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Benutzername: Sonennschein
Danksagungen: 15 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 43 Bewertungen
Bewertung vom 11.08.2014
Wer Wind sät / Oliver von Bodenstein Bd.5
Neuhaus, Nele

Wer Wind sät / Oliver von Bodenstein Bd.5


ausgezeichnet

Toll wie immer

Wieder ein toller und spannender Fall um das Team mit Kommissar Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff. Im Taununs will die Firma Windpro einen Windpark errichten. An diesem Projekt hängt natürlich eine Menge Geld. Doch die Voraussetzungen sind eigentlich alles andere als optimal, also wird ein Gutachten manipuliert und auch das reicht noch nicht. Ein Grundstück des Bauers Hirtreiter wäre zwingend nötig, aber er will nicht verkaufen. Seine Kinder, zu denen er nicht das este Verhälntis hat, sind hingegen entsetzt, daß er nicht verkaufen will. Könnte doch soviel Geld ihnen ein besseres und schuldenfreies Leben ermöglichen. Bauer Hirtreiter erhält Unterstützung von örtlichen, teils radikalen Naturschützern, die den Windpark mit allen Mitteln verhindern wollen. Wirklich nur aus Gründen des Naturschutzes? Der Tod des Nachtwächters von Windpro, der zunächst als Unfall scheint, entpuppt sich jedoch als Mord. Wer hatte ein Motiv? Kirchhoff und Bodenstein können nicht lange ermitteln, da geschieht schon ein weiterer Mord. Bauer Hirtreiter wird erschossen. Für von Bodenstein ist es ein verzwickter Fall, zum einen war Hirtreiter ein guter Freund seines Vater, zum anderen muß er sich immer noch mit der Trennung von seiner Frau Cosima auseinandersetzen und lernt hier während der Ermttlungen plötzlich eine andere Frau kennen. Diese jedoch verbirgt ihre wahre Identität und noch mehr. Der Roman ist wie die Vorgänger von Nele Neuhaus an Spannung kaum zu überbieten. Schnell wechseln die Handlungsstränge und man ist gefangen in der Geschichte, die sehr viel zu bieten hat und einen stets aufs Neue fesselt. Es kommt also wie es kommen muß, man kann das Buch so lange nicht aus der Hand legen, bis man es ausgelesen hat. Manchmal finde ich zwar die vielen Personen und ihre Handlungsstränge ein klein bisschen viel, aber es tut der Spannung schließlich keinen Abbruch. Die Aktualität des Themas ist geschickt gewählt und wunderbar verwoben mit Wirtschaftskriminalität und simpler Geldgier gepaart mit Intrigen, Eifersucht und vielem mehr. Ich kann nur sagen: absolute volle Punktzahl.

7 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.08.2014
Zwölf Leben
Mathis, Ayana

Zwölf Leben


sehr gut

Stolze Hattie

Die 15-jährige Afroaamerikanerin Hattie verliert früh ihren Vater. Er wird von Weißen offenbar ermordert und sie übenehmen einfach sein Geschäft. Ihr Vater war in der Gegende der einzige Schwarze, der allein ein Geschäfte führte. Hattie war schon jeher stolz auf ihre Familie. Ihre Mutter wandert mit ihr und ihren Schwestern gen Norden. Dort hofft man auf en besseres Leben, wenn man den rassenfeindlicheren Süden verlässt. Aber für Hattie ist dies ein Trugschluß. Als Teenager lernt sie den Afroamerikaner August kennen und wird schwanger von ihm. Hatties Mutter sagt ihr da schon, daß damit ihr Leben zerstört sei und sie soll nicht ganz untrecht behalten. Schlechte Zeiten brechen über Hattie hinein. Ihre Mutter stirbt auch kurz darauf und Hattie bekommt Zwillinge. August bemüht sich zwar redlich für seine Familie zu sorgen, aber er hat nicht den notwendigen Ehrgeiz. Den größten Schicksalschlag erfährt Hattie aber durch den Tod ihrer nur wenige Monaten alten Zwllingen, die sie hoffnungsvoll Philadelphia und Jubiliee genannt hatte. Die beiden Kinder sterben an Lungenentzüngung. Nach dem Tod der Kinder stirbt etwas in Hattie ab, ihre Hoffnung auf Glück werden sich nicht erfüllen. Hattie verbittert. Sie und August bekommen noch weitere Kinder, aber das Leben bleibt hart gegen Hattie. Ihr Mann August entpuppt sich als Enttäuschung. Statt einer geregelten Arbeit nachzugehen, nimmt er lieber Aushilfsjob an. Das Geld, das Hattie auf ein Haus anspart, gibt er lieber für sich aus. Für schicke Kleidung und Abende mit seinen Kumpel in Bars und seine unzähligen Affären. Trotzdem liebt er seine Kinder ist aber eben zu schwach und hat nicht den Ehrgeiz wie Hattie. Als Hattie Lawrence kennenlernt, flammt noch einmal ein Hoffnungsschimmer in ihr auf. Sie wird von Lawrence schwanger und faßt nach einem Streit mti August schließlich den Entschluß, ihn und die Kinder zu verlassen und mit Lawrence und der gemeinsamen Tochter fortzugehen. Sie denkt, daß sie noch einmal einen Neubeginn in ihrem Leben schaffen kann. Die Kinder will sie später nachholen. Leider wird ihr Leben auch mit Lawrence nicht besser. Auch er hat zwar die besten Absichten, aber seine Spielsucht ist stärker als diese. Hattie scheint nicht die Chance auf ein besseres Leben zu bekommen. Dies erkennt sie schon schnell und kehrt zu ihrer Familie zurück und auch im folgenden Leben kommen noch weitere Bitterkeiten auf sie zu. Kapitel für Kapitel erfahren wir Bruchstücke aus dem Leben von Hatties Kindern, die es ebenfalls nicht einfach haben. Wir können die Kinder nur in Ausschnitten kennenlernen, aber die Schwierigkeiten der Afroamerikaner und der schwelende Rassenhass und die Ungerechtigkeiten und Schwierigkeiten im damaligen Amerika ziehen sich wie ein Band druch das Buch. Hatties Hoffnungen werden nicht erfüllt, nicht für sie und nicht für ihre Kinder. Am Ende des Buches muß Hattie sich noch ihrer Enkelin Sala annehmen. Auch den Glauben zu Gott kann Hattie nicht finden, um dort vielleicht Trost zu erlangen.Zu hart hat ihr das Leben mitgespielt. Der Roman ist stark geschrieben und emotionsgeladen. Ein tolles Debut für so eine junge Autorin. Man verzweifelt mit Hattie und ist erbost über die Anfeidungen und kann Hatties Verbitterung verstehen. Über all die Jahre jedoch verliert sie nicht ihren Stolz. Sie weiß, daß sie ihren Kinder hätte mehr Liebe schenken müßen, aber sie war dazu nicht mehr fähig, dennoch sorgte sie für ihre Kinder unentwegt und wollte ihnen wenigstens das größtmögliche an materiellen Mitteln verschaffen. Ein sehr bewegender Roman.

Bewertung vom 11.08.2014
Is´ was, Dog?
Hayali, Dunja

Is´ was, Dog?


ausgezeichnet

Herrlich

Es lohnt sich wirklich dieses Buch zu lesen. Schon der Titel ist genial gewählt. Die Autorin Dunja Hayali schreibt so witzig und herzerfrischend, daß es eine wahre Lesefreude ist. Zudem ist der Roman in viele kurze Kapitel nach Themenbereichen gegliedert, so daß man auch schon mal zurückblättern kann und einzelne Kapitel noch einmal "genießen" kann oder anderen vorlesen, damit es mal etwas zum Lachen gibt. Ein wirklich sehr lustiges Buch, das ich nur jedem - auch Nicht- Hundebesitzern- empfehlen kann, allerdings besteht die Gefahr, daß man sich während des Lesens auch nach so einem treuen Wesen sehnt. Ich selbst habe noch keinen Hund besessen und konnte daher nur von kleinen Hundesitter-Erfahrungen zehren, aber manche Begebenheit, die Dunja Hayali schildert, kommt sogar mir bekannt vor.

Herrlich wie sie die Eigenheiten der lieben Vierbeiner skizziert, noch dazu die unterschiedlichen Rassen nebst Besitzern, die ihren Hunden immer ähnlicher werden. Dann die Episoden über Menschen, die überhaupt keine Hunde mögen oder die ganz vernarrten Hundebesitzer, die es doch ein bisschen weit mit ihrer Hundeliebe treiben, obwohl Dunja Hayali - und ich kann es auch nachvollziehen - hier auch davon nicht mehr weit entfernt ist. Das man als Besitzer eines Hundes nicht nur ein Haustier in sein Zuhause läßt, sondern auch vielen Untermietern wie Flöhen und Zecken usw. auch ein neues Heim bietet, mußte auch Hayali erfahren. Durch das Leben mit einem Hund geraten Dinge, die früher vielleicht essentiell waren, völlig in den Hintergrund, die Wohnung bleibt kein steriles Heim mehr und das Bett darf man bestenfalls noch teilen und schlimmstenfalls sogar für den Hund räumen. Auch die Partnerwahl sollte auf den Hund abgestimmt werden. Hayali berichtet uns "schonungslos", was alles auf Hundebesitzer zukommt und welche innige Liebe sie von diesem Lebewesen erfahren. Hayali schreibt locker flockig und mit herrlichem Augenzwinkern, wie sich das Leben mit Hund verändert. Ganz offen schildert sie die enge Verbundenheit mit ihrem Haustier und sie und Hündin Emma schließt man schon nach den ersten Seten ins Herz.10 Jahre Leben mit Hund haben deutliche Spuren bei der Autorin hinterlassen. Sie hat eine tolle Beobachtungsgabe in ihrem Leben mit Hund bewiesen und kann allerlei urkomische Eigenheiten von Hund und Besitzer und beider Zusammentreffen mit anderen Menschen ob nun Hundeliebhaber oder - hasser schildern, die einem oft genug die Lachtränen in die Augen treiben.

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch, das sich im Freundes- und Verwandtenkreis schnell rumgehen läßt. Ein Buch zum Lachen und Schmunzeln. Ich vermute fast, daß Hayali den Tierheimern einen kleinen Run auf Hunde und Golden Retriever beschert, denn kaum jemand kann sich dem Charme einer Golden Retriever-Hündin wie Emma entziehen.

Bewertung vom 11.08.2014
Schneewittchen muss sterben / Oliver von Bodenstein Bd.4
Neuhaus, Nele

Schneewittchen muss sterben / Oliver von Bodenstein Bd.4


ausgezeichnet

Super - liest sich in einem Zug

Ein unwahrscheinlich toller Krimi, den ich wirklich kaum aus der Hand legen konnte. Ein Buch, das man nur verschlingen kann, was einerseits an der sehr spannenden und verzwickten Handlung liegt aber auch an den kurzen Kapiteln mit den ständigen Wechseln der Personen und Szenen. Jetzt, wo ich schon mehrere Bücher von Nele Neuhaus gelesen habe, stelle ich immer wieder fest, wie sie die Geschichten miteinander gekonnt verwebt und die Spannung durch ihre Handlungswechsel so toll steigern kann. Nun zum Inhalt: Kommissar Bodenstein und Kollegen ermitteln in einem seltsamen Fall. Eine Frau mittleren Alters, die mit der U-Bahn nach Hause zurückkehrt, wird von einer Brücke auf eine befahrene Straße gestoßen und stirbt. Wo liegt hier das Motiv? Zeitgleich wird Tobias Sartorius aus der Haft entlassen. Er hatte als Jugendlicher seine ehemalige Freundin Stefanie wegen ihres Aussehens auch genannt "Schneewittchen" umgebracht. An dem Tatabend hatte er wohl zuviel Alkohol getrunken und einen Streit mit Stefanie. Schließlich konnte er damals anhand von Zeugenaussagen und Indizien überführt werden, doch Stefanies Leiche wurde nie gefunden. Tobias kehrt in sein Heimatdorf zurück. Dort in der eheamligen Gaststätte zieht er zum Argwohn der Nachbarn und Bewohner des Dorfes wieder ein. Schnell kommt es zu Aggressionen gegen ihn, u. a. auch zum Streit mit einem ehemaligen Lehrer, der ihm rät, das Dorf zu verlassen. Am nächsten Tag wird eben dieser Lehrer erhängt an einem Baum aufgefunden. Es war kein Selbstmord und schnell gerät Tobias als Tatverdächtiger ins Spiel. Wie hängt dies alles mit dem damaligen Veschwinden Stefanies zusammen und ist Tobias wirklich unschuldig? Schließlich muß sich auch noch die junge, in Dorf hinzugezogene Amelie einmischen. Sie sieht Stefanie sogar sehr ähnlich und findet den älteren Tobias sympathisch. Sie möchte ihm gerne helfen, doch dabei gerät sie selbst in große Gefahr. Diesen Roman muß man einfach lesen. Lange rätselt man, wie alles zusammenhängt und durchschaut die intriganten Verwicklungen nicht. Das Ermittlerteam ist zudem so sympathisch, daß es ein rundum gelungener Krimispass ist!

6 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.08.2014
Alles Liebe oder watt?
Matisek, Marie

Alles Liebe oder watt?


sehr gut

Lesevergnügen garantiert

In der Sylter Gemeinde Horrsum herrscht Krieg, wie man der Pastorin Silke Denneler die hier ihre neue Stelle antritt, schnell erzählt. Naja, Krieg ist eigentlich etwas übertrieben, aber die Bügerschaft ist etwas gespalten. Es geht um ein großes Grundstück, das an die Gemeinde zurückgefallen ist und um dessen Nutzung nun gestritten wird. Der örtliche Baunnternehmer möchte viel Gutes für die Gemeinde tun und dort einen Sportpark bauen. Das würde ihm und der Gemeinde Einnahmen bescheren, für zusätzliche Unterhaltung sorgen und mehr Tourismus bringen, was allen zu Gute käme. Ein Naturschützer und ehemaliger Schulfreund des Bauunternehmers ist strikt dagegen. Er möchte, daß das Gelände als Naturschutzgebiet gilt. Als wenn nicht alles schon verzwickt genug wäre, gehört nicht das komplette Grundstück der Gemeinde. Ein Teil des Grundstücks gehört einem unbekannten Erben, einem evtl. Nachfahren der Breckwoldts, die früher in Horssum gewohnt haben. Nach der Suche nach dem umbekannten Erben könnte vielleicht das Kirchenarchiv Lichts ins Dunkle bringen bzw. die Pastorenhaushälterin "Oma Grete", doch diese hat triftige Gründe zu schweigen, wie sich auch schon bald der Pastorin Silke erschließen wird. Eigentlich wollte sie sich vollkommen auf ihre neue Stelle und ihr neues Leben auf Sylt nach der Scheidung von ihrem Mann konzentrieren, doch das wird leider nicht gelingen. Schnell macht sie die Bekanntschaft der beiden Kontrahenten und muß auch als Pastorin erkennen, daß man in jedem Menschen auch manchmal das Gute erst suchen muß und sich nicht von anfänglicher Sympahtie blenden lassen sollte. Auch wenn Silke erst mal nichts mit Männern am Hut hatte, kann sie sich am Ende doch des Charmes eines Kandidaten nicht erwehren und nicht für Silke findet sich das große Glück... Ein schöner Roman für Zwischendurch, sehr lebensfroh und unterhaltsam geschrieben. Noch dazu sind manche norddeutschen Feinheiten und das Lebensgefühl vom Leben auf einer Insel authentisch rübergebracht worden, gespickt mit einem altem Geheimnis und somit perfekt zu einem unterhaltsamen Lesevergügen kombiniert.

Bewertung vom 11.08.2014
Lifelogging
Selke, Stefan

Lifelogging


ausgezeichnet

Bemerkenswert und super recherchiert

Dieses Buch von Herrn Selke ist wirklich ein bemerkenswertes und lesenswertes Sachbuch. Zunächst einmal ein ganz großes Lob an den Autor für seine execellente Recherche zu diesem Thema und die Querverweise,die mit Fußnoten und Quellenangaben im Rückteil des Buches versehen sind. Zum einen muß man schließlich bei Zitaten die Quellen vorweisen, aber der Autor gibt dem Leser somit auch die Möglichkeit, bei Interesse an diesem Thema, weiterzuforschen und andere Quellen und Bücher zu Rate zu ziehen. Das Thema "Lifelogging", also die Selbstvermessung, ist ein unheimlich komplexes Thema, aber das es so viele Möglichkeiten bietet und diese bereits schon in der Realität stattfinden, hatte ich gar nicht vermutet bzw. gewagt mir selbst vorzustellen. Nach der Lektüre dieses Buches bin ich auf jeden Fall niemand mehr, der allzu extreme Datenschützer milde belächelt. Der Autor schilder viele Möglichkeiten der Selbstvermessung, die bereits praktiziert werden oder eben technisch möglich sind. Er erhebt hier nie den streng erhobenen Zeigefinger, zeigt aber neutral die Gefahren und Riskiken des Lifeloggings auf. Aus medizinischer Sicht sind manche Arten der Selbstvermessung vielleicht noch hilfreich, auch die Archivierung von Fotos in einer Cloud u. ä. fand ich bisher nicht schlecht, schließlich sind dies alles verbesserte Möglichkeiten der Archivierung von schönen oder wichtigen Erinnerungen für sich selbst und die Nachwelt, aber diejenigen die z. B. mit "Google Glass" jeden ihrer Schritte archivieren, lassen dabei ihre Umwelt außer Acht, die vielleicht nicht zum "gläsernen Menschen" werden wollen. Wo muß man hier endlich Einhalt gebieten? Schließlich fragt man sich doch auch bei aller Sammelwurt von Daten des eigenen Körpers, ob man viele Gewohnheiten und Tatsachen, die bei der späteren Auswertung festgestellt werden, nicht auch ohnehin schon selbst wußte. Wozu haben wir schließlich ein Gehirn, ein Gedächtnis? Muß wirklich alles gespeichert und archiviert werden. Ist es nicht gerade gut, daß wir eben nicht alles im Gedächtnis behalten können, da eben manche Dinge eigentlich unwichtig oder auch unliebsame Erfahrungen simpel vergessen werden. Ich selbst brauche bestimmt nicht an jede Sekunde meines bisherigen Lebens erinnert werden. Was geschieht mit den Menschen bei immer mehr Selbstvermessung? Der Leistungsdruck steigt immer weiter, durch stetigen Willen der eigenen Optimierung. Leider sind viele Methoden schon ins tägliche Arbeitsleben eingezogen, gut beschrieben am Arbeitsalltag von Amazon-Mitarbeitern. Ich denke, es wird allerhöchste Zeit, daß nicht nur die Datenschützer warnen, sondern auch wir selbst uns auch auf mehr ethische Werte besinnen und uns gegen die zunehmende Form des Lifeloggins wehren. Fazit: Für mich ein Buch, das man nicht einfach mal so liest, sondern von dem man länger etwas hat. Ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen wird, über das man diskutieren und informieren kann und das eigentlich jeder einmal lesen sollte!

Bewertung vom 11.08.2014
Tanz der Tarantel / Commissario Cozzoli Bd.1
Wulf, Kirsten

Tanz der Tarantel / Commissario Cozzoli Bd.1


sehr gut

Krimi mit süditalienischem Flair

Die Halbitalienierin und Fotojournalistin Elena ist nach dem Scheitern ihrer Ehe mit ihrem kleinen Sohn Ben von Hambug zu ihrem Onkel Gigi nach Apulien gezogen. Hier versucht,sie weiter als Fotojournalistin zu arbeiten. Eine neue Liebe, Michele, einen etwas jüngeren Maler, hat sie auch gefunden. Gerade als sie noch kein Thema für eine mögliche Fotoreportage hat, ihr Onkel Gigi versucht sie erfolglos zu überreden, sich dem unverschämten Diebstahl alter Olivenbäume zu befassen, macht sie Bekanntschaft von Nicola und seiner Band, die musikalisch einen alten Brauch neu zum Leben erwecken. Auch andere Musiker versuchen dies, doch Nicola ist mit seiner Musik mittlerweile sehr erfolgreich. Pizicca, eine Musik, die früher rituell zelebriert wurde, um eine Frau, die von einer Tarantel gebissen worden war, wieder zu heilen. Manche geben nichts auf diese alten Pizicca-Geschichten, aber die Musik ist sehr mitreißend und verleitet viele zu Tanzgelagen. Elena bereitet eine Reportage mit Nicola vor und ist immer mehr fasziniert von seiner Musik und Cristina, der jungen Sängerin mit ihrer atemberaubenden Stimme. Als Nicola nicht zu einem Interview-Termin erscheint und Elena, dann früh morgens per SMS in eine alte Kapelle zu einem Treffen bestellt, ist sie zunächst verstimmt, macht sich aber doch zu dem Treffen in die verfallene Kirche auf. Dort allerdings muß sie Nicola tot vor dem Altar liegend auffinden. Er trägt noch dazu eine weißes Kleid, wie es früher die "tarantata", die Frauen, die von dem Tarantelbiss geheilt werden sollten, trugen. Elena ist sehr verstört und wird von der örtlichen Polizei nun auch noch als Tatverdächtige festgenommen. Durch Onkel Gigis Freundschaft zu Kommissar Cozzoli, kann aber Schlimmeres verhindert werden. Dennoch muß sich Elena ständig in die Ermittlungen einmischen, was Cozzoli einerseits von Nutzen ist, sie aber auch in Gefahr bringt. Der Krimi hat mir ganz gut gefallen, auch wenn er zu Beginn einige Längen hat. Es ist kein Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legen kann, dafür aber ein sehr gut geschriebener Krimi mit süditalienischem Flair. Man merkt deutlich, daß sich die Autorin vor Ort auskennt. Sie beschreibt das richtige Süditalien und malt nicht nur tolle Urlaubsfeeling-Bilder. Geschickt spannt sie den Erzählbogen, indem sie aus der Gegenwart in die kurzzeitige Vergangenheit wechselt und der Leser so einen Einblick in das Kennennlernen von Elena und Nicola bekommt und Elenas Eindrücke von Nicola, seiner Famile und seiner Umgebung mitbekommt. Schließlich muß hier das Tatmotiv liegen. Bis zum Ende ahnte ich nicht wie alles zusammenhing und es kommt zu einer interssanten Enthüllung, wobei ich hier einen Kritikpunkt anmerken muß, allerdings nur versteckt, da ich keinem Leser vorab zu viel verraten möchte. Nur soviel auf S. 331 hat sich die Autorin mit Verwandschaftsgraden vertan. Ein blöder Fehler, sollte doch eigentlich beim Lektorat auffallen. Ansonsten habe ich nichts zu bemängeln: Ein schöner Sommer-Krimi, der einem nicht die Nerven und den Schlaf raubt, aber eine spannende und interessante Geschichte um ein altes Ritual erzählt. Gerne würde ich mehr von dieser Autorin lesen.

Bewertung vom 11.08.2014
Das Haus der Lady Armstrong
O'Connor, Andrew

Das Haus der Lady Armstrong


sehr gut

Gelungene Familiensaga um einen irischen Herrensitz

Dieser Roman hat mir ganz gut gefallen, er liest sich problemlos und schnell, ist aber keineswegs zu oberflächlich geschrieben. Es geht hauptsächlich um einen alten Herrensitz, genannt "Armstrong House" in Irland. Mittlerweile ist das einst herrschaftliche und pompöse Haus sehr bauflällig und nicht bewohnbar. Der letzte Erbe des Anwesens ist der Architekt Nico Armstrong, der sich gerade von seiner Frau Susan trennt. Die beiden haben sich auseinandergelebt und trennen sich daher nicht im Streit. Susan kann Nico überzeugen, die alte Ruine zum Verkauf anzubieten, denn ihr Ex-Mann hat noch Schulden seiner Mutter zu tilgen und beide möchten schließlich ihrer Tochter ein gutes Leben ermöglichen. Nico widerstrebt es zwar, daß er den alten Herrensitz nicht weitervererben kann, aber es bleibt ihm keine andere Wahl. Im weiteren Verlauf des Buches lernen auf spannende Weise die früheren Bewohner von "Armstrong House" kennen. Erbaut wurde das Anwesen einst vom sehr verliebten Edward Armstrong für seine Frau Anna. Trotz ihrer großen Liebe, hatten die beiden nicht nur glückliche Zeiten in dem Haus. Edwards Cousin versuchte mit allen Mitteln, das Erbe an sich zu reißen und die Ehe der beiden zu manipulieren. Daß die Ehe anfangs kinderlos blieb, schien dem Cousin in die Hände zu spielen, aber Anna hat dies mit allen Mitteln zu verhindern gewußt. Dennoch haben sie und Edward große Schuld auf sich geladen, aber ihre Liebe ist daran wohl nicht zerbrochen. Edwards späterer Nachfahr Pierce, der mittlerweile nahezu verarmt in dem Herrenhaus lebt, ist kein Glück mit seiner Frau Clara beschert. Dies liegt aber sehr an seinem seltsamen und verschlossenen Wesen, denn Clara versucht über alle Maßen, an Pierce Liebe zu glauben, aber sie muß Grausames erfahren und das Haus in den Unruhen Irlands schließlich verlassen. Auch für Nico Armstrong ist die Geschichte mit "Armstrong House" nach dem Verkauf noch nicht zu Ende. Die neuen Besitzer engagieren ihn als Architekt für die Renovierung des Hauses und dabei kommt es zu interessanten Endteckungen und Verwicklungen. Fazit: Die Geschichte ist gut und interessant geschrieben. Über ein Jahrhundert erfahren wir von der Geschichte des Herrensitzes, allerdings nicht alles über die ganze Generation der Familie Edward, was eigentlich ein bisschen schade ist, aber die Hauptgeschichte liegt eben auf dem Haus. Gerne hätte ich noch erfahren wie es mit Edward und Anna und dem intriganten Cousin weitergegegangen wäre, doch hier endet der Erzählstrang eher aprubt. Ansonsten gelingt es dem Autor aber geschickt, die damalige Hungersnot und die Aufstände in Irland mit der Geschichte zu verbinden. Dies ist alles sehr gut gelungen und ich kann den Roman daher auch nur weiterempfehlen.

Bewertung vom 11.08.2014
Eisiges Geheimnis / Macy Greeley Bd.1
Salvalaggio, Karin

Eisiges Geheimnis / Macy Greeley Bd.1


ausgezeichnet

Sehr guter Thriller

Die 17-jährige Grace lebt bei ihrer Tante im winterlichen Montana. Sie wohnen recht abgelegen. Eines Tages beobachtet Grace eine Frau, die auf ihr Haus zusteuert. Diese wird von einem Mann angesprochen, den sie zu kennen scheint. Als eben dieser Mann die Frau angreift und diese auch noch Grace Namen ruft, alarmiert Grace die Polizei. Sie wundert sich, woher die Frau ihren Namen kennt, da ihr diese völlig unbekannt ist. Trotz der Anweisung der Polizei, nicht den Schutz des Hauses zu verlassen, macht sich Grace auf die Suche nach der Frau. Sie findet diese stark verletzt vor und jede Hilfe kommt leider zu spät. Völlig geschockt erfährt Grace nur noch, daß es sich um ihre vor Jahren einfach verschwundene Mutter handelt, die sie noch warnt. "Sie sind immer noch hinter dem Geld her." "Du weißt warum ich verschwinden mußte." Letze Worte, die Grace nicht verstehen kann. Völlig geschwächt von der bei ihr erst kürzlich durchgeführten Herztransplantation, bricht Grace erschöpft zusammen und schläft im Schnee ein. Nur knapp können die Sanitäter Grace retten. Sie ist sehr mitgenommen und steht verständlicherweise unter Schock. Vor 11 Jahren ist ihre Mutter einfach abgehauen und hat bis auf unpersönliche Geburtstagskarten mit Geld nie mehr etwas von sich hören lassen. Grace hat ohenin einen schweren Stand in der Kleinstadt. Sie wurde als Schülerin gemobbt, hat keine Freunde und gilt allgemein als seltsam. Da ihre Mutter damals wegen ihrer Trinkgelage und unzähligen Affären einen schlechten Ruf hatte, war es immer sehr schwer für Grace. Uhre Mutter Leanne Adams sowie deren Schwager Arnold, der Grace mit seiner Frau später aufgezogen hat, waren vor vielen Jahren in kriminelle Machenschaften verwickelt waren. Damals ermittelt Detective Macy Greely. Sie soll nun wieder die Ermittlungen vor Ort unterstützen. Macy kam damals schon zu keinem Abschluß. Man konnte Leanne und ihrem Schwager Arnold nichts nachweisen. Arnold betrieb eine Spedition und es gab den Verdacht des Menschenhandels mit sehr jungen ostdeutschen, illegalen Mädchen. Mittlerweile ist Arnold gestorben, aber seine Frau Elizabeth, Grace Tante, lebt noch. Sie tut viele gute Werke in der Kleinstadt, aber Macy glaubt nicht, an ihre damalige Unwissenheit. Ist Macy anfangs noch recht unwillig als sie auf Geheiß ihres Vorgesetzten Ray dort bei den Ermittlungen helfen soll, so verbeißt sie sich doch schnell in den Fall. Unterstützung findet sie bei Jared, einem der Sanitäter, die Grace gerettet habe. Macy war vor einigen Jahren mit Jared zusammen, aber die Beziehung zerbrach, da Jared nebenher noch eine Affäre hatte. Auch nach diesen vielen Jahren betreibt Jared diese komplizierte und gefährliche Affäre mit dieser Frau weiter, obwohl er wieder mit einer anderen Frau zusammen ist. Dennoch hat er ein sehr gutes Gespür für Grace und kann so mithelfen, daß die junge verstörte Frau sich nach und nach öffnet. Es stellt sich heraus, daß Grace als Kind damals sehr viel mitbekommen hat und so kann sie gegen Ende des Romans sehr zur Lösung beitragen. Nur leider holt Grace eine andere gefährliche und schlimme Vergangenheit wieder ein und sie gerät mehrmals in große Gefahr. Irgendjemand trachtet ihr nach dem Leben und sie wird auch noch von anderer Seite bedrängt. Dieser Thriller hat mich schon zu Beginn der LP sehr gefesselt und neugierig gemacht und ich wurde absolut nicht enttäuscht. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausnehmend gut. Eine wunderbare Mischung aus Thriller, Krimi und Zwischenmenschlichem. Gerne würde ich weitere Fälle um die sympathische Macy Greely lesen, die man hier auch ein wenig privat näher kennenlernte.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.