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Benutzername: Nela77
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 70 Bewertungen
Bewertung vom 02.08.2021
Tschakka! - Huhn voraus
Andeck, Mara

Tschakka! - Huhn voraus


ausgezeichnet

„Tschakka! – Huhn voraus“ macht alleine durch die Umschlaggestaltung und nach einem ersten Blick in das Buch Lust auf Lesen. Der Grund sind die äußerst ungewöhnliche, comic-ähnliche Illustrierung, unterschiedliche Schriften, Hervorhebungen und weitere Gestaltungselemente, die den Text auflockern und untermalen. Mein Sohn hat alleine aufgrund dessen mitten im Buch angefangen zu lesen.

Die beiden großartigen Hauptfiguren Tabea und Jonas erleben als Tschakka und Stoneman zusammen Abenteuer, wollen ein Huhn und am besten die ganze Welt retten und müssen sich gleichzeitig mit dem fiesen Luis auseinandersetzten. Zusammen schaffen sie aber (fast) alles. Es gibt viel zu lachen und gleichzeitig manches über das Thema Nachhaltigkeit zu lernen.

Dadurch, dass das Buch aus Tabeas Sicht geschrieben ist und die Sprache und Denkweise altersentsprechend umgesetzt wurde, können sich junge Leser sicher gut mit Tabea und Jonas identifizieren und ihre Gedanken nachvollziehen. Unser Sohn hatte mit dem Buch auf jeden Fall viel Spaß und mir als Mama gefällt es ebenfalls.

Bewertung vom 02.08.2021
Wir für uns
Kunrath, Barbara

Wir für uns


ausgezeichnet

Die 41-jährige Josie ist schwanger. Der Vater des Kindes ist ein verheirateter Familienvater, mit dem sie seit Jahren eine Affäre hat, und der folglich das Kind auch nicht möchte, bzw. sie sehr klar zur Abtreibung drängen will. In dieser Situation trifft sie auf Kathi, die nach 50 gemeinsamen Jahren gerade ihren Mann verloren hat. Beide müssen sich darüber klar werden, wie ihr Leben von nun an weitergehen soll.

Zunächst möchte ich betonen, dass mir der angenehme, sehr flüssige Erzählstil unheimlich gut gefallen hat. Es wird immer wieder abwechselnd Josies und Kathis Geschichte erzählt, wobei die Erzählperspektive unterschiedlich ist. Bei Josie ist es der Ich-Erzähler, bei Kathi der personale Erzähler. Beide Figuren waren mir von Anfang an, trotz ihrer Verschiedenartigkeit, sympathisch. Man hat im Verlauf des Buches das Gefühl, sie wirklich gut zu kennen, wodurch ihre Gedanken und Handlungen absolut nachvollziehbar sind. Bei Josie fragt man sich natürlich, warum sie diese Affäre über so lange Zeit aufrecht erhält. Da es solche Beziehungen aber auch in der Realität zur Genüge gibt, wirkt die Handlung durchaus realistisch. Zu Beginn des Buches stehen Josie und Kathi im Fokus, Nebenfiguren bleiben eher im Hintergrund. Das hat mir ebenfalls gut gefallen und erleichtert den Einstieg ungemein. Später werden noch anderen Themen aufgegriffen und die Nebendarsteller nehmen zu.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es war ein richtiges Wohlfühlbuch und ich habe es genossen, die beiden Frauen ein Stück ihres Weges zu begleiten.

Bewertung vom 02.08.2021
Betreff: Falls ich sterbe
Setterwall, Carolina

Betreff: Falls ich sterbe


sehr gut

Zu Beginn dieses autofiktionalen Romans bekommt Carolina eine e-mail von ihrem Freund Aksel, die für den Falle seines Todes das Passwort für seinen Computer und den Hinweis auf eine Datei enthält. Carolina ärgert sich über dieses pragmatische und vorausschauende Vorgehen, nicht ahnend, dass dieser so unvorstellbare Fall schneller eintritt, als sie denken kann.

Das Buch selbst besteht aus zwei gegenläufigen Erzählungen, in denen der Leser einerseits erfährt, wie sich Carolina und Aksel kennengelernt haben, die ersten gemeinsamen Jahre verbracht haben und schließlich Eltern von Ivan wurden, und andererseits Carolina auf ihrem Weg durch die Trauer begleitet. In der ersten Hälfte des Buches wird dabei relativ viel auf der Zeitachse hin und her gesprungen, was ich manchmal als etwas anstrengend empfand, was aber gleichzeitig Carolinas emotionalen Zustand gut widerspiegelt. In der zweiten Hälfte folgt die Erzählung dann einer geraden Zeitachse.

Carolina auf ihrem Weg zu begleiten ist sehr bewegend, obwohl sie mir nicht unbedingt sympathisch ist. Sie muss für ihren Sohn stark sein und weitermachen, auch wenn sie oft einfach überfordert von der Situation ist. Die Autorin lässt den Leser sehr nah an sich heran, wodurch das Buch authentisch und voller Emotionen ist. Ein durchaus lesenswertes Werk.

Bewertung vom 30.08.2020
Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete
Cameron, Sharon

Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete


ausgezeichnet

Stefania – genannt Fusia – ist ein 16-jähriges Mädchen, das in Polen lebt und bei der jüdischen Kaufmannsfamilie Diamant arbeitet. Sie ist zudem in deren Sohn Izio verliebt und die beiden wollen heiraten. Durch den zweiten Weltkrieg ändert sich alles. Die Familie wird deportiert und nur Izios Bruder Max gelingt die Flucht. Stefania, die sich auch um ihre kleinere Schwester Helena kümmern muss, versteckt ihn und 12 weitere Juden auf dem Dachboden.

Stefania war offensichtlich eine unglaublich starke, bewundernswerte junge Frau, die ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt hat, um anderen zu helfen. Dadurch, dass die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, ist man als Leser ganz nah am Geschehen dran und kann die Emotionen nachvollziehen und selbst spüren. Dieses wird durch die häufige direkte Rede verstärkt und das Buch wird lebendig und leicht zu lesen.

Betonen möchte ich, dass das Buch auf der wahren Lebensgeschichte von Stefania Podgórska beruht. Im Nachwort geht die Autorin auf die Personen und die Hintergründe ein, es sind Fotos abgebildet und Stefanias unveröffentlichte Memoiren bildeten das Grundgerüst des Buches.

Die damalige Zeit darf nie vergessen werden und es ist beeindruckend, was für selbstlose, mutige Menschen es damals gab. Gerade in der heutigen Zeit sollte jedem klar sein, dass man sich manchmal gegen gewisse Strömungen stellen muss, um Schlimmeres zu verhindern. Ich kann das Buch jedem interessierten Leser empfehlen.

Bewertung vom 10.08.2020
So weit die Störche ziehen / Die Gutsherrin-Saga Bd.1
Graw, Theresia

So weit die Störche ziehen / Die Gutsherrin-Saga Bd.1


ausgezeichnet

Dora Twardy wächst auf einem Gestüt in Ostpreußen auf. Sie stammt aus guten Verhältnissen und hat sich mit ihren 16 Jahren bereits zu einer selbstbewussten jungen Frau entwickelt. Dann bringt der zweite Weltkrieg jedoch alles ins Wanken und stellt Dora vor große Herausforderungen und Entscheidungen. Sie versucht den Hof ihrer Familie zu retten und hegt gleichzeitig Gefühle für zwei verschiedene Männer - ihren Jugendfreund Wilhelm und den aufregenden Fotografen Curt.

Mir hat „So weit die Störche ziehen“ unheimlich gut gefallen. Der Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen und ich konnte zugleich richtig in die Szenen eintauchen. Man spürt zudem deutlich, dass Theresia Graw eine persönliche Beziehung zu Ostpreußen und dessen Geschichte hat. Es gelingt ihr sehr gut, die Mentalität der Menschen und die Besonderheit der Landschaft einfließen zu lassen. Mit Dora hat sie eine außergewöhnliche Protagonistin erschaffen, deren Stärke und Durchhaltewille beeindrucken. Ein durchweg lesenswertes Buch.

Bewertung vom 03.08.2020
Und auf einmal diese Stille
Graff, Garrett M.

Und auf einmal diese Stille


ausgezeichnet

Bei jedem, der den 11. September 2001 erlebt hat, haben sich die Geschehnisse dieses Tages irgendwie in das Gedächtnis eingebrannt. Man hat bestimmte Erinnerungen und Gedanken und könnte meinen, dass man doch schon alles darüber weiß.

Dieses Buch beleuchtet jedoch einen völlig anderen Aspekt als alles, was ich bisher darüber gelesen habe. Dadurch, dass Menschen zu Wort kommen, die den Tag unmittelbar am Ort des Geschehens verbracht haben oder anderweitig direkt betroffen waren, hat das Buch eine tief emotionale Komponente, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Dieses Buch musste geschrieben werden, um den Tag nicht immer nur als 09/11 in den Köpfen zu behalten, sondern die Menschen und Schicksale dahinter zu zeigen. Auch wenn man genau weiß, was damals geschehen ist, bleibt man während der Lektüre oft nur sprachlos zurück. Für mich ist dies eines der großartigsten und bedeutendsten Zeitdokumente, die ich kenne.

An manchen Stellen wurden Berichte von Personen zugunsten der Chronologie mehrfach unterbrochen. Hier hätte ich mir manchmal, gerade bei emotionalen Schilderungen gewünscht, dass diese am Stück gelassen worden wären. Das ist aber wirklich eine kleine Einschränkung in Anbetracht der herausragenden Leistung des Autoren, solch ein Werk zusammen zu stellen.

Bewertung vom 30.05.2020
Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich, Von einer Begegnung, die alles veränderte
Randau, Tessa

Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich, Von einer Begegnung, die alles veränderte


ausgezeichnet

Im Zentrum des Buches steht eine junge Mutter, die scheinbar alles hat, was immer als erstrebenswert dargestellt wird – einen Mann, ein Haus, Kinder und einen guten Job. Doch genau das ist das Problem. Irgendwo zwischen Familie und Beruf ist sie selbst verloren gegangen, sie reibt sich nur noch daran auf und ist nicht glücklich. Deshalb geht sie in den Wald, wo sie auf eine alte Frau trifft, die ihr von den vier Fragen des Lebens erzählt.

Mich hat dieses Buch unheimlich bewegt, da ich, wie viele andere, in einer sehr ähnlichen Situation stecke. Die Corona-Pandemie hat das alles natürlich noch um ein Vielfaches verschärft. Bereits den Satz "Alles war anstrengend - selbst die schönen Dinge" ganz am Anfang des Buches konnte ich sehr gut nachvollziehen.

Deshalb nun zu der Frage, ob das Buch das eigene Leben verändern kann. Das kommt sicher auf die Erwartungen an, aber es lohnt sich in jedem Fall, die vier Fragen für sich selbst einmal ehrlich zu beantworten. Sie haben sicher das Potential, das Leben in neue Bahnen zu lenken, Anstöße zu geben und einfach für sich selbst zu entscheiden, was wirklich wichtig ist.

Hervorheben möchte ich noch die Aufmachung des Buches mit den farbigen Illustrationen, die das Ganze zu einem echten Kleinod machen. Als berufstätiger Mama kommt mir auch der Umfang von 128 Seiten sehr entgegen. Für mehr hätte ich sowieso keine Zeit und ich mag es sehr, wenn sich Autoren kurz fassen können.

Bewertung vom 24.03.2020
Billy mit den Bambusbeinen
Dietl, Erhard

Billy mit den Bambusbeinen


sehr gut

Billy macht sich zum ersten Mal auf in die weite Welt. Überall begegnen ihm andere Insekten und jede davon hat etwas Besonderes, auf das sie stolz ist. Billy ist niedergeschlagen und möchte auch so sein und etwas Herausragendes an sich haben. Erst als er von der Wanze um seine tollen Beine beneidet wird, ist er wieder fröhlich und kehrt zufrieden nach Hause zurück.

Ich finde die Idee des Buches sehr gut und die Illustrationen sind, wie von den Olchis gewohnt, sehr ansprechend. Mich als Mama haben die Reime nicht richtig überzeugt, da mir der gereimte Stil bei der Textmenge und Seitenanzahl einfach ein bisschen zu viel war. Mein Sohn fand die Reime dagegen gut und ihm soll es ja gefallen. Das tat es auch, wobei das Buch im Gegensatz zu seinen echten Lieblingsbüchern nicht gleich noch einmal gelesen werden musste. Was mich tatsächlich etwas gestört hat, ist die Botschaft des Buches, die für mich knapp am Ziel vorbeiging. Es wird zwar gezeigt, dass jeder etwas Besonderes hat und ist, aber dass sich Billy erst dann gut fühlt, als er selbst angehimmelt wird, sogar selbst noch betont „Tja, so was hat nicht jeder“, lässt ihn genauso überheblich wirken, wie zuvor die anderen Insekten. Anstatt einfach wegzufliegen, hätte er die Wanze darauf aufmerksam machen können, dass auch sie besonders ist. So hätte er den Kreislauf unterbrechen können.

Ich bin nicht sicher, ob diese Feinheiten von Kindern wahrgenommen werden, aber ich denke eigentlich schon. Insgesamt ist das Buch aber durchaus gut gemacht und bietet Stoff für Gespräche mit den Kindern.

Bewertung vom 24.03.2020
Einfach alles!
Lloyd, Christopher

Einfach alles!


ausgezeichnet

So macht Geschichte Spaß!
„Einfach Alles“ ist ein großartiges Buch, das auf äußerst unterhaltsame Weise den Bogen von der Entstehung der Erde bis in die heutige Zeit spannt. Auf 350 Seiten erhält man eine überwältigende Fülle an Informationen, die dabei so spannend und anschaulich präsentiert werden, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Zu Schulzeiten fand ich den Geschichtsunterricht einfach nur langweilig. Solch ein Buch hätte meine Meinung sicher geändert. Selbstverständlich kann es nicht jedes Detail aufgreifen, aber ich habe in jedem Fall viel Wissen mitgenommen und wurde dabei sehr gut unterhalten. Nach mir haben sich mein Sohn und mein Vater das Buch zur Hand genommen und es innerhalb kürzester Zeit zusammen gelesen und besprochen. Daher ist die Zielgruppe für mich völlig unbeschränkt. Jeder kann an diesem Buch Spaß haben.

Bewertung vom 01.03.2020
Marianengraben
Schreiber, Jasmin

Marianengraben


ausgezeichnet

Voller Emotionen

Tim war der Mittelpunkt von Paulas Universum. Ihren Bruder zu verlieren, stürzt sie in eine tiefe Krise. Erst die Begegnung mit Helmut, einem älteren Herrn, bringt sie wieder zurück ins Leben.

Ich habe noch nie ein Buch über den Tod gelesen, bei dem ich so viel gelacht habe. Schon die erste Begegnung von Paula und Helmut ist einfach urkomisch und ähnliche Szenen gibt es im Verlauf des Buches immer wieder. An anderen Stellen, vor allem bei Paulas inneren Monologen mit Tim, spürt man solch eine tiefe Trauer und einen Schmerz, der schwer zu ertragen ist. Die Sprache ist klar und passt sehr gut zu der Achterbahn an Gefühlen. Ich bin völlig begeistert von diesem intelligenten, emotionsgeladenen und wundervollen Buch, bei dem man spürt, dass die Autorin sehr viel Herzblut investiert hat. Ich hoffe in Zukunft noch mehr von ihr lesen zu können.