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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: vronika22
Wohnort: Worms
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Bewertungen

Insgesamt 37 Bewertungen
Bewertung vom 01.12.2019
Ein reines Wesen
Archan, Isabella

Ein reines Wesen


ausgezeichnet

Es handelt sich hierbei zwar um den vierten Teil einer Krimi-Reihe, aber da es für mich die erste Bekanntschaft mit Ermittlerin Willa Stark war, kann ich versichern, dass keinerlei Vorwissen unbedingt nötig ist. Ich bin also sehr gut in das Buch hineingekommen. Zugegebenermaßen wurde ich ein wenig neugierig auf die Vorgängerbände.

Es geht um mysteriöse Mordfälle in einer Privatklinik in Saarbrücken, um eine Ermittlerin, die gerade aus dem Koma erwacht, und direkt schon mit Ermittlungen beginnt, um einen „Todesengel“ und einiges mehr. Lasst euch überraschen!

Nachdem ich dieses Jahr mit „Die Alpen sehen und sterben“ zum ersten Mal ein Buch der Autorin Isabella Archan gelesen habe, waren meine Erwartungen auch direkt schon sehr hoch. Und ich muss sagen, auch dieser Krimi wusste mich richtig zu begeistern. Und das, obwohl das Buch diesmal eher ernstere Töne anschlägt und der Humor hier weniger vorhanden ist. Aber der Schreibstil ist wieder absolut toll und richtig gut zu lesen. Bereits zu Beginn hat es mich regelrecht fasziniert wie poetisch der Todesengel bzw. Schmetterling seinen Mord beschreibt. Auch bleibt durchgehend ein Spannungsbogen erhalten und das Ende ist nicht unbedingt vorhersehbar, obwohl ich eine vage Vermutung hatte. Man weiß nie so genau, woran man ist. Mord oder doch kein Mord? Wem kann man trauen? Alles ist gut durchdacht und schlüssig, und ich denke, dass die Autorin alles sehr gut recherchiert hat.

Auch die Protagonisten insbesondere Willa Stark sind richtig gut dargestellt, und ich konnte mir die einzelnen Charaktere bildlich vorstellen. Auf jeden Fall ist Willa eine starke Frau und absolute Sympathieträgerin.

Fazit: Ein sehr gut zu lesender Regionalkrimi, ohne allzu viel Blutvergießen, der für mich ein richtiges Lesevergnügen bedeutete und Lust auf mehr von Isabella Archan erweckt hat.

Bewertung vom 30.11.2019
Neun Fremde
Moriarty, Liane

Neun Fremde


sehr gut

Inhalt:
Neun Leute, die sich vorher nicht kennen, treffen in einem Wellness-Ressort aufeinander. Jeder hat eine andere Motivation und es kommen diverse Geheimnisse ans Licht. Eins haben alle gemeinsam: Sie haben sich diesen Aufenthalt ganz anders vorgestellt und werden ihn nie wieder vergessen.

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, die 527 Seiten haben mich zuerst etwas abgeschreckt.
Zu Beginn gibt es einen kleinen Rückblick von knapp 6 Seiten in die Vergangenheit. Danach geht es ins Tranquillum Haus und die Handlung spielt 10 Jahre später.

Am Anfang lernt man die einzelnen Hauptprotagonisten näher kennen. Dieser Teil hat sich für mich etwas gezogen. Ich war aber trotzdem sehr gespannt und habe mich die ganze Zeit gefragt, was die Leser noch erwarten wird und wo uns die Autorin hinführen wird.
Dann in der zweiten Hälfte wurde ich wirklich sehr überrascht. Die Handlung nahm richtig an Fahrt auf und hat mich sehr gut unterhalten. Es gab eine Wendung die überhaupt nicht vorhersehbar war, und mit der ich in keinster Weise gerechnet hatte. Das Buch hat dann eine richtige Sogwirkung auf mich ausgeübt und ich konnte es plötzlich nicht mehr aus der Hand legen.

Der Schreibstil von Liane Moriarty ist wirklich toll. Sie versteht es, die Charaktere so gut zu beschreiben, dass sie richtig lebendig werden. Und davon lebt dieses Buch auch zu großen Teilen. Die Charaktere sind so unterschiedlich, unterschiedlicher könnten sie gar nicht sein. Die Erzählperspektive wechselt zwischendurch immer wieder und die Autorin lässt alle Protagonisten zu Wort kommen.

Das Buch ist als „Roman“ untertitelt. Im zweiten Teil sind meiner Meinung nach leichte Anklänge eines Psychothrillers spürbar. Ich habe mit den Protagonisten regelrecht mit gezittert und mit gelitten. Die Autorin hat es geschafft eine besondere Atmosphäre und Stimmung zu erzeugen und dadurch war ich richtig im Geschehen mit drin.

Das Buch ist wunderbar skurril geschrieben und enthält aber meiner Meinung nach durch die ernsten Themen auch richtig Tiefgang.
Aufgrund der kleinen Längen in der ersten Hälfte vergebe ich 4,5 Sterne und empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.

Bewertung vom 29.11.2019
Die besten Weihnachtskekse
Aust, Johanna

Die besten Weihnachtskekse


ausgezeichnet

Dieses Backbuch hat mich komplett begeistert.

Allein vom Äußeren her ist es richtig toll gemacht und mit seinem festen Einband und dem edlen Cover absolut hochwertig. Noch dazu ist es klimafrei und wird plastikfrei geliefert! Ich finde es sieht richtig edel aus!

Insgesamt gibt es hier 111 weihnachtliche Backrezepte, überwiegend für Weihnachtskekse. Aber man findet beispielsweise auch ein Rezept für einen weihnachtlichen Walnusszwieback, der in einer Kastenform gebacken wird. Ich habe ihn getestet und bin absolut verliebt in diesen weihnachtlichen Kuchen.

Man bekommt hier die Rezepte für Klassiker wie beispielsweise Vanillekipferl oder Zimtsterne, aber auch ausgefallenere Rezepte wie Sesambusserl, Buchweizensterne oder Rosenblütenherzen.

Zuerst werden einige Grundlagen zum Backen allgemein, sowie die Grundrezepte für die wichtigsten Teigarten sehr informativ erklärt (z.B. Mürbeteig, Blätterteig usw.). Danach kommt ein Teil mit den wichtigsten Informationen zum Glasieren oder auch zum Aufbewahren des Gebäcks und ähnliches.

Danach folgt der eigentliche Rezeptteil mit den 111 Backrezepten. Es ist alles sehr anschaulich und einfach beschrieben. Und natürlich ist auch jedes Rezept mit einem schönen Foto versehen. Es steht bei jedem Rezept auch dabei, welche Menge es ungefähr ergibt, und wie lange die Kekse in etwa gelagert werden können.

Abgerundet wird das Buch mit einem alphabetischen Register hinten.

Alle Rezepte, die ich ausprobiert habe, waren mir gut gelungen. Wir haben ja erst Ende November und ich werde noch einiges nachbacken.

Aber alles in allem ein sehr schön gestaltetes und absolut überzeugendes Backbuch!

Bewertung vom 24.11.2019
Herz im Schneegestöber
Fischer, Anna

Herz im Schneegestöber


ausgezeichnet

Inhalt:
Kurz vor Weihnachten möchte die Umweltaktivistin Josie zu ihrer Familie in die USA fliegen. Unterwegs macht sie die Bekanntschaft des Finanzmanagers Adam Harper, der nur auf beruflichen Erfolg fixiert ist. Aufgrund eines Jahrhundert-Schneesturms wird der gesamte Flugverkehr lahmgelegt und die beiden müssen unfreiwillig mehr Zeit miteinander verbringen als ihnen lieb ist.
Aufgrund ihrer unterschiedlichen Ansichten fliegen nicht nur die Fetzen, am Ende sprühen sogar die Funken.

Meine Meinung:
Auch diesmal ist es Autorin Anna Fischer gelungen, mich wieder restlos zu begeistern.
Sie schreibt absolut tolle Liebesromane mit viel Gefühl und Romantik, aber auch sehr viel Humor und immer etwas Tiefgang. Auch diesmal habe ich regelrecht das Knistern zwischen den beiden Hauptprotagonisten gehört. In eine schwungvolle, ja fast etwas spannende Handlung ist die Romanze eingebettet. Und wie gewohnt kommt auch diesmal der Humor nicht zu kurz, so dass ich regelrecht über die Seiten geflogen bin und mich immer wieder sehr amüsiert habe. Ich habe es richtig genossen, die Meinungsverschiedenheiten der beiden Streithähne zu lesen, weil ich mir sicher war, dass es ein Happy End geben wird. Das Ende war nun nicht wirklich überraschend, aber bei diesem Genre muss es einfach so sein. Und wie immer mischt Anna Fischer auch noch inhaltliche Tiefe mit ein. So geht es diesmal beispielsweise um die Umwelt, das Leben der Amish, um Familie und um das was wirklich wichtig ist im Leben.

Anna Fischer versteht es einfach immer wunderbar mit ihren Romanen zu verzaubern. Und obwohl es immer Wohlfühlromane sind, so bringt sie itrotzdem Tiefgang mit hinein (und zwar mehr als Cover und Inhalt bei ihren Büchern vermuten lassen).
Ich habe es wieder sehr genossen, dieses Buch zu lesen. Ich empfehle es jedem weiter, der gern unterhaltsame Frauenroman mit Herz, Hirn und Humor mag.

Bewertung vom 18.11.2019
POPPY (eBook, ePUB)
Korten, Astrid

POPPY (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die sechsjährige Poppy lebt mit ihrer Mutter in Armut, bis sie von einem neuen Mann oder „Papa“ in eine tolle Villa geholt wird. „Herr Pick-Up“ wie ihn die Mutter nennt bzw. „Herr Onkelmann“ aus Poppys Sicht kümmert sich liebevoll um Poppy – leider viel zu liebevoll. Die Kleine ist sich nicht sicher, ob das „normal“ ist, was Herr Onkelmann mit ihr macht. Da ihre Mutter lieber shoppen geht, als sich um Poppy zu kümmern, hat die Kleine niemanden, dem sie sich anvertrauen kann….

Dies ist ein Buch welches zwar sehr unter die Haut geht, aber absolut lesenswert ist.
Geschrieben ist es aus der Sicht von Poppy. Es beginnt mit dem sechsten Geburtstag von Poppy. Obwohl das Thema absolut ernst und traurig ist, so schafft es Astrid Korten doch das Ganze mit unheimlich viel Fingerspitzengefühl, sehr viel Feingefühl und auch einem gewissen Charme zu schreiben. Die Sprache der kleinen Poppy ist immer dem jeweils entsprechenden Alter angepasst. Dies lockert diese zugegebenermaßen „harte Kost“ doch etwas auf.

Als ob die Handlung nicht schon aufrüttelnd genug wäre, so erfährt man im Nachwort, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt und das Mächen eine Bekannte der Autorin ist und ihr alles erzählt hat. Ein Buch welches gleichermaßen aufrüttelt, erschüttert und wütend macht. Beim Lesen zieht es einem fast den Boden unter den Füßen weg, wie die Mutter sich verhalten und ihre Augen verschlossen hat. Ich muss gestehen, mein Mutterherz hat richtig geblutet. Umso mehr bewundere ich, dass die damalige Poppy dies alles so gut verarbeitet hat und nun ihre Erlebnisse in ein Buch einfließen lässt.
Ich finde dies ungemein wichtig hierüber zu schreiben, da Kindesmissbrauch immer noch ein Thema ist, vor dem viele die Augen verschließen. Es kann sich überall ereignen und jeder sollte mit offenen Augen schauen, dass kein Kind dieses Schicksal erleben muss.
Chapeau auch vor Astrid Korten, dass sie immer wieder solch brisante Themen in ihren Büchern aufgreift und nicht nur von der heilen Welt berichtet.

Ein Buch welches an Emotionalität nicht zu überbieten ist und mich ganz tief im Innern sehr berührt und getroffen hat. Ich kann dieses Buch absolut empfehlen und hoffe auf ganz viele Leser und Leserinnen, da das Thema sexuelle Gewalt gegenüber Kindern ungemein wichtig ist.

Bewertung vom 17.11.2019
Der ist für die Tonne
Berg, Ellen

Der ist für die Tonne


ausgezeichnet

Inhalt:
Vor 6 Monaten wurde Hannah ihr Job in einem Architekturbüro gekündigt. Aus der Not heraus ist sie nun selbstständig tätig als Coach für fachgerechtes Ausmisten. Nun soll sie dem neuen Freund ihrer besten Freundin helfen, seine Wohnung auszumisten. Zugleich erhält sie auch noch den Auftrag von ihrem Ex, gemeinsam mit ihm die Wohnung seines verstorbenen Vaters auszuräumen. Und letztendlich wird Hannah zu dem Gefühlschaos auch noch in die Ermittlungen bei einem Mordfall hinein gezogen…

Meine Meinung:
Dieses Buch ist wieder Unterhaltung pur! Man kommt beim Lesen wieder kaum aus dem Schmunzeln und Grinsen heraus. Die Charaktere sind zwar teilweise etwas skurril und überzeichnet, allen vorweg Hannahs Mutter. Aber trotzdem kommt einem beim Lesen immer mal wieder etwas bekannt vor. Und vor allem sind die Charaktere absolut liebenswert gezeichnet und haben alle ihre Ecken und Kanten.

Der Roman ist absolut spritzig und witzig zu lesen, so dass man gerade so über die Seiten fliegt. Ellen Berg ist immer wieder ein Garant für Wortwitz (Hallodri-Gen, Ent-Tussifizierung, der Horizont einer knienden Ameise....) und Situationskomik. Ich könnte hier wirklich seitenweise Beispiele aufführen, aber stellvertretend hierfür: S. 17 "Betrachte ihn als eine Art Therapiehund"...wer hätte hier erwartet, dass sie von einem Mann spricht...
Trotzdem ist das ganze Buch mit sehr viel Esprit geschrieben und es tauchen auch wieder schöne Zitate auf, die Wahrheit beinhalten. Auch hierfür ein Beispiel:
Seite 170: "Man muss keine Angst vor dem Sterben haben - man muss nur Angst haben vorher nicht zu leben"
Ein klein wenig Spannung kommt auch noch durch den kleinen Krimi-Anteil mit hinein, steht aber keineswegs im Vordergrund. Es ist einfach hier wieder eine tolle Mischung von Humor, Esprit, sowie etwas Romantik und Spannung vorhanden.
Alles in allem wirklich wieder Unterhaltung pur und ein absolutes Gute-Laune-Buch. Man denkt auch darüber nach, dass man selbst wieder mal entrümpeln und ausmisten sollte. So ging es jedenfalls mir und deswegen möchte ich meine Rezension auch noch mit einem passenden Zitat aus diesem Buch abschließen: S. 263: "Wenn man das Außen entmüllte, sehnte man sich auch nach innerer Klarheit"

Bewertung vom 08.11.2019
Die Rache bleibt
Scherf, H. C.

Die Rache bleibt


ausgezeichnet

Auch wenn es für mich das erste Buch von H.C. Scherf war, so war es bestimmt nicht das letzte, welches ich von ihm gelesen habe. Und obwohl es aus der Reihe um das Ermittlerteam um Peter Liebig und Rita Momsen bereits der vierte Band ist, so hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, dass mir wichtiges Vorwissen fehlt. Ich bin sehr schnell und sehr gut in die Geschichte hinein gekommen. Es kommt auch direkt gleich zu Beginn schon Spannung auf. Die Ermittler sind authentisch und sehr sympathisch und ich bin ein richtiger Fan von Rita Momsen geworden. Sie ist hier wirklich meine Lieblingsprotagonistin.

Die Morde sind sehr brutal geschildert und H.C. Scherf beschönigt nichts und nimmt keine Rücksicht auf die Nerven der LeserInnen. Es geht hart zur Sache und beim Lesen tun sich wirklich tiefste menschliche Abgründe auf. Der Spannungsbogen bleibt durchgängig sehr hoch und das Ende ist nicht vorhersehbar. In gewisser Weise schockt der Autor sogar die LeserInnen. So ging es jedenfalls mir.

Die Handlung ist absolut glaubwürdig und in sich stimmig. Die Charaktere kamen bei mir sehr authentisch an. Also allen in allem wirklich ein toller Thriller. Einmal mit dem Lesen begonnen, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Für mich ist dieser Autor wirklich eine richtige Neuentdeckung und das Buch hat eindeutig Lust auf weitere Bände von H.C. Scherf erweckt!

Bewertung vom 08.11.2019
Inselhippies
Kalpenstein, Friedrich

Inselhippies


ausgezeichnet

In der Reihe von Friedrich Kalpenstein um die beiden Bayern Herbert und Hans ist dies bereits der 7. Band. Ich habe die Bände fast alle gelesen, und sie können sehr wohl unabhängig voneinander gelesen werden. Aber einmal mit der Reihe begonnen, war und ist für mich der Suchtfaktor groß.

Diesmal hält Herbert um die Hand von Anja an. Doch die Hochzeitsvorbereitungen entgleiten, da Anja nach Ibiza zu ihren Eltern fliegt und plötzlich soll die Hochzeit in Ibiza stattfinden. Kurz entschlossen fliegt Herbert ebenfalls nach Ibiza, um zu retten, was zu retten ist. Natürlich fliegt er nicht alleine, sondern nimmt seinen treuen Freund Hans als Unterstützung mit…..tja und die Traumhochzeit ist auf dem besten Weg zu einem Alptraum zu werden.

Ich bin mittlerweile ein richtiger Fan der Bücher von Friedrich Kalpenstein. Aber trotz meiner großen Erwartungen hat dieses Buch erneut wieder eins drauf gesetzt. Ich habe mich absolut bestens amüsiert und bin aus dem Grinsen kaum noch herausgekommen. Wortwitz und Situationskomik, da ist der Autor echt ein Meister drin. Er versteht es immer wieder alles wunderbar humorvoll einzupacken, ohne dass es irgendwie seicht wird und ohne sich ständig zu wiederholen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ihm nie die Ideen ausgehen. So liest sich das Buch wieder absolut unterhaltsam, spritzig und kurzweilig. Für mich ist diesLeseunterhaltung vom Feinsten und eine richtiges Gute-Laune-Buch. Beim Lesen bekommt man automatisch gute Laune und ein Lächeln ins Gesicht. Wer gerne humorvolle Bücher liest, sollte sich die Inselhippies nicht entgehen lassen.

Bewertung vom 03.11.2019
Perchtenjagd
Brandstetter, Maja; Brandstetter, Wolfgang

Perchtenjagd


sehr gut

Inhalt:
In Salzburg verschwindet auf dem Adventsmarkt die kleine Marie spurlos. Obwohl sie eigentlich an der Hand ihrer Mutter war, ist sie vermutlich von einem Perchtenläufer entführt worden. Dann geht es Schlag auf Schlag und es tauchen immer wieder Leichen auf. Nicht nur die Polizei ermittelt auf Hochtouren, auch der Gerichtspsychologe Meiberger nimmt die Ermittlungen auf.

Meine Meinung:
Es gibt im Fernsehen bereits eine Servus-TV-Serie “Meiberger – Im Kopf des Täters“. Ich kenne diese Serie nicht und ging also ganz unbelastet in das Buch hinein, welches der Beginn einer Krimireihe ist.

Grundsätzlich hat mir dieser Regionalkrimi gut gefallen. Es kommt relativ schnell Spannung auf, die dann auch durchgehend anhält. Das Ende war für mich unerwartet und nicht vorhersehbar. Mit dem Täter hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Das ist auf jeden Fall ein sehr großes Plus. Der Krimi endet sogar noch mit einem regelrechten Cliffhanger, so dass man am liebsten gleich den nächsten Band lesen würde. Man muss sich aber noch gedulden, der Folgeband erscheint erst im nächsten Jahr.

Richtig begeistern konnte mich der Schreibstil des Autorenduos Maja und Wolfgang Brandstetter. Das Buch ist spannend, und zugleich aber auch sehr lebendig und unterhaltsam geschrieben. Zwischendurch gibt es immer mal wieder österreichische Begriffe, aber das hat mich nicht gestört.
Besonders gut fand ich die Metaphorik und den schwarzen Humor, der immer wieder das Buch auflockert. Hierfür habe ich ein Beispiel ausgesucht: Seite 16: "Wie eine Ballerina im Vollrausch tanzte das Krainerradl im pikanten Rot, mal auf, mal ab, aber immer grazil"Wer würde hier denken, dass es sich bei dieser Beschreibung um ein Würstchen handelt.....Wunderbar und so ganz mein Geschmack.

So jetzt muss ich aber auch noch etwas bemängeln, was mir weniger gefallen hat. Es gab zwischendurch Szenen, bei denen die Protagonisten als Superman oder Supergirl dargestellt wurden. Das war dann meiner Meinung nach zu actiongeladen und zu realitätsfern. Dies mag vielleicht in einen Film passen, aber bei einem Buch mag ich es eher realistisch.
Aus diesem Grund habe ich zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt, aber aufgrund des tollen Schreibstils mich jetzt doch für 4 entschieden.

Bewertung vom 24.10.2019
Schonungslos offen
Matt, Irene

Schonungslos offen


ausgezeichnet

Auf den Inhalt möchte ich nicht wirklich eingehen. Man gerät sonst in Gefahr zu viel zu verraten.

Dieser Kriminalroman spielt in 2 Erzählebenen. Es wechselt ein Erzählstrang aus Sicht der Ermittler ständig ab mit den Tagebucheinträgen des Täters. Und ich finde dieser Perspektivwechsel ist der Autorin Irene Matt unheimlich gut gelungen. Mir ging es so, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Es kommt recht schnell Spannung auf, die sich dann zum Ende hin immer mehr steigert, bis hin zu einem tollen Finale.

Das Buch liest sich gleichermaßen spannend und unterhaltsam zugleich. Irene Matt mischt immer wieder eine dezente Prise Humor bei, die einem trotz allem Schaudern und Zittern auch wieder zum Schmunzeln bringt.

Besonders schön fand ich auch die Darstellung der Ermittler. Sie sind keine „Übermenschen“ sondern kommen sehr realistisch und authentisch an. Zwischendurch hätte ich Hauptprotagonistin Alexandra am liebsten immer mal wieder auf die Sprünge geholfen. Aber ich denke in ihrer Situation wäre es den meisten Menschen so ergangen. Also ist alles sehr realistisch und echt. Schön fand ich es auch, dass man ein wenig aus ihrem Privatleben erfährt.

Tja die Tagebucheinträge stehen dazu ein wenig im Gegensatz. Sie ließen mich immer erschaudern und erzittern und haben beim Lesen in tiefste menschliche Abgründe geführt.

Eigentlich ist es ein Kriminalroman, aber für mich ist es sogar eher schon eine Mischung zwischen Krimi, Thriller und Psychothriller. Mit Raffinesse hat die Autorin ganz viel psychologische Spannung eingebaut. Es war nicht mein erstes Buch von Irene Matt. Aber ich finde, dass sie sich von Krimi zu Krimi steigert. Es gibt bereits Vorgängerbände um dieses Ermittlerduo, aber da alle Bände in sich abgeschlossen sind, benötigt man keinerlei Vorkenntnisse.

Für mich ist dies wirklich ein tolles Buch, welches in gebundener Form mit Lesebändchen erschienen ist und optisch wirklich etwas hergibt. Ein absolut gelungenes Gesamtpaket für ein tolles Lesevergnügen!