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Benutzername: Nina
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 45 Bewertungen
Bewertung vom 16.10.2020
Hiding Hurricanes / Fletcher-University Bd.3
Fischer, Tami

Hiding Hurricanes / Fletcher-University Bd.3


gut

-Diese Rezension enthält Spoiler!-

Man muss ich schon am Anfang an den Gedanken gewöhnen, dass eine junge Frau (Anfang 20) eine Art Doppelleben als Stripperin führt. Auch wenn es im Buch immer wieder betont wird, es fällt mir schwer das Ausziehen vor Fremden als bloßes Tanzen und Kunst anzusehen. Lenny wirkt im Allgemeinen auch eher wie ein Mauerblümchen. Besonders mit ihrer weiten, schwarzen Kleidung, die sie sogar im Sommer trägt. Ich hatte schon die Befürchtung, dass sie sich selbst verletzt oder noch mehr Geheimnisse unter ihren Hoodies versteckt. Scheinbar will sie aber nur möglichst viele Unterschiede zu ihrem 2. Ich "Daisy" kreieren.

Creed scheint ein toller Typ zu sein. Er ist mir sehr sympathisch. Allerdings fällt es mir schwer zu glauben, dass er schon seit soo langer Zeit in Lenny verliebt ist. Er flirtet zwar immer wieder mit ihr, aber scheinbar ebenso mit anderen Frauen wie z.B. Summer. Ganz schlimm fand ich das Gespräch zwischen Creed und einem seiner Freunde, in dem es darum ging wie heiß Sommer aussieht und "Creed gerne in ihr Höschen will". Ich finde den Gedanken einfach seltsam mit einem Mann zusammen zu sein, der gerne mit meiner Freundin schlafen würde.

In den ersten zwei Bänden hätte ich bereits leicht das Gefühl, dass die Freundesgruppe nicht wirklich eng befreundet ist. Viel wird sich verheimlicht, viel wird einfach gar nicht erst nachgefragt oder erzählt. So wundert es mich extrem, dass Summer im Streit behauptet, dass sie dachte Lenny und sie wären Freundinnen. Ich habe besonders in diesem Buch das Gefühl, dass die ganze Freundesgruppe sehr oberflächlich befreundet ist. Sie hängen zusammen ab, gehen zusammen auf Parties und das war es dann schon mehr oder weniger. Lenny und Carla scheinen etwas enger befreundet zu sein, aber beide sind so oft zickig, dass ich nicht weiß ob das wirklich tiefe, ehrliche Freundschaft ist. Das war manchmal wirklich anstrengend zu lesen.

Interessant war, dass "Daisy" nach all dem Training zusammengebrochen ist. Denn schon einige Seiten zuvor habe ich mich gefragt wie extrem sportlich Lenny wohl sein muss, um das durchzuhalten. Der Zusammenbruch und der Krankenhausbesuch hat dem ganzen mehr "Realität" gegeben. Überraschenderweise hat mir Daisy´s Geschichte und die Beschreibung vom Training und ihrem Arbeitsplatz gut gefallen. Es hat der Geschichte immer wieder mehr Spannung gegeben.

Die Beziehung die dann zwischen Lenny und Creed entsteht ist sehr verwirrend. Auch als er herausfindet, dass es sich bei Lenny eigentlich ebenso um Daisy handelt verhalten sich alle Beteiligten seltsam. Erst ist Creed extrem wütend, dann versteht er sie mehr oder weniger. Plötzlich ist alles von dramatisch zu gut umgesprungen. Genauso war es auch beim Streit zwischen Summer und Lenny. All die bösen Sachen, die Summer an den Kopf geworfen bekommen hat kann man nicht einfach so vergessen. Und plötzlich verzeihen ihr alle, und das obwohl sie sich nicht einmal richtig entschuldigen wollte.

Was viele vielleicht als positiv empfinden werden: Es gab keine explizit geschilderten Sexszenen. Grundsätzlich ist das für mich auch völlig in Ordnung. Aber auf einmal sind die beiden im Bett gelandet und dann hieß es sie haben betrunken miteinander geschlafen. Ich habe einige Seiten danach gedacht, dass sich noch herausstellen wird, dass das doch nicht der Fall ist..War es aber. Extrem unromantisch und abgehakt. Beim Lesen habe ich da richtig festgehangen und ich hatte den Eindruck, dass die Geschichte den roten Faden verloren hat.

Leider konnte mich dieser Teil der Reihe nicht überzeugen. Die Geschichte hätte so viel Potenzial gehabt und leider wurde sie meiner Meinung nach nicht richtig genutzt. So viel Oberflächlichkeit bin ich von der Autorin nicht gewohnt, dementsprechend hoch war meine Erwartung vor dem Lesen.

Positiv zu erwähnen ist jedoch, dass die Frauen-Charaktere allesamt selbstbewusst und stark sind. Ein großes Plus in diesem Genre!

Bewertung vom 09.10.2020
Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten
Hasters, Alice

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten


ausgezeichnet

Als ich angefangen habe das Buch zu lesen war mir schon von vorne herein bewusst, dass das Thema ein schmerzhaftes sein wird. Ich weiß, dass hinter Rassismus nicht bei jedem Einzelnen eine "böse Absicht" dahintersteckt. Das bedeutet aber nicht, dass es Rassismus nicht gibt. Tatsächlich ist es sogar so, dass jeder Vorurteile oder rassistisches Gedankengut hat, mehr oder weniger bewusst.

Die Autorin Alice Hasters hat die perfekte Balance zwischen eigener Erfahrung und sachlicher Erklärung bzw. Fakten gefunden. Zugegeben, vieles davon hatte ich bereits gehört und einiges davon war mir zumindest nicht völlig fremd. So wird es vermutlich einigen beim Lesen gehen. Einige Passagen waren sehr unangenehm und traurig, besonders wenn es um die persönliche Geschichte der Autorin geht. Schrecklich fand ich den Leseabschnitt, in dem sie sich an ihren "weißen Freund" richtet. Man hat nach dem Lesen das bekannte Gefühl sowieso nichts richtig machen zu können. Ganz so als ob man nur verlieren kann. Das dämpft die Stimmung sehr, aber viel von dem Gesagten kann man nachvollziehen. Zumindest bis zu einem bestimmten Punkt, denn ich glaube als nicht direkt betroffene Person ist das auch nur bis zu einem bestimmten Grad möglich.

Das Buch hat mir trotz allem sehr gut gefallen. Es war lehrreich, unterhaltsam, traurig und regt zum Nachdenken an. Meiner Meinung eines dieser Bücher, die jeder einmal gelesen haben sollte.
Denn obwohl ich wusste, dass ich zum Thema Rassismus lange noch nicht genug weiß, und das obwohl ich mich bewusst damit auseinandersetze, wurde mir jetzt erst richtig klar:
"Ich weiß jetzt, dass ich gar nichts weiß."

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.10.2020
Ich bin eine Traumfrau - oder wie heißt das, wenn man immer müde ist?
Bott, Nina

Ich bin eine Traumfrau - oder wie heißt das, wenn man immer müde ist?


schlecht

Die Autorin Nina Bott macht schon nach wenigen Seiten mehr als deutlich: Sie liebt es Mutter zu sein und brennt für all die Aufgaben, die dazugehören. Der Schreibstil ist leicht und locker und liest sich als würde man sich mit der Autorin selbst unterhalten. Ohne Zweifel hatte sie keine leichte Vergangenheit, insbesondere ihre Kindheit würde bei den meisten vermutlich zu einem folgenschweren Trauma führen. Nicht so bei Nina Bott, denn sie kann trotz der vielen Tiefen ihr Leben voll genießen. Jeder geht anders mit schlimmen Schicksalsschlägen um und ich finde es interessant und toll auch mal jemanden zu sehen, der versucht nicht nur zu jammern, sondern trotz allem positiv und gut gestimmt zu sein.

Leider hat sich die Kernaussage "Mama sein ist toll" immer und immer wiederholt. Die Anekdoten des Mama Daseins und alltäglichen Wahnsinns sind teils lustig, aber das Buch konnte mich nicht überzeugen. Ich musste mich regelrecht dazu zwingen es zu Ende zu lesen, weil es nur an wenigen Stellen wirklich interessant für mich war. Viele ihrer Ansichten teile ich zu 100% mit ihr, andere gar nicht - aber das ist vollkommen okay. Das Buch war mir zu nichts sagend, ich hatte mir mehr erhofft.

Bewertung vom 24.09.2020
Tausend Augenblicke / All in Bd.1
Scott, Emma

Tausend Augenblicke / All in Bd.1


gut

SPOILER



Kacey scheint eigentlich eine sehr starke Persönlichkeit zu sein. Am Anfang der Geschichte merkt man aber sehr schnell, dass sie viele Probleme hat und außer ihrer "Freundin" Lola niemanden hat. Ihre Band ist gerade dabei groß rauszukommen und sie schüttet sich mit Alkohol zu und scheint keinerlei Interesse daran zu haben. Eines Abends trifft sie auf Chauffeur Jonah Fletcher. Er wird schnell zum "Retter in der Not" und die beiden verlieben sich ineinander. Mir ging das alles viel zu schnell. Sie lässt alles hinter sich, steigt aus der Band aus und ihre Freundin Lola scheint mir extrem fake zu sein, egal wie sehr sie ihr zuvor auch geholfen haben mag. Jonah kann aber nicht mit Kacey zusammen sein, weil er sterben wird. Irgendwann lässt er sich doch überreden und es folgt eine Sexszene nach der anderen. Dreiviertel des Buches war einfach ein ewiges Hin und Her. Das Ende war berührend, aber natürlich voraussehbar.



ACHTUNG SPOILER 2. Band

Ohne vorher zu wissen wie es im 2. Teil weitergehen wird war mir klar, dass Theo die Freundin seiner Bruders mehr als nur interessant findet. Ich finde die Entwicklung SCHRECKLICH. Ja, man kann sich nicht aussuchen in wen man sich verliebt.. aber in den Bruder / die Freundin des verstorbenen Bruders? NEIN, danke das ist nichts für mich. Ich werde deshalb vermutlich den 2. Teil auch nicht lesen. Ist mir dann doch zu schräg.

Bewertung vom 24.09.2020
Mama Superstar
Manrique, Melisa; Chander, Manik

Mama Superstar


sehr gut

Würdest du dich trauen alles hinter dir zu lassen? Deine Heimat, deine Familie und Freunde? Würdest du in eine völlig neue Welt eintauchen, in eine Welt deren Sprache du noch (!) nicht sprichst? Diese 11 Superstar Mamas haben es gewagt.



Das Buch beschreibt in kurzen Abschnitten jeweils die Geschichte von 11 Migranten Mamas. Jede hat ihre, völlig andere, Geschichte.

Schon beim Aufklappen stellt man fest: Hier wurde sich viel Mühe gegeben. Die Illustrationen, die Rezepte (übrigens auch mit veganer Alternative!), der Blick für die Details. Man merkt direkt, dass dieses Buch ein Herzensprojekt ist.

An vielen Stellen erinnert mich das Buch an ein Kinderbuch, dann folgt ein sehr ernster, manchmal sogar trauriger Abschnitt der beweist: "Naja doch kein Kinderbuch!". Die Abschnitte wirkten auf mich nicht sehr flüssig und somit hat man wirklich nur einen groben Überblick über das Leben der einzelnen Mütter bekommen. Mehr hat wahrscheinlich aber auch der Platz nicht zugelassen.

Ich will ehrlich sein, nicht jede Geschichte fand ich toll. Besonders Themen wie arrangierte Hochzeiten, Gewalt oder sehr junges Heiraten und Muttersein scheint mir und er heutigen Welt so fern. Was es natürlich nicht ist! Diese Abschnitte hinterlassen einen etwas bitteren Nachgeschmack, regen aber auch zum Nachdenken ein. Wie unterschiedlich jeder das Leben aufnimmt und anstrebt, wahnsinnig spannend.

Das Buch war unterhaltsam und die Geschichten sind interessant. Ich würde mir wünschen, dass man die Geschichten fließender lesen kann. So waren mir die einzelnen Geschichten zu zerstückelt.

Trotzdem ist dieses Buch nicht nur aufgrund der schönen Bilder ein echter Hingucker!

Bewertung vom 20.09.2020
Liebe passiert, Beziehung ist Arbeit
Sehrt, Nele

Liebe passiert, Beziehung ist Arbeit


weniger gut

Vielleicht habe ich grundsätzlich etwas anderes von diesem Buch erwartet. Ich dachte einfach, dass mehr konkrete Beispiele mit Lösungsvorschlägen und Verbesserungsmöglichkeiten zu finden sind. Allerdings ist das ganze Buch für mich viel zu allgemein gehalten.

Alle paar Seiten finden sich Beispiele von Personen von denen man aber nur einen kurzen Einblick in die Situation bekommt. Richtig darauf eingegangen wird nach den Abschnitten nicht mehr. Das hat das Lesen gestückelt.

Ich konnte keinerlei neue Informationen aus diesem Buch mitnehmen, alles war mir schon lange bekannt. Man muss keine Paartherapie kennen, um wesentliches zu kennen und anzuwenden. Besonders die letzten Kapitel, in denen es um Sexualität, Trennung und Betrügen geht wird einerseits alles sachlich erklärt, andererseits fehlt die Tiefe und konkrete Möglichkeiten. Die Tatsache, dass man sich letzten Endes immer noch trennen kann, egal aus welchem Grund, halte ich für offensichtlich.

Das Buch hat meine Erwartungen also leider so gar nicht erfüllt. Vielleicht finden Menschen in Krisen dadurch Mut sich zu motivieren und besser und mehr mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin zu kommunizieren.. Ansonsten keine Weiterempfehlung von mir.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.09.2020
King of London / Kings of London Bd.1
Bay, Louise

King of London / Kings of London Bd.1


weniger gut

Spoiler



Avery Walkers beginnt die Geschichte als selbstbewusste, junge Frau. Sie tut alles für ihre Familie und stellt ihre eigeneren Bedürfnisse hinten an.

Kaum lernt sie Geschäftsmann Hayden Wolf kennen vergisst sie ihre Prinzipien nahezu sofort. Sie geht mit ihm eine Affäre ein und verliebt sich in ihn. Hayden Wolf ist zwar ein Geschäftsmann, allerdings ist der Titel schlecht gewählt. 90% der Geschichte findet auf dem Wasser bzw. der Yacht statt. Als Avery eine große (von ihr dringend gebrauchte) Menge an Geld geboten wird, lehnt sie vermehrt ab. Hayden glaubt ihr nicht und wirft ihr wirklich unschöne Sachen an den Kopf. Da würde sogar ein jahrelanges Paar daran zu knabbern haben, um solche Vorwürfe und fehlendes Vertrauen zu verarbeiten.. Aber nicht bei Avery und ihrem Boss.. oh, ich meine natürlich Freund? Oder was auch immer die beiden zu diesem Zeitpunkt sind. So lebt jeder sein Leben getrennt im Streit und als Hayden erfährt, dass er sich vollkommen geirrt hat kreuzt er bei ihrer Arbeit auf. Avery verzeiht ihm innerhalb einer Sekunde und alles ist super. Was für ein Schwachsinn..

Was darauf folgt ist, richtig, die große Hochzeit und Kinderplanung. Sogar Avery´s Vater mischt sich ein, denn ER will ja soo gerne Enkelkinder haben. Meine Güte, welche erwachsene Frau lässt sich sowas denn gefallen? Wieso muss man sowas überhaupt verlangen, das geht ihn nichts an. Avery´s Familie war mir schon von Anfang an distanziert vorgekommen, aber das hat dann die Anti-Sympathie endgültig geweckt. Auch die Tatsache, dass Hayden sie innerhalb von einem (?) Jahr heiraten will, obwohl sie kurz zuvor noch getrennt waren bzw. davor auch nicht wirklich zusammen finde ich so unrealistisch. Von Trennung zu Hochzeit in 9 Monaten?

Das Buch war kitschig, langweilig und ich finde die Entwicklung von Avery wirklich dramatisch negativ. Hayden will sie besitzen und mit Liebe hat das rein gar nichts zu tun. Gut nur, dass er das Geld hat und sie naiv genug ist, um sich das gefallen zu lassen.

Bewertung vom 12.09.2020
Die Liebesroman-Mission / The Secret Book Club Bd.2
Adams, Lyssa Kay

Die Liebesroman-Mission / The Secret Book Club Bd.2


sehr gut

Nachdem ich den ersten Teil gelesen habe wollte ich natürlich wissen wie es mit dem selbstbewussten Mack weitergeht. Gerade Liv war mir im 1.Teil regelrecht unsympathisch. Ständig war sie am meckern und wetterte gegen Gavin. Außerdem mag ich negative Menschen, die immer nur motzen nicht. Umso vielversprechender war der zweite Teil.

SPOILER!

Dieser Teil war mit viel mehr Action und Ernst gefüllt. Das Thema sexueller Missbrauch wird hier zum Grund für die ein oder andere gewagte Handlung. Liv wollte unbedingt, dass Royce seine gerechte Strafe bekommt. Ich war schockiert, dass er letzten Endes nicht dafür (sondern für andere Straftaten) belangt wird. Auch die Tatsache, dass Alexis tatsächlich mit ihm geschlafen hat fand ich schockierend. Das Hin und Her zwischen Mack und Liv resultiert aus Mack´s Vergangenheit und Liv´s fehlendem Vertrauen in Männer (oder sogar allen Menschen). Liv wurde mir trotz allem um einiges sympathischer, besonders im Vergleich zum 1. Teil. Schade fand ich nur, dass der Buchclub sehr strak im Hintergrund geblieben ist. Es gibt nur eine sehr kurze Stelle, die ein anderes Buch des Buchclubs darstellt. Denn der Buchclub und das wilde Männergespann ist schließlich das was das Buch ausmacht! Das Buch war trotzdem spannend und unterhaltsam. Freue mich auf den 3. Teil!

Bewertung vom 11.09.2020
Mein Familienkompass
Imlau, Nora

Mein Familienkompass


gut

Die Autorin Nora Imlau ist für ihre Bücher über die Erziehung und Entwicklung von Kindern bekannt. Das Buch "Mein Familienkompass" soll die vielen Fragen beantworten, die ihr von Eltern gestellt werden. Dieser "Kompass" soll nicht genau vorgeben, was richtig und was falsch ist, aber dennoch eine gewisse Richtung aufzeigen, in die man mit seinen Kindern gehen sollte. Da das Buch knapp 400 Seiten umfasst ist es durchaus nachvollziehbar, dass man nicht mit allen Inhalten des Gesagten übereinstimmt. Das ist verständlich und wird auch von der Autorin selbst am Anfang des Buches erwähnt. So war es auch bei mir. Ich habe einige sehr interessante Informationen gefunden und dann auch wieder Stellen, die mir überhaupt nicht zugesagt haben. Darunter fällt besonders das am Ende erwähnte Thema "Influenzier" bzw. Social Media und Co. Ich kann mir ehrlich gesagt einfach nicht vorstellen, dass in der heutigen Zeit wirklich noch jemand das "Perfektsein" als Elternteil anstrebt. Natürlich will es jeder besser oder sogar bestmöglich machen, aber perfekt? Es ist doch jedem Erwachsenen klar, dass im Internet bewusst Inhalte gewählt werden. Im Allgemeinen hat Nora Imlau gute Tipps gegeben, allerdings sind viele nur schwammig umschrieben und appellieren zudem eher auf das Mindset der Eltern als an direkten Möglichkeiten. Vielleicht ist das auch der entscheidenen Unterschied zu anderen Ratgebern. Allerdings hatte ich beim Lesen den Eindruck wiederholt Sätze wie "Niemand kann alles richtig machen, akzeptieren wir das." und "Erziehung ist für alle schwer." zu hören. Deshalb war es leider auch so, dass das Lesen sich nach doppelt so vielen Seiten angefühlt hat und dadurch auch die vielen guten Textabschnitte in den Hintergrund gelangt sind. Das Buch motiviert, gibt aber nur oberflächlichen Rat. Gerade für Eltern, die mehr zum Thema lesen wird vermutlich nichts ausschlaggebendes an Informationen dabei sein.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.09.2020
Ein fast perfekter Liebesroman / The Secret Book Club Bd.1
Adams, Lyssa Kay

Ein fast perfekter Liebesroman / The Secret Book Club Bd.1


sehr gut

Schon auf dem Klappentext lässt sich vermuten, dass dieses Buch anders ist. Männer, die Liebesromane lesen UND Gefühle haben und diese auch zeigen? Im Grunde keine verwerfliche Idee. Das sollte viel öfter thematisiert werden.

Spoiler!

Die Geschichte beginnt mit der bevorstehenden Scheidung von Gavin und Thea. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich den Grund erst im Verlauf des Buches verstanden habe. Natürlich ist es traurig, dass Gavin nicht selbst gemerkt hat, dass eben nicht alles toll und perfekt ist. Aber ob das ein Grund ist sich sofort scheiden zu lassen? Ich weiß nicht. Im Verlauf lässt sich erkennen, wieso Thea solche Probleme mit ihrem Leben hat und was genau Gavin dazu beiträgt.

Die Charakter sind sehr sympathisch. Ich musste über den ein oder anderen Spruch wirklich lachen. Die Sprache ist leicht und so liest man das Buch sehr schnell, vor allem weil man es nicht aus der Hand legen will.

Thea´s Schwester Liv hat mir im Buch nicht so gut gefallen. Natürlich ist es absolut verständlich, dass sie zu ihrer Schwester hält. Aber nachdem Thea und Gavin ihre Differenzen beiseite gelegt haben und einen Neuanfang starten stelle ich mir die Situation zwischen Schwägerin und Schwager sehr komisch vor. Schließlich hat Liv offen gegen Gavin gehetzt. Gerade weil ich die Gründe für die Scheidung etwas extrem empfunden habe, fand ich Liv´s Verhalten überzogen. Schließlich ist Thea kein hilfloses Kind, sondern eine selbstdenkende, erwachsene Frau.

Die Zwillingsmädchen sind sehr süß. Mir kam es nur so vor als wären sie bereits in der ersten Klasse. Zwischendrin hat man aufgrund der Beschreibungen von Hochstuhl etc. gemerkt, dass es sich um wesentlich jüngere Kinder halten muss. An anderen Stellen wirkten sie aber sehr reif und wurden dementsprechend älter beschrieben.

Der Secret Book Club ist eine lustige Gruppe von Männern, die versuchen ihre Partnerinnen durch das Lesen von Liebesromanen besser zu verstehen. Aber ich glaube es ist noch mehr als das. Sie scheinen auch sich und ihre Gefühle besser zu verstehen. Besonders Mitglied Mack ist es wichtig sich von der "toxischen Maskulinität" zu entfernen.

Die Passagen des gelesen Liebesromans mit dem Earl sind eine interessante Abwechslung. Nicht zu viel und das finde ich gut. Allerdings waren mit die Parallelen zwischen der eigentlichen Geschichte von Gavin und Thea und der Geschichte des Earls zu extrem. Es war fast die gleiche Geschichte nur in einem anderen Zeitalter. Auch doof fand ich, dass Gavin ziemlich genau die Sätze verwendet hat, die auch der in der Geschichte Earl sagte. Das war dann wirklich ganz nach dem Motto " Wenn ich das hier zu dir sage und jenes tue, dann liebst du mich wieder - ganz egal ob es ehrlich gemeint ist oder nicht." Dass Thea damit Probleme hat mag auch teilweise an ihrer negativen Vergangenheit mit ihren Eltern liegen, aber sicherlich nicht ausschließlich.

Das Buch ist humorvoll, interessant und mal was anderes aus dem Genre. Ich kann es weiterempfehlen!