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Benutzername: TheSilencer
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Bewertungen

Insgesamt 317 Bewertungen
Bewertung vom 12.05.2018
Agatha Raisin und der tote Richter / Agatha Raisin Bd.1
Beaton, M. C.

Agatha Raisin und der tote Richter / Agatha Raisin Bd.1


sehr gut

Ein kleiner, feiner Krimi. Kurzweilig, mit dezentem Humor und einem völlig nebensächliches Verbrechen.

Agatha Chri-, äh, Raisin, Anfang 50, alles andere als ein Püppchen, beschließt den Ruhestand. Sie verkauft ihre Werbeagentur und zieht auf's Land. Das dortige Leben stellte sie sich etwas einfacher vor. Um Anschluß ans Dorfleben zu finden, versucht sie so einiges - und übertreibt es an der einen oder anderen Stelle. Das ganze Dorf hat sie gegen sich, als es den ersten Toten gibt.

Dieser Krimi tut niemanden weh - eher gut.

Ich kann mit diesen britischen Büchern grundsätzlich wenig anfangen. Der konsequente Egoismus der nicht unbedingt sympathischen Heldin aber zog mich in den Bann. Den zweiten Teil der mehrteiligen Reihe lese auf jeden Fall. Eventuell auch den Rest.

Bewertung vom 30.04.2018
The Faithful Spy
Berenson, Alex

The Faithful Spy


ausgezeichnet

Was macht man mit einem Top-Agenten, den man ins Ausland schickt, damit er den Dunstkreis von Osama Bin-Laden infiltriert, der abtaucht und nach Jahren erst wieder zurückkehrt? Der zudem noch zum Islam konvertiert ist. Kann man ihm noch vertrauen? Auf welcher Seite steht er tatsächlich?

Der Plot erinnert ein wenig an die TV-Serie "Homeland". Da der Thriller aber 2008 und die Serie 2011 erschienen ist, unterstelle ich mal, daß es sich hierbei ggf. um das Original handelt, soweit die beiden Werke überhaupt etwas mit einander zu tun haben.

Das Buch ist spannend und kann in einem Atemzug mit Büchern von Andy McNab, Lee Child oder Vince Flynn verglichen werden. Insbesondere das Gnadenlose eines Jack Reachers ist dem hiesigen Helden John Wells nicht unbekannt.

Der Action-Thriller ist der erste Teil einer mittlerweile zehn-teiligen Serie, die leider nur bis Folge 3 ins Deutsche übersetzt wurde ("Netzwerk des Todes", "Stille des Todes"). Aber dieses Schicksal teilt ja schon "Nick Stone" von Andy McNab. Auch hier verloren die Verlage das Interesse. Nicht mal die unkomplizierte e-Book-Veröffentlichung ist denen vergönnt. Sehr schade.

(Für die deutsche Ausgabe "Kurier des Todes")

Bewertung vom 08.04.2018
Böses Kind
Krist, Martin

Böses Kind


weniger gut

Die Begeisterungsstürme zu diesem Buch kann ich nicht nachvollziehen.

Zugegeben, das, was da im letzten Drittel abgeht, ist recht untypisch für einen deutschen Krimi. Aber bis es endlich so weit ist, lernt man völlig mittelmäßige Ermittler kennen, die irgendwelche Alltags-Probleme haben. Na und? Die sind nicht mal sympathisch. Die meiste Sympathie brachte ich für die alleinerziehende Mutter auf.

Auch meine ich, daß jener Handlungsstrang im "Intermezzo" falsch getimed ist. Um hier sicher zu sein, müßte ich mich noch mal durch das zu zwei Drittel langweilige Werk kämpfen. Ergo: geschenkt.

Humorlos, teilweise nervig (gähnende Polizistin, Dauer-Beschreibung des ramponierten Anzuges, immer gleich fluchender Vietnamesen-Assistent), zieht der Krimi zwar seine Spannung aus der Gier nach der Lösung, bleibt aber mit diesem dürren Gerüst hinter meinen Erwartungen zurück.

Der rote Faden, der über die Handlung des ersten Teils hinaus existieren wird, finde ich gut, der wurde aber auch nur in dermaßen homöopathischen Dosen verabreicht, daß ich gut ohne die Auflösung leben kann.

Wer dröge deutsche Bücher wie jene von Andreas Winkelmann, Max Bentow, Arno Strobel oder Wulf Dorn mag, der ist hier genau richtig. Mich locken diese Bücher, die krampfhaft versuchen, internationale Thriller nachzuahmen, nicht hinterm Ofen vor.

Eigene, fesselnde Stile haben leider nur wenige deutsche Autoren entwickelt (z.B. Elisabeth Herrmann, Sebastian Fitzek, Zoran Drvenkar oder Karla Schmidt). Dieses Buch läßt sich dort nicht einordnen.

Bewertung vom 29.03.2018
Der Schlafmacher / Joe O'Loughlin & Vincent Ruiz Bd.10
Robotham, Michael

Der Schlafmacher / Joe O'Loughlin & Vincent Ruiz Bd.10


ausgezeichnet

Eigentlich wollte Joe nicht mehr für die Polizei arbeiten. Eigentlich.
Eine alte Bekannte weiß aber die richtigen Knöpfe zu drücken: ein selbstherrlicher Egozentriker arbeitet an Joes Stelle an einem Fall, und dem ist die Show wichtiger als die psychologische Aufarbeitung eines Doppelmordes an einer Frau und ihrer Tochter. Als der Neue auch beginnt, die Polizeiarbeit für seine Publicity zu sabotieren, kann Joe O'Loughlin nicht anders und übernimmt den Fall.

Mit dem zehnten Thriller um das Ermittlergespann Psychologe und (mittlerweile Ex-)Cop - diesmal wieder in Ich-Form von O'Loughlin geschrieben - liefert Robotham wieder ab. Immer wieder muß ich das Tempo loben, in dem Robotham schreibt. Er hat einen Rhythmus, der mich immer wieder ab der ersten Seite fesselt. Selbst wenn die Handlung der Aufklärung der Morde etwas in den Hintergrund rückt und wir am Familienleben des Psychologen teilnehmen.

Der Showdown wie die emotionale Entwicklung aller Figuren bringen diesen Teil in Hochform.

Ich erwarte sehnsüchtig Folge 11.

Bewertung vom 10.03.2018
Woman in Cabin 10
Ware, Ruth

Woman in Cabin 10


sehr gut

Das Buch beginnt wie ein Frauen-Roman. Gefühlsduselig, überzogen genrefern. Ich war kurz davor, das Buch in die Ecke zu schmeißen.
Genau am Scheitelpunkt bekommt die Autorin es aber hin, mich neugierig zu machen. Vergessen sind Beziehungs- und Outfitprobleme. Die Spannungsschraube wird angezogen.

Besonders gefallen hat mir, daß man sich nicht sicher sein kann, ob man einer Irren beim Handeln zuschaut oder ob man ihr ein klein wenig Vorschußvertrauen leihen sollte.

Als sich die vermeintliche Auflösung abzeichnet, wäre es bei anderen Geschichten auch gleichzeitig das Ende. Doch die Gewißheit bietet nicht gleichzeitig das Happy End.

Der Thriller ist als Urlaubslektüre zu empfehlen. Wenngleich mir die Sprache der Autorin etwas zu simpel ist.

Bewertung vom 28.02.2018
Operation Red Sparrow
Matthews, Jason

Operation Red Sparrow


gut

Schwierig.

Der Autor arbeitete dem Cover-Text nach selbst bei der CIA. Das gibt zwar tiefe Einblicke in jene Spionage-Arbeit, bleibt als Thriller aber leider überwiegend furztrocken. Die Handlung hangelt sich von einer Spannungsinsel zu nächsten. Klingt doof, ist aber so.

So läßt sich der Autor zwar einen recht cleveren Plot einfallen, zusammengenommen überwiegen aber die Längen in dieser Story. Möglicherweise liegt es da eher an mir als am Autoren. Wer Romane von John le Carree mag, ist bei dem kleinen, roten Spatzen nicht falsch.

Bewertung vom 01.02.2018
Zorn - Tod und Regen / Hauptkommissar Claudius Zorn Bd.1 (eBook, ePUB)
Ludwig, Stephan

Zorn - Tod und Regen / Hauptkommissar Claudius Zorn Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Claudius Zorn ist ein Hauptkommissar. Und ein Kotzbrocken, Macho und Faulsack. Genau das macht seinen zweifelhaften Charme aus. Dem auch ab und an Frauen erliegen.

Ja, einen Fall gibt es auch zu lösen. Der ist nett durchdacht, aber nicht wirklich wichtig, denn der Hauptcharakter hat die Kapitel fest im Griff.

Band 2 ("Vom Leben und Sterben") ist gebongt!

Bewertung vom 10.01.2018
Feuchtgebiete
Roche, Charlotte

Feuchtgebiete


schlecht

In mir hallt die Frage nach: WARUM?

Auch wenn man noch so Publicity-geil ist ... muß man so einen Dreck schreiben? Jede Ekelgrenze überschreitend? Ohne daß es Not tut?

Kaufen Sie diesen Müll nicht. Spenden Sie das Geld. Kaufen Sie einen Blumenstrauß für einen lieben Menschen. Oder nehmen Sie das Geld und verbrennen es. Alles ist besser als diese Autorin mit Tantiemen zu unterstützen.

Bewertung vom 09.01.2018
Und morgen du / Fabian Risk Bd.1
Ahnhem, Stefan

Und morgen du / Fabian Risk Bd.1


ausgezeichnet

Eigentlich mag ich die Eckpfeiler zu so einem Krimi nicht. Viele Charaktere, persönlicher Bezug des Ermittlers zum Fall und das ganze über 500 Seiten gezerrt.

Und doch macht der Autor alles richtig. Sympathische Figuren, eine Handlung, die einfach Sinn macht und ein Erzähltempo, das auch weitere 200 Seiten ausgehalten hätte. Alles perfekt.

Ich freue mich auf Teil 2 und 3, die bereits erschienen sind.

Bewertung vom 03.01.2018
Der Fledermausmann / Harry Hole Bd.1
Nesbø, Jo

Der Fledermausmann / Harry Hole Bd.1


weniger gut

Das war er also. Der erste Harry "Holy" Hole.

Irgendwer hat hier geschrieben, daß der Roman diversen Ballast mit sich trägt, der komplett überflüssig ist. Stimmt. Ich habe mich schwer getan, durchzuhalten. Deswegen habe ich auch ewig gebraucht.

Ohne die weiteren Teile zu kennen, unterstelle ich mal, daß der Roman erst im letzten Drittel jenen Drive bekommt, den die Serie so beliebt macht. Denn erst ab da macht mir das Buch Spaß.

Kernfrage, die mein gesamtes Lesen umfaßte: warum ist die australische Polizei nicht in der Lage, den Mord an einer Norwegerin allein aufzuklären? Irgendwie scheint Nesbo einen Australienaufenthalt verarbeiten zu müssen und geht diesen völlig sinnfreien Weg, seine Figur zu installieren.

Mit "Kakerlaken" legte Nesbo '98 seinen zweiten Hole-Krimi vor. Eine Chance gebe ich ihm noch.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.