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Benutzername: Monili84
Wohnort: Aachen
Über mich: "Wenn du nicht all deine Bücher lesen kannst, dann nehme sie wenigstens zur Hand, streichle ein wenig über sie, schau' etwas hinein, lasse sie irgendwo auffallen und lese die ersten Sätze, auf die dein Auge fällt, stelle sie selbst auf's Bord zurück, ordne sie nach deinen Vorstellungen so, daß du wenigstens weißt, wo sie sind. Laß' sie deine Freunde sein; lasse sie auf alle Fälle deine Bekannten sein." (Winston Churchill )
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Bewertungen

Insgesamt 180 Bewertungen
Bewertung vom 07.03.2014
Blinde Vögel / Beatrice Kaspary Bd.2
Poznanski, Ursula

Blinde Vögel / Beatrice Kaspary Bd.2


sehr gut

Alles andere als Blindflug,den die Kommissare Kaspary und Wenninger in ihrem zweiten Fall hinlegen:
Auch hier trifft Poznanski gewohnt den Zeitgeist von heute - schon auf dem Buchrücken prangt in blutigem Rot "Status: ermodert" Hier hat die deutschsprachige Autorin einen niveauvollen Kriminalfall erdacht; Schauplatz ist u a eine Facebook Gruppe von Lyrik-Liebhabern, aber schon bald wird klar, dass nicht deren Liebe zum geschriebenen Wort, sondern die Vergangenheit im ehemaligen Jugoslawien und den kriegerischen Auseinandersetzungen und Menschenrechtsverletzungen der Neunziger zu finden sind.
Salzburg und das Umland werden Fundort diverser Mordopfer, wobei nicht auf Anhieb ersichtlich ist, dass es sich um Fremdeinwirkungen handelt. Beatrice Kaspary weiß, hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu, ihr geschulte Nase muss nur noch den passenden Beweis für dieses Bauchgefühl finden. In Florin Wenninger hat sie auch dieses Mal einen menschlichen und doch professionellen Kollegen, der ihr in Rat und Tat zur Seite steht.
Zu viel verraten möchte ich nicht, aber ich verspreche nicht zu viel, dass es auch im Finale der "Blinden Vögel" für Beatrice, die wackere Mutter zweier Kinder, brandgefährlich wird. Sie muss gar erneut um ihr Leben bangen.
Ein psychologisches Meisterwerk, dass sich nur an wenigen Stellen mit mörderischen Details befasst, die eindeutig daherkommen, aber nicht ganz zu blutig.
PS: Da ich den ersten Teil nicht in GÄnze kenne, empfehle ich jedem, zuerst diesen zu lesen. Bin sehr tolerant, was Nullstellen in Krimis angeht, aber in diesem Fall sind die Verweise so deutlich und anregend, dass ich die Lektüre von "Fünf", Poznanskis Thriller-Debüt noch nachholen möchte

Bewertung vom 07.03.2014
Rosie und Moussa
Cock, Michael de; Vanistendael, Judith

Rosie und Moussa


ausgezeichnet

In angemessenem Tonfall erzählt die Autorin in diesem großartigen Kinderbuch die Geschichte von Rosie und Moussa. Sie zieht mit der alleinerziehenden Mutter in dessen Mehrfamilienhaus. Doch das lebt regelrecht, da gibt es den knausrigen Nachbarn, eine reizende alte Dame, aber auch eine bemerkenswerte Katze, die noch eine tragende Rolle bei der Rettung der Protagonisten vom Hausdach spielen soll.
Das Buch liest sich wirklich gut und auch der jüngere Leser wird gleich Gefallen daran finden. Neben dem Text finden wir etliche charmante, teilweise großflächigere Bilder in schwarz weiß, die zum Verweilen einladen.
Das Schriftbild ist großzügig und der Umfang des Buches überschaubar und auf für ungeübtere Leser zu bewältigen.
Die Idee des Romans bringt viele kulturelle Aspekte mit sich. Es geht um Neuanfang, um Freundschaft und Vertrauen, nicht zuletzt um kindliche Neugier auf Andersartiges, das sich beim näheren Hinsehen als große Chance auf einen Neubeginn entpuppt. So auch der Umzug in einen neuen, scheinbar nicht so tollen Stadtteil. Auch dort können Kinder wie Rosie und Moussa Spannendes erleben und über sich hinaus wachsen. Besonders mochte ich auch die ältere Dame, die die beiden vor dem bösen Hausmeister in Schutz nimmt 3 Die Dame von nebenan ist für mich ein Plädoyer an die Erwachsenenwelt, dass wir uns im Herzen unser Kindsein weiter bewahren und die Welt öfter mit Kinderaugen sehen sollten !!!

Bewertung vom 07.03.2014
Mit eigenen Augen
Svingen, Arne

Mit eigenen Augen


ausgezeichnet

Ein Buch, dass das Herz junger Leserinnen höher schlagen läst !
Angefangen bei dem gutaussenden, musikalischen Protagonisten, der aber immer mehr von seiner dunklen Seite und seinen Zweifeln eingeholt wird, glänzt das Buch durch seine einzigartigen Grafiken. In großen Bildern in dezenten schwarz- weiß und grau Tönen hebt sich vermehrt die Farbe rot ab.
So sieht auch der junge Musiker sprichwörtlich rot: endlich wird seine Welt wieder voller Farben, nachdem er zuletzt den magischen Moment durch die Musik nicht mehr erfahren konnte.
Er begegnet einem jungen Mädchen, die so anders ist als alle anderen. In ihrer blinden Zartheit und Unvoreingenommenheit kann sie ihn endlich berühren und er verfällt nach ihrer Begegnung in Sehnsucht. Gespiegelt wird nicht nur die innere Gefühlwelt, sondern auch die Blindheit der Augen spricht in den nachtschwarzen Buchseiten zum Leser. Eine gelungene Geschichte mit einem passenden Ende, das zum Weiterträumen einlädt !

Bewertung vom 07.03.2014
Das Buch der Offenbarung, Graphic Novel
Dorff, Matt; Koelle, Chris

Das Buch der Offenbarung, Graphic Novel


ausgezeichnet

Schon der psyschedelische Blick auf dem Cover lädt ein, selber einen genaueren Blick in dieses außergewöhnliche Werk zu werfen.
Textlich orientiert sich Dorff/Koelle an der lutheraner Übersetzung, was mir als Katholik einige neue Formulieren einbrachte, die ich so bisher nicht kannte. Nichtdestotrotz ohne exegetisch in die Tiefe gehen zu wollen, ist diese Erscheinungsform einer biblischen Quelle eine echte Inspiration. Geschickt werden Worte zu fessenden Bildern. Sie sprechen förmlich aus dem Buch zum Lesenden und helfen so über die Vorstellungsgrenze des Christen der Neuzeit hinweg, der mit Verlaub, mit dem alten Gottesbild sicherlich so seine Probleme haben könnte. Als Filmmensch gelingt es dem Autor mit Hilfe grafischer Mittel uns die Projektionen per Screen Shot direkt in den Kopf zu zaubern. So fällt es nicht länger schwer, mit Hilfe dieser modernen Adaption des alten Textes, sich vorzustellen, wer da kommen mag am Tag des jüngsten Gerichts. Wer sich bis dato eher für die klassischen Umsetzungen dieser Bibelstellen, wie sie in großen und kleinen Kirchenhäusern zu finden sind, interessiert, sollte sich ruhig diese neuartige Form der Graphic Novell vor Augen halten. Auch so verliert der Inhalt nicht an Stärke, im Gegenteil: die Farbgewalt der Bilder und die detailreichen Darstellungen begeistern bis zur letzten Seite. Besonders das Farbspiel von hell und dunkel passt sowohl zur Graphic Novell, aber auch zu der Vorlage dieser einzigartigen Geschichte, die wir laut Forschung Johannes zu verdanken haben. Dankbar nehme ich als Christ mittleren Alters zur Kenntnis, dass solch ein Buch die Chance bietet, junge Menschen wieder für das Thema Religion und Glaube zu begeistern.

Bewertung vom 07.03.2014
Die wundersame Reise einer finnischen Gebetsmühle
Paasilinna, Arto

Die wundersame Reise einer finnischen Gebetsmühle


ausgezeichnet

Rund um die Welt geht es für die kleine Gebetsmühle auf ihrer wundersamen Reise, die sonderlicher nicht sein könnte. Schon die GEbetsmühle an sich, ist ein kurioser Einfall zweier Freunde.
Der Eine, nicht nur beruflich gescheitert, bleibt auf einem Betriebsausflug per Bott in der See einsam zurück. Gedanklich umtriebig beginnt er an seinem atheistischen Sein zu zweifeln. Nach der Rückkehr, nachdem sich herausgestellt hat, dass er bei seinem Tüfftlerfreund nicht in Vergessenheit geraten war, machen sich die beiden frisch ans Werk.
Der Erfinder hat etwas ganz neuartiges erdacht, das eine Geschäftslücke in dieser umtriebigen Welt zu sein scheint: eine Gebetsmühle, eine die allen Gläubigen helfen soll, egal zu welchem Gott sie beten. Sie soll quasi nicht multikulturell, sondern multitheologisch sein.
Es ist nicht weiter verwunderlich, dass die einfache Idee so manch Tücke birgt. Auf der Werbereise über mehrere Kontinente wird der Prototyp mehrfach weiterentwickelt, ja er hat auf einmal sogar ein Eigenleben, das nicht nur zum Vorteil gereicht.
In gekonnter Sprache und mit entsprechender Botschaft kommt das neue Werk Paaslinnas daher. Ein Buch für Gläubige, wie auch realistische Leser, das uns an vielen Stellen schmunzeln lässt und doch einer ehrwürden Tonfall in Demut beibehält - so dass ich mich vor dem großen Autor in entsprechender dankbarer Geste verbeugen möchte.

Bewertung vom 07.03.2014
Worte sind nicht meine Sprache
Chambers, Aidan

Worte sind nicht meine Sprache


sehr gut

Ein wundervolles Buch, das sich für junge Leser wie auch Erwachsene eignet.
Der junge Protagonist sucht den Lieblingsschriftsteller seiner Angebeteten auf. Dieser erzählt uns in diesem Buch die Geschichte, die sowohl seine als auch die des Jungen ist. Beide Figuren sind geprägt von Verlusten naher Angehöriger. Der Schriftsteller ist seit Jahren ohne seine Frau und nur durch sie konnte er seine Worte finden und künstlerisch Schaffen. Dem Jungen ist die Sprache von jeher ein fremdes Medium. Zugang zur Welt fand er vor allem durch seinen Vater, der ihn einst wie niemand anders verstand. Seine Mutter ist stets bemüht um den jungen Heranwachsenden und doch sind ihre Mittel mehr als beschränk.
Besonders gefallen hat mir die Schreibweise, die Sätze passen zu den Figuren, wie auch zu deren Lebenswandel und drücken kunstvoll aus was allein Begriffe nicht vermögen.

Bewertung vom 07.03.2014
Rimbaud und die Dinge des Herzens
Benchetrit, Samuel

Rimbaud und die Dinge des Herzens


ausgezeichnet

Von ganzem Herzen erzählt Benchetrit seinen Lesern die Geschichte eines kleinen Jungen, der sich plötzlich mutterseelen allein in der Welt findet. So begibt er sich auf die Suche. Eigentlich will er nur seinen großen Bruder finden, doch mehr und mehr wird klar, dass Charly, der für einen Zehnjährigen verdammt weise und philosphisch denkt, von der gescheiterten Existenz, die sein Bruder Henry mit sich bringt, nicht viel zu erwarten hat.
Sein Weg ist unaufgeregt und doch mutig, so dass jede Annekdote ihren Gehalt mit sich bringt. Jede Figur, der Charly begegnet, bewegt in dem kleinen Menschenkind eine neue Sicht auf die Dinge. Dabei vermag es der verlassene Junge mit Engagement ein Plädoyer für die Menschlichkeit in einer verkorksten Welt abzugeben wie kaum ein Buch es vermag. Mit Emotionen und sprachlichen Mitteln betont das Schicksal des kleinen Charlie, dass wir mehr Achtsamkeit gegenüber der Zerbrechlichkeit der Unschuldigen üben müssen, damit nicht alle kleinen Jungen solch eine weite Strecke auf sich nehmen müssen. Zu guter Letzt bleibt die Erkenntnis, die wir sowohl auf dem Buchdeckel als auch auf S. 240 lesen dürfen:
"Weißt du, Charly, im Leben muss man lieben, und zwar sehr. Man darf niemals Angst haben, zu sehr zu lieben. Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben...
...Was auch geschieht, sieh zu, dass dein Herz immer voll ist."

Bewertung vom 07.03.2014
Elixirium
Meloy, Maile

Elixirium


ausgezeichnet

Das Erbe des Apothekersist gefährlich und interessiert dessen Sohn Benjamin in seinen jugendlichen Jahren noch gar nicht, wo es so viele andere Dinge im Leben eines Teeanagers gibt. Doch als Janie als amerikanische Einwanderin als Kinder zweier Künstlereltern an seine Schule kommt, geraten beide alsbald in einen großen Schlamassel, der sie von einer brenzligen Situation in die nächste stolpern lässt.
Liebevoll gibt die Autorin allen Figuren einen echt wirkenden Charakter und erzählt in ihrem märchenhaften Erzählstil die Geschichte des magischen Buches des Apothekers. Der verschwindet sogar und so ist es an den Kindern zwischen gut und böse zu unterscheiden. Besonders anspruchsvoll sind die Anspielungen die im Verlauf eingewoben sind, neben großen Schriftstellern der Spielzeit kommen auch andere ernsthafte Themen zur Sprache. Dieser intelligente Plot, die besondere grafische Aufmachung aber auch das Gesamtwerk machen das "Exilirium" für mich zu einer echten Entdeckung. Ich wünsche dem Buch viel Erfolg und viele glückliche Leser, die in diese magische Welt eintauchen und wie ich am Ende verwundert erwachen und doch bin ich nicht mehr die Selbe wie zuvor.