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Benutzername: lem49
Wohnort: Berlin
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Bewertungen

Insgesamt 47 Bewertungen
Bewertung vom 08.08.2021
Junge mit schwarzem Hahn
vor Schulte, Stefanie

Junge mit schwarzem Hahn


ausgezeichnet

Die Leseprobe hatte mich neugierig gemacht auf mehr und ich wurde nicht enttäuscht. Die Gestaltung des Covers ist eigentlich ganz hübsch, aber hat nach dem Lesen des Buches für mich nichts mehr mit dem Roman zu tun. Der Junge wirkt zu wohlgenährt und der Hahn ist fort. Dabei kommt diesem doch eine große Bedeutung zu!
Ansonsten wirklich sehr unterhaltsam, sarkastische Formulierungen, die mich kichern ließen, Beschreibungen, die so genau geschildert wurden, dass ich glaubte mittendrin zu sein. Einfach fabelhaft! Bzw, märchenhaft, denn diese Geschichte führt einen geradewegs in ein mittelalterliches Märchen hinein. Dunkel und geheimnisvoll. Die Figuren sind sehr authentisch angelegt. Von jedem Charakter hatte ich sofort ein Bild vor Augen. Der Schreibstil ist flüssig, prägnant.
Ein gelungener Roman, der von mir volle Punktzahl erhält und weiter empfohlen wird.

Bewertung vom 20.06.2021
Der Nachlass
Winner, Jonas

Der Nachlass


gut

Das Cover fand ich sehr gelungen und auch die Leseprobe hatte mich eigentlich überzeugt. Allerdings fand ich dann, das Buch in den Händen haltend, nur sehr schwer in die Geschichte hinein. Schon die ersten Seiten waren sehr müßig zu lesen, es wollte sich einfach keine Spannung bei mir aufbauen. Und leider wurde es auch im weiteren Verlauf nicht besser. Es blieb für meinen Geschmack von der ersten bis zur letzten Seite langweilig. Ich wurde einfach nicht mitgerissen. Die Dialoge waren mir zu plump, die Szenen wechselten ständig, die durchzuführenden Aufgaben ließen mich nur fassungslos aufblicken. Das ist mir bei einem Thriller schon sehr lange nicht mehr passiert. Der Schreibstil behagte mir nicht. Zwischendurch nur vereinzelt ein paar Szenen, die mir gut gefielen, sonst leider kein Buch, das ich unbedingt weiter empfehlen muss. Hilfreich war, dass die mitspielenden Personen eingangs erwähnt wurden. Von daher leider nur ein "Enttäuschend" mit 3 Sternen.

Bewertung vom 09.05.2021
Sturmvögel
Golz, Manuela

Sturmvögel


ausgezeichnet

Schon das 1. Kapitel fand ich sehr gelungen und äußerst unterhaltsam. Der Dialog zwischen der rüstigen Emmy und dem Arzt, einfach große Klasse! Ich musste mehrmals schmunzeln.
Die Figur der Emmy wurde nachvollziehbar geschildert. Geboren auf einer kleinen Nordseeinsel und durch tragische Umstände dazu verdammt, den Weg als junges Mädchen nach Berlin, in eine Großstadt, anzutreten. Doch Zeit ihres Lebens hat sich diese taffe Frau nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Zwei Weltkriege überstanden, drei Kinder geboren, ein weiteres angenommen, und doch immer einen Weg gefunden mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen. Ihre Kinder sind sehr unterschiedlich geraten. Und dies wird dem Leser mal nicht so einfach serviert, sondern immer werden auch Gründe und Ursachen für den jeweiligen Werdegang dargelegt, so dass ich noch nicht mal sagen konnte, wer mir von den Charakteren alles unsympathisch erschien. Irgendwie bringt man für die Kinder des Krieges, bzw. der Nachkriegsgeneration, Verständnis auf. Ein Roman ganz nach meinem Geschmack, den ich gerne weiter empfehle.

Bewertung vom 24.01.2021
Kein Entkommen / Trauma Bd.1
Wortberg, Christoph

Kein Entkommen / Trauma Bd.1


ausgezeichnet

Bislang war mir Christoph Wortberg nicht bekannt, doch er hat es mit seinem Debütroman geschafft, mich neugierig auf die Fortsetzung zurück zu lassen. Der Titel ist passend gewählt worden. Trauma. Und noch kein Ende in Sicht, denn das Ganze ist auf eine Trilogie ausgelegt.
Nach dem ersten Leseeindruck war ich Feuer und Flamme für diesen Thriller. Der Auftakt hatte mir sehr gut gefallen. Und als ich das Buch dann in Gänze zur Hand nahm, konnte ich es kaum aus der Hand legen, weil es so spannend war. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich ohne zu wissen, dass dies eine Trilogie werden soll, ein wenig enttäuscht zurück gelassen worden wäre, da noch längst nicht alle Handlungsstränge zu Ende erzählt worden sind. Katja Sand, die Münchner Mordermittlerin, trägt noch immer ihr eigenes Trauma mit sich herum, hat sich dem Leser noch nicht offenbart. Und ich komme auch nicht umhin festzustellen, dass der Autor gewiss auch ein großer Fan vom Schweigen der Lämmer ist. Für mich zumindest waren Parallelen ersichtlich. Aber wie dem auch sei, ich freue mich auf September 2021, um den ersehnten 2.Teil zu erwerben.

Bewertung vom 18.01.2021
Vati
Helfer, Monika

Vati


sehr gut

Von Monika Helfer kannte ich bislang noch nichts. Durch die Leseprobe bin ich jedoch neugierig geworden. Erinnerungsbuch über die eigene Herkunft, Nachkriegsgeneration, schwierige Verhältnisse - all das kam mir verdammt spannend vor.
Nun habe ich das Buch gelesen und weiß nicht so richtig, ob meine Erwartungen erreicht worden sind. Gewiss ist es sehr authentisch geschrieben, daran zweifle ich nicht. Die Suche nach der eigenen Herkunft und der Familie durchaus verständlich. Gestört hat mich allerdings, dass Spannungsbögen aufgebaut wurden und man nun unbedingt ein gelüftetes Familiengeheimnis erwartet hatte und dann irgendwie enttäuscht wurde. An manchen Stellen gelingt die Auflösung des Rätsels an anderen erfolgt ein Zeitsprung, der leider nicht nahtlos an das nächste Kapitel anknüpft. Für den Leser verwirrend. Zumal für den Leser auch nicht ersichtlich wird, wie genau die Tochter zu ihrem Vater steht. Der Vati, im Kriegsopfererholungsheim, durchaus noch seinen Kindern zugewandt, macht sich nach dem Tod der Mutter aus dem Staub und handelt egoistisch und verantwortungslos.
Dieses Buch ist zwar spannend, aber leider auch verwirrend.

Bewertung vom 11.12.2020
Der Mädchenwald
Lloyd, Sam

Der Mädchenwald


ausgezeichnet

Von Sam Lloyd hatte ich zuvor noch nichts gelesen, aber "Der Mädchenwald" hat mich überzeugt. Ein Thriller, der gleich zu Anfang schon eine große, düstere Spannung aufbaut. Der Spannungsbogen steigt gleich nach den ersten Seiten rapide an, schwächelt zwischendurch nur kurz, um dann bis zur letzten Seite anzuhalten.
Elijah kommt als ängstlicher Junge rüber, der gern mutiger sein möchte, aber dem ohne weiteres anzumerken ist, das er unter großem Druck steht, dass er Angst hat, dass man entdeckt was er tut. Gleichzeitig wirkt er so fern der Welt da draußen. Er kennt nur seinen Wald. Den Mädchenwald.
Elissa hingegen...Man was ist das Mädchen taff! Und was muss sie für entsetzliche Schmerzen ertragen! Großartig die Beschreibungen des Geschehens. Gerüche, Verletzungen, Gestalten. Rund um gelungen. Dieser Thriller hat mich wirklich voll in seinen Bann gezogen.
Nur zweimal war ich irritiert und wusste nicht, ob ich etwas überlesen habe oder nicht, da die Handlungen plötzlich aus der Vergangenheit heraus erzählt wurde.
Interessant auch die Perspektivwechsel. Daumen hoch!

Bewertung vom 25.10.2020
Die Krieger
Maurer, Martin

Die Krieger


sehr gut

Eine Story nach wahren Begebenheiten. So oder ähnlich geschehen in den 80-er Jahren. Und verdammt unterhaltsam. Humor und Schlagfertigkeit haben mich überzeugt. Hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Ermittler Nick Marzek lässt sich nach einer Lebenskrise von Berlin nach München versetzen. Er möchte vergessen und ganz neu beginnen. So weit so gut, doch dann gibt es mehrere Anschläge auf dem Straßenstrich und in der Diskothek Liverpool. Man vermutet Unstimmigkeiten unter den Zuhältern, dann nimmt das ganze so große Dimensionen an, dass in Italien weiter ermittelt werden muss. Und hier wird es erst so richtig spannend. Mangels Sprachkenntnissen, ist Marzek darauf angewiesen die italienische Putzfrau aus dem Kommissariat als Dolmetscherin mitzunehmen. Was er zunächst gar nicht witzig findet, denn Graziella hat Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. So wenig hilfreich, wie sie zunächst erscheint, als so gewieft, ehrlich und intelligent entpuppt sie sich. Ihre Bemühungen zu bestehen empfand ich als rührend. Die Ermittlungen führen die beiden durch verschiedene Städte Norditaliens und geben einen Einblick in die dortigen Verhältnisse, Zuständigkeiten der Behörden und nicht zuletzt auch in Ess-und Lebensgewohnheiten.
Die handelnden Personen wurden sehr gut dargestellt. Diverse Handlungsstränge sind aufgeworfen worden, führten aber letztendlich zusammen.
Das Cover passt meines Erachtens nicht ganz zum Roman, doch ich kann ihn sehr empfehlen.

Bewertung vom 01.10.2020
Baskische Tragödie / Luc Verlain Bd.4
Oetker, Alexander

Baskische Tragödie / Luc Verlain Bd.4


sehr gut

Für mich war es der erste Fall mit Commissaire Luc Verlain. Zuvor hatte ich noch nichts von Alexander Oetker gelesen, aber ich muss sagen, es wird bestimmt nicht das letzte Buch gewesen sein. Aufrüttelnd, fesselnd und Sehnsucht nach Reisen schürend.
In der Tat eine spannende Jagd, die sich da auf Leben und Tod entwickelt.
An den Stränden von Aquitane werden kleine Päckchen angespült - wie sich herausstellt reinstes Kokain. Ein kleiner Junge probiert nichts ahnend und das Unglück nimmt seinen Lauf. Vom Jungen ist dann zwar nicht mehr so viel die Rede, aber dafür um so mehr von Luc Verlain. Sehr gelungen sind die Ausflüge in die Vergangenheit des Commissaires, denn so erfährt der Leser ein wenig aus dessen bewegtem Leben und kann bestimmte Handlungen nachvollziehen.
Alle handelnden Personen wurden so dargestellt, dass ich mir ein Bild machen konnte. Besonders beeindruckend sind die Beschreibungen eines Teil des Baskenlandes. All die Speisen, die dort beschrieben wurden, ließen mir beim Lesen das Wasser im Munde zusammen laufen. Würde ich sehr gern probieren. Zudem wurden viele Eindrücke zu Land und Leuten im Allgemeinen dargelegt. Baskenland ist keineswegs gleich Spanien! Dies hat mir das Buch noch einmal in Erinnerung gerufen.
Außerdem wurde mal wieder deutlich, dass Geld die Welt regiert. Wer hat, der hat und denkt er kann sich alles kaufen. Politiker, Polizisten, eine Insel, eine Yacht usw. Ja, Geld bedeutet Macht und so manch einer hat dabei sämtliche Moral über Bord geworfen.
Hat mir ganz gut gefallen, aber das Ende war für mich ein wenig unschlüssig, bzw zu hektisch erfolgt.

Bewertung vom 06.09.2020
Jahresringe
Wagner, Andreas

Jahresringe


ausgezeichnet

Leonore flieht aus Ostpreußen in den Westen und schummelt bei ihrem Alter erheblich. Sie gibt sich als wesentlich älter aus um sich zu schützen. Denn sie hat schon Schreckliches erlebt und gesehen in ihrem kurzen Leben.
Mit viel Glück findet sie eine Bleibe und Arbeit in einem Dorf, in welchem sie allerdings ein Leben lang fremd bleiben wird.
Die handelnden Personen wurden sehr anschaulich und überzeugend dargestellt.
Ein Buch, das mich sehr berührt hat. Und viele Fragen aufwirft. Was ist Heimat? Was sind die Ursachen für Flucht? Hat eine Dorfgemeinschaft das Recht jemanden ohne nennenswerte Gründe auszuschließen? Warum verhalten sich die Menschen so ablehnend?
Mit viel Einfühlungsvermögen führt der Autor den Leser durch mehrere Generationen und beleuchtet die Entwicklung der Charaktere umfassend.
Zudem beschäftigt sich das Buch mit dem aktuellen Thema der Abholzung von Wäldern und lässt die Charaktere dazu verschiedene Positionen einnehmen. Hambacher Forst. In der Presse wurde mehrfach darüber berichtet. Was hat es mit den Klimaaktivisten auf sich? Was ist mit der Gegenseite?
Für meine Begriffe ein sehr gelungener Roman, weil er jede Seite zu Wort kommen lässt.

Bewertung vom 29.08.2020
Schwarzer Jasmin
Rumpl, Manfred

Schwarzer Jasmin


sehr gut

Soweit ich mich erinnere, wurde dieses Buch als Thriller angepriesen. Unter einem klassischen Thriller stelle ich mir jedoch etwas anderes vor.
Den Titel und das Cover halte ich für sehr gelungen. Schwarzer Jasmin - passt! Die ganze Thematik ist brisant, hochaktuell. Der Anschlag am Breitscheidplatz in Berlin, als ein LKW in den Weihnachtsmarkt hinein fuhr und etliche Menschen ihr Leben ließen, ist in der Erinnerung noch präsent. Wie wird man zu einem Attentäter? Was bringt einen Menschen überhaupt dazu sich zu radikalisieren? Wer sind die Leute, die eine Radikalisierung voran treiben?
Dieses Buch geht diesen Fragen auf die Spur, wobei eine Antwort nicht so leicht gegeben werden kann. Der eine schafft es sich eine neues Leben aufzubauen und von einer Zukunft im neuen Land zu träumen, der andere scheitert.
Die Charaktere wurden überzeugend heraus gearbeitet und ich hatte von jeder handelnden Person eine klare Vorstellung. Jedoch fand ich die Kapitel recht kurz, denn ehe man sich versah, war man schon wieder in einem anderen Handlungsstrang. Andere Person, andere Zeit, anderer Ort. Von Anfang an hatte ich gegen bestimmte Protagonisten eine regelrechte Abneigung entwickelt. Bei einigen löste diese sich im Laufe der Handlung auf und wich, wenn auch nicht der Sympathie, sondern eher einem gewissen Verständnis, bei anderen blieb sie bestehen. Ein Buch, das meines Erachtens bewusst polarisiert, aber dennoch den Anspruch erhebt hinter die Kulissen zu schauen. Was ja auch gut ist, denn wer kennt schon die Sitten, Gebräuche und Lebensumstände der zu uns kommenden Menschen genau. Flucht, aus welchen Gründen auch immer, Religionen, die aufeinander prallen, Kommunikationsprobleme und nicht zu vergessen das intransparente Gebaren der Politiker. Das sind Dinge die uns beschäftigen, ängstigen und täglich vor neue Herausforderungen stellen.