Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: TheSilencer
Wohnort: Berlin
Über mich:
Danksagungen: 95 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 314 Bewertungen
Bewertung vom 15.01.2019
Die Geisel - Frank Corso 5 (eBook, ePUB)
Ford, G. M.

Die Geisel - Frank Corso 5 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Driver sitzt zweimal lebenslänglich. Der ehemalige Elite-Soldat erschoss seine Ehefrau nebst Nebenbuhler.
Jetzt marschiert er seelenruhig durch ein Hochsicherheitsgefängnis, zettelt eine Gefängnisrevolte an und legt den Innenbereich in Schutt und Asche - das FBI ist ratlos, wie er das angestellt hat.

Drivers einzige Forderung: er will den Journalisten Frank Corso bei sich haben. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, exekutiert er Geiseln. Während draußen noch das Kompetenzgerangel zu weiteren Geiseltoten führt, geht Corso auf eigene Faust ins Gefängnis.

Und damit beginnt der Irrsinn erst.

Ich liebe genau so eine Erzählstruktur. Das Buch ist spannend, flüssig geschrieben, humorvoll und trotz einer Vielzahl von Charakteren und Handlungssträngen übersichtlich.

"Die Geisel" ist der fünfte einer sechsteiligen Serie um Frank Corso. Diese führe ich mir mal von Beginn an zu Gemüte.

Bewertung vom 03.01.2019
Zerschunden / Fred Abel Bd.1
Tsokos, Michael; Gößling, Andreas

Zerschunden / Fred Abel Bd.1


schlecht

Ich habe es aufrichtig versucht. Bis in die 130er Seiten kam ich. Dann habe ich aufgegeben.

Natürlich. Hier und da scheinen tatsächliche Fälle durch, die man in der Presse wahrgenommen hat. Aber genau darin scheint das Problem zu liegen: Tsokos versucht alle seine Fälle, die ihm je begegnet sind, unterbringen zu wollen. Damit verliert er den Drall, die eigentliche Geschichte erzählen zu können. Zumal er den Leser nicht unbedingt näher an die Verbrechen heranbringt als sie durch die Presse sowieso kamen.

Hinzukommt eine eindimensionale Grundschul-Sprache, die man von gehypten Autoren wie Wulf Dorn oder Arno Strobel kennt: gähn.

Ab Seite 130 war es mir ziemlich egal, wer denn nun der Täter ist.

Schuster, bleib' bei Deinen Leichen, äh, Leisten.

Bewertung vom 19.12.2018
Miese kleine Morde
Adler-Olsen, Jussi

Miese kleine Morde


gut

Nanu?

Kurzkrimis dieser Art veröffentlichte man in den 80igern auf den letzten Seiten von Fernsehillustrierten. Warum diese knappe Story gebunden für 10€ verkauft wird ... ein Schelm, der böses denkt.

Jussi Adler-Olsen kann es sich wohl leisten, ein nettes Krimichen als Buch rauszuhauen.

Die Story ist x-beliebig und schon tausend Mal dagewesen. Das Ende ist überraschend, aber eben der Höhepunkt solcher Geschichten.

Nein, tut mir leid, keine Kaufempfehlung. Hier wird ein Toastbrot als Kaviar verkauft.

Bewertung vom 18.12.2018
Im Eishaus (eBook, ePUB)
Walters, Minette

Im Eishaus (eBook, ePUB)


weniger gut

Das "Eishaus" ist ein Krimistück aus den frühen 90igern, der den Mief des Spießbürgertums dieser Zeit nicht ablegen kann - und das nicht als Stilmittel.

Dabei ist die Story an sich nicht schlecht. Eine Leiche in einem historischem Kühlraum eines britischen Landsitzes - eben jenes "Eishaus". Die Leiche ist skelettiert. Ist sie der seit Jahren vermißte Hausherr?

Eine Vielzahl an Charakteren zerstört gänzlich die Stimmung für diesen Krimi. Zumal nicht immer sofort erkennbar ist, aus wessen Perspektive der jeweilige Absatz erzählt wird.

Wie Minette Walters mit diesem Erstling so gehyped werden konnte, ist mir schleierhaft.

Bewertung vom 03.12.2018
Der Amerikaner (eBook, ePUB)
Britton, Andrew

Der Amerikaner (eBook, ePUB)


schlecht

Da man das junge Alter des Autors als Werbung nutzt, verwende ich es mal gegen ihn: ein 24jähriger kann zwar viel Wissen in einem Buch unterbringen, in keinster Weise aber Lebenserfahrung.
Genau die fehlt, um diesem Thriller Leben einzuhauchen.

Insbesondere das Agieren der Figuren miteinander bleibt hölzern und eindimensional.

Es braucht mehr als einen taffen Agenten, liebreizenden Damen und einem mit islamischen Terroristen kooperierenden Bösewicht.

Das Buch ist blutleer. Da hilft auch kein Cover-Design, das an wirklich große Autoren dieses Genre wie Vince Flynn erinnern soll.

Bewertung vom 19.11.2018
Versunkene Gräber / Joachim Vernau Bd.4
Herrmann, Elisabeth

Versunkene Gräber / Joachim Vernau Bd.4


weniger gut

Auch wenn ich die Bücher von Elisabeth Herrmann liebe, ist mir dieses zu überfrachtet.

Die Autorin bringt - wie sie auch im Nachwort einräumt - ihre Liebe zu Polen in diesem Thriller unter. Keine Frage, das macht neugierig. Für das Buch und der Vielzahl der Charaktere und der Schauplätze ist es mir einen Ticken zu viel.
Insbesonderer dann, wenn ich das Buch mal zur Seite legen mußte und es Tage später weiterlas, kam ich nicht mehr richtig mit.

Der für mich schlechteste Vernau. Aber immerhin gibt es da noch Teil 5 ("Totengebet") ...

Bewertung vom 22.10.2018
Verachtung / Carl Mørck. Sonderdezernat Q Bd.4
Adler-Olsen, Jussi

Verachtung / Carl Mørck. Sonderdezernat Q Bd.4


sehr gut

Ein Autounfall, verschwundene Personen, eine braune Nazi-Horde im schicken Menschenfreund-Kostüm, eine einbetonierte Leiche mit einem spektakulärem Foto in der Tasche ... und mittendrin der grantelnde Dänen-Kommissar Morck, den seine eigene Vergangenheit einholt.

Der vierte Thriller der Morck-Reihe macht genau das, wofür die Abteilung Q gegründet wurde: sie geht tief in der Zeit zurück und entblättert ein Einzelschicksal - nur um den Leser mit einer Sprachlosigkeit zurückzulassen, die nicht unbedingt typisch für dieses Genre ist.

Ähnlich wie Pierre Freis Buch "Onkel Toms Hütte, Berlin" kann Adler-Olsen hier gar nicht anders als die dänische Vergangenheit sozialkritisch zu beleuchten. Womit er für einige Leser das Ziel, einen Thriller schreiben zu wollen, wohl verfehlt hat.

Ich persönlich mag diese Art des Schreibens. Denn Spannung entsteht nicht nur durch Mord und Totschlag.

Bewertung vom 20.09.2018
Der Anhalter / Jack Reacher Bd.17
Child, Lee

Der Anhalter / Jack Reacher Bd.17


sehr gut

Jack Reacher will nach Virginia. Immerhin möchte er noch immer Susan Turner kennenlernen.

Steht kein Greyhound zur Verfügung, streckt er auch gerne den Daumen in den Wind und fährt per Anhalter durch das Land. Reacher wäre nicht Reacher, würde er nicht in das falsche Auto einsteigen.

Zwei Männer und eine Frau. Und eine ziemlich miese Stimmung an Bord. Wenngleich Reacher diesmal eigentlich nur von A nach B kommen möchte, kommt er nicht drum herum, ein klein wenig neugierig zu werden.

Child liefert mit "Der Anhalter" den 17. Jack-Reacher-Thriller ab. Das tut er so nonchalant, daß man Routine entdecken kann. Aber: das ist Klagen auf hohem Niveau. Reacher ist und bleibt einer der coolsten Serien-Helden der Gegenwart.

Bewertung vom 26.08.2018
Was der Nebel verbirgt
Seese, Maximilian

Was der Nebel verbirgt


weniger gut

Alles fängt so gut an. Ein Prolog, der mysteriös zwei Charaktere einführt. Undurchsichtig, spannend.
Und kaum ist der Prolog vorbei, stürzt das Buch ab. So als hätte Seese diesen Prolog vor Urzeiten geschrieben und wollte nun einen ganzen Roman hinten dranstricken.

Ein grauenhaftes Timing in überlangen Beschreibungen, die völlig unnötig sind. Absurde Handlungsentwicklungen. Mal eben neu eingeführte Charaktere. Saublöde Buddydioaloge, bei denen scheinbar ein Textverarbeitungsprogramm wahllos Klischeesprüche aneinandergereiht hat. Und, und, und.

Ob der titelgebende Nebel irgendwann nach dem Prolog noch Sinn macht, konnte ich nicht mehr feststellen, ich habe das Buch bis Seite 190 ertragen und dann abgebrochen.

Manchmal ist es eben doch noch von Vorteil, wenn ein renommierter Verlag hinter einem Werk steht. So mit Lektor und so. Diese Amazon-Selbstverlegungen haben da ein kleines Geschmäckle …

Bewertung vom 20.08.2018
Um Leben und Tod
Robotham, Michael

Um Leben und Tod


ausgezeichnet

Robotham ist zu einer sicheren Bank geworden. Dies ist der elfte Thriller den ich von ihm lese und bis auf einen Durchhänger ("Der Insider") verfehlt Robotham nie das Ziel: den Thrill.

"Um Leben und Tod" beginnt mit einer scheinbar sinnlosen Aktion: Audie könnte Stunden später aus seiner zehnjährigen Haft entlassen werden, und doch zieht er eine Flucht aus dem Gefängnis vor. Irrwitzig. Denn nicht nur die Behörden sind ratlos, niemand scheint Gefallen an seiner Flucht zu finden.

Robotham schreibt diesen Standalone-Roman in einem harmonischen Wechsel der Zeitebenen. Gewohnt wortgewandt baut er die Story auf, ohne zu viel preiszugeben. In einem Tempo, das ich liebe.

Wer ein Kopf-Roadmovie um Liebe und Vergebung, Haß und Selbstzweifel, Freund- und Feindschaft, eben um Leben und Tod sucht, einen Urlaubsthriller, der ein kleines bißchen nachhallt, sucht, sollte sich dieses Buch gönnen.