass Ihr das rechte Feuer in Euren Adern und den rechten Geist in Eurem Gemüt tragt.“ (Zitat Seite 97, 98). Mit den einzelnen Magiern kommen weitere, höchst unterhaltsame, eigenwillige Protagonisten in die Handlung.

Handlung und Schreibstil:
Dieser magische Roman trägt nicht nur Fantasy-Elemente, sondern ist auch packend aufgebaut und der Spannungsbogen endet klassisch in einem großartigen Entscheidungskampf. Erzählt wird auch dieser dritte Teil der Geschichte in einer Fülle von phantasievollen Ideen, mit lebhaften Beschreibungen und witzigen Dialogen.

Fazit:
Man könnte den dritten und letzten Band dieser Serie um den sprechenden, rundlichen Mops Bölthorn auch als Einzelgeschichte lesen, aber in diesem Fall würde man viel Spaß versäumen, denn die Ereignisse entwickeln sich kontinuierlich, beginnend mit Band eins. Gemeinsam bieten diese drei Bücher jugendlichen und erwachsenen Lesern eine magische, spannende Geschichte mit einem einzigartigen Mops und liebenswerten Charakteren, gewürzt mit einer tüchtigen Prise Humor.

Bewertung vom 03.01.2019
The Man Who Invented Christmas
Standiford, Les

The Man Who Invented Christmas


ausgezeichnet

„Eliminate ignorance, Dickens dreamed in his Carol. Eliminate want. A tall order then, and a tall order now.” (Original citation page 226)

Theme and genre:
This book is part a specific biography of Charles Dickens, part a historical overview about live conditions in London around the middle of the 19th century. It also gives a detailed description and complete overview of literature, writing and of publishing during those times, between family enterprises and booksellers who began to set up the whole production process of their books.

But most of all this is the loveable story about one of the most wonderful Christmas books, “A Christmas Carol”, about the idea behind the ghostly story, the realization and what Dickens wanted to tell his readers. He wanted to touch them, making them laugh and cry at the same time and to re-new the Christmas spirit. Which he does until today.

Conclusion:
A non-fiction story, written in a poetic prose, as delightful to read as the original story. A book for everybody who knows values and loves the Seasonal Writings of Charles Dickens.

Bewertung vom 29.12.2018
Neujahr
Zeh, Juli

Neujahr


ausgezeichnet

„Wenn er versucht, falsche Gedanken zu vermeiden, rennt er wie ein gehetztes Reh durch den eigenen Kopf.“ (Originalzitat, Seite 33)

Inhalt:
Ohne seine Frau Theresa vorher zu fragen, hat Henning spontan ein kleines Ferienhaus auf Lanzarote gemietet, zwei Wochen über Weihnachten und Neujahr. Das Ehepaar hat zwei Kinder, den vierjährigen Jonas und die zwei Jahre jüngere Bibbi. Eine moderne Familie, beide haben gute Jobs mit Teilzeit-Anwesenheitspflicht, teilen sich Kinderbetreuung und Haushalt. Doch kurz nach Bibbis Geburt begannen bei Henning die heftigen Panikattacken und die Angststörung bestimmt seither sein Leben, das ihn ohnedies oft überfordert. An diesem Neujahrsmorgen in Lanzarote nimmt er sich vor, sich auch wieder Zeit für sich selbst zu nehmen und schwingt sich auf sein Leihrad: sein Ziel ist das hoch über dem Meer gelegene Bergdorf Femés, zu erreichen über eine herausfordernd steile Straße. Erschöpft erreicht er sein Ziel und plötzlich überfällt ihn die Erinnerung an ein schreckliches Ereignis, das er bisher verdrängt hatte, denn vor vielen Jahren hatte er genau hier mit seinen Eltern und seiner Schwester Luna Urlaub gemacht.

Thema und Genre:
Dieser Roman handelt von den psychischen Auswirkungen einer gravierenden Erfahrung in der Kindheit und vom Tabuthema Angststörung. Thema sind auch moderne Familienstrukturen zwischen Karriere, Job und Kindererziehung und der Druck, funktionieren zu müssen.

Charaktere:
Hauptprotagonist ist Henning, ein Mann, von dem erwartet wird, in vielen Rollen gleichzeitig perfekt zu funktionieren: als liebender Ehemann und Vollzeitvater, erfolgreicher Mitarbeiter eines Sachbuchverlages. Auch seine jüngere Schwester Luna kommt immer wieder Hilfe suchend zu ihm und er fühlt sich für sie verantwortlich, genau wie damals, als seine Eltern von ihm erwarteten, als „großer Junge“ auf seine Schwester aufzupassen, obwohl er damals selbst erst vier Jahre alt gewesen war.

Handlung und Schreibstil:
Juli Zeh ist eine herausragende Schriftstellerin, die mit der Sprache spielt und der es perfekt gelingt, einerseits ruhig schildernd zu erzählen, um dann andererseits wieder sprachgewaltige, beklemmende Bilder vor den Augen der Leser entstehen zu lassen.
Der Weihnachtsurlaub auf Lanzarote und die Gedanken, die sich Henning über seine aktuelle Lebenssituation macht, bilden nur die Rahmenhandlung. Die Haupthandlung findet in der Vergangenheit statt, es sind die dramatischen Ereignisse seiner frühen Kindheit, an die sich Henning plötzlich wieder erinnert, chronologisch, wie in einem Film.

Fazit:
Ein beklemmender Roman, sehr packend erzählt. Auf nur 200 Seiten enthüllt sich dem Leser langsam und eindringlich eine spannende Geschichte aus der Vergangenheit, die erklärt, warum die Gegenwart ist, wie sie ist. Ein Buch, das noch lange in den Gedanken des Lesers bleibt.

Bewertung vom 27.12.2018
Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung
Hartlieb, Petra

Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung


ausgezeichnet

„Es ist auch gar nicht so schlimm, Buchhändlerin zu sein. Noch nicht mal im Dezember. Eigentlich hab ich alles richtig gemacht.“ (Zitat Seite 70)

Inhalt:
Seit vierzehn Jahren gibt es nun Harbliebs Buchhandlungen in Wien Währing und Wien Alsergrund. Dies sind auch vierzehn Mal Hochbetrieb in der gar nicht stillen Vorweihnachtszeit und vierzehn Mal erschöpftes, aber erleichtertes Aufatmen so gegen 13 Uhr am 24. Dezember. Da sammeln sich viele Geschichten, Gschichterln und Erlebnisse an und davon handelt dieses Buch.

Personen, Orte und alles Drumherum:
Hauptprotagonistin ist natürlich die Buchhandlung selbst, die in diesen Wochen aus allen Nähten platzt und dazu kommen alle Beteiligten, die sich beinahe rund um die Uhr bemühen, dass genau das nicht passiert, sondern dass alles funktioniert. Improvisation ist gefragt, vor allem aber die Liebe zu Büchern und genau darum geht in diesem Buch. Von fragmentarischen Kundenwünschen, die dennoch erkannt werden, von einem eingespielten Team und von Freundschaft, darüber erzählen die einzelnen Episoden.
Der Autorin geht es weniger um eine chronologische Handlung, sondern um die Erlebnisse und Erfahrungen in diesen Jahren, erzählt in einzelnen kurzen Episoden und mit viel Humor. Hier ist jemand, der noch immer den Traum lebt, realistisch, mit allen Höhen und Tiefen, und daher ist es auch keine überzuckerte Romantik, die den Leser hier erwartet.

Fazit:
„Ich mag keine Buchhändlerinnen, die ständig jammern“, schreibt die Autorin auf Seite 105, aber genau das findet in den ersten Kapiteln des Buches ziemlich intensiv statt. Dann jedoch gewinnen die Geschichten an Intensität, Humor und damit Leichtigkeit. Andererseits ist es gerade diese Offenheit und ehrliche Realität, die den Leser überzeugt. Hier wird der in unseren lesebegeisterten Köpfen verklärte Beruf der Buchhändlerin entzaubert, ohne jedoch den wirklichen Zauber, nämlich die Liebe zu Büchern und zu Buchhandlungen, zu verlieren.

Bewertung vom 25.12.2018
Projekt GALILEI / Siebels und Till Bd.9
Bouxsein, Stefan

Projekt GALILEI / Siebels und Till Bd.9


ausgezeichnet

„Manchmal ist es schwer zu unterscheiden, wer Freund und wer Feind ist.“ (Zitat Seite 66)

Inhalt:
Lena Leisig ist die neue Ermittlerin bei der Frankfurter Mordkommission. Ihr erster Fall ist eine brutal ermordete Frau in der Suite eines Luxushotels. Gebucht hatte die Suite der international tätige Geschäftsmann Gerold Haferstein, doch dieser hat ein Alibi, denn im Nebenraum der Suite observierte LKA Kommissar Till Krüger mit seinem Team den mit Waffen handelnden Geschäftsmann rund um die Uhr. Nun recherchiert auch der Privatdetektiv Steffen Siebels in diesem Fall, der langjährige Freund von Till Krüger und demnächst wieder in der Mordkommission Frankfurt als Partner von Lena Leisig tätig. Bald erkennen die Ermittler die brisanten internationalen Verflechtungen dieses Falles, der rasch gefährliche Dimensionen annimmt. Wer ist der Mitarbeiter des LKA Wiesbaden, der sich „Richard“ nennt?

Thema und Genre:
Dieser Kriminalroman spielt zwar in Frankfurt, aber die Beteiligten sind internationale Global Player. Es geht um Geheimnisträger, Spionageabwehr, Geheimdienste, Agenten, die rücksichtslos und um jeden Preis ihre Aufträge erfüllen. Ein Thema sind internationale Waffengeschäfte, moderne Technologien und elitäre Escort Dienste.

Charaktere:
Die Ermittler Till und Siebels gehen zur Zeit getrennte Wege, doch der Zufall bzw. die vielschichtigen Netzwerke und Interessen dieses undurchsichtigen Falles führen sie wieder zusammen. Lena Leisig muss erst lernen, mit den beiden im Graubereich tätigen Kollegen umzugehen und ihr Misstrauen zu überwinden. Weitere Protagonisten sind die Ermittler Charly Hofmeier und Jürgen Becker, sowie der Journalist Bernd Kreuzer. Da auch die persönlichen Charakterzüge, die privaten Seiten der Personen sehr gut beschrieben sind, ergibt sich ein interessantes, ansprechendes Gesamtbild.

Handlung und Schreibstil:
Der Autor präsentiert dem Leser hier einen packenden Spionagethriller, der mit den großen Vorbildern mithält. Dies garantiert Lesevergnügen und sehr viel Spannung, nicht nur für Freunde des Genres „Spionage und internationale Verwicklungen“. Der Autor baut die Handlung straff und dicht auf, steigert und zieht die Spannung bis zum Ende durch. Trotzdem nimmt er sich Zeit für humorvolle Dialoge und Szenen.

Fazit:
Ein packender Spionagethriller, glaubhaft und interessant, gekonnt aufgebaut und recherchiert. Ein Pageturner für spannende, unterhaltsame Lesestunden.

Bewertung vom 25.12.2018
Das Gelb des Herzens
Budéus, Peter

Das Gelb des Herzens


ausgezeichnet

„Füller, schreib‘ mir alles auf,
Dann setz ich mein Leben drauf … (aus “Füller schreibe“, Seite 89)

Inhalt:
Es ist eine Auswahl aus dem lyrischen Werk vieler Lebensjahre, die uns der Autor in diesem Gedichtband vorlegt. Ein Leben in Gedichtform, mit Höhen und Tiefen, Enttäuschungen, Hoffnung, Erleben der Natur, Liebe, und dies alles verbunden durch die Erfahrungen daraus, an denen uns Peter Budéus nun teilhaben lässt.

Thema und Sprache:
Der Autor teilt diese Gedichtsammlung in sechs Themenkreise ein, die jeweils zehn und mehr Gedichte umfassen. Doch wichtige Fragen wie zum Beispiel Erinnerungen finden sich in den Gedichten aller Kapitel wieder. Der letzte der sechs Abschnitte trägt den Titel „Die Seele ist frei“ und hier trifft Poesie auf Hoffnung und lässt auch die Gedanken des Lesers träumen und fliegen.
Gedichte von dieser Intensität lassen sich nicht den strengen sprachlichen Reimformen unterwerfen und so spielt der Autor oft auch innerhalb eines Gedichtes mit unterschiedlichen Vers- und Reimformen, Rhythmen. Hier muss man als Leser manchmal innehalten, nachspüren – und dann nochmals lesen.

Fazit:
Für Gedichte, die über einfache Auszählreime hinausgehen und die Gedanken, Gefühle transportieren, die zum Nachdenken anregen wollen, muss man sich Zeit nehmen (wollen). Vielleicht schreckt dies manche Menschen ab, die bei dem Wort „Lyrik“ sofort die Flucht ergreifen. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, malen gerade lyrische Texte beeindruckende Bilder in die Gedanken des Lesers und können manchmal sogar helfen, Klarheit in das persönliche Chaos zu bringen.

Bewertung vom 25.12.2018
The Haunted Bookshop (eBook, ePUB)
Morley, Christopher

The Haunted Bookshop (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

„That’s why I call this place the Haunted Bookshop. Haunted by the ghosts of the books I haven’t read.” (Original quotation pos. 1251)

Content:
The main protagonists of Parnassus on Wheels, Roger Mifflin and Helen McGill, now are married and own a second-hand bookstore in Brooklyn. Roger Mifflin loves books and he definitely loves the art of bookselling. When Aubrey Gilbert, a young advertising agent visits the shop, he too fells under the spell of the books – and under the spell of Miss Titania Chapman, the new apprentice. Then some strange things happen – a special book Carlyle's Oliver Cromwell, is missing, back the next day and missing again – is this bookstore really haunted?

Theme and genre:
This novel, published in 1919 as a sequel to Parnassus on Wheels, again is a story about books, readers, writers and literature. Again, there is also room for romantic, love and not only love for books and a mystic crime.

Characters:
Roger and Helen are charming and likeable, as well as Titania and the sometimes a little bit clumsy Aubrey.

Plot and writing:
The setting, Brooklyn just after the end of WWI, is described in a very vivid way, which makes this book an enjoyable, interesting read. A humorous authorial narrator tells the story, and the events that happen to our protagonists are unsettling but funny too.

Conclusion:
A book that every booklover will enjoy, but also for readers who like a good story located in a bookstore.

Bewertung vom 22.11.2018
Das Atelier in Paris
Musso, Guillaume

Das Atelier in Paris


ausgezeichnet

„Es ist höchste Zeit, die Sterne wieder zu entzünden.“ (Zitat Seite 77)

Inhalt:
Im Pariser Atelier des vor einem Jahr verstorbenen Malers Sean Lorenz treffen einander durch eine irrtümliche Doppelvermietung der amerikanische Schriftsteller Gaspard und die ehemalige Polizistin Madeline aus London. Gaspard will in Ruhe sein Theaterstück zu Ende schreiben und Madeline hofft auf ein paar erholsame Tage. Doch das Rätsel um die zuletzt entstandenen drei Gemälde von Sean Lorenz zieht sie in ihren Bann; denn diese sind verschollen. Ein Geheimnis umgibt die letzten Jahre eines exzentrischen, tragischen Künstlerlebens und sie beginnen, intensiv nachzuforschen.

Thema und Genre:
Die Geschichte spielt in Paris und es handelt sich um einen Roman mit der Spannung eines Thrillers. Es geht um Künstler, Beziehungen und Familie, Kindheitserlebnisse als Auslöser von späteren Ereignissen. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch ist ein Thema.

Charaktere:
Hauptprotagonisten sind die ehemalige Polizistin Madeline und der mürrische Autor Gaspard, die durch die gemeinsame Suche nach den geheimnisvollen Gemälden und der Geschichte dahinter lernen, einander zu schätzen. Beide ändern in diesen wenigen, intensiven Tagen vor Weihnachten, als sie in die tragische Lebensgeschichte des Künstlers eintauchen, ihr eigenes Leben in eine neue, positivere Richtung.

Handlung und Sprache:
Die angenehme Sprache beschreibt das hektische und trotzdem magische Paris kurz vor den Weihnachtsfeiertagen sehr ansprechend, die Charaktere sind sympathisch, haben Tiefgang, und sind trotz ihrer Probleme positiv. Die Handlung selbst, die innerhalb weniger Tage spielt, ist sehr spannend und wird durch Rückblenden zu einer stimmigen Geschichte ergänzt.

Fazit:
Eine packende Suche nach drei verschwundenen Gemälden wird zu einer Reise in die Vergangenheit eines exzentrischen Künstlers und seiner Familie, zerstört durch ein tragisches Ereignis. Sehr spannend erzählt und durch die Kabbeleien zwischen den beiden liebenswerten Hauptprotagonisten kommt auch der Humor nicht zu kurz.

Bewertung vom 18.11.2018
Club der Romantiker
Meyer, Frank P.

Club der Romantiker


ausgezeichnet

Niemand außer uns weiß, was damals geschah. (Zitat Seite 194)

Inhalt:
In Oxford wird eine Tote entdeckt. Es ist eine ehemalige Bibliothekarin des UnivCollege, Laureen Mills, die vor mehr als 24 Jahren spurlos verschwunden war. Eigentlich sollte Inspector Osmer den Fall zu den Akten der ungelösten Fälle legen, da jedoch die Beerdigung mit einem Ehemaligentreffen zusammenfällt, beginnt er, sich umzusehen und Fragen zu stellen. Wissen die Mitglieder des elitären „Club der Romantiker“ mehr über diesen Fall, die im Jahr 1992 in Oxford studiert hatten und jetzt für dieses Treffen wieder nach Oxford gekommen sind?

Thema und Genre:
Dieser Roman ist eine Verbindung aus Kriminalroman und einer modernen Form eines Entwicklungsromans. Der deutsche Geologiestudent Peter Becker aus Primstal kann durch ein Stipendium ein Jahr an der berühmten Universität Oxford studieren. Es wird der Studentenalltag in den frühen 90ern geschildert mit Spannerparties als einem der Höhepunkte des elitären Studentenlebens. Die politischen und sozialen Aspekte, die Clubs und der Zusammenhalt trotz der sozialen Unterschiede spielen ebenfalls eine Rolle. Es geht auch um Schuld, Gewissen und den Einfluss auf das weitere Leben der betreffenden Personen.

Charaktere:
Die unterschiedlichen Mitglieder des Club der Romantiker sind sehr gut geschildert und es findet sich eine Vielfalt an unterschiedlichen Charakteren, wie sie an jeder Universität zu finden sind, schrullige Professoren inklusive. Natürlich Engländer, aber auch Schotten und Waliser, die darauf Wert legen, nicht als Engländer bezeichnet zu werden, Russen und Peter Becker, der Sohn einer deutschen Bergarbeiterfamilie. Sie alle haben ihre Eigenheiten und Geheimnisse, das macht sie interessant.

Handlung und Schreibstil:
Die Sprache ist eine angenehme Mischung zwischen locker, packend und beschreibend, man fühlt sich sofort ins Oxforder Studentenleben der frühen 90er Jahre versetzt. Mit humorvollem Augenzwinkern lässt der Autor den Hauptprotagonisten Peter seine Vergleiche zwischen dem ländlichen Bergbaudorf Primstal und dem elitären Oxford ziehen. Für die beiden Handlungsstränge Vergangenheit und heute auch unterschiedliche Erzählperspektiven (Ich, Peter, in der Vergangenheit und 3. Person Jetztzeit) zu verwenden, ist genial, denn so weiß man als Leser sofort, in welchem Handlungsstrang man gerade liest, ohne dass weitere Zeitangaben notwendig sind. Den dritten Handlungsstrang bilden die Ermittlungen von Inspector Osmer. Diese drei Erzählstränge wechseln einander ab und sind dicht verflochten. Dies gibt dem Roman die Spannung und das Lesen macht Freude.

Fazit:
Ein Kriminalroman, eine amüsante Schilderung des Studentenlebens in Oxford mit sehr einprägsamen, authentischen Beschreibungen, in denen auch die englische Literatur der Romantik eine Rolle spielt. Drei unterschiedliche, aber immer wieder ineinander greifende Erzählstränge geben der Handlung die Spannung und machen das Lesen packend und unterhaltsam.

Bewertung vom 10.11.2018
Das Ritual der Toten
Krüger, Martin

Das Ritual der Toten


ausgezeichnet

„Es sind nicht die Geister der Vergangenheit, vor denen ich mich fürchte, hatte Parkov gesagt, ich fürchte mich nur davor, nichts von ihnen zu lernen.“ (Zitat Seite 415)

Inhalt:
Eine schwer traumatisierte, verwahrloste Unbekannte irrt durch Frankfurt und es enthüllen sich neue Zeichen für das Ermittlerduo Marie Winter und Daniel Parkov. Sie müssen erkennen, dass auch nach der Verurteilung des gefährlichen Mörders, der sich selbst „Professor“ nennt, viele Fragen ungeklärt bleiben. Dann geschieht ein Mord, der einem bestimmten Ritual zu folgen scheint, dessen Wurzeln in Afrika liegen, und das tödliche Spiel eines Wahnsinnigen geht weiter.

Thema und Genre:
Ein spannender Thriller, dessen Spuren tief in die Vergangenheit von Parkovs Familie führen. Es geht um Jugenderlebnisse, die prägend sind, aber auch um alte Rituale und vor allem um die Berufsethik in Forschung und Medizin. Rechtfertigen die enormen finanziellen Gewinne wirklich den Einsatz aller Mittel? Schauplätze sind diesmal neben Frankfurt auch London und der Kongo.

Charaktere:
Die Ermittler Marie und Daniel mussten lernen, einander zu vertrauen. Wobei Parkov sich nie ganz in die Karten blicken lässt. Er ist unangepasst und der unangenehme neue Chef der Einheit macht die Zusammenarbeit nicht einfacher. Doch die Chemie zwischen Marie und Daniel passt und Marie hat Daniels Schutzschild längst durchschaut und die tiefe Menschlichkeit dahinter erkannt. Ein von den Lesern geschätztes Ermittlerteam aus zwei Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten und ihren eigenen Dämonen.

Handlung und Schreibstil:
Die straffe Handlung in Zeitrahmen von zwei Wochen ist sehr spannend, mit unvorhersehbaren Wendungen und Verknüpfungen. Als Leser kann man nur den Ermittlungen und Erkenntnissen von Marie und Daniel folgen, eigene Vermutungen anstellen, wird dann aber immer wieder überrascht. Diesmal ergänzt der Autor die Haupthandlung mit einem zweiten, untergeordneten Handlungsstrang, wo Marie dem Polizeitherapeuten einige Vorgänge aus ihrer Sicht schildert, knapp nachdem der Fall gelöst wurde. Tagebuchaufzeichnungen eines Forschers, die Marie liest, erklären die in der Vergangenheit liegenden Zusammenhänge, sodass der Leser ein umfassendes Bild erhält. Der Autor nimmt sich in seinem packenden, einem Thriller angepassten Schreibstil immer wieder Zeit für bildhafte, poetische Beschreibungen, zusammen ergibt das Lesevergnügen pur.

Fazit:
Das Thema und die Handlung dieser packenden Thrillerserie sind sehr komplex und man sollte diese Serie von drei Bänden idealerweise in der richtigen Reihenfolge lesen. Auch wenn es genügend erklärende Rückblenden gibt, erhöht das Vorwissen die Freude an diesem sehr klug und gekonnt verknüpften Plot, der den Leser raten und vermuten lässt, aber kaum zu durchschauen ist. Für Leser, die neben der Hochspannung auch sprachliche Qualität schätzen.