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Benutzername: Don Alegre -pfiats eich -
Wohnort: Bayern
Über mich: Ich habe hier gerne + lange als Nr. 2 rezensiert. Wieso aber seit ca. dem 01.01.13 bis heute, den 08.01.13, circa 800 meiner Rezensionen plötzlich nicht mehr relevant sind und weitere ca. 300 kommentarlos gelöscht wurden, verstehe ich nicht. Diese Vorgehensweise verleidet mir nun endgültig neben den anderen Gegebenheiten, mit denen Rezensenten hier seit geraumer Zeit "beglückt" werden, das Schreiben weiterer Rezensionen. Somit auch hier allen ein herzliches Servus.
Danksagungen: 228 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 1101 Bewertungen
Bewertung vom 21.07.2012
Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders

Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders


ausgezeichnet

...ein gelungener Spagat

Ohne jegliche Effekthascherei zeigt dieser Film mit begeisternden Kostümen und vor der tief ergreifend inszenierten Kulisse einer, vor dem Zeitalter der Industrialisierung historisch realen Dunkelheit und Beklemmung eine fast transzendental einzuordnende Abhandlung über einen gesellschaftlich emotionslosen, naiven und besessenen Protagonisten, über einen Mörder in tiefster Überzeugung.

Unter Auslassung von Brutalität und das Thriller-Genre umgehend konzentriert sich die, in erster Linie visuelle dargestellte Handlung bei Einsetzung von sparsamen aber effektiven, filmischen Hilfsmitteln auf die Entwicklung von Grenouille inmitten der Gesellschaft des französischen Bürgertums im 18ten Jahrhundert und schafft so eine wortkarge, fast anmutende Studie über Charakter und Ethik dank der exzellenten Leistungen der eingebundenen Schauspieler, allen voran Ben Wishaw, Dustin Hofmann und Alan Rickman.

... ein gelungener Spagat zwischen zwei so verschiedenen Medien wie Buch und Film mit wunderschönen Bildern, hervorragenden optischen Suggestionen, packender Atmosphäre und einem thematisch klarem Konzept; ein audio-visuelles Vergnügen im Reich der Sinne.

Bewertung vom 21.07.2012
Moulin Rouge CineProject

Moulin Rouge CineProject


ausgezeichnet

... in der ver- und entzaubernden Welt des Kabaretts

WOW!
Zu bestens bekannten Melodien wirft uns Baz Luhrmann von der ersten Sekunde an in einen rasanten, irrwitzig explosiven Zauber von farbenprächtigen Bildern, MTV hitverdächtigen Einspielungen, eingefrorenen Masken bei alles erzählenden Augen im Ambiente von gespielter Leidenschaft für funkelnde Diamanten und impulsiv erblühender Liebe unter Zuhilfenahme von begnadeten, grandios spielenden Haupt- und Nebendarstellern, allen voran Kidman, McGregor, Leguizamo, Broadbent und Roxburgh.

Gleich auf einer Bühne mit wenigen, jedoch einprägsam stilsicheren Kulissen suchen die Scheinwerfer mit grellen Lichtern grotesker Farben unnachgiebig in den frivolen und übersinnlichen Fratzen die abgeschminkten Gesichter ihrer Akteure und offenbaren die Verwerflichkeit von und die immense Sehnsucht nach Individualität und Liebe in solchen Gassen eines gnadenlos lustvollen Entertainments als eine Triebfeder der Kunst, Gestaltung und Improvisation einer The-Show-Must-Go-On, nicht nur eines Paris anno 1900.

Doch der Legitimität der Menschlichkeit und ihrer Bedürfnisse in einem solchen Ambiente wird empathisch und unaufhaltsam ein blutig hustender Riegel der Realität, gleichsam einer Metamorphose einer verderblichen Ansteckung in der Verruchtheit vorgeschoben.

Ein wahrhaft gelungenes, begeisterndes und wunderbares Musical, ein Meisterwerk der anderen Art, über mit Emotionen gespickte, irreale Träume ... sehr empfehlenswert für all diejenigen, denen sich die Kunst und das Leben eines Toulouse-Lautrec erschließt, oder die keinen Spielfilm erwarten ;-)


Besetzung (unter vielen anderen)
* Nicole Kidman : Satine
* Ewan McGregor : Christian
* John Leguizamo : Toulouse-Lautrec
* Jim Broadbent : Harold Zidler
* Richard Roxburgh : Der Duke
* Garry McDonald : Der Doktor
* Jacek Koman : Der narkoleptische Argentinier
* Matthew Whittet : Satie
* Kerry Walker : Marie
* Caroline O'Connor : Nini
* David Wenham : Audrey

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.07.2012
Spion in Spitzenhöschen

Spion in Spitzenhöschen


ausgezeichnet

"Ganz entzückend. Ich hab's nur noch nicht angeschaut" ... der Fisch am Haken

»Underwater - undercover - under any circumstances you must see the wildest, funniest new comedy!« [1966]

Inmitten von "Que Sera, Sera" und "Soft as the Starlight" - In einer zauberhaften Mischung aus Romantik, Komödie, Spionagethriller, Action und feinstem Slapstick, Big Boss Bruce im hindernisreichen Schlagabtausch mit Jennifer, einer an Chique, Charme und Emotionen gesegneten Meerjungfrau und Freizeit- und Agentennixe, in einer subversiven und gnadenlos bunten Vollblutkomödie.

Auf der paradiesischen Insel Catalina gedreht, ist dieses herrlich alberne, überdrehte und wilde Knopfdruck- und Situationschaos eine postmodern anmutende, nichts und niemand ernst nehmende Parodie in Form einer sarkastischen und satirischen Anspielung auf den materiellen und menschlichen Automatismus- und Gesellschaftswahn der 60er Jahre, natürlich mit den notwendig merkwürdigen, den Zuschauer über alle Maßen erheiternden MAL-Functions und Eigenleben. In jeder Phase voller Gags und Einfälle verleihen die liebens- und sehenswerten Haupt- und Nebendarsteller bei schrillen Kulissen und Kostümen jeder Art von Situationen und Momenten das Prädikat einer schenkelklopfenden Absurdität.

... "und morgen suchen wir die Möbel aus"

... "Wie bitte? " ... "Ja, Sie haben Recht, der Spaß hat noch gar nicht richtig begonnen!"

Anm.:
Dieser Film ist einer der letzten Filme in der langen und erfolgreichen Karriere von Doris Day, die sich nach dem Tod ihres Mannes 1968 im Alter von 44 Jahren vollständig aus dem Filmgeschäft zurückzog.

5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.07.2012
Klassische Dressur, 1-4, 4 DVDs

Klassische Dressur, 1-4, 4 DVDs


sehr gut

"interessant und mit Anregungen"

Es ist die große Auseinandersetzung zwischen Dressur und Dressage, zwischen FN und Philippe Karl, die immer wieder ausbricht, rückt dieser sicher Ausnahmereiter und -ausbilder in Deutschland in den Vordergrund. Nachdem dieses Set einigermaßen finanzierbar war, erlaubte ich mir die 4 x ca. 50 Minuten, zumal ich Philippe Karl bereits vor etlicher Zeit life erleben durfte, oder soll ich sagen, konnte.

Theoretisch fundiert zielt Karl sicher und zielstrebig in seinen Erklärungen in Wort und Bild auf die Ausführung seiner Lektionen in der Ausbildung des Pferdes. Auf vielen gebogenen Linien und in geschickter Aneinanderreihung von vor allem seitwärts orientierten Gängen versucht Karl, zu Pferde, in allen 3 Gangarten der Fortbewegung die richtige Gymnastizierung sowie Losgelassenheit des jeweiligen Pferdes bei flexibler jedoch mit immer wieder deutlichen Aufwärtsparaden auffordernder Hand aufzubauen. Auch die 4te Gangart, das Stehen, wird hier zum wichtigen Ruhepol in der Korrektur.

Wenn auch kein grundsätzlicher Befürworter einer solchen Reitweise, so zeigt Philippe Karl doch wieder einmal, wie mit geschickter Raumeinteilung und den sinnvollen Aneinanderreihen von, dem Reiter zur Verfügung stehenden Figuren, Pferde in Längsbiegungen und Tragfähigkeit der Hinterhand gymnastiziert werden können.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.07.2012
Madagascar

Madagascar


ausgezeichnet

...ein tierischer Riesenspaß mit dem Prädikat "Besonders Wertvoll"

We "like to move it" ... von trüben Gemäuern zu Sommer, Sonne, Sonnenschein
Von der Idee der großen Freiheit getrieben verlassen die 2 mal "Die fantastischen Vier", mehr oder weniger freiwillig, die schützenden Regionen menschlicher Urbanität, um fern der ursprüngliche Heimat die große Freiheit bei gleicher Routine wiederzufinden. Eine einfache Story, genial und grandios bebildert.

In guter alter Tradition der Cartoons und des "Squash And Stretch" seiner Akteure geben
die, von Wehwehchen geplagte und sich ständig im Bildgeschehen haltende Giraffe Melman,
der best frisierteste, nachts am Daumen lutschende Superlöwe Alex,
die hammerstarke, mit erstaunlicher Grazie ausgestattete Nilpferddame Gloria,
das, mit seinem Geburtstagswunsch als Mitauslöser lebensfreudige Zebra Marty,
das nervende Partyvolk der Lemuren mit ihrem Superking Julien mit astreinem Dialekt sowie
die 4 Members-Pinguine-Gang als die heimlichen Backgroundstars
in dieser, für Auge und Ohr wunderbaren und prächtigen Animation so richtig Vollgas.

Die einfühlsam entworfenen Charaktere sprühen vor Sympathie, Mimik, heißen Sprüchen und explosiven Aktionen und verleihen in dieser farbenfrohen Melange aus bissigen Humor und gekonntem Slapstick der zentralen Botschaft von "Loyalität, Gemein- und Freundschaft über alles" eine mehr als erheiternde Situationskomik auf Schenkel klopfende, lockere Art & Weise.

Komikoptik eines Realismus in bester Inszenierung, mit vielen Gags für die Kleinen und "viel guter Mine zum bösen Spiel" für die Großen ... und bitte, knabbert Eure besten Freunde nicht an!

Bewertung vom 20.07.2012
Luther

Luther


gut

die Kurie als Furie ... die Macht und Ohnmacht des Glaubens

Diese Proklamation eines dekadenten Ausverkaufs der Religion mit Luther als asketischer Geistesblitz und Leo als ungehobelte Parodie auf die, allein auf Volksverdummung und Ablass erpichte Geistlichkeit ist wohl ein nicht allzu ernst zu nehmender, in Hollywoodmanier dargestellter DreiSterneHistorienschinken mit geringer Identifikationsmöglichkeit und mangelhafter Geschichtsauthentizität.

Trotz mehrfach gezeigter, teilweise witziger und erheiternder Dialoge Luthers im Ringen um die wahrhafte Aussage der Bibel sowie seiner, nicht zu überhörenden Zellenmonologe im affektiven, bodennahen Kampf mit dem Teufel, fehlt die cineastische Offenbarung eines religionsgeschichtlichen Abrisses über die schmerzhafte Entstehung der Evangelisch-Lutherischen Kirche und weiterer Konfessionen des Protestantismus, und es springt auch kein Funke der, die Kirche spaltende, religiösen Inbrunst des Mittelalters, angefacht durch diesen reformatorischen Ideologien und Idealisten mit ausschließlicher Orientierung an "Jesus Christus als dem fleischgewordenen Wort Gottes", auf den Zuschauer über.

Bleiben überzeugende, eindrucksvolle und soweit akkurate Sequenzen über spätmittelalterliche Dominanzen, prunkvolle Ausstattung und Kleidung, idyllische Stadtansichten und über das Volk in belassener Dummheit, Armut und Dreck und, neben ansonsten leidenschaftslosen Dialogen und in Mimik und Geste blassen Hauptdarstellern, als weitere sehenswerte Lichtblicke und Aktionen, ein freudig verschmitzt und grandios aufspielender Sir Ustinov als Friedrich der Weise sowie letztlich, konfrontiert von der Allmacht des Glaubens, die wie vom Blitz getroffenen Zuschauer mit ihrem Motto: "Hier sitzen wir und können nicht anders."


...richtig gestellt werden sollte [nach Wikipedia und anderen] zumindest:
* Die Einteilung der Bibel in Kapitel und Verse wurde erst 1551, also fünf Jahre nach Luthers Tod, vorgenommen.
* Als Luther in Rom einen Ablass erwirbt, beten Gläubige auf den Stufen fälschlicherweise das lateinische Vaterunser mit direkt angehängten Doxologie "Quia tuum est regnum ...(Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.)". Dieser Brauch kam in den reformatorischen Kirchen aber erst durch Luthers Bibelübersetzung auf.
* In den Gemächern des Papstes sieht man ein Modell des Petersdoms, das eindeutig dem Entwurf von Michelangelo nachempfunden ist, welcher aber erst einige Jahrzehnte später entstand.
* Per Buchdruck verbreitet wurden nicht die 95 Thesen sondern Luthers Schrift "Von der Freiheit eines Christenmenschen", die Luther allerdings erst 1520 verfasste, also drei Jahre nach seinen Thesen.
* Das Antiquarium der Münchner Residenz ist zur Zeit Luthers noch nicht existent.
* Der Reichstag zu Worms findet vor den Fresken der Wartburg statt, die erst 1854/55 von Moritz von Schwind geschaffen wurden.
* Hieronymus Aleander wurde erst 1538 durch Papst Paul III. in den Kardinalsstand erhoben.
* Die Begegnung zwischen Friedrich dem Weisen und Martin Luther ist historisch nicht nachgewiesen.
* Der Film vermischt die Wittenberger Unruhen (ausgehend von Andreas Karlstadt) von 1522 (Luther als Junker Jörg auf der Wartburg) mit dem Bauernkrieg von 1525.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.