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Benutzername: Sonennschein
Danksagungen: 15 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 43 Bewertungen
Bewertung vom 18.02.2018
Finde mich - bevor sie es tun
Monroe, J. S.

Finde mich - bevor sie es tun


sehr gut

Fesselnd

Die junge Cambridge-Studentin Rosa ist vor 5 Jahre gestorben. Sie begang Selbstmord am Cromer Pier, als sie dort nachts in die Fluten sprang. Ihre Leiche wurde zwar nie gefunden, doch ein Abschiedsbrief in ihrem PC an ihren Freund Jar. Jar war damals wie alle anderen in Rosas Umgebung fassunglsos. Er konnte sich Rosas Suizid nicht erklären. Sie hatte zwar wirklich noch nicht viel Freude an ihrem Studium und trauerte immer noch sehr um ihren Vater, der vor kurzem gestorben war. Zu ihm hatte Rosa eine sehr enge Bindung, da er Rosa als Witwer allein aufgezogen hatte. Jar machte sich Vorwürfe. Hatte er damals nicht erkannt, daß Rosa so verzweifelt war und nicht weiterleben wollte. Sie hatten sich doch so geliebt und eine so gute Beziehung. Er konnte und kann das immer noch nicht glauben und hofft eigentlich immer noch, daß Rosa noch leben könnte. Dadurch das ihre Leiche nie gefunden wurde, kann er einfach nicht so recht mit ihrem Tod abschließen. Manchmal meint er sogar, sie in der Menschenmenge zu sehen, aber eigentlich weiß er, daß dies bloß auf einer Einbildung beruht. Dann sieht er sie eines Tages wieder am Bahnhof, sie sieht sehr verändert aus, er verfolgt sie, kann sie jedoch nicht erreichen. Wieder bloß eine Einbildung, eine Trauerhalluzination? Sein Freund Carl empfiehlt ihm eine Psychaterin, die sich auf Trauerhalluzinationen spezialisiert hat. Zeitgleich bekommt er von Rosas Tante Amy, die auch schwer unter dem Selbstmord der Nichte leidet, eine Festplatte übergeben, auf der sich offenbar ein Tagebuch von Rosa findet. Dies hat sie jedoch verschlüsselt und Jar muß erst einen Experten finden, der ihm das Tagebuch zuänglich machen kann. Warum wurden die Einträge so professionel verschlüsselt? Warum auf den PC ihrer Tante geladen und warum interessiert sich plötzlich die Polizei brennend für diese Festplatte? Jar fühlt sich zudem beobachtet und verfolgt. Als er die ersten Einträge von Rosas Tagebuch liest, die ihm leider nicht in der chronologischen Reihenfolge entschlüsselt zugehen, wächst seine Vermutung immer mehr, daß Rosa noch leben könnte. Dann erhält er plötzlich auch noch eine Nachricht von ihr. Er muß ihr helfen...

Dieser Roman ist wirklich genial konstruiert. Der Leser wird langsam aber sicher in die Irre geführt. Scheint etwas klar zu sein, ist es dies wieder nicht. Die Spannung wächst stetig. Dabei bedient sich der Autor verschiedener Elemente von Krimi, Agententhriller und zum Ende leider auch recht brutaler Details zu Foltermethoden, die nicht so mein Geschmack und auch nichts für zartbesaitete Leser sind. Schon recht früh im Verlauf der Handlung erahnt man zudem auch schon so einige Zusammenhänge, was ich zu dem frühen Zeitpunkt etwas schade fand. Dies sind aber meine einzigen Kritikpunkte. Trotzdem kann man das Buch nicht aus der Hand legen, da man unbedingt wissen muß, wie es ausgeht. Das Ende bietet dann noch mal eine kleine Überraschung mit einer dezenten offenen Frage, die aber die abgeschlossenen Handlung nicht beeinträchtigt.

Bewertung vom 20.03.2017
Last Minute Vegetarisch
Weber, Anne-Katrin

Last Minute Vegetarisch


sehr gut

Die Autorin dieses Kochbuchs, Anne-Katrin Weber, ist gelernte Köchin und studierte Ernährungswissenschaftlerin. Sie hat schon einige Kochbücher herausgegeben, was man auch bei diesem profimäßig gestalteten Kochbuch auch schnell erkennt.

Auch wenn ich keine Vegetariererin bin, so sprach mich dieses Kochbuch doch sehr an. Ich esse nicht jeden Tag Fleisch und versuche den Fleischkonsum auch in Grenzen zu halten, daher bin ich für vegetarische Rezeptideen offen. Und an diesen Rezeptideen mangelt es in diesem Buch absolut nicht. Für jeden Geschmack ist hier wirklich etwas dabei, denn es handelt sich hier um insgesamt 90 Rezepte, die vorgestellt werden.

Das Hauptmerk der Rezepte liegt hier aber auch auf der schnellen Zubereitung, was in unserer schnelllebigen Zeit schon sehr wichtig ist. Auch die Autorin selbst erklärt in ihrem Vorwort, daß sie neben dem Beruf nicht abends noch stundenlang in der Küche stehen will/kann und doch ihrer Familie ein ausgewogenes und leckeres Mahl servieren möchte. So entstand dann wohl auch die Idee zu diesem Kochbuch, das wirklich ausgesprochen schön und hochwertig gestaltet worden ist. Allein die enorme Größe sticht schon ins Auge. Es ist gebunden und mit einem praktischen Schutzumschlag versehen. Auch nach Abnahme des Schutzumschlages kommt noch einmal das ansprechende Cover des Umschlages zum Vorschein. Ein Lesebändchen hätte mich hier allerdings noch gewünscht, aber das ist nur eine Kleinigkeit.

Jedes Rezept wird übersichtlich auf der linken Seite im Buch aufgelistet. Die Rezepte sind hier für 2 Personen ausgelegt, lassen sich aber entsprechend verdoppeln. Die Zubereitung ist gut verständlich erklärt und im Zubereitungstext sind die verwendeten Zutaten noch einmal fettgedruckt, was mir sehr gefallen hat. Wenn es schnell gehen soll, findet man so wieder leicht Anschluß im Zubereitungstext. Hier hat jemand mitgedacht! Auf der rechten, gegenüberliegenden Seite findet sich dann immer ein wunderbares Foto des Rezeptes, das stets unheimlich gelungen ist und sehr appetitanregend gestaltet ist.

Das Kochbuch gliedert sich in folgende Bereiche:

Knackiges
Aufstriche
Leichtes
Pestos
Deftiges
Stullen
Knuspriges
Smoothies
Süsses

und dies alles immer unter dem Motto "Schnell mal was Knackiges" usw.

Die Tipps im Vorwort zur Vorratshaltung und zur Organisation waren mir tw. bekannt, aber doch schön, daß sie erwähnt wurden.

Großer Rezeptefundus

Die Vielzahl der Rezepte ist in 10 - 20 Minuten Zubereitungszeit zu realisieren. Allerdings betrifft dies natürlich die reine Zubereitung. Durch Koch- und Backzeiten kann es dann schon mal etwas länger dauern.

Ich fand das Kochbuch recht gelungen und die Auswahl der Rezepte ist wirklich enorm und sehr vielfältig. Wenn es mal schnell gehen soll/muß, wird hier jeder fündig. Ständig würde ich jedoch nicht auf dieses Kochbuch zurückgreifen wollen, weil es nicht so mein Ding ist, ständig auf halbfertige Waren aus dem Kühlregal, wie Pestos oder fertige Teige zurückzugreifen.

Bewertung vom 18.03.2017
Gefährliche Ernte / Perez Bd.2
Sola, Yann

Gefährliche Ernte / Perez Bd.2


sehr gut

Interessanter Krimi - wenn jedoch in weiten Teilen recht spannungsarm

Dieser Krimi spielt an der malerischen Cote Vermeille, im südwestlichsten Zipfel Frankreichs gelegen. Dort ist gerade Sommer und die Ferien haben begonnen. Sehr zum Leidwesen des Genussmenschen und Schlitzohrs Perez, der sich mit den Touristen und dementsprechenden Staus in seinem pittoresken Heimatort Banyuls-sur-Mer, einem Städtchen an der Küste, herumplagen muß. Perez ist ein harmloser Delikatessenschmuggler, der aber auf seine Kosten kommt. Wenn er es auch in steuerlichen Dingen nicht so ehrlich meint, so hat er doch das Herz auf dem rechten Fleck. Derzeit plagen ihn Sorgen bezüglich seiner erwachsenen Tochter, die sich in den Kopf gesetzt hat, zu heiraten. Leider ist ihre Wahl jedoch nicht die erste Wahl ihrer Mutter und diese verlangt vehement von Perez, dagegen etwas zu unternehmen. Als wäre das nicht schon Stress genug für Perez, so kommt es noch schlimmer für ihn. Im Weinberg seines Vaters wird eine Leiche gefunden. Antonio, Perez Vater, nimmt diese Angelegenheit sehr mit und bald schon ahnt, Perez, warum es seinen Vater so hart getroffen hat, denn auch er kannte den Toten und dieser Tote teilte mit Perez und seinem Vater ein Geheimnis. Ist dieses Geheimnis, das den Erfolg von Perez' Geschäften ausmacht, nun in Gefahr? Perez ist gezwungen, auf eigene Faust zu ermitteln, ehe die Polizei bei ihren Schnüffeleien im Weinberg zu viel von seinen Geschäften mitbekommt...

Dies war schon der 2. Fall um den Gelegenheitsdetektiv Perez aus Südwestfrankreich, jedoch mein erster Krimi mit ihm. In die Handlung lässt sich problemlos ohne Kenntnis des ersten Bands einsteigen. Die Gegend und die Landschaft und Perez verwandtschaftliche und freunschaftliche Beziehungen werden gut beschrieben. Man sieht die Gegend förmlich vor sich und es entstand ein stimmiges Bild. Die Figur des Perez ist wirklich interessant angelegt. Ein Ermittler, der nicht ganz so ehrlich ist, ein schlauer Fuchs, der aber ansonsten ehrbare, moralische Ansichten hat und ein echter Kumpel ist. Der Krimi als solcher war ebenfalls gut ausgedacht, jedoch lässt sich die Spannung arg vermissen. Erst gegen Ende nimmt die Handlung soweit an Fahrt auf, daß man das Buch dann wirklich nicht mehr aus der Hand legt. Doch über 2/3 des Buches plätschert das Geschehen leider recht beschaulich vor sich hin und dies auch ohne bedeutsame Nebenhandlungen, die vielleicht fesseln könnten. Dennoch werden viele aktuelle und ernste Themen angesprochen, die wirklich gelungen in den Krimi eingeflochten worden.

Bewertung vom 18.03.2017
Spreewaldtod / Klaudia Wagner Bd.2
Dieckerhoff, Christiane

Spreewaldtod / Klaudia Wagner Bd.2


sehr gut

Kommissarin Klaudia Wagner, die sich aus persönlichen Gründen aus dem Ruhrgebiet in den Spreewald an eine neue Arbeitsstelle versetzen ließ, steht vor einem neuen verzwickten Fall. Ein junger Mann wurde tot im Fließ aufgefunden. Bis seine Identität geklärt ist, muß Klaudia sich um reichlich andere Dinge sorgen. An ihrer Seite soll der eher verhasste Kollege Demel, mit dem sie schon kurz nach ihrer Ankunft im Spreewald Probleme hatte, ermitteln. Wie soll nun eine so enge Zusammenarbeit funktionieren? Dann tauchen natürlich immer wieder Erinnerungen an das schreckliche Erlebnis, in das Klaudia und ihr Kollege und Vermieter verwickelt war, auf. Auch die Familie ihres Kollegen und Vermieters, die einen mehr als tragischen Schicksalsschlag erleiden mussten, bereiten Klaudia große Sorgen. Nicht zuletzt ihre eigenen Schicksalsschläge kann Klaudia kaum verarbeiten.

Der neue Fall bringt also in gewisser Weise Ablenkung für Klaudia und die Zusammenarbeit mit Demel läuft besser als erwartet. Der Tote war ein rumänischer Erntehelfer, der wie viele andere Rumänen bei der Gurkenernte im Spreewald half. Doch was war der Grund für einen Mord? Denn Mord war es, wie die Gerichtsmedizin feststellte. Schnell gehen die Kommissare Gerüchte um einen möglichen korrupten Gurkenbauern nach. Doch auch ein fremdenfeindlicher Hintergrund oder Erpressung als Motiv drängt sich den Ermittlern auf. Keine leichte Aufgabe vor der die vom Schicksal gebeutelte Klaudia Wagner steht....

Dieser Krimi war genau wie sein Vorgänger sehr gut und logisch aufgebaut. Der Schreibstil und die Zeichnung der verschiedenen Charaktere war ebenfalls mehr als angenehm. Wenn auch die Spannung nicht so sehr im Vordergrund dieses Krimis steht, so liest sich dieser jedoch sehr angenehm. Sehr eingenommen wird man von den Sorgen und Nöten der Protagonistin Klaudia. Die Autorin schafft es gut, daß der Leser sich in sie hineinversetzen kann. Der Fall an sich lässt einen lange im Dunkeln tappen. Viele Nebenhandlungen werden noch weitergeführt, die aber in diese Krimireihe sehr gut integriert werden. Zum Ende hin überschlagen sich dann die Ereignisse etwas abrupt, doch es wird alles recht schlüssig aufgeklärt. Geschickt werden auch ein paar kleine Cliffhanger ins Ende gesetzt, die uns Leser mehr als neugierig auf den nächsten Krimi der Reihe machen. Alles in allem also gelungen.

Bewertung vom 18.03.2017
Sturmherz
Bomann, Corina

Sturmherz


sehr gut

Alexa Petri ist 38 Jahre alt und lebt und arbeitet als Literaturagentin in Berlin. Als sie erfahren muss, daß ihre Mutter Cornelia einen schlaganfall erlitten hat, eilt sie sofort zu dieser in die alte Heimat Hamburg. Cornelia, die auch im betagteren Alter immer noch ihren Buchladen führt, ist dort im Laden zusammengebrochen. Ihr Zustand ist mehr als kritisch, sie liegt im Koma und die Ärzte können noch keine abschließende Prognose wagen. Ihre Tochte Alexa wird nun nach einer Patientenverfügung ihrer Mutter gefragt. Alexa hat jedoch keine Ahnung, ob Cornelia so etwas veranlasst hat, ohnehin hat sich Alexa über so etwas nie Gedanken gemacht, denn das Verhältnis zwischen zu ihrer Mutter ist seit jeher mehr als angespannt. Bis zum 11. Lebensjahr von Alexa verlief ihrer Kindheit eigentlich ganz normal, doch dann verschwand ihrer Mutter für 3 Monate spurlos und kehrte ohne ein Wort der Erklärung zurück. Danach war ncihts mehr so wie früher, denn Alexa wurde von ihrer Mutter nur noch abweisend und kaltherzig bis bestenfalls gleichgültig behandelt. Alexa versuchte, um die Liebe ihrer Mutter zu kämpfen, doch vergebens, das Verhältnis zu ihr wurde nie besser. Dennoch ist Alexa jetzt fest entschlossen, die Betreuungsvollmacht für ihre Mutter keinem Fremden zu überlassen und sich selbst um die Mutter zu kümmern. In den Unterlagen der Mutter entdeckt Alexa dann jedoch keine Patientenverfügung, dafür aber einen alten, rätselhaften und nicht abgeschickten Brief von Cornelia an einen fremden Mann. Als dann im Buchladen ein älterer Amerikaner auftaucht, der Cornelia noch einmal sehen will, erfährt Alexa nach und nach vieles aus der Vergangenheit ihrer Mutter, womit sie niemals gerechnet hätte und duch die sie nun die Mutter etwas besser verstehen kann.

Dies war mein erster Roman der bekannten Autorin Corinna Bomann und ich war sehr eingenommen von ihrem Schreibstil, der einen von Anfang an wirklich mitreißt und fesselte. Im weiteren Verlauf fand ich jedoch einige Details der Handlng recht langatmig bis überflüssig. Es las sich zwar gut, aber es kam mir auch manchmal so vor, als ob Seiten gefüllt werden müssten. Andere Details hätte ich mir dafür eher ausführlicher gewünscht und diese wurden auch zum Ende des Romans dann leider nicht mehr so ausgeführt wie ich es es mir erhofft hätte. Dies fand ich schade. Dass die Handlung auf 2 Zeitebenen und dazu noch aus der Sicht von verschiedenen Protagonisten spielt, fand ich hingegen sehr gut. So etwas sorgt für Spannung und Lebendigkeit und gefällt mir eigentlich immer. Die Protagonistin Alexa wurde relativ gut gezeichent und sie war mir recht sympathisch, wohingegen die Figur der Mutter Cornelia für mich recht farblos blieb und ich auch nach Kenntnis des Geschehens aus Cornelias Vergangenheit ihr Verhalten nicht nachvollziehen konnte und nicht logisch fand. Die übrigen Figuren wurden auch durchweg interessant dargestelt, wobei manche Aktionen zwischen die Figuren etwas klischeehaft herüberkamen.

Ich wurde jedoch durch den wirklich hervorragenden Schreibstil gut unterhalten und kann daher noch gerne auf 4 Sterne aufrunden. Auf weitere Romane und natürlich die bisher verfassten Bücher der Autorin bin ich auf jeden Fall sehr neugierig geworden.

Bewertung vom 25.04.2015
Sündenbock / Schöffin Ruth Holländer Bd.2
Arendt, Judith

Sündenbock / Schöffin Ruth Holländer Bd.2


ausgezeichnet

Geglückte Fortsetzung der Krimi-Reihe um Schöffin Ruth Holländer

Dies ist der 2. Fall um Ruth Holländer, die als Schöffin zu Gericht bestellt wurde. Mittlerweile hat sie schon einigen Gerichstprozessen beigewohnt und nun ist es wieder ein Mordfall. Der Rentner Jürgen Dombroschke soll seine schwer pflegebedürftige und an Parkinson erkrankte Frau langsam mit Rattengift umgebracht haben. Da die Vergiftung mit Rattengift ähnliche Symptome wie die Parkinson-Krankheit verursachte und die Krankheit bei Frau Dobrosche schon seit einiger Zeit schlimmer geworden war, hatte auch der Hausarzt keinen Verdacht geschöpft. Als sie dann starb, hatte ihr Mann sie einige Wochen in der Wohnung liegen lassen und ihren Tod nicht gemeldet. Er war einfach überfordert. Erst als ihn sein Freund besuchte und dieser die Tote aufgrund des schrecklichen Gestanks in der Wohnung bemerkte, wurde die Polizei benachrichtigt und die Dinge nahmen ihren Lauf. Alarmiert durch das seltsame Verhalten des Ehemannes, kam die Polizei dem Verbrechen auf die Spur. Jürgen Dombroschke sprach nicht viel, aber er behauptete, seine Ehefrau bestimmt nicht willentlich mit dem Rattengift umgebracht zu haben, wenn - dann nur aus Versehen.
Vor Gericht kann sich Ruth ihn auch nicht als kaltblütigen Mörder vorstellen. Der kleine, schmächtige und schüchtern wirkende Mann, der sehr gepflegt in seiner wenn auch altmodischen Kleidung daherkommt, wirkt sehr unscheinbar. Aus der Vernehmung vor Gericht erfährt man, daß er seine Frau sehr geliebt hat und das Tanzen ihrer beider Leidenschaft war. Seine Frau war die tonangebende Person in der Ehe, die leider kinderlos geblieben ist. Beide hatten durch ihre Tanzturniere ein schönes Leben bis es zu der schrecklichen Erkrakung der Frau kam. Danach war sie verbittert und ließ dies ihren Mann deutlich spüren. Somit stellt sich den Schöffen und den Richtern die Frage, ob dies der Auslöser für die Tat war, denn einen anderen Verdächtigen als den Ehemann gibt es nicht. Nur der enge Freund des Verstorbenen irritiert Ruth ein wenig und sie begibt sich auf eigene Spurensuche. Diese wird allerdings sehr gefährlich für Ruth.
Neben diesem neuen Gerichtsfall beschäftigt sie aber auch wieder ihr Privatleben. Ihre Beziehung zu dem Staastsanwalt, den sie bei ihrem 1. Prozess kennengelernt hat, gestaltet sich alles andere als leicht und auch die fast erwachsenen Kinder sorgen für Trubel. Neben all diesen Sorgen muß Ruth auch schließlich noch ihr Bistro am Laufen halten.
Schon der 1. Roman um Ruth Holländer hatte mir ausnehmend gut gefallen und ich habe mich sehr gefreut, daß daraus eine Reihe geworden ist. Der 2. Band knüpft wunderbar an den 1. Band an. Die Protagonistin Ruth ist eine sympathische Frau mit normalen Alltagssorgen und einem gesunden Rechtsempfinden, mit der man sich als Leser gut identifizieren kann. Die Handlung wechselt wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit, was angenehme Spannung erzeugt. Die Geschichte berührt auch dies Mal sehr und zeigt wieder, wieviel menschliche Tragödien es doch geben kann.

Bewertung vom 25.04.2015
Janusmond
Winter, Mia

Janusmond


sehr gut

Düsterer Thriller, aber recht spannend

Christian Mirambeau, ein Kommissar in Louission/Frankreich, wird kurz vor dem Wochenende von dem Deutschen Leon Bernburg aufgesucht, der ihn bittet, ihm eine Bescheiniung auszustellen, die besagt, daß seine Zwillingsschwester Lune Bernburg vor 10 Jahren in Louission verschwunden ist. Lune kam damals zum Studium in diese Stadt, aber dann verliert sich nach einigen Monaten ihre Spur. Bernburg will seine Zwillinsschwester für tot erklären lassen und dies ist in Deutschland erst nach 10 Jahen möglich. Mirambeau ist ein wenig erstaunt, daß nach Lune in Frankreich nie offiziell gesucht wurde, es liegt sogar überhaupt keine Vermisstenanzeige vor. Daher vertröstet er Bernburg auf Anfang der folgenden Woche, ehe er ihm die gewünschte Bestätigung ausstellen wird. Zunächst möchte Mirambeau sich genauer mit dem Vermisstenfall beschäftigten. Er findet, daß es jede vermisste Person verdient hat, daß man nach ihr richtig sucht.

Damit hatte Leon Bernburg allerdings nicht gerechnet, vielmehr hatte er gehofft, noch am gleichen Wochenende wieder nach Deutschland abreisen zu können. In erster Linie ist Leon auch auf Drängen seines Freundes und Anwalts sowie seiner Ehefrau nach Frankreich gereist. Leons und Lunes Mutter ist gestorben und hinterläßt der verschwundenen Lune den größten Anteil des Erbes, ca. 8 Millionen Euro. Leon ist das Geld egal, aber sein Anwalt und seine Frau spekulieren auf Lunes Anteil, der dann an Leon fallen würde. Ohnehin ist Leon erstaunt, daß Lune Haupterbin ist, denn das Verhältnis zwischen Lune und der Mutter war immer schlecht. Die Mutter beschuldigte Lune schon früh, daß sie das Schlechteste in den Menschen hervorbringen würde. Da die Zwillinge in einem Monat mit 2 Vollmonden geboren wurden, meinte schon die Großmutter dies wäre ein schlechtes Zeichen. Durch Lunes Verhalten und ihren exzentrischen Lebenswandel bestätigten sich diese Behauptungen dann auch noch.

Mirambeau läßt sich von Leon berichten, was er über Lunes Aufenthalt in Louisson weiß. Vo dem Erbe erwähnt Leon jedoch kein Wort und er verschweigt noch verschiedene andere Dinge. Mirambeau begibt sich fasziniert von Lune auf Spurensuche und stöbert alte Bekannte von ihr auf, die ihn mit ihren Aussagen über Lune nur noch neugieriger machen. Nach und nach verliert Mirambeau die Distanz zu diesem Fall und läßt auch Leon an den Ermittlungen teilhaben. Unterdessen gibt es für die Polizei in Louisson einige Todesfälle und es zeigt sich, daß die Spuren und auch jene nach Lune ins sogenannte "Hurenviertel" von Louisson führen, in denen die abscheulichsten Dinge geschehen und nicht nur dort zeigen sich die dunkelsten Seiten der menschlichen Seele.

Der Thriller liest sich recht flüssig und ist durch die Rückblenden in die Vergangenheit und mittels der alten Briefe von Lune an ihren Bruder Leon recht abwechslungsreich geschrieben. Wenn ich auch einige Dinge eher abstoßend fand, so kam die düstere Atmosphäre recht gut rüber. gut fand ich hier, daß man sich dabei nicht in Details verliert. Auch wenn ich einige Aspekte nicht schlüssig fand und zum Ende hin nicht alles so geklärt wurde, wie ich mir das gewünscht hätte, ist es auf jeden Fall ein recht spannender Thriller.

Bewertung vom 11.04.2015
Die Falle
Raabe, Melanie

Die Falle


ausgezeichnet

Dieser Roman ist unglaublich spannend, faszinierend und geschickt geschrieben. Ein absoluter Pageturner, den ich nicht aus der Hand legen konnte. Das Cover mit dem eindruckvsvollen knapp gehaltenen Titel ist schon sehr auffällig und passt ausgezeichnet zu diesem raffinierten Psychothriller. Der Schreibstil ist sehr gut und baut eine sehr bedrückende Atmosphäre auf, in der man schnell in das Gefühlschaos der Protagonistin Linda versinkt. Ihre Ängste und Alpträume und ihren unaufhaltsamen Drang, dem Mörder iher Schwester auf die Spur zu kommen, kann man mehr als nachvollziehen.

Linda Conrads ist Ende 30 und eine erfolreiche und wohlhabende Autorin. Sie lebt schon lange allein. Zu den Eltern hat sie seit dem Mord an ihrer Schwester Anna vor 12 Jahren so gut wie keinen Kontakt mehr. Ihre einzigen Bezugspersonen sind ihr väterlicher Freund und Verleger Norbert, ihre Angestellte Charlotte, der Gärtner Ferdi und Lektoren oder Verlagsangestellte mit denen sie sporadisch Kontakt per Telefon oder email hat, denn Linda verläßt schon seit 11 Jahren nicht mehr das Haus. Es ist ihr einfach nicht mehr möglich, einen Fuß über die Schwelle ihres Hauses zu setzen. Niemand außer ihr, kennt den Grund dafür. Sie ist seit dem Gewalttod der Schwester so verstört, daß sie anfangs nur ihre Ruhe wollte und dann nachher nicht mehr aus der Isolation ausbrechen konnte.

Da sie eine berühmte und erfolgreiche Autorin ist, existieren natürlich allerlei Spekulationen darüber, warum sie keinen Kontakt zur Außenwelt hat. Es weiß auch niemand, daß sie ihre Schwester Anna damals auf so dramatische Weiese verloren hat, denn Conrads ist nur ihr Künstlername. Aber Linda hat es sich in ihrem Leben gut eingerichtet. Sie liest viel, schreibt Bücher und lebt irgendwie ihr Leben, bis zu dem Tag, der alles verändert und ihr Trauma um den Mord an der Schwester wieder aufleben lassen. In einem Journalisten, der im Fernsehen berichtet, erkennt Linda nämlich den Mörder ihrer Schwester wieder. Denn Linda war es damals, die Anna ermordet in ihrer Wohnung fand. Anna war schon tot, erstochen mit 7 Messerstichen, aber der Täter befand sich noch in der Nähe, er flüchtete gerade über die Terrasse und warf Linda noch einen Blick zu. Aus Augen, die sie nie vergessen konnte. Sie kannte den Täter nicht, hat aber sein Gesicht niemals vergessen. Die Polizei unternahm Nachforschungen und ermittelte auch mithilfe des Phantombildes, das aufgund von Lindas Angaben angefertigt wurde, aber nie konnte der der Täter ermittelt werden. Daran ist Linda zerbrochen. Sie hat es nie verwunden, daß sie die über alles geliebte Schwester Anna nicht retten konnte und fand auch keine wirkliche Hilfe in der Polizei, die ihr offenbar damals nicht allzu viel Glauben schenkte.

So kommt es, daß Linda meint, sie müsse den Täter ohne Hilfe der Polizei stellen und sie bereitet eine Falle vor. Eine Falle mit Hilfe dessen sie den Täter, den Journalisten, überführen will und dazu muß Linda psychisch und physich an ihre Grenzen gehen, denn nur so kann ihr Plan gelingen.

Bewertung vom 11.04.2015
Wiener Totenlieder / Carlotta Fiore Bd.1 (6 Audio-CDs)
Prammer, Theresa

Wiener Totenlieder / Carlotta Fiore Bd.1 (6 Audio-CDs)


sehr gut

Carlotta Fiore, die es zur Polizei nicht geschaftt hat, verdingt sich jetzt als Kaufhausdetektivin. An ihrem Arbeitsplatz sucht sie plötzlich ihr ehemaliger Ausbilder Hannes auf, mit dem sie eine kurze Beziehung hatte. Die beiden haben sich damals nicht im Guten getrennt. Hannes hatte sich mehr von ihrer Liaison versprochen, doch für Carlotta war es nur eine Affäre. Ohnehin kann sie nie eine feste Bindung eingehen, sie sucht immer nur kurze Abenteuer. Das Verhältnis zwischen ihr und Hannes ist nach wie vor gespannt. Aber Hannes kommt aus einem wichtigen Grund zu ihr. Carlotta soll zusammen mit einem ehemaligen Polizisten undercover an der Wiener Oper als Statistin ermitteln. An der Oper gibt es schon seit einiger Zeit rätselhafte Morde an den Darstellern. Dennoch wird die Oper nicht geschlossen und der Betireb läuft munter weiter. Die Polizei kommt mit ihren Ermittlungen überhaupt nicht weiter. Ein Motiv ist nicht zu erkennen, ein Bekennerschreiben o. ä. gibt es nicht. Alles ist rätselhaft. Da Carlotta die Tochter der verstorbenen, berühmten Opernsängerin Maria Fiore ist, hofft man, durch Carlotta und ihre "Beziehungen" mehr Einblick hinter die Kulissen des Opernbetriebes zu bekommen. Der ehemalige Polizist, der Carlotta unterstützen soll, ist ein unehrenhaft aus dem Dienst entlassener Kirpobeamter, der sich jetzt als Clown durchschlägt. Vor vielen Jahren ist seine Tochter verschwunden und man sie hat nie wiedergefunden. Das hat Konrad Fürst mürbe gemacht, er wurde zum Trinker, hat sich nun aber wieder gefangen und hofft immer noch darauf, seine Tochter wiederzufinden.

Carlotta und Konrad raufen sich nach einigen Startschwierigkeiten zusammen und nach und nach vertrauen sie einander. Carlotta hadert immer noch mit ihrer verstorbenen Mutter und den Geschehnissen aus der Vergangenheit.

In einem weiteren Erzählstrang wird aus dem Leben eines kleinen Mädchens erzählt, das schlimmer Alpträume plagen und das von seiner Mutter offenbar sehr isoliert von anderen Menschen erzogen wird. Wie die Geschichte des kleinen Mädchens mit den Morden an der Oper zusammenhängen, erschließt sich dem Leser erst nach und nach.

An der Oper geschehnen unterdessen weitere Morde. Auch Carlotta gerät in Gefahr und sie ahnt nicht, welche dramatischen Dinge noch aus sie zukommen werden und dass sie sich endlich ihrer Vergangenheit stellen muß.

Das Hörbuch hat mir ingesamt recht gut gefallen. Die Idee zu diesem Krimi ist sehr gut, allerdings ist die Handlung durch einige Nebenhandlungen zu sehr überfrachtet und wirkt dadurch teilweise etwas unglaubwürdig. Hier wäre weniger mehr gewesen, das trifft vor allem auch auf das etwas zu dramatische Ende zu. Ansonten fand ich die Lesung des Hörbuches sehr lebendig vorgetragen, somit verdient es durchaus sehr gute 4 Punkte.

Bewertung vom 03.03.2015
Verliebt in sieben Stunden
Morelli, Giampaolo

Verliebt in sieben Stunden


sehr gut

Locker und heiter, könnte ich mir gut als Verfilmung vorstellen

Der Roman ist eine unterhaltsame Lektüre für zwischendurch und man schließt das Buch mit einem heiteren und zufriedenen Gefühl ab. Es gibt ein Happy-End. Eine Verfilmung könnte ich mir hier sehr gut vorstellen. Man merkt, daß der Autor als Schauspieler arbeitet. Der Roman bietet einige amüsante Stellen und schließlich aber auch einige errnste Untertöne und ein Fazit, daß man sich zwar verstellen und verändern kann, im Grunde seines Wesens aber doch eigentlich gleich bleibt und man nicht um jeden Preis versuchen sollte, an einer Beziehung festzuhalten, wenn man eigentlich doch nicht zueinander passt.

Paolo scheint das perfekte Leben zu führen. Er arbeitet als Wirtschaftsjournalist bei einer bekannten Zeitung. Er ist attraktiv, hat eine attraktive Verlobte, Giorgia, die er bald heiraten wird. Beide besuchen sogar einen Ehevorbereitungskurs. Sie bewohnen eine schicke Wohnung, die mit den angesagtesten Möbeln, die selbstverständlich Giorgia, die einen unübertrefflichen Geschmack hat, ausgesucht hat. Paolo hofft auf eine Beförderung und nimmt daher pflichtbewußt die häufigeren, plötzlich angekündigten Dienstreisen, in Kauf. Wieder einmal verdonnert ihn sein angeberischer Vorgesetzte zu einer solchen kurzfristigen Reise. Dafür muß Paolo sogar schon wieder den Ehevorbereitungskurs mit Giorgia platzen lassen. Doch diese nimmt dies scheinbar so verständnisvoll hin. Was Paolo nicht ahnt, ist daß Giorgia und sein Vorgesetzter Alfonso schon seit längerem eine Affäre miteinander haben und die Dienstreisen nur vorgeschoben sind, um Paolo los zu werden. Als Paolo wegen eines überbuchten Fluges eine dieser Reisen nicht antreten kann und nach Hause zurückkehrt, muß er davon auf schmerzliche Weise erfahren: Er erwischt die beiden im Bett. Es kommt wie es kommen muß. Paolo verliert den Job bei der Zeitung, er verliert Giorgia und schließlich auch den Lebenswillen. Doch dem Pechvogel gelingt nicht einmal der Selbstmordversuch, einen Sprung aus dem Fenster überlebt er schwer verletzt. In dieser schweren Zeit erfährt er Unterstüzung von seinem tolpatschigen und nervigen Ex-Kollgen Ciro, der ihm ein liebevoller Freund wird. Ciro besorgt Paolo einen nenen Job, als Journalist bei "Macho Man". Paolo ist entsetzt, zuerst denkt er zuerst, es handelt sich bei "Macho Man" um ein Pornoblatt für Schwule, doch es kommt noch schlimmer. Es ist ein Lifestyle-Magazin für den modernen Mann. Paolo kann keine nüchternen und analytischen Wirtschaftsberichte verfassen - nein, er muß über Liftung, Mode, Frisuren, Shopping, "urologische Themen" und Ähnliches berichten. Dann wartet Enrico, der Chef des Blattes, mit einem neuem Thema auf. Paolo soll über einen neu entdeckten "Anmachkurs" für Männer berichten. Hier soll jeder Mann lernen, wie man es schafft, in nur 7 Stunden mit der Angebeteten im Bett zu landen. Anfangs völlig negativ gegen den Kurs und die so von sich überzeugte Valeria eingestellt, wendet Paolo die Masche mit Hilfe von Valeria auch bei Gioriga an und es wirkt...

Mehr sei nicht verraten, aber dieser heitere und lockere Roman ist auf jeden Fall lesenswert.