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Benutzername: TheSilencer
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Bewertungen

Insgesamt 315 Bewertungen
Bewertung vom 14.06.2019
Venezianisches Finale / Commissario Brunetti Bd.1
Leon, Donna

Venezianisches Finale / Commissario Brunetti Bd.1


weniger gut

Das ist also der berühmte Brunetti. In einem öden Krimi, der angestrengt dahinplätschert, Humor in homöopathischen Dosen einsetzt, so, daß man ihn fast überliest, inmitten einer wunderschönen Stadt. Schräge Charaktere, die sittsam ordentlich bloß nicht überzeichnet werden, als könne man jemanden damit beleidigen.

Gut, das Buch ist 27 Jahre alt. Das Buch ist dermaßen kultiviert, daß man sich schon einer gewissen Gotteslästerung schuldig macht, stimmt man nicht in die Lobhudeleien der Leon-Serien ein.

Für mich ist das Buch weder Fisch noch Fleisch. Der Commissario bleibt blaß und farblos und der Fall an sich - naja.

Es gibt mittlerweile andere Krimi- und Thriller-Serien in Buchform, die mehr unterhalten.

Bewertung vom 02.06.2019
Ausgelöscht / Smoky Barrett Bd.4
McFadyen, Cody

Ausgelöscht / Smoky Barrett Bd.4


schlecht

Die Faszination, die Cody McFadyen mit seinen ersten zwei Bänden seiner Smokey-Barett-Reihe verbreiten konnte, ist dahin. Schon im dritten Teil "Das Böse in uns" schwächelte er.

Was er jetzt im vierten Teil erreichen möchte … vielleicht mag er ins Drama-Fach wechseln. Dezent angedeutete Verbrechen werden überlagert von emotionalen Schilderungen des Privatlebens der FBI-Agentin. Rückblicke auf die alten Fälle, Teamfindungen, Zukunftsorientierung für jenes Team. Ich fühlte mich zeitweise in dröge Arbeitskreise des realen Lebens versetzt.

Zudem hat jeder FBI-Ermittler gefühlt ein Adoptivkind aus Opferfamilien. Wie albern ist das denn?

Ich war nicht mal bereit, meine 100-Seiten-Pflicht zu absolvieren. Bis Seite 87 habe ich mich mit langweiligen Gedankengängen der Agentin plagen müssen. Das Grauen kommt hier für den Leser anders als erwartet.

Die ersten beiden Teile empfehle ich weiterhin. Der Rest der Serie ist vermutlich nur einem Erfolgsdruck des Autoren geschuldet und zu vernachlässigen.

Bewertung vom 30.05.2019
Orphan X / Evan Smoak Bd.1
Hurwitz, Gregg

Orphan X / Evan Smoak Bd.1


ausgezeichnet

Evan Smoak lebt unauffällig in Los Angeles. Hübsch integriert in einem Mehrfamilienhaus. Keiner seiner Nachbarn weiß von seiner Tätigkeit. In seinem zur Festung umgebautem Apartment wartet er auf Aufträge jener Menschen, die nicht weiterwissen. Weil sie bedroht werden. Schuldlos.

Seine Nachbarn wissen nicht, daß er eine Waffe ist. Überbleibsel eines geheimen und höchst illegalen Militärprojekts. Der aktuelle Auftrag läuft allerdings aus dem Ruder; so geheim kommt er sich plötzlich nicht mehr vor.

Wer eine Abwechselung zu Lee Child's "Jack Reacher" sucht, ist hier bombenrichtig. Eine Prise mehr Humor, eine Prise mehr Handlung, eine Prise mehr Perfektion.

Im Dezember soll Teil 4 der Serie erscheinen. Ich arbeite mich dann mal langsam durch ...

Bewertung vom 26.05.2019
Der Insasse
Fitzek, Sebastian

Der Insasse


sehr gut

Nach einer gehörigen Fitzek-Pause habe ich mich an den "Insassen" gewagt.

Der rote Faden, man geht freiwillig in die Klapse - aber was dann, ist alt - zugegeben. Und doch hat mich Fitzek ab der ersten Seite gehabt. Wie so oft habe ich seinen Thriller innerhalb von drei Tagen verschlungen - ohne gesellschaftliche Zwänge wäre es noch schneller gegangen.

Die Story ist rund - aber eben typisch Fitzek. Obwohl. Das, was mich sonst störte, nämlich diese Fast-Food-Sätze, hat er entweder abgelegt oder ich bin gleichgültiger geworden.

Unterm Strich: volle Leseempfehlung für sonnige Urlaubstage!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.05.2019
Mädchenjäger / Detective Heckenburg Bd.1
Finch, Paul

Mädchenjäger / Detective Heckenburg Bd.1


sehr gut

Heck, britischer Detective, arbeitet seit Jahren an einem Fall, der nicht nur ausweglos erscheint, sondern vom restlichen Polizeiapparat mittlerweile ad acta gelegt wurde. Nur eben Heck glaubt noch an heiße Spuren.
Denn ein bestimmter Frauentyp verschwindet über Großbritannien verstreut nicht einfach so. Nicht in dieser Masse.

Und so rät ihm seine Vorgesetzte zu einem ausgedehnten Urlaub, in dem er weiter ermitteln sollte. Unter dem Radar. Denn offiziell könne man keinem mehr die laufenden Ermittlungen in einem toten Fall erklären.

Als auch die Unterwelt nicht begeistert von der Einstellung der Ermittlungen ist - schließlich verschwinden Frauen aus allen sozialen Schichten - muß Heck weiter ermitteln, ob er will oder nicht.

Der Thriller macht Spaß - soweit man oberflächlich bleibt. Wie ein netter Kinostreifen, dem man alles verzeiht, weil sein Lieblingsschauspieler die Hauptrolle spielt.

Bösartig könnte man anmerken, daß der Thriller doch irgendwo im Niveau eines Jerry-Cotton-Heftchens hängenbleibt, wenn Heck zusammengeschossen, -geschlagen oder gefoltert wird, und dies dennoch der Auftakt zu seiner Serie ist. Sei's drum.

Der Roman ist nicht politisch korrekt. Womit er mich für sich gewonnen hat.

Bewertung vom 05.05.2019
Blind / Milla Nova ermittelt Bd.1
Brand, Christine

Blind / Milla Nova ermittelt Bd.1


gut

Ohne Apps geht's nicht mehr. Was eigentlich ein Fluch der modernen Technik ist, kann für Blinde ein Segen sein. So können Sehbehinderte über die (real existierende) App "Be My Eyes" Kontakt via Face-Time mit Sehenden aufnehmen und sie um Hilfe bitten.

Das tut Nathaniel auch. Doch der Blinde ist überzeugt davon, daß sein Face-Time-Anruf nicht normal beendet wurde, sondern seiner Gesprächspartnerin etwas zustieß. Seinem Bauchgefühl wollen nicht alle folgen …

Das Buch dümpelt auf den ersten 300 Seiten vor sich hin. Wären die ermittelnden Roman-Kommissare nicht genauso ratlose gewesen wie ich als Leser, hätte ich aufgegeben. Auf den letzten 100 Seiten wird man dann aber doch für seine Geduld belohnt und das Tempo zieht an.

Kann man machen, ist im Haifischbecken der aktuellen Thriller aber kein großer Fisch.
Fitzek als Appetizer zu zitieren, ist reine Marktstrategie. Seine Lobhudelei ist ein nicht erfülltes Werbeversprechen.

Bewertung vom 13.04.2019
Der Mann, der kein Mörder war / Sebastian Bergman Bd.1 (eBook, ePUB)
Rosenfeldt, Hans; Hjorth, Michael

Der Mann, der kein Mörder war / Sebastian Bergman Bd.1 (eBook, ePUB)


gut

Sebastian Bergmann ist Psychologe. Und ein selbstgerechter, arroganter und sexistischer K*tzb******.
Daß er eher zufällig in den Fall seines alten Teams bei der Kriminalpolizei rutscht, obwohl er mit diesem vor Jahren gebrochen hatte, kommt ihm selbst zugute. Denn in dem Haus seiner verstorbenen Mutte hat er Spuren in seine eigene Vergangenheit gefunden. Ohne einen funktionierenden Polizeiapparat sind diese aber wertlos.

Und so bereichert er mit seiner selbstgefälligen Art sein altes Team, das seine Hilfe aber auch gebrauchen kann.

Ganz ehrlich: ich kam relativ schwer in die Schreibe des Autoren-Duos. Als ich es dann aber endlich gerafft hatte, wo die Autoren hinwollen, machte der spannende Krimi um einen toten Schüler Spaß.

Teil 2 ist gebongt.

Bewertung vom 13.04.2019
American Blood / Marshall Grade Bd.1
Sanders, Ben

American Blood / Marshall Grade Bd.1


weniger gut

Stakkatosätze, Zeitsprünge und einen recht eigenen Erzählrhythmus haben mir diesen Thriller vermiest.

Mir drängte sich beim Lesen der Verdacht auf, daß der Autor sehr viel Selbstverständnis voraussetzt. Oder es lag an meinem beschränkten Horizont. Ich kam in die Handlung nicht rein. Glaubte ich es, zerkloppte mir das nächste Kapitel diese Annahme.

Bewertung vom 12.04.2019
Verwesung / David Hunter Bd.4
Beckett, Simon

Verwesung / David Hunter Bd.4


weniger gut

Simon Beckett hat es geschafft, seinen Helden Dr. Hunter in die Belanglosigkeit anderer Krimis zu verorten. Mit Teil 4 sind die nüchternen chemischen Betrachtungen einer Leiche, welche einem das Blut in Folge 1 gefrieren ließ, vergessen.

Geblieben ist Durchschnittskost um rivalisierende Ermittler, eine blasse bis unsympathische Femme Fatale, ein irrer Serienmörder und vor Jahren verschwundene Mädchen. Hunter tappelt ein bißchen orientierungslos neben der Handlung her.

"Verwesung" ist für mich der Tiefpunkt der Serie, die zwischenzeitlich sechs Teile umfaßt.

So paßt auch der Eye-Catcher-Titel zum Buch. Eigentlich nichtssagend, aber leider sensationslüsternd. Im Original heißt der Thriller sinngemäß "Ruf der Gräber". Zumindest der Titel wäre passender gewesen.

Bewertung vom 29.03.2019
Kurt
Kuttner, Sarah

Kurt


ausgezeichnet

Von dem Buch - nicht dem Inhalt - habe ich über den Instagram-Account der Autorin erfahren. Und wurde neugierig.

Vor dem Schreibstil Kuttners kann ich nur den Hut ziehen. Harmonisch, wortreich, realistisch, authentisch, warm, herzlich und augenzwinkernd. So verdammt wohltuend. Obwohl das Thema - insbesondere, wenn man nicht weiß, worum es geht - einem die Beine weghaut. Dennoch gelingt der Autorin, daß man die Tränen wegzwinkern kann, denn sie läßt den Leser zwar mitleiden, läßt ihn aber nie in die Tristesse des Themas zurück.

Mich selbst langweilen solche Bücher schnell; dieses hier wollte ich nicht mehr aus der Hand legen. Das ist kein billig übernommener Werbetext; ich habe das Buch an einem Nachmittag und einem Vormittag ausgelesen.

Und ich vermisse es bereits.

Tiefgründig, humorvoll, melancholisch - meine absolute Leseempfehlung.