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Benutzername: Caren L.
Wohnort: Bad Berleburg
Über mich:


Bewertungen

Insgesamt 80 Bewertungen
Bewertung vom 27.01.2019
Blutacker / Nicholas Meller Bd.2
Stassen, Lorenz

Blutacker / Nicholas Meller Bd.2


ausgezeichnet

Geld ist nicht alles

Inhalt:
Nach dem „Angstmörder“ - Fall geht es mit dem Strafverteidiger Nicholas Meller steil bergauf. Er hat jetzt eine „richtige“ Kanzlei mit einer Sekretärin und einer Anwältin. Seine ehemalige Referendarin Nina ist inzwischen seine Lebensgefährtin. So weit so gut. Eines Tages wird ein Paketbote ermordet. Eine Sendung, die an ihn, Nicholas, adressiert war, ist verschwunden. Bei den Nachforschungen gerät er mal wieder ins Visier des Bösen. Dazu kommt, dass ihm sein sozialer Aufstieg ein bisschen zu Kopf gestiegen ist. Das schadet auch seiner Beziehung zu Nina.

Meine Meinung:
Lorenz Stassen hat es nach „Angstmörder“ wieder geschafft, den Leser von Anfang bis zum Ende in Atem zu halten. Die Spannung lässt nicht nach, immer wieder gibt es überraschende Wendungen und auch das Finale bringt noch völlig Unerwartetes mit sich. Viele der Protagonisten kennen wir aus dem ersten Fall. Die Charaktere haben sich weiterentwickelt, nicht alle zum Positiven.....
WIr bekommen Einblick in die Welt der „Reichen und Schönen“. Die Charaktere sind sehr authentisch und überzeugend gezeichnet. Manch einer meint, mit Geld kann man alles kaufen, auch einen Strafverteidiger. Nicholas wird ein Mitglied dieser „High Society“, was ihm ein bisschen zu Kopf steigt. Trotzdem lässt er sich nicht kaufen und es gelingt es ihm, den Fall zu lösen. Außer seinem Scharfsinn hat er aber auch eine gehörige Portion Glück, dass er unbeschadet davon kommt. Was es mit dem „Blutacker“ auf sich hat, erfährt der Leser erst spät. Gut gefallen hat mir, dass dieser Thriller vor einem realen Hintergrund spielt. Diesen Acker gibt es wirklich in Köln. Solche Feinheiten erfährt man in einer autorenbegleiteten Leserunde.

Fazit:
Ein empfehlenswerter Thriller, der Lust macht auf den dritten Fall für Nicholas Meller.

Bewertung vom 06.12.2018
Hexenkessel
Krist, Martin

Hexenkessel


sehr gut

In der Kürze liegt die Würze

Mit Spannung habe ich auf diese neue Reihe von Martin Krist gewartet. Das Buch ist kurz, was der Spannung und dem Nervenkitzel aber keinen Abbruch tut. Der Held der Geschichte ist der „Privatermittler“ Pearl: hart, aber herzlich. Ein Einzelkämpfer mit dunkler Vergangenheit, die (bisher?) nur angedeutet wird. Er und alle anderen Protagoisten sind authentisch gezeichnet. Sie sind überzeugend sympathisch oder eben nicht. Identifizieren konnte ich mich mit keinem von ihnen, das ist aber nicht unbedingt negativ. Bullen und Politiker sind bestechlich und mischen mit im Sumpf der Korruption. Man kann niemandem trauen. Das klingt nach reichlich Klischees. Stört aber nicht, im Gegenteil, es passt zum Schauplatz New York. Die Handlung ist - wie von Martin Krist gewohnt - rasant, spannend und undurchschaubar. Erzählt wird in zwei scheinbar völlig unzusammenhängenden Handlungssträngen, die früher oder später zusammenführen.
Kurze Abschnitte mit Cliffhangern erhöhen die Spannung und führen dazu, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann.
Leider bleiben am Ende einige Fragen offen, daher „nur“ vier Sterne.

Bewertung vom 06.11.2018
Grenzgänger
Borrmann, Mechtild

Grenzgänger


ausgezeichnet

Erschütternd

Inhalt:
Henni gerät im jugendlichen Alter in eine sehr schwierige Situation. Ihre Mutter ist gestorben, ihr Vater ist schwer traumatisiert vom Krieg und nicht in der Lage, sich um seine vier Kinder zu kümmern. Henni sieht keine andere Möglichkeit, als sich den Kaffeeschmugglern anzuschließen. Nur mit dem dadurch verdienten Geld gelingt es ihr, sich und ihre Geschwister zu versorgen und zu verhindern, dass sie in ein Heim gegeben werden. Leider passiert bei einer Tour ein fürchterliches Unglück, das zur Folge hat, dass Henni in einer Besserungsanstalt untergebracht wird und die Geschwister in einem Kinderheim landen. Das ist der Anfang eines schrecklichen Leidensweges, denn die Kinder werden menschenunwürdig behandelt und für ihr Leben gezeichnet.

Meine Meinung:
„Grenzgänger“ war für mich das erste Buch von Mechthild Borrmann, aber gewiss nicht das letzte. Die klare und einfache Sprache hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Von Anfang an ist man mitten drin in der Geschichte und leidet mit den Protagonisten. Glücklicherweise gibt es auch einige Situationen, in denen man sich mit freuen kann. Trotz aller Tragik lockern humorvolle Szenen das Geschehen auf, was das Lesen erträglicher macht. Die Handlung wird in verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, sodass sich die Geschichte stückweise zu einem erschütternden Gesamtbild zusammenfügt. Die Anhörung und die Verhandlung um die Geschehnisse in den Heimen findet in den 70er Jahren statt. Es wird deutlich, dass die Kinder von damals, die mittlerweile erwachsen sind, immer noch an dem leiden, was sie damals erlebt haben. Die Zustände in dem katholischen Kinderheim haben mir die Tränen in die Augen getrieben. Es ist wirklich erschütternd, was den armen Kinderseelen angetan wurde - von „gottesfürchtigen“ Erzieherinnen. Die Personen sind fiktiv, die Geschehnisse allerdings sind wirklich passiert und lassen den Leser fassungslos und entsetzt zurück. Die Autorin hat Zeitzeugen interviewt und ihnen durch die Aufarbeitung dieses Tabuthemas Gehör verschafft.
Die Charaktere sind authentisch und liebevoll gezeichnet. Henni ist ein tolles Mädchen, das genau weiß, was es will. Die Sorge um ihre Geschwister treibt sie an und lässt sie über sich hinauswachsen. Als erwachsene Frau vor Gericht ist sie noch immer um das Wohl ihrer Geschwister besorgt, was ihr zum letztendlich Verhängnis wird.
Auch alle anderen Haupt- und Neben-Protagonisten haben mich überzeugt.
So sehr man sich ein Happy End wünscht, man weiß doch, dass es keines geben kann.

Fazit:
Ein erschütternder, sehr emotionaler Roman, der noch lange nach dem Lesen nachwirkt.

Bewertung vom 28.10.2018
Die Frauen der Kamelien-Insel / Kamelien Insel Saga Bd.2
Bach, Tabea

Die Frauen der Kamelien-Insel / Kamelien Insel Saga Bd.2


ausgezeichnet

Zuhause auf der Kamelieninsel

Inhalt:
Sylvia und Maël sind verheiratet - alles könnte perfekt sein. Doch plötzlich taucht Chloé auf, die behauptet, Maël sei der Vater ihres Sohnes. Leider ist das nicht der einzige Wermutstropfen in Sylvias Leben, es geschehen noch andere Dinge, die sie aus der Bahn zu werfen drohen. Gibt es ein Happy End für Sylvia und Maël?

Meine Meinung:
Schon im ersten Band „Die Kamelieninsel“ war ich gefesselt und begeistert von Sylvia und dem, was ihr widerfährt. Sie hat ihren Maël geheiratet und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind. Dass sie mit dem einer anderen Frau „beglückt“ wird, stand gewiss nicht auf ihrer Wunschliste. Sie kommt mit Noah jedoch besser zurecht als seine eigene Mutter.
Die Charaktere sind wie gewohnt authentisch und liebevoll gezeichnet. Sylvia ist eine tolle Frau mit Herz und Verstand, allerdings ist sie hier teilweise sehr naiv und blauäugig. Ihr Mann Maël lebt für seine Kamelienzucht, das Feingefühl für seine Frau fehlt ihm dann und wann, man möchte ihn des öfteren in den Allerwertesten treten.
Chloé ist einfach nur unsympathisch und völlig ohne Empathie. Sir James Ashton-Davonport, den wir schon im ersten Band kennengelernt haben, ist wieder in seinem Element.
Auch die „Nebenprotagonisten“ sind gut getroffen. Solenn ist einfach nur liebenswert und Aaltje ebenso. Auch die Anwältin, die viel Unheil abwendet, hat mich überzeugt.
Neben der Handlung, die spannend, unterhaltsam und glaubwürdig ist, haben mir die Schilderungen von bretonischen Sitten und Gebräuchen und landestypischen kulinarischen Spezialitäten sehr gut gefallen.
Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, es ist schwer aus der Hand zu legen.

Fazit:
Ein lesenswerter Wohlfühlroman.

Bewertung vom 15.10.2018
Die schuldige Frau
Croft, Elle

Die schuldige Frau


gut

Anfangs hat mich diese Geschichte sehr gefesselt. Leider ist es der Autorin nicht gelungen, mich bei der Stange zu halten. Die Hauptprotagonistin Bethany handelt stellenweise nicht nachvollziehbar und einfach dumm. Die Geschichte ist nicht neu - man weiß genau, dass die Person unschuldig ist, es gelingt ihr aber nicht, das zu beweisen. Der wahre Mörder stalkt sie und macht sie psychisch fertig. Bethany ist für mich nicht wirklich glaubwürdig dargestellt. Ihre Emotionen und ihr Gefühlschaos sind teilweise etwas langatmig und die Spannung bleibt auf de Strecke.
Am Ende kommt der Mörder zu Wort. Sein Motiv und seine Rechtfertigung kam mir wenig plausibel und überzeugend vor. Schade, aus dieser Thematik hätte man mehr machen können.

Fazit:
Leider nicht überzeugend.

Bewertung vom 15.10.2018
Der dunkle Schatten des Waldes
Dillert, Bert

Der dunkle Schatten des Waldes


ausgezeichnet

Wo ist Sina?

Inhalt:
Nach einem Streit mit ihrem Freund steht Sina an der Bushaltestelle und will nach Hause. Dort kommt sie nie an. Was ist mit ihr passiert? Ihre Familie ist verzweifelt, die Ehe der Eltern zerbricht.
Auch Jahre später hat der Fall den Ermittler Darold nicht losgelassen. Er ist nicht mehr im Dienst, hat sich aber in den Fall verbissen und ermittelt privat weiter. Ein mysteriöser Anruf bringt die Sache wieder ins Rollen.

Meine Meinung:
Der Krimi hat mich von Anfang an gefesselt. Der Schreibstil ist eher nüchtern und sachlich, vielleicht wirkt die Szenerie deswegen so bedrückend. Als Leser leidet man mit Sinas Schwester Hanna, ihrer Mutter und ihrem Vater. Der Anruf, den Hanna erhält, reißt alte Wunden wieder auf. Darold lässt nicht locker und das hilft letztendlich dabei, den Fall zu lösen. Das Ende ist überraschend und schockierend.
Die Charaktere sind überzeugend und glaubhaft gezeichnet. Hanna, die in ihrer Verzweiflung immer wieder die Stelle aufsucht, an der ihre Schwester verschwunden ist, aber auch Darold, der sich in den Fall verbissen hat, sind authentisch und sympathisch dargestellt. Auch die Eltern von Sina, sind durch das Verschwinden ihrer Tochter andere Menschen geworden, ihr Leben hat sich grundlegend verändert.

Fazit:
Ein spannender, bedrückender Krimi, sehr zu empfehlen!

Bewertung vom 10.10.2018
Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3
Gruber, Andreas

Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3


ausgezeichnet

Mein Thriller-Highlight 2018

Inhalt:
In Wien filmt ein Dachdecker zufällig mit seinem Handy einen Mord. Evelyn Meyers und ihr Assistent Flo übernehmen die Verteidigung des potentiellen Täters. In Leipzig wird in einem Hotel eine Leiche gefunden. Es sieht nach einem Unfall aus, was Walter Pulaski allerdings nicht recht glauben mag. Es passieren noch mehr Unfälle / Morde, die Kripo tappt im Dunkeln.

Meine Meinung:
Nach „Racheherbst“ und „Rachesommer“ ist „Rachewinter“ der dritte Fall für Walter Pulaski und Evelyn Meyers. Wie erwartet hängen die Fälle in Wien und Leipzig zusammen. Es dauert allerdings ziemlich lange, bis Walter und Evelyn in Kontakt treten. Zwei scheinbar voneinander unabhängige Geschichten ohne jeglichen Berührungspunkt, jede für sich interessant und spannend, führen am Ende zusammen. Der Fall ist von Anfang an fesselnd und spannend, das zieht sich durch das ganze Buch. Andreas Gruber hat es geschafft, seine Leser des öfteren aufs Glatteis zu führen. Auf geniale Art und Weise erschafft er immer neue Szenarien, die total unerwartet, dennoch aber glaubwürdig und stimmig sind. Bis zum Ende erleben wir eine Überraschung nach der anderen. Trotz der wenig erfreulichen Ereignisse und teilweise blutigen Schilderungen kommt der Humor nicht zu kurz.
Die Charaktere sind wie gewohnt sehr authentisch und überzeugend gezeichnet. Pulaski ist zynisch und sarkastisch. Er ermittelt mit etwas unkonventionellen Methoden, was ihn um so sympathischer macht. Seine Tochter Jasmin tritt in seine Fußstapfen und man sieht, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Evelyn ist Anwältin mit Leib und Seele. Ihr neuer Assistent Flo ist ein Glücksgriff, die beiden ergänzen sich auf wunderbare Weise. Auch die Nebencharaktere sind sehr interessant. Sie haben ihre Ecken und Kanten, manchmal tun sich Abgründe auf.

Fazit:
Gänsehaut und Spannung pur! Ich freue mich auf den Rachefrühling!

Bewertung vom 07.10.2018
Saving Sophie - Ihr letzter Moment könnte auch Deiner sein.
Carrington, Sam

Saving Sophie - Ihr letzter Moment könnte auch Deiner sein.


sehr gut

Trotz einiger Schwächen lesenswert

Inhalt:
Sophie, 17, wird nachts völlig betrunken und orientierungslos von der Polizei bei ihren Eltern abgeliefert. Sie kann sich an nichts von dem erinnern, was in den Stunden zuvor passiert ist. Ihre Freunde haben sie angeblich in ein Taxi gesetzt. Doch warum wurde sie dann von der Polizei aufgegriffen? Und wo ist ihre beste Freundin Amy? Von der fehlt jede Spur. Am nächsten Morgen wird eine Mädchenleiche gefunden, auf die die Beschreibung von Amy genau passt.

Meine Meinung:
Das Buch startet furios und fesselnd mit einem Prolog, der das brutale Vorgehen des Täters mit seinem Opfer beschreibt. Man ist also sofort mitten im Geschehen. Leider gelingt es der Autorin nicht, diese Spannung aufrecht zu erhalten. In den folgenden Kapiteln wird das Geschehen in Sophies Familie und ihren Freunden geschildert. Dabei wird Sophies fehlende Erinnerung sehr stark thematisiert, ebenso die Erkrankung ihrer Mutter Karen. Vieles wiederholt sich und wirkt dadurch etwas langatmig. Die Perspektive wechselt zwischen Sophie, Karen und der zuständigen Ermittlerin, das macht die Geschichte interessant und abwechslungsreich. Durch Einblicke in Sophies Clique lernen wir Gepflogenheiten der Jugendlichen kennen, die leider der heutigen Realität entsprechen. Komasaufen, Drogen, die in Getränke gemischt werden, aber auch die Macht der sozialen Netzwerke. Der Albtraum jeder Eltern! Sophies Mutter, Karen, leidet an Agoraphobie und daraus resultierenden Panikattacken. Sie traut sich keinen Schritt aus dem Haus. Allein der Gedanke daran lässt sie schon in Panik geraten. Ihre Situation wird sehr eindringlich beschrieben. Daher kommt mir manche ihrer Handlungen wenig realistisch und überzeugend vor. Das, was sie tut, passt nicht zu ihrem Krankheitsbild und zu dem, wie sie vorher beschreiben wird.
Die anfänglichen „Hänger“ in der Geschichte geben sich später und es wird richtig spannend. Anfangs hat es mich irritiert, dass die Geschichte nicht aus der Sicht des Mörders oder des Opfers erzählt wird, im Mittelpunkt steht die Freundin des Opfers und ihre Familie. Im Laufe des Geschehens stellt man als Leser fest, dass das nicht ohne Grund geschieht. Das Ende hat mich dann überrascht, gut gemacht!

Fazit:
Trotz der erwähnten Schwächen ein lesenswerter Thriller.

Bewertung vom 04.10.2018
Der Tod hält keine Mittagsruhe (eBook, ePUB)
Hanika, Susanne

Der Tod hält keine Mittagsruhe (eBook, ePUB)


sehr gut

„Der Tod hält keine Mittagsruhe“ ist der 3. Teil der „Hirschgrund-Morde" Reihe von Susanne Hanika. Ein in sich abgeschlossener Fall, den man auch gut lesen kann, wenn man die vorherigen Fälle nicht kennt. Sehr humorvoll geschrieben, viel Situationskomik, manchmal etwas makaber, leicht und locker geschrieben.
Sofia ermittelt - zum Leidwesen der Polizei - eigenmächtig in einem Mordfall, der auf ihrem Campingplatz passiert ist. Das Mordopfer hatte viele Feinde, es gibt also jede Menge Verdächtige. Bis zum Schluss bleibt es spannend. Am Ende klärt sich alles auf, auch Sofias Privatleben läuft wieder in geordneten Bahnen. Das ging für mich allerdings ein bisschen zu glatt und schnell. Die Charaktere sind sehr überzeugend gezeichnet. Sofia ist äußerst sympathisch. Sie ist mehr oder weniger unfreiwillig zu diesem Campingplatz gekommen. Ihre anfänglichen Vorbehalte lösen sich nach und nach auf. Das Leben auf dem Platz ist herrlich realitätsnah beschrieben. Als eingefleischter (Dauer-) Camper habe ich mich in vielem wiedergefunden. Auch die anderen Protagonisten haben mich überzeugt.

Fazit:
Ein unterhaltsamer, humorvoller Roman, eher Komödie als Krimi.

Bewertung vom 17.09.2018
Zwillinge in Dur und Moll
Teufl-Heimhilcher, Brigitte

Zwillinge in Dur und Moll


ausgezeichnet

Veränderung ist schwer

Vicky und Roswitha sind Zwillinge. Dabei könnten sie kaum unterschiedlicher sein. Vicky ist lebenslustig und positiv, meistert und genießt ihr Leben, obwohl sie schon einige Schicksalsschläge hinnehmen musste. Roswitha dagegen hadert mit ihrem Schicksal, lebt unglücklich mit ihrem Mann und ihren drei Kindern. Ihr fehlt die Perspektive.
Nach jahrzehntelanger Trennung kommt Vicky zu ihrer Schwester nach Wien. Aus dem geplanten Besuch wird ein Umzug und somit ein dauerhafter Wohnsitz in der Nähe ihrer Schwester.
Sehr gut gefallen hat mir die energische aber auch liebevolle Art, in der Vicky ihrer Schwester aufzeigt, wie sie es schaffen kann, wieder in ein Leben zu finden, in dem sie glücklich werden kann. Roswitha ist eine harte Nuss, die es zu knacken gilt, aber die Zwillingsschwester mit ihrem unerschütterlichen Optimismus gibt nicht auf.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. In Roswitha, die in einer unglücklichen und langweiligen Ehe gefangen ist, können sich bestimmt viele Leserinnen wiederfinden. Wie einfach ist es, sich treiben zu lassen und das Leben so zu nehmen, wie es ist, auch wenn man unzufrieden ist. Es braucht Mut und Stärke, auszubrechen und in ein Leben zu finden, das glücklich macht. Brigitte Teufl-Heimhilcher ist es gelungen, dass man sich als Leser/in mit beiden Schwestern identifizieren kann. Beide Charaktere sind überzeugend und sympathisch gezeichnet, so unterschiedlich sie auch sind eben Dur und Moll.

Fazit:
Ein lesenswertes Buch, das sicherlich so manche(n) zum Nachdenken über die aktuelle Lebenssituation bringt.