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Benutzername: Caren L.
Wohnort: Bad Berleburg
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Danksagungen: 1 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 84 Bewertungen
Bewertung vom 10.10.2018
Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3
Gruber, Andreas

Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3


ausgezeichnet

Mein Thriller-Highlight 2018

Inhalt:
In Wien filmt ein Dachdecker zufällig mit seinem Handy einen Mord. Evelyn Meyers und ihr Assistent Flo übernehmen die Verteidigung des potentiellen Täters. In Leipzig wird in einem Hotel eine Leiche gefunden. Es sieht nach einem Unfall aus, was Walter Pulaski allerdings nicht recht glauben mag. Es passieren noch mehr Unfälle / Morde, die Kripo tappt im Dunkeln.

Meine Meinung:
Nach „Racheherbst“ und „Rachesommer“ ist „Rachewinter“ der dritte Fall für Walter Pulaski und Evelyn Meyers. Wie erwartet hängen die Fälle in Wien und Leipzig zusammen. Es dauert allerdings ziemlich lange, bis Walter und Evelyn in Kontakt treten. Zwei scheinbar voneinander unabhängige Geschichten ohne jeglichen Berührungspunkt, jede für sich interessant und spannend, führen am Ende zusammen. Der Fall ist von Anfang an fesselnd und spannend, das zieht sich durch das ganze Buch. Andreas Gruber hat es geschafft, seine Leser des öfteren aufs Glatteis zu führen. Auf geniale Art und Weise erschafft er immer neue Szenarien, die total unerwartet, dennoch aber glaubwürdig und stimmig sind. Bis zum Ende erleben wir eine Überraschung nach der anderen. Trotz der wenig erfreulichen Ereignisse und teilweise blutigen Schilderungen kommt der Humor nicht zu kurz.
Die Charaktere sind wie gewohnt sehr authentisch und überzeugend gezeichnet. Pulaski ist zynisch und sarkastisch. Er ermittelt mit etwas unkonventionellen Methoden, was ihn um so sympathischer macht. Seine Tochter Jasmin tritt in seine Fußstapfen und man sieht, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Evelyn ist Anwältin mit Leib und Seele. Ihr neuer Assistent Flo ist ein Glücksgriff, die beiden ergänzen sich auf wunderbare Weise. Auch die Nebencharaktere sind sehr interessant. Sie haben ihre Ecken und Kanten, manchmal tun sich Abgründe auf.

Fazit:
Gänsehaut und Spannung pur! Ich freue mich auf den Rachefrühling!

Bewertung vom 07.10.2018
Saving Sophie - Ihr letzter Moment könnte auch Deiner sein.
Carrington, Sam

Saving Sophie - Ihr letzter Moment könnte auch Deiner sein.


sehr gut

Trotz einiger Schwächen lesenswert

Inhalt:
Sophie, 17, wird nachts völlig betrunken und orientierungslos von der Polizei bei ihren Eltern abgeliefert. Sie kann sich an nichts von dem erinnern, was in den Stunden zuvor passiert ist. Ihre Freunde haben sie angeblich in ein Taxi gesetzt. Doch warum wurde sie dann von der Polizei aufgegriffen? Und wo ist ihre beste Freundin Amy? Von der fehlt jede Spur. Am nächsten Morgen wird eine Mädchenleiche gefunden, auf die die Beschreibung von Amy genau passt.

Meine Meinung:
Das Buch startet furios und fesselnd mit einem Prolog, der das brutale Vorgehen des Täters mit seinem Opfer beschreibt. Man ist also sofort mitten im Geschehen. Leider gelingt es der Autorin nicht, diese Spannung aufrecht zu erhalten. In den folgenden Kapiteln wird das Geschehen in Sophies Familie und ihren Freunden geschildert. Dabei wird Sophies fehlende Erinnerung sehr stark thematisiert, ebenso die Erkrankung ihrer Mutter Karen. Vieles wiederholt sich und wirkt dadurch etwas langatmig. Die Perspektive wechselt zwischen Sophie, Karen und der zuständigen Ermittlerin, das macht die Geschichte interessant und abwechslungsreich. Durch Einblicke in Sophies Clique lernen wir Gepflogenheiten der Jugendlichen kennen, die leider der heutigen Realität entsprechen. Komasaufen, Drogen, die in Getränke gemischt werden, aber auch die Macht der sozialen Netzwerke. Der Albtraum jeder Eltern! Sophies Mutter, Karen, leidet an Agoraphobie und daraus resultierenden Panikattacken. Sie traut sich keinen Schritt aus dem Haus. Allein der Gedanke daran lässt sie schon in Panik geraten. Ihre Situation wird sehr eindringlich beschrieben. Daher kommt mir manche ihrer Handlungen wenig realistisch und überzeugend vor. Das, was sie tut, passt nicht zu ihrem Krankheitsbild und zu dem, wie sie vorher beschreiben wird.
Die anfänglichen „Hänger“ in der Geschichte geben sich später und es wird richtig spannend. Anfangs hat es mich irritiert, dass die Geschichte nicht aus der Sicht des Mörders oder des Opfers erzählt wird, im Mittelpunkt steht die Freundin des Opfers und ihre Familie. Im Laufe des Geschehens stellt man als Leser fest, dass das nicht ohne Grund geschieht. Das Ende hat mich dann überrascht, gut gemacht!

Fazit:
Trotz der erwähnten Schwächen ein lesenswerter Thriller.

Bewertung vom 04.10.2018
Der Tod hält keine Mittagsruhe / Sofia und die Hirschgrund-Morde Bd.3 (eBook, ePUB)
Hanika, Susanne

Der Tod hält keine Mittagsruhe / Sofia und die Hirschgrund-Morde Bd.3 (eBook, ePUB)


sehr gut

„Der Tod hält keine Mittagsruhe“ ist der 3. Teil der „Hirschgrund-Morde" Reihe von Susanne Hanika. Ein in sich abgeschlossener Fall, den man auch gut lesen kann, wenn man die vorherigen Fälle nicht kennt. Sehr humorvoll geschrieben, viel Situationskomik, manchmal etwas makaber, leicht und locker geschrieben.
Sofia ermittelt - zum Leidwesen der Polizei - eigenmächtig in einem Mordfall, der auf ihrem Campingplatz passiert ist. Das Mordopfer hatte viele Feinde, es gibt also jede Menge Verdächtige. Bis zum Schluss bleibt es spannend. Am Ende klärt sich alles auf, auch Sofias Privatleben läuft wieder in geordneten Bahnen. Das ging für mich allerdings ein bisschen zu glatt und schnell. Die Charaktere sind sehr überzeugend gezeichnet. Sofia ist äußerst sympathisch. Sie ist mehr oder weniger unfreiwillig zu diesem Campingplatz gekommen. Ihre anfänglichen Vorbehalte lösen sich nach und nach auf. Das Leben auf dem Platz ist herrlich realitätsnah beschrieben. Als eingefleischter (Dauer-) Camper habe ich mich in vielem wiedergefunden. Auch die anderen Protagonisten haben mich überzeugt.

Fazit:
Ein unterhaltsamer, humorvoller Roman, eher Komödie als Krimi.

Bewertung vom 17.09.2018
Zwillinge in Dur und Moll
Teufl-Heimhilcher, Brigitte

Zwillinge in Dur und Moll


ausgezeichnet

Veränderung ist schwer

Vicky und Roswitha sind Zwillinge. Dabei könnten sie kaum unterschiedlicher sein. Vicky ist lebenslustig und positiv, meistert und genießt ihr Leben, obwohl sie schon einige Schicksalsschläge hinnehmen musste. Roswitha dagegen hadert mit ihrem Schicksal, lebt unglücklich mit ihrem Mann und ihren drei Kindern. Ihr fehlt die Perspektive.
Nach jahrzehntelanger Trennung kommt Vicky zu ihrer Schwester nach Wien. Aus dem geplanten Besuch wird ein Umzug und somit ein dauerhafter Wohnsitz in der Nähe ihrer Schwester.
Sehr gut gefallen hat mir die energische aber auch liebevolle Art, in der Vicky ihrer Schwester aufzeigt, wie sie es schaffen kann, wieder in ein Leben zu finden, in dem sie glücklich werden kann. Roswitha ist eine harte Nuss, die es zu knacken gilt, aber die Zwillingsschwester mit ihrem unerschütterlichen Optimismus gibt nicht auf.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. In Roswitha, die in einer unglücklichen und langweiligen Ehe gefangen ist, können sich bestimmt viele Leserinnen wiederfinden. Wie einfach ist es, sich treiben zu lassen und das Leben so zu nehmen, wie es ist, auch wenn man unzufrieden ist. Es braucht Mut und Stärke, auszubrechen und in ein Leben zu finden, das glücklich macht. Brigitte Teufl-Heimhilcher ist es gelungen, dass man sich als Leser/in mit beiden Schwestern identifizieren kann. Beide Charaktere sind überzeugend und sympathisch gezeichnet, so unterschiedlich sie auch sind eben Dur und Moll.

Fazit:
Ein lesenswertes Buch, das sicherlich so manche(n) zum Nachdenken über die aktuelle Lebenssituation bringt.

Bewertung vom 11.09.2018
Der Hund, der eine Grube gräbt
Bernard, Carine

Der Hund, der eine Grube gräbt


ausgezeichnet

Spannende Unterhaltung

Inhalt:
Die Tierärztin Katja Maus findet zusammen mit ihrer Freundin eine Leiche in deren Garten. Ein Hund, der vergiftet wurde und eine Entführung, die viele Jahre zurückliegt, könnten mit diesem Fall zusammen hängen. Katja fällt es nicht ein, die Ermittlungen der Polizei zu überlassen. Wird es ihr gelingen, den Mörder zu finden?

Meine Meinung:
Dieser Roman, für mich der erste dieser Autorin, hat mich wirklich gut unterhalten. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Die Protagonisten sind authentisch und liebevoll gezeichnet. Katja Maus ist Tierärztin und alleinerziehende Mutter einer pubertierenden Tochter. Da ist Stress und Streit vorprogrammiert! Der Polizist Cornelius Blum mit seinem Schäferhund Pitter ist ebenfalls sehr sympathisch. Er interessiert sich neben den Ermittlungen auch für die Tierärztin. Im Mittelpunkt des Geschehens steht natürlich der Fall, aber auch die Arbeit und das Familienleben der Tierärztin spielen eine wichtige Rolle. Eine Liebesgeschichte darf natürlich nicht fehlen, ein bisschen Romantik rundet das ganze ab. Die Erzählung ist nie langweilig, bis zum Ende bleibt offen, wer der Täter ist und ob und wie die Entführung von damals mit diesem Fall zusammenhängt.

Fazit:
Ein unterhaltsames, unbedingt lesenswertes Buch!

Bewertung vom 05.09.2018
Sie finden dich nie / Oxford Krimi Bd.1
Hunter, Cara

Sie finden dich nie / Oxford Krimi Bd.1


ausgezeichnet

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite

Inhalt:
Eine Feier mit netten Nachbarn und Freunden endet in der Katastrophe! Nach der Party bei den Masons ist die achtjährige Daisy verschwunden. Detectiv Inspector Adam Fawley und sein Team suchen fieberhaft nach der Kleinen und befragen Nachbarn, Bekannte, Mitschüler und Lehrer. Es gibt viele Spuren, aber kein greifbares Ergebnis. Daisy ist und bleibt verschwunden.

Meine Meinung:
„Sie finden dich nie" ist das erste Buch der Autorin Cara Hunter. Für mich einer der besten Thriller seit langem. Von Anfang an war ich gefesselt von der Geschichte. Die Autorin versteht es, Spannung aufzubauen und zu halten. Die Handlung ist nicht chronologisch erzählt. Immer wieder erfahren wir Dinge, die mehr oder weniger lang vor Daisys Verschwinden passiert sind und die damit in Verbindung dastehen - oder auch nicht. Aufgelockert und noch interessanter wird die Erzählung durch mehrer Vernehmungen, die in Interview-Form wiedergegeben werden. Geschockt haben mich Twitter- und Facebook-Einträge, die beleidigen und verdächtigen und eine Welle von Hass in Gang bringen. Wirklich schockierend und leider wahrscheinlich nicht weit weg von der Realität.
Die Familie Mason und ihr Umfeld werden exzellent dargestellt. Nach und nach lernen wir Daisys Eltern - Sharon und Barry - und ihren älteren Bruder Leo kennen. Da tun sich wirklich Abgründe auf! Unfassbar, was in manchen Köpfen vorgeht. Auch Freundinnen, deren Eltern und LehrerInnen spielen eine wichtige Rolle und könnten mit Daisys Verschwinden zu tun haben. Im Laufe der Ermittlungen waren für mich alle einmal verdächtig, jede und jeder hätte es sein können. Die Spannung hält sich buchstäblich bis zur letzten Seite! Das Ende ist komplett überraschend, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet.

Fazit:
Ein excellent geschriebener, mitreißender Thriller, sehr zu empfehlen! Ich freue mich sehr auf weitere Bücher der Autorin.

Bewertung vom 27.08.2018
Stille Schwester
Krist, Martin

Stille Schwester


ausgezeichnet

Spannung und Nervenkitzel pur

Inhalt:
In Berlin treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Er ermordet Menschen, inszeniert die Darstellung der Leichen und gibt ihnen jeweils einen Hinweis auf das nächste Opfer mit. Zwischen den Getöteten gibt es keinerlei Verbindung.
Ein Brandanschlag auf eine türkisches Geschäft fordert ein weiteres Todesopfer.
Rebecca und Andreas führen eine Bilderbuch-Beziehung. Doch plötzlich kippt die Stimmung, Andreas verbirgt irgendetwas vor seiner Partnerin.
Dann ist da noch die Email des Mörders an den Ermittler.
Wie hängen diese Handlungsstränge zusammen? Henry Frei und sein Team stehen vor großen Herausforderungen.

Meine Meinung:
Wie schon in „Böses Kind“ war ich von der ersten Seite an gefesselt und mitten drin im Geschehen. Mir gefallen die kurzen Kapitel, die fast immer mit einem Cliffhanger enden, sehr gut. Der Autor springt zwischen den verschiedenen, scheinbar unzusammenhängenden Handlungssträngen hin und her, das führt dazu, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen. Wäre ich nicht durch eine Leserunde „ausgebremst“ worden, hätte ich das Buch sicherlich in einem Rutsch gelesen.
Die Charaktere sind, wie man es von Martin Krist kennt, exzellent und überzeugend gezeichnet. Henry Frei ist ein toller und fähiger Ermittler, er hat aber auch Schwächen, was ihn umso menschlicher macht. Der tiefe Einblick in sein Privatleben macht deutlich, dass Ermittler auch nur Menschen sind. Seine Kolleg*innen, allen voran Louisa Albers, sind ebenfalls überzeugend dargestellt. Besonders angetan hat es mir in dieser Geschichte Charly, der mit seinen unkonventionellen Ideen schon mal querschießt und sich so manchen Rüffel einholt.
Mit Rebecca habe ich mitgefiebert und mitgelitten. Sie musste alles erleben - von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt.
Die Story ist von Beginn an spannend. Der Fall ist zwar in sich abgeschlossen, es empfiehlt sich allerdings, den ersten Teil vorher zu lesen. Dadurch versteht man viele Zusammenhänge besser. Hier werden die verschiedenen Handlungsebenen nebeneinander geführt und allmählich sehr geschickt zueinander gebracht. Bis dahin wird der Leser aber auf mehrerer falsche Fährten gelockt. Der Spannungsbogen zieht sich vom Anfang bis zum Schluss. Das Ende ist völlig überraschend, lässt aber leider noch einige Fragen offen. Der Untertitel „Alanna“ wird in diesem Band kaum thematisiert. So warte ich gespannt auf den dritten Fall, in dem die Fragen hoffentlich beantwortet werden.

Fazit:
Ein absolutes Highlight, unbedingt zu empfehlen!

Bewertung vom 14.08.2018
Die Stimmlosen
Metzenthin, Melanie

Die Stimmlosen


ausgezeichnet

Bewegende Nachkriegsgeschichte

Inhalt:
1945 - der Krieg ist vorbei. Paula und Richard samt ihrer Familie sind froh, dass sie überlebt haben. Zusammen mit ihren Freunden Fritz und Arthur kämpfen sie in der schweren Nachkriegszeit ums Überleben. Die Methoden sind nicht immer ganz legal - aber wie sagt man so schön? Der Zweck heiligt die Mittel. Dann ist da noch die ungesühnte Schuld von Dr. Krüger. Richard macht es zu schaffen, dass der Kinderarzt unzählige Kinder getötet („erlöst“) hat. Wird er jetzt endlich seine gerechte Strafe bekommen?

Meine Meinung:
Die Fortsetzung von „Im Lautlosen“, das ich mit Begeiserung gelesen habe, ist Melanie Metzenthin mehr als gelungen!
Der Krieg ist endlich vorbei, aber leider kann von Entspannung keine Rede sein. Die Lebensmittel sind knapp und ein sehr harter Winter macht den Alltag zum Überlebenskampf.
Richard, Paula, Fritz und Arthur, unsere Haupt-Protagonisten, schaffen es - teilweise mit unkonventionellen Mitteln - einigermaßen gut über die Runden zu kommen. Trotz aller Not gibt es Träume und Ziele für die Zukunft. Das ist es, was ihnen hilft, nicht aufzugeben. Ob sie alle Ziele erreichen? Lest selbst!
Die Protagonisten sind allesamt überzeugend und authentisch gezeichnet. Mit jedem einzelnen konnte ich mich identifizieren. Mein Highlight ist eindeutig Fritz! Er ist ein toller, optimistischer Mann, der trotz seines schweren Verlustes den Lebensmut nicht verliert. Auch die „Bösen“ sind glaubhaft charakterisiert. Allen voran Dr. Krüger, der für seine Gräueltaten letzten Endes seine Strafe erhält.
Melanie Metzenthin ist es perfekt gelungen, ein authentisches Bild der Nachkriegszeit zu zeichnen. Ein intensiver, emotionaler und tiefgehender Roman. Das bedrückende Szenario ist dadurch leichter zu ertragen, dass die Autorin es versteht, immer wieder humorvolle Szenen einfließen zu lassen. Es gibt aber auch viele Dialoge, die zum Nachdenken anregen und die mich noch lange nach der Lektüre des Buches beschäftigen. Besonders deutlich wird, wie wichtig und wertvoll in dieser schweren Zeit richtige, tiefe Freundschaft ist. Richard, Fritz und Arthur halten immer zusammen, egal was passiert. So manches Mal habe ich damit gerechnet, dass die Freundschaft zwischen den Deutschen und dem Briten zerbricht, aber sie hat alle Wirren der schlimmen Zeit überdauert.
Ich hatte das Glück, dieses Buch in einer Autoren-begleiteten Leserunde lesen zu dürfen. Das war eine tolle Erfahrung, da es noch viele Hintergrundinformationen von der Autorin gab.

Fazit:
Ein wunderbarer Roman, der mich tief berührt hat. Es ist zu hoffen, dass noch viele Menschen ihn lesen. Das Grauen von damals darf nicht in Vergessenheit geraten und vor allem - es darf sich nicht wiederholen! Was in der heutigen Zeit passiert, macht mir Angst.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.08.2018
Die Braut
Terpstra, Anita

Die Braut


ausgezeichnet

Ungewöhnlicher, spannender Thriller

Inhalt:
Mackenzie Walker heiratet den Kriminellen Matt Ayers. Er ist im Gefängnis, weil er mehrere Frauen entführt, misshandelt und getötet haben soll. Obwohl er seine Unschuld beteuert, sitzt er in der Todeszelle. Mackenzie liebt und heiratet ihn, obwohl ihr aus ihrem persönlichen Umfeld nur Unverständnis entgegengebracht wird.
Schafft sie es, ihren Ehemann aus dem Gefängnis zu befreien?

Meine Meinung:
Anita Terpstra beweist hier, dass ein Krimi auch ohne viel Blutvergießen spannend und fesselnd sein kann. Hier steht nicht, wie im „normalen“ Krimi, die Jagd nach einem unbekannten Mörder im Vordergrund. Mackenzie ist eine starke Frau, die weiß, was sie will. Ihre Vergangenheit ist etwas undurchschaubar, man versteht anfangs nicht, wie sie in die Situation geraten konnte, sich in einen verurteilten Schwerverbrecher zu verlieben und ihn zu heiraten. Der Hass vieler Menschen, auch aus ihrem persönlichen Umfeld, ist ihr sicher. Trotzdem zieht sie ihr Vorhaben durch.
Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar flüssig und sie versteht es, die Geschichte mit sehr viel Emotionen und erschreckenden Bildern überzeugend zu erzählen. Die Perspektivwechsel bringen noch zusätzlich Spannung mit sich. Hauptsächlich erleben wir die Geschichte aus der Sicht von Mackenzie Walker. Aber auch die entführten Frauen kommen zu Wort.
Der Thrill zieht sich von der ersten bis zur letzten Seite. Das Ende ist völlig überraschend und hat mich umgehauen. Es ist aber trotzdem stimmig und passt perfekt. Alle Charaktere sind authentisch und überzeugend gezeichnet. Mit Mackenzie habe ich gelitten und gebangt, andere Protagonisten waren mir einfach nur zuwider.

Fazit:
Ein absolut lesenswerter Psychothriller. Spannung geht auch ohne Blutvergießen.

Bewertung vom 02.08.2018
Himmelfahrtskommando / Klara Himmel Bd.2
Moeller, Cathrin

Himmelfahrtskommando / Klara Himmel Bd.2


ausgezeichnet

Klara Himmel ermittelt wieder

Inhalt:
Klara ist in Mordsacker immer noch nicht heimisch geworden und llangweilt sich in ihrer Rolle als Hausfrau und Hobby-Landwirts-Ehefrau. Da kommt ihr ein Todesfall in Mordsacker gerade recht! Eine alte Dame ist gestorben, die Ermittler gehen von einem Suizid aus. Nicht so Klara! Sie stürzt sich mit Begeisterung in die Aufklärung des Falles. Hat vielleicht die „Schamanin“ Cynthia etwas mit der Sache zu tun? Und da ist da noch der Neffe der Verblichenen...

Meine Meinung:
Auch wenn ich den ersten Fall, den Klara im beschaulichen Mordsacker gelöst hat, nicht kenne, habe ich sofort in die Geschichte hineingefunden und mich dort wohlgefühlt. Der Schreibstil der Autorin ist locker und flüssig und leicht zu lesen. Wer einen blutrünstigen oder brutalen Krimi erwartet, ist hier allerdings an der falschen Adresse. In dieser Geschichte steht eindeutig der Humor im Vordergrund. Natürlich gibt es auch Leichen, sonst hätte Klara ja nichts zu ermitteln. Die Geschichte ist verwirrend und spannend, bis zum Ende gibt es immer wieder Überraschungen.
Mit reichlich Situationskomik beschreibt die Autorin das Leben und Handeln der Schauspielerin, die es durch ein Zeugenschutzprogtamm aus ihrem wunderbaren Leben in Berlin hier nach Mordsacker, ans Ende der Welt, verschlagen hat. Klara ist in ihrem Element, wenn sie ein Verbrechen wittert. Kommissar Zufall spielt bei den Ermittlungen eine wichtige Rolle, außerdem würzen ein bisschen Mystik und Romantik das Geschehen.
Alle Charaktere dieses Romans sind herrlich authentisch und liebevoll gezeichnet. Sei es Paul, Klaras Ehemann, dem seine Ziegen wichtiger sind als der aktuelle Fall, oder Benjamin, der Bestatter, der Klara bei ihren größtenteils unkonventionellen Ermittlungsmethoden tatkräftig unterstützt. Auch alle anderen Protagonisten konnten mich überzeugen.
Das beschauliche Mordsacker ist ein fiktiver Ort. Das Dorf und seine Bewohner sind so anschaulich beschrieben, dass ich dort gerne Urlaub machen würde.

Fazit:
Eine herrliche Krimikomödie, unbedingte Leseempfehlung!