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SofieWalden

Bewertungen

Insgesamt 352 Bewertungen
Bewertung vom 21.09.2022
Der Regenbogenfisch glaubt nicht alles
Pfister, Marcus

Der Regenbogenfisch glaubt nicht alles


ausgezeichnet

Der Regenbogenfisch, so wunderschön in Wort und Bild wie vor über 25 Jahren

Ist das nicht schön. Der Regenbogenfisch ist wieder da. Vor über 25 Jahren hat er die Gesichter von Kindern und Eltern gleichermaßen erstrahlen lassen, ob seinem herrlich bunt glitzernden Schuppenkleid und der Geschichten dazu. Heute sieht er immer noch genauso aus und versucht zu helfen, wo es geht. Diesmal macht er die Bekanntschaft von Humbrecht, einem bunten Fisch, natürlich ohne Glittersprosse, der etwas aufregendes zu erzählen hat. Jemand würde versuchen, den Stöpsel zu ziehen und dann säßen sie alle auf dem Trockenen. Das wäre natürlich sehr schlimm, aber der Regenbogenfisch glaubt nicht so richtig daran. Seine Freunde finden das auch sehr merkwürdig. Und dann wird es noch merkwürdiger. Denn als am nächsten Tag Humbrecht wieder mit ihnen zusammen trifft, lacht er selbst über diese Sache und weiß gar nicht mehr, dass er genau das am Tag zuvor erzählt hat. Aber stattdessen hat er eine neue Horrorgeschichte auf Lager, die dann wieder nicht stimmt. Solche Lügenmärchen machen schnell einsam und Humbug-Humbrecht wird sehr traurig. Er meint es ja nicht böse. Der Regenbogenfisch sieht das natürlich auch und er sucht nach einer Lösung, die allen etwas Gutes bringt. Mal sehen, was da kommt.
Der Regenbogenfisch, er ist tatsächlich wieder da, als wäre er nie weg gewesen und zumindest bei uns, strahlen Kinder und Erwachsene wieder gemeinsam um die Wette.

Bewertung vom 20.09.2022
Teen Couple Have Fun Outdoors
Jayan, Aravind

Teen Couple Have Fun Outdoors


gut

Das moderne Indien und manifestierte Traditionen, da ist ein Miteinander noch weit

Eine indische Familie, Appa und Amma, die Eltern, sie stehen für dir Mittelklasse und zeigen dies gerade mit ihrem neu erworbenen Honda Civic vor der Tür, ihre Söhne, beide haben es auf die Universität geschafft und leben, wie üblich, bis zu einer Heirat noch Zuhause. Alles entspricht den vorgegebenen Traditionen. Ganz vorne weg gilt es, Ehre und Ansehen zu wahren, vor den Nachbarn, der Straße, der Gesellschaft dieser kleinen Stadt. Doch dann bricht etwas ein in ihre perfekte Welt, dass sie regelrecht aus den Angeln hebt. Ein Video taucht auf, indem ihr Ältester zusammen mit seiner Freundin sexuell aktiv in Erscheinung tritt und dieses macht im Internet die Runde. Welche Schande, jammern die Eltern, welche Entehrung, welche Schmach vor der Welt, doch ihr Sohn Sreenath hat vor, das einfach auszusitzen, zumal der Clip schon älteren Datums ist. Da prallen zwei Generationen und irgendwie auch zwei Welten aufeinander und trotz der verzweifelten Versuche des jüngeren Bruders, der die Geschichte hier auch erzählt, zu vermitteln, Annäherung zu schaffen, wird Sreenath von seinen Eltern rausgeschmissen, vor allem um ein Zeichen zu setzen und zu versuchen, so ihr Ansehen nicht zu verlieren.
Ich fand die Geschichte ernst und auch ein wenig traurig, ob der Resignation, dich sich beim Leser breitmacht, wenn 'alles so gar nichts' nützt. Familie besteht aus Menschen und die jüngere indische Generation ist auf dem Weg, sich einer europäischen Lebensvorstellung anzupassen, ganz bewusst und willendlich. Die alten indischen Traditionen, die von den Eltern so unbeugsam, ohne jede Bewegung hin zu dieser neuen anderen Zeit, aufrechterhalten werden, die Jungen fühlen sich dadurch ausgebremst, angekettet an Vorgaben, die ihnen nichts mehr bedeuten und ihnen bleibt nur, auszubrechen. Das ist nun mal so und diese Geschichte steht für diesen Gesellschafts- und Generationenkonflikt. Aber es ist doch nun mal auch Familie und ich hätte mir gewünscht, dass die positiven Gefühle, die man sich eigentlich entgegenbringt, einen Gegenpol schaffen und eine Chance des Aufbruchs aus dem Alten hin zu Neuem. Das dies nicht geschieht und das Fazit am Ende so ist, wie es nun mal ist, dass muss man akzeptieren, aber es lässt einen dann doch etwas 'mürbe' zurück.
Dieses Buch, es ist eine gut geschriebene und interessante Geschichte, das reale Indien von heute und es tut sich etwas, aber zum Schluss hat sich doch nichts getan. Das ist einfach so. Und ein Miteinander oder wenigstens ein akzeptables Nebeneinander ist noch weit.

Bewertung vom 18.09.2022
Über die See
Navarro, Mariette

Über die See


ausgezeichnet

Weit ist das Meer und eine einzigartige Reise beginnt

Wir sind eingeladen zu begleiten. Stetig flügt sich ein Containerschiff durch die See. An Bord hat eine Kapitänin das Sagen und zusamen mit ihrer Crew, den Offizieren, den einfachen Matrosen, ist sie auf dem Weg zum Zielhafen ihrer Ladung. Die Welt um sie herum besteht aus Himmel und Meer und nichts gibt Halt, außer sie sich selbst. Man lernt diese Menschen kennen, entblöst von den Turbulenzen unseres oberflächlichen kommerziellen Lebens und wir nehmen Anteil. Und gleichzeitig hinterfragen wir uns selbst, in diesem System, das uns vorgeben will, was wichtig ist und Menschsein bedeutet.
Ein ergreifendes packendes zutiefst berührendes Buch, mit einer Sprache voller Poetik und Intensität in jedem seiner Sätze. Und das Ende, mit all seinen Möglichkeiten, es macht diese Geschichte endgültig zu einem kleinen Meisterwerk.
Eine Leseerfahrung, die ich nicht missen möchte.

Bewertung vom 18.09.2022
Eine Hochzeit in der Provinz
Rothschild, Emma

Eine Hochzeit in der Provinz


sehr gut

Das Leben des gemeinen Volks, Frankreich, 1764 bis ins 20. Jahrhundert hinein

Die Autorin dieses Buches, eines Sachbuchs übrigens, ist Historikerin und für ihr Anliegen, sich mit der Geschichte Frankreichs zu beschäftigen, aus der Erlebensperspektive des einfaches Volks heraus, hat sie sich etwas sehr besonderes ausgedacht. Sie begibt sich auf die Spuren der Familie Aymard, deren offiziellle Gründung sich mit der Eheschließung im Jahre 1764 datiert. Der dazu ausgefertigte Heiratsvertrag, wurde in der französischen Stadt Angoulême von 83 Menschen unterschrieben. Nicht alle dieser Zeugen waren anwesend, nicht alle konnten schreiben, so das dieser Akt teilweise in Vertretung erfolgte, was die Zahl der später relevanten 'Forschungsobjekte' noch größer machte. Denn die Professorin Emma Rothschild arbeitete nahezu jeden dieser Menschen, mit seinen nachkommenden Generatioen, akribisch recherchierend, ab, um so ein möglichst vielfältiges Bild vom Leben den damaligen unteren Gesellschaftsschichten zu erhalten. Ob dieser Ansatz zu einer wissenschaftlich fundierten anzuerkennenden Arbeit führen würde, diese Frage hat sich die Autorin sicherlich auch selbst gestellt, aber sie hat sich hineingestürzt in diese monumentale Aufgabe. An die 200 Seiten Anhang mit den entsprechenden Quellen darin vermitteln einen kleinen Eindruck davon. Und es hat funktioniert und zu einem Werk geführt, dass obwohl akademisch angelegt, auch für den normalen Leser, dessen Anspruch neben Wissen auch Unterhaltung ist, interessante Erkundungen und Erkenntnisse bereit hält. Große Umwälzungen in der Geschichte Frankreichs inkl. der französischen Revolution und der Einbruch in die Welt des gemeinen Volks, das findet anders statt wie vielleicht erwartet und hat bisher eindeutig noch nicht die entsprechende Aufmerksamkeit der 'Forscherperspektive' erhalten. Jetzt schon.
Sehr interessant und für Interessierte absolut lesenswert.

Bewertung vom 18.09.2022
Ora - Das Mädchen mit dem orangefarbenen Haar
Evans, Brigitte G.

Ora - Das Mädchen mit dem orangefarbenen Haar


gut

Das Leben sollte bunt sein und vielfältig, nicht nur als Kind

Für Kinder ist das Leben in Grauland bunt, lebendig und voller Freude. Doch mit 9 Jahren beginnen ihre Farben zu verblassen und mit 10 sind auch sie äußerlich und auch in ihrem Inneren in der Düsternis ihres Zuhauses angekommen. Nur Ora mit ihrem leuchtend orangefarbenen Haar, bei ihr lässt das Strahlen nicht nach. Das ist erstmal Anlass zur Sorge, denn dahinter könnte ja eine schlimme Krankheit stecken. Ora ist aber kerngesund und so ist ihr Anderssein bald nur noch unangenehm, unangebracht und peinlich. Sie muss ihr Haar unter einer Mütze verstecken und die anderen Kinder dürfen nicht mehr mit ihr spielen. Als dann doch ein leichtes Verblassen einsetzt, wird sich Ora bewusst, dass sie gar nicht in dieses graue Leben hineinwachsen will. Ein Leben in Farben und Licht ist doch viel schöner und so macht sie sich auf eine Reise, um ihren Weg zu finden. Und tatsächlich bekommt sie Unterstützung und Zuspruch , dass nichts falsch an ihr ist und sie vielleicht sogar etwas Positives für andere bewirkt.
Diese Geschichte, sie hat viel Symbolkraft, für unser eigenens Leben, dafür, wie wir andere sehen, wie wir mit ihnen umgehen, für die Offenheit, den Mut und den Willen, für Neues. Für die Kleineren braucht es hier schon etwas erwachsene Begleitung. Für die eigentlichen Vorleser ist dies nicht einfach nur eine Kindergeschichte, sondern bietet auch jede Menge Interpretationsvielfalt für einen selbst. Die wunderschöne sehr kunstvolle Bilderwelt, die diese Geschichte begleitet, man sieht sofort, dass hier eine richtige Malerin die Seiten erstrahlen lässt. Auch hier gilt, für Erwachsene sehr ansprechend, für Kinder nicht so auf den ersten Blick. Aber das gemeinsame Ansehen ermöglicht auch hier eine passende Nähe.
Ora, das Mädchen, das aus dem Rahmen fällt, Ora, ein Buch, das anders ist als erwartet und vor allem im gemeinsamen Erleben von Vorlesendem und Kind funktioniert. Spannend, was die Kindersicht da so alles zum Vorschein bringt.

Bewertung vom 12.09.2022
Fliegen oder fallen
Marston, Missy

Fliegen oder fallen


ausgezeichnet

Familie, weiblich und sich durchschlagen ist das Lebensmotto

Kanada in den 1970er Jahren, in einer Kleinstadt direkt am Sankt-Lorenz-Strom kämpfen sich Trudy und ihre Mutter Claire zusammen mit der 4-jährigen Mercy, Tochter ihrer Schwester Tammy, gemeinsam durchs Leben. Trudy, die genau wie ihre Mutter und ihre Schwester früh schwanger wurde, hat sich im Gegensatz zu diesen für eine Abtreibung entschieden und beschlossen, fortan ohne die Komplikation Mann zu leben. Die Drei sind genug damit beschäftigt, den Kopf oben zu halten, aber für Mercy, ein wahrer Sonnenschein, da zu sein, macht es leichter. Doch dann erscheint Jules auf der Bildfläche und Trudy knickt ein. Und natürlich verursacht dieser Mann, ein Stuntman, 'Komplikationen', denn er plant, mit einem selbstkonstruierten Rakentenauto über den an dieser Stelle zwei Kilometer breiten Fluss zu springen, mit Fernsehteam im Rücken und dem Traum von Berühmtheit und Geld. Wie das ausgeht? Wenn es nach Trudys bisherigem Leben geht, dann tendenziell eher nicht gut. Aber man wird sehen.
Dies ist eine Geschichte, in der man die Menschen, die da so vor sich hinwursteln, recht weit unten im System, durchaus lieb gewinnt. Und obwohl sie eigentlich nichts zu lachen haben, nimmt man als Leser das Ganze als sympathisch und auch humorvoll wahr und fühlt sich einfach gut unterhalten. Hat definitiv Spaß gemacht.

Bewertung vom 11.09.2022
Ein einsamer Ort
Hughes, Dorothy B.

Ein einsamer Ort


ausgezeichnet

American Crime im düsteren Philip Marlowe Stil, mit anderer Perspektive

Dorothy Hughes hat dem Kriminalroman zu ihrer Zeit, in der 40er Jahren des letzten Jahrhunderts, ganz neue Perspektiven mit auf den Weg gegeben. Das düstere Philip Marlowe Flair entspricht dem damals gern genutzten Stil des kämpferischen Einzelgängers, der sich durch die dunklen Ecken der Stadt arbeitet, sowohl geographisch wie auch gesellschaftlich und seine Ermittlungen irgendwann zu einem alles in allem gerechten Ende führt. Aber hier wird nicht diese 'gute Seite' ausgeleuchtet, sondern schwerpunktmäßig sein Gegenpart, das Treiben des Serienmörders, Täters, des kranken paranoiden Individuums. Wir lernen diesen Mann kennen, erfahren seine Vorgeschichte als erfolgreicher Jagdflieger im Krieg und von seinen Absturz danach. Die Demütigungen, angefangen mit den Finanzspritzen seines Onkels und die Frauen, die Frustration und der Hass, nicht mehr machtvoll und bestimmend zu sein, sondern ein Nichts, die Dinge nehmen ihren Lauf. Immer mehr verhakt er sich in seiner eigenen Welt und schafft sich, ein Ventil. Dem, der ihn versucht zu stoppen, einem Detective und Freund aus alten Tagen, ist er immer irgenwie einen Schritt voraus. Aber wir, die Leser, wir sind auf Augenhöhe mit dabei.
Diese Kriminalgeschichte, sie packt einen gerade ob ihrer ganz eigenen atypischen Art. Sie hebelt das Regelwerk der Ermittler -Täter Gewichtung auf und man verbringt viel Zeit mit der Sicht auf die tiefe Düsternis einer menschlichen Seele.
Ein echter Krimiklassiker!

Bewertung vom 06.09.2022
Die Tote im Eisblock
Burke, James Lee

Die Tote im Eisblock


ausgezeichnet

Ein gewaltiges Werk, harter Tobak und ein Krimi mit viel Louisiana-Flair

Der 19. Dave Robicheaux Fall ist nun auch bei uns eingetroffen und erneut kämpft sich unser Protagonist mit seinem Kumpel Clete durch ein Dickicht von Gewalt und brutal gezeichneter Kriminalität, diesmal bis hinauf in die High Society Lousianas, zu den mächtigsten Strippenziehern und Intriganten des Landes. Es gibt jede Menge Leichen und nicht nur das Buchwerk an sich ist gewaltig. Gewalt zieht sich durch die gesamte Story, aus Gewalt und Rohheit mischt sich das Flair, das alles umgibt. Das ist ein Stück vom echten Amerika, wie man sich das so vorstellt und das einem hier mehr wie authentisch vorgesetzt wird. Und die Themen, die diesen Kriminalroman als solchen fast schon überspülen, umfassen fast alles, was die Gesellschaft so umtreibt, immer und immer wieder. Hier geht es um eine Öl-Katastrophe, um das organisierte Verbrechen, um Vergewaltigung, Folter, Massenmord, das Trauma Vietnam und noch einiges mehr und natürlich um Alkoholismus, der ja auch die beiden Hauptcharaktere auf die ein oder andere Weise ständig begleitet.
Fast 800 Seiten, schon ein sehr dicker Wälzer, aber ich habe mich gerne mitnehmen lassen, hinein in diese brutal harte Welt, mit diesem rauhen Lokalkolorit, diesen Menschen, deren Zuordnung zu gut und böse seine Eindeutigkeit oft eingebüßt hat und diesen zwei Typen, deren Freundschaft schon so viele Jahre und Fälle überdauert hat, auch auf die ein oder andere Weise.
Ein Hoch auf Burkes 19. und von mir aus kann es weiter gehen.

Bewertung vom 05.09.2022
Die letzten Ninjas und der Juwelenraub
Frank, Astrid

Die letzten Ninjas und der Juwelenraub


sehr gut

Vier Ninja-Kinder auf detektivischen Pfaden und was ist schon normal

Darf ich vorstellen, die letzten Ninjas geben sich in dieser Geschichte das erste Mal die Ehre und ermittlen in einem Juwelenraub, der gerade bei ihnen um die Ecke passiert ist. Da ist Josh, immer allein unterwegs und für seinen größten Wunsch, ein richtig echter Ninja zu sein, trainiert er viel. Eines Tages trifft er auf die quirlige Toni, die ihm gegen ein paar ältere Jugendliche zur Seite steht und dann tauchen auch noch Luis und Emil auf, zwei Freunde, der eine blind, der andere mit autistischen Zügen. Dass sie alle vier anders sind, das ist ihnen schon klar. 'Aber was ist schon normal?', eine Frage die sich Josh auch manchmal stellt. Auf jeden Fall kommen sie gut miteinander aus, Freunde, Ninjas, was auch immer und dann gibt es etwas zu tun. Der Dieb des Schmucks aus dem Juweliergeschäft, er muss gefasst werden und dank Tonis Beobachtung beim Hundesitten haben die vier Neudetektive auch schon einen Verdacht.
Dies ist ein spannendes sehr unterhaltsames Buch mit einer ordentlichen Portion Krimigeschichte drin. Es macht Spaß, den Vieren bei ihren Ermittlungen zu folgen. Jeder kann hier seine ganz speziellen Fähigkeiten einbringen. Ohne den jeweils anderen funktioniert es nicht und sich das klarzumachen, dass gibt dem ganzen Ninjatrupp ein gutes Gefühl. Und dieses anders sein, daran denken sie jetzt viel weniger, warum auch, denn, ihr wisst doch, 'was ist schon normal?'
Gibt es darauf überhaupt eine Antwort und wenn, ist das so erstrebenswert.
Viel Spaß beim Lesen!

Bewertung vom 04.09.2022
Mia Marmelade
Galle, Mira

Mia Marmelade


ausgezeichnet

Das magische Kätzchen auf neuer Hilfemission

Mia Marmelade ist eine Katze, eine besondere Katze, mit magischen Fähigkeiten und sie will helfen, wo immer Hilfe gebraucht wird. Hier in diesem zweiten Band der Reihe nimmt sich Mia Zola an. Das Mädchen musste zusammen mit ihren Eltern aus ihrer Heimat fliehen und ist nun nach einer langen gefährlichen Flucht übers Meer bei uns angekommen. Unterwegs ist ihr Vater, der ihr vorher noch eine Schatzkarte gegeben hat, 'verloren' gegangen. Und so wird jetzt hier, in dem neuen Land, in der neuen Wohnung, in der neuen Schule, alles noch viel schwerer als es sowieso schon ist und Zola ist sehr traurig und hat auch Angst. Und dann sind da noch die Menschen um sie herum, ganz vorne weg die Kinder in ihrer Schule, die sie sehr schlecht behandeln, obwohl man doch eigentlich ganz viel Mitgefühl für sie haben müsste und versuchen sollte, ihr beim Hineinfinden in ihr neues Leben zu helfen. Doch dann kommt Mia Marmelade und begibt sich, mit der Schatzkarte des Vaters, zusammen mit Zola auf eine magische Reise um eben diesen Schatz zu finden und vor allem Zolas Vater. Wie ihr euch denken könnt, wird das ein richtiges Abenteuer. Aber es ist nur ein Teil der ganzen Geschichte. Es geht auch um Zola und ihre Probleme in ihrem realen Leben. Man erfährt viel über Flucht, über Migration, über die Vorurteile von Menschen Fremden gegenüber. Und man erlebt, wie schlimm das, was man da, vielleicht nicht mal immer böse gemeint, sagt und tut, für den anderen ist, wie sehr derjenige dadurch leidet. Das will man doch eigentlich gar nicht. Warum also nicht lieber auf denjenigen zugehen und helfen.
Diese Geschichte, sie ist spannend, magisch und trotzdem sehr real. Manche sind näher dran an dieser Realiltät, andere weniger, aber niemandem bleibt dies alles verborgen. Es gibt hier viel zum Nachdenken, vielleicht auch darüber, wie man selbst zu diesen Themen steht und vor allem zu den Menschen, die hier einen neuen Anfang suchen.
Ein Buch, für viel Lesespaß und mehr.