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Benutzername: Don Alegre -pfiats eich -
Wohnort: Bayern
Über mich: Ich habe hier gerne + lange als Nr. 2 rezensiert. Wieso aber seit ca. dem 01.01.13 bis heute, den 08.01.13, circa 800 meiner Rezensionen plötzlich nicht mehr relevant sind und weitere ca. 300 kommentarlos gelöscht wurden, verstehe ich nicht. Diese Vorgehensweise verleidet mir nun endgültig neben den anderen Gegebenheiten, mit denen Rezensenten hier seit geraumer Zeit "beglückt" werden, das Schreiben weiterer Rezensionen. Somit auch hier allen ein herzliches Servus.
Danksagungen: 228 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 1101 Bewertungen
Bewertung vom 21.07.2012
Sprich mit ihr Special Edition

Sprich mit ihr Special Edition


ausgezeichnet

"Fall - Unfall - Fall ... Habla con ella"

"Entschuldigen Sie meinen Gefühlsausbruch, aber mit SPRICH MIT IHR - HABLE CON ELLA will ich alle Zuschauer umarmen und mich an die Brust jedes einzelnen schmiegen" (Almodóvar)

... schöner kann man die Intension dieses Dramas und Liebesfilms wohl nicht ausdrücken. Es ist die Macht des Komas und der es begleitenden und umgebenden Umstände, gleich einem Stummfilm in seiner Expression, die diese eineinhalbstündige Handlung tragen und den Zuschauer in ein Reich von tiefen und sensiblen Emotionen führen.

In einschlägigen Kritiken lese ich immer wieder "zu konstruiert" oder "zu komprimiert", kann aber diesen Äußerungen in keiner Weise folgen, sind doch gerade Symbolismus, Relativierung der Zeit, Konstruktion und Komprimierung auch im Film durchaus willkommene Werkzeuge für eine Abstraktion des Geschehens, und gerade das Koma kann man in Bezug auf Geschehen und Leben als solche wohl sehen.

Wunderbare Schauspieler, ein überzeugendes Drehbuch (angeregt durch wahre Ereignisse) und ein hervorragender Soundtrack machen diesen Film für mich zu einem erstklassigen Filmereignis und -erlebnis.

__________
* Javier Cámara : Benigno Martin, der Krankenpfleger
* Darío Grandinetti : Marco Zuluaga, der Schriftsteller
* Leonor Watling : Alicia, die Tanzelevin
* Rosario Flores : Lydia González, die Stierkämpferin
* Mariola Fuentes : Rosa, die Krankenpflegerin
* Geraldine Chaplin : Katerina Bilova, die Tanzlehrerin
* Adolfo Fernández : El Niño de Valencia, der Matador
sowie:
Fele Martínez als Alfredo, Pina Bausch als Bailarine, Paz Vega als Amparo, Chus Lampreave als Concierge, Elena Anaya als Ángela, José Sancho als Agent von El Niño, Helio Pedregal als Alicias Vater, Loles León als TV-Moderatorin, Roberto Alvarez als Arzt, Ana Fernandez als Lydias Schwester, Carlos Gracia als Lydias Schwager

Tracklist (Musik von Alberto Iglesias):
1. Sabana Santa (1:03)
2. Hable con ella (5:17) featuring Vicente Amigo & El Pele
3. Cucurrucucú Paloma (3:50) performed by Caetano Veloso
4. El Grito (3:29)
5. Por tado a minha Vida (2:08) performed by Ellis Regina & Tom Jobin
6. La Mesita de Noche (1:45)
7. Jordania (2:51)
8. El Amante Menuguante (8:28)
9. Maria Santisima de Araceli (2:12)
10. La Noche y el Viento (1:10)
11. Trincheras / Decadance (3:29)
12. Habitacion de Alicia (1.49)
13. A Portagayola (1:48)
14. La Discusión viaja en Coche (3:43)
15. Alicia vive (2:46)
16. Los Olivos (1:15)
17. Amanecer Agitato (1:57)
18. Soy Marco (2:21)
19. Racque (4:11) performed by Bau
20. The Plant: O let me weep, for ever weep (7:52) Henry Purcell

Bewertung vom 21.07.2012
Baaria - Eine italienische Familiengeschichte

Baaria - Eine italienische Familiengeschichte


gut

"Wenn die Zeit die Fäden verliert."

Sieht man diese immer wieder auftauchende, schöne Piazza und Via Principale, fühlt man sich sofort inmitten eines Bella Italia, das unsere Herzen immer wieder und so mannigfaltig (be)rührt. Kommt dann noch der Kommunismus hinzu, erinnert man sich gerne an die wunderbaren Episoden von Don Camillo und Peppone und ist zugleich verwundert, dass hier die Geschichte zwar ihren Lauf hat, aber irgendwie kein Anfang und Ende findet.

Machten es uns die zwei Streithähne einst leicht, versucht man die an sich wunderschöne Bilderflut über und aus Baaria (Bagheria, Provinz Palermo) verzweifelt zu ordnen, um der Handlung einen stabilen Rahmen zu geben und sich dann weiterführend darum bemühen zu können, den vielen Strängen und Fäden Herr zu werden. Eigentlich sollten diese ja die der politischen Ideen und Doktrinen sein, die Tornatore in dem fünffachen Familienvater Peppino vereinigte, doch reißen sie immer wieder in den Tumult der Tagen, Monaten und Jahren, Vor- und Rückblenden, Eindrücken, Sommernachtsträumen und Verkehrsentwicklung und lassen den Zuschauer hilflos in seinem Sessel zusammensinken.

Schier unverletzbar malt Tornatore bei einer glänzend intonierter Salbenmusik von Ennio Morricone dieses malerische Dorf in grellen Gelb- und Ockertönen ohne die auch leicht arabische Einflüsse zu vergessen, und so dürften sich Mafia, Tourismus und das Bella Italia in jeglicher Hinsicht wohlig in der Sonne Siziliens aalen. Die Schauspieler tun ihr Bestes, Kostüme und Kulisse sind vom Feinsten, nur die scheinbar goldene Story versandet zusehends und ruhelos.

... ein pralles, sattes und süßes Leinwandspektakel, welches nach mehreren wohltuenden Amaro Digestivos verlangt, um mit dem hinterlassene Chaos dieser Hommage Tornatores an seine Heimat "fertig" werden zu können


Besetzung
* Francesco Scianna : Peppino
* Margareth Madè : Mannina, Peppinos Ehefrau
* Gaetano Aronica : Ciccio, Peppinos Vater
* Marco Iermaò : Pietro, Peppinos Sohn
* Ángela Molina : Sarina als Erwachsene
* Nicole Grimaudo : Sarina als junges Mädchen
* Raoul Bova : Journalist aus Rom
* Michele Placido : Kommunist
* Monica Bellucci : Freundin des Maurers
* Luigi Lo Cascio : Beggards Sohn
* Enrico Lo Verso : Minicu

Bewertung vom 21.07.2012
Lulu und Jimi

Lulu und Jimi


ausgezeichnet

"Der Traum von der wahren Liebe"

Mitten ins Herz der ohnmächtigen Allmacht des reichen Bürgertums trifft dieses, in Deutschland und Frankreich von Oskar Roehler gedrehte, absolut köstlich anzusehende Knallbonbon.

Im Stile deutscher Gartenzwerge, umkämpfter Klischees, bodenloser Spießigkeit, eingeprägtem Rassenhass und Kastendenken setzt Roehler provokant, satirisch, exotisch, erotisch und vollkommen überzeichnet auf seine Weise alle filmischen Stilmittel für eine wahrhaft steile Vorlage ein. Voller Emotionen und Irrwitz ist die Leinwand zwischen Realem, Surrealem und Irrealem, zwischen Träumen, Märchen und Wahrheiten.

Zur Seite steht Roehler ein hervorragendes Ensemble, in dem jeder Einzelne seine Rolle bestens steht.

"Thank you David L."(ynch) [1] und eben auch "Thank you Oskar Roehler" für diese herrliche Pastiche!


Besetzung
* Jennifer Decker: Lulu (Tochter aus reichem Hause)
* Ray Fearon: Jimi ("Der Neger" und Schausteller-Gehilfe)
* Katrin Saß: Gertrud (Lulus Mutter mit Dauerfahne und Pink-Pudel)
* Rolf Zacher: Carlie/ Daddy Cool (Lulus Vater)
* Udo Kier: Schultz (der Chauffeur)
* Hans-Michael Rehberg: Von Oppeln (Psychiater)
* Bastian Pastewka: Ernst (der Fabrikantensohn)
* Simon Böer: Richard (Lulus Bruder)
* Ulrich Thomsen: Harry Hass (Psychopath und Killer)
* Lavinia Wilson: Anne
* Simon Licht: Veranstalter

[1] "Wild at Heart" von 1991

Bewertung vom 21.07.2012
Maos letzter Tänzer

Maos letzter Tänzer


ausgezeichnet

"Wenn die Leidenschaft größer ist als Zwänge!"

Wohlweislich "umtanzt" der Regisseur Bruce Beresford Politik, tiefgründige Emotionen und Dramaturgie, zeigt Hoffnung, Befreiung, Zwiespalt und Entbehrung mehr oder weniger allein im Zeichen einer, die Erdkraft immer mehr negierenden Choreographie und macht so die Lebensgeschichte von Li Cunxin zu einer wunderbaren und mitreißenden Biographie.

In den Kritiken zwiespältigst abgehandelt, sei es hinsichtlich absoluter Belanglosigkeit bis hin zu einer genialen Verfilmung dieser Autobiographie eines Balletstars, zeigt dieser Film für mich allein das Wahrnehmen einer persönlichen Chance, ungeachtet der persönlichen Problematik aus politischen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Vorgaben und Zielen. Und dies wird umso ehrlicher, gerade weil Letzteres immer wieder nur am Rand gestreift wird bzw. im Wesentlichen nur Andeutungen in den erstklassigen Ballettinszenierungen findet.

Bewegend ermöglicht Beresford so mit einem symbiotischen Team sowie erstklassigen Tänzerinnen und Tänzern eine vielleicht nicht in allen Teilen harmonische, jedoch immer noch sehenswerte und auch touching Biographie eines Stars.


Besetzung
Chi Cao : Li Cunxin
Huang Wen Bin : Li Cunxin als Kind
Bruce Greenwood : Ben Stevenson (künstlerischer Leiter der Ballettakademie Huston)
Amanda Schull : Elizabeth (Lis) Mackey (Li Cunxins erste Frau)
Kyle MacLachlan : Charles Foster (gewiefter US-Anwalt)
Joan Chen : Niang (Li Cunxins Mutter)
Shuang Bao : Dia (Li Cunxins Vater)
Camilla Vergotis : Li Cunxins Tanzpartnerin und zweite Frau
Zhang Su : Li Cunxins erster Lehrer
Sam Anderson : Stage Manager
Jack Thompson : US Federal Judge

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.07.2012
Die Eleganz der Madame Michel

Die Eleganz der Madame Michel


ausgezeichnet

"Grenzenloses Begrenztes."

Dieser, in jeglicher Hinsicht erstklassige Film separiert den Menschen auf ergreifende und wertfreie Art von Gesellschaft, Klasse und Kategorisierung.

Glücklich versus unglücklich - unabdingbar verwandt oder auch ähnlich.
Fassaden- und facettenreich trifft Mona Achache den gewillten Zuschauer im tiefsten Inneren mit einer emotional feingliedrigen Geschichte über Schicksale, Liebe und Verzweiflung.

Geheimnisvoll und doch offenbarend ist die Achse dieses Karussells der 12te Geburtstag von Paloma, um die sich die hervorragend editierten Charaktere in ihren Kreisen bewegen, um Schnittstellen zu verhindern oder sie zu suchen.

Eine wunderbare Regie, ein exzellentes, bestens aufeinander abgestimmtes Ensemble inmitten eines gesetzt wohlhabenden Bühnenbildes sowie ein immer leise unterstreichender Soundtrack machen diesen Film wahrlich zu einem Erlebnis!


Besetzung
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Josiane Balasko : Renée Michel
Garance Le Guillermic : Paloma Josse
Togo Igawa : Kakuro Ozu
Anne Brochet : Solange Josse
Ariane Ascaride : Manuela Lopez
Wladimir Yordanoff : Paul Josse
Solange Le Picard : Colombe Josse
Jean-Luc Porraz : Jean-Pierre
Gisèle Casadesus : Madame de Broglie
Mona Heftre : Madame Meurisse
Chantal Banlier : Maria Malavoin

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.07.2012
Der schmale Grat

Der schmale Grat


ausgezeichnet

...die Vertreibung aus dem Paradies

Der Wahnsinn von Triumph und Zerstörung.

Die Selbst-Vertreibung aus dem Paradies im Zeichen von Agonie und Wahn, von psychischer und physischer Verstümmelung bei gleichzeitiger Vernichtung der göttlichen Schöpfung ohne Rücksicht, eine Kriegshölle von Terrence Malick phänomenal in surreale Visionen und Landschaften gesetzt.

...ein bewegender, poetischer und daher neutraler Film mit ausgezeichneten Schauspielern über den schmalen Grat zwischen Himmel und Hölle, zwischen Erhaltung und Zerstörung.

...nominiert für 7 Oscars und keinen bekommen - ein gesellschaftliches Debakel?

Bewertung vom 21.07.2012
Honey
Jessica Alba,Mekhi Phifer,Joy Bryant

Honey


ausgezeichnet

...ein Leben und die anderen Moves

Tanz hat und erzählt seine eigene Geschichte! Und es kommt dabei nicht darauf an, ob es ein klassischer, ein moderner oder ein temporärer Tanz ist, und ob er im Theater, der Oper, auf der Straße oder wo auch immer inszeniert und getanzt wird.

Dies hier ist ein Tanz- und kein Märchenfilm, und es ist ein gelungener! Und ... es geht um die Szene, aus und in dieser dieser Tanz entstand, nicht in einer Domaine der Reichen und Gesetzten sondern im Reiche der "Gesetzlosen" und Hoffnung Suchenden in einer gnadenlosen und brutalen Realität.

Jeder, von der etablierten Gesellschaft nachzuvollziehender und akzeptierter Erfolg klingt wie eine "Aschenputtel-Story", hier "vom netten Mädel, das es von der Barmaid zur Background-Tänzerin in einem Musikvideo schafft und am Ende gar ein Tanzzentrum für die Black Kids aus der Nachbarschaft auf die Beine stellt".
Ein Erfolg aus dem Nichts ist immer eine simple Geschichte im Zeichen der Konzentration auf die eigenen Kräfte und der Tatsache, für die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu kämpfen.

Bille Woodruff gelingt für mich ein guter Film abseits von Klischees, gewidmet dem HipHop, ein so unendlich wichtiges, gewaltloses und ehrliches Ventil. Nein, es geht nicht allein um Jessica Alba; wer genau hinsieht, sieht viele schöne und hoffnungsvolle Körper und Gesichter.

...ein wunderschöner Film für den Tanz und seine grenzenlose Freiheit und gegen den Kommerz

Hauptdarsteller
* Jessica Alba : Honey
* Lil' Romeo : Benny
* Mekhi Phifer : Chaz
* David Moscow : Michael Ellis
* Zachary Williams : Raymond
* Joy Bryant : Gina

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.