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PMelittaM
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Köln

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Insgesamt 549 Bewertungen
Bewertung vom 29.08.2025
Corland, Mai

Four Ruined Realms / The Broken Blades Bd.2


ausgezeichnet

Aeri, Euyn, Mikail, Sora und Royo sind unterwegs nach Khitan um den Auftrag König Joons zu erledigen. beziehungsweise, ihn womöglich nach ihren eigenen Bedürfnissen zu beugen. Tiyung schmachtet derweil im Stillen Kerker.

Bereits der erste Band der Trilogie hat mich sehr schnell gepackt. Mai Corland hat ein sehr gutes Händchen dafür, eine gut ausgebaute Welt mit interessanten Charakteren und einer spannenden Geschichte zu entwickeln, und zudem noch Platz für unerwartete Ereignisse zu lassen.

Vor allem die Charaktere haben es mir angetan. Abwechselnd wird aus den Perspektiven der Protagonist:innen in Ich-Form erzählt, oft geht dies ineinander über. So kommt man jedem einzelnen der Charaktere sehr nahe, erfährt auch die Gedanken und Emotionen, so dass man schnell selbst emotional beteiligt ist, und das, obwohl jeder der Sechs seine eigenen Dämonen und einiges auf dem Kerbholz hat. Auch Tiyung, der zum Ende des letzten Bandes gefangen genommen wurde, erhält seinen eigenen Erzählstrang.

Erzählt wird dadurch auch sehr eindringlich, ich hatte ständig das Gefühl mittendrin zu sein. Die Geschichte ist zudem sehr spannend, nie weiß man, wie etwas ausgehen wird, immer wieder gibt es Todesgefahren für die Gruppe, die sich hin und wieder auch aufteilt. In der Regel sind sie aber am besten, wenn sie zusammen sind. Mittlerweile haben sie auch mehr oder weniger Vertrauen zueinander gefasst, obwohl das oft auch hart auf die Probe gestellt wird, und sie nach den Ereignissen im letzten Band nie sicher sein können, ob die anderen nicht wichtige Dinge verheimlichen.

Und das tun sie durchaus, aber nicht immer aus Böswilligkeit, sondern oft auch, weil sie der Meinung sind, sich oder den anderen sonst Schaden zuzufügen. Vor allem über Mikails Hintergrund erfährt man dieses Mal mehr. In diesem Band wird auch die Welt weiter ausgebaut.

Insgesamt gibt es manche Überraschungen, auch für uns Leser:innen, vor allem das Ende hat es in sich, und hat mich in mehrfacher Hinsicht verblüfft. Zum Glück wird Band 3 noch in diesem Jahr veröffentlicht, ich bin sehr gespannt.

Der mittlere Band der Trilogie steht dem ersten in nichts nach und hat mich genauso gefesselt wie dieser. Ich kann die Trilogie nur jedem ans Herz legen, der gerne gute Phantastik liest.

Bewertung vom 28.08.2025
Schacht, Andrea

Mit falschem Stolz / Alyss, die Tochter der Begine Almut Bd.4


ausgezeichnet

Köln, 1403: Alyss vom Spiegels Leben läuft in einigermaßen ruhigen Bahnen, als ihr Ehemann nahe des Kölner Beginenhofes tot aufgefunden wird. Den hatte Alyss Vater, Ivo vom Spiegel eigentlich die Rückkehr nach Köln untersagt, was hatte er also überhaupt in der Stadt gewollt?

Da viele der Schöffen derzeit krank darniederliegen, nimmt der gerade erst neu eingesetzte Schöffe Endres Overstoltz die Zügel in die Hand, und verdächtigt Alyss Ziehschwester, die Begine Catrin, die den Toten gefunden hat, der Tat. Ist es nur Zufall, dass diese vor einiger Zeit seinen Heiratsantrag abgelehnt hatte?

Alyss hat also mehr als einen Grund, sich in den Fall einzumischen und zu versuchen, den wahren Täter zu finden.

Nachdem Andrea Schacht mehrere Bände ihrer historischen Krimireihe mit der Begine Almut als Protagonistin veröffentlicht hatte, hat sie deren Kinder, die Zwillinge Alyss und Marian in den Mittelpunkt einer neuen Reihe gestellt, deren vierten Band ich nun endlich auch gelesen habe. Und obwohl mehrere Jahre vergangen sind, seit ich den letzten las, war ich schnell wieder mittendrin. Das liegt vor allem auch an dem mit feinem Humor gewürzten Schreibstil der Autorin, der nicht nur das historische Köln, sondern auch ihre Charaktere lebendig werden lässt.

Für mich war es ein bisschen wie nach Hause kommen, habe ich doch erst Almut jahrelang begleitet, um dann, wie die Autorin, mit der nächsten Generation weiterzumachen. Almut und Ivo sind natürlich immer noch mit von der Partie, und auch immer noch recht rege, aber im Mittelpunkt stehen nun Alyss mit ihrem Hauswesen, und Marian, der noch auf der Suche nach seiner Berufung ist. Soll er Heiler werden, oder doch in die Geschäfte seines Vaters einsteigen? Sein Wissen um die Heilkunst tut zumindest auch in diesem Band gute Dienste.

Auch Alyss ist sich noch in manchem unklar, zum Beispiel auch in ihrer Beziehung zu John of Lynne, der gerade aus England zurückgekehrt ist. Am Ende des Bandes ist manches klarer. Ich bin schon sehr gespannt auf den fünften Band der Alyss-Reihe, der auch der letzte ist.

Der Mord an Alyss Ehemann wird natürlich auch aufgelöst, vorher gibt es aber noch das eine oder andere Problem, vor allem, weil Overstoltz seine Kompetenzen sehr weit auslegt. Und auch ein Teil ihres Erbes macht Alyss zu schaffen.

Zu Beginn des Romans befindet sich ein Personenverzeichnis und ein Vorwort Andrea Schachts, in dem sie über die Rechtsprechung im Mittelalter und das Schöffentum schreibt. Ich empfehle, das unbedingt zu lesen.

Nicht nur die Romane um die Begine Almut, auch die um ihre Kinder Alyss und Marian gehören zu meinen Lieblingsreihen. Der feine Humor, die gute Recherche, der lebendige Erzählstil und die gelungenen Charaktere machen es mir leicht, die Romane zu lieben. Gerne empfehle ich beide Reihen, die man am besten in der richtigen Reihenfolge liest.

Bewertung vom 27.08.2025
Louis, Saskia

Mordsmäßig durchgebrannt


gut

Louisa Manu und Joshua Rispo stehen endlich kurz vor ihrer Hochzeit, nur noch ein paar Kleinigkeiten sind zu erledigen, und dann kann der schönste Tag im Leben kommen. Oder besser könnte, denn, wie kann es auch anders sein, nur wenige Tage vorher findet Louisa wieder einmal eine Leiche. Der Tote ist ausgerechnet auch noch der Mörder der Mutter Rispos, es ist also dieses Mal sehr persönlich. Endlich könnten die Rispos erfahren, wer hinter dem Tod ihrer Ehefrau und Mutter steckt, denn der nun Tote war ein Auftragsmörder. Doch die Hochzeit ist wichtiger. Oder?

Natürlich ist das noch nicht alles, denn Louisas Schwester Emily ist hochschwanger, ihre ehemalige Angestellte Trudi will ein unmögliches Kleid zur Hochzeit tragen, Louisas Mutter hat wieder etwas zu meckern, und ihre angereiste Oma ist noch schlimmer. Hektik und Stress gehört einfach zu Louisas Leben dazu.

Der zehnte und letzte Band der Reihe fährt wieder alles auf, was diese zu bieten hat. Ich lese die Reihe von Anfang an, und fand sie immer unterhaltsam, auch, wenn ich die meisten Charaktere im wahren Leben nicht hätte treffen wollen, so sind sie als Figuren in einer Krimikomödie doch gut eingesetzt. Doch dieses Mal hatte ich das Gefühl, dass es nun wirklich gut ist, dass die Reihe zu Ende geht. Die Autorin spricht zwar in der Danksagung davon, dass sie vielleicht noch einmal zur ihr zurückkommt, doch ich bin nicht sicher, ob das gut wäre. Ich persönlich war dieses Mal leider etwas enttäuscht, ich hätte mir tatsächlich gewünscht, dass sich Louisas und Joshuas Hochzeitstag etwas anders gestaltet. Nicht dass der hier beschriebene nicht zu ihrer Beziehung, und vor allem zu Louisa gepasst hat, aber meine Erwartung war anders, und auch das hätte gepasst.

Louisa ging mir in diesem Band leider sehr auf die Nerven, manchmal frage ich mich schon, was Josh an ihr finden könnte. Aber gut, wahrscheinlich kennt er vieles durch seine Brüder, die ähnlich chaotisch sind. Die Charaktere außerhalb des engen Kreises blieben ziemlich oberflächlich, so dass man dieses Mal auch weniger miträtseln konnte. Gut gefallen hat mir allerdings das letzte Kapitel, das vom Danach erzählt, und ausnahmsweise aus Joshs Perspektive in Ich-Form erzählt wird. Sonst erzählt immer Louisa selbst.

Tatsächlich hat mir auch die Auflösung nicht so recht gefallen, sie ist nicht unlogisch, aber ich hätte einfach mehr erwartet. Letztlich gibt es aber auch viele Szenen, die mich wieder gut unterhalten haben, aber ich hatte auch den Eindruck, vieles schon einmal so oder so ähnlich gelesen zu haben. Also ja, es ist gut, dass die Reihe zum Ende gekommen ist, bevor man sich womöglich noch langweilt.

Auch wenn mich dieser Band nicht so abgeholt hat, wie erhofft, möchte ich die Reihe insgesamt doch empfehlen, sie ist unterhaltsam, humorvoll, manchmal fast wahnwitzig, mit einigem skurrilem Personal und zum Teil abgehobenen Kriminalfällen. Wer so etwas mag, sollte zugreifen.

Bewertung vom 26.08.2025
Endres, Christian

Die Prinzessinnen: Hoheitliches Gemetzel


ausgezeichnet

Aiby, Cinn, Mef, Decanra und Narvila waren einst Prinzessinnen, sind jetzt aber die Prinzessinnen, eine Söldnergruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Prinzessinnen in Not zu retten, allerdings nicht nur, man muss ja auch Rechnungen bezahlen. Aktuell sind sie im sogenannten Flickenteppich unterwegs, eine rGegend, in der es viele kleine Reiche gibt. Schnell erfahren sie, dass in letzter Zeit einige Prinzessinnen verschwunden sind, nichts als ein abgeschnittener Finger blieb zurück. Ist hier ein Serienmörder unterwegs? Die Fünf setzen sich auf die Spur der Verschwundenen, an deren Ende sie eine Überraschung erwartet.

Der dritte Band und damit das Ende der Trilogie hat es wieder in sich. Wie gewohnt erlebt man, neben der aktuellen Handlung, auch wieder einige Abenteuer aus der Vergangenheit einzelner Mitglieder beziehungsweise der ganzen Gruppe mit, einige auch ohne Narvila, die erst im ersten Band dazugestoßen ist.

Auch wie gewohnt, wird viel geschnetzelt und gemetzelt, der Titel sagt es ja schon, auch auf den Humor muss man hier nicht verzichten, der, ähnlich wie das Gemetzel, möglicherweise nicht jeden Geschmack trifft. Meinen schon, und so wurde ich wieder erstklassig unterhalten. Christian Endres erzählt spannend, actionreich und bildhaft. Mittlerweile kennt man die fünf Protagonistinnen gut, so dass man am Ende des Romans gar nicht glauben kann, dass das nun das Ende gewesen sein soll.

Dazu trägt auch bei, dass das Buch noch einige Seiten hat. Diese werden sinnvoll gefüllt mit allen bis Herbst 2024 erschienenen Kurzgeschichten und anderen Kuriositäten rund um die Prinzessinnen. Auch diese unterhalten gut, und die letzte lässt mich hoffen, dass die Abenteuer der Prinzessinnen vielleicht doch noch nicht zu Ende sind, und noch ein paar Romane füllen könnten. Tatsächlich will ich mich auch noch überhaupt nicht trennen!

Band 3, und damit das Ende der Trilogie hat mich wieder richtig gut unterhalten. Die fünf Protagonistinnen sind mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen, und so hoffe ich, dass ihre Abenteuer weitere Bücher füllen werden, eine zweite Trilogie vielleicht?

Bewertung vom 23.08.2025
Richards, Justin

Doctor Who: Time Lord Märchen


sehr gut

Die Sammlung enthält 15 Märchen aus dem Doctor Who-Universum. Während der Doctor selbst nicht in jeder Geschichte auftritt, trifft man auf viele seiner Gegner, Weinende Engel, Sontaraner, Cybermen, Zygonen, und einige andere.

Viele der Märchen sind an uns bekannter Märchen und Legenden angelehnt, so liest man phantasievoll ins Who-Universum adaptierte Versionen der drei kleinen Schweinchen und dem bösen Wolf, von Jack und die Bohnenstange, Rotkäppchen, Schneewittchen, die Schöne und das Biest, Alibaba und die vierzig Räuber, und anderen, auch König Artus fehlt nicht. Nicht jede Geschichte hat mir gleich gut gefallen, ich habe aber jedes Mal die Phantasie des Autors bewundert. Besonders gut hat mir das Märchen von den drei Sontaranern gefallen, die ähnlich wie die Schweinchen sich unterschiedlich stabile Unterschlüpfe gebaut haben, die dann ein Feind versucht einzunehmen. Die Weinenden Engel erhalten eine eher berührende Geschichte.

Gefallen haben mir auch die Illustrationen. Zu jeder Geschichte gibt es mindestens eine, alle passen jeweils gut.

Dem Autor ist es gelungen, bekannte Märchen und Legenden phantasievoll ins Universum des Doctor Who zu übertragen. Manche Märchen fand ich richtig gut, andere haben mir nicht ganz so gut gefallen, so dass ich 3,5 Sterne vergebe, die ich, wo nötig, aufrunde. Wer Doctor Who mag, könnte hier auch gut unterhalten werden.

Bewertung vom 17.08.2025
Kang, Han

Unmöglicher Abschied


sehr gut

Gyeongha erhält eine Nachricht ihrer Freundin Inseon, die nach einem Unfall im Krankenhaus ist. Gyeongha soll dringend in Inseons Haus auf der Insel Jeju, um Inseons kleinen Vogel zu retten, der nicht genug Futter und Wasser hat, um länger zu überleben. Gyeongha macht sich auf den Weg, gerät auf der Insel in einen Schneesturm, der sie vom Weg abbringt und fast tötet.

Die Autorin lässt Gyeongha selbst in Ich-Form erzählen, was die Geschichte sehr eindringlich macht. Was Gyeongha erlebt, wird immer wieder in Frage gestellt, als Leser:in fragt man sich irgendwann, was real ist, und ob Gyeongha Visionen oder Halluzinationen hat. Am Ende bleibt diese Frage relativ offen ,,,

Real ist, beziehungsweise war, leider das Massaker auf Jeju, das immer mehr in den Mittelpunkt rückt , und das sowohl Inseons mütterliche als auch väterliche Familie betrifft. Mich hat das sehr berührt. Über die Geschichte Koreas wusste ich relativ wenig, der Koreakrieg war vor meiner Geburt, wie auch die Geschehnisse, die hier erzählt werden. Wieder einmal fragt man sich, warum Menschen anderen Menschen solche Dinge antun können. Insgesamt gibt es einiges zum Nachdenken.

Interessant finde ich auch das Cover, das auf einem Gemälde des Künstlers Sea Hyun Lee beruht, der sich ebenfalls mit Koreas Geschichte beschäftigt.

Ich kann gut verstehen, dass Han Kang 2024 den Nobelpreis für Literatur bekommen hat, und werde sicher weitere Werke von ihr lesen. Diese Geschichte ist wahrscheinlich nicht für jede:n geeignet, doch ich denke, man sollte sich darauf einlassen. Für mich war sie ein Gewinn, und ich habe einen weiteren Einblick in ein Land erhalten, über dessen Geschichte ich noch nicht allzu viel weiß.

Bewertung vom 16.08.2025
Heitz, Markus

Irida und die Stadt der Geheimnisse / Irida Bd.1


sehr gut

Irida fühlt sich am falschen Ort, irgendwie scheint sie nicht zu ihrer Familie zu gehören, und dann hat sie auch noch außergewöhnliche Eigenschaften, wie etwa ihre große Stärke. Zum Glück gibt es die Furchtlosen, ihre Freundesgruppe, bei denen sie sich aufgehoben fühlt, denn die anderen sind Außenseiter wie sie.

Doch nicht nur diese Gruppe spielt eine Rolle im Roman, es gibt noch eine ganze Reihe weiterer, ein geheimnisvoller Club, merkwürdige Elfen, eine Höhlenwächter-Familie mit Geheimnissen und eine weitere Jugendgang um Linnea, die früher auch zu den Furchtlosen gehörte. Und dann gibt es noch ein Kaninchen, hinter dem womöglich mehr steckt. Dazu kommt die Gegend, in der der Roman spielt, die voll ist mit Sagen und Legenden, und schon ist man mitten in einem Roman von Markus Heitz.

Markus Heitz ist seit seinem ersten Zwerge-Roman einer meiner Lieblingsautoren, mittlerweile schreibt er auch Kinder- und Jugendbücher, die aber natürlich alle das Genre der Phantastik bedienen. Dieser Roman zählt zu den Jugendbüchern, was auch zum Alter der Protagonist:innen passt, Irida ist 14 Jahre alt, und ist der erste Band einer Reihe. Letzteres führt dann auch dazu, dass man es am Ende mit einem Cliffhanger zu tun bekommt, ein paar Geheimnisse sind zwar gelüftet, aber noch längst nicht alle. Im Gegenteil, das Geheimnislüften führt zu weiteren Fragen, wie könnte es auch anders sein.

Ich gehöre nicht zur Zielgruppe und kann mich nur bedingt mit den Protagonist:innen identifizieren, vielleicht hatte ich deshalb zunächst ein paar Probleme, im Buch anzukommen, doch bald wurde es immer interessanter und spannender, so dass mich die Geschichte dann doch packte, und auch nicht mehr losließ. Es gibt weniger Blut als sonst oft bei Heitz, aber ganz ohne Verluste bleibt es nicht.

Die Charaktere bleiben recht oberflächlich, was aber eher der Zielgruppe geschuldet ist. Schlimm ist das nicht, die Geschichte ist es, die mich hält, die vielen Rätsel und Fragen, und das Rätseln, was dahinter stecken könnte.

Mit diesem ersten Band einer Reihe legt Markus Heitz gut vor, es gibt viele Rätseln und Fragen, die noch lange nicht alle gelöst sind. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Bewertung vom 16.08.2025
Daniel, Tony S.

Edenwood 1


sehr gut

Mitten in den USA entstand der Edenwood, der sich immer weiter ausbreitet, und von gefährlichen Monstern bevölkert wird. Einer der Gründe seines Entstehens ist offenbar der weltweite Krieg zwischen den Dämonen und Hexen, auch andere Länder sind davon betroffen.

Nachdem seine Freundin Adelai in den Edenwood geraten ist, macht sich Rion Astor auf die Suche nach ihr. Dabei trifft er Bastille, einen Dämonenkiller, der ihn unter seine Fittiche nimmt. Auch andere Menschen jagen, schlagen sich, je nachdem auf die Seite der Hexen oder die der Dämonen.

Die Geschichte macht es einem nicht leicht, denn sie verwirrt schnell mit Zeit- und Ortssprüngen. Doch, wenn man dranbleibt und sich darauf einlässt, versteht man nach und nach immer mehr, so dass man schließlich ent- und gespannter lesen kann.

Die Zeichnungen sind gelungen, und geben die Atmosphäre gut wieder. Anhand des Plots kann man sich denken, dass es blutig wird, und die Geschichte sich an Erwachsene richtet, und so ist es dann auch, und nicht jeder Charakter überlebt.

Die Pointe am Ende bringt einen zum Nachdenken. Kann das sein? Wirklich realistisch wirkt es auf mich nicht, aber, wer weiß. Der zweite Band wird Klarheit bringen.

Am Ende des Bandes findet sich eine Covergalerie, die mir gut gefallen hat.

„Edenwood“ ist nicht leicht zu lesen, aber dranbleiben lohnt sich. Ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht, gerade auch wegen der Pointe am Schluss.

Bewertung vom 15.08.2025
Burnet, Graeme Macrae

Das Verschwinden der Adèle Bedeau


ausgezeichnet

Die Kellnerin Adéle Bedeau verschwindet eines Tages spurlos. Wurde sie ermordet? Oder wollte sie ihr Leben ändern?

Manfred Baumann war Stammgast in dem Lokal, in dem Adéle bediente. Er macht sich schon immer viele Gedanken, wie er sich verhalten soll, wie er Menschen begegnen soll, was er dem Polizisten, der ihn immer wieder über Adéles Verschwinden fragt, sagen soll.

Dieser Polizist ist Georges Gorski. Er ist in einer nicht gerade glücklichen Ehe gefangen, vertraut seinen Gefühlen und bleibt gerne an einer Sache dran. „Das Verschwinden der Adéle Bedeau“ ist der erste Band der Georges-Gorski-Trilogie, den zweiten Band „Der Unfall auf der A35“ habe ich bereits gelesen, der dritte Band scheint in Deutsch noch nicht erschienen zu sein.

Manfred und Georges stehen im Mittelpunkt der Geschichte, aus ihrer beider Perspektiven wird erzählt, und als Leser:in kommt man schnell ins Grübeln, nicht nur darüber, wo Adéle sein könnte. Die Geschichte ist in der Vergangenheit im Elsass angesiedelt. Ein genaues Jahr wird nicht angegeben, aber es gibt zum Beispiel noch Kassettenrecorder. Die Geschichte geht vom aktuellen Geschehen aus noch weiter in die Vergangenheit der beiden Protagonisten.

Für mich sind die Romane des Autors besonders, weil sie immer mehr Psychogramm als Kriminalroman sind. Man taucht tief in die Gedankenwelt der beiden Männer ein, Adéle ist tatsächlich nur eine Nebenfigur. Vor allem Manfred ist psychologisch interessant, und so macht man sich von Anfang an Gedanken über ihn. Inwieweit diese am Ende recht behalten? Ich sage nur soviel, dass ich das Ende stimmig finde, und meine Gedanken hin und wieder schon in diese Richtung gegangen sind.

Burnets Romane sind besonders, weniger Kriminalroman als Psychogramme, für mich macht sie das erst recht interessant. Wer so etwas auch mag, sollte unbedingt zugreifen.

Bewertung vom 11.08.2025
Marie, Annette

Ein Cookie für den Dämon


sehr gut

Robin Page stammt aus einer magischen Familie, doch ihre Eltern haben sie immer ermahnt, sich von Magie fernzuhalten. Nach deren Tod zieht sie zu ihrem Onkel Jack und dessen Familie. Eines Tages findet sie einen Beschwörungskreis in der Bibliothek, und aus einer Laune heraus, gibt sie dem darin befindlichen Dämon einen Cookie, den sie gerade gebacken hatte. Bei diesem einen Cookie soll es nicht bleiben, und so kommen die beiden irgendwann miteinander ins Gespräch. Bis eines Tages beider Leben auf dem Spiel stehen.

Der Roman ist der erste einer Spinoff-Reihe der Spellbound-Reihe der Autorin, von der ich allerdings noch keinen Band kenne. Das macht aber nichts, der Roman ist auch ohne diese Kenntnis gut zu verstehen.

Zunächst hielt ich den Roman für einen Cosy-Fantasy-Vertreter, einen Dämon mit Cookies zu füttern, vor allem, wenn man damit rechnet, dass er lebensgefährlich ist, hat schon etwas sehr spezielles. Später wird es recht blutig und tatsächlich oft lebensgefährlich, was die Geschichte etwas weniger cosy macht.

Sehr speziell empfand ich auch die Protagonistin, ziemlich naiv, und oft unüberlegt handelnd, so etwas mag ich eigentlich nicht so gerne. Der Dämon dagegen entpuppte sich schnell als interessant und einzigartig.

Zwischendurch hatte ich so meine Probleme beim Lesen, die Protagonistin nervte mich, die Geschichte entwickelte sich nicht so richtig, ich verlor die Lust auf die weiteren Bände. Doch zum Glück wurde es gegen Ende doch wieder richtig spannend und interessant, es gab einige Informationen, die die Geschichte endlich weiterbrachten und mein Interesse so sehr weckten, dass ich nun sehr gespannt bin auf den nächsten Band.

Leider konnte mich der Roman nicht durchgehend überzeugen, jedoch finde ich die Prämisse recht witzig und am Ende gab es noch so viel Spannung und interessante Entwicklungen, dass ich die Reihe weiterlesen möchte. Daher vergebe ich doch noch 3,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.