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Benutzername: Nela77
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 63 Bewertungen
Bewertung vom 24.03.2020
Billy mit den Bambusbeinen
Dietl, Erhard

Billy mit den Bambusbeinen


sehr gut

Billy macht sich zum ersten Mal auf in die weite Welt. Überall begegnen ihm andere Insekten und jede davon hat etwas Besonderes, auf das sie stolz ist. Billy ist niedergeschlagen und möchte auch so sein und etwas Herausragendes an sich haben. Erst als er von der Wanze um seine tollen Beine beneidet wird, ist er wieder fröhlich und kehrt zufrieden nach Hause zurück.

Ich finde die Idee des Buches sehr gut und die Illustrationen sind, wie von den Olchis gewohnt, sehr ansprechend. Mich als Mama haben die Reime nicht richtig überzeugt, da mir der gereimte Stil bei der Textmenge und Seitenanzahl einfach ein bisschen zu viel war. Mein Sohn fand die Reime dagegen gut und ihm soll es ja gefallen. Das tat es auch, wobei das Buch im Gegensatz zu seinen echten Lieblingsbüchern nicht gleich noch einmal gelesen werden musste. Was mich tatsächlich etwas gestört hat, ist die Botschaft des Buches, die für mich knapp am Ziel vorbeiging. Es wird zwar gezeigt, dass jeder etwas Besonderes hat und ist, aber dass sich Billy erst dann gut fühlt, als er selbst angehimmelt wird, sogar selbst noch betont „Tja, so was hat nicht jeder“, lässt ihn genauso überheblich wirken, wie zuvor die anderen Insekten. Anstatt einfach wegzufliegen, hätte er die Wanze darauf aufmerksam machen können, dass auch sie besonders ist. So hätte er den Kreislauf unterbrechen können.

Ich bin nicht sicher, ob diese Feinheiten von Kindern wahrgenommen werden, aber ich denke eigentlich schon. Insgesamt ist das Buch aber durchaus gut gemacht und bietet Stoff für Gespräche mit den Kindern.

Bewertung vom 24.03.2020
Einfach alles!
Lloyd, Christopher

Einfach alles!


ausgezeichnet

So macht Geschichte Spaß!
„Einfach Alles“ ist ein großartiges Buch, das auf äußerst unterhaltsame Weise den Bogen von der Entstehung der Erde bis in die heutige Zeit spannt. Auf 350 Seiten erhält man eine überwältigende Fülle an Informationen, die dabei so spannend und anschaulich präsentiert werden, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Zu Schulzeiten fand ich den Geschichtsunterricht einfach nur langweilig. Solch ein Buch hätte meine Meinung sicher geändert. Selbstverständlich kann es nicht jedes Detail aufgreifen, aber ich habe in jedem Fall viel Wissen mitgenommen und wurde dabei sehr gut unterhalten. Nach mir haben sich mein Sohn und mein Vater das Buch zur Hand genommen und es innerhalb kürzester Zeit zusammen gelesen und besprochen. Daher ist die Zielgruppe für mich völlig unbeschränkt. Jeder kann an diesem Buch Spaß haben.

Bewertung vom 01.03.2020
Marianengraben
Schreiber, Jasmin

Marianengraben


ausgezeichnet

Voller Emotionen

Tim war der Mittelpunkt von Paulas Universum. Ihren Bruder zu verlieren, stürzt sie in eine tiefe Krise. Erst die Begegnung mit Helmut, einem älteren Herrn, bringt sie wieder zurück ins Leben.

Ich habe noch nie ein Buch über den Tod gelesen, bei dem ich so viel gelacht habe. Schon die erste Begegnung von Paula und Helmut ist einfach urkomisch und ähnliche Szenen gibt es im Verlauf des Buches immer wieder. An anderen Stellen, vor allem bei Paulas inneren Monologen mit Tim, spürt man solch eine tiefe Trauer und einen Schmerz, der schwer zu ertragen ist. Die Sprache ist klar und passt sehr gut zu der Achterbahn an Gefühlen. Ich bin völlig begeistert von diesem intelligenten, emotionsgeladenen und wundervollen Buch, bei dem man spürt, dass die Autorin sehr viel Herzblut investiert hat. Ich hoffe in Zukunft noch mehr von ihr lesen zu können.

Bewertung vom 01.03.2020
Nach Mattias
Zantingh, Peter

Nach Mattias


ausgezeichnet

In „Nach Mattias“ erzählt Peter Zantingh, wie acht Menschen mit dem Tod von Mattias umgehen und damit weiterleben. Seine Freundin, seine Mutter, aber auch Bekannte, die ihm nicht so nahe standen. Durch ihre Gedanken und Erzählungen setzt sich langsam ein Puzzle zusammen, das dem Leser Mattias selbst näher bringt.

Es geht in diesem Buch um die Trauer und ihre Verarbeitung, aber auch um ganz einfache Folgen von Mattias Tod und wie sich diese auf das Leben anderer auswirken. Ich empfand den Schreibstil als sehr klar und angenehm, ohne unnötige Schnörkel. Manche der erzählenden Personen kamen mir sehr nahe, mit anderen wurde ich nicht warm, was aber zeigt, wie menschlich und unterschiedlich sie dargestellt wurden. Ich habe in letzter Zeit einige Bücher mit einer ähnlichen Thematik gelesen und dieses gehört eindeutig zu den Besten. Die Erzählweise und dass man erst nach und nach erfährt, wer Mattias war, muss einem sicher liegen, aber dann erhält man mit diesem Buch Unterhaltung auf hohem Niveau.

Bewertung vom 29.02.2020
Auf zur Schatzinsel!
Stewart, Lizzy

Auf zur Schatzinsel!


ausgezeichnet

„Auf zur Schatzinsel“ ist ein tolles Buch für Kinder ab 4 Jahre. Hinter dem geprägten und hochwertigen Einband versteckt sich eine wunderschöne Geschichte, die in sich rund ist und Kinder mit einem guten Gefühl zurück lässt. Was mich schmunzeln lassen hat ist, dass in diesem Buch die Rollen etwas vertauscht sind. Mathilda und ihr Papa sind sehr unterschiedlich – sie ordentlich, leise und zielstrebig, er dagegen chaotisch, laut und lässt sich gerne treiben und ablenken. In den meisten Familien wird es anders herum sein. Dies kann aber bei den kleinen Lesern sicher den Blick und das Verständnis für andere schärfen. Dass sich gegen Ende jeder etwas mehr auf den anderen einlassen möchte, ist ebenfalls eine schöne Botschaft. Die Bilder laden zum Erkunden und Entdecken ein. Seit wir dieses Buch haben, muss ich es jeden Abend vorlesen – ein untrügliches Zeichen, dass es meinem Sohn sehr gut gefällt und daher kann ich es mit voller Überzeugung empfehlen.

Bewertung vom 25.02.2020
Ei, Ei, Ei! Die Maus hilft aus
Pauli, Lorenz

Ei, Ei, Ei! Die Maus hilft aus


ausgezeichnet

In „Ei, ei, ei“ hilft eine kleine Maus erst der Amsel und nach und nach weiteren Tieren bei der Betreuung ihrer Eier bzw. Kinder. Eine solch große Hilfsbereitschaft ist in jedem Fall sehr lobenswert, da sie so den Eltern etwas Zeit für andere Dinge schenkt. Dass der Specht sich später beschwert, dass seine Eier nicht in der Mitte lagen, erscheint fast unverschämt. Solange die Maus aufpasst, geschehen verschiedene Dinge – ein Vögelchen schlüpft, die Eichhörnchenkinder bringen noch weitere Eier mit und zuletzt holt auch noch der Dachs ein Ei ab.

Die Illustrationen sind sehr schön und die Textlänge ist für die Zielgruppe angemessen. Für mich hat die Geschichte an manchen Stellen kleinere Lücken, die dann aber auch Raum für ein Gespräch bieten und mir daher eher positiv aufgefallen sind.

Bei Kinderbüchern zählt für mich vor allem auch, ob sie meinem Sohn gefallen. Das war bei diesem Buch der Fall, so dass ich es gerne weiterempfehlen möchte.

Bewertung vom 22.08.2019
Für immer Rabbit Hayes
McPartlin, Anna

Für immer Rabbit Hayes


ausgezeichnet

Mia “Rabbit” Hayes ist gestorben und hinterlässt eine große Lücke. Ihr Bruder Davey, der sich bereit erklärt hat, ihre Tochter Juliet bei sich aufzunehmen, ihre Schwester Grace, die erfährt, dass sie selbst ein hohes Krebsrisiko hat, ihre Eltern und Freunde – sie alle müssen mit dem Verlust leben. Und jeder von ihnen sucht sich seinen eigenen Weg und hat seine eigenen Sorgen und Probleme. Da das Buch aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben ist, bekommen sie alle eine Stimme.

Ich war mir nicht sicher, ob „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ wirklich eine Fortsetzung bekommen sollte. War nicht schon alles gesagt und eine Fortsetzung wäre nur eine unnötige Verlängerung? Ganz und gar nicht! Das Buch steht dem ersten Band in nichts nach und kann auch völlig für sich alleine bestehen. Das Thema Trauer wird so gefühlvoll und realistisch aufgearbeitet, dass jede Seite richtig und wichtig erscheint. Das Buch ist natürlich sehr emotional, stellenweise kann man schmunzeln und irgendwie besteht doch immer die Hoffnung, dass alle es schaffen werden, einen Weg aus der tiefen Trauer zu finden.

Ich kann das Buch in jedem Fall empfehlen.

Bewertung vom 22.08.2019
Wir von der anderen Seite
Decker, Anika

Wir von der anderen Seite


ausgezeichnet

Rahel wacht aus dem Koma auf und versteht zunächst überhaupt nicht, was passiert ist. Von diesem ersten Moment an habe ich mit ihr gelitten und gelacht, konnte mich in sie hineinversetzen und habe mich mit ihr ins Leben zurück gekämpft. Der Zustand zwischen ungläubigem Staunen, Schmerz, Angst, den Begegnungen mit winkenden Eichhörnchen und dem Aufeinandertreffen mit Familie und Ärzten sowie Schwestern ist einfach schonungslos und toll erzählt. Auch die Sorgen, das Mitleiden und die Hilflosigkeit der Eltern finde ich toll dargestellt. Plötzlich muss Rahel ihr Leben neu überdenken, nachdem alles Unwichtige keinen Platz mehr hat. Bei aller Ernsthaftigkeit bleiben aber auch Hoffnung und Humor nicht auf der Strecke.

Ein tolles, bewegendes Buch, das zeigt, dass so etwas jedem zu jeder Zeit passieren kann, dass man an Schicksalsschlägen auch wachsen kann und dass alles mit einer Prise Humor besser zu ertragen ist.

Obwohl es für das Buch selbst unwichtig ist, möchte ich positiv hervorheben, dass der Verlag auf eine Schutzfolie verzichtet und das Buch stattdessen durch einen Kleber verschlossen hat.

Bewertung vom 21.08.2019
Gespräche mit Freunden
Rooney, Sally

Gespräche mit Freunden


sehr gut

Für mich war es sehr interessant, Frances einige Monate zu begleiten, ihre Gedanken und Gefühle zu erkunden, mich wieder in eine junge Frau Anfang Zwanzig hineinzuversetzen und mir einfach Gedanken über die Gespräche zu machen. Das Buch ist sehr vielschichtig und hat mich gut unterhalten.

Bewertung vom 21.08.2019
Die Leben der Elena Silber
Osang, Alexander

Die Leben der Elena Silber


sehr gut

Konstantin Stein recherchiert die Geschichte seiner Familie. Dabei steht seine Großmutter Elena im Zentrum. Beginnend mit der Ermordung von Elenas Vater in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts begleiten wir sie über mehrere Jahrzehnte durch ein oft hartes Leben. Dabei kommt auch Elena selbst immer wieder zu Wort und schildert die Ereignisse aus ihrer Sicht. Die Kindheit in Russland, ihr Leben in Deutschland an der Seite ihres Mannes und ihrer Kinder. Parallel erzählt Konstantin aus seinem Leben im heutigen Berlin, von seiner Mutter - Elenas Tochter - und seinem Vater, der an Demenz erkrankt ist.

Es fällt mir schwer, alle Handlungen und Themen in wenigen Sätzen zusammen zu fassen, da das Buch sehr vielschichtig und komplex ist. Es vereint die Geschichte von Konstantin, die von Elena, der ganzen Familie und der eines knappen Jahrhunderts abwechslungsrich und unterhaltsam. Ich kann das Buch empfehlen.