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Benutzername: raschke64
Wohnort: Dresden
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Danksagungen: 9 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 477 Bewertungen
Bewertung vom 11.05.2021
Der gekaufte Tod
Mack Jones, Stephen

Der gekaufte Tod


sehr gut

August Snow kehrt nach über einem Jahr nach Detroit zurück. Er zieht in das Viertel seiner Kindheit Mexicantown. Vor einem Jahr hat er 12 Millionen Dollar von der Stadt bekommen als Abfindung. Nicht lange noch seiner Rückkehr wird er von der Chefin einer Bank zu einem Gespräch eingeladen. Kurze Zeit später ist sie tot. Selbstmord. Doch Snow glaubt nicht daran und setzt etwas in Gang, das sehr gefährlich für ihn und sein Umfeld wird.

Mich hat das Buch überrascht. Anfangs bin ich nur schwer reingekommen. Mich störten der Stil und die Sprache. Nach einiger Zeit allerdings merkte ich davon nichts mehr. Ich kann nicht einmal sagen, ob ich mich daran gewöhnt hatte oder ob sich das im Laufe des Buches änderte. Was so harmlos losging, wurde im Laufe des Buches sehr spannend und teilweise abenteuerlich. Snow war mir anfangs nicht sehr sympathisch, doch auch das änderte sich im Laufe der Geschichte. So wurde das Ganze noch zu einem richtig guten Buch. Das Einzige, was mir nicht gefiel, war, dass alle handelnden Personen und Figuren zuerst mit ihrer ethnischen Herkunft vorgestellt wurden. Alles in allem gibt es von mir eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 05.05.2021
Nordwesttod / Soko St. Peter-Ording Bd.1
Jensen, Svea

Nordwesttod / Soko St. Peter-Ording Bd.1


sehr gut

Aufgrund privater Probleme kommt die Kommissarin Anna Wagner von München nach Kiel. Als in St. Peter Ording eine junge Frau vermisst wird, nimmt sie in der dortigen Polizeistelle die Arbeit auf. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist ziemlich gut, denn der Dienststellenleiter Hendrik Norberg unterstützt sie sehr. Die Suche nach der jungen Frau gestaltet sich schwierig, denn ihre Familie lügt offensichtlich.

Nordwesttod ist der erste Teil eine Reihe über eine SOKO in St. Peter Ording. Das Buch ist ein solider Krimi, ich würde ihn als Regionalkrimi bezeichnen. Er ist gut lesbar. Man erfährt sehr viel über die einzelnen Leute bei der Polizei beziehungsweise auch im Umfeld der Kriminalisten. Ebenfalls viel erfährt man über die Landschaft und die Ortschaften. Da ich dort bereits einmal Urlaub gemacht habe, habe ich vieles wiedererkannt und fühlte mich irgendwie auch heimisch. Die Ermittlungen wurden realistisch beschrieben. Und die Spannung war nicht extrem hoch, doch das störte mich nicht so sehr, weil alles andere nachvollziehbar war. Der zweite Teil der Reihe ist bereits angekündigt und ich werde ihn auf jeden Fall lesen.

Bewertung vom 03.05.2021
Die kleine Bücherei in der Church Lane
Lucas, Rachael

Die kleine Bücherei in der Church Lane


sehr gut

Lucy ist Lehrerin in Brighton. Sie steht komplett unter Stress und hat außer ihrer Arbeit fast kein Privatleben mehr. Nach einem Zusammenbruch rät der Arzt dringend dazu, dass sie sich längere Zeit ausruht. Deshalb fährt sie in ein kleines Dorf in den Cotswolds. Eigentlich wollte sie nur ihre Ruhe haben, doch ganz schnell wird sie in das komplette Dorfleben integriert.

Das Buch hat mich positiv überrascht. Ich hatte erwartet, dass es so ein typisches 0-8-15-Buch ist aus dem Genre. Man weiß nach Seite 3 bereits, wie es ausgehen wird. Das trifft hier zu mindestens für das Ende zu. Dazwischen allerdings entpuppt sich das Buch als sehr warmherzig und mit doch sehr viel Tiefgang. Da steht eine alte Frau im Mittelpunkt, die selbstbestimmt leben will. Mit allen Problemen, die das für ihre Kinder und sie selber hat. Da steht ein Dorf im Mittelpunkt, das noch sehr viel auf gegenseitige Nachbarschaft hält. Mit allen Vorteilen, aber auch den Nachteilen, dass jeder quasi alles voneinander weiß. Da steht aber auch eine Vergangenheit im Mittelpunkt, die den zweiten Weltkrieg betrifft und die Rolle der Frauen bei der Verteidigung. Das alles ist wunderbar miteinander gemischt und ein sehr großes Lesevergnügen. Ein Buch, dass zwar für das Genre die typischen Eigenschaften hat, trotzdem aber herausragt.

Bewertung vom 03.05.2021
Verhängnisvolles Lavandou / Leon Ritter Bd.7
Eyssen, Remy

Verhängnisvolles Lavandou / Leon Ritter Bd.7


sehr gut

Ein zehnjähriges Kind wird misshandelt und missbraucht. 25 Jahre später wird am Strand von Lavandou erneut ein misshandeltes und mit missbrauchter Junge in Mädchenkleidern gefunden. Die Polizei ermittelt. Doch dann beginnt eine Mordserie gegen verschiedene Unternehmer des Ortes. Leon Ritter hat seine eigene Theorie über das Ganze…

Das Buch ist eine gelungene Fortsetzung der Reihe. Wie immer geht es auch um die Familie von Leon und Isabelle, verschiedener Bewohner des Ortes und Angehörige der Polizei. Der Fall selbst ist relativ aktuell und interessant beschrieben. Als Leser weiß man allerdings schon ab der ersten Seite, um was es gehen wird. Auch wenn zwischendurch ab und zu eine kleine Überraschung eingebaut ist, weiß man, was einem erwartet. Das mindert für mich etwas die Spannung. Trotz allem ist es wieder eine gute Beschreibung von Land und Leuten und im besten Sinne ein Regionalkrimi.

Bewertung vom 03.05.2021
Der Abstinent
McGuire, Ian

Der Abstinent


weniger gut

Manchester 1877. 3 Iren werden gehängt. Sie gehören zu den Unabhängigkeitskämpfern. Der Ire James O‘Connor ist bei der englischen Polizei. Ursprünglich stammt er aus Dublin, nach dem Tod seiner Frau und seines Kindes verfällt er allerdings dem Alkohol. Sein Chef schickt ihm deshalb nach Manchester - seine letzte Chance, in der Polizei zu verbleiben. Dort hält er sich unter den in Manchester lebenden Iren einige Spitzel. Aus Amerika kommt Stephen Doyle, um die Freiheitsbewegung zu unterstützen. Sein primäres Ziel allerdings ist, den Bürgermeister von Manchester zu ermorden. Bei dieser Aktion allerdings ist O’Connor anwesend, sein Polizeikollege stirbt dabei. Doyle kann fliehen, O’Connor kommt ins Gefängnis.

Das Buch lässt mich zutiefst ratlos zurück. Positiv ist zu erwähnen, dass die Anfangsseiten zwar aufgrund der vielen handelnden Personen ein wenig unübersichtlich sind und man sich in das Geschehen erst hineinlesen muss. Danach allerdings ist es gut lesbar. Kurze Sätze, viele Dialoge. Es fehlt zwar etwas die Spannung. Doch das Buch ist nicht als Krimi angekündigt, sondern als Roman. Und dafür geht es für mich in Ordnung. Inhaltlich allerdings weiß ich gar nichts damit anzufangen. Alles wird nur angerissen. Gerade am Anfang hat man das Gefühl, der Autor steht der irischen Freiheitsbewegung absolut negativ gegenüber. Allerdings hatte ich auch nicht das Gefühl, dass er Sympathie für seinen Haupthelden bei der englischen Polizei hat. Auch der weitere Fortgang der Geschichte lässt mich immer wieder fragen: Was will der Autor mir damit sagen? Ich konnte mir die Frage bis jetzt nicht beantworten. Das Ende allerdings hat mich dann etwas wütend gemacht. Ich habe überhaupt nicht verstanden, was es sollte. Möglicherweise liegt es an mir. Trotzdem kann ich leider das Buch so nicht weiterempfehlen.

Bewertung vom 03.05.2021
Der Donnerstagsmordclub / Die Mordclub-Serie Bd.1
Osman, Richard

Der Donnerstagsmordclub / Die Mordclub-Serie Bd.1


sehr gut

Ein ehemaliges Kloster ist jetzt eine Art Altersheim. Um es korrekt zu sagen, es ist eine gehobene Seniorenresidenz, deren Mitbewohner im Arbeitsleben zumeist berühmte Persönlichkeiten waren oder spezielle Berufe hatten. Jetzt beteiligen sie sich an verschiedenen Unternehmungen, denn der Tag in der Residenz ist mehr als ausgefüllt. Unter anderem haben sie auch einen Donnerstagsmordclub. Gegründet, um zu versuchen, alte Fälle aufzuklären. Der zur Residenz gehörende alte Friedhof soll plattgemacht werden. Während sich die Senioren noch dagegen wehren, geschieht direkt vor ihren Augen einen Mord. Und natürlich lässt das denn Donnerstagsmordclub nicht ruhen.

Das Buch hat von allem ein bisschen. Es ist ein Krimi der speziellen Art. Nicht direkt regional, aber in die Richtung angelehnt. Es ist aber auch das, was ich so als typisch schrägen britischen Humor bezeichnen würde. Gleichzeitig ist es aber auch eine Studie von Menschen im hohen Alter. Diese Mischung macht das Buch zu etwas besonderem. Krimiliebhaber werden vermutlich bemängeln, dass es nicht so wirklich spannend ist. Ehrlich gesagt, war es mir völlig egal, wer der Mörder ist und warum. Die Beschreibung drumherum fand ich viel interessanter und teilweise richtig witzig. Ich habe mich über die treffenden Bemerkungen und Beschreibungen oft köstlich amüsiert. Das ist auch der Grund, warum ich eine Leseempfehlung ausspreche.

Bewertung vom 19.04.2021
GIRL A
Dean, Abigail

GIRL A


sehr gut

Alexandra, genannt Lex, ist 15. Sie ist komplett unterernährt, völlig verdreckt und dem Tode nah, als sie auf einer Straße aufgefunden wird. Sie konnte aus dem Haus ihrer Familie fliehen. Dort war sie über längere Zeit zusammen mit ihren Geschwistern eingesperrt. Ihr Vater war in einer Art religiösen Wahn verfallen, die Mutter hat sich dem nicht widersetzt. Auch der ältere Bruder wollte nicht wirklich helfen. Nach der Flucht bringt sich der Vater um, die Mutter kommt ins Gefängnis und die überlebenden Kinder werden auf verschiedene Familien aufgeteilt und teilweise adoptiert.

Das Buch ist inhaltlich sehr heftig. Die Geschichte wird aus Sicht von Lex, in der Öffentlichkeit Girl A genannt, erzählt. Man erfährt, was nach ihrer Flucht passiert ist. Die Geschichte wird in verschiedenen Kapiteln erzählt, in denen es sich jeweils um ein bestimmtes Geschwisterteil handelt, alles in der Gegenwart und in Rückblenden. So erfährt man erst nach und nach, was wirklich passiert ist. Das ist gut gewählt, denn die Geschehnisse sind extrem aufwühlend und schwer verständlich. Normalerweise sind Eltern dazu da, ihre Kinder zu schützen und ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Doch diese Eltern sind einfach nur der Horror. Als Leser kann man auch verfolgen, wie schwer es für die überlebenden Kinder ist, später ein normales Leben zu führen. Eigentlich ist es fast unmöglich und jeder schleppt einen Riesenrucksack von Problemen aus der Kinder- und Jugendzeit mit sich herum. Es ist ein Buch, dass zwar gut lesbar ist, dass einen aber noch lange beschäftigt.

Bewertung vom 19.04.2021
Die Wahrheit der Dinge
Thiele, Markus

Die Wahrheit der Dinge


ausgezeichnet

Frank Petersen ist Richter. Er hat eine feste Meinung zu seinen Entscheidungen. Doch in den letzten zwei Jahren wurden vier seiner Urteile vom übergeordneten Gericht angezweifelt und zurückverwiesen. Das ist für ihn schwierig. Außerdem ist seine Frau der Meinung, dass sie eine Auszeit braucht, und verlässt ihn. In dieser Krise beginnt Frank, über sich und seine Entscheidungen nachzudenken, und es kommen Zweifel auf.

Das Buch hat mich überrascht, und zwar sehr angenehm. Es bezieht sich auf zwei wahre Rechtsfälle, die im Buch allerdings nur Anstoß geben und zu einer völlig anderen Geschichte verarbeitet wurden. Mir hat zum ersten der Stil gut gefallen. Er ist angenehm zu lesen und verfällt nicht in Juristendeutsch. Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass es hier keine eindeutige Wahrheit gibt. Natürlich erkennt man, dass der Autor bestimmte Ansichten vertritt. Aber er lässt durch das Auftreten der verschiedenen Personen: des Richters, der Ehefrau, einer Betroffenen, verschiedene Ansichten auf die Fälle zu und überlässt es dem Leser, eine endgültige Entscheidung für sich selbst zu treffen. Außerdem gibt das Buch unheimlich viele Anregungen, um sich eigene Gedanken zu machen. Es ist ein interessanter Einblick in hinter Rechtsfälle und hinter die Personen, die die Entscheidung dazu treffen.

Bewertung vom 12.04.2021
Höllenkind / Clara Vidalis Bd.8
Etzold, Veit

Höllenkind / Clara Vidalis Bd.8


gut

In Rom wird eine Hochzeit gefeiert, uralter römischer Adel verbindet sich in der sixtinischen Kapelle. So war es jedenfalls gedacht, doch die Braut stirbt noch vor dem Ja-Wort qualvoll. Und sie wird nicht die einzige in der Familie bleiben. Gleichzeitig wird in Berlin Clara aufgrund des letzten schlecht gelaufenen Falls zeitweilig vom Dienst beurlaubt und fährt mit ihrer Freundin nach Florenz. Dort wird sie von der Polizei kontaktiert wegen eines Falles und der Zusammenarbeit in der Vergangenheit. Und so ermitteln Clara und später auch McDeath – nicht wirklich offiziell.

Ich mag die Reihe um Clara sehr und habe auch alle Bücher gelesen. Höllenkind weicht ein bisschen von den vorherigen Thrillern ab. Es ist eindeutig weniger spannend. Und auch viel weniger blutig/grausam. Interessant war für mich die Historie, die Zusammenhänge mit Dantes göttlicher Komödie und die Beschreibung von Florenz und Rom. Ich bekam Lust, nach Italien zu fahren. Es war irgendwie teilweise mehr Reiseführer als Thriller. Und es war mir auch ein bisschen zu viel Verweis auf die vorherigen Bücher. Alles in allem ist es aber immer noch gut lesbar und ich werde auf jeden Fall die Fortsetzung der Reihe verfolgen.

Bewertung vom 12.04.2021
So wie du mich kennst
Landsteiner, Anika

So wie du mich kennst


sehr gut

Karla und Marie sind Schwestern und sie sind ihr ganzes Leben lang extrem eng verbunden. Dabei lebt Karla weiterhin in Franken in der Heimat und Marie ist Fotografin in New York. Auch auf die Entfernung hin verstehen sie sich blendend. Doch Marie stirbt bei einem Unfall und Karla löst ihre Wohnung auf. Dabei bekommt sie immer mehr Fragen, ob sie ihre Schwester wirklich gut kannte.

Das Buch ist sehr lesenswert. Eine einfache direkte Sprache erzählt von einem Schwesternpaar und deren Familien. Es geht vor allem darum, wie Karla ihre Gefühle äußert beim Auflösen der Wohnung. Die Geschichte davor wird immer wechselseitig aus Sicht von Karla und Marie erzählt. Das geschieht sehr warmherzig und als Leserin kann man es völlig nachvollziehen. Wohl jeder hat so etwas ähnliches schon einmal erlebt und hat sich die gleichen Fragen gestellt. Und wie oft staunt man, dass man die Angehörigen dann doch nicht so genau kennt, wie man eigentlich denkt.

Zwei kritische Anmerkungen von mir, die allerdings nicht in die Punktezahl bei der Bewertung eingeflossen sind:
Zum einen empfand ich das Cover als sehr altmodisch. In der Geschichte geht es um moderne Frauen in der Gegenwart, auf dem Foto wirkt es wie in den fünfziger oder sechziger Jahren mit dem entsprechenden Rollenbild.
Die zweite Anmerkung betrifft den Hinweis des Verlages auf den ersten Seiten, dass der Roman geschrieben wurde, bevor es COVID-19 gab. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was das soll. Hält man die Leserinnen für so blöd, dass sie dies nicht von allein erkennen? Und soll zukünftig in jedem Buch stehen, dass es vor, mitten oder nach COVID geschrieben wurde?